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Tramausbau im Schneckentempo
geschrieben von LariFari 
Ich bin für radikale Änderungen:

Parkplätze sollten generell im Innenstadtbereich kostenpflichtig sein, auch für Anwohner.
Die Kosten für Besucher sollten denen einer 2h-Karte (3,80 €) für Kurzparker und denen einer Tageskarte für 24h-Parker entsprechen (7,00 €), aber nicht als Fahrschein gelten. Nach Ablauf der 24h ist eine neue Karte zu lösen.
Besucher, die hingegen ihr Fahrzeug außerhalb der Innenstadt auf einem P+R-Parkplatz abstellen, erhalten eine AB/BC-Tageskarte nach Wahl.
Die Kosten für Anwohner würde ich mit denen einer Jahreskarte AB gleichsetzen (800 € pro Jahr).
Die erzielten Einnahmen gehen direktamente in den Straßenbahn-Netzausbau.

Auf Bundesebene bedarf es eines Planfeststellungs-Beschleunigungsgesetzes.
Einwände dürfen nur bis zum Ablauf der Frist nach Auslage der Planungsunterlagen eingereicht werden.
Das gilt insbesondere für Behörden und bei Normänderungen, die dann keine aufschiebende Wirkung mehr haben.
Eine Klagemöglichkeit bleibt bestehen, gebaut werden darf aber unverzüglich nach Erteilung des PF-Beschlusses.

Denn es bleibt einem Gericht unbenommen, nachträgliche Änderungen nach Streckeneröffnung vornehmen zu lassen.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.06.2019 08:01 von Rummelburg.
Fänd ich natürlich super...
Zitat
Rummelburg
Ich bin für radikale Änderungen:

Parkplätze sollten generell im Innenstadtbereich kostenpflichtig sein, auch für Anwohner.
Die Kosten für Besucher sollten denen einer 2h-Karte (3,80 €) für Kurzparker und denen einer Tageskarte für 24h-Parker entsprechen (7,00 €), aber nicht als Fahrschein gelten. Nach Ablauf der 24h ist eine neue Karte zu lösen.
Besucher, die hingegen ihr Fahrzeug außerhalb der Innenstadt auf einem P+R-Parkplatz abstellen, erhalten eine AB/BC-Tageskarte nach Wahl.
Die Kosten für Anwohner würde ich mit denen einer Jahreskarte AB gleichsetzen (800 € pro Jahr).
Die erzielten Einnahmen gehen direktamente in den Straßenbahn-Netzausbau.

Auf Bundesebene bedarf es eines Planfeststellungs-Beschleunigungsgesetzes.
Einwände dürfen nur bis zum Ablauf der Frist nach Auslage der Planungsunterlagen eingereicht werden.
Das gilt insbesondere für Behörden und bei Normänderungen, die dann keine aufschiebende Wirkung mehr haben.
Eine Klagemöglichkeit bleibt bestehen, gebaut werden darf aber unverzüglich nach Erteilung des PF-Beschlusses.

Denn es bleibt einem Gericht unbenommen, nachträgliche Änderungen nach Streckeneröffnung vornehmen zu lassen.

Tatsächlich sollte man mal die Hände zusammenklatschen und an solchen radikaleren Lösungen arbeiten. Andere Städte weltweit haben ähnliche Konzepte erarbeitet, um den Autoverkehr in der Innenstadt zu reduzieren und ÖPNV zu stärken. Ich bin extrem dafür.

Für Berlin gibt es allerdings zwei Knackpunkte: Wo fängt die Innenstadt an? Wenn du den Ring ansetzt, müssen erst massiv die Stellplätze für P+R geschaffen werden. Dazu könnte man an vielen Stellen die Ringbahn überdeckeln. Platz wäre da. Aber unter dem Gesichtspunkt wäre das bereits eine massive Aufgabe, die in 10 Jahren nicht zu bewältigen wäre. Auch müsste man verhindern, dass sich ein verteiltes Innenstadtproblem, dann an den harten Übergangsgrenzen konzentriert. Die Anwohner an der Grenz zur Innenstadt werden auf die Barrikaden gehen.

Der zweite Punkt ist, dass es eben Menschen gibt, die auf das Fahrzeug angewiesen sind: Mobilitätseingeschränkte, Versorgungs- und Pflegedienste, Handwerkliche Betriebe. Dafür bräuchte es ein Konzept, das keine Schlupflöcher für den Normalverbraucher zulässt.

Und in einer Stadt mit Behörden, die sich einfach selbst für's morgendliche Pendeln Sondergenehmigungen ausstellt, sehe ich für so ein ganzheitliches System eh schwarz.
P+R heißt bei dem oben genannten Konzept, dass zwar die Innenstadt per Definition innerhalb des S-Bahn-Rings liegt, aber deshalb keine P+R direkt dort geschaffen werden müssen. Denn die Nutzer dieser P+R-Plätze bekommen ja ein A+B-Ticket, wenn sie in die Innenstadt wollen und kein reines A-Ticket.

Somit reicht es, wenn direkt an der Stadtgrenze Brachflächen, Überkapazitäten an Einkaufszentren und andere bislang sinnlose Konzepte entsprechend weiterentwickelt würden.

Schwarz sehe ich auf lange Zeit nicht mehr in Berlin, die CDU verliert stetig an Wählerpotenzial.
Die zeichen stehen auf Grün für den Straßenbahn-Netzausbau.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.06.2019 08:47 von Rummelburg.
Das tolle daran ist, das die Politiker ja doch irgendwie immer an die nächste Wahl denken.
Je radikaler die Änderung, desto mehr Stimmen werden die regierenden Parteien auch verlieren.
Egal, die "Reichen" fahren weiter Auto, die "Armen" drängeln sich in den ÖPNV. Hurra!

_____________

Guten Tag !
Zitat
schallundrausch

Hast Du einen Tipp wie man den Artikel auch ohne Bezahlschranke angezeigt bekommt? Bei mir in Chrome wird der überhaupt nicht geladen.

Hm, bisher ist das bei der Morgenpost noch keine Bezahlschranke. Man muss sich derzeit "nur" kostenlos registrieren, dann kann man den Artikel auch lesen. Zumindest war es bei mir so. Ich musste bisher weder was zahlen, noch wurde ich dazu aufgefordert, ne Bankverbinung etc. anzugeben.

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Die Deutsche Sprache ist Freeware, nicht Open Source. Du kannst sie kostenlos nutzen - aber nicht verändern
Zitat
Rummelburg
...
Die Kosten für Anwohner würde ich mit denen einer Jahreskarte AB gleichsetzen (800 € pro Jahr).
...

Die Forderung in allen Ehren, aber soll ich als Abo-Inhaber und Besitzer eines Fahrzeuges 1600€ im Jahr bezahlen? Meine Mutter wohnt in einer Region, in der kein Bus fährt. Wenn ich für sie einkaufen fahre, funktioniert das auch nicht ohne Auto.

Ich würde mich erstmal darüber freuen, wenn - wie überall auch - die Fahrzeuge klimatisiert wären. Die heiß laufende U1/U3 hält mich dieser Tage immer ab und animiert mich zum Umsteigen auf mein Auto, auch wenn ich damit stressiger und länger unterwegs bin.

-----------
Tscheynsch hier vor Ju-Tu wis Sörvis tu Exebischn-Raunds änd Olümpick-Staydium



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.06.2019 10:11 von LariFari.
Zitat
stephan
Hallo,

ist doch klar, wenn den Anwohnern die Parkplätze geklaut werden, die die Bim nicht brauchen, dann kommt die Bim auch nicht!

Sie kommt dann später, aber sie kommt.

Zitat
stephan
Ist doch auch bei Tempo 30 Km/h Zonen auch so. Alle sind sauer, Anwohner und Durchfahrer!
Man steht vor jeder Ampel, trotz der Tempo 30 Km/ h Zone. Bestes Beispiel ist der Straßenzug Innsbrucker Platz - Hauptstr. - Potsdamer Str.- Leipziger Str.

Puuuh, bei 50km/h kam man auch nicht schneller voran. Grüne Wellen sind bekanntlich nur auf Ausfallstraßen möglich.

Zitat
stephan
Bei Wegfall von Parkplätze wird vermehrt in 2. ter Reihe geparkt.

Blödsinn, das ist nur die Faulheit.

Zitat
stephan
Bin auch gespannt, wie rasant sich die Einsätze von e-scootern entwickelt? Dann brauchen wir auch keinen Ausbau Bim!

Ist klar, weil die Dinger ja auch alles ersetzen werden...

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
PassusDuriusculus
Wie können denn nach Fristende die Zahl der Einwendungen steigen?

Das liegt am Vorhabenträger. Der bringt immer wieder Änderungen an der Planung in das Verfahren. Meist lag da eine berechtigte Einwendung vor. Gegen die Änderung der Planung kann ja wieder eine Einwendung kommen. So steigt die Anzahl der Einwendungen.

Falls jetzt Rückfragen kommen: Die Änderungen bekommen nur die am Verfahren Beteiligten mit. Da bekommen alle Einwender die geänderten Unterlagen (Blaudruck) zugeschickt. Die können sich dazu äußern.

Es steigt damit nicht die Anzahl der Einwender, weil die Öffentlichkeit davon nichts mitbekommt.
Zitat
Rummelburg
Ich bin für radikale Änderungen:

Parkplätze sollten generell im Innenstadtbereich kostenpflichtig sein, auch für Anwohner.
Die Kosten für Besucher sollten denen einer 2h-Karte (3,80 €) für Kurzparker und denen einer Tageskarte für 24h-Parker entsprechen (7,00 €), aber nicht als Fahrschein gelten. Nach Ablauf der 24h ist eine neue Karte zu lösen.
Besucher, die hingegen ihr Fahrzeug außerhalb der Innenstadt auf einem P+R-Parkplatz abstellen, erhalten eine AB/BC-Tageskarte nach Wahl.
Die Kosten für Anwohner würde ich mit denen einer Jahreskarte AB gleichsetzen (800 € pro Jahr).
Die erzielten Einnahmen gehen direktamente in den Straßenbahn-Netzausbau.

Auf Bundesebene bedarf es eines Planfeststellungs-Beschleunigungsgesetzes.
Einwände dürfen nur bis zum Ablauf der Frist nach Auslage der Planungsunterlagen eingereicht werden.
Das gilt insbesondere für Behörden und bei Normänderungen, die dann keine aufschiebende Wirkung mehr haben.
Eine Klagemöglichkeit bleibt bestehen, gebaut werden darf aber unverzüglich nach Erteilung des PF-Beschlusses.

Denn es bleibt einem Gericht unbenommen, nachträgliche Änderungen nach Streckeneröffnung vornehmen zu lassen.

Die Gesamtrichtung (keine öffentlichen Parkplätze zum Nulltarif, Beschleunigung von Ausbaumaßnahmen) halte ich für richtig, aber dennoch einige Anmerkungen dazu:

1. Die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung innerhalb der Ringbahn (teilweise auch außerhalb) ist ja ohnehin bereits absehbar. Eine faktische Abschaffung des "Nulltarifs" für das Bewohnerparken würde allerdings enorm polarisieren - auch innerhalb der Parteien, die sich für mehr Parkraumbewirtschaftung einsetzen.

Immerhin gibt es große Spielräume zwischen der jetzigen - bezogen auf die Laufzeit äußerst geringen - Gebühr für die Vignette und dem von Dir genannten Preis einer Jahreskarte Berlin AB. Die zielgerichtete Verwendung von Erlösen aus der Parkraumbewirtschaftung für den Ausbau des ÖV würde mir natürlich gut gefallen.

2. Für die Anlage eines offenen P+R-Parkplatzes wurde vom VBB einmal die Zahl von 10.000 € genannt. Die Anlage von 100.000 offenen und platzintensiven P+R-Parkplätzen würde demnach 1 Mrd. € kosten, wobei 100.000 P+R-Parklätze im "Raum Berlin BC" nicht sonderlich viel wären.

Man kann den Platzbedarf für P+R durch den Bau von Parkhäusern natürlich reduzieren, wie z.B. in Blankenfelde und Werder (Havel) besichtigt werden kann - allerdings steigen dann auch die Baukosten.

Gegenvorschlag: Bisherige "Autler" aus dem Tarifbereich C, die sich verpflichten, mindestens 90% ihrer Fahrten in den Bereich Berlin AB im "Umweltverbund" zu unternehmen, bekommen das Ticket "Berlin ABC" geschenkt - dann spart man sich immerhin die zusätzliche Flächenversiegelung durch mehr P+R-Parkplätze.

Aber Vorsicht: Der Gegenvorschlag ist nicht durchgerechnet.

3. Mitarbeiter von Behörden lernen im Rahmen ihrer Ausbildung Bestimmungen über Fristen und Termine. Es ist daher illusorisch, diese Leute über "Fristabläufe" austricksen zu wollen.

Eine (teilweise) Beseitigung evtl. aufschiebender Wirkungen von Klagen halte ich rechtlich und vor allem auch tatsächlich für sehr bedenklich.

Womöglich würden dann Enteignungen "im Interesse des Allgemeinwohls" nebst raschem Abriß für den Bau einer Stadtautobahn schneller und reibungsloser über die Bühne gehen - diese Vorstellung gefiele mir überhaupt nicht.

Einen schönen Tag wünscht Euch
Marienfelde
Auch das lässt sich anpassen:
Die Maßnahmen der wegfallenden aufschiebenden Wirkung betreffen nur Landesrecht.
Bundesrechtliche Vorhaben dürfen gerne wie jetzt 10 Jahre und länger dauern.
Zitat
B-V 3313
Zitat
Henning
In Deutschland ist sowas inzwischen absoluter Alltag und überhaupt nicht überraschend.

Straßenbahnbau ist nirgendwo Alltag!

Ich habe es wahrscheinlich nicht genau ausgedrückt. Ich meine, dass es absoluter Alltag ist, dass Streckenausbauten nur im Schneckentempo vorangehen.
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