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Umnutzung sämtlicher innerstädtischer Güterbahnhöfe - rächt es sich irgendwann?
geschrieben von Lehrter Bahnhof 
Zitat
Lehrter Bahnhof
Hallo,

immer wieder liest man in den Zeitungen von "alten Güterbahnhöfen", auf denen nun vorzugsweise Baumärkte oder Shopping Malls gebaut werden. Nah an der Bahnstrecke gelegen, werden diese natürliuch beliefert per .... Lkw.

Besonders gut beobachten kann man dies am S Halensee, in Zukunft aber auch in Pankow (Pankower Tor) und Tempelhof. Diese Flächen wurden "für den Bahnverkehr nicht mehr benötigt". In Zeiten von Klimawandel, immer mehr Onlinbstellungen, "Future for Fridays", etc. - war das etwas voreilig, und wird man es noch bereuen?

Lässt sich es noch irgendwie stoppen, oder sollte man das Bauhaus am S Halensee vielleicht wieder abreissen? Die Onlinebestellungen per Güterzug zum S Halensee oder Pankow, und dann per unterirdischer moderner Rohrpost zu den einzelnen Verteilzentren - wäre das nicht der Gütertransport der Zukunft?

Gerade habe ich deinen Beitrag entdeckt und möchte meinen Senf dazu auch ablassen, denn genau diese Überlegungen wie deine hatte ich auch schon des öfteren.

Ich bin am Ende aber zu einem anderen Schluss als das wiederaufleben des herkömmlichen Güterverkehrs gekommen.
Die heutige Zeit und Bedürfnisse der Endkunden verlangen eine vollkommene UMstrukturierung der Güter- bzw. Warenströme für Endverbraucher.

Nehmen wir mal das Beispiel Apple Bestellung.
Wenn man heute ein Mac Book pro bestellt bekommt man eine Trackingnummer.
Schnell findet man heraus dass das Produkt direkt in China vom Fertigungsband kommt.
Per Flugzeug geht es von China nach Köln und von dort entweder per LKW nach Hoppegarten oder weiter mit dem Flieger nach Leipzig und dann von dort nach Hoppegarten zu UPS.

Das bestellte Gerät befindet sich also die überwiegende Zeit in Luffrachtcontainern.
Ähnlich sieht es mit den Waren von Amazon, Zalando, Saturn, MediaMarkt und Co. aus.
Der Umschlag der Waren findet dann meist in Hallen und automatisiert statt. Das ist weit von dem entfernt was wir von damals noch per klassischem Güterwagen kennen.

Die bisherigen alten Güterumschlagplätze machen also heute kein Sinn mehr. Das ganze muss neu gedacht werden.
Klassiche Güterzüge sind für Industrie und weiterverarbeitende B2B Geschäfte.

Für die Endverbraucherprodukte stell ich mir ausgemusterte ICE Züge vor die mit Luftfrachtcontainern beladen werden können und schnell von Metropole zu Metropole rauschen...mitten am Tage, auf Personenzugstrecken, auf Schnellfahrstrecken mitten im Fahrplan, frei von Sonntagsfahrverboten.
Bereits am Ankunftsbahnhof beginnt die Lieferung zum Endkunden (per E-Caddy oder Lastenfahrrad).
Die Umschlagplätze dafür in Form von Hallen müssten sich dann innerhalb des Stadtgebietes mindestens am Ring befinden.
Auch wenn die Bahn schon viele Standorte geschlossen hat, für diese Art des Warenumschlags wäre an vielen Stellen noch Platz.

--
Neues vom Ostkreuz im Ostkreuzblog
Guter Beitrag! So sehe ich das auch. Es muss standardisiert sein. Containerbasiert und der Umschlag möglichst automatisch.

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Nicht-dynamische Signatur
Zitat
SVT_137
Es müsste halt wirklich erstmal so eine Art Grundangebot geschaffen werden. Vertakteter Güterverkehr trifft es schon ganz gut. Soetwas können aber kaum private schaffen. Das müsste schon die DB machen und dann ein Angebot aus einem Guss anzubieten. Es wäre auch viel gewonnen wenn Post und Stückgut wieder im Hauptlauf auf die Bahn verlegt werden. Diese Abkehr von der Schiene war ohnehin der reinste Unsinn. Viele der Paket- und Briefzentren wurden fernab der Innenstädte in die Gewerbegebiete gesetzt und teilweise sogar extra neben Bahnstrecken. Nur Bahnanschlüsse kamen trotzdem nicht. Stattdessen LKW soweit das Auge reicht. Häufig werden ganze Gewerbegebiete zugeparkt von den Sub-Unternehmern. Von einem hochentwickelten Land auf das Niveau eines Entwicklungslandes.

Grade die DB war es die hunderte Gleisanschlüsse den Firmen aufgekündigt hat, weil sich das "nicht mehr gerechnet" hat-
ja auch wenn es zu den Zeiten war, als Mehdorn die DB für den Börsengang kaputtgespart hat.
Bestes Beispiel Wilthener Goldkrone...
Die DB fährt lieber Ganzzüge von A nach B und zurück, eher fahren private das kleinteilige Zeugs.

Ich glaube nicht das Eure Vorstellungen ala Luftfrachtcontainer per GüterICE jemals Bestand bekommen,
die Handelsmargen geben sowas nicht her und der Kunde kauft dann da, wo er das Produkt billiger bekommt.
Amazon macht da den Baumärkten schon heftig Konkurrenz.
Und wo ist der Unterschied das der "KleinversenderLKW" fertig gepackt vom GVZ zum Baumarkt kommt,
oder ein großer LKW mehrere Baumärkte etc nacheinander abklappert..?
Bevor überhaupt die Idee Wahrheit werden würde, alte Gbf/Gleisanschlüsse zu reaktivieren,
müsste das Streckennetz, was Mehdorn wegrationalisiert hat, wiederaufgebaut werden-das kommt nicht mehr zurück.
Ebenso wie das Procedere der DDR alles was weiter als 50km verfrachtet wird, auf die Bahn umzuladen.
Diese langen, personalintensiven Vorgänge kommen nicht wieder, besonders in Zeiten des Fachkräftemangels.
Es mangelt doch heute schon extrem an Lokführern.....
T6JP
Stefan Metze, gründe doch ein Startup. Wir beteiligen uns auch alle. ;-)

Heidekraut zum Hauptbahnhof
Die Idee von Stefan Metze finde ich gut. Ich denke aber auch an vergangene Konzepte wie die "Rollende Landstraße" aus den 70er Jahren. Sattelschlepper ohne Zugfahrzeug auf die Bahn und Abholung am Ziel mit örtlichen Zugmaschinen. Kein Umladen, einfach die Ware auf die Bahn, ähnlich wie bei Containern. Für sowas dürfte sich doch auch im Stadtgebiet oder am Stadtrand noch Platz finden.

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Viele Grüße aus Wedding
Zitat
Wollankstraße
Die Idee von Stefan Metze finde ich gut. Ich denke aber auch an vergangene Konzepte wie die "Rollende Landstraße" aus den 70er Jahren. Sattelschlepper ohne Zugfahrzeug auf die Bahn und Abholung am Ziel mit örtlichen Zugmaschinen. Kein Umladen, einfach die Ware auf die Bahn, ähnlich wie bei Containern. Für sowas dürfte sich doch auch im Stadtgebiet oder am Stadtrand noch Platz finden.

Die rollende Landstraße ist mit Zugfahrzeug und wird in der Schweiz und Österreich im Transit Deutschland - Italien angeboten. Um Sattelauflieger so verladen zu können, müssen diese kranbar sein. Das geht nur mit speziell ausgerüsteten Aufliegern, welche wegen der Ausrüstung weit teurer in der Anschaffung sind und weniger Gewicht laden können um das zugelassene Gesamtgewicht nicht zu überschreiten.

Der Gedanke des Güter-ICE ist nett aber praxisfern und wäre nur für relativ kleine Warengruppen nutzbar.

Gruß aus dem Speckgürtel :-)

Regio + S-Bahn + U-Bahn + Tram + Bus = nur gemeinsam stark
Zitat
Havelländer
Der Gedanke des Güter-ICE ist nett aber praxisfern und wäre nur für relativ kleine Warengruppen nutzbar.

Doch das denke ich schon. Immerhin hat der Endkunden Online-Handel den lokalen Einzelhandel längst überholt. Das heisst bei mehr als 50% aller Einkäufe besteht eine Lieferkette und kein lokaler Ladeneinkauf.
Solch ein Cargo ICE würde im Prinzip alle Versanddienstleister wie DHL, UPS, FedEx, DPD usw. als potenzielle Kunden bedienen.
Sie fahren die Waren zur Zeit fast alle per groß LKW quer durch Deutschland und Europa (wenn es viel ist und schnell gehen muss fliegen sie es sogar).

Wie schon geschrieben...die herkömmliche Güter-Transit-Denke ist eher für das B2B Geschäft im Industriebereich.
Wir reden hier aber vom Endverbrauchergeschäft das meist online ohne Zwischenhändler vom Hersteller an den Endkunden stattfindet und zu 100% fossil umgesetzt wird.

--
Neues vom Ostkreuz im Ostkreuzblog



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.07.2019 12:20 von Stefan Metze.
Na gut, aber warum nicht dann die Sattelschlepper inklusiv Zugmaschine verladen. Entweder holen andere Fahrer am Ziel die Sattelschlepper ab oder ein Personenwagen ranhängen für die Fahrer .

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Viele Grüße aus Wedding
Zitat
Lehrter Bahnhof
Umnutzung sämtlicher innerstädtischer Güterbahnhöfe - rächt es sich irgendwann?

Was soll sich da noch groß rächen? Güterverkehr in der Stadt geht heute über den Lkw. Weniger Bahn geht nichtmehr. Es hat sich also schon längst gerächt!

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
Havelländer
Zitat
Wollankstraße
Die Idee von Stefan Metze finde ich gut. Ich denke aber auch an vergangene Konzepte wie die "Rollende Landstraße" aus den 70er Jahren. Sattelschlepper ohne Zugfahrzeug auf die Bahn und Abholung am Ziel mit örtlichen Zugmaschinen. Kein Umladen, einfach die Ware auf die Bahn, ähnlich wie bei Containern. Für sowas dürfte sich doch auch im Stadtgebiet oder am Stadtrand noch Platz finden.

Die rollende Landstraße ist mit Zugfahrzeug und wird in der Schweiz und Österreich im Transit Deutschland - Italien angeboten. Um Sattelauflieger so verladen zu können, müssen diese kranbar sein. Das geht nur mit speziell ausgerüsteten Aufliegern, welche wegen der Ausrüstung weit teurer in der Anschaffung sind und weniger Gewicht laden können um das zugelassene Gesamtgewicht nicht zu überschreiten.

Der Gedanke des Güter-ICE ist nett aber praxisfern und wäre nur für relativ kleine Warengruppen nutzbar.

Die RoLa Ri. Tchechien wurde angeboten, um die damalige Landstraße zu entlasten,als es die A 17 noch nicht gab-mit mäßigem Erfolg.
Zwischen Terespol/Lublin-Warschau und dann auf der Warschauer Allee( vulgo A2/A10 )könnte es eine geben,
a) wenn es die Schieneninfrastruktur samt Zügen und Lokführern und "grüner Welle" es hergeben würde
b) es seitens der Bundesregierung genauso restrikive Umladegebote geben würde, wie es die Schweiz und Östereich am Brenner etc verfügen.

Das dürfte politisch kaum durchsetzbar sein, da ist die EU drüber.

Zur Idee des Güter ICE-- ich erinner gerne hierbei mal an den Flop " Cargo-Sprinter"......die Umbauten davon konnte man mal auf der Innotrans als Tunnellöschzug bewundern..

T6JP
- Erhöhung der Maut auf der Stadtautobahn
- Innenstadtmaut für Lkws
- Beifahrerpflicht für Lkws


---> Und die Nachfrage ist da.

______________________

Nicht-dynamische Signatur
Zitat
Lehrter Bahnhof
- Erhöhung der Maut auf der Stadtautobahn
- Innenstadtmaut für Lkws
- Beifahrerpflicht für Lkws


---> Und die Nachfrage ist da.

Damit treibt man die letzten großen Arbeitgeber und Steuereinnahmen aus der Stadt raus in den Speckgürtel. Brandenburg wird es freuen mehr Arbeitsplätze und Steuereinnahmen zu bekommen :-)

Gruß aus dem Speckgürtel :-)

Regio + S-Bahn + U-Bahn + Tram + Bus = nur gemeinsam stark
Zitat
Stefan Metze
Doch das denke ich schon. Immerhin hat der Endkunden Online-Handel den lokalen Einzelhandel längst überholt. Das heisst bei mehr als 50% aller Einkäufe besteht eine Lieferkette und kein lokaler Ladeneinkauf.
Solch ein Cargo ICE würde im Prinzip alle Versanddienstleister wie DHL, UPS, FedEx, DPD usw. als potenzielle Kunden bedienen.
Sie fahren die Waren zur Zeit fast alle per groß LKW quer durch Deutschland und Europa (wenn es viel ist und schnell gehen muss fliegen sie es sogar).

Soviele Möglichkeiten zur Umladung gibt es überhaupt nicht neben den vorhandenen Bahntrassen. Vorhandene Bahnanlagen für den Personenverkehr sind dafür nicht geeignet und so ein Zug läßt sich nicht in 5min komplett ent- und beladen.
Ob die Versanddienstleister auf einen Zug können ist auch fraglich, da die Kapazität begrenzt ist. Hier könnte es zu einklagbaren Wettbewerbsnachteilen kommen, die niemandem was bringen aus Frust und Ärger.
Weiterhin transportieren die Versanddienstleister nicht nur Amazon und Zalando Päckchen für den Endverbraucher sondern auch Frachtgut für Industrie und Handel, was mal eben nicht auf eine Flugzeugpalette oder in einen ausgemusterten ICE geht.
Hier würden also völlig unnötige gebündelte Transporte gesplittet.


Zitat
Stefan Metze
Wie schon geschrieben...die herkömmliche Güter-Transit-Denke ist eher für das B2B Geschäft im Industriebereich.
Wir reden hier aber vom Endverbrauchergeschäft das meist online ohne Zwischenhändler vom Hersteller an den Endkunden stattfindet und zu 100% fossil umgesetzt wird.

Das wird auch weiterhin fossil umgesetzt werden, denn die tollen Erfindungend er Elektromobilität sind dazu nicht geeignet bzw. sorgen für einen unnötigen Mehrbedarf an Fahrzeugen und Aufwand.

Das allgemeine Feindbild LKW bei einigen erinnert mich an das Verhalten von Krabbelgruppen!

Gruß aus dem Speckgürtel :-)

Regio + S-Bahn + U-Bahn + Tram + Bus = nur gemeinsam stark
Ich bezweifle, dass die größten Arbeitgeber nach Brandenburg ziehen werden.
Wenn sich durch noch mehr Umladevorgänge die Waren verteuern, kauft der Kunde draussen auf der grünen Wiese...da kost das parken nichts.

T6JP
Zitat
T6Jagdpilot
Wenn sich durch noch mehr Umladevorgänge die Waren verteuern, kauft der Kunde draussen auf der grünen Wiese...da kost das parken nichts.

T6JP

Also mir wären da bereits die mindestens 2*30 min Fahrzeit zu teuer ohne das ich da irgendwelche Fahrpreise, Benzinkosten, Autoabschreibung und Verschleiß berechne.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Grüne Wiese? Sorry, das ist total 90er. Schau dir mal die ganzen vereinsamen Malls in den USA an.

Entweder online oder Flagship-Store in der Innenstadt. Das ist die Zukunft und auch schon größtenteils Gegenwart. Fast einzige Ausnahme bleibt der Lebensmitteleinzelhandel.

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Nicht-dynamische Signatur
Zitat
Lehrter Bahnhof
Grüne Wiese? Sorry, das ist total 90er. Schau dir mal die ganzen vereinsamen Malls in den USA an.

Wenn die verkehrsgünstig gelegen sind und das Angebot stimmt, dann ziehen die auch heute noch. Man darf die durchschnittliche US-Mall nicht mit den Mega-Malls vergleichen die im deutschen TV suggerieren, daß das überall in den Staaten so aussieht.
Der Havelpark, was einer typischen Mall entspricht, braucht sich da wohl wenig Sorgen machen.

Gruß aus dem Speckgürtel :-)

Regio + S-Bahn + U-Bahn + Tram + Bus = nur gemeinsam stark
Ich habe gerade in einer aktuellen Sendung gehört, dass der Versandhandel immer noch nur 10% des gesamten Handels ausmacht. das war schon zu Ottos Zeiten so. Was stimmt nun, wer hat belastbare Zahlen?

Erinnert sich noch wer an Rollon-Rolloff?

Heidekraut zum Hauptbahnhof
Diese Zahl ist durch den Lebensmitteleinzelhandel verfälscht. Der ist größenteils stationär, der Rest nicht mehr.

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Nicht-dynamische Signatur
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