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VBB vor dem Zerfall? Brandenburger Betrieben laufen die Fahrer weg
geschrieben von B-V 3313 
Leider habe ich noch keinen Link gefunden.

Brandenburger Busfahrer verdienen bundesweit am wenigsten. Das Personal läuft weg und für Lohnerhöhungen braucht das Land Brandenburg höhere Einnahmen, Berlin aber weigert sich die Fahrpreise zu erhöhen. Als Drohgebärde spricht man auf der Brandenburger Seite nun davon, den VBB zu verlassen.

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Habe den Bericht eben auch nur in der Spätausgabe der Abendschau gesehen. Auf der RBB-Seite finde ich derzeit auch keine Erwähnung bzw. einen Link. Im BEricht wurde gesagt, dass die Cottbusser-Fahrer 1100€ netto verdienen. Das ist schon krass.
Hab den Beitrag selbst noch nicht angeguckt, aber vielleicht ist es dieser hier: [www.rbb-online.de]
Und in anderen Verkehrsverbünden - jetzt mal abgesehen von denen in Ländern, die durch fragwürdige Industrien finanziell besser gestellt sind - verdienen die Fahrer so viel mehr Geld? Und können davon vor Ort auch besser leben? Kann ich mir nur schwer vor stellen. Aber klar können wir die Fahrpreise wieder erhöhen - das löst dann auch gleich das Problem der großen Nachfrage, die man mit dem Fahrpersonal bedienen muss.

Es MUSS ein Hobby sein - leisten kann ich mir das nicht... :)
Die Fahrer gehen lieber nach Berlin, weil sie hier mehr verdienen? Und warum wird dann bei uns gejammert dass die Leute, die die BVG mühsam ausbildet nach kürzest möglicher Zeit anderswo hin verschwinden?

Es MUSS ein Hobby sein - leisten kann ich mir das nicht... :)
Zitat
Philipp Borchert
Die Fahrer gehen lieber nach Berlin, weil sie hier mehr verdienen? Und warum wird dann bei uns gejammert dass die Leute, die die BVG mühsam ausbildet nach kürzest möglicher Zeit anderswo hin verschwinden?

Weil auch die sich an andere Betriebe mit besserer Bezahlung orientieren. Es gibt halt nie genug Geld.
Dann müssen die Landkreise eben mehr Geld in die Hand nehmen und ihre Betriebe nicht weiter ausbluten lassen.

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
GraphXBerlin
Habe den Bericht eben auch nur in der Spätausgabe der Abendschau gesehen. Auf der RBB-Seite finde ich derzeit auch keine Erwähnung bzw. einen Link. Im BEricht wurde gesagt, dass die Cottbusser-Fahrer 1100€ netto verdienen. Das ist schon krass.

Keine Ahnung, wie man auf 1100 netto kommt, aber das Einstiegsbrutto liegt bei knapp 2100 € (Lohngruppe 5, Stufe 1). Hat Verdi übrigens als ganz großen Erfolg gefeiert und anschließend behauptet, Fahrdienstmitarbeiter in Brandenburg würden mehr verdienen, als Berliner. Dabei lag der Tarifabschluss noch unter dem alten Einstiegsgehalt bei BVG und BT. Der "Trick", warum diese Lüge nicht 100% falsch ist: Im Juni 2020 wird die heutige Stufe 1 abgeschafft und die Stufe 2 war vor dem Berliner Abschluss tatsächlich höher als die alte Stufe 1.

Durch den neuen Abschluss ist Berlin aber von Platz 15 ins Mittelfeld der Bundesländer aufgerückt, während Brandenburg die "rote Laterne" verteidigt hat.

Erwähnenswert ist noch, dass Verdi die Manteltarifverträge aller Bundesländer synchronisiert hat und sich zum Ziel gesetzt hat im nächsten Jahr einen bundesweit einheitlichen Manteltarifvertrag auszuhandeln. Es könnte also nächstens Jahr bundesweite Streiks im ÖPNV geben.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Das wird übrigens auch immer stärker ein Problem im SEV. Wenn dem Umland Fahrer fehlen können die Betriebe aus Brandenburg auch nicht mehr im SEV, zum Beispiel Regio und S-Bahn SEV aushelfen. Folge: die Fahrer kommen von immer weiter her. Der Fahrer letztens aus SEV für die Sbahn kam aus Köln.

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Aufgrund von Verzögerungen im Schreibablauf kommt es bei einige Beiträgen zu Verspätungen und Ausfällen.
Zitat
B-V 3313
Leider habe ich noch keinen Link gefunden.

Brandenburger Busfahrer verdienen bundesweit am wenigsten. Das Personal läuft weg und für Lohnerhöhungen braucht das Land Brandenburg höhere Einnahmen, Berlin aber weigert sich die Fahrpreise zu erhöhen. Als Drohgebärde spricht man auf der Brandenburger Seite nun davon, den VBB zu verlassen.

Die These, dass höhere Preise automatisch zu höheren Einnahmen führen würden, ist reinste Klein-Fritzchen-Ökonomie.

(Wobei in Berlin vielleicht die kostenlosen Schülertickets in der Tat herbe Einnahmenverluste bringen; sollte aber wenig mit Brandenburger Busbetrieben zu tun haben).
Zitat
B-V 3313
Leider habe ich noch keinen Link gefunden.

Brandenburger Busfahrer verdienen bundesweit am wenigsten. Das Personal läuft weg und für Lohnerhöhungen braucht das Land Brandenburg höhere Einnahmen, Berlin aber weigert sich die Fahrpreise zu erhöhen. Als Drohgebärde spricht man auf der Brandenburger Seite nun davon, den VBB zu verlassen.

Ich glaube, in der Finanzierung des ÖV in unserem Land muß sich grundsätzlich etwas ändern. Die meisten Menschen in Deutschland wohnen bekanntlich nicht in Städten ab 50.000 Einwohnern, sondern in Städten und Gemeinden mit niedrigeren Einwohnerzahlen.

In "meiner" Nachbargemeinde Blankenfelde-Mahlow (55 km²; mit etwa 27.000 Einwohnern die einwohnerstärkste Kommune im Landkreis Teltow-Fläming) gibt es am Sonntag genau 0 Busfahrten.

Nicht alle Menschen in solchen Gemeinden leben im unmittelbaren Einzugsbereich von Bahnhöfen - und mit den vorhandenen Bahnstrecken können längst nicht alle Verkehrsbedürfnisse bedient werden.

Für die Entwicklung des nicht schienengebundenen ÖV zu einer mehr oder weniger flächendeckenden Alternative zum MIV ist nach meiner Überzeugung eine zusätzliche Finanzierungsquelle in der Größenordnung der Regionalisierungsmittel für den SPNV unverzichtbar.

Mehr (auch finanzielles) Engagement der Landkreise und des Landes Brandenburg wäre sicher auch nicht verkehrt.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 03.07.2019 09:23 von Marienfelde.
Zitat
B-V 3313
Brandenburger Busfahrer verdienen bundesweit am wenigsten. Das Personal läuft weg und für Lohnerhöhungen braucht das Land Brandenburg höhere Einnahmen, Berlin aber weigert sich die Fahrpreise zu erhöhen. Als Drohgebärde spricht man auf der Brandenburger Seite nun davon, den VBB zu verlassen.

Ist das tatsächlich so, dass Berlin über die Fahrpreise außerhalb Berlins bestimmt? Ich dachte, Berlin bestimmt nur über den Preis für Berlin AB?

Gruß w.
Noch ein kleines Beispiel dafür, nicht weit weg von Blankenfelde: ich arbeite ja seit einem halben Jahr in Großbeeren. Dort gibt es zwar Fahrten am Sonntag, nur kann man die an einer oder 2 Händen abzählen. Abends ab 21:45 kommt man mit dem Bus aus dem Ortszentrum nicht mehr weg, weder nach Teltow, noch Berlin oder Mahlow. Und dann bleibt einem nur noch die Alternative des Regionalbahnhofs, der sich zuFuß mindestens 20 min vom Ort entfernt befindet und wo es zwischen 21:27 und 23:05 auch keine Abfahrt einer Regionalbahn nach Berlin gibt. Sorry, aber für einen Ort, der nicht mal 5 km von der Stadtgrenze entfernt ist, ist das sehr mau. Jeder, mir dem ich hier im Laden spreche, sagt: ich würde mein Auto ja stehen lassen, wenn der Bus öfter kommen würde und man auch später am Abend noch eine Möglichkeit hätte, hier her zu kommen, aber so lange das nicht so ist, bin ich auf das Auto angewiesen.
So wird das nix mit der Verkehrswende...
Zitat
Global Fisch
Zitat
B-V 3313
Leider habe ich noch keinen Link gefunden.

Brandenburger Busfahrer verdienen bundesweit am wenigsten. Das Personal läuft weg und für Lohnerhöhungen braucht das Land Brandenburg höhere Einnahmen, Berlin aber weigert sich die Fahrpreise zu erhöhen. Als Drohgebärde spricht man auf der Brandenburger Seite nun davon, den VBB zu verlassen.

Die These, dass höhere Preise automatisch zu höheren Einnahmen führen würden, ist reinste Klein-Fritzchen-Ökonomie.

(Wobei in Berlin vielleicht die kostenlosen Schülertickets in der Tat herbe Einnahmenverluste bringen; sollte aber wenig mit Brandenburger Busbetrieben zu tun haben).

Dass das kostenlose Schülerticket zu herben Einnahmeverlusten führen wird, ist ebenfalls Klein-Fritzchen-Ökonomie :-) Unterschlägt sie doch, dass die fehlenden Einnahmen durch den wegfallenden direkten Ticketverkauf wieder vom Land Berlin ausgeglichen werden.

Viele Grüße
Florian Schulz

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Zitat
Florian Schulz
Zitat
Global Fisch
Zitat
B-V 3313
Leider habe ich noch keinen Link gefunden.

Brandenburger Busfahrer verdienen bundesweit am wenigsten. Das Personal läuft weg und für Lohnerhöhungen braucht das Land Brandenburg höhere Einnahmen, Berlin aber weigert sich die Fahrpreise zu erhöhen. Als Drohgebärde spricht man auf der Brandenburger Seite nun davon, den VBB zu verlassen.

Die These, dass höhere Preise automatisch zu höheren Einnahmen führen würden, ist reinste Klein-Fritzchen-Ökonomie.

(Wobei in Berlin vielleicht die kostenlosen Schülertickets in der Tat herbe Einnahmenverluste bringen; sollte aber wenig mit Brandenburger Busbetrieben zu tun haben).

Dass das kostenlose Schülerticket zu herben Einnahmeverlusten führen wird, ist ebenfalls Klein-Fritzchen-Ökonomie :-) Unterschlägt sie doch, dass die fehlenden Einnahmen durch den wegfallenden direkten Ticketverkauf wieder vom Land Berlin ausgeglichen werden.

Du hast natürlich recht.

Was ich meinte, war: Fehlende Einnahmen durch Nulltarif, die vom Land ausgeglichen werden, sind aber dennoch (unterm Strich) fehlende Einnahmen.

Preissenkungen führen aber nicht zwingend zu fehlenden Einnahmen und Preiserhöhungen nicht zwingend zu höheren.
Ich sehe da große Probleme auf dem land, aber der Threadtitel dürfte eine leere Drohgebärde sein.
Berlin kann ja, wenn das politisch so gewollt ist, die Fahrpreise im Stadtgebiet stärker durch Steuern subventionieren. Trotzdem bleiben die Umlandkreise und das Land Brandenburg in ihrer Preisgestaltung relativ autark.
Man braucht nur nach Wien zu schauen, um zu sehen, wie das funktioniert : in der Stadt gibt es ein hervorragendes Öffi-Angebot zu stark vergünstigtem Preis (365-Euro-Ticket). Überquert man die Grenze zu Niederösterreich, so wird es sofort sehr teuer (Jahreskarte Kernzone Wien plus ein wenig Umlandgebiet meist schon über 1000 Euro, sehr komplizierte Berechnung, keine Waben, Karten sind streckengebunden), während die Bedienungsqualität schnell unterirdisch schlecht wird.
Da ist Niederösterreich auf jeden Fall kein Beispiel für Brandenburg, aber es zeigt, dass zwei komplett unterschiedliche Tarifstrategien in zwei unterschiedlichen Bundesländern sehr wohl in einem Verkehrsverbund funktionieren können.
Zitat
willi79
Ist das tatsächlich so, dass Berlin über die Fahrpreise außerhalb Berlins bestimmt? Ich dachte, Berlin bestimmt nur über den Preis für Berlin AB?

Also bei solchen Zeitkarten wie

* Berlin ABC + 1 Landkreis,
* Berlin ABC + 2 Landkreise,
* Berlin ABC + 1 Landkreis + 1 kreisfreie Stadt

sollten sich Berlin und Brandenburg schon einig sein. :-)
Zitat
Chris97
Noch ein kleines Beispiel dafür, nicht weit weg von Blankenfelde: ich arbeite ja seit einem halben Jahr in Großbeeren. Dort gibt es zwar Fahrten am Sonntag, nur kann man die an einer oder 2 Händen abzählen. Abends ab 21:45 kommt man mit dem Bus aus dem Ortszentrum nicht mehr weg, weder nach Teltow, noch Berlin oder Mahlow. Und dann bleibt einem nur noch die Alternative des Regionalbahnhofs, der sich zuFuß mindestens 20 min vom Ort entfernt befindet und wo es zwischen 21:27 und 23:05 auch keine Abfahrt einer Regionalbahn nach Berlin gibt. Sorry, aber für einen Ort, der nicht mal 5 km von der Stadtgrenze entfernt ist, ist das sehr mau. Jeder, mir dem ich hier im Laden spreche, sagt: ich würde mein Auto ja stehen lassen, wenn der Bus öfter kommen würde und man auch später am Abend noch eine Möglichkeit hätte, hier her zu kommen, aber so lange das nicht so ist, bin ich auf das Auto angewiesen.
So wird das nix mit der Verkehrswende...

DAS ist es was eine Verkehrswende eher herbeiführt als wenn man funktionierende Straßen künstlich rückbauen will-
Öffis die alle Neese lang fahren und das an allen Tagen und bis zu den Zeiten wo auch Schichtarbeiter durch ein ansprechendes Angebot mit schnellen Fahrzeiten gelockt werden.
In dem Moment, wo ein maues Angebot mit wenigen Plätzen auf ewig lange Fahrzeiten und schlechte Anschlüsse trifft, bleibt alles im Auto sitzen-mit Recht.
Die Zeiten wo der Arbeiter jeden Tag zwei Stunden zu Fuss von und zur Arbeit geht sind vorbei und eine Stunde mit dem Fahrrad ist kein Ersatz.

T6JP
Zitat
schallundrausch
Ich sehe da große Probleme auf dem land, aber der Threadtitel dürfte eine leere Drohgebärde sein.
[...]

Leider nein, die Gefahr ist aktuell wirklich akut vorhanden.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
Jay

Leider nein, die Gefahr ist aktuell wirklich akut vorhanden.

Es kann aber doch niemand ernsthaft daran glauben, dass eine Auflösung des VBB etwas anderes als Verlierer hervorbringt.

Grüße
Nic
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