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In vollen Zügen an die Ostsee
geschrieben von Marienfelde 
Dankenswerterweise hat Peter Neumann meine "Urheberrechtsnachfrage" positiv beantwortet.

Der Rechteinhaber hat demnach nichts dagegen, "zitiert zu werden - vorausgesetzt, es handelt sich wirklich nur um Zitate, die vollständig wiedergegeben und mit einer ordentlichen Quellenangabe versehen worden sind.

Insofern würde ich mich sehr freuen, wenn Sie Ihre bisherige Gewohnheit wieder aufnehmen und uns in dem beschriebenen Rahmen zitieren würden. Das dient einer möglichst breiten Diskussion, von der auch unsere Leserinnen und Leser sowie ich etwas habe - wie viele wertvolle Rückmeldungen habe ich schon bekommen!

Also: Lassen Sie sich bitte nicht abbringen."

Ich glaube, bei dieser Antwort den Eingangsbeitrag wieder einstellen zu können.
Ich habe zu dem Thema im Deutschland Thread geschrieben, dachte es kommen Proteste etc :-)))

[www.bahninfo-forum.de]
Zitat
Marienfelde
"Zudem werde die Kapazität auf der Linie RE5 nach Rostock bereits erhöht. Von April bis Oktober fahren die Züge statt mit vier mit fünf Doppelstockwagen."

Bringt nur nicht viel, wenn dann - wie z.B. letzte Woche - mit abgeschlossenen Wagen gefahren wird, die die ganze Woche leer mitfahren...
Also bin jetzt die letzen drei Wochenenden immer RE5 Ri. Rostock gefahren mit ordnungsgemäßen 5 Wagen (auch bei entgegenkommenden Zügen)
Da die CSU ja jetzt die Bahn entdeckt hat, obwohl sie das Bundesverkehrsministerium seit Jahren führt, wird es sicher bald spürbar besser werden. LOL
Zitat
fatabbot
Zitat
Marienfelde
"Zudem werde die Kapazität auf der Linie RE5 nach Rostock bereits erhöht. Von April bis Oktober fahren die Züge statt mit vier mit fünf Doppelstockwagen."

Bringt nur nicht viel, wenn dann - wie z.B. letzte Woche - mit abgeschlossenen Wagen gefahren wird, die die ganze Woche leer mitfahren...

Bei den neuen Triebzügen mit sehr viel Platz für Fahrräder (und Rollstühle) im Unterdeck gehen sehr viele Sitzplätze verloren. Damit man wenigstens eine kleine "Spitze" (etwas mehr Sitzplätze als mit lokbespannten vierteiligen Doppelstockzügen mit z.B. 432 Sitzplätzen) hinbekommt, ist der fünfte Wagen zwingend.

Am Freitag, dem 26.07.19 bestand "mein" RE 5 nach Rostock (8.33 ab Südkreuz) aus vier Wagen mit nur 344 Sitzplätzen in der 2. Klasse (und 25 "erstklassigen" Sitzpl.) - das ist einfach zu wenig für so einen Zuglauf, der nach meiner Einschätzung bis Oranienburg dann auch mit 100% (bezogen auf die Sitzplätze) besetzt war (danach geringfügig weniger).

"Dank" des vom Konzern "zeitweilig" weitgehend eingestellten Fernverkehrs zwischen Berlin und Rostock gibt es in solchen Zugläufen natürlich auch "Fernverkehrte" mit großen Rucksäcken usw., die auch ihren Platz fordern. Unter solchen Randbedingungen sind Besetzungen von 100% eine Zumutung für alle Bahnreisenden - "Urlaub von Anfang an" (früherer Werbeslogan der Eisenbahn) sieht anders aus!

Die Rückfahrt verlief dann dank des vorhandenen fünften Wagens (ein reiner Sitzwagen, mit 135 Sitzplätzen ein echter "Kracher") und 479 und 25 Sitzplätzen (2. und 1. Klasse) dann deutlich entspannter, wobei auch dieser Zug bereits ab Rostock sehr gut besetzt, aber eben nicht übervoll war.

Immerhin: Ab Weihnachten zeichnet sich durch die Wiederaufnahme des Fernverkehrs zwischen Berlin und Rostock ja eine grundsätzliche Verbesserung ab.

Anders sieht es auf dem RE 3 auf dem Ast nach Züssow/Stralsund aus. Warum es dem Land Mecklenburg-Vorpommern nicht möglich sein soll, als "Sofortmaßnahme" wenigstens einen (!) der am Wochenende nach Prenzlau geführten Zugläufe bis Stralsund zu verlängern, ist mir ein Rätsel - ein Armutszeugnis, in der in diesem Land betriebenen Verkehrspolitik scheinen mir Änderungen überfällig zu sein,

meint Marienfelde.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.07.2019 06:29 von Marienfelde.
Frommer Wunsch: Die Möglichkeit für Foristen, einen (doppelten) Beitrag zu löschen.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.07.2019 06:29 von Marienfelde.
Zitat
Marienfelde
Daher neige ich dazu, auf Hinweise und Links zu "meiner" Berliner Zeitung b.a.w. zu verzichten.

Dann möchte ich gerne ein Gegengewicht anbringen, um der Neigung entgegenzuwirken.

Und bitte auch nicht vor Subjektivität beim Zitieren scheuen! Der nächste zitiert aus demselben Zeitungsartikel andere Stellen, die seiner/ihrer Subjektivität näher stehen.

Nur Mut!


heute mal keine sig
Zitat
Marienfelde
Zitat
fatabbot
Zitat
Marienfelde
"Zudem werde die Kapazität auf der Linie RE5 nach Rostock bereits erhöht. Von April bis Oktober fahren die Züge statt mit vier mit fünf Doppelstockwagen."

Bringt nur nicht viel, wenn dann - wie z.B. letzte Woche - mit abgeschlossenen Wagen gefahren wird, die die ganze Woche leer mitfahren...

Bei den neuen Triebzügen mit sehr viel Platz für Fahrräder (und Rollstühle) im Unterdeck gehen sehr viele Sitzplätze verloren. Damit man wenigstens eine kleine "Spitze" (etwas mehr Sitzplätze als mit lokbespannten vierteiligen Doppelstockzügen mit z.B. 432 Sitzplätzen) hinbekommt, ist der fünfte Wagen zwingend.

Am Freitag, dem 26.07.19 bestand "mein" RE 5 nach Rostock (8.33 ab Südkreuz) aus vier Wagen mit nur 344 Sitzplätzen in der 2. Klasse (und 25 "erstklassigen" Sitzpl.) - das ist einfach zu wenig für so einen Zuglauf, der nach meiner Einschätzung bis Oranienburg dann auch mit 100% (bezogen auf die Sitzplätze) besetzt war (danach geringfügig weniger).

"Dank" des vom Konzern "zeitweilig" weitgehend eingestellten Fernverkehrs zwischen Berlin und Rostock gibt es in solchen Zugläufen natürlich auch "Fernverkehrte" mit großen Rucksäcken usw., die auch ihren Platz fordern. Unter solchen Randbedingungen sind Besetzungen von 100% eine Zumutung für alle Bahnreisenden - "Urlaub von Anfang an" (früherer Werbeslogan der Eisenbahn) sieht anders aus!

Die Rückfahrt verlief dann dank des vorhandenen fünften Wagens (ein reiner Sitzwagen, mit 135 Sitzplätzen ein echter "Kracher") und 479 und 25 Sitzplätzen (2. und 1. Klasse) dann deutlich entspannter, wobei auch dieser Zug bereits ab Rostock sehr gut besetzt, aber eben nicht übervoll war.

Immerhin: Ab Weihnachten zeichnet sich durch die Wiederaufnahme des Fernverkehrs zwischen Berlin und Rostock ja eine grundsätzliche Verbesserung ab.

Anders sieht es auf dem RE 3 auf dem Ast nach Züssow/Stralsund aus. Warum es dem Land Mecklenburg-Vorpommern nicht möglich sein soll, als "Sofortmaßnahme" wenigstens einen (!) der am Wochenende nach Prenzlau geführten Zugläufe bis Stralsund zu verlängern, ist mir ein Rätsel - ein Armutszeugnis, in der in diesem Land betriebenen Verkehrspolitik scheinen mir Änderungen überfällig zu sein,

meint Marienfelde.

Ich kann ja deinen Verdruss verstehen.

Aber zur Wahrheit gehört eben auch folgendes:

Der Nahverkehr wird von den Ländern massiv finanziell unterstützt. Daher wird man immer geneigt sein, die Kapazität nicht zu stark am Ferien-Super-Peaks zu orientieren, wo jeder reisen will. 100% Auslastung sind doch gut, so wird eine vorhandene Ressource unter ökonomischen Gesichtspunkten voll ausgenutzt. Das freut am Ende alle, und auch dem Klima ist gedient, weil nix verschwendet wird. Und die Länder werden eben nicht massiv mehr Kapazitäten bestellen, die dann außerhalb der Ferien nicht genutzt werden, weil sie bezahlen müssten. Was soll man mit den ganzen leeren Zügen an einem DI-MI-DO im Februar oder November machen? Sie fahren zu lassen ist wirtschaftlich unsinnig und Klima-politisch ebenfalls bedenklich.

Zweiter Teil der Wahrheit ist jener:
Viele Reisende sind extrem preis-fokussiert.
Die Preise, die die Bahn bräuchte, um Fernverkehr wirtschaftlich darstellen zu können, kann sie offensichtlich aktuell nicht erlösen. Daher gibt es aktuell kein Angebot. Die Zukunft wird zeigen, wie viele Leute in Zukunft in die preiswertere Alternative RE abwandern, um ein paar Euro zu sparen. Die Diskussion zu den niedrigst möglichen Preisen läuft gerade in einem anderen Thread. Da liest sich so ein wenig die implizite Erwartungshaltung raus, dass es a) schnell und qualitativ hochwertig - am besten ICE - sein möge und b) möglichst billig. Das ist unrealistisch, denn es würde nur heißen, dass jemand anderes die ICE Fahrt massiv subventionieren möge. Oder anders herum gefragt, was wäre denn ein witschaftlich sinnvoller und fair-empfundener Preis für eine Fahrt von Berlin an die Ostsee?

Der Fakt, dass sich auch Flixtrain nicht an eine Strecke Berlin-Ostsee herantraut, sagt mir, dass die Einschätzung der Forum-Mitglieder hier nicht von den Akteuren geteilt wird. Denn wenn das wirtschaftlich so eine Goldmine wäre, dann würden da längst grüne Züge fahren...
Zitat
Balu der Bär
Der Nahverkehr wird von den Ländern massiv finanziell unterstützt. Daher wird man immer geneigt sein, die Kapazität nicht zu stark am Ferien-Super-Peaks zu orientieren, wo jeder reisen will. 100% Auslastung sind doch gut, so wird eine vorhandene Ressource unter ökonomischen Gesichtspunkten voll ausgenutzt. Das freut am Ende alle, und auch dem Klima ist gedient, weil nix verschwendet wird. Und die Länder werden eben nicht massiv mehr Kapazitäten bestellen, die dann außerhalb der Ferien nicht genutzt werden, weil sie bezahlen müssten. Was soll man mit den ganzen leeren Zügen an einem DI-MI-DO im Februar oder November machen? Sie fahren zu lassen ist wirtschaftlich unsinnig und Klima-politisch ebenfalls bedenklich.

Du vergisst allerdings, dass die Verkehrsspitzen auf einigen Linien mit besonders schwacher Nachfrage anderswo zusammenfallen. Die Frage ist, ob man dann nicht das Wagenmaterial sinnvoller einsetzen könnte. Spräche eigentlich was dagegen, an solchen Wochenende RE 3 und RE 5 zu teilen - von Jüterbog bzw. Elsterwerda bis Berlin Hbf mit Talenten, die anderswo am Wochenende nicht gebraucht werden, die Nordabschnitte ab Südkreuz und mit längeren Zügen?

Leider ist mit Regionalisierung und Ausschreibungen viel Flexibilität verlorengegangen. Einerseits, weil der Fahrzeugpark generell stärker auf Kante genäht ist, andererseits, weil man mit dem vorhandenen aus diversen Gründen weniger flexibel agieren kann. Man ist da in anderen Ländern irgendwie flexibler... erst vor einiger Zeit habe ich z.B. einen ÖBB-Railjet gesehen, an den zusätzlich zwei "klassische" Reisezugwagen angehängt wurden. Sah zwar lustig aus, war aber letztlich ziemlich pragmatisch.
ICE ist völlig Blödsinn auf den Strecken zur Ostsee.
Der kann gar nicht schneller als ein IC, die Strecke gibts nicht her-ist also nur pure Geldschneiderei der DB.

Es kann ja mal jemand mit viel Zeit gurgeln, warum der Interconnex nach Warnemünde eingegangen ist....
waren es die Bauarbeiten der Rostocker Piste samt unattraktiver Umleitung via Schwerin?
Ein Alternativangebot war ja mit dem Interconnex schon mal da...auch um relativ spontan und preiswert nach Leipzig zu kommen,
ohne die ICE-Apothekenpreise der DB zahlen zu müssen bei einer Spontanfahrt.

Und wegen dem mehr benötigten Wagenpark für die Sommerzeit- den kann man sich halten-
ausserhalb der Hauptreisezeit kann man dann prima Fristuntersuchungen etc durchführen,
in der Reisezeit kurbeln die Wagen dann die Kilometer dafür herunter-das kann man staffeln je nach Einsatz der Wagen.

T6JP
Zitat
T6Jagdpilot
ICE-Apothekenpreise der DB zahlen zu müssen bei einer Spontanfahrt.

Mobilität kostet halt Geld und hat ihren Preis
Zitat
PassusDuriusculus
Zitat
T6Jagdpilot
ICE-Apothekenpreise der DB zahlen zu müssen bei einer Spontanfahrt.

Mobilität kostet halt Geld und hat ihren Preis

Das stand ja auch nicht in Abrede. Was T6Jp kritisiert ist die Höhe des Preises einer Fahrt im ICE, der gegenüber einem IC auf der Relation fast kein Mehrwert entgegensteht.

Zitat
T6Jagdpilot
Und wegen dem mehr benötigten Wagenpark für die Sommerzeit- den kann man sich halten-
ausserhalb der Hauptreisezeit kann man dann prima Fristuntersuchungen etc durchführen,
in der Reisezeit kurbeln die Wagen dann die Kilometer dafür herunter-das kann man staffeln je nach Einsatz der Wagen.

Soweit die Theorie. Leider klappt das in der Praxis in den Werken der schweren Instandhaltung (ex Raw) nicht. Ich hatte vor Jahren die Verantwortung für die Winterdiensttechnik und hatte zu sorgen, daß diese vor dem Winter fertig wird. Das war jedes Jahr ein Kampf.

Daher sehe ich ein Konzept, die Wagen im Sommer fahren, außerhalb die Frsitarbeiten zu machen, zum Scheitern verurteilt.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.07.2019 11:40 von Bd2001.
Man könnte mit einer Gleichstellung von Bahn und Auto anfangen und die Trassengebühren abschaffen, unter der Bedingung, dass diese Kostensenkung zu 100% an die Kunden weitergegeben wird.
Zitat
Balu der Bär
Zitat
Marienfelde
"Zudem werde die Kapazität auf der Linie RE5 nach Rostock bereits erhöht. Von April bis Oktober fahren die Züge statt mit vier mit fünf Doppelstockwagen."

Bei den neuen Triebzügen mit sehr viel Platz für Fahrräder (und Rollstühle) im Unterdeck gehen sehr viele Sitzplätze verloren. Damit man wenigstens eine kleine "Spitze" (etwas mehr Sitzplätze als mit lokbespannten vierteiligen Doppelstockzügen mit z.B. 432 Sitzplätzen) hinbekommt, ist der fünfte Wagen zwingend.

Am Freitag, dem 26.07.19 bestand "mein" RE 5 nach Rostock (8.33 ab Südkreuz) aus vier Wagen mit nur 344 Sitzplätzen in der 2. Klasse (und 25 "erstklassigen" Sitzpl.) - das ist einfach zu wenig für so einen Zuglauf, der nach meiner Einschätzung bis Oranienburg dann auch mit 100% (bezogen auf die Sitzplätze) besetzt war (danach geringfügig weniger).

"Dank" des vom Konzern "zeitweilig" weitgehend eingestellten Fernverkehrs zwischen Berlin und Rostock gibt es in solchen Zugläufen natürlich auch "Fernverkehrte" mit großen Rucksäcken usw., die auch ihren Platz fordern. Unter solchen Randbedingungen sind Besetzungen von 100% eine Zumutung für alle Bahnreisenden - "Urlaub von Anfang an" (früherer Werbeslogan der Eisenbahn) sieht anders aus!

Die Rückfahrt verlief dann dank des vorhandenen fünften Wagens (ein reiner Sitzwagen, mit 135 Sitzplätzen ein echter "Kracher") und 479 und 25 Sitzplätzen (2. und 1. Klasse) dann deutlich entspannter, wobei auch dieser Zug bereits ab Rostock sehr gut besetzt, aber eben nicht übervoll war.

Immerhin: Ab Weihnachten zeichnet sich durch die Wiederaufnahme des Fernverkehrs zwischen Berlin und Rostock ja eine grundsätzliche Verbesserung ab.

Anders sieht es auf dem RE 3 auf dem Ast nach Züssow/Stralsund aus. Warum es dem Land Mecklenburg-Vorpommern nicht möglich sein soll, als "Sofortmaßnahme" wenigstens einen (!) der am Wochenende nach Prenzlau geführten Zugläufe bis Stralsund zu verlängern, ist mir ein Rätsel - ein Armutszeugnis, in der in diesem Land betriebenen Verkehrspolitik scheinen mir Änderungen überfällig zu sein,

meint Marienfelde.

(...)
Der Nahverkehr wird von den Ländern massiv finanziell unterstützt. Daher wird man immer geneigt sein, die Kapazität nicht zu stark am Ferien-Super-Peaks zu orientieren, wo jeder reisen will. 100% Auslastung sind doch gut, so wird eine vorhandene Ressource unter ökonomischen Gesichtspunkten voll ausgenutzt. Das freut am Ende alle, und auch dem Klima ist gedient, weil nix verschwendet wird. Und die Länder werden eben nicht massiv mehr Kapazitäten bestellen, die dann außerhalb der Ferien nicht genutzt werden, weil sie bezahlen müssten. Was soll man mit den ganzen leeren Zügen an einem DI-MI-DO im Februar oder November machen? Sie fahren zu lassen ist wirtschaftlich unsinnig und Klima-politisch ebenfalls bedenklich.

Zweiter Teil der Wahrheit ist jener:
Viele Reisende sind extrem preis-fokussiert.
Die Preise, die die Bahn bräuchte, um Fernverkehr wirtschaftlich darstellen zu können, kann sie offensichtlich aktuell nicht erlösen. Daher gibt es aktuell kein Angebot. Die Zukunft wird zeigen, wie viele Leute in Zukunft in die preiswertere Alternative RE abwandern, um ein paar Euro zu sparen. Die Diskussion zu den niedrigst möglichen Preisen läuft gerade in einem anderen Thread. Da liest sich so ein wenig die implizite Erwartungshaltung raus, dass es a) schnell und qualitativ hochwertig - am besten ICE - sein möge und b) möglichst billig. Das ist unrealistisch, denn es würde nur heißen, dass jemand anderes die ICE Fahrt massiv subventionieren möge. Oder anders herum gefragt, was wäre denn ein witschaftlich sinnvoller und fair-empfundener Preis für eine Fahrt von Berlin an die Ostsee?
(...)
[/quote]

1. Nein, der SPNV wird von den Ländern mit Bundesmitteln bestellt - und alle Bundesländer nutzen die ja eigentlich für den SPNV gezahlten Bundesmittel anteilig zur Finanzierung anderer (Landes-) Aufgaben im übrigen ÖPNV. Meines Wissens gibt es kein einziges Bundesland, das mit eigenen Mitteln zusätzliche SPNV-Leistungen bestellt.

Durch den Regionalisierungsmittelkompromiß bekommen die nach Artikel 23 GG (alter Fassung) beigetretenen sechs Länder meines Erachtens allesamt mehr Geld als gefordert (wer es besser weiß, mag mich korrigieren) - etwas finanzieller Spielraum ist also vorhanden.

Mecklenburg-Vorpommern "bunkert" darüber hinaus größere Beträge der Regionalisierungsmittel, evtl. hätte unser "Globaler Fisch" hierzu Zahlen parat.

2. Wenn Reisende z.B. in der Uckermark über viele Jahre gelegentlich nicht befördert werden können, dann ist dieser Zustand nicht hinnehmbar. Er ist auch kontraproduktiv, wenn durch solche Zustände mehr Menschen ihre Ausflüge (wieder) mit dem Auto machen, statt mit der umweltfreundlicheren Bahn.

3. Das Ostsee-Ticket scheint mir ein guter Kompromiß zwischen Preissensibilität und "eigenwirtschaftlichem" Fernverkehr (ohnehin Blödsinn, weil ohne jährliche staatliche Zuschüsse in Vielmilliardenhöhe auch mit dem angeblich "eigenwirtschaftlichen" Fernverkehr im jetzigem Umfang recht bald Schluß wäre) zu sein. Solche Angebote sollte man aber mehr pflegen (sh. auch den dortigen Thread).
Zitat
Balu der Bär

Der Nahverkehr wird von den Ländern massiv finanziell unterstützt. Daher wird man immer geneigt sein, die Kapazität nicht zu stark am Ferien-Super-Peaks zu orientieren, wo jeder reisen will. 100% Auslastung sind doch gut, so wird eine vorhandene Ressource unter ökonomischen Gesichtspunkten voll ausgenutzt. Das freut am Ende alle, und auch dem Klima ist gedient, weil nix verschwendet wird.

Nö, ich fahr jedenfalls nicht mehr mit der Bahn an die Ostsee. Nur Auto oder Flixbus, da ist mit den 100% Auslastung dem Klima also schon mal nicht gedient.

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Nicht-dynamische Signatur
Zitat
T6Jagdpilot
...ohne die ICE-Apothekenpreise der DB zahlen zu müssen bei einer Spontanfahrt.

Zitat
Bd2001
Das stand ja auch nicht in Abrede. Was T6Jp kritisiert ist die Höhe des Preises einer Fahrt im ICE, der gegenüber einem IC auf der Relation fast kein Mehrwert entgegensteht.

Der Preisunterschied ist doch gar nicht allzu groß und liegt zum Teil auch in den unterschiedlichen Verkehrstagen begründet. Eine IC-Fahrt zum Flexpreis kostet z.B. heute Abend 55 Euro, am Samstagfrüh 58 Euro und die ICE-Fahrten am Freitagabend und Samstag kosten 62 Euro. Trotzdem sind die Auslastungsangaben bei den ICEs höher, was auch dazu führt, dass es in diesen Zügen kaum mehr günstige Sparpreise gibt.
Zitat
VvJ-Ente
Man könnte mit einer Gleichstellung von Bahn und Auto anfangen und die Trassengebühren abschaffen, unter der Bedingung, dass diese Kostensenkung zu 100% an die Kunden weitergegeben wird.

An wen wird die Nichtdeckung der Instandhaltungskosten des Netzes dann zu 100% weitergegeben?

*******
Aufgrund von Verzögerungen im Schreibablauf kommt es bei einige Beiträgen zu Verspätungen und Ausfällen.
An alle, wie im Straßenwesen. Und nicht nur an die Kunden.

Es MUSS ein Hobby sein - leisten kann ich mir das nicht... :)
Zitat
Logital
Zitat
VvJ-Ente
Man könnte mit einer Gleichstellung von Bahn und Auto anfangen und die Trassengebühren abschaffen, unter der Bedingung, dass diese Kostensenkung zu 100% an die Kunden weitergegeben wird.

An wen wird die Nichtdeckung der Instandhaltungskosten des Netzes dann zu 100% weitergegeben?

Kosten, die nicht an den Kunden weitergegeben werden können muß der Eigentümer tragen.
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