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Auf ins Pankower Mexiko-Viertel - SPD will U2, U3 und U8 verlängern
geschrieben von B-V 3313 
Zitat
Marienfelde
Du liegst sowas von falsch - falscher geht es gar nicht. Gemessen in Pkm ist das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel im Berliner Raum und wohl auch in Berlin selbst die S-Bahn (ohne jetzt extra die ja bekannten Zahlen zu verlinken).

Ganz so falsch kann er nicht liegen nach den auf S-Bahn und BVG veröffentlichten Zahlen für 2018:

S-Bahn Berlin: Streckenlänge 331,5km - 478,1 Mio Personen
U-Bahn Berlin: Streckenlänge 146 km - 563 Mio Personen
Tram Berlin: Streckenlänge 193,6km - 197 Mio Personen

BVG Zahlen und Fakten 2018

S-Bahn Zahlen und Fakten 2018

Zitat
Marienfelde
Vor allem aber gehst Du Leuten auf den Leim, deren Interesse an einem besseren ÖV - vorsichtig formuliert - eher begrenzt ist.

Das macht sich an der Tram-Affinität fest oder woran?

Zitat
Marienfelde
Kompromisse setzen immer die Bereitschaft der handelnden Personen voraus, die Sichtweise der jeweils anderen Seite jedenfalls zu verstehen und zu versuchen, diese im Rahmen der Möglichkeiten zu berücksichtigen.

Da hab ich jetzt gerade ein Problem mit, denn du zerreisst den zitierten Schreiber obwohl er, wie oben belegt, mit aktuellen Zahlen arbeitet, nur weil er deine Liebe zur Straßenbahn nicht teilt.

Zitat
Marienfelde
Mit Personen, die womöglich da weitermachen wollen, wo der Westberliner Senat und die damalige Spitze der BVG-West im Jahr 1967 aufhören mußten, kann es keine Kompromißbildung geben, weil diesen Personen die innere Bereitschaft dazu fehlt,
meint Marienfelde.

Mit Personen die nur Straßenbahn wollen weil sie Straßenbahn wollen und weil es billig zu haben ist, ist weder Verkehrsplanung noch Kompromißbildung möglich.
Wenn dann noch Leute dazu kommen, die einem die Straßenbahn als Vorteil verkaufen wollen weil das eigene berufliche Wohl im Vordergrund steht, ist der Ofen komplett aus.

Gruß aus dem Speckgürtel :-)

Regio + S-Bahn + U-Bahn + Tram + Bus = nur gemeinsam stark



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 03.08.2019 11:42 von Havelländer.
Zitat
Marienfelde
Mit Personen, die womöglich da weitermachen wollen, wo der Westberliner Senat und die damalige Spitze der BVG-West im Jahr 1967 aufhören mußten, kann es keine Kompromißbildung geben, weil diesen Personen die innere Bereitschaft dazu fehlt,

meint Marienfelde.

Was steckt hinter diesen geheimnisvollen Worten?


heute mal keine sig
Zitat
Havelländer
Ganz so falsch kann er nicht liegen nach den auf S-Bahn und BVG veröffentlichten Zahlen für 2018:

S-Bahn Berlin: Streckenlänge 331,5km - 478,1 Mio Personen
U-Bahn Berlin: Streckenlänge 146 km - 563 Mio Personen
Tram Berlin: Streckenlänge 193,6km - 197 Mio Personen

Zahlen, die 2018 veröffentlicht wurden, beschreiben natürlich das Jahr 2017. Der Stand 31.12.2017 ist dort auch vermerkt.

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
Havelländer
Zitat
Marienfelde
Du liegst sowas von falsch - falscher geht es gar nicht. Gemessen in Pkm ist das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel im Berliner Raum und wohl auch in Berlin selbst die S-Bahn (ohne jetzt extra die ja bekannten Zahlen zu verlinken).

Ganz so falsch kann er nicht liegen nach den auf S-Bahn und BVG veröffentlichten Zahlen für 2018:

S-Bahn Berlin: Streckenlänge 331,5km - 478,1 Mio Personen
U-Bahn Berlin: Streckenlänge 146 km - 563 Mio Personen
Tram Berlin: Streckenlänge 193,6km - 197 Mio Personen

BVG Zahlen und Fakten 2018

S-Bahn Zahlen und Fakten 2018

Mit Personen die nur Straßenbahn wollen weil sie Straßenbahn wollen und weil es billig zu haben ist, ist weder Verkehrsplanung noch Kompromißbildung möglich.
Wenn dann noch Leute dazu kommen, die einem die Straßenbahn als Vorteil verkaufen wollen weil das eigene berufliche Wohl im Vordergrund steht, ist der Ofen komplett aus.

Bitte nicht Äpfel mit Birnen mit Steinpilzen mit Graupapageien vergleichen :-) ... ! Die von Dir zitierten Zahlen bei der U-Bahn beruhen darauf, dass das System in erster Linie Verkehrsachsen mit hoher Nachfrage bedient - das ist auch der Sinn und Zweck von U-Bahnstrecken. S- und Straßenbahn sind aber stärker dafür bestimmt, auch Außenbezirke anzubinden. Dort ist die Nachfrage in der Tendenz schwächer. Bus und Straßenbahn haben außerdem Flächenbedienungen zu leisten. Nicht zuletzt beruht die hohe Nachfrage im U-Bahnbereich ja teilweise gerade auf den Zubringerdiensten, die ihrerseits auch in die Fläche gehen und geringere Nachfragen bedienen müssen.

Bei den unlängst diskutierten Verlängerungen von U-Bahnstrecken handelt es sich jedenfalls in zwei Fällen (U3, U8) um Abschnitte mit einer eher geringen zu erwartetenden Nachfrage.

Die Frage der Finanzierbarkeit von Verkehrsinfrastruktur stellt sich sehr wohl. Mehrere Großstädte Deutschlands verfolgen derzeit exorbitant teure und teils fragwürdige Tunnelbahn-Projekte (Hamburg, München, Stuttgart), die irgendwer irgendwann finanzieren soll. Hinzu kommen die zahllosen, teils durchaus berechtigten Wünsche der vielen Kommunen für Ausbauten ihrer Verkehrswege. Der Bund wird dabei gerne als Bezahl-Instanz mit einer großen Schatztruhe betrachtet, die sich auf wundersame Weise immer wieder selbst auffüllt - und das bitte mit Steuersenkungen, wie sich versteht. Ebenso sehr werden die Verkehrswende bzw. die Anpassungen der Städte an den Klimawandel Geldbeträge beanspruchen, deren Höhe wir uns heute noch überhaupt nicht vorstellen können. Wie lassen sich vor diesem Hintergrund U-Bahnprojekte rechtfertigen, die einen zweit- bis drittklassigen Verkehrswert haben?

Und, ja, in einigen Fällen ist die Straßenbahn nicht nur die billigere, sondern auch die bessere Wahl. Das gilt für mich insbesondere für das Märkische Viertel, wo die Straßenbahn eben eine vielseitige Erschließung bieten kann, während die U-Bahn an wesentlichen Potentialen "vorbeirauschen" würde - egal, wie man die Trasse legt. Die Kombination U-Bahn + Bus + Straßenbahn mag dabei dennoch etwas für sich haben - nur müsste das eben auch jemand finanzieren.

Nicht zuletzt: Das eigene berufliche Wohl im Blick zu haben, ist erst einmal ein normales menschliches Verhalten. Oder was meinst Du, weshalb die im Tunnelbau tätigen Ingenieure nach weiteren U-Bahnstrecken rufen? Ich kann mich noch sehr gut an die West-Berliner Zeiten erinnern, wo die Auslastung der Tiefbau-Industrie sogar ein offizielles Kriterium für den U-Bahnbau war. Ich bin froh, dass diese Zeiten vorbei sind. Oder sind sie vielleicht doch nicht vorbei ?!
Die Spandauer könnten ja mal ihre eigene U-Bahn planen. U75 Falkenhagener Feld (vielleicht sogar Falkensee) - Heerstraße Süd im Großprofil.
Zitat
VvJ-Ente
Die Spandauer könnten ja mal ihre eigene U-Bahn planen. U75 Falkenhagener Feld (vielleicht sogar Falkensee) - Heerstraße Süd im Großprofil.

Und was soll dann nach Eiskeller fahren :-) ?
Zitat
Havelländer
Zitat
Marienfelde
Du liegst sowas von falsch - falscher geht es gar nicht. Gemessen in Pkm ist das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel im Berliner Raum und wohl auch in Berlin selbst die S-Bahn (ohne jetzt extra die ja bekannten Zahlen zu verlinken).

Ganz so falsch kann er nicht liegen nach den auf S-Bahn und BVG veröffentlichten Zahlen für 2018:

S-Bahn Berlin: Streckenlänge 331,5km - 478,1 Mio Personen
U-Bahn Berlin: Streckenlänge 146 km - 563 Mio Personen
Tram Berlin: Streckenlänge 193,6km - 197 Mio Personen
BVG Zahlen und Fakten 2018

S-Bahn Zahlen und Fakten 2018

Ich versuche mal, den "Zahlensalat" für 2018 (wegen der von der S-Bahn in diesem Jahr ermittelten größeren Anpassungen: Großer Anstieg der Fahrgastzahlen bei deutlicher Reduzierung der angegebenen Reiseweiten) aufzubereiten:

1. S-Bahn: 478,1 Mio. Fahrgäste, Reiseweite 9,6 km -> 4.590 Mio, Pkm
2. U-Bahn: 583 Mio. Fahrgäste, Reiseweite 4,55 km -> 2.653 Mio. Pkm
3. Autobus und Schiff: 455+1 Mio. Fahrgäste, Reiseweite 3,34 km -> 1.523 Mio. Pkm
4. Straßenbahn: 204 Mio. Fahrgäste, Reiseweite 3,08 km -> 628 Mio. Pkm

Durch die höhere Fahrgastzahl der U-Bahn mag der subjektive Eindruck entstehen, diese sei der wichtigste Träger des öffentlichen Verkehrs im Berliner Raum. Dieser Eindruck ist aber objektiv falsch, wie sich aus den obigen Zahlen ergibt. Demnach erreicht die in Personenkilometern ausgedrückte Leistung der Berliner S-Bahn annähernd die Leistung der gesamten BVG (4.804 Mio. Pkm).

Mindert man die Leistung der S-Bahn um den Brandenburger Anteil (Schätzwert 20 - 25 %), ergibt sich für die S-Bahn in Berlin selbst eine Leistung von 3.442 - 3.672 Mio. Pkm - mithin also etwa 30 - 40% mehr als die Leistung der Berliner U-Bahn (die ich damit überhaupt nicht schmälern will).

Ein Vergleich der jeweiligen Fahrgastzahlen von S- und U-Bahn je Streckenkilometer ergäbe demnach für Berlin selbst ähnliche Werte (ohne jetzt noch eine weitere Schätzung vorzunehmen).

Die immer wieder behauptete Vormachtstellung der U-Bahn im Berliner Nahverkehr entspricht damit nicht den Tatsachen.

Hier noch ein "indirekter" Link zum BVG-Zahlenspiegel 2019 (durchaus mißverständlich - es geht ja um die Zahlen für das Jahr 2018): [www.bahninfo-forum.de]



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 03.08.2019 21:22 von Marienfelde.
Da fehlen zudem noch die Zahlen der Regionalzüge, die der S-Bahn vor allem auf den Strecken nach Spandau, Potsdam, Strausberg und Erkner Fahrgäste abziehen. Bernau, Königs Wusterhausen und Ahrensfelde kann ich nicht beurteilen, da bin ich zu selten unterwegs, aber es sollte mich wundern, wenn da keine Fahrgäste zwischen den Endpunkten der S-Bahn und Berlin AB mitfahren sollten.
Danke an Marienfelde für den freundlichen Hinweis auf die Personenkilometer (Pkm) als Maßzahl und andere ernüchternde Statistik.

Grundsätzlich gilt der Grundsatz, daß keine technische Lösung das Allheilmittel für alle und jede Transportaufgabe ist, sondern daß man ein möglichst engmaschiges Gesamtnetz stricken muß, die Fäden aus Eisenbahn, Stadtbahnen (im Straßenraum und unabhängig geführte), Bussen, Seilbahnen, Schiffen und Ruf- und Sammeltaxis jeweils so einsetzen, daß die jeweilige Verbindung das Gesamtnetz optimal verstärkt.

Wer als einziges Werkzeug den Hammer kennt, für den ist jedes Problem ein Nagel. Die Wirklichkeit ist jedoch vielfältiger und bunter.


heute mal keine sig
Zitat
PassusDuriusculus
Provokativ gesagt:
Okay. Das heißt wir können in Berlin S-Bahn, Straßenbahn und Bus abschaffen, weil ja alle am Liebsten nur U-Bahn fahren?

Diese Behauptung ist völlig daneben.
Zitat
VvJ-Ente
Bernau, Königs Wusterhausen und Ahrensfelde kann ich nicht beurteilen,

Über Ahrensfelde kann ich nichts berichten, aber wann immer ich mit dem Regio über Bernau bzw. KW hinaus gefahren bin, konnte ich beobachten, wie jeweils eine gute Portion der Insassen an den fraglichen Bahnhöfen den Zug verlassen hat; vergleichbar etwa mit Erkner.


Es fährt keinmal am Tag ein Bus und das in beide Richtungen.
Zitat
Havelländer
Hallo Marienfelde,

zu deinem Beitrag möchte ich einen Dirk Mattner aus einem anderen Forum zitieren, weil er die Situation treffend beschreibt:

...
Sorry, liebe Trambahn-Grünen, aber eure Bimmel bringt nur einen Bruchteil von dem weg was die U-Bahn transportiert. Und obwohl Berlin (Ost) die größte Trambahnstadt Deutschlands ist, transportiert sie knapp nur ein Drittel von dem, was die U-Bahn (vornehmlich im Zentrum und Westteil) mit 9 1/2 Linien schafft.
...

Zitat
B-V 3313
Fakten sind anscheinend nicht seine Stärke.

Harte Fakten (Zahlen von 2018):
583 Mio. Fahrgäste bei der U-Bahn
204 Mio. Fahrgäste bei der Straßenbahn

Man muss kein Mathegenie sein um zu erkennen, dass es mehr als nur "knapp ein Drittel" der Fahrgäste sind.

Oje.

Zitat
Marienfelde
...

Ich versuche mal, den "Zahlensalat" für 2018 ... aufzubereiten:

1. S-Bahn: 478,1 Mio. Fahrgäste, Reiseweite 9,6 km -> 4.590 Mio, Pkm
2. U-Bahn: 583 Mio. Fahrgäste, Reiseweite 4,55 km -> 2.653 Mio. Pkm
3. Autobus und Schiff: 455+1 Mio. Fahrgäste, Reiseweite 3,34 km -> 1.523 Mio. Pkm
4. Straßenbahn: 204 Mio. Fahrgäste, Reiseweite 3,08 km -> 628 Mio. Pkm

Das heißt also, dass die Straßenbahn nach Personenkilometern gemessen, kein Drittel wie oben behauptet, sondern nicht mal ein Viertel der
Beförderungsleistung der U-Bahn erbringt. Mit etwa derselben Zahl an Fahrern wohlgemerkt ...

so long

Mario
Zitat
der weiße bim
Das heißt also, dass die Straßenbahn nach Personenkilometern gemessen, kein Drittel wie oben behauptet, sondern nicht mal ein Viertel der
Beförderungsleistung der U-Bahn erbringt. Mit etwa derselben Zahl an Fahrern wohlgemerkt ...

Trotzdem ist die Tram die richtige Lösung an den dafür passenden Stellen. Vor allem dann, wenn die geforderte Transportleistung auf der Strecke nicht das Ausmaß erreicht, für das man eine Stadtbahn auf unabhängigem Bahnkörper bräuchte.

Es gibt nicht die eierlegende Wollmilchsau, und wenn auch jeder Topf seinen Deckel findet, so braucht es eben auch verschieden große Deckel für verschieden große Töpfe.

Gute Nacht allerseits!


heute mal keine sig
Zitat
L.Willms
(...)
Grundsätzlich gilt der Grundsatz, daß keine technische Lösung das Allheilmittel für alle und jede Transportaufgabe ist, sondern daß man ein möglichst engmaschiges Gesamtnetz stricken muß, die Fäden aus Eisenbahn, Stadtbahnen (im Straßenraum und unabhängig geführte), Bussen, Seilbahnen, Schiffen und Ruf- und Sammeltaxis jeweils so einsetzen, daß die jeweilige Verbindung das Gesamtnetz optimal verstärkt.
(...)

Ich denke, diese Aussage ist "grundkonsensfähig". Auf sehr vielen Balkonen (Loggien) in Marienfelde-Süd war und ist unser Nachbarland Brandenburg (früher also der Bezirk Potsdam) immer präsent. Die meisten Menschen in Deutschland wohnen ja nicht in größeren Städten, sondern in Gemeinden mit Einwohnerzahlen von 50.000 und darunter.

Auch "Flächenbahnkonzepte" (z.B. Constantin Pitzen) sollten durch viele (Klein-) Busse, AST-Verkehre und evtl. Vernetzungen von MIV und ÖV ("Mobilfalt" in Hessen) ergänzt werden, um den ÖV nach dem Vorbild der Schweiz zu einer wirklichen, flächendeckenden Alternative zum MIV zu entwickeln.

Man kommt dann rasch in (finanzielle) Größenordnungen, die den jährlichen "dynamisierten" 8,2 Mrd. € des Regionalisierungsgesetzes entsprechen. Diesem Aufwand stünden aber auch große Einsparpotentiale beim MIV gegenüber - nach meiner Überzeugung kann sich eine "Verkehrswende" durchaus "rechnen" (für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen sowieso).

Einen schönen Sonntag wünscht Euch
Marienfelde
Zitat
der weiße bim
Zitat
Marienfelde
...

Ich versuche mal, den "Zahlensalat" für 2018 ... aufzubereiten:

1. S-Bahn: 478,1 Mio. Fahrgäste, Reiseweite 9,6 km -> 4.590 Mio, Pkm
2. U-Bahn: 583 Mio. Fahrgäste, Reiseweite 4,55 km -> 2.653 Mio. Pkm
3. Autobus und Schiff: 455+1 Mio. Fahrgäste, Reiseweite 3,34 km -> 1.523 Mio. Pkm
4. Straßenbahn: 204 Mio. Fahrgäste, Reiseweite 3,08 km -> 628 Mio. Pkm

Das heißt also, dass die Straßenbahn nach Personenkilometern gemessen, kein Drittel wie oben behauptet, sondern nicht mal ein Viertel der Beförderungsleistung der U-Bahn erbringt. Mit etwa derselben Zahl an Fahrern wohlgemerkt ...

Vorab: Die "Regionalbahnzahlen" habe ich mehr oder weniger bewußt weggelassen. Der "qualitative Sprung" hinsichtlich der Flächenerschließung liegt ja ohnehin eher zwischen S- und U-Bahn: Will man den PKW-Besitz in einem bestimmten (Stadt-) Gebiet reduzieren, so ist dafür der Bau von Stadt-/ Straßenbahnen und/oder U-Bahnen das geeignete Mittel, der Bau einer S-Bahn (wegen der deutlich größeren Stationsabstände) eher nicht.

Vielleicht noch einmal der Rückblick zu den "Straßenbahnzahlen" des Jahres 1988:
212 Mio. Fahrgäste, Reiseweite 4,67 km -> 989 Mio. Pkm. Hier ist die Reiseweite aus den beiden anderen (dem Statistischen Jahrbuch der DDR entnommenen) Zahlen abgeleitet.
Die Streckenlänge war nach Sascha Teichmann mit etwa 183 Kilometern etwas geringer als heute.

Nach diesen Zahlen stecken im Berliner Straßenbahnnetz nach wie vor erhebliche Leistungsreserven. Allein bei der "61" ließe sich die Kapazität durch "Traktionierung" und Verdichtung auf einen 5-Minutentakt relativ problemlos verachtfachen, sodaß der Bau der U-Bahn nach Rahnsdorf nach meiner festen Überzeugung b.a.w. noch zurückgestellt werden kann ...

Noch etwas "Straßenbahnstatistik" aus BVB-Zeiten:

1984: 189 Mio. Fahrgäste, Reiseweite 2,99 km -> 566 Mio. Pkm,
1985: 199 Mio. Fahrgäste, Reiseweite 4,2 km -> 834 Mio. Pkm.

Die Reiseweiten habe ich nach meiner Erinnerung wiederum abgeleitet. Die Ursache des "Statistiksprungs" bei den Personenkilometern (und den daraus abgeleiteten Reiseweiten) weiß ich leider nicht, vielleicht hat unser weißer bim eine Erklärung dafür?



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 05.08.2019 15:42 von Marienfelde.
Zitat
Marienfelde
Die Ursache des "Statistiksprungs" bei den Personenkilometern (und den daraus abgeleiteten Reiseweiten) weiß ich leider nicht, vielleicht hat unser weißer bim eine Erklärung dafür?

Gern.
In jenen Jahren, Mitte der 1980er, wurden die Neubaustrecken in Neu-Hohenschönhausen und Marzahn bis Ahrensfelde und der neue Straßenbahnhof in der damaligen Leninallee vollendet. Es gab nennenswerte Sprünge beim Streckennetz, Wagenpark, Fahrpersonal und dem Fahrgastaufkommen. Direkte Folge des schnellstmöglichen Baus bezahlbarer Wohnungen an der Peripherie, dank Planwirtschaft mit vorheriger Erweiterung der Straßen- und Schienennetze sowie mit einher gehendem Bau von Kitas, Schulen, Polikliniken, Einkaufsstätten.
Da die Wohnungen vorrangig an Arbeiter vergeben wurden, verlängerten sich die täglichen Reiseweiten dieser Fahrgastgruppe besonders stark.

Beim Aufbau weiterer Großwohngebiete bereitete die verkehrstechnische Vorbereitung steigende Schwierigkeiten. So verzichtete man seinerzeit auf die (jetzt wieder in Aussicht genommene) Bebauung zwischen Weißensee und Blankenburg, und rund um Buchholz. Voraussetzung wäre ein hochleistungsfähiges Verkehrsmittel gewesen, die Straßenbahn und auch die S-Bahn waren bereits an der Leistungsgrenze angelangt. Es blieb nur, den Plan der U-Bahnstrecke nach Weißensee von 1968 endlich umzusetzen und die Linie statt nach Malchow (ganz mieser Baugrund) in Richtung Blankenburg und Buchholz weiter zu führen. Das hätte allerdings die verfügbaren Baukapazitäten weit überstiegen und zu lange gedauert. Daher kam der noch weiter vom Zentrum entfernte Stadtbezirk Hellersdorf zur Ausführung, der hauptsächlich mit der Umschwenkung der noch Reserven aufweisenden U-Bahnlinie E ab U-Bhf Tierpark einen Schnellbahnanschluss erhielt. Die U-Bahn-Neubaustrecke nahm innerhalb von fünf Jahren nach Beschluss von 1984 den Vollbetrieb auf. Der Hellersdorfer Straßenbahnanschluss wurde erst nach 1990 wirksam und veränderte die Straßenbahnzahlen nur noch marginal.

so long

Mario
Vielen Dank für die ausführliche Erklärung, Mario. Ein gewisses "Grundmißtrauen" gegen alle diese Zahlen bleibt natürlich (sehr passend in meinem Beruf).

Nach der Wende kam dann der katastrophale Einbruch bei der Straßenbahn: 1988 waren es 212 Mio. Fahrgäste, dann 207, 130 und auf dem Tiefpunkt 1991 nur noch 105 Mio. - und 1992 dann immerhin wieder 157,5 Mio. (Angaben von Pkm aus den 1990er Jahren fehlen mir leider komplett, wer dazu Zahlen hat, möge sie mir mitteilen, die könnte ich dann in meinen "Zahlenreihen" ergänzen).

Noch mal zurück zum eigentlichen Thema: Nach der Wahl vom Herbst 2016 fand sich eine Koalition, es gab ein Koalitionsprogramm mit dem Schwerpunkt Straßenbahn, dann ein Mobilitätsgesetz mit vielen guten Ideen - und irgendwann schien ein Koalitionspartner nur noch das Wort "U-Bahn" zu kennen.

Eine Regierungsfraktion, die zugleich auch die Oppositionsrolle wahrnehmen will - das kann nicht gutgehen.

Es gibt einen wirklich guten Fachausschuss Mobilität, aber der innerparteiliche "Unterbau" für eine bessere, jedenfalls etwas mehr am "Umweltverbund" orientierte Politik fehlt. Jeweils eine Handvoll engagierter guter Genossinnen und Genossen (vor allem Genossinnen) in den Kreisen Reinickendorf und Neukölln, die dort für eine andere verkehrspolitische Akzentuierung sorgen, das würde ich mir wünschen.

Wieder so ein Beitrag, in dem ich mich sehr zurückgenommen habe.

Allseits einen schönen Montag wünscht Euch
Marienfelde
Zitat
Marienfelde
irgendwann schien ein Koalitionspartner nur noch das Wort "U-Bahn" zu kennen.

Er hätte aber auch fordern können, den Lückenschluß Krumme LankeMexicoplatz mit einer Tram zu realisieren. Die Straßenbahnfans wären sicherlich begeistert gewesen. Oder? Man hätte dann den 622er Bus schon am Mexikoplatz enden lassen können. Alles voll wirksame Sparmaßnahmen. :-))


heute mal keine sig
Zitat
L.Willms
Zitat
Marienfelde
irgendwann schien ein Koalitionspartner nur noch das Wort "U-Bahn" zu kennen.

Er hätte aber auch fordern können, den Lückenschluß Krumme LankeMexicoplatz mit einer Tram zu realisieren. Die Straßenbahnfans wären sicherlich begeistert gewesen. Oder? Man hätte dann den 622er Bus schon am Mexikoplatz enden lassen können. Alles voll wirksame Sparmaßnahmen. :-))

Nö - wieso? Die Befürworter neuer Straßenbahnstrecken sind nicht diejenigen, die (auch hier im Forum) "ihr" Verkehrsmittel als Selbstzweck ansehen. Das haben ihnen die U-Bahn-Groupies weit voraus. Da kann man noch so oft begründen, warum für die U3 zum Mexikoplatz eher wenig Nutzen hat, es muss halt gebaut werden, weil U-Bahn!

Der Platz heißt übrigens Mexikoplatz. Ich weiß nicht, wieviel Wissen über die Örtlichkeiten man bei Dir voraussetzen kann, wenn Du ihn auch nach tagelanger Diskussion konsequent falsch schreibst.
Zitat
L.Willms
Er hätte aber auch fordern können, den Lückenschluß Krumme LankeMexicoplatz mit einer Tram zu realisieren.

Wenn das ein Lückenschluß sein soll, dann ist ja da gar keine Lücke denn es verkehren Busse auf dieser Relation.


Es fährt keinmal am Tag ein Bus und das in beide Richtungen.
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