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Uferbahn Grünau - unsanierte Abschnitte
geschrieben von Arnd Hellinger 
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Mario
(...) steht die Bahn und indirekt die Verkehrswende hin zur öffentlichen Sammelbeförderung weiter im Stau.

Die Straßenbahn ist nicht das einzige, das zur Verkehrswende bei trägt/beitragen kann.

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Serviervorschlag
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Alter Köpenicker
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Logital
jedoch geht man andererseits offenbar davon aus dass dort nach Beseitigung der Platten die Leute die Geleise nicht mehr überschreiten.

Ein Trugschluß, wie sich überall in der Stadt eindrucksvoll beobachten läßt, auch wenn der Umweg über den (sicheren) Übergang weit weniger als 1.000 m, wie in Schmöckwitz, beträgt. Ich beobachte beispielsweise täglich, wie sich Fußgänger den Weg über die Rasengleise der Müggelheimer Straße bahnen, wenn sie von der Pohlestraße mal eben rüber zu Aldi wollen. Der Umweg über den Übergang an der Ecke Grüne Trift zwei Querstraßen weiter beträgt hier nur 400 m.

Vielleicht ist die von mir bisher vertretene Grundposition (in etwa: Eine moderne Straßenbahn kann sich harmonisch in den Stadtraum einfügen, ist ein relativ schnell und preiswert zu bauendes Schienenverkehrsmittel mit großer Kapazität, komfortabler als ein Bus usw.) hinsichtlich des ersten Punktes in der Klammer ja falsch.

Eine in Hauptstraßen auf besonderen Bahnkörpern geführte Straßenbahn fügt sich nicht nur nicht harmonisch in den Stadtraum ein, sondern sie wird für Fußgänger und Radfahrer zu einer entweder gefährlichen oder unüberwindlichen Barriere - nämlich dann, wenn man den Ansichten diverser Foristen einmal folgen mag und die besonderen Bahnkörper absperrt. Abschreckende Beispiele dieser Art ließen sich in unserem Land sicherlich finden.

Ich nehme an, die Foristen, die vollkommen egoistisch nur die Tram sehen und die Belange aller anderen Verkehrsteilnehmer überhaupt nicht in Betracht ziehen wollen, haben für die Grundgedanken, die hinter den meisten neuen französischen Straßenbahnen stehen, überhaupt kein Verständnis: In diesem schrecklichen Land soll es Innenstadttramstrecken geben, über die man einfach überall laufen kann - für einige hier wahrscheinlich eine entsetzliche Vorstellung.

Ich selbst gehöre zu den Leuten, die z.B. die langfristige Wiederaufnahme des Straßenbahnbetriebs in der Otto-Suhr-Allee befürworten. Mit den hier vertretenen "Abriegelungsphantasien" wird das aber wohl nichts werden,

Marienfelde.
Arbeitet denn nach Unfällen die französische Presse auch mit den Worten "leise Tram, mordende Tram, Tram fährt Menschen an" etc.? Hat man dort auch diese Vollkaskomentalität?

x--x--x--x

Für mehr gelbe Farbe im Netzplan: U4 verlängern - jetzt!
Vielleicht noch abschließend ein Podcast des Saarländischen Rundfunks mit der Berliner Fahrradaktivistin Kerstin Finkelstein vom 29.03.2020 (etwas tiefer unter dem Titel "Straßenkanpf"): [kerstin-finkelstein.de]

Wenn man sich einmal die Argumentation etwa ab der 11. Minute anhört, erkennt man die in Richtung ÖV (und auch Fußverkehr) bündnisfähige Position dieser "Fahrradfrau".

Teile der "Straßenbahnfraktion" müssen eine Bündnisfähigkeit womöglich erst noch erlangen, wie sich aus der Debatte hier leider ergibt,

Marienfelde.
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Marienfelde
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Alter Köpenicker
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Logital
jedoch geht man andererseits offenbar davon aus dass dort nach Beseitigung der Platten die Leute die Geleise nicht mehr überschreiten.

Ein Trugschluß, wie sich überall in der Stadt eindrucksvoll beobachten läßt, auch wenn der Umweg über den (sicheren) Übergang weit weniger als 1.000 m, wie in Schmöckwitz, beträgt. Ich beobachte beispielsweise täglich, wie sich Fußgänger den Weg über die Rasengleise der Müggelheimer Straße bahnen, wenn sie von der Pohlestraße mal eben rüber zu Aldi wollen. Der Umweg über den Übergang an der Ecke Grüne Trift zwei Querstraßen weiter beträgt hier nur 400 m.

Vielleicht ist die von mir bisher vertretene Grundposition (in etwa: Eine moderne Straßenbahn kann sich harmonisch in den Stadtraum einfügen, ist ein relativ schnell und preiswert zu bauendes Schienenverkehrsmittel mit großer Kapazität, komfortabler als ein Bus usw.) hinsichtlich des ersten Punktes in der Klammer ja falsch.

Eine in Hauptstraßen auf besonderen Bahnkörpern geführte Straßenbahn fügt sich nicht nur nicht harmonisch in den Stadtraum ein, sondern sie wird für Fußgänger und Radfahrer zu einer entweder gefährlichen oder unüberwindlichen Barriere - nämlich dann, wenn man den Ansichten diverser Foristen einmal folgen mag und die besonderen Bahnkörper absperrt. Abschreckende Beispiele dieser Art ließen sich in unserem Land sicherlich finden.

Ich nehme an, die Foristen, die vollkommen egoistisch nur die Tram sehen und die Belange aller anderen Verkehrsteilnehmer überhaupt nicht in Betracht ziehen wollen, haben für die Grundgedanken, die hinter den meisten neuen französischen Straßenbahnen stehen, überhaupt kein Verständnis: In diesem schrecklichen Land soll es Innenstadttramstrecken geben, über die man einfach überall laufen kann - für einige hier wahrscheinlich eine entsetzliche Vorstellung.

Zur Wahrheit gehört dann aber auch, dass es in Strasbourg, Paris, Grenoble etc. ebenfalls Strecken als Rasen- oder Schotteroberbau auf Mittelstreifen von Straßen oder als komplette Eigentrassen gibt, die de jure nur an dafür vorgesehenen Etablissements zu queren gestattet ist. Diese Stellen werden selbstverständlich auch in Frankreich bei sich änderndem Bedarf - der wird dort ebensowenig wie in Treptow-Köpenick und ganz Berlin vom jeweiligen Operateur du Tramway sondern vom Hotel de Ville konstatiert - aufgehoben bzw. deren Bau angeordnet. Insofern zieht der Verweis auf Frankreich hier auch eher wenig.

Nochmal: Es geht hier ausschließlich um die bequeme Erreichbarkeit abgelegener Waldwege und nicht etwa die Boxhagener oder Sonntagstraße mit dichter Bebauung, Kneipen, Läden etc. jeweils zu beiden Seiten. Dass man dort eine Straßenbahn nicht auf abgezäunter Eigentrasse bauen sollte, ist klar - egal ob in Frankreich, Deutschland oder auf Lummerland. Das dann notwendige Shared-Space-Konzept funktioniert aber auch nur, wenn ich gleichzeitig auch MIV und Radverkehr deutliche Geschwindigkeitsrestriktionen auferlege. Wie Letzteres auf dem hier diskussionsgegenständlichen Teil des Adlergestells dauerhaft omzusetzen wäre. sehe ich - ja, ich fahre da sowohl mit dem Auto als auch mit der Tram öfter lang - nicht wirklich.

Es gibt hier wie so oft nicht nur schwarz und weiß...

Viele Grüße
Arnd
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Arnd Hellinger
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Marienfelde
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Alter Köpenicker
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Logital
jedoch geht man andererseits offenbar davon aus dass dort nach Beseitigung der Platten die Leute die Geleise nicht mehr überschreiten.

Ein Trugschluß, wie sich überall in der Stadt eindrucksvoll beobachten läßt, auch wenn der Umweg über den (sicheren) Übergang weit weniger als 1.000 m, wie in Schmöckwitz, beträgt. Ich beobachte beispielsweise täglich, wie sich Fußgänger den Weg über die Rasengleise der Müggelheimer Straße bahnen, wenn sie von der Pohlestraße mal eben rüber zu Aldi wollen. Der Umweg über den Übergang an der Ecke Grüne Trift zwei Querstraßen weiter beträgt hier nur 400 m.

Vielleicht ist die von mir bisher vertretene Grundposition (in etwa: Eine moderne Straßenbahn kann sich harmonisch in den Stadtraum einfügen, ist ein relativ schnell und preiswert zu bauendes Schienenverkehrsmittel mit großer Kapazität, komfortabler als ein Bus usw.) hinsichtlich des ersten Punktes in der Klammer ja falsch.

Eine in Hauptstraßen auf besonderen Bahnkörpern geführte Straßenbahn fügt sich nicht nur nicht harmonisch in den Stadtraum ein, sondern sie wird für Fußgänger und Radfahrer zu einer entweder gefährlichen oder unüberwindlichen Barriere - nämlich dann, wenn man den Ansichten diverser Foristen einmal folgen mag und die besonderen Bahnkörper absperrt. Abschreckende Beispiele dieser Art ließen sich in unserem Land sicherlich finden.

Ich nehme an, die Foristen, die vollkommen egoistisch nur die Tram sehen und die Belange aller anderen Verkehrsteilnehmer überhaupt nicht in Betracht ziehen wollen, haben für die Grundgedanken, die hinter den meisten neuen französischen Straßenbahnen stehen, überhaupt kein Verständnis: In diesem schrecklichen Land soll es Innenstadttramstrecken geben, über die man einfach überall laufen kann - für einige hier wahrscheinlich eine entsetzliche Vorstellung.

Zur Wahrheit gehört dann aber auch, dass es in Strasbourg, Paris, Grenoble etc. ebenfalls Strecken als Rasen- oder Schotteroberbau auf Mittelstreifen von Straßen oder als komplette Eigentrassen gibt, die de jure nur an dafür vorgesehenen Etablissements zu queren gestattet ist. Diese Stellen werden selbstverständlich auch in Frankreich bei sich änderndem Bedarf - der wird dort ebensowenig wie in Treptow-Köpenick und ganz Berlin vom jeweiligen Operateur du Tramway sondern vom Hotel de Ville konstatiert - aufgehoben bzw. deren Bau angeordnet. Insofern zieht der Verweis auf Frankreich hier auch eher wenig.

Nochmal: Es geht hier ausschließlich um die bequeme Erreichbarkeit abgelegener Waldwege und nicht etwa die Boxhagener oder Sonntagstraße mit dichter Bebauung, Kneipen, Läden etc. jeweils zu beiden Seiten. Dass man dort eine Straßenbahn nicht auf abgezäunter Eigentrasse bauen sollte, ist klar - egal ob in Frankreich, Deutschland oder auf Lummerland. Das dann notwendige Shared-Space-Konzept funktioniert aber auch nur, wenn ich gleichzeitig auch MIV und Radverkehr deutliche Geschwindigkeitsrestriktionen auferlege. Wie Letzteres auf dem hier diskussionsgegenständlichen Teil des Adlergestells dauerhaft omzusetzen wäre. sehe ich - ja, ich fahre da sowohl mit dem Auto als auch mit der Tram öfter lang - nicht wirklich.

Es gibt hier wie so oft nicht nur schwarz und weiß...

Dank der Bemühungen der Länder ist der besondere Bahnkörper ja neuerdings nicht mehr Voraussetzung für die Förderfähigkeit des Baus einer Straßenbahnstrecke.

Damit würde z.B. die Rückkehr der Straßenbahn auf den Prinzipalmarkt in Münster (die größte deutsche Stadt ohne kommunalen Schienenverkehr) jedenfalls nicht mehr an der Nichtförderfähigkeit scheitern.

Den hier geäußerten Gedanken folgend, wäre aus Fußgängerperspektive also beim Wiederaufbau von Innenstadtstrecken nicht ein baulich abgetrennter besonderer Bahnkörper mit Rasengleis, sondern ein lediglich abmarkierter straßenbündiger Bahnkörper die bessere Lösung - was selbstverständlich mit der Frage der Umweltgerechtigkeit ("Kleinklima") abzuwägen wäre.


Nachtrag: In einer Demokratie gibt es immer auch einen Minderheitenschutz: Es gibt in unserem Land sicherlich Bahnübergänge, die von genau einem Bauern für die Bewirtschaftung seiner Flächen benötigt werden.

Minderheitenschutz ist für viele Foristen in Schmöckwitz offensichtlich kein Thema. Ich denke, auf längere Sicht wäre eine Fußgängerlobby, die sich massiv zu Wort meldet (so wie die Fahrradaktivisten) für die Entwicklung einer Verkehrswende, die diesen Namen verdient, äußerst hilfreich. Was hier zu einem Teil abgezogen wird, ist alles mögliche - aber keine Verkehrswende.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.12.2020 09:46 von Marienfelde.
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Arnd
Es gibt hier wie so oft nicht nur schwarz und weiß...

Im Falle Schmöckwitz aber jetzt schon. Vorher hatten wir hier grau - eingeschränkt (weil nicht barrierefreie) nutzbare Übergänge. Weiß scheint keiner zu wollen (vollständige Aufwertung aller Querungen), mit einem helleren oder dunkleren grau (Aufwertung einer oder zweier Querungen oder Beibehalt wenigstens einer oder zweier Querungen als Bestand) gab sich die BVG auch nicht zufrieden, also wurde es schwarz (ersatzlose Aufgabe aller Querungen).

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Serviervorschlag
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Marienfelde


Nachtrag: In einer Demokratie gibt es immer auch einen Minderheitenschutz: Es gibt in unserem Land sicherlich Bahnübergänge, die von genau einem Bauern für die Bewirtschaftung seiner Flächen benötigt werden.

Minderheitenschutz ist für viele Foristen in Schmöckwitz offensichtlich kein Thema. Ich denke, auf längere Sicht wäre eine Fußgängerlobby, die sich massiv zu Wort meldet (so wie die Fahrradaktivisten) für die Entwicklung einer Verkehrswende, die diesen Namen verdient, äußerst hilfreich. Was hier zu einem Teil abgezogen wird, ist alles mögliche - aber keine Verkehrswende.

Nur ist der Unterschied zum Bauern folgender: der kommt da mehrmals täglich mit seinen Maschinen durch-das ist der Unterschied zum kaum freuquentierten Waldweg.

Und nochmal zur Erinnerung: Drei der beseitigten Überfahrten führten in des nicht mehr existente Reifenwerk-
nur zwei Überfahrten die aus dem Wald heraus kaum frequentiert werden in der Nähe der Einmündung Vetschauer,..lasst die Kirche im Dorf!!

T6JP

PS : Wer in einen zweiten Leben mal viel Geld verdienen will, wird Zaunfabrikant in PL und schließt Verträge mit der Straßenbahn-
da werden hunterte Meter an Straßenbahntrassen mit Zäunen gegen das überqueren so zwischendurch abgesperrt....
Die Kirche war jederzeit im Dorf, niemand hat gefordert, dass die BVG sich ein Bein hätte ausreißen müssen.

Die polnischen Straßenbahnen kenne ich. Was da teilweise abgeht, wäre das letzte, das ich für uns fordern würde.

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Serviervorschlag
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Marienfelde
In einer Demokratie gibt es immer auch einen Minderheitenschutz: Es gibt in unserem Land sicherlich Bahnübergänge, die von genau einem Bauern für die Bewirtschaftung seiner Flächen benötigt werden.

Die gibt es aber nur dort, wo der Bauer und das liebe Vieh objektiv keine andere Möglichkeit haben, auf die entsprechende Fläche zu gelangen, aber nicht, jedenfalls auf Hauptbahnen nicht mehr, um ihnen 200m Umweg zu ersparen. Da wurde übrigens auch im Rahmen von Flurbereinigung, Elektrifizierung und Streckenausbau für höhere Geschwindigkeiten in den letzten 6 Jahrzehnten viel unternommen, solche Privat-BÜ zu beseitigen.

Zitat
Marienfelde
Minderheitenschutz ist für viele Foristen in Schmöckwitz offensichtlich kein Thema. Ich denke, auf längere Sicht wäre eine Fußgängerlobby, die sich massiv zu Wort meldet (so wie die Fahrradaktivisten) für die Entwicklung einer Verkehrswende, die diesen Namen verdient, äußerst hilfreich. Was hier zu einem Teil abgezogen wird, ist alles mögliche - aber keine Verkehrswende.

Der Bedarf für diese Querungen entfiel, als beschlossen wurde, die Liegenschaft des Reifenwerkes zu renaturieren, statt sie für Gewerbe, Schulen, Wohnungsbau, Kleingärten, Freizeitpark oder sonstwas nachzunutzen. Welche Minderheit soll hier also konkret vor welcher Mehrheit geschützt werden?

Viele Grüße
Arnd
Waldspaziergänger vor der BVG. Die wird zwar keine Mehrheit sein, aber sie sitzt offenbar am längeren Hebel.

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Serviervorschlag
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Philipp Borchert
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Arnd
Es gibt hier wie so oft nicht nur schwarz und weiß...

Im Falle Schmöckwitz aber jetzt schon. Vorher hatten wir hier grau - eingeschränkt (weil nicht barrierefreie) nutzbare Übergänge. Weiß scheint keiner zu wollen (vollständige Aufwertung aller Querungen), mit einem helleren oder dunkleren grau (Aufwertung einer oder zweier Querungen oder Beibehalt wenigstens einer oder zweier Querungen als Bestand) gab sich die BVG auch nicht zufrieden, also wurde es schwarz (ersatzlose Aufgabe aller Querungen).

Nach Lage der Dinge hat sich die BVG aber mit den zuständigen Behörden vorab ins Benehmen gesetzt. Diese hätten bei real existierendem Bedarf selbstredend die Beibehaltung nebst barrierefreiem Ausbau einer oder zweier Querungen anordnen können, haben sie aber nicht...

Wer von uns hier hat die Dinger denn regelmäßig genutzt? :-)

Viele Grüße
Arnd
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Philipp Borchert
Waldspaziergänger vor der BVG. Die wird zwar keine Mehrheit sein, aber sie sitzt offenbar am längeren Hebel.

Als ob das weit und breit die einzigen Waldwege wären...

Viele Grüße
Arnd
Ach, wisst ihr was, lasst doch einfach alles dicht machen was nur selten genutzt wird. Auch wenn die Beseitigung von Möglichkeiten womöglich mehr kostet als die Beibehaltung, egal.

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Serviervorschlag
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Philipp Borchert
Zitat
Arnd
Es gibt hier wie so oft nicht nur schwarz und weiß...

Im Falle Schmöckwitz aber jetzt schon. Vorher hatten wir hier grau - eingeschränkt (weil nicht barrierefreie) nutzbare Übergänge. Weiß scheint keiner zu wollen (vollständige Aufwertung aller Querungen), mit einem helleren oder dunkleren grau (Aufwertung einer oder zweier Querungen oder Beibehalt wenigstens einer oder zweier Querungen als Bestand) gab sich die BVG auch nicht zufrieden, also wurde es schwarz (ersatzlose Aufgabe aller Querungen).

Hallo Philipp,

danke, gut zusammengefasst. Ich denke, alle die hier den Komplettentfall kritisiert hatten, waren eben NICHT in einer Schwarz-Weiß-Bewertung, sondern haben sich für dein TEILWEISEN Erhalt der Querungen ausgesprochen. Ich bin da komplett bei Dir.

@Arnd: Ganz konkret (ich hatte eine dieser Fragen schonmal weiter oben gestellt):
- Wie kommt ein aus der Innenstadt kommender Radfahrer zur Fähre, ohne 400 Meter Umweg durch Vorbeifahren und Kehren?
- Wie machen Schmöckwitzer einen Ausflug ins westliche Waldgebiet, ohne jedemal den exakt gleichen Weg (südlich am Reifenwerk vorbei) zu gehen?
- Und hältst Du es wirklich für einen reinen Zufall, dass sich die Waldwege beidseits der Straße exakt in einer Linie befinden?

Ich kann, ebenso wie Philipp, absolut nicht nachvollziehen, wie man das, was dort passiert, in dieser radikalen Form gutheißen kann.

Viele Grüße
André
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Arnd Hellinger
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Marienfelde
In einer Demokratie gibt es immer auch einen Minderheitenschutz: Es gibt in unserem Land sicherlich Bahnübergänge, die von genau einem Bauern für die Bewirtschaftung seiner Flächen benötigt werden.

Die gibt es aber nur dort, wo der Bauer und das liebe Vieh objektiv keine andere Möglichkeit haben, auf die entsprechende Fläche zu gelangen, aber nicht, jedenfalls auf Hauptbahnen nicht mehr, um ihnen 200m Umweg zu ersparen. Da wurde übrigens auch im Rahmen von Flurbereinigung, Elektrifizierung und Streckenausbau für höhere Geschwindigkeiten in den letzten 6 Jahrzehnten viel unternommen, solche Privat-BÜ zu beseitigen.

Das kann man so pauschal nicht sagen. Schau Dir z.B. mal die VDE-8.2-Neubaustrecke an. Dort sind in erheblichem Umfang Feldweg-Überführungen in dichtem Abstand gebaut worden, die jede für sich keineswegs die einzige Möglichkeit darstellen, zu einer landwirtschaftlichen Fläche zu gelangen. Hier wollte man vermutlich einfach möglichen Klagen aus dem Weg gehen, weil es das bei einem Milliarden-Projekt nicht wert ist, ewig um eine Brücke für 2,5 Mio Euro zu diskutieren.

Zitat
Arnd Hellinger
Zitat
Marienfelde
Minderheitenschutz ist für viele Foristen in Schmöckwitz offensichtlich kein Thema. Ich denke, auf längere Sicht wäre eine Fußgängerlobby, die sich massiv zu Wort meldet (so wie die Fahrradaktivisten) für die Entwicklung einer Verkehrswende, die diesen Namen verdient, äußerst hilfreich. Was hier zu einem Teil abgezogen wird, ist alles mögliche - aber keine Verkehrswende.

Der Bedarf für diese Querungen entfiel, als beschlossen wurde, die Liegenschaft des Reifenwerkes zu renaturieren, statt sie für Gewerbe, Schulen, Wohnungsbau, Kleingärten, Freizeitpark oder sonstwas nachzunutzen.

Drei der fünf Querungen dort haben überhaupt nichts mit dem Reifenwerk zu tun. Ich bin zumindest sehr froh, dass es Wege (und damit auch Überführungen) nicht ausschließlich an den Stellen gibt, wo man von einem Beton-Objekt zu einem anderen Beton-Objekt gelangt. Es soll ja sogar Leute geben, die laufen einfach so aus Spaß in der Natur rum, oder fahren mit dem Fahrrad über den Mauerweg, nur um am Ende wieder dort zu sein, wo sie losgefahren sind ;-)

Viele Grüße
André
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andre_de
- Wie kommt ein aus der Innenstadt kommender Radfahrer zur Fähre, ohne 400 Meter Umweg durch Vorbeifahren und Kehren?

Und ohne dass er in den Augen anderer zum Kampradler jenseits aller Verkehrsvorschriften wird, weil er gegen die vorgesehene Fahrtrichtung unterwegs ist?

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Serviervorschlag
Zitat
Philipp Borchert
Ach, wisst ihr was, lasst doch einfach alles dicht machen was nur selten genutzt wird. Auch wenn die Beseitigung von Möglichkeiten womöglich mehr kostet als die Beibehaltung, egal.

In der Tat, ich verstehe die Schützenhilfe hier auch nicht, die man Bezirk und BVG gewährt. Gemessen an der Nutzung und Frequentation im Verhältnis zur Infrastruktur könnte man auch gleich auf den Gedanken kommen, die Straßenbahn infrage zu stellen. Das hat die BVG ja auch schon mal.

Ich finde es schon alleine insofern kontraproduktiv, als man den Sympathiewert für die Tram durch solche Maßnahmen nicht unbedingt steigert. Wanderer, Radfahrer und manch ein Anwohner dürften sich beim Queren der Strecke ärgern.
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Christian Linow
Zitat
Philipp Borchert
Ach, wisst ihr was, lasst doch einfach alles dicht machen was nur selten genutzt wird. Auch wenn die Beseitigung von Möglichkeiten womöglich mehr kostet als die Beibehaltung, egal.

In der Tat, ich verstehe die Schützenhilfe hier auch nicht, die man Bezirk und BVG gewährt. Gemessen an der Nutzung und Frequentation im Verhältnis zur Infrastruktur könnte man auch gleich auf den Gedanken kommen, die Straßenbahn infrage zu stellen. Das hat die BVG ja auch schon mal.

Ich finde es schon alleine insofern kontraproduktiv, als man den Sympathiewert für die Tram durch solche Maßnahmen nicht unbedingt steigert. Wanderer, Radfahrer und manch ein Anwohner dürften sich beim Queren der Strecke ärgern.

Andererseits existiert eine nicht barrierefreie Querungsmöglichkeit einer Straßenbahnstrecke im 20min-Takt auch ohne Überwege an jeder Stelle. Oder kommt da ein Zaun oder eine Hecke hin?

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
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Philipp Borchert
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andre_de
- Wie kommt ein aus der Innenstadt kommender Radfahrer zur Fähre, ohne 400 Meter Umweg durch Vorbeifahren und Kehren?

Und ohne dass er in den Augen anderer zum Kampradler jenseits aller Verkehrsvorschriften wird, weil er gegen die vorgesehene Fahrtrichtung unterwegs ist?

Linksabbiegen in die Vetschauer, dann rechts in den Krimnitzer Weg, vorbei am Bunkerberg..ganz Stvo konform übrigens...

T6JP
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