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LTE im U-Bahnnetz erweitert
geschrieben von Harald Tschirner 
An sich stimme ich dir komplett zu vasarius.

Dennoch der Versuch einer Antwort:
Also meine Bachelor-Arbeit habe ich größtenteils in Straßenbahn, S-Bahn und Regio geschrieben. In der U-Bahn habe ich das aber noch nicht probiert...

"Sinnieren" würde ich sonst noch als Alternative vorschlagen. Ist jetzt nicht generell besser als Smartphone, wo man ja Zeitung, BahnInfo, Nachrichten oder anderes lesen kann ;-)
aber bestimmt sinnvoller als sinnlos Facebook, Instagram und WhatsApp durchzuscrolen um zu gucken, ob es in den letzten Sekunden Neues gab.

Und sonst halt analoge Sachen lesen.
Zitat
B-V 3313
Zitat
Alter Köpenicker
Das ist doch aber schon ewig so. Als damals die U-Bahn-Tunnel überhaupt für die Mobilfunkbenutzung hergerichtet wurden, hatten doch auch schon Telefónica-Kunden (damals sogar noch Interkom?) die Nase vorn. Gut, E-Plus wurde von dieser Familie erst später aufgenommen.

E-Plus war damals der Vorreiter und man präsentierte ganz stolz die europaweit erste U-Bahnlinie mit Handyempfang (die U4...).

Man musste sich eben entscheiden, ob man ein vernünftiges oberirdisches Netz errichtet, oder eins in der U-Bahn. Für beides gleichzeitig hätte wohl das Geld nicht gereicht ;-)
Die BVG ist doch damals auf E-Plus als neues Betriebsfunksystem umgestiegen. Das war dann halt billiger als sich wieder was individuelles auszudenken. Die Telefonie für den Fahrgast war dann nur ein Abfallprodukt. Mutmaßlich hat E-Plus den Deal einfach günstiger angeboten als die anderen Firmen.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
PassusDuriusculus
An sich stimme ich dir komplett zu vasarius.

Dennoch der Versuch einer Antwort:
Also meine Bachelor-Arbeit habe ich größtenteils in Straßenbahn, S-Bahn und Regio geschrieben. In der U-Bahn habe ich das aber noch nicht probiert...

"Sinnieren" würde ich sonst noch als Alternative vorschlagen. Ist jetzt nicht generell besser als Smartphone, wo man ja Zeitung, BahnInfo, Nachrichten oder anderes lesen kann ;-)
aber bestimmt sinnvoller als sinnlos Facebook, Instagram und WhatsApp durchzuscrolen um zu gucken, ob es in den letzten Sekunden Neues gab.

Und sonst halt analoge Sachen lesen.

Ich glaube nicht, dass es uns zusteht, über die Sinnhaftigkeit der Tätigkeiten anderer Leute am Smartphone urteilen zu dürfen.

Hätte es das Internet schon in den 1920er Jahren gegeben, wäre dort sicher auch über die Sinnhaftigkeit der neumodischen Erfindungen, Telefon, Radio und Tonfilm diskutiert und argumentativ in Grund und Boden verdammt worden. An ihrem Erfolg hätte das sicher auch nichts geändert.

Beste Grüße
Harald Tschirner
Wieso über andere urteilen? Ich spreche da ja aus eigener Erfahrung. Immer wenn mich mal wieder von meinem Marketing-Experten zum facebooken angeregt werde, stelle ich fest, dass ich danach immer den Drang habe zu gucken, was Kollegen oder Freunde neues gepostet haben. Wenn ich dann zum Beispiel in der U-Bahn sitze und im Smartphone-Modus bin, dann wechsele ich immer konstant hin und her: Bahninfo - Facebook - YouTube - WhatsApp. Das ist bei der ersten Runde vielleicht noch unterhaltsam und dann geht es immer wieder von vorn im Kreis. Es kommt aber in den 15 Sekunden, wie ich für den Kreis brauche meist nix neues. Dann scrolle ich unzufrieden diverse Sachen lang. Da kommt aber nichts tiefgründiges. Alle Neuigkeiten hatte ich ja 15 Sek. vorher schon.

Wenn ich sinniere, geht die Zeit schneller vorbei und es kommt manchmal auch was sehr produktives, kreatives und oder tiefgründiges raus.

Nun der Schritt von mir persönlich zu den anderen:
Das selbe Phänomen stelle ich häufig im Freundeskreis fest, aber auch durch meine Wahrnehmung der Fahrgäste, meiner Schüler/Kunden und irgendwo - habe ich hier in der U-Bahn ^^ jetzt nicht parat - gibt es auch die psychologischen Studien über die sich verkürzende Aufmerksamkeitsspanne durch dieses Smartphone-App-durchzirkeln.

In sofern komme ich zu dem Schluss: Sinnieren ist besser für den Geist als die virtuelle Jagd nach neuen Häppchen.


PS: Auf dem Smartphone Zeitung, Bücher lesen, diverse andere Sachen, Das ist natürlich was anderes, falls das missverständlich rüberkam. Zeitung z.B. wird ja seid eh und je in der U-Bahn gelesen
danke für die umfangreiche Antwort. Da wiederum gebe ich dir vollkommen Recht, solche Effekte sehe ich bei mir auch. So aus eigener Entscheidung schalte ich vor allem abends auf dem Heimweg auch mal bewusst das Telefon komplett aus und tue es in den Rucksack, wobei gruseligerweise die aufmerksamkeitsreduzierenden Effekte teils bleiben. Aber gerade auf dem vollen täglichen Pendelweg ist halt eh nix mit mentaler Ruhe und insofern freu ich mich, dass da offensichtlich endlich Bewegung in die Internet-Versorgung kommt.
Wow vielen Dank für den Artikel :)
Vielleicht liegt es daran, dass ich bei der Arbeit, auf den täglichen Wegen mit dem Fahrrad und auf dem Fußballplatz naturgemäß keine Zeit habe, mich mit dem Internet zu beschäftigen, aber ich habe in der Bahn eigentlich immer genug "Alt-Threads", die ich lesen kann. Und auf langen Strecken durch die Republik sorgt mein Freund, die Deutsche Bahn, dafür, dass meine Internetnutzung nicht ausartet. Für Wolfsburg - Bielefeld sollte man immer genug "analogen Content" zum lesen mit sich führen...^^
Zitat
VvJ-Ente
Vielleicht liegt es daran, dass ich bei der Arbeit, auf den täglichen Wegen mit dem Fahrrad und auf dem Fußballplatz naturgemäß keine Zeit habe, mich mit dem Internet zu beschäftigen, aber ich habe in der Bahn eigentlich immer genug "Alt-Threads", die ich lesen kann. Und auf langen Strecken durch die Republik sorgt mein Freund, die Deutsche Bahn, dafür, dass meine Internetnutzung nicht ausartet. Für Wolfsburg - Bielefeld sollte man immer genug "analogen Content" zum lesen mit sich führen...^^

Musste letztens beruflich von Mainz nach Bremen und am nächsten Tag wieder nach Mainz.
Die Hinfahrt mit funktionierendem WLAN und planmäßiger Dauer 4 h: Gefühlt zweimal Youtube durchgeguckt und die Fahrt war immer noch nicht zu Ende.
Auf dem Rückweg im Ersatzzug mit alten Interregio-Wagen und Suizid bei Göttingen + Umleitung über Altenbeken. Fahrtdauer 6 h. Mit Sitznachbarin unterhalten und danach Krimi gelesen, auf einmal war ich in Mainz und gefühlt war diese Fahrt viel schneller rum.
Solange mir die Sicht nach draußen nicht durch kilometerlange Lärmschutzwände verstellt wird,brauch ich kein Flachfon oder Zeitung als Ablenkung.
Auf der letzten Reise nach Graz konnte ich noch die Aussicht ins Elbtal und am Semmering genießen...

T6JP
Ich habes chon öfters gewünscht, in der U-Bahn bzw. im Bahnhof die BVG Fahrinfo aufrufen zu können. Besonders wenn wegen lange, lange, lange Bauarbaiten die Daisy-Anzeigen und Fahrplanaushänge weg sind (Z.B. Bismarkstrasse).

Leider wird es eine gute weile nichts, weil ich Telekom habe und fast nur im westlichen Netz unterwegs bin.
Telekom und Vodafone nutzen lediglich die Anlagen von Telefonica mit, deren Leistungsfähigkeit wurde vermutlich nicht adäquat vervielfacht. Das Telefonicanetz ist bereits überlastet (LTE wird meist nur angezeigt, nicht geliefert) - wenn es jetzt noch die Nutzer der beiden Marktführer mit versorgen muss, wird die Verbindung noch schlechter. Hauptsache, alle pinseln die Jubelmeldungen ab...

Berlins Straßen sind zu eng, um sie nur dem MIV zu opfern!
Eine Frage wurde hier noch nicht gestellt: Warum hat das so lange gedauert und warum ist LTE in anderen deutschen U-Bahnen seit Jahren im Aufbau?

Wenn ich es richtig im Kopf habe, dann verlangt die BVG seit Jahren Mondpreise. Man könnte sagen, dass die BVG auf Kosten der Fahrgäste die Mobilfunker unter Druck setzt um Profit zu schlagen.
Zitat
Wollankstraße
Kann man nicht mal 20 oder 30 Minuten den Blick vom elektronischen Stullenbrett verzichten ?

Jeden Tag pro Strecke 30min sind eine gute Stunde am Tag. So interessant sind die Tunnelwände nun auch nicht, dass ich davon eine Stunde täglich bräuchte. Und das Berliner Fenster hat oft nur RTLII-Niveau und wiederholt sich oft.

Dann doch lieber schon mal auf dem Weg ins Büro ein paar E-Mails abarbeiten. Oder Nachrichten lesen. Oder eine Fremdsprache lernen.

Mir sind auch Fahrgäste lieber, die auf ihr Smartphone schauen statt mir eine Zeitung unter die Nase zu halten.

Ach ja: Es ist auch ganz praktisch, wenn man den CityMapper in der U-Bahn nutzen kann.

Zitat
dubito ergo sum
Telekom und Vodafone nutzen lediglich die Anlagen von Telefonica mit, deren Leistungsfähigkeit wurde vermutlich nicht adäquat vervielfacht. Das Telefonicanetz ist bereits überlastet (LTE wird meist nur angezeigt, nicht geliefert) - wenn es jetzt noch die Nutzer der beiden Marktführer mit versorgen muss, wird die Verbindung noch schlechter. Hauptsache, alle pinseln die Jubelmeldungen ab...

Telefonica stelt lediglich Basisinfrastruktur wie Antennen und sog. BTS-Hotels (BTS=Base Transceiver Station). In den BTS-Hotels ist dann wiederum auch Hardware der Telekom und Vodafone zu finden. Alle Netzbetreiber nutzen in den Tunneln eigene Frequenzen, so dass man sich nicht in die Quere kommt. Daher wurde die Leistungsfähigkeit "adäquat vervielfacht".

Bei meinen letzten Fahrten auf der U2 hatte ich mit der Telekom einen guten Empfang und konnte sogar Videos problemlos streamen. Im gleichen Tunnelabschnitt hatte meine Frau mit O2 dagegen eine eher langsame Verbindung.


Zitat
PassusDuriusculus
PS: Auf dem Smartphone Zeitung, Bücher lesen, diverse andere Sachen, Das ist natürlich was anderes, falls das missverständlich rüberkam. Zeitung z.B. wird ja seid eh und je in der U-Bahn gelesen
Es wird immer eine große Masse an Menschen geben, die Bild lesen, RTLII schauen oder Candy Crush spielen. Das macht diese Leute ja nicht zu schlechten Menschen.

Die gehen aber auch einfach mit dem technologisch Fortschritt. Was früher die Bild war, sind heute Fake-News-Portale im Internet.

Ich würde es begrüßen, wenn wir in Deutschland mehr neuen Technologien aufgeschlossen wären. Sprich: Statt des üblichen Früher-brauchte-man-das-auch-nicht-Gemeckers sollten wir schauen, wie man Technologien sinnvoll einsetzen kann. Darüber kann man dann gerne in der U-Bahn beim Betrachten der Tunnelwände sinnieren...



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.11.2019 21:42 von Beförderungsfall Nr. 8821.
Zitat
peterl
Eine Frage wurde hier noch nicht gestellt: Warum hat das so lange gedauert und warum ist LTE in anderen deutschen U-Bahnen seit Jahren im Aufbau?

Wenn ich es richtig im Kopf habe, dann verlangt die BVG seit Jahren Mondpreise. Man könnte sagen, dass die BVG auf Kosten der Fahrgäste die Mobilfunker unter Druck setzt um Profit zu schlagen.

Frag doch eher..warum das in Deutschland eh so lange dauert.....
in den ältesten Zügen und Straßenbahnen Rumäniens ist sein Jahren WLAN und nicht das langsamste,
selbst auf den Landstraßen der Ukraine samt Tschernobylzone bester Handyempfang.
Freunde von mir touren grad durch französische Bergregionen und haben Empfang..
und dann fahr mal von Großbreitenbach nach Katzhütte und gucke auf die Antennenbalken......

T6JP
Zitat
Beförderungsfall Nr. 8821
Ich würde es begrüßen, wenn wir in Deutschland mehr neuen Technologien aufgeschlossen wären. Sprich: Statt des üblichen Früher-brauchte-man-das-auch-nicht-Gemeckers sollten wir schauen, wie man Technologien sinnvoll einsetzen kann.

Neulich bei Aldi:
Eine ältere Dame hinter mir in der Kassenschlange war baß erstaunt, als ich zum Bezahlen einfach mein Handy an das Lesegerät hielt anstatt Bargeld zu reichen. Laut fragte sie: "Wat macht der denn da?" Die Kassiererin äußerte sich daraufhin abfällig, das seien alles Dinge, die die Welt nicht braucht, alles Angeber usw. Ich meinte, es sei doch praktisch, auf diese Art und Weise binnen Sekundenbruchteilen zu zahlen, da das Telefon immer griffbereit sei und man nicht extra das Portemonnaie herauskramen und darin nach dem passenden Geld herumnesteln muß. Während ich weiter zum Packtisch ging, sinnierten die beiden noch über "neumodischen Kram", während die betagte Dame nach einer Weile endlich ihre Geldbörse fand und sie der Verkäuferin reichte, damit sie sich das Geld heraussuchen kann. Ich drehte mich dann noch mal um und meinte zu dem Geschehen nur: "Wenn das nun jeder so machen würde."


Es fährt keinmal am Tag ein Bus und das in beide Richtungen.
Zitat
T6Jagdpilot
in den ältesten Zügen und Straßenbahnen Rumäniens ist sein Jahren WLAN und nicht das langsamste,

In Rumänien findet man ja selbst im hinterletzten Winkel der Karpaten auch ohne WLAN schnelles Internet vor.
Viel mehr hat mich verblüfft, das man in den alten, oberschlesischen Konstals USB-Anschlüsse zum Aufladen des Handys vorfindet.


Es fährt keinmal am Tag ein Bus und das in beide Richtungen.
Zitat
Alter Köpenicker
Ich drehte mich dann noch mal um und meinte zu dem Geschehen nur: "Wenn das nun jeder so machen würde."

Auch du bist ein wahrer Held des Alltags.

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
B-V 3313
Zitat
Alter Köpenicker
Ich drehte mich dann noch mal um und meinte zu dem Geschehen nur: "Wenn das nun jeder so machen würde."

Auch du bist ein wahrer Held des Alltags.
Danke für die Ritterschläge. Bei mir hatte ich schon gedacht ich wäre ein Arsch. Aber jetzt fühle ich mich geehrt.
Übrigens kann man durchaus unterscheiden zwischen ablehnendem "unsinniger neumodischer Kram" im Sinne von "verstehe ich nicht " (ältere Generationen) und der Verächtung bzgl. der schleichenden Verblödung und Faulheit weil man sich alles von der Technik abnehmen läßt.
Zitat
GraphXBerlin
der Verächtung bzgl. der schleichenden Verblödung und Faulheit weil man sich alles von der Technik abnehmen läßt.

Ich glaube, dieser "schleichenden Verblödung" sind die meisten von uns unterworfen: Während ich früher, als es noch Telefone mit Wählscheibe gab, sämtliche Rufnummern auswendig wußte, kenne ich heute, dank Handy mit eingebautem Telefonbuch und Wählfunktion, so gut wie gar keine Nummern mehr.


Es fährt keinmal am Tag ein Bus und das in beide Richtungen.
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