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Ausbau Dresdener Bahn und S2 zwischen Lichtenrade und Rangsdorf bzw. Zossen
geschrieben von Arnd Hellinger 
Zitat
DerMichael
Zitat
andre_de
...
Ich sag ja, Ignoranz der Planer und fehlendes internes Regelwerk als Hauptprobleme. Ingenieurbauwerke (z.B. Brücken) bei der Bahn werden mit einer Lebensdauer von 100 Jahren projektiert. Ganz so lange laufen Planungsprozesse dann doch nicht.

Ja, wenn man das auflösen möchte, muss man aber die Mentalität und die Vorschriften zum sparsamen Bauen ändern.
...
Dann muss die BWLer Denke aufgelöst werden und die Idee vom wirtschaftlichen Bauen muss völlig anders bewertet werden.

Vorleistungen kosten vielleicht jetzt mehr, sparen aber in der Zukunft. Aber die Zukunft interessiert nicht. Und Resilienz bekommt die Bahn halt nicht bezahlt.

...

Leider wird speziell in BWL-er-Kreisen das Thema Wirtschaftlichkeit unverantwortbar oft nur unmittelbar oder maximal noch mittelfristig gesehen. Langfristige oder gar volkswirtschaftliche Ansätze werden so schlicht außer Acht gelassen. Dabei gehören diese aber bei Investitionsprojekten unbedingt dazu, wenn eine vollumfängliche Betrachtung und Bewertung durchgeführt werden sollen. Erstrecht gilt dies in Bezug auf Variantenentscheidungen für z. B. neue Ingenieurbauwerke, für die bei der Bahn i. d. R. eine Nutzungsdauer von 100 Jahren angesetzt wird.

Dieselbe Herangehensweise, wie wir sie hier monieren, hat sich doch auch in der Wirtschaft geradezu brachial den Weg gebahnt. Diese Entwicklung ist seit Mitte / Ende der 90-er Jahre auch dort nur überdeutlich zu sehen und gilt ganz besonders für die Welt der 'fremdgeführten' Kapitalgesellschaften. Diese beschäftigen seither mehr und mehr BWL-er und Controller, um die Zahlen anlegergerecht zu trimmen. Um mehr geht es zumeist nicht. Und diese Heerscharen an neuen, spitzen Rotstiften sind zu einem großen Teil junge Studienabgänger ohne nennenswerte Erfahrungen. Aber noch dazu häufig lediglich zahlenaffin und ohne jegliche Ambitionen in Bezug auf strategische und längerfristige Denke für die Unternehmen und deren Projekte bzw. Produktionen. Ich hab es wieder und wieder genauso erlebt.

Und wenn man dann noch weiß, wie eine große Zahl der BWL-Studenten zur Entscheidung für diese Studienrichtung gekommen ist, wird es noch erklärlicher. Aber eben auch noch krasser! Ein großer Teil der BWL-Studenten resp. -Absolventen beantwortete nämlich gegen Ende des Gymnasiums die Frage "Und, was willst du nach dem Abi denn mal studieren?" folgendermaßen: "Keine Ahnung, so richtig weiß ich das noch gar nicht. Ich geh nach dem Abi erstmal ein Jahr nach 'Neuseeland' und danach studier ich wahrscheinlich BWL." Als reine Abi-Verwertung. Auch das speist sich aus meinem eigenen Erleben als Student, in der Wirtschaft und anderswo.

Auf u. a. dieser Basis lenkt man nun sehr ausgeprägt unsere Wirtschaft. Auch die DB, die bekanntlich eine AG und damit Kapitalgesellschaft ist. Und diesen Rahmenbedingungen unterliegen dann eben auch speziell die dortigen Projekte. Kurzfristig gedachte Kostenziele dominieren die - so behaupte ich - zu oft unvollständigen Variantenbetrachtungen und daraus resultieren wiederum adäquate Prämissen und Vorgaben für Planer und Ausführende. Die wiederum sind heute überwiegend keine Herzbluteisenbahner mehr, sondern Externe. Damit fehlen an diesen Stellen nun wichtige Teile der Systemdenke für die Eisenbahn als Großes und Ganzes.

Wie soll dann etwas anderes herauskommen? So, wie wir uns das vorstellen??

Andre hat es geschrieben: wenn es hierbei keinen "Zwang" durch Prämissen und Vorgaben z. B. in den 'Stammbüchern' für Bahnplanung und -bau gibt, wird es kaum passieren. Leider. Deutschland und Deutsche Bahn 2026.

Gruß
Die Ferkeltaxe



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 27.02.2026 11:36 von Ferkeltaxe.
Volle Zustimmung.
Der Wert von Vorleistungen zeigt sich regelmäßig erst im späteren Verlauf strategischer Planungen. Wer das nicht versteht, fängt bei jeder Erweiterung bei Null an und scheitetert damit an staatlich geregelten Finanzierungsvorschriften.

so long

Mario
Ich bin bekanntlich auch sehr für langfristige Planungen und Vorleistungen. Das steht nicht nur leider mit dem 4-Jahreszyklus der Politik auf Kriegsfuß, sondern oft auch mit der Marktwirtschaft. Es ist zumindest ein Spannungsfeld, das nicht immer produktiv ist.
Der Bahnübergang bleibt jetzt wohl doch erstmal:

[www.eba.bund.de]
Zitat
DerMichael
Der Bahnübergang bleibt jetzt wohl doch erstmal:

[www.eba.bund.de]

Es geht um den derzeit noch mit einer zum bereits errichteten ESTW-A in Zossen inkompatiblen WSSB-Anlage gesicherten BÜ südlich des Nottekanals.

Hmm, wenn irgendwo an der Kreuzung vor dem Schulzentrum Kleinkleckersdorf Nord eine Programmwalzen-Glühlampen-LSA aus den 1970er Jahren durch eine zeitgemäße Anlage mit Bedarfserkennung, LED-Leuchtmitteln und Rechnersteuerung ersetzt wird, geht so etwas üblicherweise mit deutlich weniger Bürokratie vonstatten. Warum macht mensch also bei jeder BÜ-Technikerneuerung so ein riesen Gedöns, wodurch die Bahn als Verkehrsträger nur ein weiteres Mal benachteiligt wird?

Andererseits bin ich natürlich auch froh, dass der dortige Stillstand endlich aufgelöst werden konnte...

Viele Grüße
Arnd
Zitat
Arnd Hellinger
Hmm, wenn irgendwo an der Kreuzung vor dem Schulzentrum Kleinkleckersdorf Nord eine Programmwalzen-Glühlampen-LSA aus den 1970er Jahren durch eine zeitgemäße Anlage mit Bedarfserkennung, LED-Leuchtmitteln und Rechnersteuerung ersetzt wird, geht so etwas üblicherweise mit deutlich weniger Bürokratie vonstatten.

Wäre die Stellwerksanlage in einem Rutsch ersetzt worden wie es deine Analogie suggeriert, wäre dem hier ebenso. Da einer der Signalgeber an deiner Ampel jedoch bis auf Weiteres in Programmwalzen-Glühlampen-Technik bleiben muss, ist die zusätzliche Bürokratie halt notwendig.





1 mal bearbeitet. Zuletzt am 03.03.2026 16:46 von Florian Schulz.
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Florian Schulz
Wäre die Stellwerksanlage in einem Rutsch ersetzt worden wie es deine Analogie suggeriert, wäre dem hier ebenso. Da einer der Signalgeber an deiner Ampel jedoch bis auf Weiteres in Programmwalzen-Glühlampen-Technik bleiben muss, ist die zusätzliche Bürokratie halt notwendig.

Wieso das? Ich verstehe den verlinkten Bescheid so, dass ein neuer Bahnübergang gebaut wird, kein Anschluss an die alte Anlage.
Zitat
neuer
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Florian Schulz
Wäre die Stellwerksanlage in einem Rutsch ersetzt worden wie es deine Analogie suggeriert, wäre dem hier ebenso. Da einer der Signalgeber an deiner Ampel jedoch bis auf Weiteres in Programmwalzen-Glühlampen-Technik bleiben muss, ist die zusätzliche Bürokratie halt notwendig.

Wieso das? Ich verstehe den verlinkten Bescheid so, dass ein neuer Bahnübergang gebaut wird, kein Anschluss an die alte Anlage.

Nein. Ein bestehender Bahnübergang, der wegfallen sollte und daher noch seine Alttechnik hat, bekommt neue Bü-Technik damit er in das ESTW eingebunden werden kann und so vorerst bestehen bleiben kann.

Zitat
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Zitat
Florian Schulz
Wäre die Stellwerksanlage in einem Rutsch ersetzt worden wie es deine Analogie suggeriert, wäre dem hier ebenso. Da einer der Signalgeber an deiner Ampel jedoch bis auf Weiteres in Programmwalzen-Glühlampen-Technik bleiben muss, ist die zusätzliche Bürokratie halt notwendig.

Wieso das? Ich verstehe den verlinkten Bescheid so, dass ein neuer Bahnübergang gebaut wird, kein Anschluss an die alte Anlage.

Da die Strecke auf 200km/h ausgebaut werden soll, sollen langfristig alle BÜs durch Über- oder Unterführungen ersetzt werden. Für den Neubau einer Überführung ist aber die Planfeststellung gescheitert.
Es war ursprünglich vorgesehen, den Bü jetzt aufzulassen. Deshalb wurde er nicht ins schon bereits neue ESTW integriert.
Da der BÜ aber nicht geschlossen werden darf, korrigiert mich, wenn ich falsch liege, ist das ESTW noch nicht in Betrieb gegangen.
Um das ESTW in Betrieb nehmen zu können, muss jetzt nachträglich und damit vorübergehend der BÜ ins ESTW integriert werden.
Der BÜ wird mittelfristig trotzdem ersetzt.
Bauarbeiten in der Karl-Marx-Straße in Blankenfelde auf der östlichen Seite sind nun im Gang. Ein Fertigstellungstermin wird noch nicht genannt:

Zitat
MAZ

Seit rund zwei Wochen geht es nun doch voran: Die Straße liegt komplett offen, Regen- und Abwasserleitungen müssen neu verlegt werden, damit der ehemalige Weg mit wassergebundener Decke an die Kreuzung Karl-Marx-Straße/Moselstraße angebunden werden kann. Aktuell ist dafür die Einfahrt von der Karl-Marx-Straße gesperrt.

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