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Ausbau der Kremmener Bahn in Berlin und Umland
geschrieben von andre_de 
Hallo,

da uns der Ausbau der Kremmener Bahn in Berlin und dem nahen Umland die nächsten Monate und Jahre intensiver beschäftigen wird, mache ich dazu mal einen neuen Thread auf. Sicher gibt es hierzu viel zu diskutieren und zu dokumentieren.

Folgende Maßnahmen fallen nach heutigem Stand darunter:
  • Errichtung eines Elektronischen Stellwerks für den Abschnitt Berlin-Schönholz (ausschließlich) bis Hennigsdorf
  • Wiederaufbau des zweiten S-Bahn-Gleises bis Tegel, neuer Haltepunkt Borsigwalde, Verschiebung Bf. Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik
  • Einbindung des Prignitz-Express bis Gesundbrunnen
  • Bau von Zweitzugängen in Alt-Reinickendorf und Eichborndamm
  • Verlängerung der S-Bahn bis Velten (Maßnahme aus i2030)
  • (tangierend: Errichtung einer Zugbehandlungsanlage in Schönholz)

Ich habe zur Foto-Dokumentation dieser Teilmaßnahmen wieder eine Projekt-Webseite auf baustellen-doku.info eingerichtet:
http://www.baustellen-doku.info/berlin_kremmener_bahn/

Die ersten zwei Galerien mit dem Ursprungs-Zustand vor Errichtung des Elektronischen Stellwerks sind bereits online. Diese Maßnahme ist ja bereits in Umsetzung, weitere Bilder folgen in Kürze.

Viele Grüße
André



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.03.2020 17:25 von andre_de.
Hallo Andre,

danke für die gelungene Doku. Bin gespannt, wie es auf der Kremmener Bahn dann weitergeht.

Leider zeigt auch diese Doku an vielen Stellen wieder und immer noch die Abkehr von der Schiene, auch wenn Maßnahmen wie der Wiederaufbau des 2. Gleises bis Tegel und moderne Sicherungstechnik durchaus sehr positive Entwicklungen sind. Doch es werden z. B. weiter vorhandene Anschlüsse abgebunden oder gar rückgebaut. Klar, man wird heute und künftig nicht im Stile der 20-er / 30-er Jahre Ortsgüteranlagen oder Industriebahnen betreiben können. Aber dennoch verstimmt es mich schon ziemlich, dass man offenbar gar nicht darüber nachdenkt, einen sinnvollen Teil der Feinerschließung für den Güterverkehr in der großen und chronisch verstopften Stadt wieder der Bahn zu übertragen. Noch immer denken dieses Land, seine Staatsbahn und andere in dem Bereich in der Kategorie "Rückbau, weil alt, weil nicht mehr erforderlich, weil im Weg, weil Unterhaltungsaufwand, weil man so Flächen gegen Geld verwerten kann". So funktioniert Verkehrswende aber sicherlich nicht. Schade! (Wie lang dauert es und wieviel Schinen- oder Bahninfrastruktur muss erst noch unwiederbringlich verschwinden, bis die Entscheider und Lenker tatsächlich umdenken?) Mir geht es dabei primär weniger um denkmalwürdige Bauten etc. (Auch gut!), sondern um die Bewältigung heutiger und künftiger Verkehrsaufgaben. Da hab ich doch sehr viele Fragezeichen...

Gruß
Die Ferkeltaxe



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.03.2020 14:31 von Ferkeltaxe.
Erstmal vielen Dank für die Bilder und den Thread, ich denke auch, dass es sinnvoller ist, das getrennt zu diskutieren.
Zitat
andre_de
  • Errichtung eines Elektronischen Stellwerks für den Abschnitt Berlin-Schönholz (ausschließlich) bis Hennigsdorf
  • Wiederaufbau des zweiten S-Bahn-Gleises bis Tegel
  • Einbindung des Prignitz-Express bis Gesundbrunnen
  • Bau von Zweitzugängen in Alt-Reinickendorf und Eichborndamm
  • Verlängerung der S-Bahn bis Velten (Maßnahme aus i2030)
  • Errichtung einer Zugbehandlungsanlage in Schönholz

Gehört die Verlegung des Bhf Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik und der zusätzliche Bhf Borsigwalde nicht zu dem Projekt?
Die Zugbehandlungsanlage in Schönholz ist dagegen meines Wissens ein separates Projekt.
Zitat
222
Gehört die Verlegung des Bhf Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik und der zusätzliche Bhf Borsigwalde nicht zu dem Projekt?
Die Zugbehandlungsanlage in Schönholz ist dagegen meines Wissens ein separates Projekt.

Danke für die Hinweise, alles richtig! Habs entsprechend angepasst.

Viele Grüße
André
Zitat
222
Gehört die Verlegung des Bhf Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik und der zusätzliche Bhf Borsigwalde nicht zu dem Projekt?
Die Zugbehandlungsanlage in Schönholz ist dagegen meines Wissens ein separates Projekt.

Für den ziemlich versteckt gelegenen Bahnhof mit dem sperrigen und unzutreffenden Namen einer ehemaligen Gesundheitseinrichtung sollte man tatsächlich ein zukunftsweisendes Konzept entwickeln. Als Umsteigestation im Berliner Schnellbahnnetz ist er derzeit völlig ungeeignet.
Ob man mit einem zusätzlichen Halt in Borsigwalde die Linie S25 noch langsamer machen sollte als derzeit schon wäre ebenfalls kritisch zu prüfen.

Die neue Betriebsstätte auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofs Schönholz liegt an der Nordbahn und hat mit der Kremmener Bahn nicht zu tun. Sie wäre aber ein Grund, den elektrischen Zugbetrieb (15 kV / 16,7 Hz) von Bornholmer Straße bis Schönholz zu erweitern.

so long

Mario
Zitat
der weiße bim
Ob man mit einem zusätzlichen Halt in Borsigwalde die Linie S25 noch langsamer machen sollte als derzeit schon wäre ebenfalls kritisch zu prüfen.

Wenn zugleich die zulässige Geschwindigkeit auf 100 km/h erhöht und mit neuen Fahrzeugen dann irgendwann auch gefahren wird, dürfte die Reisezeit unterm Strich nicht steigen. Und ansonsten stellt sich wie bei jeder Maßnahme die Frage: wieviele Fahrgäste verzichten auf eine S-Bahnfahrt, wenn die S25 eine Minute länger braucht, und wieviele nutzen sie zusätzlich, weil es eine zusätzliche Zustiegsmöglichkeit (inkl. Übergang zu zwei Buslinien) gibt?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.03.2020 17:58 von def.
Zitat
der weiße bim
Für den ziemlich versteckt gelegenen Bahnhof mit dem sperrigen und unzutreffenden Namen einer ehemaligen Gesundheitseinrichtung sollte man tatsächlich ein zukunftsweisendes Konzept entwickeln. Als Umsteigestation im Berliner Schnellbahnnetz ist er derzeit völlig ungeeignet.

Darum soll der Bahnsteig mit dem zweigleisigen Ausbau ja auch verschoben werden und einen Zugang von der Ollenhauerstraße / Oranienburger Straße aus bekommen, um die Erreichbarkeit und insbesondere die Umsteigesituation zum gleichnamigen U-Bahnhof zu verbessern. Ein Konzept muss da nicht extra entwickelt werden, nur Planung und Bau vorankommen. Nach der Verschiebung passt der Name dann auch.

Zitat
der weiße bim
Ob man mit einem zusätzlichen Halt in Borsigwalde die Linie S25 noch langsamer machen sollte als derzeit schon wäre ebenfalls kritisch zu prüfen.

Angesichts der dichten Bebauung in Borsigwalde, dem großen (indirekten) Einzugsgebiet aufgrund der dort verkehrenden Expressbus-Linie und dem weiten Stationsabstand zwischen Eichborndamm und Tegel macht der zusätzliche Halt hochgradig Sinn. Wie schon geschrieben, wird die Linie durch den Ausbau (100 km/h, keine Warteminuten an den Ausweichstellen) schneller, nicht langsamer.

Zitat
der weiße bim
Die neue Betriebsstätte auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofs Schönholz liegt an der Nordbahn und hat mit der Kremmener Bahn nicht zu tun. Sie wäre aber ein Grund, den elektrischen Zugbetrieb (15 kV / 16,7 Hz) von Bornholmer Straße bis Schönholz zu erweitern.

Die Lage an der Nordbahn ist natürlich bekannt. Das Projekt der ZBA wirkt aber indirekt auf die Vorhaben der Kremmener Bahn/Prignitz-Express, der Heidekrautbahn und (irgendwann mal) der Nordbahn, da damit der nötige Ausbau von Bornholmer Straße bis Schönholz erfolgen wird. Neben der Oberleitung betrifft das überhaupt erstmal die Grunderneuerung der Gleisanlagen, zweigleisiger Ausbau, Erneuerung der Brücke über die Wollankstraße, Sicherungstechnik. Diese Aufwände und Kosten müssen dann nicht mehr durch die Nahverkehrsprojekte (Prignitz-Express bzw. Heidekrautbahn) aufgewendet werden. Daher meine Erwähnung als tangierende Maßnahme.

EDIT: Nach Studium der Pläne habe ich einen Punkt oben durchstreichen müssen.

Viele Grüße
André



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 24.03.2020 20:00 von andre_de.
Zitat
andre_de
Zitat
der weiße bim
Ob man mit einem zusätzlichen Halt in Borsigwalde die Linie S25 noch langsamer machen sollte als derzeit schon wäre ebenfalls kritisch zu prüfen.

Angesichts der dichten Bebauung in Borsigwalde, dem großen (indirekten) Einzugsgebiet aufgrund der dort verkehrenden Expressbus-Linie und dem weiten Stationsabstand zwischen Eichborndamm und Tegel macht der zusätzliche Halt hochgradig Sinn. Wie schon geschrieben, wird die Linie durch den Ausbau (100 km/h, keine Warteminuten an den Ausweichstellen) schneller, nicht langsamer.

Ich habe gerade mal anhand der Bevölkerungsdichte-Karte beim FIS-Broker Pi mal Daumen überschlagen, dass allein zwischen Borsigwalder, Tietz- und Holzhauser Straße 6.000-7.000 Menschen leben dürften. Hinzu kommen die beiden Buslinien, die Arbeitsplätze im Umfeld und der deutliche Attraktivitätssprung durch den 10-min-Takt auf der S25 (der nebenbei auch die Tür-zu-Tür-Fahrzeit auf vielen Relationen um 10 min verkürzen dürfte).
Hallo,

nachdem die Bauarbeiten für das neue ESTW seit Februar laufen, habe ich einige Aufnahmen davon gemacht, u.a. vom Erstellen der Signalfundamente:

http://www.baustellen-doku.info/berlin_kremmener_bahn/estw_schoenholz_hennigsdorf/20200229/

Viele Grüße
André
Wenn ich mir die Bilder von Andre_de der Bauarbeiten am Bahnhof Tegel anschaue, frage ich mich: Wird hier der Istzustand zementiert oder kalkuliert man einen späteren (partiellen) Rückbau mit ein?

Hintergrund: Hier habe ich erfreut gelesen, dass es durchaus noch Überlegungen gibt, die, insbesondere bei höherer Zugdichte, unbefriedigende Lösung mit dem Bahnübergang zu beseitigen. Es ist dort auch von einer "Überführung" an anderer Stelle die Rede. Wisst Ihr, was dabei oben liegen soll? Mit der Gorkistraße kommt man ja wegen des BAB-Tunnels in der jetzigen Lage nicht unter den Schienen durch - oben 'rüber hielte ich vom Landschaftsbild her für sehr fragwürdig, falls technisch überhaupt möglich, wenn man die Schienen in der jetzigen Höhenlage beließe. Also Schienen tieferlegen?

Ich hatte vor längerer Zeit mal an dieser Stelle die ganz große Lösung als Vision in den Raum gestellt:
  • Schienen in Troglage neben dem Autobahntunnel
  • S-Bahnsteig nach Norden umklappen, direkter Treppenabgang+Aufzug von der Gorkistraße aus, der jetzige Zugangstunnel bliebe als "Südzugang" erhalten.
  • Regionalbahnsteig als Seitenbahnsteig nördlich der Gorkistr., die S-Bahngleise laufen in diesem Bereich schon wieder zusammen. Danach Eingliderung des Regiogleises in das östliche S-Bahngleis.
  • Gorkistraße östlich der Eckbebauung stark aufweiten (das Brückenbauwerk müsste wohl bis über den BAB-Tunnel hinweg reichen) und jeweils eine weitere Spur für Bushaltestellen schaffen, ggf. unter Opferung eines kleinen Gebäudes (Imbiss) und eines Teil des Parkplatzes

Unten habe ich mal eine grobe Skizze angefügt (links in rot die aktuelle Lage, rechts in gelb meine Gedanken dazu - eigentlich sollte die Trasse in dem Bereich doch noch breit genug sein.

Als einzigen Nachteil sehe ich die extrem hohen Kosten (falls technisch möglich). Im Zuge der anstehenden Sanierung des BAB-Tunnels ist ein Freilegen der Tunnelwand aber vielleicht gar nicht so unpraktisch...

Vom verkehrlichen Nutzen sehe ich nur Vorteile, insbesondere auch, da ja schon bei der Wiedereröffnung des S-Bahnhofs in den 90ern bemängelt wurde, dass dort nur eine Buslinie vorbeikommt - in meiner "Luxus-Variante" wären es alle...

Leider wage ich es nicht, zu hoffen...

Gruß
Salzfisch

---
Berlins Straßen sind zu eng, um sie mit Gelenkbussen zu verstopfen!



Hallo Salzfisch,
aus Verkehrssicht wäre dies eine sehr gute Lösung. Im Süden sehe ich allerdings noch einen weiteren Zwangspunkt, den man lösen müsste: die Kreuzung mit dem Autobahntunnel und die dann ebenfalls erforderliche Südrampe der Bahngleise. Wenn darauf auch Regios fahren sollen, wird das evtl. schwierig wegen der Neigung. Aber, falls notwendig, könnte man evtl. noch ein paar zusätzliche Meter Weg gewinnen, wenn man die Stecke von Eichborndamm kommend über dem AB-Tunnel erst noch etwas weiter nach Westen / Nordwesten führt um sie dann mit einem Bogen in den Bhf Tegel einzubinden. Hab leider momentan nicht genügend Zeit, dies anhand von Plänen zu prüfen. Vielleicht erübrigt es sich ja auch, weil die Neigung gar nicht zu groß werden würde. Daher dies erstmal nur als Gedanken von mir...

Gruß
Die Ferkeltaxe



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 25.03.2020 09:05 von Ferkeltaxe.
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