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Re: [MoPo] U-Bahnhof Mohrenstr. soll umbenannt werden... 13.08.2025 08:17 |
Zitat
PassusDuriusculus
Vielleicht wäre es sinnvoller etwas an der negativen Belastung zu ändern.
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Re: [MoPo] U-Bahnhof Mohrenstr. soll umbenannt werden... 13.08.2025 08:55 |
Zitat
LariFari
Ihr Lieben,
ich möchte kurz auf die Diskussion rund um die Mohrenstraße und die geplante Umbenennung eingehen, weil einige Punkte immer wieder auftauchen.
Zunächst einmal: Dass sich niemand persönlich „gestört“ fühlt, wie Tramy1 schreibt, ist kein Argument gegen die Problematik des Begriffs. Es geht hier nicht um individuelle Beleidigungen, sondern um die historische und gesellschaftliche Bedeutung des Wortes „Mohr“. Der Begriff ist über Jahrhunderte in rassistischen Kontexten verwendet worden, um Menschen afrikanischer Herkunft zu kategorisieren, zu exotisieren oder abzuwerten. Selbst wenn er früher, vielleicht aus Unwissenheit oder Höflichkeit, als „ehrend“ gemeint war, ist die Grundlage des Begriffs problematisch: Er benennt Menschen ausschließlich über ihre Hautfarbe und reduziert sie damit auf ein äußerliches Merkmal.
Beispiele wie „Mohrenkopf“ oder historische Produktnamen zeigen genau, wie der Begriff rassistische Stereotype transportiert hat. Es geht nicht darum, dass nun jede historische Bezeichnung sofort gestrichen werden muss, sondern dass ein Begriff, der von Grund auf problematisch ist, keine echte Wertschätzung ausdrücken kann. Niemand kann durch das Wort „Mohr“ wirklich geehrt werden, genauso wenig wie man mit „Kartoffel, Schwuli, Bierbauch, etc.“ oder einem anderen abwertenden Spitznamen eine Person respektvoll würdigen könnte.
Zur Vorstellung von Phönix, dass jemand die Bezeichnung als „freundliche Erinnerung“ sehen könnte: Auch das ändert nichts an der Tatsache, dass der Begriff selbst rassistisch konnotiert ist. Die Absicht hinter einer Benennung spielt keine Rolle, wenn der Name in der Praxis Diskriminierung reproduziert und Menschen ausschließt oder verletzt.
Die Umbenennung in Anton-Wilhelm-Amo-Straße ist daher nicht „übertrieben“ oder „unnötig“, sondern ein Schritt, der aus mehreren Gründen sinnvoll ist: Amo war ein herausragender afrikanischer Philosoph und Jurist im 18. Jahrhundert, dessen Lebensleistung in Deutschland bis heute kaum sichtbar gewürdigt wird. Ihm eine Straße zu widmen, setzt ein klares Zeichen für Respekt, Inklusion und historische Korrektheit, im Gegensatz zur bisherigen Bezeichnung, die niemals eine echte Würdigung war.
Kurz gesagt: Es geht nicht um eine persönliche Kränkung, sondern um die Entfernung eines Begriffs, der von Anfang an diskriminierend war. Es geht darum, dass öffentliche Räume heute Menschen aller Herkunft willkommen heißen und niemand durch die Sprache, die wir in unseren Straßen verwenden, herabgesetzt wird.
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Re: [MoPo] U-Bahnhof Mohrenstr. soll umbenannt werden... 13.08.2025 09:34 |
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Re: [MoPo] U-Bahnhof Mohrenstr. soll umbenannt werden... 13.08.2025 10:30 |
Zitat
485er-Liebhaber
überwiegend älter geprägt.
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Re: [MoPo] U-Bahnhof Mohrenstr. soll umbenannt werden... 13.08.2025 11:25 |
Zitat
Florian Schulz
Auweia, man sollte unterscheiden können zwischen einer scherzhaften Bezeichnung und einer abwertenden. Mohr war nie scherzhaft gemeint, sondern als Herabwürdigung und Abgrenzung zum europäischen Menschen.
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Re: [MoPo] U-Bahnhof Mohrenstr. soll umbenannt werden... 13.08.2025 11:41 |
Zitat
485er-Liebhaber
Zitat
phönix
Stelle Dir mal vor, er sieht in dieser Straßenbenennung keinen höchstpersönlichen Angriff gegen sich, sondern eine Würdigung oder eine freundliche Erinnerung und freut sich darüber. Aber diese Vorstellung erscheint bei manchen Leuten nicht in das Weltbild zu passen.
In deines passt ja offensichtlich nicht mal, dass dieses Wort negativ belastet ist. Und das willst du dann als Würdigung verkaufen.
Woher weißt du denn, dass jemand so denken sollte?
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Re: [MoPo] U-Bahnhof Mohrenstr. soll umbenannt werden... 13.08.2025 12:01 |
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Re: [MoPo] U-Bahnhof Mohrenstr. soll umbenannt werden... 13.08.2025 12:07 |
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Re: [MoPo] U-Bahnhof Mohrenstr. soll umbenannt werden... 13.08.2025 12:32 |
So ein Unsinn! Natürlich kann ich als Bürger nicht direkt entscheiden, sondern in der parlamentarischen Demokratie nur über die Auswahl der Parteien. Und natürlich über Mitwirkung in den Parteien oder Einwirkung auf sie (Ansprechen der Abgeordneten) oder Einwirkung auf die öffentliche Diskussion.Zitat
Florian Schulz
Zitat
M48er
Auch wenn dies gerne von den Betroffenen behauptet wird (nur wir sind betroffen und deswegen haben nur wir das zu definieren), so ist und bleibt dies falsch.Zitat
Lopi2000
Na dann: Die Lesart, ob eine Aussage oder Bezeichnung rassistisch ist oder nicht, liegt nicht nur in der Perspektive der weißen Mehrheitsgesellschaft sondern vor allem in der Perspektive der Menschen, die durch diesen Rassismus betroffen sind.
In einer demokratischen Gesellschaft entscheiden alle.
Nicht nur die Sehschwachen entscheiden, ob Brillen eine Krankenkassenleistung ist. Und auch nicht nur die Schüler und Lehrer machen allein Bildungspolitik, im Gegenteil, es gilt ja der gute alte Spruch bei CDU und SPD, dass Wahlen bei den Alten gewonnen werden, also haben diese auch dort sehr viel mitzuentscheiden.
Und auch beim Rassismusthema haben alle mit zureden. Historiker, Sprachforscher und andere Wissenschaftler können zum Beispiel, auch wenn sie weiss sind, sehr wertvolle Debattenbeiträge dazu abgeben, ob diese Straßenbenennung mit rassistischen Hintergrund erfolgte.
So ein Unsinn. Wir haben eine parlamentarische Demokratie. Da wählen wir Volksvertreter, die Interessen vertreten sollen, jedoch ihrem Gewissen verpflichtet sind. Der Bürger hat bei vielen Sachen ein Mitspracherecht, jedoch selten ein Entscheidungsrecht. Kassenleistungen werden per Gesetz beschlossen, Bildungspolitik ebenso. Kommt keine Mehrheit unter den Abgeordneten zustande, kann auch der Wähler an der Entscheidung nichts andern. Zumindest nicht so, wie es in einer direkten Demokratie möglich wäre.
Und dann sind viele Entscheidungen Aufgabe der Verwaltung. Hartz 4 kann man sich nicht selbst auszahlen. Einen Heil- und Kostenplan bewilligt nicht der Patient oder der Wähler.
Mitreden ist etwas anderes als mitentscheiden. Diskurs ist was anderes als Partizipation. Und Experten wie Historiker, Rassismusforscher, Ethnologen kommen in parlamentarischen Ausschüssen zu Wort wo dem Wähler gerade kein Rederecht eingeräumt wird.
Ich wüsste gerne, wo ich als Wähler entscheiden darf, dass dieser historisch unsägliche Straßenname endlich verschwindet.
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Re: [MoPo] U-Bahnhof Mohrenstr. soll umbenannt werden... 13.08.2025 13:42 |
Zitat
M48er
Und entscheiden kannst Du bei der Mohrenstraße letztlich nur als Wähler im Bezirk Mitte, indem Du Parteien wählst, die mehr oder weniger stark gegen (AfD, CDU) oder für (Grüne, Linke, SPD) die Straßenumbenennung sind.
Zitat
M48er
Und genau das ist ja das Ziel einiger, nämlich alle Weißen aus dieser Diskussion auszuschließen (sind ja nicht Rassismus-Betroffene).
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Re: [MoPo] U-Bahnhof Mohrenstr. soll umbenannt werden... 13.08.2025 17:27 |
Zitat
Lopi2000
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Nordender
Das ist ja echt heftig, da hätten sich damals im Osten auch ein Haufen Kneipen umbennen müssen, die behielten ihre Namen meistens bis zum Ende oder Besitzerwechsel. Die Apotheke gehört ja nicht dem Bezirk.
Lesen will gelernt sein: natürlich kann jemand die Meinung haben, dass ein Unternehmensname nicht mehr zeitgemäß ist und deshalb geändert werden muss. Aber solange es sich nicht um die Inhaber:in handeln, kann diese Person z.B. empfehlen, diesen antiquierten Unternehmensnamen in die individuellen Kaufentscheidungen einzubeziehen, aber eine zwangsweise Umbenennung wird es wohl kaum geben. Ich finde auch, dass die Apotheke sich einen neuen Namen geben sollte und würde deshalb i.d.R: darauf verzichten, ihre Dienste in Anspruch zu nehmen.
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Re: [MoPo] U-Bahnhof Mohrenstr. soll umbenannt werden... 13.08.2025 17:42 |
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Nordender
Brötchen mit Hackepeter
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Re: [MoPo] U-Bahnhof Mohrenstr. soll umbenannt werden... 13.08.2025 22:44 |
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Re: [MoPo] U-Bahnhof Mohrenstr. soll umbenannt werden... 14.08.2025 00:27 |
Zitat
LariFari
Es geht hier nicht um individuelle Beleidigungen, sondern um die historische und gesellschaftliche Bedeutung des Wortes „Mohr“. Der Begriff ist über Jahrhunderte in rassistischen Kontexten verwendet worden, um Menschen afrikanischer Herkunft zu kategorisieren, zu exotisieren oder abzuwerten. Selbst wenn er früher, vielleicht aus Unwissenheit oder Höflichkeit, als „ehrend“ gemeint war, ist die Grundlage des Begriffs problematisch: Er benennt Menschen ausschließlich über ihre Hautfarbe und reduziert sie damit auf ein äußerliches Merkmal.
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Es geht darum, dass öffentliche Räume heute Menschen aller Herkunft willkommen heißen und niemand durch die Sprache, die wir in unseren Straßen verwenden, herabgesetzt wird.
Zitat
Florian SchulzZitat
M48er
Und genau das ist ja das Ziel einiger, nämlich alle Weißen aus dieser Diskussion auszuschließen (sind ja nicht Rassismus-Betroffene).
Nunja, schon dieser Fred hier zeigt, dass Weiße nun wirklich nicht ausgeschlossen werden, sondern sich lebhaft beteiligen. ...
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Re: [MoPo] U-Bahnhof Mohrenstr. soll umbenannt werden... 14.08.2025 06:59 |
Zitat
marc-j
Verstehe nicht, warum man das Thema ins Lächerliche ziehen muss.
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Re: [MoPo] U-Bahnhof Mohrenstr. soll umbenannt werden... 14.08.2025 07:56 |
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Alter Köpenicker
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marc-j
Verstehe nicht, warum man das Thema ins Lächerliche ziehen muss.
Weil man einerseits bei allem Ernst des Themas den Humor nicht verlieren darf und es andererseits alles andere als lächerlich ist, wenn immer mehr Regiolekte verloren gehen und eine Sprache damit ärmer wird.
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Re: [MoPo] U-Bahnhof Mohrenstr. soll umbenannt werden... 14.08.2025 08:46 |
Zitat
marc-j
Und wer hat irgendwann die Abschaffung der Begriffe „Hackepeter“ und „Schrippe“ gefordert?
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Re: [MoPo] U-Bahnhof Mohrenstr. soll umbenannt werden... 14.08.2025 09:16 |
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Re: [MoPo] U-Bahnhof Mohrenstr. soll umbenannt werden... 14.08.2025 09:22 |