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[MoPo] U-Bahnhof Mohrenstr. soll umbenannt werden...
geschrieben von micha774 
Am 22.08.2025 werden die neuen Straßennamenschilder montiert. Am 23.08.2025 erfolgt eine feierliche Enthüllung auf Höhe des Hausvogteiplatzes. Die alten Straßenschilder mit dem Namen „Mohrenstraße“ bleiben für sechs Monate unterhalb der neuen rot durchgestrichen sichtbar, um die Orientierung weiterhin zu gewährleisten.

IsarSteve
Zitat
IsarSteve
Am 22.08.2025 werden die neuen Straßennamenschilder montiert. Am 23.08.2025 erfolgt eine feierliche Enthüllung auf Höhe des Hausvogteiplatzes. Die alten Straßenschilder mit dem Namen „Mohrenstraße“ bleiben für sechs Monate unterhalb der neuen rot durchgestrichen sichtbar, um die Orientierung weiterhin zu gewährleisten.

Interessante Erinnerung darin nochmal, dass sich besonders afrodeutsche und afrodiasporische Verbände und Organisationen sich jahrzehntelang für eine Umbenennung eingesetzt haben. Ich denke dieses Engagement dürfte stärker wirken als die anekdotische Evidenz, von Menschen, die man einen anderen Menschen dazu befragt haben.
Zitat
Lopi2000
Zitat
IsarSteve
Am 22.08.2025 werden die neuen Straßennamenschilder montiert. Am 23.08.2025 erfolgt eine feierliche Enthüllung auf Höhe des Hausvogteiplatzes. Die alten Straßenschilder mit dem Namen „Mohrenstraße“ bleiben für sechs Monate unterhalb der neuen rot durchgestrichen sichtbar, um die Orientierung weiterhin zu gewährleisten.

Interessante Erinnerung darin nochmal, dass sich besonders afrodeutsche und afrodiasporische Verbände und Organisationen sich jahrzehntelang für eine Umbenennung eingesetzt haben. Ich denke dieses Engagement dürfte stärker wirken als die anekdotische Evidenz, von Menschen, die man einen anderen Menschen dazu befragt haben.

FAQ zur Umbenennung der "Mohrenstraße"

IsarSteve
Ein weiterer sehr nüchterner und sachlicher Beitrag zur Einordnung von Amo findet sich aktuell in der Berliner: [www.berliner-zeitung.de]
Die Überschrift ist leider leicht reißerisch. Im Artikel führen die Spuren dann gar nicht mehr so eindeutig zu Sklavenhändlern ..

Interessant finde ich auch, dass selbst in den von IsarSteve verlinkten FAQ die angeblich negative Belegung des Wortes Mohr sehr klar relativiert wird.

Ich selbst möchte mich in keine Richtung (für oder wider Umbenennung) positionieren. Nach Lektüre aller Fakten sehe ich das als keineswegs eindeutig an (in keine der beiden Richtungen) und finde es nur schade, dass rund um die Umbenennung (zumindest öffentlich wahrnehmbar) sehr wenig differenziert argumentiert wird. Aber das ist leider Zeitgeist :-(

Zitat
IsarSteve
Zitat
Lopi2000
Zitat
IsarSteve
Am 22.08.2025 werden die neuen Straßennamenschilder montiert. Am 23.08.2025 erfolgt eine feierliche Enthüllung auf Höhe des Hausvogteiplatzes. Die alten Straßenschilder mit dem Namen „Mohrenstraße“ bleiben für sechs Monate unterhalb der neuen rot durchgestrichen sichtbar, um die Orientierung weiterhin zu gewährleisten.

Interessante Erinnerung darin nochmal, dass sich besonders afrodeutsche und afrodiasporische Verbände und Organisationen sich jahrzehntelang für eine Umbenennung eingesetzt haben. Ich denke dieses Engagement dürfte stärker wirken als die anekdotische Evidenz, von Menschen, die man einen anderen Menschen dazu befragt haben.

FAQ zur Umbenennung der "Mohrenstraße"
Zitat
Rob
Ein weiterer sehr nüchterner und sachlicher Beitrag zur Einordnung von Amo findet sich aktuell in der Berliner: [www.berliner-zeitung.de]
Die Überschrift ist leider leicht reißerisch. Im Artikel führen die Spuren dann gar nicht mehr so eindeutig zu Sklavenhändlern ..

Nun ja, die Berliner Zeitung ist ja in den vergangenen Jahren seit der Übernahme durch den auch als IM „Peter Bernstein“ bekannten neuen Eigentümer für ihre Nüchternheit, Sachlichkeit und Neutralität bekannt und wird inzwischen gern auch als "Berlinskaja Prawda" bezeichnet.

Zitat
Rob
Interessant finde ich auch, dass selbst in den von IsarSteve verlinkten FAQ die angeblich negative Belegung des Wortes Mohr sehr klar relativiert wird.

Hast Du die FAQ auch vollständig gelesen oder nur die Rosinen für eine solch verkürzte "Argumentation" herausgepickt? Unter Rechtsrahmen einer Straßenumbenennung steht ziemlich eindeutig: "Der rechtliche Rahmen lässt also keinen Zweifel daran, dass die M*-Straße eine Kandidatin für eine Umbenennung ist, denn der Begriff "M*" ist aus heutiger Sicht als rassistisch diskriminierend einzustufen. Es sollte außer Frage stehen, dass der Fortbestand des problematischen Straßennamens in der stadthistorisch interessanten und von internationalen Gästen viel besuchten Mitte Berlins dem Ansehen der Stadt, die sich als weltoffen und kosmopolitisch verstehen möchte, schadet."
Den zitierten Artikel halte ich erstmal für eine legitime Sichtweise. Allerdings ist die ganze Geschichte Aufgabe für Historiker.
Wenn das die AfD liest. Also was am Sarotti-M* negativ sein soll, muss mir erstmal einer erklären.🥺
Zitat
Heidekraut
Also was am Sarotti-M* negativ sein soll, muss mir erstmal einer erklären.🥺

Dann kann ich den Besuch des Tempelhof Museums in Alt-Mariendorf nur empfehlen. Ich habe nur einen Link auf Englisch gefunden, aber die Ausstellung ist auch auf Deutsch – zumindest war das bei meinem Besuch im Juni so.

"Kaum ein Lebensmittel ist so beliebt und allgegenwärtig wie Schokolade. Hinter dem wirtschaftlichen Erfolg, der im 19. Jahrhundert in Deutschland begann, verbirgt sich eine oft vergessene Geschichte von Gewalt und Ausbeutung."

Schokolonialismus. Sarotti in Tempelhof.

IsarSteve



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 20.08.2025 18:36 von IsarSteve.
Gerade bei Schokolade wäre natürlich der Kauf von Fairtrade-Schokolade ein wesentlich größerer Beitrag zur Dekolonisierung als sich über den Sarotti-Mohr aufzuregen. Aber gut, der Ersatz des Mohrs durch einen gebleichten Magier ist natürlich billiger als sich wirklich über die Produktion von Waren Gedanken zu machen.

Hätte man bei Sarotti eigentlich weniger ausgebeutet, denn sie ihren Bären* als Wappentier behalten hätten?

*: Habe ich gerade bei Wikipedia geguckt.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
Lopi2000 zitierte
"Der rechtliche Rahmen lässt also keinen Zweifel daran, dass die M*-Straße eine Kandidatin für eine Umbenennung ist, denn der Begriff "M*" ist aus heutiger Sicht als rassistisch diskriminierend einzustufen."

Interessant. In Schwerin wurde eine Straßenbahn-Haltestelle, die im August 2022 noch schlicht „Gartenstadt“ hieß, spätestens im Dezember 2023 in „Gartenstadt/M*Halle“ umbenannt. Da wurde also ein rassistisch diskriminierender Name neu vergeben.
Zitat
Jumbo
Zitat
Lopi2000 zitierte
"Der rechtliche Rahmen lässt also keinen Zweifel daran, dass die M*-Straße eine Kandidatin für eine Umbenennung ist, denn der Begriff "M*" ist aus heutiger Sicht als rassistisch diskriminierend einzustufen."

Interessant. In Schwerin wurde eine Straßenbahn-Haltestelle, die im August 2022 noch schlicht „Gartenstadt“ hieß, spätestens im Dezember 2023 in „Gartenstadt/M*Halle“ umbenannt. Da wurde also ein rassistisch diskriminierender Name neu vergeben.

So ein Quatsch. M* im Zitat ist die Abkürzung, um den verwerflichen Begriff nicht mal schreiben zu müssen. Die Bezeichnung der Halle bezieht sich jedoch auf die Institution in der Halle, dem Meckenburgischen Staatstheater.
Ich dachte auch vor allem an Schokolade und dachte süß. Wo liegt denn Meckenburg. 😗
Die Posse geht weiter. Ein Eilantrag gegen den Vollzug der Umbenennung hatte Erfolg. Eine noch offene Klage hat aufschiebende Wirkung.

[www.tagesspiegel.de]

--- Signatur ---
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Eine gewisse Häme über die Machthaber in Mitte kann ich mir nicht verkneifen. Eigentlich hätten die Pannen der Manteuffelstr. in Kreuzberg eine Lehre sein müssen. Vielleicht mal ein wenig Bürgerbeteiligung wagen?
Zitat
Nordender
Eine gewisse Häme über die Machthaber in Mitte kann ich mir nicht verkneifen. Eigentlich hätten die Pannen der Manteuffelstr. in Kreuzberg eine Lehre sein müssen. Vielleicht mal ein wenig Bürgerbeteiligung wagen?

Wie kommt man eig. darauf, dass wenn 2-3 Leute Klage einreichen, die Bürgerbeteiligung schlecht war oder nicht stattgefunden hat und "die Mehrheit" dagegen ist? Oder auch für die Sinnlosigkeit des Projekts spricht? Dann scheint ja auch der Brennernordzulauf ein sinnloses Projekt zu sein, bei dem nicht genug Bürgerbeteiligung stattfindet. Oder die NBS Hamburg-Hannover. Und die Tram-Strecke zum Ostkreuz bauen wir auch nicht, weil kann ja sein, dass 1 Person dagegen klagt.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.08.2025 10:36 von marc-j.
Man muss mal den Nutzen für die Allgemeinheit sehen, und den sehe ich als Null.
Strassen umbennen lenkt politisch nur von den Realitäten ab, 1993 wussten manche Bezirke nicht mal selber was im Wendetaumel so schnell umbenannt werden musste. So viele Straßen was das.

Die genannten Verkehrsprojekte haben einen Sinn für alle, das sollte bei den Gerichten berücksichtigt werden.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.08.2025 10:56 von Nordender.
Warum müssen Strassen, Plätze und Schulen überhaupt nach Personen benannt werden? Irgenwann wird etwas unbequemes über den Person herausgefunden, und dann geht die für Ansässigen ärgerliche Umbennennerei wieder los.
Die gleiche alte Fiktion unter so vielen Namen wie möglich zu wiederholen, macht sie noch lange nicht zur Tatsache. Tatsache ist, dass der Name inakzeptabel ist – zumindest für anständige, vernünftig denkende Bürger. Und die extreme Rechte wird wieder versuchen, ein kleines Feuer zu schüren. Leere Gefäße machen den meisten Lärm.

IsarSteve
Zitat
Nordender
Man muss mal den Nutzen für die Allgemeinheit sehen, und den sehe ich als Null.

Die HU argumentiert: Es sollte außer Frage stehen, dass der Fortbestand des problematischen Straßennamens in der stadthistorisch interessanten und von internationalen Gästen viel besuchten Mitte Berlins dem Ansehen der Stadt, die sich als weltoffen und kosmopolitisch verstehen möchte, schadet

Dies sehe ich auch so, insofern sehe ich einen großen Nutzen in der Umbenennung für Berlin als Ganzes und für die Allgemeinheit, auch wenn vielleicht nicht jede einzelne diesen Nutzen für sich empfinden kann.

Ärgerlich finde ich ja vor allem, dass mit den ziemlich geringen Kosten für die Umstellung argumentiert wird, aber die ganzen juristischen Folgekosten mit Sicherheit schon ein vielfaches dessen ausmachen, was alle einzelnen Anwohnenden an Kosten gehabt hätte.
Zitat
Nordender
Man muss mal den Nutzen für die Allgemeinheit sehen, und den sehe ich als Null.

Und der Schaden? Den sehe ich auch bei Null.
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