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Bahnhof Betriebsbahnhof Schöneweide bzw. Johannisthal (ab 13.12.2020) und Umfeld
geschrieben von krickstadt 
Zitat
Lopi2000
Zitat
Arnd Hellinger
Nun soll es aber für Studierende und/oder Auszubildende gerüchteweise gerade besonders motivierend sein, mit ihrer jeweiligen Lerngruppe ganz reale Projekte planen/bauen zu dürfen, statt in Seminaren mehr oder weniger "nur für die Tonne" oder fürs Archiv produzieren zu müssen. Ich sage ja selbstredend überhaupt nicht, dass sie ohne fachliche Begleitung/Aufsicht sowie letztlich natürlich auch Abnahme durch EBA, DB InfraGO und Feuerwehr einfach so auf blauen Dunst irgendwas basteln sollen... :-)

Zitat
Ferkeltaxe
In wirklich gut und vernünftig funktionierenden Wirtschaftsunternehmen würde natürlich das Management solche Tendenzen sehen, gegensteuern und auch von Mitarbeitern anderes Denken fordern. Es sogar provozieren. Nur leider habe ich den Eindruck, dass die Anzahl solcher Firmen doch auch eher rückläufig ist. Ich lasse mich allerdings in diesem Punkt sehr gern eines Besseren belehren. Wäre ja sehr positiv.

Das Problem liegt in beiden Fällen sicherlich nicht zuletzt in Haftungsfragen bzw. darin, dass man als letztlich verantwortliches Planungsbüro für die Prüfung der extern "kostengünstig" erarbeiteten Ergebnisse ähnlich viel Aufwand hat, als würde man sie selbst erarbeiten. Da gleichzeitig die Planungsbüros auch miteinander konkurrieren, sind sie natürlich auch darauf angewiesen nicht mehr zu tun als der Auftraggeber fordert, aber dies eben gewissenhaft zu tun. Nicht umsonst entstehen die chaotischsten Planungsfehler / -prozesse oftmals dadurch, dass Büro 1 durch diese Konkurrenz zu preiswert anbietet und krachen geht und Büro 2 dann auf den angefangenen Arbeitsergebnissen aufbauen soll.

Dann müsste die Frage aber doch auch lauten, wer oder was DB, BVG oder auch SenMVKU überhaupt zwingt, die Planung solcher doch eher kleineren "Allerweltsprojekte" unbedingt von externen Büros planen und bauüberwachen zu lassen. Wäre es nicht effektiver sowie kostengünstiger, als öffentlicher Bauherr und Infrastrukturbetrieb jeweils ein paar Architekten/Bauingenieure fest einzustellen (oder deren Büros per langlaufendem Rahmenvertrag fest an sich zu binden) und dadurch die fraglichen Leistungen selbst erledigen zu können...?

Wie es im Moment läuft, läuft es jedenfalls ziemlich suboptimal.

Viele Grüße
Arnd
Zitat
Arnd Hellinger
Zitat
Lopi2000
Zitat
Arnd Hellinger
Nun soll es aber für Studierende und/oder Auszubildende gerüchteweise gerade besonders motivierend sein, mit ihrer jeweiligen Lerngruppe ganz reale Projekte planen/bauen zu dürfen, statt in Seminaren mehr oder weniger "nur für die Tonne" oder fürs Archiv produzieren zu müssen. Ich sage ja selbstredend überhaupt nicht, dass sie ohne fachliche Begleitung/Aufsicht sowie letztlich natürlich auch Abnahme durch EBA, DB InfraGO und Feuerwehr einfach so auf blauen Dunst irgendwas basteln sollen... :-)

Zitat
Ferkeltaxe
In wirklich gut und vernünftig funktionierenden Wirtschaftsunternehmen würde natürlich das Management solche Tendenzen sehen, gegensteuern und auch von Mitarbeitern anderes Denken fordern. Es sogar provozieren. Nur leider habe ich den Eindruck, dass die Anzahl solcher Firmen doch auch eher rückläufig ist. Ich lasse mich allerdings in diesem Punkt sehr gern eines Besseren belehren. Wäre ja sehr positiv.

Das Problem liegt in beiden Fällen sicherlich nicht zuletzt in Haftungsfragen bzw. darin, dass man als letztlich verantwortliches Planungsbüro für die Prüfung der extern "kostengünstig" erarbeiteten Ergebnisse ähnlich viel Aufwand hat, als würde man sie selbst erarbeiten. Da gleichzeitig die Planungsbüros auch miteinander konkurrieren, sind sie natürlich auch darauf angewiesen nicht mehr zu tun als der Auftraggeber fordert, aber dies eben gewissenhaft zu tun. Nicht umsonst entstehen die chaotischsten Planungsfehler / -prozesse oftmals dadurch, dass Büro 1 durch diese Konkurrenz zu preiswert anbietet und krachen geht und Büro 2 dann auf den angefangenen Arbeitsergebnissen aufbauen soll.

Dann müsste die Frage aber doch auch lauten, wer oder was DB, BVG oder auch SenMVKU überhaupt zwingt, die Planung solcher doch eher kleineren "Allerweltsprojekte" unbedingt von externen Büros planen und bauüberwachen zu lassen. Wäre es nicht effektiver sowie kostengünstiger, als öffentlicher Bauherr und Infrastrukturbetrieb jeweils ein paar Architekten/Bauingenieure fest einzustellen (oder deren Büros per langlaufendem Rahmenvertrag fest an sich zu binden) und dadurch die fraglichen Leistungen selbst erledigen zu können...?

Wie es im Moment läuft, läuft es jedenfalls ziemlich suboptimal.

Und du glaubst ernsthaft, dass dann irgendwas anders wäre? Diese Arbeitskräfte würden dann natürlich genauso "repriorisiert", wie das aktuell der Fall ist. Der Engpass bei Plan- und Abnahmeprüfern wird dadurch auch nicht gelöst.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Bezirksreporter Philipp Hartmann nimmt sich in der Morgenpost des Themas Aufzug an: [www.morgenpost.de]
Etwas mehr Öffentlichkeit kann ja nicht schaden.

so long

Mario
Zitat

"der weiße bim" am 24.3.2025 um 0.06 Uhr:

Bezirksreporter Philipp Hartmann nimmt sich in der Morgenpost des Themas Aufzug an: [www.morgenpost.de]
Etwas mehr Öffentlichkeit kann ja nicht schaden.

Danke Mario. :-) Von "annehmen" kann aber keine Rede sein, vielmehr "verwurstet" er die parlamentarische Anfrage von Herrn Düsterhöft, die ich schon am 14.3.2025 in diesem Diskussionsfaden erwähnt habe. Und vermutlich wird sein Artikel in einer der nächsten Lokalausgaben für Treptow und/oder Köpenick der Berliner Woche abgedruckt werden.

Was ich aber interessant an diesem Morgenpost Online-Artikel fand, ist ein Querverweis auf einen Artikel vom 26.8.2024 über den neuen "zweiten Hauptsitz" der Berliner Sparkasse neben dem am Alexanderplatz "im modernen und nachhaltigen Bürocampus 'Square 1' der Bauwert AG", auch wenn man diesen Artikel nur noch über das "archive.today" lesen kann. Ganz besonders, weil sich dieser "zweite Hauptsitz" bisher in einem Haus befand, das einer meiner früheren Arbeitgeber 1985 bauen ließ und in dem ich elf Jahre gearbeitet habe (Nixdorf Computer AG in der Gustav-Meyer-Allee). ;-)

Viele Grüße, Thomas

--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
Zitat
krickstadt
..., auch wenn man diesen Artikel nur noch über das "archive.today" lesen kann.

Derzeit auch noch über [www.msn.com]

so long

Mario
Zitat

"der weiße bim" am 24.3.2025 um 12.05 Uhr:

Derzeit auch noch über [...]

Ich meinte nicht den Morgenpost-Artikel vom 23.3.2025, sondern den vom 26.8.2024.

Viele Grüße, Thomas

--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
Gestern habe ich im Vorbeifahren aus einer S-Bahn heraus eine Bushaltestelle vor der Sparkasse am S-Bf. Johannisthal erspäht. Es war ein ortsfestes, offenbar unbeschriftetes Exemplar à la BVG, also keine lieblos hingeschleuderte Ersatzhaltstelle. Was mag es damit wohl auf sich haben? Nur ein Beratungsmuster, wie am S-Bf. Hirschgarten?


Das Gegenteil von pünktlich ist kariert.
Das Beratungsmuster in Hirschgarten ist seit ein paar Wochen mit "Muva" beschriftet.
Das wird vielleicht auch für Johannisthal gelten?
Zitat
Silent-Eagle
Das Beratungsmuster in Hirschgarten ist seit ein paar Wochen mit "Muva" beschriftet.

Ach was?! Das ist mir ja noch gar nicht aufgefallen.


Das Gegenteil von pünktlich ist kariert.
Zitat

Thomas Krickstadt am 24.3.2025 um 5.13 Uhr:

[...] Und vermutlich wird sein Artikel in einer der nächsten Lokalausgaben für Treptow und/oder Köpenick der Berliner Woche abgedruckt werden.

Heute in den Lokalausgaben Köpenick und Treptow der Berliner Woche auf der Titelseite zu lesen:

Zitat

Plan um ein Jahr verfehlt

Johannisthal: Bahn kündigt seit langer Zeit den Bau eines Aufzugs am S-Bahnhof an

[...] Philipp Hartmann
.

Viele Grüße, Thomas

--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
Hallo,

immer, wenn ich 'mal wieder die Görlitzer Vorortbahn für die Fahrt zur Arbeit nutze, frage ich mich, ob Die Bahn den Aufzug auf Johannisthaler Seite der Fußgängerbrücke am gleichnamigen S-Bahnhof vergessen hat. Beobachten konnte ich jedoch seit Langem keinerlei Aktivitäten. Das einzige was daran erinnerte, waren die immer wieder einmal veröffentlichten parlamentarischen Anfragen des Berliner Abgeordnetenhauses oder die Presseerzeugnisse der Funke Mediengruppe wie zuletzt die Werbeblätter der Berliner Woche in denen auch Artikel der Berliner Morgenpost recycelt werden. So auch heute in den Lokalausgaben Treptow und Köpenick der 37. Kalenderwoche auf Seite 2:

Zitat

Barrierefrei zum Bahnsteig

[...] Auf Anfrage der Berliner Morgenpost teilte die Deutsche Bahn jetzt mit, dass sich am letzten Zeitplan nichts mehr geändert hat.

Der Baubeginn wird nach Auskunft des Unternehmens im vierten Quartal erfolgen. Die Inbetriebnahme ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen. [...]

Philipp Hartmann
.

Ich bin gespannt, ob man tatsächlich ab Oktober 2025 Bauaktivitäten am S-Bahnhof Johannisthal beobachten kann.

Viele Grüße, Thomas

--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
Kommt auf die Zeitrechnung an. Der Planer könnte durchaus der Meinung sein, wir hätten aktuell das Jahr 1447...😇
Zitat
VvJ-Ente
Kommt auf die Zeitrechnung an. Der Planer könnte durchaus der Meinung sein, wir hätten aktuell das Jahr 1447...😇

Den Planern ist relativ egal, welches Projekt sie planen. Die Priorisierung findet an anderer Stelle statt.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
Jay
Zitat
VvJ-Ente
Kommt auf die Zeitrechnung an. Der Planer könnte durchaus der Meinung sein, wir hätten aktuell das Jahr 1447...😇

Den Planern ist relativ egal, welches Projekt sie planen. Die Priorisierung findet an anderer Stelle statt.

Wenn kein Auftrag da ist, wird nicht geplant. Im Regelfall laufen die Planungen aber 1-2 Jahre im Voraus.

Aktuell sind die Gründe für Verzögerung vor allem "Repriorisierung". Also, es ist gerade kein Geld da, oder gerne auch kein Abnahmeprüfer. Deswegen muss die Umsetzung der Planung leider auf das Jahr 2028 oder noch später verschoben werden. Mit etwas "Glück" kann man dann wieder von vorne anfangen mit der Planung, weil sich leider eine wichtige Vorschrift geändert hat, oder das Bauteil nicht mehr lieferbar ist oder...

Oder es gibt halt keine Sperrpausen, was zum Teil auch an der personellen Unterbesetzung einiger Bereiche liegt (z.B. Betra- und Fahrplanbearbeitung).
Zitat
Latschenkiefer
Zitat
Jay
Zitat
VvJ-Ente
Kommt auf die Zeitrechnung an. Der Planer könnte durchaus der Meinung sein, wir hätten aktuell das Jahr 1447...😇

Den Planern ist relativ egal, welches Projekt sie planen. Die Priorisierung findet an anderer Stelle statt.

Wenn kein Auftrag da ist, wird nicht geplant. Im Regelfall laufen die Planungen aber 1-2 Jahre im Voraus.

Aktuell sind die Gründe für Verzögerung vor allem "Repriorisierung". Also, es ist gerade kein Geld da, oder gerne auch kein Abnahmeprüfer. Deswegen muss die Umsetzung der Planung leider auf das Jahr 2028 oder noch später verschoben werden. Mit etwas "Glück" kann man dann wieder von vorne anfangen mit der Planung, weil sich leider eine wichtige Vorschrift geändert hat, oder das Bauteil nicht mehr lieferbar ist oder...

Oder es gibt halt keine Sperrpausen, was zum Teil auch an der personellen Unterbesetzung einiger Bereiche liegt (z.B. Betra- und Fahrplanbearbeitung).

Sicher alles schön, gut und richtig. Das hier gegenständliche "Megaprojekt" - nachträglicher Anbau eines nur zwei Ebenen verbindenden Aufzugs an den westlichen Treppenaufgang zur Fußgängerbrücke in S Johannisthal - erfordert aber weder Betra noch Sperrpausen noch LST-Abnahmen, sondern ist außerhalb der "DB-/EBA-Sonderwelt" z. B. für Einkaufszentren, Parkhäuser etc. gängiges Alltagsgeschäft der entsprechenden Firmen. Andere Bauträger vergeben solche Sachen zudem gerne von Planung bis Inbetriebsetzung komplett an einen einzigen Auftragnehmer - unter Verabredung von Konventionalstrafen bei Fristüberschreitung.

Das Problem neben dem Beharren auf "bahnspezifischen Standards und Prozessen" liegt hier aber primär darin, dass (die damalige) DB Station&Service auch nach Eingang der Bestellungserweiterung um einen Aufzug durch (damals) SenUVK in 2019 weiterhin zunächst stur den "nackten" Treppenaufgang ohne jede Berücksichtigung/Vorleistung für den Fahrstuhl weitergeplant und -gebaut hat, statt das Vorhaben insgesamt zu modifizieren. Dadurch wurde es natürlich schwierig und da muss sich die DB dann m- E. durchaus den Vorwurf mangelnden Interesses gefallen lassen...

Viele Grüße
Arnd
Am Wochenende war ich zu "Berlin macht Dampf" am S-Bahnhof Johannisthal. Die Südseite macht den Eindruck eines postapokalyptischen Lost Place. Zwischen den Platten des Belags wuchert Gras/Unkraut (sorry Wildkraut) und das Ganze wirkt recht ungepflegt. Ich kann mir vorstellen, dass die DB wenig Lust verspürt, hier einen Aufzug zu bauen, der Vandalen mit Sicherheit anzieht wie Licht Insekten...
Henner
Moin,

heute wurde (wieder einmal) im Newsletter des Berliner Abgeordnetenhauses eine parlamentarische Anfrage nebst Antworten zum Diskussionsthema veröffentlicht, diesmal von einem Abgeordneten der führenden Koalitionspartei (mit einem entsprechenden "Wording"):

Zitat

Anfrage des Abgeordneten Dr. Martin Sattelkau (CDU) vom 15.9.2025 und Antwort vom 30.9.2025: Einbau des Fahrstuhls am S-Bahnhof Johannisthal (Ausgang Johannisthaler Seite) - aktueller Sachstand, Verzögerungen und Maßnahmen zur Beschleunigung

Vorbemerkung der Verwaltung: Die Schriftliche Anfrage betrifft (zum Teil) Sachverhalte, die der Senat nicht aus eigener Zuständigkeit und Kenntnis beantworten kann. Er ist gleichwohl um eine sachgerechte Antwort bemüht und hat daher die DB InfraGO AG (DB AG) um Stellungnahme gebeten, sie wird in der Antwort an den entsprechend gekennzeichneten Stellen wiedergegeben.

A - Aktueller Stand und Fortschritte

Frage 1: Wie stellt sich der aktuelle Sachstand beim Einbau des Fahrstuhls am S-Bahnhof Johannisthal (Ausgang Johannisthaler Seite) dar, und welche konkreten Planungs- und Baufortschritte wurden seit den letzten schriftlichen Anfragen (Drs. 19/20522 und 19/21694) erzielt?

Antwort zu 1.: Die DB AG teilt hierzu Folgendes mit: "Die Vergabe der baulichen Leistungen war erfolgreich. Der Beginn der Bauarbeiten ist für Oktober 2025 geplant. Die Inbetriebnahme des neuen Aufzugs erfolgt voraussichtlich im zweiten Quartal 2026."

Frage 2: Welche Maßnahmen hat der Senat seit 2019 ergriffen, um den barrierefreien Ausbau an diesem Standort voranzubringen, und welche weiteren Schritte sind geplant, um den Einbau des Fahrstuhls jetzt schnellstmöglich abzuschließen?

Antwort zu 2.: Zur Beschleunigung des Projektes wurden Planungsschritte so weit wie möglich parallelisiert. Mitte 2024 wurde die Finanzierung gesichert. Ein vorgezogener Baubeginn war aufgrund der hohen Auslastung im Baugewerbe nicht möglich.

B - Terminlage und Verzögerungen

Frage 3: Bleibt es nach aktuellem Stand dabei, dass der Fahrstuhl - wie in der Antwort auf die schriftliche Anfrage Drs. 19/21694 angegeben - im 4. Quartal 2025 in Betrieb genommen wird?

Antwort zu 3.: Nein.

Frage 4: Falls nein:

a) Aus welchen konkreten Gründen kommt es zu einer erneuten Verzögerung?
b) Warum wurde dieses Projekt trotz seiner hohen Bedeutung für die Barrierefreiheit nicht höher priorisiert?
c) Um wie viele Monate verschiebt sich der Einbau und die Inbetriebnahme nunmehr?
d) Welcher konkrete und verbindliche Fertigstellungstermin wird derzeit genannt?
e) Welche Schritte wird der Senat gegenüber der Deutschen Bahn AG unternehmen, um eine weitere Verzögerung zu verhindern und die schnellstmögliche Fertigstellung sicherzustellen?

Antwort zu 4.: Die DB AG teilt hierzu mit: "Da Ausschreibungen lange ergebnislos blieben, war ein Beginn der Bauarbeiten vor Oktober 2025 nicht möglich."

Die Inbetriebnahme des Aufzuges ist für das II. Quartal 2026 vorgesehen. Der Senat befindet sich zu dem Projekt in enger Abstimmung mit der DB InfraGO AG. Mögliche Verzögerungen werden dabei kommuniziert. Weitere Verzögerungen sind zum derzeitigen Zeitpunkt nicht zu erwarten.

C - Finanzierung und Kostenentwicklung

Frage 5: Welche finanziellen Mittel stehen für den Einbau des Fahrstuhls am S-Bahnhof Johannisthal aktuell zur Verfügung, und wurden diese bereits vollständig durch die Deutsche Bahn AG bzw. den Bund gesichert? Falls nein: Welche Schritte unternimmt der Senat, um eine umgehende Finanzierung sicherzustellen?

Antwort zu 5.: Gemäß des Realisierungs- und Finanzierungsvertrages zwischen dem Senat und der DB InfraGO AG werden für das Vorhaben benötigten Kosten i.H.v. 1,4 Mio. EUR durch das Land Berlin abgesichert. Die benötigten Mittel sind im Haushalt im Kapitel 0730, Titel 89102, veranschlagt und in den relevanten Haushaltsjahren in der nach derzeitigem Stand jeweils benötigten Höhe festgelegt.

Frage 6: Wie haben sich die ursprünglich veranschlagten Baukosten für den Fahrstuhleinstieg am S-Bahnhof Johannisthal seit dem ersten genannten Fertigstellungstermin bis heute entwickelt?

Frage 7: Wer trägt die durch die wiederholten Verzögerungen entstandenen Mehrkosten - die Deutsche Bahn AG, der Bund oder das Land Berlin?

Frage 8: Sieht der Senat in den Verzögerungen und den damit verbundenen Kostensteigerungen einen Schaden für das Land Berlin bzw. für die Nutzerinnen und Nutzer des ÖPNV, und wenn ja, welche Konsequenzen zieht er daraus?

Antwort zu 6. bis 8.: Wegen des Sachzusammenhangs werden die Fragen 6 bis 8 gemeinsam beantwortet.

Die DB AG teilt hierzu Folgendes mit: "Die anvisierten Gesamtkosten des Projekts wurden bisher nicht überschritten. Wenn Mehrkosten entstehen, wird deren Übernahme mit dem Land Berlin verhandelt."

Da bisher keine Kostensteigerungen entstanden sind, ergeben sich keine finanziellen Schäden für das Land Berlin.

D - Verantwortung und Kooperation mit der DB AG

Frage 9: Welche vertraglichen Vereinbarungen bestehen zwischen dem Land Berlin und der Deutschen Bahn AG hinsichtlich des barrierefreien Ausbaus an diesem Standort, und welche Sanktions- oder Druckmittel hat der Senat bei erneuten Verzögerungen?

Antwort zu 9.: Es bestehen derzeit zwei vertragliche Vereinbarungen:
  • Finanzierungsvertrag über die Planungen der Leistungsphasen 1 bis 4 HOAI für die Infrastrukturmaßnahme "Neubau Aufzug am südwestlichen Ende der Fußgängerbrücke am S-Bahnhof Johannisthal" von 2021 und
  • Realisierungs- und Finanzierungsvertrag (RuFV) für die Infrastrukturmaßnahme "Neubau Aufzug am südwestlichen Ende der Fußgängerbrücke am S-Bahnhof Johannisthal" von 2024.
Im Falle eintretender Verzögerungen bei der Errichtung des Aufzugs könnten Sanktionsmittel in Form von anteiligen Rückforderungen der Landesmittel grundsätzlich nur verhängt werden, wenn die DB InfraGO AG vorsätzlich für die Verzögerungen verantwortlich ist oder sie aufgrund grober Fahrlässigkeit verursacht hat und der Nachweis dessen möglich ist.

Frage 10: Teilt der Senat die Einschätzung vieler Fahrgäste, dass die jahrelange Verzögerung beim Einbau eines einzelnen Fahrstuhls das Ansehen der Deutschen Bahn AG erheblich beschädigt, und welche Konsequenzen zieht er daraus für die künftige Zusammenarbeit mit der DB AG im Bereich Barrierefreiheit?

Antwort zu 10.: Dem Senat ist bewusst, dass die Verzögerung bei der Inbetriebnahme des Aufzuges zu berechtigter Kritik der Fahrgäste führt. Da die DB InfraGO AG Eigentümerin der Verkehrsstationen sowie der Aufzugsanlagen ist, wird weiterhin eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der DB InfraGO AG und dem Senat erfolgen.

E - Folgen für die Fahrgäste und Zwischenlösungen

Frage 11: Wie bewertet der Senat die Folgen dieser wiederholten Verzögerungen für mobilitätseingeschränkte Menschen, ältere Menschen sowie Eltern mit Kinderwagen, die den S-Bahnhof Johannisthal nutzen, und welche kurzfristigen Ersatz- oder Unterstützungsmaßnahmen stehen diesen Personengruppen derzeit konkret zur Verfügung?

Frage 12: Welche zusätzlichen Maßnahmen werden geprüft oder umgesetzt, um bis zur Inbetriebnahme des Fahrstuhls eine bessere Erreichbarkeit des Bahnhofs für mobilitätseingeschränkte Menschen sicherzustellen (z. B. Shuttle-Lösungen, provisorische Aufzüge, alternative Zugänge)?

Antwort zu 11. und 12.: Wegen des Sachzusammenhangs werden die Fragen 11 und 12 gemeinsam beantwortet.

Dem Senat ist bewusst, dass es für mobilitätseingeschränkte Personen und Personen mit Kinderwagen oder schwerem Gepäck derzeit zu Einschränkungen bei der Erreichbarkeit des S-Bahnhofes Johannisthal aus den südlich gelegenen Gebieten kommt. Da der S-Bahnhof jedoch bereits durch die Aufzüge am nördlichen Zugang und von der Fußgängerbrücke zum S-Bahnsteig grundsätzlich barrierefrei erreichbar ist, sind bis zur geplanten Inbetriebnahme in 2026 keine weiteren Maßnahmen geplant. Personen mit Mobilitätseinschränkungen können im Übrigen den Service Muva Aufzugersatz der BVG buchen, wenn z.B. ein Bahnhof nicht barrierefrei ausgebaut ist oder Aufzüge defekt sind.

Frage 13: In welcher Form wurden Fahrgastverbände, Behindertenbeauftragte oder andere Interessenvertretungen über die erneute Verzögerung informiert und in die Suche nach Lösungen einbezogen?

Antwort zu 13.: Nach hiesigem Kenntnisstand erfolgt keine konkrete Information über die Verzögerung gegenüber Fahrgastverbänden, Behindertenbeauftragten oder anderen Interessenvertretungen, da der S-Bahnhof Johannisthal - wie unter der Antwort zu der Frage 12 ausgeführt - bereits grundsätzlich barrierefrei erreichbar ist.

F - Einordnung im Gesamtkontext

Frage 14: Wie ist der Stand beim barrierefreien Ausbau anderer Berliner S-Bahnhöfe im Vergleich zum Bahnhof Johannisthal und wie erklärt der Senat die Unterschiede in der Priorisierung?

Antwort zu 14.: Im Berliner S-Bahnnetz sind bereits 126 von 132 S-Bahnhöfen barrierefrei erreichbar, dies entspricht einer Quote von 95,5 %. Aufgrund der hohen verkehrlichen Bedeutung des südwestlichen Zugangs hat der Bau dieses Aufzuges eine hohe Priorität. Da die Station aber bereits grundsätzlich barrierefrei erreichbar ist, hat der Bau dieses Aufzugs nicht die höchste Priorität.

Zwischen der DB InfraGO AG und dem Senat wurde die Rahmenvereinbarung "Bahnhofsmodernisierungsprogramm Berlin" geschlossen. Diese umfasst 50 Neu- und Modernisierungsmaßnahmen an Berliner Personenbahnhöfen zur Verbesserung der Qualität und Attraktivität sowie Steigerung der Kundenzufriedenheit. Dabei ist auch der barrierefreie Ausbau von Verkehrsstationen enthalten.

Aufgrund der Ressourcenknappheit an Fachpersonal und Bauausführenden müssen Projekte stets an die Marktgegebenheiten angepasst werden. In diesem Zusammenhang erfolgt eine Repriorisierung der Maßnahmen. Dabei werden weit vorangeschrittene Maßnahmen sowie der barrierefreie Ausbau von derzeit noch nicht barrierefreien Verkehrsstationen priorisiert. Dies erfolgt in enger Abstimmung zwischen der DB InfraGO AG und dem Senat.

Frage 15: Bis wann hält es der Berliner Senat - unter Berücksichtigung der bundes- und landesrechtlichen Vorgaben zur Barrierefreiheit (u. a. Personenbeförderungsgesetz "PBefG") - für erforderlich, dass alle Berliner S-Bahnhöfe barrierefrei sind?

Frage 16: Bis wann werden nach derzeitiger Planung und Umsetzung vor dem Hintergrund der bundes- und landesrechtlichen Vorgaben zur Barrierefreiheit (u. a. Personenbeförderungsgesetz "PBefG") tatsächlich alle Berliner S-Bahnhöfe barrierefrei sein?

Antwort zu 15. und 16.: Wegen des Sachzusammenhangs werden die Fragen 15 und 16 gemeinsam beantwortet.

Die Vorgaben des PBefG finden bei den Anlagen der DB InfraGO AG keine Anwendung. Für Eisenbahnanlagen gelten die Vorgaben des Allgemeinen Eisenbahngesetzes (AEG). Das AEG sieht keinen Stichtag für die vollständige barrierefreie Erreichbarkeit der Verkehrsstationen vor.

Die Verantwortung für den barrierefreien Ausbau der S-Bahnhöfe liegt beim Eisenbahninfrastrukturunternehmen DB InfraGO AG und dem Bund als Eigentümer der DB AG. Die DB InfraGO AG als Eisenbahninfrastrukturunternehmen ist dabei Eigentümerin der Aufzuganlagen an S-Bahnhöfen und für die Errichtung von Aufzügen sowie Wartungs- und Störungsbeseitigung zuständig. Der Senat kann diesbezüglich gegenüber der DB InfraGO AG keine Auflagen machen.

Vereinzelt sieht der Senat die Notwendigkeit, die barrierefreie Erreichbarkeit wichtiger S-Bahnhöfe zu ermöglichen und finanziert dementsprechend Aufzüge bei der DB InfraGO AG. Dies ist im Fall der barrierefreien Erschließung des südwestlichen Zugangs des S-Bahnhofes Johannisthal erfolgt.

Der barrierefreie Ausbau der bislang nicht barrierefrei erreichbaren Verkehrsstationen im Berliner S-Bahnnetz ist in unterschiedlichen Projekten verankert. Ein konkreter Zeitplan für die Realisierung kann derzeit nicht genannt werden.
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Viele Grüße, Thomas

--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
Und wie sieht es derzeit real vor Ort aus? Mein Outlook-Kalender behauptet nämlich seit genau 10 Tagen, "OKTOBER 2025" sei genau jetzt...

Viele Grüße
Arnd
Zitat

Arnd Hellinger am 10.10.2025 um 16.48 Uhr:

Und wie sieht es derzeit real vor Ort aus?

Montag waren noch keine Arbeiten zu erkennen.

Gruß, Thomas

--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
Zitat
krickstadt
Zitat

Arnd Hellinger am 10.10.2025 um 16.48 Uhr:

Und wie sieht es derzeit real vor Ort aus?

Montag waren noch keine Arbeiten zu erkennen.

Warum bloß dachte ich mir das schon...? :-(

Viele Grüße
Arnd
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