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Neubau Blockdammbrücke - eine Initiative im Bezirk
geschrieben von Arnd Hellinger 
Ein auch von mir lange ersehntes Projekt in Karlshorst zur Verbesserung des Rad- und Fußverkehrs soll nach einem Beschluss der BVV Lichtenberg nun aus seinem Dornröschenschlaf erweckt werden. Zu hoffen ist dabei nur, dass auch SenUVK, DB Netz sowie EBA ihr Beamten-Mikado zeitweise aussetzen und den Ersatzneubau der Blockdammbrücke nebst Planungs- und Genehmigungsverfahren "zwar sorgfältig, jedoch mit der [im Bahnbetrieb] gebotenen Raschheit"[1] umsetzen...

Sinnvoll wäre nun natürlich, die neue Brücke zeitgleich mit dem in diversen Bedarfsplänen erwähnten S-Bahnhof/Haltepunkt "Karlshorst West" zu realisieren, aber da Frau Günther und Herr Streese ja gegen jede Bestellung weiterer S-Bahnhöfe allergisch zu sein scheinen, wird das wohl ein schöner Traum bleiben. Dies allerdings wäre bedauerlich.


[1] - Anleihe aus den Unfallverhütungsvorschriften der Deutschen Bundesbahn

Viele Grüße
Arnd
Na, dann wollen wir doch mal hoffen das niemand die Absicht hat …
Ich bin da weniger optimistisch. Die Brücke ist im Rahmen der SOV-Ideen planungsbefangen. Sofern man sich von diesen (Auto-)Ideen nicht verabschiedet (oder eine Vorzungsvariante festlegt), dürfte es allenfalls für ein neues Provisorum, aber eher für eine Instandsetzung der vorhandenen Brücke, reichen.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
Jay
Ich bin da weniger optimistisch. Die Brücke ist im Rahmen der SOV-Ideen planungsbefangen. Sofern man sich von diesen (Auto-)Ideen nicht verabschiedet (oder eine Vorzungsvariante festlegt), dürfte es allenfalls für ein neues Provisorum, aber eher für eine Instandsetzung der vorhandenen Brücke, reichen.

Diese "SOV-Ideen" scheinen aber für den fraglichen Bereich in Karlshorst gestorben zu sein. Wenn ich mir die hier in der Gegend seit 2010 so entstandene Bebauung sowie die zur Genehmigung eingereichten Projekte ansehe, kann ich insbesondere nördlich der Blockdammbrücke nicht erkennen, wo da eine übergeordnete Straße in Richtung Tierpark/Sewanstraße verlaufen können sollte, zumal auch die KGA unter Schutz stehen.

Zudem hat die Verwaltung in ihrer Stellungnahme zum BVV-Antrag nichts von einer Planungsbefangenheit der Brücke geschrieben....

Viele Grüße
Arnd
In diesem Zusammenhang wäre es sicher sinnvoll, die neue Brücke in die Trasse des alten Straßendamms zu legen (also westlich der aktuellen Behelfsbrücke) und gleich so breit zu machen, dass Rettungsfahrzeuge sie auch nutzen können. Die alten Brückenwiderlager stehen ja zum Teil noch, müsste man sehen ob die noch verwendet werden können. Gegen unerlaubte Nutzung durch böse Pkw müsste natürlich ein Poller gestellt werden ;)
Zitat
Wolke Eins
In diesem Zusammenhang wäre es sicher sinnvoll, die neue Brücke in die Trasse des alten Straßendamms zu legen (also westlich der aktuellen Behelfsbrücke) und gleich so breit zu machen, dass Rettungsfahrzeuge sie auch nutzen können. Die alten Brückenwiderlager stehen ja zum Teil noch, müsste man sehen ob die noch verwendet werden können. Gegen unerlaubte Nutzung durch böse Pkw müsste natürlich ein Poller gestellt werden ;)

Die alten Widerlager nützen allerdings nicht viel, weil sie (aufgrund der Oberleitung) zu niedrig sind. Das ist ja vermutlich auch der Grund, warum die Brücke dort überhaupt fehlt.
Zitat
Arnd Hellinger
Zitat
Jay
Ich bin da weniger optimistisch. Die Brücke ist im Rahmen der SOV-Ideen planungsbefangen. Sofern man sich von diesen (Auto-)Ideen nicht verabschiedet (oder eine Vorzungsvariante festlegt), dürfte es allenfalls für ein neues Provisorum, aber eher für eine Instandsetzung der vorhandenen Brücke, reichen.

Diese "SOV-Ideen" scheinen aber für den fraglichen Bereich in Karlshorst gestorben zu sein. Wenn ich mir die hier in der Gegend seit 2010 so entstandene Bebauung sowie die zur Genehmigung eingereichten Projekte ansehe, kann ich insbesondere nördlich der Blockdammbrücke nicht erkennen, wo da eine übergeordnete Straße in Richtung Tierpark/Sewanstraße verlaufen können sollte, zumal auch die KGA unter Schutz stehen.

Zudem hat die Verwaltung in ihrer Stellungnahme zum BVV-Antrag nichts von einer Planungsbefangenheit der Brücke geschrieben....

Wenn die SOV gestorben ist, warum steht sie dann noch im aktualisierten FNP? Nach wie vor ist dort eine Hauptstraße vom Blockdammweg über Ilsestraße zur Sewanstraße vorgesehen. Dafür muss die besagte Brücke in ihrer Achse gedreht werden. Insofern bleibe ich dabei: Planungsbefangen

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
andre_de
Zitat
Wolke Eins
In diesem Zusammenhang wäre es sicher sinnvoll, die neue Brücke in die Trasse des alten Straßendamms zu legen (also westlich der aktuellen Behelfsbrücke) und gleich so breit zu machen, dass Rettungsfahrzeuge sie auch nutzen können. Die alten Brückenwiderlager stehen ja zum Teil noch, müsste man sehen ob die noch verwendet werden können. Gegen unerlaubte Nutzung durch böse Pkw müsste natürlich ein Poller gestellt werden ;)

Die alten Widerlager nützen allerdings nicht viel, weil sie (aufgrund der Oberleitung) zu niedrig sind. Das ist ja vermutlich auch der Grund, warum die Brücke dort überhaupt fehlt.

Genau. Das derzeit vorhandene Bauwerk wurde zur Elektrifizierung 1982 von der Reichsbahn selbst nur als Behelfsbrücke projektiert und hätte ab 1987 durch einen regelwerkskonformen Neubau ersetzt werden sollen - das scheiterte wie der Ostkreuz-Umbau an fehlenden Baukapazitäten.

Auch machen die Reste der Widerlager optisch unabhängig von deren Höhenlage nicht gerade den Eindruck einer dauerhaften Weiterverwendbarkeit - die müssen also in jedem Fall neu aufgebaut oder zumindest verstärkt werden. Ohne Abstimmung mit DB Netz und DB Fernverkehr kann da aber überhaupt keine neue Brücke entstehen...

Viele Grüße
Arnd
Zitat
Jay
Wenn die SOV gestorben ist, warum steht sie dann noch im aktualisierten FNP? Nach wie vor ist dort eine Hauptstraße vom Blockdammweg über Ilsestraße zur Sewanstraße vorgesehen. Dafür muss die besagte Brücke in ihrer Achse gedreht werden. Insofern bleibe ich dabei: Planungsbefangen

Vor genau 20 Jahren wurden schon mal 30 Millionen Mark aus der "Gemeinschaftsaufgabe Ost" für den Neubau der im letzten Krieg zerstörten Eisenbahnüberführung zur Verfügung gestellt: [www.tagesspiegel.de]
Wie so oft kam es nicht dazu. Und so wurde ein Jahrzehnt darauf die provisorische Fußgängerbrücke für die Mitbenutzung durch Fahrradfahrer hergerichtet. Für die Abmilderung der Trennungswirkung der Eisenbahnschneise muss die Überbrückung für alle Verkehrsteilnehmer möglich sein.

so long

Mario



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.05.2021 01:08 von der weiße bim.
Zitat
der weiße bim
Zitat
Jay
Wenn die SOV gestorben ist, warum steht sie dann noch im aktualisierten FNP? Nach wie vor ist dort eine Hauptstraße vom Blockdammweg über Ilsestraße zur Sewanstraße vorgesehen. Dafür muss die besagte Brücke in ihrer Achse gedreht werden. Insofern bleibe ich dabei: Planungsbefangen

Vor genau 20 Jahren wurden schon mal 30 Millionen Mark aus der "Gemeinschaftsaufgabe Ost" für den Neubau der im letzten Krieg zerstörten Eisenbahnüberführung zur Verfügung gestellt: [www.tagesspiegel.de]

Bist Du Dir mit der "Kriegszerstörung" sicher? Mein Kenntnisstand ist der, dass erst die DR in Vorbereitung der Fernbahnelektrifizierung den alten Überbau demontiert hat, weil dessen Höhenlage für die Wäscheleinen ungeeignet war...

Viele Grüße
Arnd
Zitat
Arnd Hellinger
Bist Du Dir mit der "Kriegszerstörung" sicher? Mein Kenntnisstand ist der, dass erst die DR in Vorbereitung der Fernbahnelektrifizierung den alten Überbau demontiert hat, weil dessen Höhenlage für die Wäscheleinen ungeeignet war...

Ganz sicher bin ich nicht, weil ich aufgrund späterer Geburt nicht bei der Zerstörung dabei war ;-)
Das [www.brueckenweb.de] schreibt es aber auch so.

so long

Mario
Zitat
Jay
Wenn die SOV gestorben ist, warum steht sie dann noch im aktualisierten FNP? Nach wie vor ist dort eine Hauptstraße vom Blockdammweg über Ilsestraße zur Sewanstraße vorgesehen. Dafür muss die besagte Brücke in ihrer Achse gedreht werden. Insofern bleibe ich dabei: Planungsbefangen

Planungsbefangen würde ich es nicht nennen, weil der Flächennutzungsplan (FNP) selbst keine rechtliche Wirkung entfaltet bzw. keine Rechtssatzqualität hat. Dennoch soll der FNP gerade für die Gemeinde respektive im Falle Berlins für das Land selbst und seine Behörden bindenden Charakter haben. Darüber hinaus kommt bei eventuellen juristischen Auseinandersetzungen eine so genannte Inzidentkontrolle infrage. Komplett wurscht ist es ergo nicht, was im FNP verankert ist.

Zitat
Arnd Hellinger
Zitat
der weiße bim
Zitat
Jay
Wenn die SOV gestorben ist, warum steht sie dann noch im aktualisierten FNP? Nach wie vor ist dort eine Hauptstraße vom Blockdammweg über Ilsestraße zur Sewanstraße vorgesehen. Dafür muss die besagte Brücke in ihrer Achse gedreht werden. Insofern bleibe ich dabei: Planungsbefangen

Vor genau 20 Jahren wurden schon mal 30 Millionen Mark aus der "Gemeinschaftsaufgabe Ost" für den Neubau der im letzten Krieg zerstörten Eisenbahnüberführung zur Verfügung gestellt: [www.tagesspiegel.de]

Bist Du Dir mit der "Kriegszerstörung" sicher? Mein Kenntnisstand ist der, dass erst die DR in Vorbereitung der Fernbahnelektrifizierung den alten Überbau demontiert hat, weil dessen Höhenlage für die Wäscheleinen ungeeignet war...

Die Blockdammbrücke lag auf jeden Fall auch nach dem Krieg, allerdings in einem erbärmlichen Zustand. Das Neue Deutschland druckte am 03.07.1970 einen Leserbrief von Joachim Haack dazu ab: „Trotz mehrerer Eingaben und Versprechen zu ändern, ist die Blockdammbrücke in Karlshorst noch immer eine große Gefahrenquelle. Die Rampengeländer fehlen teilweise, und auch die Gehwege sind stark beschädigt.“

Bereichsleiter Ing. Jahnke vom Straßen- und Tiefbauamt Berlin antwortete in derselben Ausgabe des Neuen Deutschlands wie folgt: „Am 11 Juni führten wir gemeinsam mit Vertretern des Hauptreferats Straßenwesen Lichtenberg und des Produktionsabschnittes Ost des Straßen- und Tiefbauamtes einen Ortstermin an der Blockdammbrücke durch. Dabei wurden Maßnahmen zur Beseitigung der Gefahrenquellen festgelegt. Die Schlosserarbeiten am Rampengeländer waren bis zum 20. Juni auszuführen, Die notwendigen Verfüll- und Steinsetzerarbeiten an den Rampenböschungen beginnen spätestens am 15. Juli 1970.“
Zitat
der weiße bim
Zitat
Jay
Wenn die SOV gestorben ist, warum steht sie dann noch im aktualisierten FNP? Nach wie vor ist dort eine Hauptstraße vom Blockdammweg über Ilsestraße zur Sewanstraße vorgesehen. Dafür muss die besagte Brücke in ihrer Achse gedreht werden. Insofern bleibe ich dabei: Planungsbefangen

Vor genau 20 Jahren wurden schon mal 30 Millionen Mark aus der "Gemeinschaftsaufgabe Ost" für den Neubau der im letzten Krieg zerstörten Eisenbahnüberführung zur Verfügung gestellt: [www.tagesspiegel.de]
Wie so oft kam es nicht dazu. Und so wurde ein Jahrzehnt darauf die provisorische Fußgängerbrücke für die Mitbenutzung durch Fahrradfahrer hergerichtet. Für die Abmilderung der Trennungswirkung der Eisenbahnschneise muss die Überbrückung für alle Verkehrsteilnehmer möglich sein.

Dass die Blockdammbrücke im Krieg nicht zerstört wurde, kann man übrigens auch auf einem Luftbild von 1953 sehr gut erkennen: [fbinter.stadt-berlin.de]
Zitat
Arnd Hellinger
Zitat
Jay
Ich bin da weniger optimistisch. Die Brücke ist im Rahmen der SOV-Ideen planungsbefangen. Sofern man sich von diesen (Auto-)Ideen nicht verabschiedet (oder eine Vorzungsvariante festlegt), dürfte es allenfalls für ein neues Provisorum, aber eher für eine Instandsetzung der vorhandenen Brücke, reichen.

Diese "SOV-Ideen" scheinen aber für den fraglichen Bereich in Karlshorst gestorben zu sein. Wenn ich mir die hier in der Gegend seit 2010 so entstandene Bebauung sowie die zur Genehmigung eingereichten Projekte ansehe, kann ich insbesondere nördlich der Blockdammbrücke nicht erkennen, wo da eine übergeordnete Straße in Richtung Tierpark/Sewanstraße verlaufen können sollte, zumal auch die KGA unter Schutz stehen.

Zudem hat die Verwaltung in ihrer Stellungnahme zum BVV-Antrag nichts von einer Planungsbefangenheit der Brücke geschrieben....

Eines vorweg: Jay lag mit seiner Vermutung zur Planungsbefangenheit absolut richtig! Und das hat sogar der Ausschuss Öffentliche Ordnung, Verkehr und Bürgerdienste in seinem Antrag vom 29.04.2021 (Drucksache - DS/2130/VIII) an die BVV klar herausgestrichen. Darin heißt es nämlich:

Zitat
Ausschuss Öffentliche Ordnung, Verkehr und Bürgerdienste

Das Bezirksamt wird ersucht, sich für einen Neubau der Blockdammbrücke als Fußgänger- und Radwegbrücke beim Senat einzusetzen und hierfür notwendige Zuarbeiten und Vorleistungen zu erbringen. Hierfür soll der bezirkliche Planungsvorbehalt für die Blockdammbrücke im „Stadtentwicklungsplan Mobilität und Verkehr“ (StEP MoVe) entsprechend angepasst werden.

Wirft man jetzt einen Blick in das „Übergeordnete Straßennetz Planung 2025“ von SenUVK, sieht man die projektierte Strecke als übergeordnete Straße der Stufe II. Gestorben scheint die Idee also mitnichten, eher sogar sehr konkret. Und was an Kleingärten genau geschützt sein soll, erschließt sich mir ebenso nicht.


Quelle: Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Abteilung IV (Verkehr) - Übergeordnetes Straßennetz Planung 2025
Zitat
Christian Linow
Wirft man jetzt einen Blick in das „Übergeordnete Straßennetz Planung 2025“ von SenUVK, sieht man die projektierte Strecke als übergeordnete Straße der Stufe II. Gestorben scheint die Idee also mitnichten, eher sogar sehr konkret.

Und um das Thema rund zu machen und die Verbindung zum Bezirk herzustellen, sei der Blick in den für die Verwaltung verbindlichen Lichtenberger Bereichsentwicklungsplan (BEP) empfohlen.

Dazu der entsprechende Auszug aus dem Erläuterungsbericht, der die Planungsbefangenheit konkret macht (im Plan als "Dissensfläche G" eingezeichnet), aber auch aufzeigt, dass es an der Straßenverbindung verwaltungsintern erheblichen Diskussionsbedarf bedarf. Man muss allerdings dazu sagen, dass dieser BEP im Jahr 2005 beschlossen wurde, er üblicherweise alle 10 Jahre fortgeschrieben werden soll und somit zeitlich überfällig ist. Inwiefern die Fortschreibung in den Gremien oder in der BVV derzeit bearbeitet wird, entzieht sich meiner Kenntnis. Die bezirkliche Variante über die Sangeallee/ Hönower Straße wird meines Erachtens seit dem Umbau der Kreuzung Treskowallee/ Waldowallee nicht mehr weiter verfolgt, sodass die aus dem FNP abgeleitete Trassenfreihaltung Ilsestraße/ Sewanstraße die eigentliche zu beseitigende Planungsbefangenheit darstellt, soll die Blockdammbrücke zukünftig als alleinige Rad- und Fußwegbrücke aufgebaut werden.

Planungsziele des Bezirkes
Der Bezirk nutzt die Bereichsentwicklungsplanung, um sinnvolle Straßennetzergänzung zu finden und möglicherweise als Alternative zu vorhandenen Planungen in das Nutzungskonzept aufzunehmen. Folgende Planungsziele des Bezirkes sind daher in Abweichung von Darstellungen des FNP Berlin gewählt worden: [...]
Neubau / Ausbau Blockdammweg – Ilsestraße - Sewanstraße
Der Bezirk betrachtet die Herstellung der Verbindung Blockdammweg /Treskowallee mit dem Bau der Blockdammbrücke und dem Ausbau der Sangeallee / Hönower Straße als Schluss im Netz der sonstigen Straßen. Die im FNP Berlin dargestellte übergeordnete Hauptverkehrsstraße mit Anbindung an die Sewanstraße wird auf Grund der erheblichen Belastungen der Wohnbereiche nicht befürwortet. Durch das Symbol der Trassenfreihaltung wird dem Netzschluss wie im FNP Berlin dargestellt langfristig Rechnung getragen. Der aktuelle Sachstand hinsichtlich der Straßenplanung sieht lediglich eine Straße 3. Ordnung vor, die nicht dem überregionalen Durchgangsverkehr zur Verfügung steht. In den sich anschließenden Planverfahren wird eine Konkretisierung erfolgen.


[www.berlin.de]

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Aus den Angaben der bei Herrn Linow angeführten Karte darauf schließen zu wollen, das hier konkret etwas geplant wird, halte ich für zweifelhaft. In den Unterlagen der Senatsverwaltung(en) stehen die verschiedensten Dinge, die zudem noch nicht einmal in sich konsistent sind. Man vergleiche nur mal die obige Karte des übergeordneten Straßennetzes mit dem aktuellen Flächennutzungsplan. Da tauchen in der einen Unterlage wichtige Straßenzüge auf, die es in der anderen Unterlage nicht gibt und genauso umgekehrt. Nichts genaues weiß man nicht ;)



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.05.2021 09:40 von Wolke Eins.
Zitat
Christian Linow
Und was an Kleingärten genau geschützt sein soll, erschließt sich mir ebenso nicht.

Und auch dazu hat das Land Berlin ein entsprechendes Planwerk parat: Den im letzten Jahr beschlossenen Kleingartenentwicklungsplan (KEP). Darin sind alle Kleingartenanlagen des Landes Berlin und seiner Schutzfristen drin, unterteilt in mehrere sogenannter Entwicklungskategorien. Von der Karlshorster Straßenplanung betroffen sind zwei Kleingartenanlagen (KGA), die KGA Hochspannung und die Ilsegärten. Die blaue Fläche ist als zu dauerhaft zu erhalten eingestuft und wird in naher Zukunft durch ein Bebauungsplanverfahren rechtlich gesichert werden. Die gelben Flächen bilden Kategorie 3, für die eine Umnutzung zwar vorgesehen sind, aber nach den öffentlichen Diskussionen im Zusammenhang mit der Festsetzung des KEP ihre Pachtverträge bis mindesten 2030 gesichert wurden, statt wie einst vorgesehen, sie bis Ende 2020 wegen der sich zuspitzenden Verknappung neuer Wohnbauflächen auslaufen zu lassen.

Hier muss also der Bezirk tätig werden und ein klares Nichtbekenntnis zur Straßenplanung äußern, um den Weg für den Brückenneubau als reine Rad- und Fußwegbrücke freizumachen aber auch den Kleigartenpächtern eine sichere Zukunft zu ermöglichen. Ich würde mir wünschen, wenn man mit der Brückenplanung einen Schritt weiter geht und die Brücke in ein überörtliches Wegenetz einbindet. Zum Beispiel ließe sich ein Abzweig aus dem Tangentialradweg TR4 zur Rummelsburger Bucht daraus ableiten, um so zum einen Karlshorst als Fahrradkiez zu stärken aber auch um den Raum Biesdorf-Süd für den überörtlichen Fahrradverkehr in Richtung Innenstadt attraktiver zu machen. Biesdorf-Süd und Karlshorst haben den Vorteil, dass die Verkehrsströme des MIV in Nordsüd orientiert sind, aber die in meinen Augen für die Verkehrswende wichtigeren Ost-West-Verkehre auf den Umweltverbund ausrichtbar wären. Mein Traum wäre ja eine Fahrradbrücke über die Treskowallee auf Höhe der VnK, um von Biesdorf-Süd über (zukünftig) Blockdammweg zur Spree gelangen ;-)

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Zitat
Wolke Eins
Aus den Angaben der bei Herrn Linow angeführten Karte darauf schließen zu wollen, das hier konkret etwas geplant wird, halte ich für zweifelhaft. In den Unterlagen der Senatsverwaltung(en) stehen die verschiedensten Dinge, die zudem noch nicht einmal in sich konsistent sind. Man vergleiche nur mal die obige Karte des übergeordneten Straßennetzes mit dem aktuellen Flächennutzungsplan. Da tauchen in der einen Unterlage wichtige Straßenzüge auf, die es in der anderen Unterlage nicht gibt und genauso umgekehrt. Nichts genaues weiß man nicht ;)

Tja, genau das lässt sich nicht konkretisieren. Für den Fakt, dass auch weiterhin am Aus- und Neubau des Straßenzuges festgehalten wird, spricht der erst jüngst aktualisierte Flächennutzungsplan, wie Jay korrekt angeführt hat.

Unabhängig davon hat aber vor allem die Morgenpost ziemlich dilettantisch aus einer ganz anders intendierten Empfehlung des Ausschusses für Öffentliche Ordnung, Verkehr und Bürgerdienste an die BVV, letztere dieser mehrheitlich entsprach, quasi einen Auftrag zum Neubau gemacht. Und das wiederum lässt falsche Schlüsse zu.
Zitat
Wolke Eins
Man vergleiche nur mal die obige Karte des übergeordneten Straßennetzes mit dem aktuellen Flächennutzungsplan. Da tauchen in der einen Unterlage wichtige Straßenzüge auf, die es in der anderen Unterlage nicht gibt und genauso umgekehrt. Nichts genaues weiß man nicht ;)

Das liegt daran, dass die hier genannten Planwerke unterschiedliche Planungsebenen abbilden. Während der Flächennutzungsplan quasi als On-Top-Plan grundsätzliche und langfristige Planunsgabsichten der gesamten Stadt abbildet, aber Details weg lässt, werden die unteren Planungsebenen bis hin zum Bezirksplan immer konkreter, detaillierter und verbindlicher. Der Stadtentwicklungsplan Verkehr beschäftigt sich sogar nur mit einem Thema. Allen gemein ist, dass sie aufeinander aufbauen. Eine Straßenverbindung, die überregionale Bedeutung hat, muss in den nachgelagerten Planungsebenen berücksichtigt werden. Andersherum interessieren grundstücksscharfe Abgrenzungen wie sie im Bebauungsplan behandelt werden, den übergeordneten Plänen immer weniger bis sie im FNP als On-Top-Plan gar nicht mehr auftauchen. Jedes Planwerk hat auf seiner Maßstabsebene eine spezifische Aufgabe.

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Zitat
Christian Linow
Dass die Blockdammbrücke im Krieg nicht zerstört wurde, kann man übrigens auch auf einem Luftbild von 1953 sehr gut erkennen: [fbinter.stadt-berlin.de]

Auch auf dem Stadtplan von 1961 ist die alte Brücke noch enthalten.
[www.blocksignal.de]
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