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Niederflurwagen für Woltersdorf
geschrieben von Arnd Hellinger 
Es ist weder ein verspäteter Aprilscherz noch überzogenes Wunschdenken des Vorstandsmitglieds eines Behindertenverbandes, sondern die offizielle Ausschreibung [ted.europa.eu] der SRS...

Viele Grüße
Arnd
Einfach 9001+9002 aufn Laster und Schöneiche wirft was in die Kaffeekasse in Lichtenberg. Fällt doch bestimmt eh keinen auf :D :D
Ich denke mal 4001+4002 würden für Woltersdorf auch reichen :D
Zitat
MPunktHPunkt
Ich denke mal 4001+4002 würden für Woltersdorf auch reichen :D

Sind "ein wenig" zu lang für die Woltersdorfer Vorstellungen.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
Ausschreibung
Der Auftrag umfasst einen Rahmenvertrag über bis zu vier (4) normalspurige Niederflurstraßenbahnfahrzeuge in Zweirichtungsausführung, in der Grundbestellung zwei (2) Fahrzeuge sowie bis zu drei (2) weitere Fahrzeuge zu beschaffen oder drei (3) Fahrzeuge und ein (1) weiteres Optionsfahrzeug

(Eins) , zwei oder drei, du musst dich entscheiden.

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#freeAssange
Welcher Hersteller könnte denn auf solch eine Ausschreibung positiv reagieren? Ist das bei so einer geringen Menge überhaupt Pflicht auszuschreiben?
Zitat
Flexist
Welcher Hersteller könnte denn auf solch eine Ausschreibung positiv reagieren?

Vielleicht ist hier schon die Lösung ;-)

[www.transport-publiczny.pl]

Beste Grüße
Harald Tschirner
Zitat
Flexist
Welcher Hersteller könnte denn auf solch eine Ausschreibung positiv reagieren? Ist das bei so einer geringen Menge überhaupt Pflicht auszuschreiben?

Innerhalb der EU gelten für Vergaben öffentlicher Aufträge keine Mengengrenzen, sondern Wertgrenzen.
Im Land Brandenburg müssen Lieferungen und Leistungen ab 100.000 Euro ausgeschrieben werden: [vergabe.brandenburg.de]
Das gilt sogar für private Firmen, die Beschaffungen aus öffentlichen Geldern finanzieren.


Ein ähnliches Problem hatte Linz, die Hauptstadt Oberösterreichs vor etwa 14 Jahren. Sie benötigte für ihre Straßenbahn-Steilstrecke auf den Pöstlingberg dringend neue, barrierefreie Fahrzeuge. Die Bahn hat jährlich ca. 500.000 Fahrgäste, darunter sehr viele Touristen.
Hier kam man schließlich mit dem damals noch als Platzhirsch agierenden kanadischen Konzern Bombardier (Werk Wien) ins Geschäft, der 2009 zum Stückpreis von 4,6 Millionen Euro drei besonders konstruierte Niederflurgelenkwagen auf je zwei Fahrwerken lieferte. Ein vierter Wagen wurde zwei Jahre später nachgeliefert. Die Fahrzeuge mit 33 Sitzplätzen sind 19m lang, 2,3m breit und steilstreckentauglich. Sie stammen aus der Familie Cityrunner, die als Vorläufer der Flexity anzusehen ist. Woltersdorf hat ganz ähnliche Fahrgastzahlen so um die 600.000 jährlich bei einem geringeren Touristenanteil.
Die Linzer Wagen sind für die Woltersdorfer Ausschreibung aber etwas zu lang, etwas zu schmal und zu teuer. Daher nur als Beispiel, was andere Kleinbetriebe so anschaffen.

so long

Mario



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 05.07.2021 18:25 von der weiße bim.
Zitat
Flexist
Welcher Hersteller könnte denn auf solch eine Ausschreibung positiv reagieren? Ist das bei so einer geringen Menge überhaupt Pflicht auszuschreiben?

Ein in Wilhelmsruh und Velten ansässiger potenzieller Bieter ist z. B. ursprünglich in der Schweiz durch maßgeschneiderte Kleinserien für dortige Bahnunternehmen groß geworden und auch aus Polen oder Russland sind mir geeignete Unternehmen bekannt. Für Alstom oder Siemens dürfte derlei Kleinvieh allerdings in der Tat eher uninteressant sein, da nicht in deren "Baukästen" vorgesehen, aber wer weiß... :-)

Da in jedem Fall der Freibetrag von 100.000,-- € überschritten wird, mussten die Fahrzeuge jedoch zwingend EU-weit ausgeschrieben werden. Interessanter fände ich jetzt eher, woher nun plötzlich mit wessen Geldern eine Finanzierung kommen soll, nachdem es jahrelang hieß, für Woltersdorf seien Neufahrzeuge absolut nicht machbar.

Hat da der Herr Landrat von Oder-Spree im Keller eines alten Gutshofs einen Dukatenesel gefunden oder verplant er da schon einmal Gewerbesteuerzahlungen des reichen Onkels E. M. aus Amerika...?

Viele Grüße
Arnd



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 05.07.2021 18:30 von Arnd Hellinger.
Zitat
Arnd Hellinger

Hat da der Herr Landrat von Oder-Spree im Keller eines alten Gutshofs einen Dukatenesel gefunden oder verplant er da schon einmal Gewerbesteuerzahlungen des reichen Onkels E. M. aus Amerika...?

Gehen die Gewerbesteuern nicht an die Gemeinde Grünheide?

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
Nemo
Zitat
Arnd Hellinger

Hat da der Herr Landrat von Oder-Spree im Keller eines alten Gutshofs einen Dukatenesel gefunden oder verplant er da schon einmal Gewerbesteuerzahlungen des reichen Onkels E. M. aus Amerika...?

Gehen die Gewerbesteuern nicht an die Gemeinde Grünheide?

Im Prinzip ja, aber die Kreisumlage richtet sich ihrerseits zwecks Finanzausgleichs nach dem Steueraufkommen der kreisangehörigen Städte, Gemeinden und Ämter.

Viele Grüße
Arnd
Zitat
Arnd Hellinger
[...]
Hat da der Herr Landrat von Oder-Spree im Keller eines alten Gutshofs einen Dukatenesel gefunden oder verplant er da schon einmal Gewerbesteuerzahlungen des reichen Onkels E. M. aus Amerika...?

Ist das Offensichtliche zu einfach? Das Land stellt Fördermittel bereit, wobei natürlich Landkreis und Gemeinde ihren Anteil leisten müssen.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
Jay
Zitat
Arnd Hellinger
[...]
Hat da der Herr Landrat von Oder-Spree im Keller eines alten Gutshofs einen Dukatenesel gefunden oder verplant er da schon einmal Gewerbesteuerzahlungen des reichen Onkels E. M. aus Amerika...?

Ist das Offensichtliche zu einfach? Das Land stellt Fördermittel bereit, wobei natürlich Landkreis und Gemeinde ihren Anteil leisten müssen.

Eingedenk der bisher an den Tag gelegten Grundhaltung der in Potsdam für Landesgelder zuständigen Damen und Herren beim Thema "Straßenbahn-Fahrzeugfinanzierung" ist das von Dir so bezeichnete Offensichtliche eben leider alles Andere als offensichtlich oder einfach...

Viele Grüße
Arnd
Hallo zusammen!

Pragoimex könnte mit dem VarioLF antreten, wobei hier der Wagenkasten neu konstruiert werden müsste (bisher nur in 2.500 mm gebaut).

Modertrans hat neben dem neu vorgestellten Wagen auf Basis der Gamma-Plattform in den vergangenen Jahren bereits ähnliche Wagen (auch als Zweirichter) auf Basis der Beta-Plattform nach Schlesien geliefert. Der neue Gamma dürfte aktuell wohl das ausgefeilteste Produkt in diesem Segment sein.

Grundsätzlich auch denkbar wäre ein Wagen auf Basis eines vierachsigen Mittelteils mehrteiliger Niederflurwagen (wie das Mittelteil des Artic, der allerdings bisher nur für Meterspur angeboten wurde). Allerdings vermute ich, dass bei einer solchen Lösung die Engineering-Kosten anteilig für nur maximal vier Fahrzeuge zu hoch werden.

Ins Schema passen würde auch der "Lionet" des russischen Herstellers PK Transportnye Sistemy, der 2018 auf der Innotrans vorgestellt wurde und technisch tatsächlich auf dem Mittelteil einer längeren Version basiert.

An anderer Stelle wurde auch der "Leoliner" von Heiterblick genannt, der unter Weglassung des Nachläufers als Vierachser gebaut werden könnte.

Viele Grüße
Manuel
Richtig interessant finde ich den 71-415R von Uraltransmash, welcher in der russischen Stadt Nischni Tagil zum Einsatz kommen soll.

Es handelt sich hierbei um eine besondere Version des regulären 71-415, einem Niederflur-Vierachser, welcher aber ein "Retro" Aussehen bekommen hat (sowohl außen wie auch innen), sonst aber moderne Straßenbahntechnik aufweist.

[www.uraltransmash.com]

Die Seite ist zwar auf Russisch, ich verstehe auch kein einziges Wort, unten gibt es aber ein paar Bilder ;-)



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 05.07.2021 21:45 von J. aus Hakenfelde.
Seltsam, dass eine Firma, die mit uralt beginnt einen Retro-Straßenbahnwagen anbietet.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
manuelberlin
Modertrans hat neben dem neu vorgestellten Wagen auf Basis der Gamma-Plattform in den vergangenen Jahren bereits ähnliche Wagen (auch als Zweirichter) auf Basis der Beta-Plattform nach Schlesien geliefert. Der neue Gamma dürfte aktuell wohl das ausgefeilteste Produkt in diesem Segment sein.

Von den technischen Daten passt der Moderus Beta MF11 AC BD auf die Ausschreibung: 14,91m lang, 2,4m breit, rund 50% Niederfluranteil. Zu den Sitzplätzen sind innen zwei Stufen zu überwinden.
Zwei für Beuthen / Oberschlesien beschaffte Zweirichter haben vor einem Jahr, am 9. Juli den Einsatz der letzten KSW-Nachbauten Typ N aus Königshütte auf der Linie 38 beendet:
Ablösung, Innenraum.
Den rund 10 Jahre jüngeren Gotha T57/T59 könnte das nun auch passieren. Nach dieser Quelle UTM kosteten die zehn Wagen für Oberschlesien umgerechnet rund 6,4 Mio Euro.

so long

Mario
Zitat
Nemo
Seltsam, dass eine Firma, die mit uralt beginnt einen Retro-Straßenbahnwagen anbietet.

du musst den kompletten Namen beachten: uralt ran smash -> das uralte wurde zertrümmert, also bleibt nur was neues :)

oder heißt die Firma Ural Trans Mash?
Hallo zusammen,

hier noch ein Artikel zum neuen Modertrans Moderus Gamma LF 05 AC mit einigen Fotos von außen: transport-publiczny.pl

Das ist das Nachfolgemodell des Moderus Beta MF10/MF11, der nach Schlesien und Elbing geliefert wurde.

Man wird sehen, was Modertrans für Woltersdorf anbietet: der Moderus Beta MF10/MF11 hat Teilniederflur (wie als Mindestvoraussetzung gefordert), der Moderus Gamma LF 05 100% Niederflur (wie als einziger Mitbewerber bisher der russische Wagen, den ich erwähnt hatte). Wenn man bedenkt, dass so ein Fahrzeug mindestens 30 Jahre eingesetzt werden soll, ist das vielleicht nicht verkehrt. Sinnvollerweise bieten sie beides an.


Modertrans hat ja eine sehr ähnliche Unternehmensgeschichte wie Heiterblick und hat sich ähnlich wie Heiterblick zu einem ernstzunehmenden und innovativen Hersteller von Neufahrzeugen entwickelt. Man kann nur hoffen, dass sich Modertrans nach dem Tod des Gründers und bisherigen Vorstandsvorsitzenden Andrzej Brewczewski weiter gut entwickelt. Die junge und erfolgreiche "Gamma"-Plattform von Modertrans bietet m.E. sehr gute Voraussetzungen dafür. Brewczewski starb im November 2020 im Alter von 71 Jahren an Covid-19.

Umgekehrt ist mir auf der Innotrans 2018 aufgefallen, dass das Thema Straßenbahn auf dem Stand von PESA fast versteckt war. Dieser Hersteller scheint sich aus diesem Bereich zurückziehen zu wollen und sich nur noch auf Vollbahn-Fahrzeuge zu konzentrieren. Die Straßenbahn-Konstruktionen von PESA fand ich allerdings auch nie besonders innovativ oder gelungen.

Viele Grüße
Manuel
Wenngleich dies im Fall Woltersdorf wohl aus Kostengründen dem Reich der Träume und des Wunschdenkens zuzuordnen wäre:

Einige Straßenbahnbetriebe haben sich bei Neuanschaffungen nicht mit dem Standarddesign des Herstellers begnügt, sondern externe Designer (z.B. Büro+Staubach und ähnliche) beauftragt, den Fahrzeugen ein individuelles Aussehen zu verpassen.

Ich finde, dass es durchaus seinen Reiz hätte, wenn die neuen Bahnen für Woltersdorf ein derartiges individuelles Design bekämen, welches Elemente der Gothawagen in einer vorsichtig modernisierten Form aufgreifen würde - insbesondere die dreigeteilte Frontscheibe mit den leicht angeschrägten Trennelementen, der in die mittlere Scheibe integrierte Zielkasten, separater Linienkasten bzw. "Fenster" für die Liniennummer oben drüber.
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