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Verkehrslösung Köpenick
geschrieben von Logital 
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Stichbahn
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Ingolf
Während für etwas ältere Jahrgänge das Auto und eine an das Auto angepasste Umwelt eine sehr starke Bedeutung als Wohlstands- und Statussymbol ("ich habe es geschafft, ich kann es mir leisten") darstellt, schätzen das jüngere Jahrgänge (auch unter ähnlichen Lebensumständen) deutlich weniger emotional - das Auto wird als ganz normaler Nutzgegenstand gesehen, auch mit seinen negativen Wirkungen.

Wie passt das mit steigenden SUV-Zulassungszahlen, zahllosen Protzkarren und vielen getunten Kfz, die allesamt auch und grade von "jüngeren Jahrgängen" gefahren werden, zusammen? Gerade SUV, für Städte wohl mit das ungeeigneteste Fahrzeug, erfreuen sich ja einer besonders großen Beliebtheit und dienen m.E. vor allem der Repräsentanz.

Vielleicht liegt das daran, dass laute und auffällige Fahrzeuge stärker wahrgenommen werden als andere Fahrzeuge. Und die steigende Zahl an SUV-Zulassung könnte auch damit zusamenhängen, dass viele Autombobilhersteller immer weniger normalgroße Fahrzeuge im Sortiment haben. Ist in etwa ähnlich wie bei den mobilen Endgeräten als sich das Angebot von Smartphones zu Mobiltelefonen irgendwann antiproportional zueinander entwickelte. Der eine oder andere musste sich dann zwangsweise für ein Smartphone entscheiden.

--
Das Gegenteil von umfahren ist umfahren.
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Ingolf
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IsarSteve
Viel lärm um nichts.

Wer ist wirklich daran interessiert? Ein Vorort von einem Vorort... Die meisten Berliner wissen gar nicht, wo das ist.

Etwa zwei Drittel der Berliner Bevölkerung lebt in solchen "Vororten eines Vororts" - also außenhalb des S-Bahn-Rings. Tendenz deutlich zunehmend. Und dann haben wir auch immer mehr, die noch weiter herausziehen außerhalb der Stadtgrenzen - aber nahezu jeden Tag in die Stadt - einschließlich der Innenstadt - fahren und ihre Angebote nutzen.

Daher interessiert es selbstverständlich, was in den "Vororten eines Vororts" passiert - dort entscheidet sich vielleicht sogar viel mehr, wie der Verkehr in Berlin in Zukunft sein wird, als in der Inennstadt.

Ingolf

Endlich... echte Diskussion anstelle bla bla..

Trotzdem: Viel Lärm um nichts. Denn ich würde vermuten, dass der Berliner ÖPNV im Jahr 2021 viel größere, unvorhergesehene (2019) Probleme hat.

Alle Buslinien und zum Teil auch die U-Bahn, die ich benutze, haben sehr viele Fahrgäste verloren, von denen ein guter Prozentsatz nur schwer zurückzugewinnen sein wird. Deshalb sind die Luxusprobleme am Wendenschloss im Moment ziemlich unwichtig.

IsarSteve
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IsarSteve
Alle Buslinien und zum Teil auch die U-Bahn, die ich benutze, haben sehr viele Fahrgäste verloren, von denen ein guter Prozentsatz nur schwer zurückzugewinnen sein wird. Deshalb sind die Luxusprobleme am Wendenschloss im Moment ziemlich unwichtig.

Also zumindest für den Köpenicker Raum kann ich das nicht bestätigen, auf einigen Linien ja, aber nicht im Grundsatz. Die Busse zum Bahnhof sind wieder gut gefüllt, die S-Bahnen auch. Was fehlt, sind noch die Touristen - aber hier in Köpenick merkt man von fehlenden Touristen ohnehin viel weniger als in der Innenstadt.

Aber gerade im Bereich Wendenschloss hat der öffentliche Nahverkehr bedingt durch den mittlerweile jahrelangen Schienenersatzverkehr (immer wieder unterbrochen durch kurze Phasen der Funktionsfähigkeit) sicher viele Fahrgäste verloren. Und da die Bauarbeiten dem Vernehmen nach auch im nächsten Jahr weitergehen sollen, wird es verdammt schwer, einmal eingeschliffene Verkehrsbeziehungen im MIV aufzubrechen und durch irgendwann später einmal hoffentlich funktionierende ÖPNV Lösungen zu ersetzen.
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phönix
Für alle, die daran interessiert sind, auch wenn sie aus anderen Vororten von Berlin stammen, direkt der Link zu dem Text mit den Aussagen der Partei-Kandidaten:
[leute.tagesspiegel.de]

Vielen Dank für den Link, ich habe ihn auch nicht finden können. Eine Frage zur Busspur ist mir noch eingefallen: Gäbe es nicht die Möglichkeit einer "temporären Busspur" - also einer Busspur, die nur dann gilt, wenn tatsächlich ein Bus kommt? Gibt es dafür irgendwelche Beispiele?
Also das sind ja verschiedene Ebenen des Fahrgastrückganges:

1) Vermeidung von Fahrten bzw. kürzere Wege (erfreulich)
durch Wohnortnahe Alternativen (z.B. nachwievor vermehrtes Homeoffice, Einkaufen in kleineren Supermärkten um die Ecke und im Internet)
durch ausbleibende Touris/Zuzügler


2) Verlagerung auf andere Verkehrsträger
aufs Fahrrad (erfreulich)
aufs Auto (unerfreulich)


zu 1) Die Touris kommen vermutlich wieder schneller. Irgendwie ist die Reisewut ja nicht aus den Menschen rauszubekommen. Die bekannte Berliner Partyszene ist ja gerade erstwieder im langsamen Anlaufen. Neulich auf einer international renommierten Partywochenende war es quasi so voll wie früher. Außerdem deutete sich ja in Berlin langsam der Trend vom Wandel von einer Partystart zu einer internationalen Metropole. Mal schauen. Im günstigsten Fall ist der Anteil der Touris von nicht ganz so weit weg größer geworden.

Manche Wege werden auch in Zukunft vllt. nicht wiederkehren, aber das ist auch ganz gut.

zu 2)
Fahrrad: Tatsächlich habe ich selbst auch meinen Fahrradanteil von ca. 20% (2019) auf ca. 60% Anteil der Wege erhöht und dabei gemerkt wie schnell man damit durch Berlin kommt* Als es jedoch diese Woche kühler war, hatte ich den Eindruck, dass die Zahl der Radler massiv abgenommen hatte, dafür die Zahl der Autos und ÖPNV-Nutzer zugenommen hat. Also ich würde mal vermuten, dass die Verkehrsmittelwahl Fahrrad am Spontansten erfolgt und hier postpandemisch evtl. Rückwanderungseffekte zu erwarten sind (zurück zum ÖPNV)

Auto: Durch die Pandemie werden eher Leute den Versuch auf ÖPNV umzusteigen aufgeschoben haben. Oder wegen Homeoffice des Partners o.ä. öfter das Auto zur Verfügung gehabt haben usw... Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass in Zeiten von steigender Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit deutlich mehr Autos gekauft worden sind. Für mehr Autos als vor der Pandemie ist in der Stadt ja nicht unbedingt Platz.


Conclusio: Der ÖPNV wird sich erholen. Das hat auch nach den Sparorgien der 2000er geklappt, trotz S-Bahn-Krise etc.


*PS: Als ich am Sonntag nach der Arbeit dank Polizeieinsatz in Schönholz strandete... Bin ich einfach mit dem Rad weiter in die Innenstadt gefahren und war überrascht, dass ich trotz der miesen google-Navigation am Start doch genauso schnell war, wie sonst mit der S-Bahn. Google schickt Radler ständig über Umwege, Bürgersteige durch Abbiegeverbote, zugeparkte Parallelstr. etc. Kann man das irgendwie ausstellen?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.09.2021 18:18 von PassusDuriusculus.
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Marienfelde
Gäbe es nicht die Möglichkeit einer "temporären Busspur" - also einer Busspur, die nur dann gilt, wenn tatsächlich ein Bus kommt? Gibt es dafür irgendwelche Beispiele?

Ich glaube kaum, wie soll denn das praktisch funktionieren? So, als wenn ein Krankenwagen kommt und alle fahren panisch beiseite?


Bitte sprechen Sie während der Fahrt mit dem Busfahrer/der Busfahrerin - er/sie hat sonst niemanden.
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PassusDuriusculus

*PS: Als ich am Sonntag nach der Arbeit dank Polizeieinsatz in Schönholz strandete... Bin ich einfach mit dem Rad weiter in die Innenstadt gefahren und war überrascht, dass ich trotz der miesen google-Navigation am Start doch genauso schnell war, wie sonst mit der S-Bahn. Google schickt Radler ständig über Umwege, Bürgersteige durch Abbiegeverbote, zugeparkte Parallelstr. etc. Kann man das irgendwie ausstellen?

Naviki oder BBBike benutzen.
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Alter Köpenicker
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Marienfelde
Gäbe es nicht die Möglichkeit einer "temporären Busspur" - also einer Busspur, die nur dann gilt, wenn tatsächlich ein Bus kommt? Gibt es dafür irgendwelche Beispiele?

Ich glaube kaum, wie soll denn das praktisch funktionieren? So, als wenn ein Krankenwagen kommt und alle fahren panisch beiseite?

Du selbst lieferst ja schon die beste Idee! Die Busse bekommen ein Blaulicht oben drauf.
Aber Spaß beiseite. Dann wird die Spur eben nur alle 10 Minuten genutzt. Es steht jedem frei die Vorzüge dieser Spur als Insasse im Bus selbst zu nutzen.

*******
Das Gegenteil von ausbauen ist ausbauen.
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PassusDuriusculus

Conclusio: Der ÖPNV wird sich erholen. Das hat auch nach den Sparorgien der 2000er geklappt, trotz S-Bahn-Krise etc.

Ich hoffe es.

M48 & M85 laufen größtenteils mit GN ohne Probleme. Eine Reduzierung der Gesamtkapazität um 10%? Der M19 funktioniert gut mit EN, 200 & 300 ziemlich leer und meine lokalen 101, 248 & 186 alle mit weniger Fahrgästen (186 & 101 oft mit EN)..

Weiß jemand, wie viele Abos es jetzt weniger gibt, im Vergleich zu 2019? Oder ist das eine geheime Information?

IsarSteve
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Florian Schulz
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Stichbahn
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Ingolf
Während für etwas ältere Jahrgänge das Auto und eine an das Auto angepasste Umwelt eine sehr starke Bedeutung als Wohlstands- und Statussymbol ("ich habe es geschafft, ich kann es mir leisten") darstellt, schätzen das jüngere Jahrgänge (auch unter ähnlichen Lebensumständen) deutlich weniger emotional - das Auto wird als ganz normaler Nutzgegenstand gesehen, auch mit seinen negativen Wirkungen.

Wie passt das mit steigenden SUV-Zulassungszahlen, zahllosen Protzkarren und vielen getunten Kfz, die allesamt auch und grade von "jüngeren Jahrgängen" gefahren werden, zusammen? Gerade SUV, für Städte wohl mit das ungeeigneteste Fahrzeug, erfreuen sich ja einer besonders großen Beliebtheit und dienen m.E. vor allem der Repräsentanz.

Vielleicht liegt das daran, dass laute und auffällige Fahrzeuge stärker wahrgenommen werden als andere Fahrzeuge. Und die steigende Zahl an SUV-Zulassung könnte auch damit zusamenhängen, dass viele Autombobilhersteller immer weniger normalgroße Fahrzeuge im Sortiment haben. Ist in etwa ähnlich wie bei den mobilen Endgeräten als sich das Angebot von Smartphones zu Mobiltelefonen irgendwann antiproportional zueinander entwickelte. Der eine oder andere musste sich dann zwangsweise für ein Smartphone entscheiden.

Die richtige Vorgehensweise? [www.tagesspiegel.de]

IsarSteve
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Logital
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Alter Köpenicker
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Marienfelde
Gäbe es nicht die Möglichkeit einer "temporären Busspur" - also einer Busspur, die nur dann gilt, wenn tatsächlich ein Bus kommt? Gibt es dafür irgendwelche Beispiele?

Ich glaube kaum, wie soll denn das praktisch funktionieren? So, als wenn ein Krankenwagen kommt und alle fahren panisch beiseite?

Du selbst lieferst ja schon die beste Idee! Die Busse bekommen ein Blaulicht oben drauf.
Aber Spaß beiseite.

Praktische Beispiele gibt es für beides:
Bus mit Blaulicht: [www.moz.de] und [www.moz.de]
Linienbusse, die sich per Dreiklanghorn Wegerechte verschaffen: [de.wikipedia.org]

Wobei man bei dem Blaulichtbus Gefahr läuft, als Fahrgast an die Luft gesetzt zu werden, wenn ein Blaulichteinsatz nötig wird.
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IsarSteve
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PassusDuriusculus

Conclusio: Der ÖPNV wird sich erholen. Das hat auch nach den Sparorgien der 2000er geklappt, trotz S-Bahn-Krise etc.

Ich hoffe es.

M48 & M85 laufen größtenteils mit GN ohne Probleme. Eine Reduzierung der Gesamtkapazität um 10%? Der M19 funktioniert gut mit EN, 200 & 300 ziemlich leer und meine lokalen 101, 248 & 186 alle mit weniger Fahrgästen (186 & 101 oft mit EN)..

Weiß jemand, wie viele Abos es jetzt weniger gibt, im Vergleich zu 2019? Oder ist das eine geheime Information?

Was ich mir sehr gut vorstellen kann, dass insb. Kurzstreckenverkehre (also insb. beim Bus und auch bei der Straßenbahn) noch Leute auf Fahrrad umsteigen, während das bei der Schnellbahn weniger der Fall ist.
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Jumbo
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Logital
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Alter Köpenicker
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Marienfelde
Gäbe es nicht die Möglichkeit einer "temporären Busspur" - also einer Busspur, die nur dann gilt, wenn tatsächlich ein Bus kommt? Gibt es dafür irgendwelche Beispiele?

Ich glaube kaum, wie soll denn das praktisch funktionieren? So, als wenn ein Krankenwagen kommt und alle fahren panisch beiseite?

Du selbst lieferst ja schon die beste Idee! Die Busse bekommen ein Blaulicht oben drauf.
Aber Spaß beiseite.

Praktische Beispiele gibt es für beides:
Bus mit Blaulicht: [www.moz.de] und [www.moz.de]
Linienbusse, die sich per Dreiklanghorn Wegerechte verschaffen: [de.wikipedia.org]

Wobei man bei dem Blaulichtbus Gefahr läuft, als Fahrgast an die Luft gesetzt zu werden, wenn ein Blaulichteinsatz nötig wird.

Interessant, danke für die Links. Darauf gekommen bin ich übrigens durch folgende Erfahrung: Stau vor einem Ersatzbus vor einer zu spät beginnenden Busspur - da kam mir die Idee, wenn jetzt einige Autofahrer/innen vor dem Bus widerrechtlich die Busspur benutzen würden, wären alle glücklicher - auch die Fahrgäste im Ersatzbus.

Im Grunde ginge es wohl in Richtung einer Zeitinsel - nur eben nicht für eine Haltestelle, sondern für die Absicherung einer Fahrt.
Konkrete Zahlen zur Auslastung von zahlreichen BVG-Linien werden ja seit einiger Zeit veröffentlicht. Ich hatte darauf in diesem eigenen Thread hingewiesen ;)
Der Direktlink zu den Auslastungszahlen: [app.powerbi.com]
Danach sind zu den typischen Spitzenzeiten die Linien, die früher gut ausgelastet und die ich so kenne, auch nach diesen Zahlen wieder "voll".


Zitat
PassusDuriusculus
Fahrrad: [...] Als es jedoch diese Woche kühler war, hatte ich den Eindruck, dass die Zahl der Radler massiv abgenommen hatte, dafür die Zahl der Autos und ÖPNV-Nutzer zugenommen hat.

Dein Eindruck trügt, zumindest zeugen die Zahlen der Fahrradmessstellen (die vor allem in der erweiterten Innenstadt liegen) nicht oder kaum von Deinem subjektiven Eindruck:
[www.berlin.de] bzw. Direktlink zur Vollbildkarte: [data.eco-counter.com]

Im Gegensatz erlebe ich auch bei aktuell frühherbstlichem Wetter vor allem weiterhin gut genutzte Radwege, vor allem dort, wo sie nun endlich halbwegs sicher und brauchbar sind.


Zitat
PassusDuriusculus
Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass in Zeiten von steigender Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit deutlich mehr Autos gekauft worden sind. Für mehr Autos als vor der Pandemie ist in der Stadt ja nicht unbedingt Platz.

Da musst Du nicht spekulieren.. die Zahlen liegen vor:
"Der Pkw-Bestand und die Autodichte haben im vergangenen Jahr auch in Berlin weiter zugenommen." (rbb v. 20.06.21) Auch in diesem Jahr sind die Verkaufszahlen hoch, hörte ich letztens im Radio. Besonders gut gehen SUV.. und weitere Marktanteile können - ausgehend von niedrigem Niveau - E-Autos gewinnen.
Danke für die Zahlen.

Mein Eindruck ist halt Zufall. Vielleicht waren weniger Fahrradtouristen unterwegs und dafür wieder mehr Fahrradpendler. Beides weil die Urlaubszeit langsam zu Ende geht und dann entsteht bei mir der Eindruck seltener auf Fahrräder warten zu müssen. Ich komme zu oft am Gendarmenmarkt/Konzerthaus vorbei :-D



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.09.2021 22:10 von PassusDuriusculus.
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Stichbahn
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Ingolf
Während für etwas ältere Jahrgänge das Auto und eine an das Auto angepasste Umwelt eine sehr starke Bedeutung als Wohlstands- und Statussymbol ("ich habe es geschafft, ich kann es mir leisten") darstellt, schätzen das jüngere Jahrgänge (auch unter ähnlichen Lebensumständen) deutlich weniger emotional - das Auto wird als ganz normaler Nutzgegenstand gesehen, auch mit seinen negativen Wirkungen.

Wie passt das mit steigenden SUV-Zulassungszahlen, zahllosen Protzkarren und vielen getunten Kfz, die allesamt auch und grade von "jüngeren Jahrgängen" gefahren werden, zusammen? Gerade SUV, für Städte wohl mit das ungeeigneteste Fahrzeug, erfreuen sich ja einer besonders großen Beliebtheit und dienen m.E. vor allem der Repräsentanz.

Es geht bei derartigen Betrachtungen immer um Gesamteffekte der Gesamtheit jeweiliger Gruppen. Daher ist überhaupt nicht ausgeschlossen, dass es weiterhin auch viele Jüngere gibt, für die das Auto weiterhin eine sehr große (emotionale) Rolle spielt und die bereit ist, viel dafür zu investieren. Nur ist dieser Anteil eben etwas geringer geworden. Ähnlich verhält es sich mit den (angeblich) so vielen SUV in Innenstadtbezirken a la Prenzlauer Berg: ja, die sich ein Auto halten wollen, kaufen auch häufiger einen SUV. Aber die Quote der Autobesitzer hat in diesen Stadtteilen eben nicht relevant zugenommen, hier haben bis zu 80% der Haushalte weiterhin kein Auto als Privatbesitz.

Das kann am Stadtrand natürlich schon ganz anders aussehen. Es kann sogar so sein, dass die SUV-Quote in den Innenstadtbezirken an den privat gemeldeten Autos höher ist, als am Stadtrand. Schlichtweg deshalb, weil in der Innenstadt nur die Leute ein Auto kaufen, die es als Statussymbol etc. haben und dafür auch viel Geld ausgeben wollen. Für das Gros der Bewohner sind die Alternativen zum Auto (guter ÖPNV, kurze Wege zu vielen relevanten Zielen, die sogar schneller zu Fuß oder dem Fahrrad als mit einem Auto erreichen lassen, hohe Nutzungsdichte, günstiger Zugriff zu Leihwagen etc.) gut genug, dass der Kauf eines Autos nicht erforderlich ist. Dahingegen haben wir am Stadtrand mangels hinreichend guter Alternativen eben viel mehr Bewohner, für die der Besitz und die Nutzung eines Autos allein schon als Nutzgegenstand deutliche (subjektive) Vorteile bringt.

Daher sehe ich es als sehr wichtige Aufgabe, gerade auch am Stadtrand die Alternativen zum Auto zu fördern - da tun wir uns in Berlin in der Tat bisher auch schwer.
Der Ansatz, am Stadtrand weiter das Auto zu fördern und gar zu versprechen, man könne mit diesem in Zukunft gar besser in die Innenstadt kommen - wie von Teilen der Politik im Wahlkampf gerade suggeriert wird - wird in eine Sackgasse führen, da dieses Versprechen ohne drastische Einschränkungen für alle andere Nutzer des öffentlichen Raums oder gar deutliche Eingriffe in die Bausubstanz, um Straßen und Parkplätze zu bauen, nicht erfüllbar ist.
Selbst, wenn man diesen Weg gehen würde, ergäbe dies einen überproportionalen weiteren Anstieg des Autoverkehrs, da die dann nach draußen verdrängte Bevölkerung deutlich längere Wegelängen zu ihren Zielen hätte - die dann natürlich auch mit dem Auto zurückgelegt würden...

Ingolf
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Jumbo
Linienbusse, die sich per Dreiklanghorn Wegerechte verschaffen: [de.wikipedia.org]

Die Verwendung des Posthorns ist natürlich ein interessanter Ansatz, wobei ich noch nie erlebt habe, daß es bei einem Stau eingesetzt wird. Meiner Erfahrung nach wird es von den anderen Verkehrsteilnehmern auch weniger ernstgenommen, als ein Martinshorn. So stand ich schon minutenlang vor engen Serpentinen, bei denen entgegenkommende Automobilisten die Auffassung vertraten, schnell noch passieren zu müssen, obgleich der Busfahrer bereits mehrfach ins Horn stieß. Bei der Palermitanischen Buslinie 812, die den Monte Pellegrino erschließt, führte dieses Verhalten mehrfach dazu, daß das entgegenkommende Fahrzeug mangels Alternative den Berg rückwärts wieder hochfahren mußte.


Bitte sprechen Sie während der Fahrt mit dem Busfahrer/der Busfahrerin - er/sie hat sonst niemanden.
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Marienfelde
Bei manchen der eingangs skizzierten Stellungnahmen aus dem Bezirk frage ich mich, ob den betreffenden Politiker/innen z.B. der § 32 (Erhalt, Modernisierung und Ausbau der Schienenverkehrsinfrastruktur, hier insbesondere der Absatz 5, in dem es um einen abgemessenen SEV geht) des Berliner Mobilitätsgesetzes wirklich präsent ist.

Eine für einen SEV eingerichtete temporäre Busspur vor Abschluß der Bauarbeiten aufzuheben - das wäre meines Erachtens ein Verstoß gegen dieses Gesetz.

Den Vogel schießt in der Tat Bertram Wieczorek von der CDU (der, wenn ich das richtig sehe, immerhin auch mal einige Jahre Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit war) ab. Das Land Berlin hat sich im § 32 Abs. 1 des Mobilitätsgesetzes zum Erhalt der "eigenen" Schieneninfrastruktur bekannt - Wieczorek will sie beseitigen lassen.

Die Entwicklung der Einwohnerzahlen in Wendenschloß spricht aber eher für eine Aufwertung der dortigen Straßenbahnstrecke in Richtung Metrolinienstandard; ggfs. ergänzt durch ein neues Busangebot weiter östlich.

Ich glaube, wenn man die Verkehrsprobleme im Bereich Werndenschloß in den Griff bekommen will, dann am ehesten, indem nach Möglichkeit der gesamte zu erwartende Verkehrszuwachs vom "Umweltverbund" aufgenommen wird.


Nachtrag: Wer sich für die nicht uninteressante Person Dr. Bertram Wieczorek interessiert, sei auf dieses Interview hingewiesen: [leute.tagesspiegel.de]

Die Busspur in der Müggelheimer ist in der Tat nur solange von Nutzen, wie der SEV und der Linienbus dort lang müssen
(die Busspur ist letztlich nur Ergebnis einer völlig unsinnigen SEV-Führung).
Für eine Linie allein in großer Taktfolge ist die Busspur nur eins-Staufördernd.

Die Einstellung der Bim nach Wendenschloß ist natürlich völliger Blödsinn-die Busse stehen ab Maischweg genauso im Stau wie die Elektrische.
Da ist die Verlängerung der eigenen Straßenbahnspur bis einschließlich Beginn/Ende der Mittelgleislage in der Wendenschloßstr nötig.
Ebenso eine Taktverdichtung im Zuge der Neubauten an Wohnraum in Wendenschloß,
die angesprochene Verbindung nach Adlershof wäre ein Beitrag (das schreit förmlich nach dem Gleis Müggelheimer<->Lange Brücke)
die Wiederbelebung der seligen 85 zu Berufsverkehrszeiten eine weiterer, die könnte man im BV in den Takt der 67E legen.
Metrolinien sind Quatsch: von 23-4.00 Uhr ist viel warme Luft in den Bussen und Bahnen in Köpenick normal.

Wie mein Kollege Alf1136 schon bemerkte-der Hof Köpenick sperrt nicht zu.

T6JP

PS: Zur allgemeinen SUV Schnappatmung-seit selbst Fahrzeuge von Golfgrösse zu SUV erklärt werden ( VW T-Cross/ Opel Mokka/ Suzuki Vitara)
ist die steigende Zulassungszahl dieser Fahrzeugsorte eher eine Umetikettierung bisheriger normaler Fahrzeugklassen.

Und noch was in Ironie: Man könnte ja die Fähre in Wendenschloß durch eine Brücke ersetzen-die wäre auch nachts brauchbar
Die ersten Mazda2 galten damals als Minivan, für meine Begriffe auch nur Golfklasse, jetzt bezeichnen ihn die Gebrauchthändler als Kleinwagen.
Zitat
T6Jagdpilot

Metrolinien sind Quatsch: von 23-4.00 Uhr ist viel warme Luft in den Bussen und Bahnen in Köpenick normal.

Ist es nicht egal ob Metrolinien oder Nachtbusse da fahren?
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