Willkommen! Einloggen Ein neues Profil erzeugen

erweitert
DB: "Modernisierungsschub: Rund 230 Millionen Euro für schönere Bahnhöfe in Berlin"
geschrieben von Stichbahn 
Aus einer Veranstaltung ist ja bekannt, dass es damals Transdev verwehrt wurde einen zusätzlichen Fahrkartenautomaten in Gesundbrunnen aufzustellen, weil sonst die Statik des Bahnhofs gefährdet sei. Das hab ich ehrlich gesagt für eine fadenscheinige Ausrede gehalten. Ich hatte damals hier berichtet.

Mit einer Aufstellzeit von 4 Jahren für eine Sitzbank rückt die Aussage dagegen in ein völlig neues Licht. ;-)

*******
Se srie dji rul äpleis onn trains!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.01.2022 09:02 von Logital.
Zitat
485er-Liebhaber
Zitat
Marienfelde
Ich hab da was gefunden: [pardok.parlament-berlin.de]

Die Bahnsteigverlängerungen in Alt-Reinickendorf, Berlin Tegel, Eichborndamm und Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik sollen demnach bis 2025 realisiert werden.

Der neue Zugang Prenzlauer Allee ist bereits "bis 2028" vorgesehen.

Ein Detail zum S-Bf Berlin-Marienfelde: Ein Nordzugang in Richtung Marienfelder Allee/ Großbeerenstraße ist bis einschließlich 2031 wohl noch nicht geplant.

Entzückend,
Marienfelde.

Nachtrag: Einen südöstlichen Zugang am S-Bf Nöldnerplatz fände ich auch nicht schlecht, scheint aber auch kein Thema zu sein?

Das stand alles bereits im Artikel der Berliner Zeitung und auch diese Seite wurde bereits verlinkt. Auch dieser Zugang am Nöldnerplatz ist dabei. Leider nur nicht in diesem Thema wohl gelandet...

Ich selbst frage mich umgekehrt, ob eine Verlinkung von Zeitungsartikeln überhaupt noch sinnvoll ist, wenn diese zunehmend hinter Bezahlschranken verschwinden können. Ich kann den Zwang der Verlage, Geld zu verdienen, nachvollziehen, aber wenn die jeweiligen Artikel nicht allen Interessierten offenstehen, ist eine Diskussion "auf Augenhöhe" (also auf dem gleichen Informationsstand) nicht mehr möglich.

Den zusätzlichen Zugang zum S-Bf Nöldnerplatz hatte ich glatt überlesen. Früher hätte ich die Position vertreten, hier müßte nur eine Treppe und eine Unterführung unter dem einen Gleis gebaut werden, um einen Zugang zum Archibaldweg zu schaffen. Aber wie sieht es heute mit der Behindertengerechtigkeit aus? Müßte man mehr verlangen? Oder würde das "Mehrverlangen" wegen der dann höheren Kosten im Ergebnis allzuoft zum Stillstand führen? Wie sind denn Eure Meinungen?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.01.2022 15:01 von Marienfelde.
Zitat
Logital
Aus einer Veranstaltung ist ja bekannt, dass es damals Transdev verwehrt wurde einen zusätzlichen Fahrkartenautomaten in Gesundbrunnen aufzustellen, weil sonst die Statik des Bahnhofs gefährdet sei. Das hab ich ehrlich gesagt für eine fadenscheinige Ausrede gehalten. Ich hatte damals hier berichtet.

Mit einer Aufstellzeit von 4 Jahren für eine Sitzbank rückt die Aussage dagegen in ein völlig neues Licht. ;-)

Dir sollte doch klar sein, dass der Aufwand für ein Bankfeststellungsverfahren den für ein Planfeststellungsverfahren um ein vielfaches übersteigt.;-)



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.01.2022 16:38 von Global Fisch.
Der Artikel von der Berliner Zeitung ist weiterhin frei zu lesen, ohne Bezahlschranke.

Die Berliner Linienchronik (+Stationierungen S-Bahn/BVG) 1868-2021
Zitat
Marienfelde

Ein Detail zum S-Bf Berlin-Marienfelde: Ein Nordzugang in Richtung Marienfelder Allee/ Großbeerenstraße ist bis einschließlich 2031 wohl noch nicht geplant.

Es ist umso unverständlicher, ich will sogar sagen vollkommen bekloppt, gerade weil man doch derzeit sowohl am Bahnsteig als auch an der Unterführung baut. Dieses Land, die DB und diese Stadt sind teilweise so schlecht und überfordert in Sachen Planung und Realisierung. Ein Hoch auf die Leute am Schreibtisch.
Zitat
Alba Coach
Zitat
Marienfelde

Ein Detail zum S-Bf Berlin-Marienfelde: Ein Nordzugang in Richtung Marienfelder Allee/ Großbeerenstraße ist bis einschließlich 2031 wohl noch nicht geplant.

Es ist umso unverständlicher, ich will sogar sagen vollkommen bekloppt, gerade weil man doch derzeit sowohl am Bahnsteig als auch an der Unterführung baut. Dieses Land, die DB und diese Stadt sind teilweise so schlecht und überfordert in Sachen Planung und Realisierung. Ein Hoch auf die Leute am Schreibtisch.

Nun ja, das sind die Spätfolgen des wirtschattsliberalen Zeitgeistes der 1990er und 2000er Jahre, in denen der "schlanke Staat" sowie ökonomische Anreizsysteme (Bestellprinzip...) zu Ersatzreligionen erklärt wurden. Man reduzierte die hauseigenen Planungskapazitäten bei Senat, DB, BVG etc. so stark, dass selbst bei Fremdvergabe großer Teile nur noch sehr eng definierte Projekte überhaupt bearbeitet werden können, ohne den Personal- und Kostenrahmen zu sprengen. Gleichzeitig wurden Umwelt-. Brandschutz- oder Beteiligungsauflagen immer restriktiver gefasst...

Etwas mehr "Senatsverwaliung und Bundesbahn der späten 1980er Jahre" wären evtl. wirklich nicht ganz so schlecht, auch wenn Leute wie Andrê klassische Staatsbetriebe ja gerne für reinstes Teufelszeug halten.

Viele Grüße
Arnd
Zitat
Marienfelde
Ja, die Posse mit den Sitzbänken in Gesundbrunnen (also: Auf den "nicht eigenwirtschaftlichen" S-Bahnsteigen) ist mir auch negativ aufgefallen: Für einige Sitzbänke mehr werden voraussichtlich vier Jahre benötigt. Ein unbefangener Laie würde womöglich fragen, warum die zusätzlichen Sitzbänke nicht einfach kurzfristig aufgestellt werden können - ganz ohne größeren bürokratischen Aufwand.

Sorry Leute, jetzt wird's wirklich kindisch. :-(

Natürlich dauert das Aufstellen von Sitzbänken keine drei Jahre, sondern das ist - Lopi2000 erklärte es zutreffend - der vorgegebene längste Umsetzungszeitraum. Und ja, dummerweise funktioniert das "einfach ein paar Bänke aufstellen" auf einem Großstadt-Knotenbahnhof wie Gesundbrunnen (Stichworte: elektrische Bahnerde, Fluchtwege, Stauraum...) leider nicht ganz so einfach wie z. B. in Rheinsberg oder Werneuchen. Mit allen Genehmigungen und Bauarbeiten kommt man da schon gerne auf neun Monate.

Zitat
Marienfelde
Auch läßt sich mit dem globalen Fisch fragen, was denn ein "modernisiertes Bahnsteigdach" besser kann, als ein nicht modernisiertes Bahnsteigdach. Daran schließt sich dann die nächste von Andre' gestellte Frage an, ob es hier nicht um laufende Instandhaltung geht, die mit den ja nicht gerade unerheblichen Stationsgebühren abgegolten ist.

Das grundsätzliche Problem hier ist nun einmal, dass sich die Einnahmen der Verkehrsstationen (nicht die der Mietflächen in Empfangsgebäuden oder Bahnsteigzugangspassagen) bei DB Station&Service eben nur nach der Anzahl der Verkehrshalte und eben überhaupt nicht nach Anzahl oder subjektiven Zufriedenheitswerten der Fahrgäste berechnen. Nähme StuS also die hier gelisteten Maßnahmen vollständig auf eigene Rechnung vor, hätte sie zwar ganz erhebliche Mehraufwendungen zu tragen, könnte dadurch aber - die Bahnhofskategorien und Stationsentgelte unterliegen der Genehmigung durch BNetzA - keinen Cent zusätzlich einnehmen. Aus unternehmerischer Sicht der (juristisch ja immer noch) Aktiengesellschaft wäre das also ein Verlustgeschäft...

Man muss also, möchte man über die Basisausstattung hinausgehendes Equipment auf DB-Bahnhöfen nicht mehr primär durch Aufgabenträger des Nahverkehrs bezahlt sehen, zunächst die gesamte Finanzierungsstruktur der Eisenbahn ändern - m. E. durch echte Re-Integration von Infrastruktur und Betrieb.

Viele Grüße
Arnd
Zitat
Arnd Hellinger

Das grundsätzliche Problem hier ist nun einmal, dass sich die Einnahmen der Verkehrsstationen (nicht die der Mietflächen in Empfangsgebäuden oder Bahnsteigzugangspassagen) bei DB Station&Service eben nur nach der Anzahl der Verkehrshalte und eben überhaupt nicht nach Anzahl oder subjektiven Zufriedenheitswerten der Fahrgäste berechnen.

Umgedreht läuft es doch: Die DB Station und Service prognostiziert ihre Kosten und teilt diese durch die Anzahl der Halte. Das macht sie je Kategorie. Verluste machen? - so gut wie unmöglich. Die interessante Frage ist nur welche Ausgaben umgelegt werden dürfen. Da bezweifle ich doch stark dass Sitzbänke eine nicht genehmigungsfähige Sonderausstattung wären.

*******
Se srie dji rul äpleis onn trains!
Zitat
Logital
Zitat
Arnd Hellinger

Das grundsätzliche Problem hier ist nun einmal, dass sich die Einnahmen der Verkehrsstationen (nicht die der Mietflächen in Empfangsgebäuden oder Bahnsteigzugangspassagen) bei DB Station&Service eben nur nach der Anzahl der Verkehrshalte und eben überhaupt nicht nach Anzahl oder subjektiven Zufriedenheitswerten der Fahrgäste berechnen.

Umgedreht läuft es doch: Die DB Station und Service prognostiziert ihre Kosten und teilt diese durch die Anzahl der Halte. Das macht sie je Kategorie. Verluste machen? - so gut wie unmöglich. Die interessante Frage ist nur welche Ausgaben umgelegt werden dürfen. Da bezweifle ich doch stark dass Sitzbänke eine nicht genehmigungsfähige Sonderausstattung wären.

So sehe ich das auch und finde die Erklärung von Arnd ehrlich gesagt viel zu simpel. Z.B. spart DB StuS durch Umrüstung der Beleuchtung auf LED-Technik erheblich Geld (weniger Strom, weniger Wartung). Alleine dies sollte als Anreiz reichen, die entsprechende Investition selbst zu tätigen, jeder (wirklich jeder) kommerzielle Gebäudebetreiber macht das aktuell genau so. Und bei den Bahnsteigdächern und Treppeneinhausungen: Was würde DB StuS denn machen ohne so ein zusätzliches Finanzierung-Programm, sie irgendwann einstürzen lassen? Die spielen doch hier einfach nur ein abgewandeltes Beamten-Mikado - hier bzgl. Geld-Geben: "Wer sich zuerst bewegt, hat verloren".

Viele Grüße
André
Zitat
Arnd Hellinger
Etwas mehr "Senatsverwaliung und Bundesbahn der späten 1980er Jahre" wären evtl. wirklich nicht ganz so schlecht, auch wenn Leute wie Andrê klassische Staatsbetriebe ja gerne für reinstes Teufelszeug halten.

Hallo Arnd,

eines solche (platte) Aussage wirst Du von mir nicht lesen, weil das nicht meine Sichtweise ist. Ich widerspreche lediglich jeglichen Thesen, die behaupten, dass Staatsbetriebe (bzw. die Rücküberführung von Aufgaben dorthin) per se und automatisch bestimmte (oder gar alle) Probleme lösen. Und ebenso widerspreche ich, wenn dies mit besonders schlichten Rezepten und Aussagen postuliert wird, so wie Du oben mit "etwas mehr Bundesbahn". Was genau soll das denn sein, dieses "etwas mehr"? Da wirds im Detail dann wohl doch bisschen komplizierter, und sofort steigen auch die unerwünschten Nebenwirkungen. So ähnlich, wie wenn Nicole "Ein bisschen Frieden" singt, da stimmen alle schnell zu, die praktische Antwort für den Weltfrieden schien das aber noch nicht gewesen zu sein ;-)

Viele Grüße
André
Zitat
Arnd Hellinger
Natürlich dauert das Aufstellen von Sitzbänken keine drei Jahre, sondern das ist - Lopi2000 erklärte es zutreffend - der vorgegebene längste Umsetzungszeitraum. Und ja, dummerweise funktioniert das "einfach ein paar Bänke aufstellen" auf einem Großstadt-Knotenbahnhof wie Gesundbrunnen (Stichworte: elektrische Bahnerde, Fluchtwege, Stauraum...) leider nicht ganz so einfach wie z. B. in Rheinsberg oder Werneuchen. Mit allen Genehmigungen und Bauarbeiten kommt man da schon gerne auf neun Monate.

Im Grunde geht es doch nicht ums Aufstellen zusätzlicher Sitzbänke, sondern um das Freihalten für richtige Reisende.
Für Regional- oder Fernverkehrskunden macht es letztlich keinen Unterschied, ob es keine Bänke gibt oder diese von der Obdachlosen- oder Trinkerszene dauerhaft besetzt gehalten werden.

so long

Mario
Sorry, in diesem Forum dürfen nur registrierte Benutzer schreiben.

Hier klicken, um sich einzuloggen