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Berichterstattung zum ÖPNV in Berliner Tageszeitungen
geschrieben von Latschenkiefer 
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Bw Steg
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marc-j
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der weiße bim
Die Morgenpost-Reporterin Frau Keseling recherchierte zum Thema: Ewige Bahnhofsbaustellen bei BVG und S-Bahn, ein unerschöpfliches Thema zu Beginn des Sommerlochs: [www.morgenpost.de]

Inzwischen ist die humorvolle Darstellung archiviert: [archive.ph]

Toll bei diesen Artikeln finde ich immer, dass man absolut nicht an den Ursachen oder der Erklärung der Situation interessiert scheint.

Beträfe es eine einzige Baustelle, könnte ich deine Kritik verstehen; so aber erinnert es an die Duelle zwischen Lehrern und Schülern vieler Jahrzehnte: "Du hast wohl immer eine Ausrede parat, weshalb du zu spät kommst!" Fazit: Die Reporterin versetzt sich wunderbar in die Lage der auf funktionierenden ÖPNV angewiesenen Bevölkerung, der inzwischen all die Ausflüchte "Erklärungen" egal sind - wie übrigens ja vielen Usern hier im Forum auch...

Ich finde solche Artikel wären halt deutlich sinnvoller und weniger "populistisches" Bild-Geschreibe, wenn man die vielfältigen Probleme benennen würde.
Als einzige Probleme werden "neue Vorschriften" und "lange Lieferzeiten" genannt. Und das ist ja eigentlich genau diese Blame-Game von dem Du sprichst. Darauf kann man ja immer alles schieben.

Komischerweise haben ja nicht alle Städte in der EU diese Probleme. Jetzt kann man natürlich wieder über "dIe BüRoKrAtIe" schimpfen, was ja irgendwie das 2. Hobby der Deutschen zu sein scheint. Oder man guckt sich mal genauer (wie z.B. bei dem Artikel von nicolaas zum Hackeschen Markt) an, was die konkreten Ursachen sind und warum diese nicht gelöst werden. Auch da könnte man natürlich einen billigen Artikel raushauen, dass das deutsche Bahnnetz wegen "neuer Vorschriften" und "langer Lieferzeiten" kaputt ist, das wäre aber wohl nicht wirklich korrekt.

Genau das erlebe ich übrigens auch zu der Tram-Strecke in Mahlsdorf. Man weiß, dass es ewig dauert und schimpft über "die", wer auch immer die sein mögen. Aber keiner kennt die "Machenschaften" von Mario Czaja, oder die neuen Verzögerungsversuche aus der CDU. Und das wird ja nur ein kleiner Teil der Probleme sein. Und am Ende sind wieder die "Vorschriften" schuld. Da sind wir ja genau auf Brexit-Niveau, wo an allem die EU Schuld ist.

Oder bei der Neubaustrecke Hamburg-Hannover. Die Bahn macht in meiner Wahrnehmung dort ihren Job ziemlich gut, aber das wird nicht wahrgenommen, genau so wenig wie die Torpedierung des Projekts durch Klingbeil und die SPD. Und in der öffentlichen Debatte wird dann wieder über "die Bahn" geschimpft, wenn auf der Bestandsstrecke das vorhergesagte Chaos eintritt.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 20.07.2025 13:05 von marc-j.
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marc-j
Ich finde solche Artikel wären halt deutlich sinnvoller und weniger "populistisches" Bild-Geschreibe, wenn man die vielfältigen Probleme benennen würde.

Schon, aber das ist natürlich ungleich aufwändiger, vor allem, wenn man zunächst von BVG und Co. die gleichen ausweichenden Antworten bekommt und dann im Detail recherchieren müsste. Dafür ist halt in heutiger Zeit sinkender Auflagen und der Mentalität, dass alles was online steht, kostenlos verfügbar sein muss, kein Geld da. Sich also in einem Forum, in dem inzwischen regelmäßig Links gepostet werden, die potenzielle Monetarisierung dieser Arbeit zu umgehen, ist ein bisschen absurd.
Das "Neue Deutschland" bekommt von mir regelmäßig Geld für gute Artikel. Nur wollen die meisten Zeitungen für ihre Online-Artikel gar keins, sondern bieten nur Abos an. Nur will ich nicht gleich ein ganzes Abo abschließen. Sollen sie einzelne Tage oder Artikel freischalten wie man sich am Kiosk einzelne Zeitungen kauft. Da wäre ich dabei...
Zitat
VvJ-Ente
Das "Neue Deutschland" bekommt von mir regelmäßig Geld für gute Artikel.

Auch ich habe schon oft Geld an das ND überwiesen und finde, daß dies genau der richtige Weg ist, Einnahmen zu generieren. Auch wenn viele Menschen die Artikel kostenlos lesen, gibt es auf der anderen Seite viele, denen die Lektüre einen Betrag wert ist. Das dürfte insgesamt lukrativer sein, als nichts oder Interessenten mit Abos zu vertreiben.


Zitat
VvJ-Ente
Nur wollen die meisten Zeitungen für ihre Online-Artikel gar keins, sondern bieten nur Abos an. Nur will ich nicht gleich ein ganzes Abo abschließen.

Wer will das schon, um einen einzigen Artikel zu lesen? Ich kaufe mir ja auch keine Kuh, wenn ich einen Schluck Milch trinken will.


Zitat
VvJ-Ente
Sollen sie einzelne Tage oder Artikel freischalten wie man sich am Kiosk einzelne Zeitungen kauft. Da wäre ich dabei...

Ja, man könnte einzelne Artikel für etwa 50 Cent anbieten oder wahlweise die ganze Ausgabe, da wäre ich auch sofort dabei.


Das Gegenteil von pünktlich ist kariert.
Und weißt Du keinen Rat, mein Sohn, dann gründe eine Kommission.
"Um die Probleme möglichst bald in den Griff zu bekommen, hat die Bahn eine spezielle Gruppe aus Fachleuten gegründet, die den genauen Ursachen nachgehen und Lösungen finden soll"
[www.berliner-zeitung.de]
Ich lese gerade da:
Zitat
Berliner Zeitung
2027 soll die gesamte Stellwerktechnik der Berliner Stadtbahn elektronisch laufen.

Wie läuft sie denn heute?
Zitat
Bd2001
Ich lese gerade da:
Zitat
Berliner Zeitung
2027 soll die gesamte Stellwerktechnik der Berliner Stadtbahn elektronisch laufen.

Wie läuft sie denn heute?

Das ist Unsinn, weil die Stadtbahn bereits vollständig mit ESTW ausgerüstet sind, und das schon seit vielen Jahren.

Es gibt aktuell noch einige ESTW-Lücken rund um Blankenburg (S2/S8) und die Strecke Baumschulenweg - Adlershof (ESTW Schöneweide). Beide Maßnahmen sind bereits im Bau.
Funktionieren alle ZBS-Strecken mit Gleisstromkreisen?
Zitat
PassusDuriusculus
Funktionieren alle ZBS-Strecken mit Gleisstromkreisen?

Nein. Das Eine hat nichts mit dem Anderen zu tun. ZBS ist die Zugbeeinflussung (alt Fahrsperre) und das Andere die Gleisfreimeldung, die es in 3 Formen gibt: Gleisstromkreis (klassisch), Tonfrequenz und Achszähler. Die ersten beiden laufen über einen längeren Abschnitt und reagieren auf Veränderung/Unterbrechung im Stromkreis, der Achszähler wirkt nur an seinem Standort und es werden die Werte der Achszähler an den Grenzen des Abschnitts verglichen.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Es gab einen Wasserrohrbruch in der Grevesmühlener Straße. So weit, so unschön. Interessant ist, dass der RBB in diesem Artikel die Sperrung der M1-Trasse in der Schillerstraße erwähnt. Da muss es irgendeinen wilden Zusammenhang geben ...

[www.rbb24.de]

~~~~~~
Für mehr Ümläüte!
Sehr verwirrend, aber gehe jede Wette ein es ist fast die Stelle wie letztes Jahr. Ich schau mir das morgen mal an. Ich vermute ein normaler Bus kann dort auch fahren, nur aneinander vorbei geht nicht. Wie letztes Jahr...
Und der Tagesspiegel titelte "Straße in Berlin-Lichtenberg nach Rohrbruch knietief unter Wasser" und schrieb, dass "mehrere Einsatzkräfte der Bäderbetriebe seit dem Morgen im Einsatz [wären]".

Ab Wasserstand "knietief" sind also nicht mehr die Wasserbetriebe, sondern die Bäderbetriebe zuständig :-D

Edith: Wurde inzwischen korrigiert.
Zitat
Florian Schulz
Ab Wasserstand "knietief" sind also nicht mehr die Wasserbetriebe, sondern die Bäderbetriebe zuständig :-D

Bei gleichzeitig 33 Grad finde ich das durchaus naheliegend. Außerdem spart es Geld bei der Pflege der Immobilien der Bäderbetriebe, wenn sie extern arbeiten. :-D
Zitat
Lopi2000
Zitat
Florian Schulz
Ab Wasserstand "knietief" sind also nicht mehr die Wasserbetriebe, sondern die Bäderbetriebe zuständig :-D

Bei gleichzeitig 33 Grad finde ich das durchaus naheliegend. Außerdem spart es Geld bei der Pflege der Immobilien der Bäderbetriebe, wenn sie extern arbeiten. :-D

Liebe Badegäste, wegen Überfüllung ist das Standbad Orankesee geschlossen. Bitte nutzen Sie alternativ das Pop-up-Freibad in der Grevesmühlener Straße. Erreichbar über den SEV der M1.
Seit Montag gibt es jeden Tag meist mehrere Störungen der Gleisfreimeldetechnik auf den S-Bahngleisen der Stadtbahn. Dass die Infrastruktur zunehmend unzuverlässiger wird, schlägt sich inzwischen auch in der Statistik nieder. Laut internen Zahlen sin wegen Störungen der Leit- und Sicherungstechnik ivon Januar bis Juli 2025 doppelt so viele Fahrzeugkilometer ausgefallen wie im Vorjahreszeitraum.

Ausführlich in meinem Artikel in nd.
Linie S1 bald vor dem Kollaps?: Sechs Brücken müssen erneuert werden
[www.tagesspiegel.de]
Zitat
nicolaas
Seit Montag gibt es jeden Tag meist mehrere Störungen der Gleisfreimeldetechnik auf den S-Bahngleisen der Stadtbahn. Dass die Infrastruktur zunehmend unzuverlässiger wird, schlägt sich inzwischen auch in der Statistik nieder. Laut internen Zahlen sin wegen Störungen der Leit- und Sicherungstechnik ivon Januar bis Juli 2025 doppelt so viele Fahrzeugkilometer ausgefallen wie im Vorjahreszeitraum.

Ausführlich in meinem Artikel in nd.

Interessant. Besonders besorgniserregend finde ich diese Mischung aus verfallender Infrastruktur weil nicht genug investiert wurde, zunehmenden Störungen aufgrund des Klimawandels und fehlenden Fachkräften (hallo demographischer Wandel). Ich habe nicht das Gefühl, dass das die Menschen auf dem Schirm haben, in was für einen Gau man da langfristig läuft. Insbesondere wenn das Umweltbundesamt mittlerweile eine globale Erwärmung von 4 Grad für realistisch hält, also 8 grad höhere Durchschnittstemperaturen in Deutschland.
Zitat
marc-j
Ich habe nicht das Gefühl, dass das die Menschen auf dem Schirm haben, in was für einen Gau man da langfristig läuft.

Viele Menschen haben leider eher auf dem Schirm, dass sie den Klimawandel und seine Jünger doch abgewählt haben und den Zuwanderungsbedarf aufgrund des demografischen Wandels gleich mit. Der Rest der Probleme liegt daran, dass niemand mehr deutsche Wertarbeit kann wie es bei der Bundes- und Reichsbahn noch Standard war.
Viele Menschen verfallen einfach nicht mehr in Panik, sondern wissen ganz genau, dass sie sich mit den Gegebenheiten
durch den nicht aufzuhaltenden Klimawandel arrangieren müssen.

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