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Verkehrspolitik in Berlin
geschrieben von krickstadt 
Zitat
marc-j
Ein paar Videos zu Induced Demand:

[m.youtube.com]

[m.youtube.com]

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Man muss sich doch nur den Bereich Westend anschauen. Wo vorher eine Autobahn mit 6 Spuren war, passt nach dem Brückenabriss nun alles auf 3 Spuren. Augenscheinlich ohne größere Probleme, nachdem man sich 2 Wochen lang daran gewöhnt hat.

(und ja: mir ist bewusst, dass dort keine Lkw entlang fahren dürfen. Diese haben aber vorher auch nur einen relativ geringen Prozentsatz der Fahrzeuge ausgemacht.
Zitat
VBB/HVV
Im Zuge der Berichterstattung im rbb heute frage ich mich, was die Verkehrssenatorin heute eigentlich so treibt? Ist sie auf Besuch bei Herrn Bögl oder was liegt an? Bei der Eröffnung war Herr Wegner, in der Abendschau ebenfalls, danach beim rbb24-Spezial war, wer sonst, Herr Stettner. Von Frau Bonde weit und breit nichts zu sehen und zu hören, nicht mal ein Statement oder ähnliches.

Sie hat wohl Urlaub.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
Latschenkiefer
Zitat
marc-j
Ein paar Videos zu Induced Demand:

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Man muss sich doch nur den Bereich Westend anschauen. Wo vorher eine Autobahn mit 6 Spuren war, passt nach dem Brückenabriss nun alles auf 3 Spuren. Augenscheinlich ohne größere Probleme, nachdem man sich 2 Wochen lang daran gewöhnt hat.

(und ja: mir ist bewusst, dass dort keine Lkw entlang fahren dürfen. Diese haben aber vorher auch nur einen relativ geringen Prozentsatz der Fahrzeuge ausgemacht.

Der umliegende Bereich ist durchaus voller geworden und vermehrt Staus auf den Hauptstraßen. Nur weil gerade Ferien sind und die Presse schon lange nicht mehr berichtet kann man nicht sagen, dass die fehlenden Brücken keine Folgen mehr haben. Und, wie genau bezifferst Du den "geringen" Prozentsatz von LKWs? LKws machen auf der Stadtautobahn zumindest optisch einen sehr großen Anteil aus.
Auf der Bundesallee machen optisch Autos auch 99% des Verkehres aus. Spitzenreiter dürfte aber die U9 sein, und selbst verglichen zum Fuß-/Radverkehr dürfte der Autoverkehr selbst auf der Bundesallee relativ wenig ausmachen.
Optisch würde man darauf nicht kommen
Es geht aber nicht um die Bundesallee oder die U9. Worauf bezieht sich seine Aussage?
Zitat
GraphXBerlin
Es geht aber nicht um die Bundesallee oder die U9. Worauf bezieht sich seine Aussage?

Es zeigt, wohl, dass Autos, auch wenn sie 2/3 der Fläche einer Straße beanspruchen, weit davon entfernt sind, auch 2/3 der Personen in einem Straßenquerschnitt zu transportieren.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Ob es dazu eine Verkehrszählung gibt o.ä. oder ob es nur eine "optische" Beobachtung (seinerseits) ist (hoffe es ist nun endlich verständlich)
Zitat
GraphXBerlin
Ob es dazu eine Verkehrszählung gibt o.ä. oder ob es nur eine "optische" Beobachtung (seinerseits) ist (hoffe es ist nun endlich verständlich)

Fußgängerzählungen sind jedenfalls sehr selten und bei Radfahrern zählt man auch nur an manchen Punkten. Seltsamerweise veröffentlich man da aber auch nicht alles, ebenso wie die Fahrgastzahlen der BVG Betriebsgeheimnisse sind.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Das kann immer noch jeder durchschnittlich begabte Viertklässler ausrechnen:
Um die Besetzung einer S-Bahn, in der etwa jeder zweite Sitzplatz belegt ist und niemand steht, jeweils zu zweit in Smarts zu transportieren, wird eine Autoschlange von über 400 Metern Länge benötigt (im Stand, ohne Sicherheitsabstand). Nun weiß jeder, dass in den meisten Autos nur eine Person fährt, dass gerade zu den Stoßzeiten die Bahnen wesentlich voller sind, und viele Autofahrer wenigstens einen Sicherheitsabstand von 3 Metern einhalten. Dann kann man sich vorstellen, was auf der tollen A100 los wäre, wenn die meisten Leute auf die Brummbrummfraktion hören würde und statt der Ringbahn das eigene Auto nehmen würde. Ich würde mich dann mit einer Tüte Popcorn an die Zielorte setzen und mir ansehen, wie alle paar Minuten eine neue Autoschlange verzweifelt versucht, wenigstens einen freien Parkplatz in einer Feuerwehrzufahrt oder auf einem Kinderspielplatz oder Sportplatz zu finden.
Ich möcht mir nicht vorstellen, was in Bus und Bahn los wäre, wenn alle Autofahrer auf ihr Auto verzichten würden...

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Gute Nacht, Forum!
Zitat
Der Fonz
Ich möcht mir nicht vorstellen, was in Bus und Bahn los wäre, wenn alle Autofahrer auf ihr Auto verzichten würden...

Der Unterschied ist hier, dass die Infrastruktur des ÖPNV grundsätzlich dazu in der Lage wäre, die zusätzlichen Fahrgäste aufzunehmen. Da fehlt es nur an den Fahrzeugen und am Personal, wobei durch die nach dem Wegfall des MIV mögliche ÖPNV-Beschleunigung bei Bus und Straßenbahn das gar nicht so schlimm wäre und bei der U-Bahn könnte man durch Automatisierung Personal sparen, sodass man da nur Fahrzeuge bräuchte - die Automatisierung ist eigentlich sowieso notwendig.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
Nemo
Zitat
Der Fonz
Ich möcht mir nicht vorstellen, was in Bus und Bahn los wäre, wenn alle Autofahrer auf ihr Auto verzichten würden...

Der Unterschied ist hier, dass die Infrastruktur des ÖPNV grundsätzlich dazu in der Lage wäre, die zusätzlichen Fahrgäste aufzunehmen. Da fehlt es nur an den Fahrzeugen und am Personal, wobei durch die nach dem Wegfall des MIV mögliche ÖPNV-Beschleunigung bei Bus und Straßenbahn das gar nicht so schlimm wäre und bei der U-Bahn könnte man durch Automatisierung Personal sparen, sodass man da nur Fahrzeuge bräuchte - die Automatisierung ist eigentlich sowieso notwendig.

Viele würden sicher auch das Fahrrad nehmen und plötzlich kommen alle schnell an ihr Ziel, weil es keine Staus mehr gibt und schnellere Fahrräder entspannt langsamere überholen können. Zusätzlich kann man dann noch überschüssige Straßen, Parkplätze und Parkhäuser entsiegeln bzw. zusätzliche Wohnflächen schaffen.

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Ich hab nen Bus und meine Busfahrerin heißt Layla, sie fährt schöner, schneller, weiter.
Zitat
Der Fonz
Ich möcht mir nicht vorstellen, was in Bus und Bahn los wäre, wenn alle Autofahrer auf ihr Auto verzichten würden...

Ähm, bitte nicht statisch denken.

Du stellst dir die heutige ÖPNV-Infrastruktur vor und was passiert, wenn alle Autofahrer von heute auf morgen auf den ÖPNV umsteigen - klar, absolutes Chaos. Aber niemand (der ernst zu nehmen ist) würde von heute auf morgen sämtlichen Autoverkehr einstellen.

Verkehr ist nicht statisch, sondern dynamisch. Nutzerverhalten ändert sich über Monaten oder Jahre, nicht über Nacht. Genau wie auch der durch die A100 induzierte Verkehr nicht von heute auf morgen auftreten, sondern erst nach und nach beobachtbar sein wird.

Und es würden - wie schon geschrieben - nicht alle MIV-Nutzer auf den ÖPNV umsteigen. Einen erheblichen Teil des MIV-Verkehrs würde vermutlich der Radverkehr aufnehmen. Denn - Dynamik! - wenn auf den Straßen mehr Platz für Radfahrer ist, wird Radverkehr attraktiver/sicherer, mehr Menschen steigen auf dieses Verkehrsmittel um. Das könnte übrigens auch zu einer Entlastung des ÖPNV führen, denn - Dynamik! - Leute, die heute kurze Strecken (so bis 5km) mit Bus und Bahn fahren, würden zum Teil AUCH auf das Rad umsteigen.

Verkehrsplanerisch ist das Rad ein Teil der Lösung. In Deutschland wird es dagegen oft als Teil des Problems betrachtet - worunter am Ende übrigens ironischerweise auch die Autofahrer leiden.

Ein Szenario "Autoarme Innenstadt" wäre ein dynamischer Prozess. Das beginnt mit der Ankündigung "Ab Jahr X ist es soweit" und gibt den Leuten die Gelegenheit, sich darauf einzustellen.
Dann müsste die Verkehrsplanung vorher angemessen darauf reagieren, indem vorher das ÖPNV-Netz für die höhere Nachfrage ertüchtigt wird.
Und dann könnte man einige Jahre vor dem Tag X damit beginnen, Verkehrsfläche neu zu verteilen, so dass jedes Jahr einige Prozentpunkte beim Modal Split vom Auto zum Umweltverbund abwandern.

Aber wir sind in Berlin bzw. in Deutschland, nichts davon wird passieren.
Es war ja auch nur eine rhetorische Frage meinerseits.

Aber solange nicht die deutliche Mehrheit der Menschen hinter dem Verkehrswandel steht, ist das alles, was hier aufgezählt wurde,auch nur Wunschdenken/Träumereien.

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Gute Nacht, Forum!
Zitat
Der Fonz
Aber solange nicht die deutliche Mehrheit der Menschen hinter dem Verkehrswandel steht, ist das alles, was hier aufgezählt wurde,auch nur Wunschdenken/Träumereien.

Na dann träume mal.

ADAC: Umfrage: Bevölkerung unterstützt den Verkehrswandel [www.adac.de]

Fraunhofer: Bürgerinnen und Bürger sind unzufrieden mit der Verkehrswende, unterstützen aber wichtige politische Maßnahmen [www.isi.fraunhofer.de]

KfW-Energiewende­barometer: Zwei Drittel der Haushalte können sich vorstellen, künftig stärker vom Auto auf das Fahrrad umzusteigen. Eine mögliche Verlagerung auf öffentliche Verkehrsmittel sehen sogar rund drei Viertel der Haushalte [www.kfw.de]

Im Übrigen werden politische Maßnahmen populärer, wenn man den Leuten sie richtig erklärt und die Vorteile in den Vordergrund stellt, statt einseitig nur auf die Nachteile rumzureiten.
Interessant. Insb. CDU und AfD stellen es ja immer so dar, dass die Bevölkerung keine Veränderung möchte.

Aber selbst wenn es so wäre: dass Politik sich am gewünschten Ziel orientieren muss und nicht an der aktuellen Laune der Bevölkerung, dass hatten wir auch schon diskutiert ;)
Wenn es danach ginge, müssten die Steuern auf 0 gesenkt und Lebensmittel verschenkt werden.
Klar will jeder immer günstig individuell mobil sein, jederzeit, überall, keine Beschränkungen, keine Verbote, einen Parkplatz an jedem Ziel. Gesamtgesellschaftlich funktioniert dies jedoch nicht, insb. in Ballungsräumen (Stichwort Flächeneffizienz).

Es gibt viele Innenstädte, die bei Hitze schwer erträglich sind, wie Heilbronn, Koblenz und eben Teile von Berlin. Wir brauchen auch auf Grund der Alterung der Bevölkerung mehr Entsiegelung, nicht mehr Versiegelung.
Darüber wird leider zu selten gesprochen. Die wenigsten Berliner haben ein Haus im Grünen am Stadtrand.
Zitat
Florian Schulz
Im Übrigen werden politische Maßnahmen populärer, wenn man den Leuten sie richtig erklärt und die Vorteile in den Vordergrund stellt, statt einseitig nur auf die Nachteile rumzureiten.

Ein wichtiger Punkt, der sich übrigens auch im Grundgesetz niederschlägt ("Die Parteien tragen zur Willensbildung bei."). Leider scheinen das Grundgesetz und die dahinterliegenden Gedanken v.a. der Union inzwischen völlig egal zu sein, wenn sie gegen geltendes Recht verstößt (Mobilitätsgesetz) oder Gerichtsurteile ignoriert (Dobrindt auf Bundesebene).

Natürlich kann die Union an anderen Zielen arbeiten als Grüne oder SPD, das ist ja der Sinn einer Demokratie. Nur der rechtsstaatlich saubere Weg für eine Regierung wäre, die Rechtslage entsprechend dieser Ziele zu ändern, und nicht, die aktuelle Rechtslage zu ignorieren.
Zitat
KfW-Energiewende­barometer
Zwei Drittel der Haushalte können sich vorstellen, künftig stärker vom Auto auf das Fahrrad umzusteigen. Eine mögliche Verlagerung auf öffentliche Verkehrsmittel sehen sogar rund drei Viertel der Haushalte [www.kfw.de]

Also ich gehöre zum dritten Drittel bzw. auch zum vierten Viertel.

Aufgrund der Tatsache, dass ich mein Auto vor inzwischen 20 Jahren abgeschafft habe, kann ich nämlich nicht mehr aufs Fahrrad oder die Öffis umsteigen.
Tempo 30 in Eichwalde

Interessantes Interview, durchaus hörenswert.
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