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Verkehrspolitik in Berlin
geschrieben von krickstadt 
Zitat
Jumbo

Das mit der Kaufhausanbindung am Moritzplatz ist wohl nur ein Gerücht, das sich hartnäckig hält.
Andere Quellen behaupten, dass die Umplanung erfolgte, weil man zu spät festgestellt hat, dass das Gefälle zwischen Oranienplatz und Luisenstädtischem Kanal zu steil werden würde. So hat man den Schlenker über den Moritzplatz gemacht und mit dem zusätzlichen Aushub den Luisenstädtischen Kanal verfüllt, der ohnehin mangels ausreichendem Gefälle ein stehendes, stinkendes Gewässer war.

Der Luisenstädtische Kanal ist über den Oranienplatz verlaufen. Vom Kotti zum Oranienplatz war der Weg bis zum Kanal etwas länger als in der realisierten Variante, daher erscheint mir diese These eher unplausibel, zumal man den Kanal ja zugeschüttet hat und man ihn daher eigentlich nicht mehr unterqueren musste.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Wenn man den Kanal eh zuschütten wollte, brauchte man ihn doch gar nicht zu unterqueren. Das widerspricht sich doch.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.03.2026 21:15 von DerMichael.
Zitat
DerMichael
Wenn man den Kanal eh zuschütten wollte, brauchte man ihn doch gar nicht zu unterqueren. Das widerspricht sich doch.

Vielleicht hat man damals Entscheidungen auch schon unkoordiniert getroffen?

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
Nemo
Zitat
DerMichael
Wenn man den Kanal eh zuschütten wollte, brauchte man ihn doch gar nicht zu unterqueren. Das widerspricht sich doch.

Vielleicht hat man damals Entscheidungen auch schon unkoordiniert getroffen?

Na ja, wie immer in solchen Fällen stellt sich eher die Frage, wer wann warum welche Entscheidung(en) in welchem Projekt getroffen hat und in welchem Stadium sich das jeweils andere Projekt zu diesem Zeitpunkt konkret befand. Manchmal lässt sich derlei halt nicht vermeiden...

Aktuelles Beispiel: Beim Wiederaufbau der Dresdener Bahn wurde der Gleisanschluss des Tanklagers Marienfelde nach allen Regeln der Kunst vollständig erneuert sowie in ESTW und Spurplan des gleichnamigen Bahnhofs (Fernbahnteil) eingebunden, während wenige Monate vor Inbetriebnahme der neuen Eisenbahninfrastruktur eben jenes Tanklager geschlossen wurde, weshalb das Gleis nunmehr im Nirgendwo endet. Da fragt mensch sich dann auch... :-(

Viele Grüße
Arnd
Im Prinzip ja. Aber ich schätze, die Planungshorizonte damals und heute sind doch grundverschieden.
Stand die Siemensbahn bereits kurz nach der Idee, ist die Planung aufgrund der ewig langen Planungszeiten heute bei Baubeginn oft schon überholt und im Fall wie Stuttgart21 komplett veraltet.
Der RBB fragt provokant: Gehört die Straßenbahn auf's Abstellgleis?

Die Überschrift will dann aber gar nicht so richtig zum Artikel passen, der eher ein erweitertes Interview mit Professor Hecht ist und die Frage auch so gar nicht aufgreift. Stattdessen geht's mal wieder um das Spandauer Schwebethema im Vergleich zur Straßenbahn.

Spannend finde ich z.B. dem folgenden Satz: "Früher hatte Berlin das drittgrößte Straßenbahn-Netz der Welt, mittlerweile ist es auf den fünften Platz abgerutscht - überholt unter anderem von Paris, das bis 1992 gar keine Tram hatte."

Besonders schön ist auch der Schlusssatz: "Aus seiner Sicht ist "das Bewusstsein für das System Straßenbahn scheinbar nicht bei den Entscheidungsträgern vorhanden" - diese Ansicht teile man mit vielen Straßenbahn-Betreibern in Brandenburg."

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
Jay
Besonders schön ist auch der Schlusssatz: "Aus seiner Sicht ist "das Bewusstsein für das System Straßenbahn scheinbar nicht bei den Entscheidungsträgern vorhanden" - diese Ansicht teile man mit vielen Straßenbahn-Betreibern in Brandenburg."

Wobei letzteres Zitat nicht von Prof. Hecht zu stammen scheint, sondern vom Sprecher der Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder), Ken Wegener.

Hier das Zitat etwas länger:

Zitat
Ken Wegener

Und die Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder) schreibt auf rbb|24-Anfrage, es gebe zwar Ausbauideen für alle Stadtteile, die bisher nicht an das Straßenbahnnetz angeschlossen seien, aber: "Leider können diese derzeit nicht aktiv verfolgt werden, da in Brandenburg völlig unzureichende Mittel für das leistungsstarke und umweltfreundliche Verkehrsmittel Straßenbahn zur Verfügung stehen", so Sprecher Ken Wegener.

Aus seiner Sicht ist "das Bewusstsein für das System Straßenbahn scheinbar nicht bei den Entscheidungsträgern vorhanden" - diese Ansicht teile man mit vielen Straßenbahn-Betreibern in Brandenburg.

Neulich wurde auch hier ein Video aus Cottbus geteilt, indem es darum ging, dass die Straßenbahn dort keinen Vorrang an Ampeln hat. Was die Sprecherin der Stadt sinngemäßg damit begründete, dass sonst Fußgänger, Radfahrer und Rettungsfahrzeuge behindert würden.

Schön in der Grafik auch zu sehen, dass neben Berlin, auch die Fahrgastzahlen in Potsdam schon 2024 über dem Vor-Corona-Niveau von 2019 liegen und in den übrigen Städten zumindest die gleichen Zahlen wieder erreicht sind.

Leider wird auch in Potsdam immer wieder versucht den Rotstift bei der Straßenbahn anzusetzen, statt auf Ausbau/Angebotserweiterung zu setzen. Da wird die Finanzierung, für längst bestellte neue Bahnen wieder infrage gestellt. Auch die Fahrleistungen sind bei weitem nicht auf dem Vor-Corona-Niveau. Die 92 erreicht ihren eigentlichen Endpunkt im Kirchsteigfeld Mo-Fr (bis auf eine einzelne Fahrt im Schülerverkehr) garnicht mehr. Die 98 ist (fast) nicht mehr existent und die 99 endet tagsüber weiter am Platz der Einheit, obwohl extra für viel Geld die ganze Kreuzung und Schleife am Hbf umgebaut wurden.
Zitat
X-Town Traffic
Was die Sprecherin der Stadt sinngemäßg damit begründete, dass sonst Fußgänger, Radfahrer und Rettungsfahrzeuge behindert würden.

Das war nicht die Sprecherin der Stadt, sondern die für Bauen und Verkehr zuständige Bürgermeisterin und Dezernentin und sie hat diese anderen Verkehrsträger auch nicht als absolutes Gegenargument gegen die Vorrangschaltung verwendet, sondern als Beispiele für die komplexen Abstimmungs- und Abwägungsprozesse, die noch zu bewältigen sind, bis die Vorrangschaltung umgesetzt werden kann. Der Vertreter von Cottbusverkehr, der auch befragt wurde, klang optimistisch. Erst die weiteren Wortbeiträge im Bericht ließen vermuten, dass "die Stadt" (wer auch immer konkret gemeint war), das Projekt nicht ernsthaft verfolgen würde.
Laut Tagesspiegel (T+) plant die BVG noch dieses Jahr eine neue Fährlinie zwischen der Wasserstadt Oberhavel/Waterkant und Wröhmännerpark.

Was man nicht alles tut, um auf gar keinen Fall das offensichtliche anzugehen... aber gut, immerhin wäre diese Fährlinie schneller verfügbar als eine Straßenbahnstrecke. Nur ob sie wirklich wie geplant funktioniert und die Busse entlastet, scheint mir fraglich. Die Strecke ist etwas kürzer als die der F10, also würde ich von einer Fahrzeit von ca. 15 min ausgehen. Nur ist man dann halt im Spandauer Nirgendwo, der M36 ist in der gleichen Zeit am Knotenpunkt Rathaus Spandau (und für die meisten Einwohner:innen der Wasserstadt näher, außerdem wird die "F36" mutmaßlich nicht so häufig fahren).

Naja, einen Versuch ist es dennoch wert. Sinnvoll wäre vielleicht ein Zwischenhalt an der Insel Eiswerder, um diesen weißen Fleck bei der ÖV-Erschließung zu beheben; andererseits würde das die Fahrzeit noch weiter verlängern.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.04.2026 11:50 von def.
Zitat
def
Naja, einen Versuch ist es dennoch wert. Sinnvoll wäre vielleicht ein Zwischenhalt an der Insel Eiswerder, um diesen weißen Fleck bei der ÖV-Erschließung zu beheben; andererseits würde das die Fahrzeit noch weiter verlängern.

Da es sich quasi um einen Vorlaufbetrieb für die Magnetschwebebahn handelt, wäre es ja nur konsequent, wenn man sich dafür Hovercrafts beschaffen würde...

Die wird man wohl auch brauchen, denn: "Entscheidend dafür seien gut erreichbare Fährhaltestellen sowie Takte und Reisezeiten, die "besser als die Takte des Busses " sein müssten" (So wird die Verkehrsverwaltung zum Angebot zitiert.) Da hier mit einer Metrobuslinie mit 9-10 Fahrten pro Stunde und einer Fahrzeit von 11 min konkurriert und zusätzlich einen Fußweg von 5 min zur nächsten Bushaltestelle bzw. 10 min zur U-Bahn und zur Altstadt überwinden muss, wird man so etwas wohl auch benötigen.
Zitat
Lopi2000
Zitat
def
Naja, einen Versuch ist es dennoch wert. Sinnvoll wäre vielleicht ein Zwischenhalt an der Insel Eiswerder, um diesen weißen Fleck bei der ÖV-Erschließung zu beheben; andererseits würde das die Fahrzeit noch weiter verlängern.

Da es sich quasi um einen Vorlaufbetrieb für die Magnetschwebebahn handelt, wäre es ja nur konsequent, wenn man sich dafür Hovercrafts beschaffen würde...

Die wird man wohl auch brauchen, denn: "Entscheidend dafür seien gut erreichbare Fährhaltestellen sowie Takte und Reisezeiten, die "besser als die Takte des Busses " sein müssten" (So wird die Verkehrsverwaltung zum Angebot zitiert.) Da hier mit einer Metrobuslinie mit 9-10 Fahrten pro Stunde und einer Fahrzeit von 11 min konkurriert und zusätzlich einen Fußweg von 5 min zur nächsten Bushaltestelle bzw. 10 min zur U-Bahn und zur Altstadt überwinden muss, wird man so etwas wohl auch benötigen.

Korrekt. Die Aussage zeugt von kompletter Ahnungslosigkeit. "Besser als die Takte des Busses" hieße 'on demand' sobald jemand am Anleger steht, denn die Busse sollen als Linienbündel bereits alle paar Minuten fahren. Und alle 1-2 Minuten eine Fähre ist einfach mal komplett weltfremd. Die Fahrzeit wird wohl auch nur Doro Bärs Flugtaxi erreichen können, aber kein regelkonform fahrendes Fährschiff.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
Jay
"Besser als die Takte des Busses" hieße 'on demand' sobald jemand am Anleger steht, denn die Busse sollen als Linienbündel bereits alle paar Minuten fahren. Und alle 1-2 Minuten eine Fähre ist einfach mal komplett weltfremd.

Du gehst offensichtlich von den derzeitigen Bus-Takten aus und nicht von "Stabilität vor Wachstum". /s
Zitat
def
Zitat
Jay
"Besser als die Takte des Busses" hieße 'on demand' sobald jemand am Anleger steht, denn die Busse sollen als Linienbündel bereits alle paar Minuten fahren. Und alle 1-2 Minuten eine Fähre ist einfach mal komplett weltfremd.

Du gehst offensichtlich von den derzeitigen Bus-Takten aus und nicht von "Stabilität vor Wachstum". /s

Genau, ich bearbeite gerade Ortsverkehre im Stundentakt... Wenn das anderswo geht, dann auch in Berlin, da sollen wir mal nicht so hauptstadtarrogant sein!

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.04.2026 14:45 von Nemo.
Der RBB legt aktuell beim Thema Straßenbahnbedarf nach - hier ist u.a. die Linie M41 Thema:
[www.rbb24.de]
Die Straßenbahn wäre auf der Linie vermutlich die beste Option, denn eine U7 läuft abschnittsweise parallel. Ich nutze sie häufig statt des Busses. Zumal derzeit der Umstieg von der U8 in den Bus eher schwierig ist. Ich laufe dann das Stück hinüber zur Sonnenallee.
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