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Verkehrspolitik in Berlin
geschrieben von krickstadt 
Der Senat hat die Wirkung der Parkraumbewirtschaftung evaluiert, einige spannende/erfreuliche Erkenntnisse:

Verkehrstrends Berlin
- Kfz-Verkehr auf Berliner Hauptstraßen (1991 vs. 2023): -6%
- PKW-Zulassungen (2019-2023) Friedrichshain-Kreuzberg: -2,7%
- Motorisierungsgrad der Haushalte (2018 vs. 2023) Friedrichshain-Kreuzberg -3%, Mitte -3%, Tempelhof-Scchöneberg -1%
- Entwicklung der Pkw-Fahrleistung pro Haushalt (2018 vs. 2023): Friedrichshain-Kreuzberg -8%, Mitte -10%, Tempelhof-Schöneberg -15%
- Anteil MIV am Modal Split (2023): Friedrichshain-Kreuzberg 8,4%, Mitte 10,4%, Tempelhof-Schöneberg 21,8%

Wirkung in der Parkraumbewirtschaftungszone "Wrangelkiez":
- Änderung Auslastung Parkplätze: Vormittags -11%, Nachmittags -14%, Nachts -38%
- Auslastung Parkplätze: Vormittags 78%, Nachmittags 76%, Nachts 75%
- Belegung von Parkplätzen durch langparkende Fahrzeuge (min. 4 Tage nicht bewegt): Vor Parkraumbewirtschaftung 31%, mit Parkraumbewirtschaftung 14%
- "Insgesamt geht die Zahl der über 4 Tage nicht bewegten Fahrzeuge um 145 Fahrzeuge zurück. Allein dadurch werden die rund 139 für verkehrsberuhigende und ordnende Maßnahmen weggefallenen Parkstände gänzlich aufgefangen."
- Die Anzahl der Fahrzeuge der in der Zone wohnenden Bevölkerung "wird durch die Parkraumbewirtschaftung und die geringen Bewohnerparkgebühren (10,20 Euro pro Jahr) nicht reduziert. Erst bei höheren Bewohnerparkgebühren stellt sich die Frage, ob es sich lohnt ein wenig genutztes Fahrzeug zu behalten oder auf den Umweltverbund und Carsharing umzusteigen"

Quelle: [www.berlin.de]
Herr Stettner wird sich bestätigt fühlen: die linksgrünen Machthaber von Kreuzberg vertreiben die Autofahrer und zwingen die Leute in die U-Bahn!!! Kein Wunder, wenn die Hochbahn regelmäßig überfüllte Züge beklagen muss und auf dem M29er der Verkehr zusammenbricht!
Zitat
VvJ-Ente
Herr Stettner wird sich bestätigt fühlen: die linksgrünen Machthaber von Kreuzberg vertreiben die Autofahrer und zwingen die Leute in die U-Bahn!!! Kein Wunder, wenn die Hochbahn regelmäßig überfüllte Züge beklagen muss und auf dem M29er der Verkehr zusammenbricht!

Wir brauchen ganz klar wieder mehr Autoförderung! Denkt an die Arbeitsplätze in der Automobilindustrie!
tagesschau.de berichtet heute unter dem Titel "Mehr Unfälle auf dem Schulweg" der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung über die Unfallzahlen für das 1. Halbjahr 2025: [www.tagesschau.de]

Als Hauptproblem nennen in einer im Artikel zitierten Forsaumfrage 56 Prozent der Eltern "fehlende Fahrradwege als Herausforderung für die Sicherheit des Kindes"!

Ganz spannend, auch (einmal wieder) der Teufelskreis von Elterntaxis. Der Schulweg ist unsicher, weil so viele Autos vor der Schule unterwegs sind. Deswegen wird auch das eigene Kind zur Schule mit dem Auto gefahren... 42% der Elterntaxifahrten finden statt, weil die Eltern den Schulweg für zu unsicher halten. Bundesweit 66% sehen zugleich Elterntaxis als Problem vor ihrer Schule...
Zitat
Stichbahn
Ganz spannend, auch (einmal wieder) der Teufelskreis von Elterntaxis. Der Schulweg ist unsicher, weil so viele Autos vor der Schule unterwegs sind. Deswegen wird auch das eigene Kind zur Schule mit dem Auto gefahren... 42% der Elterntaxifahrten finden statt, weil die Eltern den Schulweg für zu unsicher halten. Bundesweit 66% sehen zugleich Elterntaxis als Problem vor ihrer Schule...

Passend dazu und zum Ferienende/Schuljahresbeginn dieser Zeitungsartikel!

so long

Mario
Ich habe mich mit dem Vergleich der Verkehrstoten pro 100.000 Einwohner beschäftigt. Seit 2018 liegen die Todesraten im Verkehr in Helsinki signifikant unter den Berliner Werten.

In Helsinki ist die Vision Zero, als null getötete Menschen im Straßenverkehr, für ein Jahr tatsächlich Realität geworden. Zwischen Juli 2024 und Juli 2025 starb kein einziger Mensch bei Unfällen auf den Straßen der finnischen Hauptstadt. Im August war es dann vorbei mit der glücklichen Periode, gleich zwei Menschen starben bei Verkehrsunfällen.

Dieser Erfolg beruht auf mehreren Maßnahmen: Großflächige Ausweisung von Tempo 30, dem sicherheitsorientierten Umbau der Straßeninfrastruktur für Rad- und Fußverkehr sowie einer konsequenten und flächendeckenden Überwachung von Tempo- und Parkverstößen. Verkehrsplaner Roni Utriainen erläutert die Strategie der Stadt Helsinki.

Der ganze Text hier.
Hat zwar nichts mit ÖPNV zu tun, aber sehr wohl mit Verkehrspolitik.

Senat spart an Blitzern und Verkehrserziehung (Tagesspiegel)
Zitat
Wollankstraße
Hat zwar nichts mit ÖPNV zu tun, aber sehr wohl mit Verkehrspolitik.

Senat spart an Blitzern und Verkehrserziehung (Tagesspiegel)

Wenn Berlin sowieso im Stau versinkt, braucht man auch weder Blitzer noch Verkehrserziehung.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Gibt leider Autolenker, die bei Stau mit 100 Sachen über Busspuren, Radwege,.Fußwege ausweichen
Zitat
PassusDuriusculus
Gibt leider Autolenker, die bei Stau mit 100 Sachen über Busspuren, Radwege,.Fußwege ausweichen

Ja, leider. Allerdings wären die ohnehin nicht Zielgruppe der Verkehrserziehung (auch wenn sie es nötig hätten) und gleichzeitig werden sie dort auch nicht von Blitzern erfasst. Dennoch ist, dort zu "sparen" aber ein fatales verkehrspolitisches Signal.
Zitat
PassusDuriusculus
Gibt leider Autolenker, die bei Stau mit 100 Sachen über Busspuren, Radwege,.Fußwege ausweichen
Quatsch...mindestens 200 Sachen!!!!1eelllff"!!

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Gute Nacht, Forum!
Und wieder einmal zeigt sich: Autoverkehr > Menschenleben. Eltern und die Schulleitung einer Schule in Friedrichshain hatten die Autoverwaltung darauf hingewiesen, dass die Ampelschaltung an der Kreuzung Persius-/ Corinthstraße für Fußgänger:innen sehr gefährlich ist. Das war der Verkehrsverwaltung egal, schließlich müsse der Verkehr (gemeint: der Autoverkehr) fließen, und es kam, wie es kommen musste: am 29. September wurde ein Kind angefahren, das bei Grün die Straße querte (Artikel hinter Paywall, aber auf üblichem Wege lesbar).

Man stelle sich vor, was im Eisenbahnbereich los wäre, wenn ein:e EBA-Mitarbeiter:in Hinweise auf drohende Gefahren ausblendeten mit dem Hinweis, der Eisenbahverkehr müsse nun mal laufen, und es zu einem Unfall mit Personenschaden kommt. Diese Person könnte sich auf was einstellen, und sämtliche Medien würden über Tage prominent berichten. Beim Autoverkehr ist es so selbstverständlich, dass überhaupt nur ein Medium darüber berichtet.

Und dann wieder der Blödsinn, dass es erst Personenschaden geben muss, bevor etwas getan wird...
Schaut man sich an, um welche Kreuzung es geht, stellt man fest, dass sich die Kreuzung inmitten des Rudolfkiezes befindet. Eine Parallelstraße weiter verläuft die Stralauer Allee. Umso bemerkenswerter, dass die Verwaltung in einer Wohnstraße die Leichtigkeit des Automobils so wichtig einschätzt, dass sich andere Verkehrsteilnehmer dem unterzuordnen haben. Fehlt hier etwa das Bewusstsein darüber, dass man mit solch einer Bevorzugung den Schleichverkehr erst so richtig attraktiv macht?
Zitat
Florian Schulz
Schaut man sich an, um welche Kreuzung es geht, stellt man fest, dass sich die Kreuzung inmitten des Rudolfkiezes befindet. Eine Parallelstraße weiter verläuft die Stralauer Allee. Umso bemerkenswerter, dass die Verwaltung in einer Wohnstraße die Leichtigkeit des Automobils so wichtig einschätzt, dass sich andere Verkehrsteilnehmer dem unterzuordnen haben. Fehlt hier etwa das Bewusstsein darüber, dass man mit solch einer Bevorzugung den Schleichverkehr erst so richtig attraktiv macht?

Verkehrsberuhigung ist halt grün und links und das hat man ja im letzten Wahlkampf bekämpft - und gewonnen. Daraus folgt, dass die Leute Schleichverkehr wollen! Unsere Bevölkerung besteht auch zu einem größeren Anteil aus alten Autofahrern als aus jungen Fußgängern.

Das hat natürlich Konsequenzen!

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.10.2025 11:11 von Nemo.
Zitat
Nemo
Unsere Bevölkerung besteht auch zu einem größeren Anteil aus alten Autofahrern als aus jungen Fußgängern.

Das hat natürlich Konsequenzen!

Dazu passend, dass von ebenjenen Alten die Unfallhäufigkeit (in der Verursacherrolle) bei Abbiegeunfällen, falschem Verhalten gegenüber Fußgängern und Vorfahrtsfehlern signifikant höher ist als bei jungen Leuten. [www.destatis.de]

Conclusio: Nicht nur haben junge Menschen weniger Stimmenanteil bei politischen Wahlentscheidungen als Ältere (weil sie weniger sind). Denn mit weniger Stimmenanteile der Wirtschaftswunder-wir-brauchen-alle-ein-Auto-Generation könnte man ja für eine gerechtere Verkehrspolitik sorgen. Sondern sie werden von den Alten Leuten statistisch auch noch häufiger wegdarwinisiert.

[/sarcasm]
Das stimmt so nicht ganz. Von den bis dato 30 Verkehrstoten in Berlin sind allein schon 15 über 80 gewesen, danach ein höherer Anteil von Ü60. Da der Bevölkerungsanteil der über 80-Jährigen in Berlin nicht bei 50% liegen dürfte, trifft es die Ü80 demnach statistisch häufiger.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.10.2025 13:06 von Barnimer.
Naja, ich habe aus der Bundesstatistik zitiert. Muss ja nicht zwingend gleich sein mit der Berliner Statistik.
War der Verursacher hier nicht 29?

Zitat
Tagesspiegel
In der Emanuel-Lasker-Gemeinschaftsschule ist man noch immer geschockt von dem Unfall. Der Fünfjährige ist kein Schüler der Schule. Bei grüner Ampel soll er mit seinem Fahrrad die Straße überquert haben, als ihn ein 29-jähriger Pkw-Fahrer beim Linksabbiegen übersah.
Nicht gleich aber ähnlich. Letzter Abschnitt deiner Verlinkung.
Zitat "Ältere Menschen erleiden im Durchschnitt schwerere Unfallfolgen als jüngere. Insgesamt betrug der Anteil der mindestens 65-Jährigen an allen Verunglückten 14,4 %, bei den Schwerverletzten lag er mit 21,6 % und bei den Todesopfern mit 37,7 % wesentlich höher. Darüber hinaus ist für mindestens 65-Jährige die Wahrscheinlichkeit höher, durch einen Verkehrsunfall zu sterben: Während der Anteil der Getöteten an den Verunglückten bei den unter 65-Jährigen bei 0,6 % lag, betrug er bei den Seniorinnen und Senioren 2,0 %."
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