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Verkehrspolitik in Berlin
geschrieben von krickstadt 
Zitat
TomB
In der Diskussion wird auch immer nur über die Verwaltungskosten geredet, nicht Entwässerung, Reinigung, Reparatur, Straßenbau an sich, ...
Ich hatte mal eine Spanne von 2500 bis 5000 € gelesen, die die 12.5 m² eines Parkplatzes eine Kommune im Jahr kosten.

Das kommt mir persönlich etwas viel vor, aber (auch wenn es vielleicht eher die Hälfte ist) in eine solche Größenordnung dürfte es schon gehen, wenn man die Kosten ehrlich und verursachergerecht berechnet. Dazu zählt meiner Meinung nach z.B. auch der Mehraufwand durch parkende Autos am Straßenrand bei der Straßenreinigung. Ich beobachte z.B. regelmäßig unter meinem Fenster BSR-Mitarbeitende, die die Straße um die parkenden Autos händisch reinigen, während andere Straßenabschnitte mit Kehrwagen innerhalb von Sekunden gereinigt werden.

Wichtige Vergleichsgröße ist auch, wie teuer ein unsubventionierter Stellplatz in einem privat betriebenen Parkhaus ist. Ich kenne hier Größenordnungen von gut 100 Euro pro Monat, um Bau und Betrieb eines Parkhauses zu refinanzieren. Wenn das Parken unter diesen Preis subventioniert wird (was in deutschen Städten unglücklicherweise die Regel ist), beginnt der Markt zu versagen und es lohnt sich für Bauherren nicht, Parkplätze zu bauen, da diese dann durch die subventionierte Konkurrenz unwirtschaftlich werden. Wenn das Parkhaus nur zur Hälfte ausgelastet (bzw. per Abo finanziert) ist, müssen die Preise für die Wirtschaftlichkeit natürlich doppelt so hoch sein.

Bei der Gestaltung der Tarife könnte man durchaus mal prüfen, ob und wie solche Modelle funktionieren, wie sie Parkhausbetreiber teils anbieten. Als Beispiel mal die Apcoa-Tarife für die Schönhauser Allee Arkaden: 1,50-2 Euro pro Stunde, 20 Euro pro Tag, 69 Euro pro Monat für nächtliches Parken (17-8 Uhr) und 150 Euro pro Monat für die vollständige Flatrate. Der monatliche Preis sollte zumindest aber so hoch sein, dass es nicht in Massen als "Eh-Da-"Kosten empfunden wird, die Autofahrende einfach als unvermeidbar hinnehmen und dann meinen ihr Auto auch entsprechend ausgiebig nutzen zu müssen ggf. gar ohne irgendwelche Regeln zu berücksichtigen.
Zitat
TomB
In der Diskussion wird auch immer nur über die Verwaltungskosten geredet, nicht Entwässerung, Reinigung, Reparatur, Straßenbau an sich, ...
Ich hatte mal eine Spanne von 2500 bis 5000 € gelesen, die die 12.5 m² eines Parkplatzes eine Kommune im Jahr kosten.
Es geht ja auch um die Parkraumbewirtschaftung. Ansonsten wird es durch Steuereinnahmen finanziert (u.a. KFZ-Steuer)

Zitat
Lopi2000
Dazu zählt meiner Meinung nach z.B. auch der Mehraufwand durch parkende Autos am Straßenrand bei der Straßenreinigung. Ich beobachte z.B. regelmäßig unter meinem Fenster BSR-Mitarbeitende, die die Straße um die parkenden Autos händisch reinigen, während andere Straßenabschnitte mit Kehrwagen innerhalb von Sekunden gereinigt werden.
Die BSR-Mitarbeiter haben dadurch kaum "Mehraufwand" der Mehrkosten verursacht. Per Hand muß auch im Gehwegbereich weiterhin gereinigt werden. Eine Kehrmaschine kann nur die Grobreinigung machen. Aber nicht um Bäume herum etc.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.12.2025 12:02 von GraphXBerlin.
In dieser Pressemitteilung habe ich mal die Zahlen zusammengetragen. Parkplätze, Bewohner-Parkausweise, Kosten der Parkplatzbereitstellung

Fast 1,3 Millionen Parkplätze gibt es an Berlins Straßen und Plätzen. Für jeden von ihnen fallen für die öffentliche Hand typische Kosten von monatlich 71 Euro für Errichtung, Unterhalt und den Bodenwert an. Das ergeben Daten aus einer Untersuchung des Heidelberger Instituts für Energie- und Umweltforschung (ifeu) für das Verkehrsministerium Baden-Württemberg. Das sind auf Berlin hochgerechnet fast 1,1 Milliarden Euro pro Jahr für die Bereitstellung großteils kostenloser Abstellmöglichkeiten für Privateigentum. Der wertvolle städtische Raum wird jedoch für Wichtigeres gebraucht, unter anderem für den Klimaschutz – Entsiegelung im Rahmen der Klimaanpassung, Verkehrsflächen für den Umweltverbund aus ÖPNV, Rad- und Fußverkehr, Wohnungsbau und vieles mehr.

Befindet sich der Parkplatz in einer Parkraumbewirtschaftungszone, kommen laut ifeu monatlich noch einmal 45 Euro hinzu – vor allem für das Kontrollpersonal.
Wenn die Polizei sich doch (sehr selten) einmal an die Kontrolle des MIV Heranmacht, stellt man massenweise Verstöße fest:
[www.bz-berlin.de]

Bei der festgestellten Anzahl an Verstößen müsste man solche Kontrollen eigentlich massiv erhöhen. Mit Kai und Iris wird das aber nichts...
~350 von 770 kontrollierten Personen haben etwas nichts rechtskonformes getan.
Das ist eine krasse Quote.
Wir müssen weniger kontrollieren, dann gibt es auch weniger Verstöße.
Zitat
TomB
~350 von 770 kontrollierten Personen haben etwas nichts rechtskonformes getan.
Das ist eine krasse Quote.

Ach! Das ist doch alles nur Abzocke! In der selben Zeit sind bestimmt fünf Kampfradler über den Gehweg gefahren oder haben eine rote Ampel nicht beachtet! Da müsste man mal schauen! /s
Zitat
M48er
Wenn die Polizei sich doch (sehr selten) einmal an die Kontrolle des MIV Heranmacht, stellt man massenweise Verstöße fest:
[www.bz-berlin.de]

Da würde mich mal der Umsatz interessieren. Die Anzahl der festgestellten Geschwindigkeitsverstöße kommt mir allerdings sehr gering vor.


Das Gegenteil von pünktlich ist kariert.
Zitat
DerMichael
Zitat
TomB
~350 von 770 kontrollierten Personen haben etwas nichts rechtskonformes getan.
Das ist eine krasse Quote.

Ach! Das ist doch alles nur Abzocke! In der selben Zeit sind bestimmt fünf Kampfradler über den Gehweg gefahren oder haben eine rote Ampel nicht beachtet! Da müsste man mal schauen! /s

Es wurden doch auch Radlfahrende:innen kontrolliert, da waren sicher auch ein paar schwarze Schaf:innen dabei ;)

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Gute Nacht, Forum!
Es wird immer besser, Senatorin Bonde fordert eine dritte Landebahn für den BER trotz geringer Auslastung: [www.tagesspiegel.de]
Zitat
marc-j
Es wird immer besser, Senatorin Bonde fordert eine dritte Landebahn für den BER trotz geringer Auslastung: [www.tagesspiegel.de]

Damit da dann der A380 von Air Berlin landen kann? SCNR

Im Ernst: wenn noch jemand den Mut und das Kapital hätte, einen Netzwerkcarrier aus dem Boden zu stampfen, könnte BER ein ganz attraktiver Markt sein. Sehr viel O/D (insbesondere wenn die Eisenbahnverbindungen das Umland zunehmend in den Einzugsbereich eingliedern) und im Gegensatz zu TXL-Zeiten endlich ein Flughafen, der zum Umsteigen geeignet ist. Dazu das Wachstumspotenzial am Standort BER was sicherlich besser ist als jenes in FRA und eine Anbindung an die Kernstadt das besser ist als jenes in MUC.

Aber es wird niemand einen neuen Netzwerkcarrier in Europa gründen. Und die Lufthansa hat schon genug Hubs im Konzern. Und wer bitte wäre außerhalb Deutschlands so bescheuert einen Hub im nicht allzu attraktiven deutschen Markt aufzubauen?

Und so wird der BER weiter darauf hoffen müssen, dass ausländische Netzwerkcarrier ihn an ihre Hubs anbinden und LCCs den Mittelstreckenmarkt attraktiv halten. Vielleicht bringt der A321 XLR ja ein paar Flüge "über den Teich"...

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Wenn sie mal trotz geringer Auslastung den Ausbau aller S-Bahnstrecken auf 2-gleisig + Nutzungsmöglichkeiten für Vollzüge fordern würde.
Oder einen Ausbau des Nachtbusnetzes.
Oder mehr Lametta.
Ist das mit Herrn Stettner abgesprochen?
Das Land Berlin ist zu blöd, ein paar hundert Meter Straßenbahnstrecke rechtssicher zu planen, und die zuständige Senatorin träumt davon, das Desaster "BER" zu erweitern?
Vor allem, wenn das Nachtflugverbot (das sie aufweichen möchte) Teil der Planfeststellung war und vom BVerwG sehr eng festgelegt wurde nach Klagen gegen den Bau/die Genehmigung.
Die Randbereiche vor und nach der Nacht sind ebenfalls streng reglementiert, aber das wird (insb. vor der Nacht) durch verspätete Flüge extrem lax gehandhabt. Wenn hier Personen klagten, müsste das eigentlich noch verschärft werden. Die Zahl der Flüge soll abends abnehmen bis zur Nacht, aber es gibt eher einen Peak zwischen 11 und 12.

Was macht Frau Bonde nochmal beruflich?
Ma merkt halt, dass Senatoren und ihre Clique eher fliegt und per Chauffeur zum Flughafen kommt, als dass sie S-Bahn fahren. Woher sollen die auch andere Erwartungen bekommen?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 16.12.2025 15:58 von DerMichael.
Zitat
def
Das Land Berlin ist zu blöd, ein paar hundert Meter Straßenbahnstrecke rechtssicher zu planen, und die zuständige Senatorin träumt davon, das Desaster "BER" zu erweitern?

Wenn ich mir überlege, dass solche Kleinflughäfen wie Heathrow und JFK auch nur zwei jeweils unabhängig zu nutzende Startbahnen haben, dann sollte das für den BER auch noch Jahrzehnte so gehen, selbst wenn man von der maximalen Steigerung im Flugverkehr ausgeht.

Aber gut, wenn man erst mit U7 und Magnetbahn zum Flughafen kommt, dann wird man sicherlich auch von Fulda zum BER reisen oder der Berliner fliegt 10x jährlich nach Malle oder Berlin wird eine Stadt mit internationalen Konzernen.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 15.12.2025 18:58 von Nemo.
Zitat
marc-j
Es wird immer besser, Senatorin Bonde fordert eine dritte Landebahn für den BER trotz geringer Auslastung: [www.tagesspiegel.de]

Man merkt deutlich, dass Sie auch bei diesem Thema total inkompetent ist. Würde Sie mal über den Tellerrand schauen, hätte SIe gemerkt, dass dritte Pisten gerade nicht so up to date sind. So forciert München die dritte Piste nicht, Wien hat seine gerade gecancelt: [www.aerotelegraph.com]
Die Rahmenbedingungen hätten sich seit dem Start des Projekts geändert, so der Flughafen Wien. So seien die Baukosten auf zwei Milliarden Euro gestiegen. Und durch den Einsatz größerer Flugzeuge mit mehr Passagieren seien weniger Flugbewegungen nötig.
Und nicht zuletzt seien die Airlines dagegen, weil sie sich gegen höhere Gebühren zur Finanzierung stemmten.


Aber bei Frau Bonde muss man ja schon froh sein, dass sie zumindest keinen Transrapid zwischen dem BER und dem Flughafen Cassel-Kalden fordert (weil dessen Piste ja leer ist und als dritte Bahn dienen könnte).
Zitat
Nemo
Zitat
def
Das Land Berlin ist zu blöd, ein paar hundert Meter Straßenbahnstrecke rechtssicher zu planen, und die zuständige Senatorin träumt davon, das Desaster "BER" zu erweitern?

Wenn ich mir überlege, dass solche Kleinflughäfen wie Heathrow und JFK auch nur zwei jeweils unabhängig zu nutzende Startbahnen haben, dann sollte das für den BER auch noch Jahrzehnte so gehen, selbst wenn man von der maximalen Steigerung im Flugverkehr ausgeht.

Aber gut, wenn man erst mit U7 und Magnetbahn zum Flughafen kommt, dann wird man sicherlich auch von Fulda zum BER reisen oder der Berliner fliegt 10x jährlich nach Malle oder Berlin wird eine Stadt mit internationalen Konzernen.

Berlin ist eine Stadt mit internationalen Konzernen. Zumindest der Form halber haben inzwischen viele Firmen ihren Sitz in Berlin. Ist ja auch eine repräsentative Adresse. Und man ist nahe an der Politik. Das kann seine Vorzüge haben...

Und auf lange Sicht werden in Berlin mehr Firmen gegründet werden von denen dann welche groß werden – Einfach weil in Berlin viele Leute leben und die auch oft gut gebildet sind. Die derzeitige relative wirtschaftliche Schwäche von Berlin ist ein historischer Ausnahmezustand der durch die Regression zur Mitte früher oder später enden wird.

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Ein Symbol für die Berliner Verkehrspolitik: Bürostuhl ersetzt geklauten Poller in Fahrradstraße.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 16.12.2025 15:01 von Latschenkiefer.
Die BVG-Krise erklärt die Krise zum Dauerzustand:
[www.morgenpost.de]

Keine Angebotsverbesserungen bis 2030:
[www.tagesspiegel.de]

Parteien mit Anstand und Sachkompetenz würde sich jetzt mal auf die Suche nach einer neuen Aufsichtsratsvorsitzende für die BVG und einer neue Verkehrssenatorin machen. Aber Schwarz-Rot lassen Franzi und Ute weiter unseren ÖPNV ruinieren.
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