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Stellwerke/ZBS S-Bahn
geschrieben von Jim Knopf vom Niederrhein 
Es ist aber kein Normalfall, dass Stromschienengleise so relativ dicht an Wechselstromstrecken verlaufen über längere Strecke. Möglicherweise wirkt sich das nun mit den ESTWs stärker aus als vermutet. Vielleicht kommt die Störbeeinflussung ja nur dann, wenn im ungünstigen Moment eine Lok vorbeifährt. Gerade wenn das ESTW eine Weiche oder Signal schalten will.
Zitat
Heidekraut
Es ist aber kein Normalfall, dass Stromschienengleise so relativ dicht an Wechselstromstrecken verlaufen über längere Strecke. Möglicherweise wirkt sich das nun mit den ESTWs stärker aus als vermutet. Vielleicht kommt die Störbeeinflussung ja nur dann, wenn im ungünstigen Moment eine Lok vorbeifährt. Gerade wenn das ESTW eine Weiche oder Signal schalten will.

Es ist im Berliner Raum doch der Normalfall, dass Gleichstrom- und Wechselstromstrecken parallel verlaufen?! Die Beeinflussung entsteht jedenfalls nur durch das elektrische Feld der 16,7 Hz-Wechselstromoberleitung, oder durch weitere Starkstromleitungen Dritter. Dabei wird sowohl der Regelbetrieb als auch der Störungsfall (Kurzschluss) betrachtet.

Insgesamt sind ESTW wesentlich unempfindlicher (= haben höhere Grenzwerte) gegen Beeinflussung als Altstellwerke, die aber auch meist deutlich geringere Stellentfernungen haben.
Das schon, aber Hohen Neuendorf oder Schönfließ ist ja auch ne ziemlich lange Strecke.
Genau, daß S-Bahn und Fernbahn (mit Wechselstrom 16,7 Hz) dicht und unmittelbar nebeneinander liegen ist doch fast schon der Normalfall in Berlin und Umgebung. Sehr zu empfehlen ist ein Blick auf den Gleisplan "Fernbahn Berlin", Fernbahn in rot, S-Bahn in grün. Wenn dann jetzt noch die Dresdener Bahn eröffnet wird, dürfte auf den ersten Blick der Anteil der S-Bahnstrecken ohne parallele und elektrifizierte Fernbahn eher der kleinere Anteil am gesamten Netz sein.
EStw werden seit 1993 im Bereich der S-Bahn Berlin in Betrieb genommen. Warum jetzt dieses Problem in Hohen Neuendorf ? Das Stellwerk hat seit der IBN 2024 bis Mitte 2025 doch funktioniert. Ich denke, so einen Fall hat´s noch nicht gegeben bei der S-Bahn Berlin. Da scheinen mehrere Leutchen gepennt zu haben (Planung, Bau, Abnahme), ich weiß es nicht.
Ist doch seltsam, dass das Problem erst jetzt aufgetreten ist, nachdem man das/die ESTW an der S8 in Betrieb genommen hat. Da fuhren doch vorher schon in Hohen Neuendorf Züge mit Oberleitung neben der S-Bahn.
Da scheint es doch eher Probleme mit den Stellbereichen zu geben.
Vielleicht beeinflusst sich da bei den ESTWen gegenseitig?
Wenn es Probleme mit der Beeinflussung gibt, tauchen diese eventuell nicht ständig auf, sondern nur in bestimmten Konstellationen. Da kann es schon eine Weile dauern, bis man den Fehler gefunden hat. Oder der Stellbereich hat sich durch die S8 etwas vergrößert, dass nun der Grenzwert regelmäßig überschritten wird, was vorher nicht der Fall war.

Beeinflussungsberechnungen sind tägliches Brot und müssen bei nahezu jeder Planung gemacht werden. Es kann auch sein, dass man bei der Oberleitung nachträglich etwas geändert hat (z.B. ein neues Unterwerk ist in Betrieb gegangen) und dann nicht daran gedacht hat, die LST-Kabelanlage nachzurechnen.
Wurde in Birkenwerder nicht auch ein neues Unterwerk für die S-Bahn gebaut? Ist das jetzt auch in Betrieb gegangen?
Ich kann mich an Probleme mit den Signalen der S-Bahn erinnern als die Strecke Treptower Park-Schöneweide und weiter hinaus ihre Oberleitung bekam. Da störte sich irgendwas, der Takt war extrem ausgedünnt für ein paar Wochen.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 26.09.2025 10:05 von Nordender.
Mal ne Frage an die Experten hier:
Wenn man jetzt hier ein DSTW mit Gleisfeldkonzentratoren verbaut hätte: hätte man die Probleme trotzdem? Werden die Konzentratoren per CAT-x oder per LWL mit dem Stellwerk verbunden?
Und wäre es bei diesen Problemen nicht sinnvoll, die Signale generell über LWL anzubinden?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 27.09.2025 10:19 von DerMichael.
Zitat
Nordender
Ich kann mich an Probleme mit den Signalen der S-Bahn erinnern als die Strecke Treptower Park-Schöneweide und weiter hinaus ihre Oberleitung bekam. Da störte sich irgendwas, der Takt war extrem ausgedünnt für ein paar Wochen.

Aber das ist doch schon sehr lange her. War das in den 70er oder 80er Jahren? Ich bin damals sehr oft in Schöneweide oder sogar Baumschulenweg in die Bahn nach Dresden gestiegen, oder von dort hier ausgestiegen. Damals gab's doch noch gar keine ESTW, oder?
Zitat
DerMichael
Mal ne Frage an die Experten hier:
Wenn man jetzt hier ein DSTW mit Gleisfeldkonzentratoren verbaut hätte: hätte man die Probleme trotzdem? Werden die Konzentratoren per CAT-x oder per LWL mit dem Stellwerk verbunden?
Und wäre es bei diesen Problemen nicht sinnvoll, die Signale generell über LWL anzubinden?

Das Problem dürfte bei GFK im Normalfall gar nicht mehr auftreten, da die (beeinflussten) Entfernungen viel geringer sind. Die Verbindung GFK-Stellwerk läuft meines Wissens über LWL laufen.

Die Signale werden über Kupfer angebunden, weil man auch irgendwie den Strom für die Lampen dorthin bekommen muss.
Zitat
Heidekraut
Zitat
Nordender
Ich kann mich an Probleme mit den Signalen der S-Bahn erinnern als die Strecke Treptower Park-Schöneweide und weiter hinaus ihre Oberleitung bekam. Da störte sich irgendwas, der Takt war extrem ausgedünnt für ein paar Wochen.

Aber das ist doch schon sehr lange her. War das in den 70er oder 80er Jahren? Ich bin damals sehr oft in Schöneweide oder sogar Baumschulenweg in die Bahn nach Dresden gestiegen, oder von dort hier ausgestiegen. Damals gab's doch noch gar keine ESTW, oder?

Beeinflussung gibt es auch bei alten Stellwerken. Die alten Anlagen sind im Regelfall sogar empfindlicher / haben geringere Grenzwerte.
Zitat
Heidekraut
Zitat
Nordender
Ich kann mich an Probleme mit den Signalen der S-Bahn erinnern als die Strecke Treptower Park-Schöneweide und weiter hinaus ihre Oberleitung bekam. Da störte sich irgendwas, der Takt war extrem ausgedünnt für ein paar Wochen.

Aber das ist doch schon sehr lange her. War das in den 70er oder 80er Jahren? Ich bin damals sehr oft in Schöneweide oder sogar Baumschulenweg in die Bahn nach Dresden gestiegen, oder von dort hier ausgestiegen. Damals gab's doch noch gar keine ESTW, oder?

In der 80ern, als die Oberleitung in Betrieb ging.
die Kabelprobleme in Hohen Neuendorf wurden behoben. In dem Bereich fahren seit gestern Morgen S1 und S8.

Damit ist das Projekt ESTW S8 Nord (S-Bahn) mit der UZ Blankenburg und dem ESTW-A Arkenberge inkl. ZBS jetzt vollständig in Betrieb und auf der gesamten Strecke Pankow – Karow/Hohen Neuendorf sind die Fahrsperren damit Geschichte.
Ich fasse mal kurz zusammen:
- die Stellwerke Pkh (Bk Pankow Heinersdorf), Bkb (Bf Blankenburg), Akw (Abzw Karow West) und Sfl (Bf Schönfließ, S-Bahn) sind außer Betrieb und werden später (außer Pkh) zurückgebaut
- neues Weichentrapez zwischen Pankow-Heinersdorf und Blankenburg bei km 8,05
- das ESTW Zepernik wurde von der UZ Waidmannslust „abgeworfen“ und an die neue UZ Blankenburg (Gebäude unmittelbar am Karower Kreuz) angeschlossen. Vom ESTW-A Arkenberge wird die Üst Arkenberge, der Bf Schönfließ (S-Bahn) und die Abzw Karow West ferngestellt. Wo sich das Modulgebäude befindet konnte ich noch nicht herausfinden. (vielleicht weiß das Jemand hier im Forum)
- Gleiswechselbetrieb (GWB) auf allen o.g. 2-gleisigen Streckenabschnitten
- die Streckenhöchstgeschwindigkeit kann/ist/wird (?) in den o.g. Streckenabschnitten, so wie auch beim Projekt ESTW S1 Nord zwischen Hohen Neuendorf und Oranienburg, von 90 km/h auf 100 km/h erhöht
Zitat
Latschenkiefer
Die Signale werden über Kupfer angebunden, weil man auch irgendwie den Strom für die Lampen dorthin bekommen muss.

Das ist nun aber überhaupt kein Argument für Kupfer bei den Signalen.
Zitat
Wutzkman
Zitat
Latschenkiefer
Die Signale werden über Kupfer angebunden, weil man auch irgendwie den Strom für die Lampen dorthin bekommen muss.

Das ist nun aber überhaupt kein Argument für Kupfer bei den Signalen.

Na, Kupfer für den Strom brauchen die Signale so oder so. Aber ich vermute mal, ein 230V Anschluss mit 50Herz Wechselspannung sollte doch weniger störanfällig sein, als ein Datenkabel.
Die Daten könnte man ja parallel mit LWL übertragen, was dann störungsunempfindlich wäre.
Ich weiß jetzt nicht, ob man bis zum Signal mit Telegrammen arbeitet, aber für die Ansteuerung der Signalbegriffe sollte doch im Prinzip ein Raspberri PI mit LWL-Converter reichen.



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 27.09.2025 18:48 von DerMichael.
Jay
Re: Stellwerke/ZBS S-Bahn
27.09.2025 21:11
Zitat
Jim Knopf vom Niederrhein
die Kabelprobleme in Hohen Neuendorf wurden behoben. In dem Bereich fahren seit gestern Morgen S1 und S8.

Damit ist das Projekt ESTW S8 Nord (S-Bahn) mit der UZ Blankenburg und dem ESTW-A Arkenberge inkl. ZBS jetzt vollständig in Betrieb und auf der gesamten Strecke Pankow – Karow/Hohen Neuendorf sind die Fahrsperren damit Geschichte.
Ich fasse mal kurz zusammen:
- die Stellwerke Pkh (Bk Pankow Heinersdorf), Bkb (Bf Blankenburg), Akw (Abzw Karow West) und Sfl (Bf Schönfließ, S-Bahn) sind außer Betrieb und werden später (außer Pkh) zurückgebaut
- neues Weichentrapez zwischen Pankow-Heinersdorf und Blankenburg bei km 8,05
- das ESTW Zepernik wurde von der UZ Waidmannslust „abgeworfen“ und an die neue UZ Blankenburg (Gebäude unmittelbar am Karower Kreuz) angeschlossen. Vom ESTW-A Arkenberge wird die Üst Arkenberge, der Bf Schönfließ (S-Bahn) und die Abzw Karow West ferngestellt. Wo sich das Modulgebäude befindet konnte ich noch nicht herausfinden. (vielleicht weiß das Jemand hier im Forum)
- Gleiswechselbetrieb (GWB) auf allen o.g. 2-gleisigen Streckenabschnitten
- die Streckenhöchstgeschwindigkeit kann/ist/wird (?) in den o.g. Streckenabschnitten, so wie auch beim Projekt ESTW S1 Nord zwischen Hohen Neuendorf und Oranienburg, von 90 km/h auf 100 km/h erhöht

Mühlenbeck-Mönchmühle müsste jetzt Bahnhof(steil) von irgendwas sein. Zumindest sah ich die Tage Züge, die dorthin geschildert waren.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Re: Stellwerke/ZBS S-Bahn
27.09.2025 21:58
Zitat
Jay
Mühlenbeck-Mönchmühle müsste jetzt Bahnhof(steil) von irgendwas sein. Zumindest sah ich die Tage Züge, die dorthin geschildert waren.

Entweder liegt das „jetzt“ schon länger zurück oder die Zielschilderung „Mühlenbeck-Mönchmühle“ ist kein Kriterium für einen Bahnhof(steil). Ich habe in meinem Archiv ein Foto aus Bergfelde aus dem Jahre 2003 mit dieser Zielschilderung und dem Vermerk
Zitat

wegen Bauarbeiten im Bereich Blankenburg bestand kein S-Bahnverkehr zwischen S Mühlenbeck-Mönchmühle und S Blankenburg (auch kein SEV, Umfahrung mit S 1 über S Hohen Neuendorf und S Bornholmer Straße)



Zitat
Jay
Mühlenbeck-Mönchmühle müsste jetzt Bahnhof(steil) von irgendwas sein. Zumindest sah ich die Tage Züge, die dorthin geschildert waren.

Diese Beschilderung taucht ja immer wieder mal auf. Warum sie es jüngst tat, weiß ich nicht. Es war ja wohl so, dass die S-Bahnen vielfach weiter bis Schönfließ fuhren. Dort besteht aber bekanntlich keine Umsteigemöglichkeit zum SEV. Möglicherweise war die Beschilderung also rein informationsphilosophischer Natur.

~~~~~~
Für mehr Ümläüte!
Die Endstelle Mühlenbeck-Mönchmühle gab es zu Zeiten der Alt-Stellwerke gelegentlich bei Bauarbeiten als Endstelle von Birkenwerder aus. Als Zugfahrt von Birkenwerder bis Schönfließ und weiter als Sperrfahrt mit schriftlichen Befehl.
Von Berlin aus wurde immer weiter bis Schönfließ gefahren, also doppelt zum SEV. Erst jetzt unter Sicherung vom ESTW können Züge in BMM enden und taten es bereits am ersten Tag, 22. September, nachmittags wegen der Störung in Hohen Neuendorf.
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