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S-Bahn Berlin Ausschreibung Stadtbahn + Nord/Süd ab Oktober 2024
geschrieben von Leyla 
Update: Die Vergabekammer hat die Rüge von Alstom bereits am 12. Juni abgewiesen.

Link zu meinem upgedateten Artikel in nd.
Also 14 Tage zittern, ob Alstom ins Klageverfahren geht.
Warum zittern? Das ist doch klar, das Alstom da klagen wird.
Zitat
Bd2001
Warum zittern? Das ist doch klar, das Alstom da klagen wird.

Das ist es eben nicht, weil auch nicht ganz ohne Risiko für Alstom und letztlich sind auch deren Kapazitäten - siehe die längst überfälligen RE-Einheiten für Baden-Württemberg und Niedersachsen - ersichtlich begrenzt. Daraus ergibt sich durchaus die Frage der realen Fähigkeit zur Auftragserfüllung nach Zuschlagserteilung.

Letztlich ist zudem mit einer weiteren ggf. jahrelangen Hängepartie weder Alstom noch Stadler/Siemens noch der DB noch den jeweiligen Belegschaften noch anderen Beteiligten wirklich geholfen. Eine Geschäftsführung, deren intellektueller Horizont über den nächsten Quartalsbericht oder die kommende Bonuszahlung hinausreicht, sollte sich dessen bewusst sein...

Viele Grüße
Arnd
Zitat
Arnd Hellinger
Zitat
Bd2001
Warum zittern? Das ist doch klar, das Alstom da klagen wird.

Das ist es eben nicht, weil auch nicht ganz ohne Risiko für Alstom und letztlich sind auch deren Kapazitäten - siehe die längst überfälligen RE-Einheiten für Baden-Württemberg und Niedersachsen - ersichtlich begrenzt. Daraus ergibt sich durchaus die Frage der realen Fähigkeit zur Auftragserfüllung nach Zuschlagserteilung.

Letztlich ist zudem mit einer weiteren ggf. jahrelangen Hängepartie weder Alstom noch Stadler/Siemens noch der DB noch den jeweiligen Belegschaften noch anderen Beteiligten wirklich geholfen. Eine Geschäftsführung, deren intellektueller Horizont über den nächsten Quartalsbericht oder die kommende Bonuszahlung hinausreicht, sollte sich dessen bewusst sein...

Eine Geschäftsführung ist aber einem Aufsichtsrat rechenschaftspflichtig und hat dessen Vorgaben umzusetzen sonst ist schneller der Job weg als der nächste Quartalsbericht erscheint.

Klar hat Alstom Probleme mit den Kapazitäten, aber das hat Stadler genauso. Die BVG wartet immer noch auf U-Bahnen, die 2025 geliefert werden sollten.

Nur welches Risiko sollte den Alstom mit der Klage haben? Das sie abgewiesen werden könnte ist unwarscheinlich. Das man den Prozeß verliert ist eine gute Begründung gegenüber dem Aufsichtsrat.

Selbst wenn man den Prozeß gewinnt heißt es ja nicht, ab morgen muß produziert werden denn Alstom hat ja keinen Betreiber für die Fahrzeuge. Also läuft es darauf hinaus, das die gesamte Ausschreibung annulliert wird und wie es dann in ein paar Jahren mit der Liefertreue aussieht steht in den Sternen.
Zitat
Arnd Hellinger
Letztlich ist zudem mit einer weiteren ggf. jahrelangen Hängepartie weder Alstom noch Stadler/Siemens noch der DB noch den jeweiligen Belegschaften noch anderen Beteiligten wirklich geholfen. Eine Geschäftsführung, deren intellektueller Horizont über den nächsten Quartalsbericht oder die kommende Bonuszahlung hinausreicht, sollte sich dessen bewusst sein...

Ja, allerdings besteht angesichts der jeweiligen Verhandlungspositionen ("Bestellung müsste schnellst möglich bis sofort erfolgen" vs. "wir könnten eh nicht sofort liefern, aber dann in 5 Jahren nach Ende des Rechtsstreit und was dazwischen ist, ist Eure Schuld") immer noch die Möglichkeit über einen Vergleich einiges an Geld rauszuholen. Insofern würde ich jetzt nicht vermuten, dass sich das Problem schnell und günstig für das Land beseitigen lässt.
Was ich aber juristisch nicht verstehe, warum kann man denn Alstom nicht zumuten, sich einen Betreiber zu suchen?
Zitat
Heidekraut
Was ich aber juristisch nicht verstehe, warum kann man denn Alstom nicht zumuten, sich einen Betreiber zu suchen?

Hätte man machen können. Hat man aber halt nicht, also durfte Alstom sich ohne Partner bewerben. Genau das war der Fehler! Man hätte sich vor der Ausschreibung entscheiden müssen, was man eigentlich will und dann hätte man entweder ganz normal Fahrzeuge und Betrieb gemeinsam oder Fahrzeuge und Betrieb getrennt oder nur Fahrzeuge ausschreiben müssen falls man das ganze selber betreiben möchte, aber eben nicht alles drei gemeinsam.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 16.06.2026 18:09 von Nemo.
Zitat
Tagesspiegel
Alstrom verzichtet auf Beschwerde: Durchbruch im Streit um S-Bahn-Vergabe – Berlin kann endlich neue Züge bestellen

[www.tagesspiegel.de]
Komisch. Sonst wurde immer wie eine beleidigte Leberwurst durchgeklagt und jetzt wo es erstmals Erfolgsaussichten gab nicht? Naja besser isset.

Werden dann eigentlich auch die neuen Werkstätten in unseren "Wir brauchen alles Geld für Kriege und Kapitalisten"-Zeiten wegrationalisiert? ...inkl. Verlängerung Wartenberg <> Bucher Str.
Zitat
PassusDuriusculus
Komisch. Sonst wurde immer wie eine beleidigte Leberwurst durchgeklagt und jetzt wo es erstmals Erfolgsaussichten gab nicht? Naja besser isset.

Das hängt evtl. schlicht davon ab, wie gut die Vergabekammer ihre Zurückweisung juristisch begründet hat. Wenn das "handwerklich" in einer Form geschah, dass die von Alstom mandatierten Vergaberechts-Fachanwälte (m/w/d) wenig bis keine Erfolgschancen für ein Klageverfahren erkennen, wäre es schwierig, dem eigenen Aufsichtsrat zu erklären, warum er das mit einem Scheitern verbundene Kostenrisiko eingehen sollte...

Zitat
PassusDuriusculus
Werden dann eigentlich auch die neuen Werkstätten in unseren "Wir brauchen alles Geld für Kriege und Kapitalisten"-Zeiten wegrationalisiert? ...inkl. Verlängerung Wartenberg <> Bucher Str.

Beschwere Dich bitte wegen der gestiegenen Militärausgaben - die gefallen mir ja auch nicht - zuvorderst bei Wladimir Adolfowitsch Putin in Moskau, dessen sachgrundlosem Angriffskrieg gegen die Ukraine wir diesen ganzen Mist ja in erster Linie zu verdanken haben. Wenn Du aber schon dabei bist, kannst Du gleich auch DJ Trampeltier in Washington DC fragen, warum er ohne jeden unmittelbaren Grund sowie ersichtlich bar jeder Strategie den Iran - dessen Regime ich indes auch nicht zu den Unschuldslämmern diesbezüglich zähle - angegriffen hat. Falls Dir die Beiden antworten, teile mir das ggf. bitte per PM mit - ist hier im Forum nämlich OT...

Da jetzt der Eigentümer der Betriebswerke auch der Betreiber der S-Bahn sein/bleiben wird, kann mensch sich selbstverständlich jenen Teil des Werkstätten-Neubauprogramms sparen, dessen Bedarf sich nicht aus den ausschreibungsgegenständlichen Mehrverkehren herleiten lässt. Die Nordtangente der S75 ist davon unabhängig aus bekannten Gründen der Stadtentwicklungsplanung nach wie vor erforderlich und als "vordringlicher Bedarf" im neuen NVP-Entwurf enthalten.

Insgesamt finde ich das aber schon vorteilhaft, dass dieser Vorgang nunmehr abgeschlossen werden kann...

Viele Grüße
Arnd
Naja, so trivial wird das Ganze mit dem Gewinner der Ausschreibung auch nicht. Es ist ja gerade nicht die S-Bahn Berlin GmbH, sondern eine andere juristische Person. Vermutlich ist dies bisher eine Briefkastenfirma, die nun mit Leben gefüllt werden muss; also mit Personal von Stadler, Siemens und der S-Bahn Berlin "befüllt" werden muss.

Letztlich hat der VBB dann einen Vertrag mit dieser juristischen Person.

Zwischen dem DB Konzern und dem Ausschreibungsgewinner wird es bestimmt auch einen Vertrag geben, aber der S-Bahn Betrieb wird in Zukunft zu 2/3 nicht (mehr) von "der DB" gemacht.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 26.06.2026 16:15 von TomB.
Zitat
PassusDuriusculus
Komisch. Sonst wurde immer wie eine beleidigte Leberwurst durchgeklagt und jetzt wo es erstmals Erfolgsaussichten gab nicht? Naja besser isset.

Vielleicht haben sie endlich eingesehen, dass sie von niemandem gemocht werden und wollen nun endlich nicht weiter aufdringlich erscheinen. Ist ja nicht zu glauben, die ganze Geschichte - wie ein bockiges Kind, das keine Einladung zum Geburtstag seines Kollegen aus dem Kindergarten bekommen hat.


Das Gegenteil von pünktlich ist kariert.
Zitat
TomB
Naja, so trivial wird das Ganze mit dem Gewinner der Ausschreibung auch nicht. Es ist ja gerade nicht die S-Bahn Berlin GmbH, sondern eine andere juristische Person. Vermutlich ist dies bisher eine Briefkastenfirma, die nun mit Leben gefüllt werden muss; also mit Personal von Stadler, Siemens und der S-Bahn Berlin "befüllt" werden muss.

Letztlich hat der VBB dann einen Vertrag mit dieser juristischen Person.

Zwischen dem DB Konzern und dem Ausschreibungsgewinner wird es bestimmt auch einen Vertrag geben, aber der S-Bahn Betrieb wird in Zukunft zu 2/3 nicht (mehr) von "der DB" gemacht.

Ein Konsortium ist kein neues Unternehmen, von daher stimmt nichts davon. ;)

Berliner Linienchronik (+ Stationierungen/Werbungen/...) 1858-2026
Zitat
Arnd Hellinger

Da jetzt der Eigentümer der Betriebswerke auch der Betreiber der S-Bahn sein/bleiben wird, kann mensch sich selbstverständlich jenen Teil des Werkstätten-Neubauprogramms sparen, dessen Bedarf sich nicht aus den ausschreibungsgegenständlichen Mehrverkehren herleiten lässt. Die Nordtangente der S75 ist davon unabhängig aus bekannten Gründen der Stadtentwicklungsplanung nach wie vor erforderlich und als "vordringlicher Bedarf" im neuen NVP-Entwurf enthalten.

Bei deutschen Planungszeiten sollte man sich hinsichtlich der Betriebshofstandorte bewusst machen, dass nach der Ausschreibung vor der Ausschreibung ist. Ansonsten ist man in 20 Jahren genau dort, wo man heute steht.

Also planerisch müssen die Betriebshöfe im Prinzip mit Beginn der Ausschreibung planfestgestellt sein. Ansonsten hat man wieder nur einen Bewerber für den Betrieb.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
TomB
Naja, so trivial wird das Ganze mit dem Gewinner der Ausschreibung auch nicht. Es ist ja gerade nicht die S-Bahn Berlin GmbH, sondern eine andere juristische Person. Vermutlich ist dies bisher eine Briefkastenfirma, die nun mit Leben gefüllt werden muss; also mit Personal von Stadler, Siemens und der S-Bahn Berlin "befüllt" werden muss.

Letztlich hat der VBB dann einen Vertrag mit dieser juristischen Person.

Zwischen dem DB Konzern und dem Ausschreibungsgewinner wird es bestimmt auch einen Vertrag geben, aber der S-Bahn Betrieb wird in Zukunft zu 2/3 nicht (mehr) von "der DB" gemacht.

Wie kommst Du denn auf dieses schmale Brett? Es wird separate Verträge über die eigentliche Verkehrsdienstleistung (mit der S-Bahn Berlin GmbH) und über die Fahrzeuglieferung (mit Stadler/Siemens) geben. Das ist insofern ab jetzt ein relativ übliches Verfahren und bedarf keiner besonderen gesellschaftsrechtlichen Konstruktion.

Das einzig Beachtenswerte ist, dass die jetzt zu bestellenden Fahrzeuge mit Auslaufen der Verkehrsverträge von der S-Bahn Berlin GmbH in das Eigentum der Landesanstalt für Schienenfahrzeuge zu übertragen sind - sofern bis dahin nicht wieder ganz andere europa- und bundesrechtliche Vorgaben gelten...

Viele Grüße
Arnd
Zitat

"marc-j" am 26.6.2026 um 14.11 Uhr: [...]

Zitat

Durchbruch im Streit um S-Bahn-Vergabe: Berlin kann endlich neue Züge bestellen - was das für Fahrgäste bedeutet

Das jahrelange Ringen um die S-Bahn-Ausschreibung ist wohl vorbei. Der unterlegene Zugbauer Alstom hat angekündigt, nicht mehr vor das Kammergericht zu ziehen. Wie es nun für die S-Bahn weitergeht.

[...] Christian Latz, 26.6.2026, 17.03 Uhr
.

Auch die Berliner Zeitung Online hat dazu einen Artikel veröffentlicht (Archiv):

Zitat

Durchbruch im Streit um die S-Bahn Berlin: Alstom gibt auf - Weg für neue Züge ist frei

Berlin kann endlich mindestens 1400 neue S-Bahn-Wagen in Auftrag geben. Der schon seit Jahren währende Streit ums Vergabeverfahren ist zu Ende.

[...] Peter Neumann, 26.6.2026, 13.06 Uhr
.

Von "nd" liegt aktuell kein Artikel vor

Berliner Morgenpost:

Zitat

Hängepartie um Berliner S-Bahn-Ausschreibung beendet - Alstom gibt auf

Der jahrelange Streit um die Berliner S-Bahn-Ausschreibung ist beendet. Der unterlegene Zugbauer Alstom will die Sache nicht juristisch weiter verfolgen.

[...] dpa, 26.6.2026, 12.55 Uhr
.

Viele Grüße, Thomas

--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 26.06.2026 18:58 von krickstadt.
Es können jetzt aber immer noch nicht einfach weitere 483/484 gebaut & eingesetzt werden?
Das Lastenheft hat sich verändert und nach diesem wird bestellt. Ob Nachlieferungen jetzt möglich sind, wo es keinen Kläger mehr gibt? Auf jeden Fall entscheidet darüber der Besteller.
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