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S-Bahn Berlin Ausschreibung Stadtbahn + Nord/Süd ab Oktober 2024
geschrieben von Leyla 
Zitat

"nicolaas" am 27.6.2026 um 9.56 Uhr:

Oh doch, da lag bereits ein Artikel vor. Nun auch angereichert [...]

Vielen Dank! Ich ahnte schon, dass Du nicht auch noch die dpa-Meldung ein wenig aufpustest, sondern lieber noch einmal recherchierst. Ich neige immer mehr dazu, mir nd.Digital zum Solipreis zu gönnen.

Viele Grüße, Thomas

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Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
Zitat
krickstadt
Zitat

"nicolaas" am 27.6.2026 um 9.56 Uhr:

Oh doch, da lag bereits ein Artikel vor. Nun auch angereichert [...]

Vielen Dank! Ich ahnte schon, dass Du nicht auch noch die dpa-Meldung ein wenig aufpustest, sondern lieber noch einmal recherchierst. Ich neige immer mehr dazu, mir nd.Digital zum Solipreis zu gönnen.

Viele Grüße, Thomas

Vielen Dank. Du kannst ja auch unabhängig von einem Abo spenden. Es gibt leider im Gesamtpaket genug Artikel, für die ich persönlich sehr ärgern würde, zu zahlen.
Zitat
nicolaas
[...]
Tatsächlich hat sich unter den gegebenen Rahmenbedingungen der Vorteil der Wettbewerbsvergabe ziemlich totgelaufen. Möglichen Einsparungen stehen die irren Rechtskosten und der installierte Überwachungsapparat gegenüber. Sanktionen bei Schlechtleistungen werden vorher in die Angebotspreise einkalkuliert. Aufgrund der Bedingungen gibt es oft nur einen oder gar keinen Bieter. Der Zustand der Infrastruktur macht einen Betrieb sowieso nicht seriös kalkulierbar. [...]
  • 2016-2021: etwa 2,1 - 2,5 Bieter bei wettbewerblichen Vergabeverfahren
  • 2024: 1,3 Bieter
(Quellen: Marktuntersuchungen der BNetzA: 2019/Abbildung 32; 2025/Abbildung 92).

Deine Einschätzung lässt sich auch quantitativ mit Zahlen untermauern.

Auch abseits dieser Zahlen lässt sich die Marktkonsolidierung beobachten: EVU gehen insolvent; ausländische Eisenbahnen verkaufen ihre deutschen SPNV-Töchter; andere EVU kündigen freiwillig ihre Verkehrsverträge; eine Start GmbH wird aufgelöst und in die Strukturen der DB Regio AG integriert; EVU drängen während der Verkehrsvertragslaufzeit die Aufgabenträger zu Nachverhandlungen, da Kosten und Risiken auftreten, die bei Angebotsabgabe schlicht nicht vorhersehbar waren und somit auch nicht einkalkuliert werden konnten.

Weiterer Aspekt: In den 90er, 00er und frühen 10er Jahren sank der Zugkilometerpreis im SPNV zum einen durch echte Effizienzgewinne, zum anderen aber auch schlicht, indem bei den Personalen an der Kostenschraube gedreht wurde: Tarifverträge wurden unterlaufen oder lagen vom Niveau her unter den Tarifverträgen der DB AG, Personalleistungen wurden an Dritte Unternehmen vergeben, Regelungen im Arbeitszeitgesetz wurden sehr weitgehend ausgereizt. In Zeiten von Fachkräftemangel und deutlich spürbaren, demografischen Effekten im Arbeitsmarkt, lässt sich aber nicht mehr an der Kostenschraube "Personalkosten" drehen.

Meine etwas zugespitzte Einschätzung: Beim Thema "Ausschreibung" ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Ausschreibungen können weiterhin ein Instrument sein, aber sie erzeugen heute keinen echten Wettbewerb mehr. Oft verwalten Sie nur noch Risiken, die am Ende ohnehin wieder bei den Aufgabenträgern und damit bei der öffentlichen Hand landen.

Mal sehen, ob/wann sich diese Erkenntnis bei den Aufgabenträgern durchsetzt. Allerdings ist über Jahrzehnte eine komplexe Vergabe-, Vertrags- Controlling- und Consultingstruktur entstanden, die natürlich nicht von selbst sagt: Vielleicht sind unsere Instrumente inzwischen Teil des Problems.

Pointiert formuliert: Wir haben im SPNV längst wieder Länderbahnen - allerdings nicht aufseiten der Betreiber, sondern bei den Aufgabenträgern.

Zitat
nicolaas
Das System, die DB durch politischen Druck zur Quersubventionierung wenig rentabler Strecken jenseits gesetzlicher Verpflichtungen zu zwingen, ist faul, wenn gleichzeitg eine Eigenwirtschaftlichkeit postuliert wird.

Das ist wirklich treffend formuliert, danke für diesen Satz. Und das System ist doppelt faul, wenn Bundespolitiker gleichzeitig mehr Wettbewerb im SPFV fordern.
Nochmal zur Klima. Aus meinen Erfahrungen mit PkW müssen Klimaanlagen regelmäßig gewartet werden. Auch das genaue Einstellen ist wohl hilfreich, gilt auch für Lautsprecher und andere zentralbediente Elemente der Züge.
Ich verstehe nicht, warum bei einer Nachbestellung bereits zugelassene Fahrzeugreihen, erneut den Zulassungsprozess durchmachen müssen. Das ist doch ein Fehler im Gesetz. Modelle sollten Bestandschutz haben.
Für wie lange?

~~~~~~
Die paar Schritte kann ich auch fahren.
Zitat
Philipp Borchert
Für wie lange?

Wär doch cool, wenn man immer noch Stadtbahner bauen würde - wenn auch natürlich mit Klimaanlage...

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
Philipp Borchert
Für wie lange?

So lange bis keiner mehr nachbestellt, das wird sich doch von ganz alleine geben. Aus diversen Gründen würde heute doch niemand auf die Idee kommen A3-U-Bahnen nachzubestellen. Aber die BR483/84 schon eher
Zitat
PassusDuriusculus
So lange bis keiner mehr nachbestellt, das wird sich doch von ganz alleine geben. Aus diversen Gründen würde heute doch niemand auf die Idee kommen A3-U-Bahnen nachzubestellen. Aber die BR483/84 schon eher

Dennoch gibt es ja gerade im Bahnbereich auch einen Stand der Technik, der weiterentwickelt wird. Und wenn z.B. eine Komponente oder eine Verfahrensweise bei einer Unfalluntersuchung als problematisch ermittelt wurde, ist sie halt nicht mehr zulässig und es muss ohne diese weiter bzw. neu entwickelt werden.
Zitat
Heidekraut
Ich verstehe nicht, warum bei einer Nachbestellung bereits zugelassene Fahrzeugreihen, erneut den Zulassungsprozess durchmachen müssen. Das ist doch ein Fehler im Gesetz. Modelle sollten Bestandschutz haben.

Bitte bedenke, dass auch die 483/484 bereits vor 10 Jahren konzipiert wurden und seit 6 Jahren in Betrieb sind - da macht die Berücksichtigung entsprechend gewonnener Praxiserfahrungen etc. durchaus Sinn. Wie umfassend das daraus resultierende Zulassungsverfahren dann wird, hängt vom Umfang der vorgenommenen Bauartänderungen ab.

Die DRG hat bekanntlich in 1936 auch nicht mehr die Bauart Stadtbahn von 1928 einfach nachbestellt... :-)

Viele Grüße
Arnd
Ja, natürlich ist das eine Gratwanderung. Waren denn in dem letzten Liefervertrag für die Ringbahn nicht noch Optionen enthalten? Aber die darf man dann wieder nicht auf dem anderen Streckennetz einsetzen, oder? Die Ertüchtigung der alten Baureihen stellt ja auch einen finanziellen Aufwand dar. Insofern fragt man sich schon, ob man nicht einen Teil des Problems mit Nachbestellung lösen kann.
Zitat
Heidekraut
Ja, natürlich ist das eine Gratwanderung. Waren denn in dem letzten Liefervertrag für die Ringbahn nicht noch Optionen enthalten? Aber die darf man dann wieder nicht auf dem anderen Streckennetz einsetzen, oder? Die Ertüchtigung der alten Baureihen stellt ja auch einen finanziellen Aufwand dar. Insofern fragt man sich schon, ob man nicht einen Teil des Problems mit Nachbestellung lösen kann.

Selbst wenn die S-Bahn Berlin GmbH am 29.06.2026 über den Konzerneinkauf der DB - sagen wir - noch 100 unveränderte Vierzelzüge 483 bestellte, stünden die nicht ab August 2026 in der Hw Schöneweide zur Abnahme bereit, sondern auch frühestens Anfang 2029 - weil nämlich nicht nur Stadler und Siemens selbst, sondern auch sämtliche beteiligten Zulieferfirmen erst wieder die entsprechende Fertigung und Logistik dafür hochfahren müssten.

Ein Zug ist kein Ikea-Regal...

Viele Grüße
Arnd



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 28.06.2026 15:06 von Arnd Hellinger.
Hmm muss Stadler nicht 30 Jahre Ersatzteile für die Baureihe 483/84 vorhalten? Wie kann es dann sein, dass es keine Teile mehr für den Neubau gibt?
Zitat
PassusDuriusculus
Hmm muss Stadler nicht 30 Jahre Ersatzteile für die Baureihe 483/84 vorhalten? Wie kann es dann sein, dass es keine Teile mehr für den Neubau gibt?

Es werden aber nie so viele Ersatzteile in kurzer Zeit gefertigt, um damit außer Reparaturen auch eine dreistellige Zahl voll fünktionsfähiger Züge zusätzlich bauen zu können. Das wäre produktionstechnisch wie logistisch eine ganz andere Hausnummer...

Viele Grüße
Arnd
Zitat
VvJ-Ente
Zitat
Bd2001
Scheinbar liegt das aber auch an der Besetzung der Wagen. Ich fahre oft auf dem Ring und da merkt man fast nichts von einer Klimatisierung. In der fast leeren S47 ist es dagegen angenehmer.
Beim Ring könnte auch eine Rolle spielen, dass alle 2 Minuten alle Türen aufgehen. Trotzdem finde ich die Züge auf dem Ring um Welten angenehmer als die 481er. Bei der S3 kommt es darauf an, ob die Fenster offen sind.

Wenn man bei der Konstruktion nicht einplant das Türen aller 2 Minuten aufgehen dann ist die Klimaanlage nicht ausreichend dimensioniert und ein Konstruktionsmangel. Dann sollte man das bei der nächsten Bauserie besser machen.

Der 481 krankt ja auch an einem Konstruktionsmangel beim Klima. Da sollte ja die Druckbelüftung für ausreichend Frischluft und Kühle sorgen. Da das nicht klappte mußte man ja die Klappfenster einbauen die zu starken und unangenehmen Luftverwirbelungen im Fahrzeuginnenraum führt.
Zitat
Bd2001
Der 481 krankt ja auch an einem Konstruktionsmangel beim Klima. Da sollte ja die Druckbelüftung für ausreichend Frischluft und Kühle sorgen. Da das nicht klappte mußte man ja die Klappfenster einbauen die zu starken und unangenehmen Luftverwirbelungen im Fahrzeuginnenraum führt.

Ja, fürchterlich unangenehm ... wir leben echt auf unterschiedlichen Planeten. Durch diese Luftströme hält es sich in den 481ern ganz gut aus und wer keine Luftwirbel möge sich doch bitte in die jeweils vorderen Bereiche zwischen zwei Türen setzen, da kommt nicht viel davon an.

Ich bin gestern übrigens von der gut gekühlten S8 am S-Bhf. Treptower Park in eine ebenso gut gekühlte, wenn auch bestimmt dreimal so stark besetzte Ringbahn gestiegen. Auch hält die S8 ebenso wie die Ringbahn alle zwei Minuten und macht die Türen auf, lediglich auf den Endabschnitten ist das anders.

Ich kann keine Einbußen bei den 483/484er-Klimaanlagen erkennen.

~~~~~~
Die paar Schritte kann ich auch fahren.
First World Problems ...

Die Klimatisierung der BR483/484 mag zwar nicht immer als ideal empfunden werden, sie ist aber erstmal da und kühlt die Fahrgastkabinen spürbar. Mag der eine oder andere Zeitgenosse anders empfinden. Riesenschritt zu allen Baureihen davor. Vielleicht liegt es aber auch eher an den Ansprüchen bestimmter Fahrgäste, die stets und jederzeit eine durch sie angenehme Temperatur erwarten...

Beim Thema Neuzulassung sollten wir dankbar sein, dass die Lage so ist, wie sie ist.
Ja, das kann noch mal ne Verzögerung bedeuten. Aber dafür kommen die Fahrzeuge auf dem aktuellen Stand der Technik und anerkannten Prüfverfahren.
Man möge sich mal kurz in die Lage der Behörden-Mitarbeiter versetzen. Sie unterliegen der Sorgfaltspflicht und sind ggf. persönlich haftbar. Das Idee "mach mal schneller bei der Prüfung, die Ausschreibung hat schon zu lange gedauert", ist absolut vom Mond.

Was ich noch nirgendwo gelesen habe: Steht eigentlich die Finanzierung? Ich frag nur für 'nen Freund ...
Zitat
Arnd Hellinger
Zitat
Heidekraut
Ja, natürlich ist das eine Gratwanderung. Waren denn in dem letzten Liefervertrag für die Ringbahn nicht noch Optionen enthalten? Aber die darf man dann wieder nicht auf dem anderen Streckennetz einsetzen, oder? Die Ertüchtigung der alten Baureihen stellt ja auch einen finanziellen Aufwand dar. Insofern fragt man sich schon, ob man nicht einen Teil des Problems mit Nachbestellung lösen kann.

Selbst wenn die S-Bahn Berlin GmbH am 29.06.2026 über den Konzerneinkauf der DB - sagen wir - noch 100 unveränderte Vierzelzüge 483 bestellte, stünden die nicht ab August 2026 in der Hw Schöneweide zur Abnahme bereit, sondern auch frühestens Anfang 2029 - weil nämlich nicht nur Stadler und Siemens selbst, sondern auch sämtliche beteiligten Zulieferfirmen erst wieder die entsprechende Fertigung und Logistik dafür hochfahren müssten.

Ein Zug ist kein Ikea-Regal...

Nur um das nochmal klarzustellen: Schon aus Gründen der Barrierefreiheit hätte ich selbst überhaupt nichts dagegen, könnten die verbliebenen 480 tatsächlich schon "ab August 2026" durch nachbestellte 483/484 ersetzt werden. Wenn nämlich die Tf während einer Fahrt von Erkner nach Spandau an mehr als zwei Bahnhöfen/Haltepunkten jeweils den Zug gegen Anrollen sichern und die Klapprampe anlegen müssen, hat das naturgemäß gerade auf der Stadtbahn nicht nur Nachteile für die Pünktlichkeit der eigenen S3-Zugfahrt, sondern auch für die der anderen Ostwest-Linien...

Da dieser kurzfristige Generationswechsel aber aus den hier diskutierten Gründen nicht umsetzbar ist, sollten VBB und S-Bahn Berlin GmbH nun in Überlegungen eintreten, den konzentrierten Einsatz der 480 ausschließlich auf der S3 wieder aufzugeben und dort ganztägig maximal jeden zweiten Umlauf/Kurs mit jener Baureihe zu fahren - die dann mit 481-484 durchzuführenden Fahrten sollten auf den Zugsnzeigern wie schon bei der U-Bahn üblich mit dem Rollstuhlsymbol kenntlich gemacht werden. Entsprechend könnte mensch auf der Ringbahn oder der S5/S7 vorgehen, wo die 480 dann im Gegenzug 2-3 Umläufe übernähmen.

Viele Grüße
Arnd
Zitat
Bd2001
Da das nicht klappte mußte man ja die Klappfenster einbauen die zu starken und unangenehmen Luftverwirbelungen im Fahrzeuginnenraum führt.

Ich empfinde "die zu starken und unangenehmen Luftverwirbelungen im Fahrzeuginnenraum" als sehr angenehm.


Das Gegenteil von pünktlich ist kariert.
Zitat
Alter Köpenicker
Ich empfinde "die zu starken und unangenehmen Luftverwirbelungen im Fahrzeuginnenraum" als sehr angenehm.

Das kommt pur auf die Temperatur an.
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