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Neubau Omnibus-Betriebshofverbund Süd-Ost Treptow-Köpenick, Minna-Todenhagen-Straße/Köpenicker Landstraße und nahe Rummelsburger Landstraße
geschrieben von der weiße bim 
Da nun der Neubau endlich in Gang zu kommen scheint, eröffne ich mal einen eigenen Faden für dieses wichtige Thema.
Immerhin entsteht hier der erste reine Elektrobushof Berlins.

Im Thema Kurzmeldungen März 2025
Zitat
krickstadt
Zitat

"Jay" am 14.3.2025 um 9.09 Uhr:

[...] Zudem soll der Betriebshof zweiteilig ausgeführt werden. Der zweite Teil liegt auf der anderen Seite der Spree an der Minna-Todenhagen-Straße.

Zitat

Thomas Krickstadt am 14.3.2025 um 9.35 Uhr:

[...] Ist dieser zweite Teil in der Presseerklärung nicht mit der Angabe "Rummelsburger Landstraße" gemeint?

Zitat

"Jay" am 14.3.2025 um 9.50 Uhr:

[...] Zu viele Landstraßen führen zu Verwirrung. ;-)

Hallo Jay,

Du hast eventuell mit der Minna-Todenhagen-Straße garnicht 'mal so unrecht ... heute wurde in der Berliner Zeitung auf Seite 6 eine Ankündigung des Bezirks Treptow-Köpenick veröffentlicht. Die Unterlagen sind zwar noch nicht online (erst ab dem 31.3.2025), aber es gibt auf einer Seite des Bezirks eine Pressemitteilung vom 25.3.2025:

Zitat

Veröffentlichung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans 9-74 VE - Ortsteil Oberschöneweide

Das Bezirksamt Treptow-Köpenick veröffentlicht den Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplans 9-74 VE [...]. Das Plangebiet liegt im Ortsteil Oberschöneweide des Bezirks Treptow-Köpenick und umfasst das Grundstück Minna-Todenhagen-Straße 6. Ziel und Zweck der Planung ist die Umnutzung einer Brachfläche zu einem Betriebshof für Elektrobusse des öffentlichen Personennahverkehrs. [...]

Der vorhabenbezogene Bebauungsplan 9-74 VE - Ortsteil Oberschöneweide ist nun online: [www.berlin.de]

Grundsätzlich merkwürdig ist, dass zwei vom größten Fluss Berlins getrennte Flächen bebaut werden, obwohl sich direkt neben der ersten Betriebshoffläche an der Köpenicker Landstraße ein offensichtlich fast ungenutztes landeseigenes Grundstück entsprechender Größe befindet. Dass man sowas nicht tauschen kann?

Nun ja. Offensichtlich ist das zweite, kleinere Grundstück vormals militärisch durch die ehemalige Besatzungsmacht genutzt worden, was sicherlich noch einigen Aufwand bei der Neubebauung erzeugen wird.
Im Rahmen der "Frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-74 VE" [www.berlin.de] lagen die Pläne im Mai/Juni 2020, also vor fast fünf Jahren schon mal aus. Offensichtlich ist die Bearbeitung solcher Dinge im Interesse des ÖPNV im Bezirksamt Treptow/Köpenick nicht besonders eilig ...

so long

Mario



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 31.03.2025 21:04 von der weiße bim.
Zitat
der weiße bim
Omnibus-Betriebshofverbund Süd-Ost Treptow-Köpenick

Die aktuelle BVB schreibt schlicht "Betriebshof Schöneweide"..(?)
Ich vermisse auch die kurze knackige Überschrift (die uns das Verständnis erleichtern könnte). ;-)
Zitat
der weiße bim
Der vorhabenbezogene Bebauungsplan 9-74 VE - Ortsteil Oberschöneweide ist nun online: [www.berlin.de]

Da frage ich mich aber auch, warum bei Nutzung dieses ohnehin schon vorhandenen und erschlossenen Gewerbegebiets abseits jeder Wohnnutzung überhaupt ein komplettes Bebauungsplanverfahren notwendig sein soll. Reicht da nicht die einfache Genehmigung der physisch zu errichtenden Bauwerke...?

Das ist für mich wieder so ein Beispiel, wie die Berliner Verwaltung sich das Leben unnötig schwer macht und damit notwendige Entwicklungen ausbremst.

Viele Grüße
Arnd
Da wurde wohl auch diskutiert, ob es hier einen B-Plan braucht. Es gibt wohl doch ein paar Anwohner in der Nähe, da einige Wohnrecht in den Kleingartenkolonien aus alten Zeiten haben. Und da so ein Betriebshof durchaus Lärm in der Nacht macht, geht man mit dem B-Plan auf die sichere Seite.
Zitat
der weiße bim
Grundsätzlich merkwürdig ist, dass zwei vom größten Fluss Berlins getrennte Flächen bebaut werden, obwohl sich direkt neben der ersten Betriebshoffläche an der Köpenicker Landstraße ein offensichtlich fast ungenutztes landeseigenes Grundstück entsprechender Größe befindet. Dass man sowas nicht tauschen kann?
Ich habe da auch so meine Zweifel, wie der auf zwei Standorte verteilte Hof funktionieren wird. Ein Grundstückstausch mit der Schnellerstraße 145 wäre aber nicht einfach und vermutlich sehr teuer gewesen. Die Fläche ist nicht landeseigen, sondern privat. Und der Privatinvestor hat bzw. hatte da große Pläne für ein Gewerbezentrum mit 40.000 m2 Geschossfläche. Zumindest steht das so im von Dir verlinkten Verkehrsgutachten für den Betriebshof (S. 19).
Zitat
der weiße bim
Grundsätzlich merkwürdig ist, dass zwei vom größten Fluss Berlins getrennte Flächen bebaut werden, obwohl sich direkt neben der ersten Betriebshoffläche an der Köpenicker Landstraße ein offensichtlich fast ungenutztes landeseigenes Grundstück entsprechender Größe befindet. Dass man sowas nicht tauschen kann?

Man denkt voraus. Irgendwann in der Zukunft wird auch die Minna-Todenhagen-Brücke das aktuelle Schicksal der Ringbahnbrücke ereilen und dann ist man froh, beidseits der Spree Betriebshöfe zu haben. ;-)
Zitat
Jumbo
Man denkt voraus. Irgendwann in der Zukunft wird auch die Minna-Todenhagen-Brücke das aktuelle Schicksal der Ringbahnbrücke ereilen und dann ist man froh, beidseits der Spree Betriebshöfe zu haben. ;-)

Der ist aber böse ;-)
Zitat
M48er
Ich habe da auch so meine Zweifel, wie der auf zwei Standorte verteilte Hof funktionieren wird.

Meine Vermutung: Der Betriebsteil in Niederschöneweide wird ein richtiger, vollwertiger Betriebshof mit Werkstatt und allem drum und dran, während der Teil in Oberschöneweide nur ein Depot sein wird, auf dem die Fahrzeuge lediglich abgestellt und vielleicht noch gereinigt und aufgeladen werden.


Das Gegenteil von pünktlich ist kariert.
Zitat
Alter Köpenicker
Zitat
M48er
Ich habe da auch so meine Zweifel, wie der auf zwei Standorte verteilte Hof funktionieren wird.

Meine Vermutung: Der Betriebsteil in Niederschöneweide wird ein richtiger, vollwertiger Betriebshof mit Werkstatt und allem drum und dran, während der Teil in Oberschöneweide nur ein Depot sein wird, auf dem die Fahrzeuge lediglich abgestellt und vielleicht noch gereinigt und aufgeladen werden.

Statt vermuten, einfach auf den Link klicken und das passende Dokument durchlesen. ;)

Der kleinere Hof soll primär als Werkstatt und sekundär als Abstellung dienen, während der größere Hof an der Köpenicker Landstraße/Schnellerstr. vor allem der Abstellung dienen soll, allerdings sonst als vollwertiger Hof inklusive Sozialgebäude ausgestattet wird.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
Jay
Statt vermuten, einfach auf den Link klicken und das passende Dokument durchlesen. ;)

Ja, das sollte ich vielleicht. Immerhin lag ich ja nicht ganz falsch.


Das Gegenteil von pünktlich ist kariert.
Hallo,

heute wurde im Newsletter des Berliner Abgeordnetenhauses eine parlamentarische Anfrage nebst Antworten zu den Themenkomplexen Beschaffung elektrischer Busse und den Bau und die Ladesysteme-Ausstattung von Busbetriebshöfen veröffentlicht:

Zitat

Anfrage der Abgeordneten Antje Kapek (Bündnis 90 / Die Grünen) vom 16.6.2025 und Antwort vom 1.7.2025: Verfehlt der Senat sein Ziel, bis 2030 die Busflotte zu elektrifzieren - Wann kommen die E-Busse?

Vorbemerkung der Verwaltung: Die Schriftliche Anfrage betrifft (zum Teil) Sachverhalte, die der Senat nicht aus eigener Zuständigkeit beantworten kann. Er ist gleichwohl um eine sachgerechte Antwort bemüht und hat daher die Berliner Verkehrsbetriebe AöR (BVG) um Stellungnahme gebeten, die bei der nachfolgenden Beantwortung berücksichtigt ist: Sie wird in der Antwort an den entsprechend gekennzeichneten Stellen wiedergegeben.

Frage 1: Bis wann wird die vollständige Elektrifizierung der Berliner Busflotte voraussichtlich abgeschlossen werden?

Antwort zu 1.: Der Verkehrsvertrag zwischen dem Land Berlin und der BVG sieht vor, dass der Busbetrieb bis 2030 dekarbonisiert werden soll. Die termingerechte Umsetzung des Vorhabens hängt jedoch maßgeblich vom Abschluss der Neu- und Umbauten der Betriebshöfe ab, die eine Voraussetzung für den flächendeckenden Einsatz elektrischer Busse darstellen. In den Bauprojekten sind jedoch verschiedene Herausforderungen aufgetreten, die zu einer zeitlichen Verzögerung führen. Ob das Ziel, die vollständige Dekarbonisierung der Busflotte bis 2030 abzuschließen, erreicht werden kann, lässt sich derzeit noch nicht abschließend beurteilen. An den entsprechenden Maßnahmen zur Zielerreichung wird weiterhin mit Nachdruck gearbeitet.

Frage 2: Welche Verzögerungen in der Elektrifizierung der Berliner Busflotte ergeben sich aus den Einsparungen im Haushalt (Kürzung der Mittel für die Beschaffung von neuen Elektro-Bussen)?

Antwort zu 2.: Bislang haben die Einsparungen im Landeshaushalt zu keiner Verzögerung in der Elektrifizierung der Berliner Busflotte geführt. In den Jahren 2024 und 2025 wurden ausschließlich Mittel gekürzt, die aufgrund der zeitlichen Verschiebungen im Infrastrukturaufbau nicht in diesen Jahresscheiben benötigt wurden.

Frage 3: Welche Zuwächse an neuen Elektro-Bussen sind für die nächsten Jahre, bis 2030, geplant? Bitte um Auflistung nach Bauart und Jahren.

Antwort zu 3.:
                    2019-2024   2025   2026   2027   2028   2029   2030
                    ---------   ----   ----   ----   ----   ----   ----
E-Eindecker            220         0      0      0      0      0      0
E-Gelenkbusse           18        49    150    120       bis zu 220
E-Doppeldecker           0         0      0      0      0     10      0
E-Doppelgelenkbus        0         0      0      0      0     20      0
Zwischen 2025 und 2027 werden 319 Elektro-Gelenkbusse beschafft, für die die BVG Bundesförderung des BMV erhält. Die geplante Fahrzeugbeschaffung ab 2028 ist abhängig von der tatsächlichen Verfügbarkeit von Haushaltsmitteln sowie den für den Einsatz erforderlichen Betriebshofkapazitäten. Ab 2028 steigen diese sukzessive durch den Abschluss einiger Bauvorhaben.

Frage 4: Für wie viele der in Frage drei genannten Busse ist die Finanzierung bereits gesichert, welcher Finanzierungsbetrag ist noch offen?

Antwort zu 4.: Für die Fahrzeugbeschaffungen bis 2027 ist die Finanzierung bereits gesichert. Darüber hinaus soll die notwendige Finanzierung in Berücksichtigung der entsprechend vorhandenen Betriebshofkapazitäten über die Jahresscheiben abgesichert werden.

Frage 5: Welches Finanzierungskonzept gibt es für die Anschaffung neuer Elektrobusse? Bitte um Auflistung der einzelnen Anteile (Land, BVG, Kreditfinanzierung).

Antwort zu 5.: Kosten, die bei äquivalenter Anschaffung von Dieselbussen anfallen würden, werden von der BVG übernommen. Die darüberhinausgehenden Mehrkosten, die im Zuge der Dekarbonisierung der Busflotte entstehen, werden gemäß Verkehrsvertrag durch das Land Berlin getragen. Für alle bis 2027 beschafften Busse wurde/wird ein Teil der Kosten durch Fördermittel des Bundes abgedeckt.

Beispielhaft liegen die Finanzierungsanteile für die Anschaffung von insgesamt 320 Elektro-Gelenkbussen (Auslieferung zwischen 2025 und 2027) bei ungefähr 50% BVG, 40% Bundesfördermittel und 10% Land Berlin.

Frage 6: Auf welche Höhe belaufen sich die Gesamtkosten für die Elektrifizierung der Berliner Busflotte?

Antwort zu 6.: Die Gesamtkosten für die Elektrifizierung der Busflotte ergeben sich aus der Fahrzeugbeschaffung sowie dem Infrastrukturaufbau und liegen bei 1,7 bis 2,3 Mrd. Euro für den Zeitraum von 2019 bis 2035. Die Kostenspanne ergibt sich einerseits aus Unsicherheiten bezüglich der Baukostenentwicklung. Andererseits hängt sie vom technischen Fortschritt (insbesondere bei den Batterien) ab. Dieser ist verantwortlich für den Fahrzeugmehrbedarf, die Anzahl der zu errichtenden Ladepunkte im Stadtgebiet und den davon abhängigen Betriebsmehrkosten.

Frage 7: Welche der in Frage 6 genannten Beträge sind noch ungedeckt?

Antwort zu 7.: Der landesseitige Finanzierungsbedarf liegt im Bereich zwischen 0,7 bis 1,4 Mrd. Euro bis 2035.

Frage 8: Wie viele aktive Betriebshöfe, die auf den Elektrobetrieb ausgelegt sind, gibt es bereits und welche Kapazitäten haben sie?

Antwort zu 8.: Die BVG teilt hierzu mit: "Aktuell sind drei BVG-Betriebshöfe auf Elektrobetrieb ausgelegt:
  • Betriebshof Indira-Gandhi-Straße: Kapazität für ca. 280 Elektrobusse
  • Betriebshof Cicerostraße: Kapazität für ca. 30 Elektrobusse
  • Betriebshof Britz: Kapazität für ca. 30 Elektrobusse"
Frage 9: Welche konkreten Planungen existieren für den Ausbau neuer Betriebshöfe zur Unterstützung des elektrischen Busbetriebs?

Frage 10: Bis wann sollen die in Frage neun genannten und auch die bereits im Bau befindlichen Betriebshöfe voraussichtlich fertiggestellt werden?

Antwort zu 9. und 10.: Die Fragen 9 und 10 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet.

Zur Umsetzung der Elektrifizierung des Busbetriebs werden sowohl Neubaubetriebshöfe errichtet als auch Bestandsbetriebshöfe umgebaut. Zwei neue Betriebshöfe entstehen an den Standorten Säntisstraße sowie in Köpenick als Betriebshofverbunds Süd-Ost mit den Teilstandorten Köpenicker Landstraße und Rummelsburger Landstraße.

Darüber hinaus werden alle sechs Bestandsbetriebshöfe für den Betrieb mit Elektrobussen ertüchtigt. Dies sind die Höfe Britz, Cicerostraße, Indira-Gandhi-Straße, Lichtenberg, Müllerstraße und Spandau.

Die voraussichtliche Fertigstellung gemäß der Zeitplanung der BVG ist wie folgt:
Betriebshof                          Inbetriebnahme
----------------------------------   --------------
Süd-Ost - Köpenicker Landstraße           2027
Süd-Ost - Rummelsburger Landstraße        2028
Säntisstraße                              2027
Indira-Gandhi-Straße                      2029
Spandau                                   2030
Lichtenberg                               2033
Britz                                     2033
Cicerostraße                              2034
Müllerstraße                              2035
Frage 11: Auf welche Höhe belaufen sich die Gesamtkosten für den Bau der Betriebshöfe?

Antwort zu 11.: Die Gesamtkosten für Neu- und Umbau der neun Betriebshöfe belaufen sich nach derzeitiger Einschätzung auf voraussichtlich 1,3 Mrd. Euro.
.

Viele Grüße, Thomas

--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
Zitat
krickstadt
Antwort zu 11.: Die Gesamtkosten für Neu- und Umbau der neun Betriebshöfe belaufen sich nach derzeitiger Einschätzung auf voraussichtlich 1,3 Mrd. Euro.
.

Ein satter Betrag, wenn man bedenkt, dass schon die Investkosten der Fahrzeuge doppelt so hoch sind wie bei Dieselfahrzeugen.
gibt es Schätzungen zu den Voraussichtlichen Betriebskosten? Von Elektroenergie über Instandhaltung bis Zusatzpersonal für Überführungen/Aufladen etc. ?
Warum Zusatzpersonal notwendig sein soll, erschließ sich mir nicht gänzlich. Jedenfalls sollen sich laut Herstellern die Mehrkosten eines Elektrobusses nach rund 5 Jahren amortisieren. [venair.com]

—————————————————

Ich hab nen Bus und meine Busfahrerin heißt Layla, sie fährt schöner, schneller, weiter.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.07.2025 18:28 von Bumsi.
Zitat
Bumsi
Warum Zusatzpersonal notwendig sein soll, erschließ sich mir nicht gänzlich. Jedenfalls sollen sich laut Herstellern die Mehrkosten eines Elektrobusses nach rund 5 Jahren amortisieren. [venair.com]

Bei bestimmten Einsatzfällen könnte diese Werbeaussage durchaus zutreffen.
Etwa für Schulbusse auf dem flachen Land, die typischerweise morgens die Schüler einsammeln und nachmittags wieder verteilen. Die Wartezeiten können die Wagen materialschonend an der Steckdose parken, an Wochenenden und Ferien haben Fahrer und Fahrzeuge frei.

Im Großstadtverkehr haben wir völlig andere Bedingungen. Gut die Hälfte der Busse ist tagtäglich über 20 Stunden im Einsatz, Umläufe mit über 24 Stunden keine Seltenheit. Für den Standard-Dieselbus kein Problem. Elektrobusse als kommen hier an die Reichweitengrenze. Daher werden sie tagsüber ausgetauscht, was Leerfahrten und zusätzliche unproduktive Dienstzeiten für die Fahrpersonale erfordert. Also genau das, woran es am meisten mangelt: Personal und Fahrzeuge. Jeder Bus, der sich zur Hauptverkehrszeit auf der Platte ausruht, verschlechtert die Wirtschaftlichkeit des ÖPNV!
Das nächtliche Laden auf den Betriebshöfen belastet die Stromnetze genau dann, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. Millionen E-Autofahrer kommen heim und stecken den Stecker in die Wallbox, so lädt man hauptsächlich teuren Kohlestrom, Erdgasstrom und Atomstrom aus Import. Der Schulbus dagegen lädt tagsüber Ökostrom aus Solar und Windkraft, wenn der Strombörsenpreis gegen Null tendiert. Übrigens auch der Obus und der Streckenlader. Letzterer sorgt nebenbei für geregelte Pausen des Fahrpersonals, da die Fahr- und Dienstpläne ausreichend lange Ladepausen enthalten müssen.

so long

Mario
Das würde ja heißen, dass das System Straßenbahn, das tagsüber und dann auch noch im dichten Takt verkehrt, nicht nur ökologischer ist, sondern auch weniger Energiekosten verursacht 😱
Und die BVG ist nicht in der Lage bei den gigantischen Flächen PV zu installieren und Speicher aufzustellen und damit gleich noch netzdienlich zu agieren?

Und der Wind weht nachts nicht?

Die Gelenkbusse mit Pantograph & Endstellenladen können theoretisch dauerhaft fahren.

Und sind eig. alle Städte komplett doof und können nicht rechnen, die sich E-Busse anschaffen? Europaweit waren 49% der neuen Stadtbusse 2024 elektrisch, für 2025 wird mit 64% gerechnet. (https://www.electrive.net/2025/03/13/te-studie-in-der-eu-ist-jeder-zweite-neu-zugelassene-stadtbus-emissionsfrei/)

Zitat
Tagesspiegel
Durch die größere Reichweite schafften die neuen E-Busse einen ganzen Tagesumlauf im Betrieb, sagt der BVG-Betriebsvorstand. (…) Für jeden der 90 Elektrobusse von Ebusco soll ein Dieselbus ausgemustert werden.

[www.tagesspiegel.de]
Zitat
marc-j
Und die BVG ist nicht in der Lage bei den gigantischen Flächen PV zu installieren und Speicher aufzustellen und damit gleich noch netzdienlich zu agieren?

Ja gerne. Aber mit welchem Geld? Sind ja nicht nur ein paar Euro... Staatsknete? Frag mal den Finanzsenator - egal welcher Partei der gerade angehört.

Zitat
marc-j
Und der Wind weht nachts nicht?

Jedenfalls deutlich weniger als tagsüber.

Zitat
marc-j
Die Gelenkbusse mit Pantograph & Endstellenladen können theoretisch dauerhaft fahren.

Klingt gut. Genau. Praktisch auch, wenn denn die Endhaltestellenlader mal gebaut würden. Für Planung, Bauanträge, Beschaffung der Ladeinfrastruktur (Leitungen!) ist wer verantwortlich? Und was fehlt dem?

Zitat
marc-j
Und sind eig. alle Städte komplett doof und können nicht rechnen, die sich E-Busse anschaffen? Europaweit waren 49% der neuen Stadtbusse 2024 elektrisch, für 2025 wird mit 64% gerechnet. (https://www.electrive.net/2025/03/13/te-studie-in-der-eu-ist-jeder-zweite-neu-zugelassene-stadtbus-emissionsfrei/)

Zitat
Tagesspiegel
Durch die größere Reichweite schafften die neuen E-Busse einen ganzen Tagesumlauf im Betrieb, sagt der BVG-Betriebsvorstand. (…) Für jeden der 90 Elektrobusse von Ebusco soll ein Dieselbus ausgemustert werden.

[www.tagesspiegel.de]

Was machen denn die anderen anders als die BVG? Welche anderen Bedingungen/Vorschriften/finanziellen Mittel haben diese Uunternehmen?
Zitat
phönix
Ja gerne. Aber mit welchem Geld? Sind ja nicht nur ein paar Euro... Staatsknete? Frag mal den Finanzsenator - egal welcher Partei der gerade angehört.

Da sich gerade gefühlt jede:r Hauseigentümer:in PV aufs Dach oder sonst wohin stellt und sich angesichts des sehr guten Verhältnisses von Investition und eingesparten Kosten die Hände reibt, dürfte es eigentlich nicht sonderlich schwer fallen, dafür Finanzquellen zu finden. Idealerweise sollte der Staat oder die BVG die Investition selbst stemmen, aber die Rendite dürfte so günstig sein, dass man auch einem Zwischenfinanzier die Hälfte abgeben kann.
Zitat
Lopi2000
Da sich gerade gefühlt jede:r Hauseigentümer:in PV aufs Dach oder sonst wohin stellt und sich angesichts des sehr guten Verhältnisses von Investition und eingesparten Kosten die Hände reibt, dürfte es eigentlich nicht sonderlich schwer fallen, dafür Finanzquellen zu finden. Idealerweise sollte der Staat oder die BVG die Investition selbst stemmen, aber die Rendite dürfte so günstig sein, dass man auch einem Zwischenfinanzier die Hälfte abgeben kann.

Warum nicht, das könnte eigentlich auch die Stadtwerke Berlin erledigen, die ohnehin die ersten Fotovoltaikanlagen auf kommunalen Bauwerken zu stehen haben. Dort dürfte auch eher Know-how für den Bau der Fotovoltaikanlage und eventueller Speichermöglichkeiten vorhanden sein, das die BVG bisher nicht hat. Weiß jemand, wie die Berliner Stadtwerke ihre Vorhaben finanzieren?
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