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Sperrung U-Bahnhof Nollendorfplatz
geschrieben von Bd2001 
Nun schreibt der Tagesspiegel darüber: [www.tagesspiegel.de] (leider hinter der Bezahlschranke).
Hallo,

ich möchte einmal die Eckdaten des Artikels zusammenfassen:

Die Schäden an der Zwischendecke zwischen den Bahnsteigen Nollendorfplatz mitte (Kurzzeichen "Nm") und Nollendorfplatz unten ("Nu") sind so gravierend (unter anderem "Hohlstellen im Stahlbeton"), dass nicht bis zur ursprünglich geplanten Generalsanierung im Jahr 2029 gewartet werden kann.

Deshalb werden die folgenden U-Bahnlinien ab Januar 2026 für mindestens vier Monate wie folgt verkehren:
  • Die Linie U1 verkehrt zwischen Uhlandstraße und Wittenbergplatz und zwischen Gleisdreieck und Warschauer Straße (eventuell muss auch der Verkehr zwischen Gleisdreieck und Warschauer Straße eingestellt werden, weil die Werkstatt in Grunewald nicht aus eigener Kraft erreichbar ist, die Verbindungskurve am Gleisdreieck ist an kein Stellwerk angeschlossen, das endgültige Betriebskonzept ist aber noch nicht erarbeitet worden)
  • Die Linie U2 verkehrt normal
  • Die Linie U3 verkehrt zwischen Krumme Lanke und Spichernstraße (wegen fehlender Kehrmöglichkeit in Wittenbergplatz, d.h. kein Verkehr am Bahnhof Augsburger Straße)
  • Der Verkehr auf der Linie U4 wird eingestellt (weil die Züge keine Werkstatt erreichen können)
Viele Grüße, Thomas

--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 11.07.2025 09:41 von krickstadt.
Zitat
krickstadt
Deshalb werden die folgenden U-Bahnlinien ab Januar 2026 für mindestens vier Monate wie folgt verkehren:...

Als regelmäßiger Nutzer vor allem der U2 sehe ich das mal positiv: immerhin sollten dort dann die Fahrzeuge für einen stabilen Betrieb reichen...
Sollte die U1 auch eingestellt werden müssen, sollte man über eine Verlängerung der U3 alle 10 Minuten zum Alex nachdenken. Fehlende Fahrzeuge/Fahrer könnens ja dann nicht mehr sein. Dann muss auch die Augsburger Str. nicht geschlossen werden und man hat eine Umfahrung für den evtl. gesperrten Abschnitt.

Und krass. Seit wie vielen Jahren liegt die Verbindungskurve wiederaufgebaut rum? Gibt is irgendeinen Plan, dass diese jemal signaltechnisch mit eingebunden wird?
Zitat
PassusDuriusculus
Sollte die U1 auch eingestellt werden müssen, sollte man über eine Verlängerung der U3 alle 10 Minuten zum Alex nachdenken. Fehlende Fahrzeuge/Fahrer könnens ja dann nicht mehr sein. Dann muss auch die Augsburger Str. nicht geschlossen werden und man hat eine Umfahrung für den evtl. gesperrten Abschnitt.

Und krass. Seit wie vielen Jahren liegt die Verbindungskurve wiederaufgebaut rum? Gibt is irgendeinen Plan, dass diese jemal signaltechnisch mit eingebunden wird?

Ich finde den Link nicht mehr, aber die BVG sprach von einer sicherungstechnischer Ausrüstung für das Jahr 2026. Für Fahrgastfahrten kann man diese nicht nutzen.

Bei einer Einstellung der östlichen U1 hast Du zwar Fahrer für die Verlängerung zum Alex, aber keine Fahrzeuge. Die sind dann auf der Insel eingeschlossen.
Zitat
Bd2001
Bei einer Einstellung der östlichen U1 hast Du zwar Fahrer für die Verlängerung zum Alex, aber keine Fahrzeuge. Die sind dann auf der Insel eingeschlossen.

Warum kann man die Fahrzeuge nicht vor der Sperrung des Nollendorfplatzes aus der Insel rausholen?

Und warum braucht man zwingend eine sicherungstechnische Ausrüstung an der Verbindungskurve am Gleisdreieck, wenn anderweitig sichergestellt ist, dass während einer Überführungsfahrt keine anderen Fahrzeuge auf der Strecke sind (beispielsweise während der Betriebsruhe)?
@Bd2001

Keine Sorge ich erwarte keine Fahrgastfahrten auf der Verbindungskurve, sondern Fahrzeugüberführungen und -täusche zwecks Aufrechterhaltung des Inselbetriebs Gleisdreieck<>Warschauer Str.
Zitat
Jumbo
Warum kann man die Fahrzeuge nicht vor der Sperrung des Nollendorfplatzes aus der Insel rausholen?

Vermutlich, weil man schon ahnt, dass die Sperrung nicht geplant im Januar stattfindet, sondern akut spontan und ohne zeitliche Vorbereitung schon im November aufgrund des verschlechterten Zustands schon im November stattfinden wird...


Zitat
Jumbo
Und warum braucht man zwingend eine sicherungstechnische Ausrüstung an der Verbindungskurve am Gleisdreieck, wenn anderweitig sichergestellt ist, dass während einer Überführungsfahrt keine anderen Fahrzeuge auf der Strecke sind (beispielsweise während der Betriebsruhe)?

Das habe ich mich auch schon gefragt, an sich sollte es ja möglich sein, ein paar "werkstattbedürftige" Fahrzeuge auf der Inselstrecke zu "parken" und diese dann gebündelt 1x pro Woche oder 1x pro Monat mit einem größeren Aufwand zu überführen. Selbst der Aufwand, eine etwaige Lücke im Stromnetz per Diesel-/Akkulok zu überbrücken, sollte wohl geringer sein, als "nur" wegen dieser unfertigen Überführungsmöglichkeit den gesamten Kreuzberger Ast monatelang stillzulegen.
Zitat
Jumbo
Zitat
Bd2001
Bei einer Einstellung der östlichen U1 hast Du zwar Fahrer für die Verlängerung zum Alex, aber keine Fahrzeuge. Die sind dann auf der Insel eingeschlossen.

Warum kann man die Fahrzeuge nicht vor der Sperrung des Nollendorfplatzes aus der Insel rausholen?

Und warum braucht man zwingend eine sicherungstechnische Ausrüstung an der Verbindungskurve am Gleisdreieck, wenn anderweitig sichergestellt ist, dass während einer Überführungsfahrt keine anderen Fahrzeuge auf der Strecke sind (beispielsweise während der Betriebsruhe)?

Vor der Sperrung ist es kein Insel. Man will ja während der Sperrung den Betrieb auf der U1 zwischen Warschauer Str. und Gleisdreieck aufrechterhalten. Das spart den SEV. Es ging hier nur um den Fall, das die Sperrung länger dauert und man nicht mehr genug Fahrzeuge auf der U1 für den Fahrgastverkehr hat.

Wie willst Du sicherstellen, das die Überführungsfahrt nicht einem zur gleichen Zeit fahrenden Baufahrzeug in die Flanke fährt? Da macht keine TAB mit.
Zitat
Bd2001
Zitat
Jumbo
Zitat
Bd2001
Bei einer Einstellung der östlichen U1 hast Du zwar Fahrer für die Verlängerung zum Alex, aber keine Fahrzeuge. Die sind dann auf der Insel eingeschlossen.

Und warum braucht man zwingend eine sicherungstechnische Ausrüstung an der Verbindungskurve am Gleisdreieck, wenn anderweitig sichergestellt ist, dass während einer Überführungsfahrt keine anderen Fahrzeuge auf der Strecke sind (beispielsweise während der Betriebsruhe)?

Wie willst Du sicherstellen, das die Überführungsfahrt nicht einem zur gleichen Zeit fahrenden Baufahrzeug in die Flanke fährt? Da macht keine TAB mit.

Indem während der Überführungsfahrten Fahren auf Sicht (analog wie bei Fahrten nach EBO) angeordnet wird.

Was spricht dagegen, für die Zeit, in der die Überführungsfahrten stattfinden, Betriebsruhe für die Baufahrzeuge anzuordnen und zu überprüfen, dass alle Baufahrzeuge entsprechend abgestellt sind? Wie wurde eigentlich die Überführung der Fahrzeuge aus dem Köpenicker Inselnetz zur Werkstatt durch die Baustelle in der Treskowallee abgesichert – ist ja schließlich auch BOStrab.
Zitat
Jumbo
Wie wurde eigentlich die Überführung der Fahrzeuge aus dem Köpenicker Inselnetz zur Werkstatt durch die Baustelle in der Treskowallee abgesichert – ist ja schließlich auch BOStrab.

Die Fahrzeuge wurden von einem Unimog geschleppt und von einem Verkehrsmeister begleitet, der die Absicherung sicherstellte.
Kann man Weichen bei der U-Bahn so verschliessen wie bei der richtigen Bahn? Dann kann doch wirklich nichts passieren bei der Kurve.
Zitat
Bd2001
[...]

Wie willst Du sicherstellen, das die Überführungsfahrt nicht einem zur gleichen Zeit fahrenden Baufahrzeug in die Flanke fährt? Da macht keine TAB mit.

Indem man ein paar Minuten Hirnschmalz investiert, sich ein entsprechendes Sicherungskonzept überlegt und durch den Betriebsleiter BOStrab verantwortet. Die TAB wird sich dem nicht verweigern, wenn die Parameter stimmen.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 11.07.2025 20:08 von Jay.
Zitat
Lopi2000
Selbst der Aufwand, eine etwaige Lücke im Stromnetz per Diesel-/Akkulok zu überbrücken, sollte wohl geringer sein, als "nur" wegen dieser unfertigen Überführungsmöglichkeit den gesamten Kreuzberger Ast monatelang stillzulegen.

Eine Lücke im (Fahr-)Stromnetz gibt es nicht. Bis 1991 diente der Abschnitt Gleisdreieck - Bülowstraße (ohne Bahnhöfe) noch der Betriebsschule für die Fahrerausbildung. Mit Strom, Signalen und Weichen. Gesteuert vom heute noch betriebenen Regionalstellwerk Prinzenstraße (Baujahr 1986).

Leider sind die Fachleute für diese Technik nicht mehr aktiv. Die Baugruppen für das frühere östliche Kehrgleis 3 und den Anschluss des Überführungsgleises sind sicherlich längst der Ersatzteilgewinnung zugeführt worden.
Ein Fahrstromschalter wurde inzwischen an die neue Stromschiene des neu aufgebauten Überführungsgleises angeschlossen, selbst an die Beheizung für Winternächte mit Blitzeisbildung ist gedacht.

Problem ist die U2 und deren zuständiges Regionalstellwerk Nollendorfplatz (Baujahr 1971). Den Abschnitt Rampe Nollendorfplatz bis Gleisdreieck (unten) hatte man noch 1972 stillgelegt, um die Neuausrüstung zu sparen. Als 1993 die Verbindung Wittenbergplatz - Potsdamer Platz wieder in Betrieb ging, wurde das Regionalstellwerk Nollendorfplatz nochmals umfangreich erweitert, aber ohne das Verbindungsgleis zur U1 mit anzubinden.

Zitat
PassusDuriusculus
Und krass. Seit wie vielen Jahren liegt die Verbindungskurve wiederaufgebaut rum? Gibt es irgendeinen Plan, dass diese jemals signaltechnisch mit eingebunden wird?

Ja, an entsprechenden Plänen zum Ersatz des nun schon deutlich über 50 Jahre alten Regionalstellwerks Nollendorfplatz und danach auch RStw Prinzenstraße durch ein elektronische Stellwerke (EStw) wird schon jahrelang getüftelt, um Rahmenanträge für Fördermittel zu erarbeiten. Die schon viele Jahre andauernden Tunnelsanierung der zentralen Strecke Wittenberg-Nollendorfplatz ist eine Voraussetzung für die Verlegung neuer Kabel. Unter beiden übereinander liegenden Bahnsteigen des unterirdischen Bahnhofsbauwerks sind ebenso wichtige Führungen für die Zugsicherungskabel.
Auch die Fahrstromkabel für die U4 sind dort verlegt, seit 1944 das Umformerwerk Baumeisterstraße südlich Innsbrucker Platz durch alliierte Bomben zerstört wurde. Ein weiterer Grund dafür, dass die U4 während der Sanierung des Bahnhofsbauwerks nicht fahren kann.

so long

Mario
Moin,

mit gestrigem Datum hat nun auch die BVG eine Pressemitteilung veröffentlicht:

Zitat

BVG saniert Tunneldecke am U-Bahnhof Nollendorfplatz

Die Tunnel- und Gleisanlagen der BVG erbringen täglich Höchstleistungen - viele Abschnitte haben bereits eine lange und zuverlässige Geschichte hinter sich. Damit alle Fahrgäste sicher an ihr Ziel kommen, ist es Aufgabe der BVG, das über 100 Jahre alte U-Bahn-System kontinuierlich instand zu halten und, wo nötig, zu modernisieren. 

Im Bereich Nollendorfplatz stehen 2026 Sanierungsarbeiten an. Im Modernisierungsplan der BVG ist die Teilsanierung des Bahnhofs bereits seit Längerem vorgesehen. Die Baumaßnahmen resultieren nicht aus einer akuten Gefährdung des Betriebs. Aktuell befindet sich die Maßnahme in der Ausschreibung für die Bauausführung. 

Um die Bauzeit so kurz und die Einschränkungen für die Fahrgäste so gering wie möglich zu halten, wird der betreffende Streckenabschnitt voraussichtlich im Januar für rund vier Monate gesperrt. Die Einzelheiten zum Verkehrskonzept befinden sich derzeit in der Planung. Die BVG wird - wie gewohnt - Medien und Fahrgäste rechtzeitig und umfassend informieren.
.

Viele Grüße, Thomas

PS: Auch in der gestrigen rbb24-Abendschau beginnt der erste Nachrichtenblock mit dieser Nachricht und BVG-Bauchef Uwe Kutscher äußert sich dazu.

--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.07.2025 06:07 von krickstadt.
War nicht 2026 der Beginn der Brückenersatzarbeiten am Gleisdreieck vorgesehen? Mindestens zwei bis drei weitere Jahre mit Beeinträchtigungen stehen bevor. Die Kapazität zwischen Wittenbergplatz und Gleisdreieck ist allein mit der U2 nicht ausreichend, daher sollte die U3 im Januar und auch während des Brückenumbaus auf die U2 am Wittenbergplatz umgeleitet werden (Verbindung U3 Süd-West >U1 Ost mit nur einem Umstieg). Es sei denn natürlich, es ist gewollt, von der Nutzung der U-Bahn abzuschrecken.

IsarSteve
Ich frage mich wie in der Zeit eigentlich Züge vom Abschnitt Uhlandstr. - Wittenbergplatz zur Betriebswerkstatt und umgekehrt kommen sollen?
Über das nördliche Streckengleis in Wittenbergplatz, wo planmäßig die Züge nach Uhlandstraße und Kroumme Lanke fuhren. Bei der U3 ginge es außerdem mit Rangierfahrten für das Gleis Richtung Krumme Lanke. Alles aber nur in der Betriebspause oder in verkehrsschwachen Zeiten.
Soll in der der Zeit die Züge von und nach Uhlandstr. auf dem Bahnsteig 1 statt auf dem Bahnsteig 3 kehren?
Kehren wie jetzt am südlichen Gleis, die anderen möglichen Gleise nur zu Überführungen zur Bw Gru
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