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Sperrung U-Bahnhof Nollendorfplatz
geschrieben von Bd2001 
Zitat
krickstadt
Moin,

was haltet Ihr von dem Vorschlag des IGEB-Sprechers Christian Linow in der rbb24-Abendschau vom Montag, den 24. November 2025 (ab 1'11"): "Das gab es in der Vergangenheit bereits, da müsste man dann auf Höhe Augsburger Straße eine Bauweiche realisieren, und damit wäre es dann möglich, die U3 zum Wittenbergplatz, zumindest im Zehn-Minuten-Takt, zu fahren."? Ist so etwas realistisch möglich und meint Ihr, die BVG würde in diesen Zeiten auf so einen unkonventionellen Vorschlag eingehen?

Viele Grüße, Thomas

Das scheitert schon an der Weiche, die Lieferzeiten sind derzeit extrem lang. Dann müßten die Weichen auch voll in die Sicherungstechnik eingebunden werden damit die U2-Einsetzer und die Überführungen von Schad- und Arbeitszügen weiterhin möglich sein werden. Das bindet Planungs- und Baukapazitäten. Es muß ja das Stellwerk Nollendorfplatz und Ferbelliner Platz entsprechend umgebait werden. Das Ganze dann muß ja auch abgenommen und genehmigt werden. Das ist in der Kürze der Zeit nicht zu schaffen.
Zitat
Bd2001
Zitat
krickstadt
Moin,

was haltet Ihr von dem Vorschlag des IGEB-Sprechers Christian Linow in der rbb24-Abendschau vom Montag, den 24. November 2025 (ab 1'11"): "Das gab es in der Vergangenheit bereits, da müsste man dann auf Höhe Augsburger Straße eine Bauweiche realisieren, und damit wäre es dann möglich, die U3 zum Wittenbergplatz, zumindest im Zehn-Minuten-Takt, zu fahren."? Ist so etwas realistisch möglich und meint Ihr, die BVG würde in diesen Zeiten auf so einen unkonventionellen Vorschlag eingehen?

Viele Grüße, Thomas

Das scheitert schon an der Weiche, die Lieferzeiten sind derzeit extrem lang. Dann müßten die Weichen auch voll in die Sicherungstechnik eingebunden werden damit die U2-Einsetzer und die Überführungen von Schad- und Arbeitszügen weiterhin möglich sein werden. Das bindet Planungs- und Baukapazitäten. Es muß ja das Stellwerk Nollendorfplatz und Ferbelliner Platz entsprechend umgebait werden. Das Ganze dann muß ja auch abgenommen und genehmigt werden. Das ist in der Kürze der Zeit nicht zu schaffen.

Bauweichen gab's bei der U-Bahn bereits ohne LST-Einbindung. Wenn man gewollt hätte, hätte man das sicher auch hinbekommen.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
Jay
Bauweichen gab's bei der U-Bahn bereits ohne LST-Einbindung. Wenn man gewollt hätte, hätte man das sicher auch hinbekommen.

Früher gab es tatsächlich Bauweichen mit Rückfallmechanismus, die beispielsweise auf den Viadukten in der Schönhauser Allee oder direkt auf den Landwehrkanalbrücken eingebaut wurden, um das Kehren am Bahnsteig Schönhauser oder Gleisdreieck zu ermöglichen. Personell ist das nicht mehr machbar, ob heutige Betriebsleiter und Aufsichtsbehörde so etwas noch abnicken würden, ist zumindest fraglich. Für die verantwortlichen Führungskräfte ist der Busersatzverkehr risikolos und wahrscheinlich weniger aufwändig und damit wirtschaftlicher für den Verkehrsbetrieb.
Dabei gibt es tatsächlich unter der Nürnberger Straße (in Höhe Haus Nr. 22) einen knapp 50m langen Tunnelabschnitt ohne Stützen, der von den Planern vor fast 120 Jahren genau für solche Fälle vorgesehen war.

so long

Mario
Zitat

"der weiße bim" am 27.11.2025 um 3.35 Uhr:

[...] Dabei gibt es tatsächlich unter der Nürnberger Straße (in Höhe Haus Nr. 22) einen knapp 50m langen Tunnelabschnitt ohne Stützen, der von den Planern vor fast 120 Jahren genau für solche Fälle vorgesehen war.

Also genau an dem Ort, der von Christian genannt wurde ("Höhe Augsburger Straße"):
<https://www.openstreetmap.org/?mlat=52.501617&mlon=13.337437#map=19/52.501616/13.337437>.

:-)

Viele Grüße, Thomas

PS: Wäre das provisorische Aufstellen von Bauweichen jetzt und dann die permanente Einrichtung zweier Weichen samt LST-Einbindung nicht eine Investition in die Zukunft, da ja ab 2028 noch einmal längere Sperrzeiten zwischen Wittenbergplatz und Gleisdreieck anstehen?

--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 27.11.2025 05:04 von krickstadt.
Zitat
krickstadt
Zitat

"der weiße bim" am 27.11.2025 um 3.35 Uhr:

[...] Dabei gibt es tatsächlich unter der Nürnberger Straße (in Höhe Haus Nr. 22) einen knapp 50m langen Tunnelabschnitt ohne Stützen, der von den Planern vor fast 120 Jahren genau für solche Fälle vorgesehen war.

Also genau an dem Ort, der von Christian genannt wurde ("Höhe Augsburger Straße"):
<https://www.openstreetmap.org/?mlat=52.501617&mlon=13.337437#map=19/52.501616/13.337437>.

:-)

Viele Grüße, Thomas

PS: Wäre das provisorische Aufstellen von Bauweichen jetzt und dann die permanente Einrichtung zweier Weichen samt LST-Einbindung nicht eine Investition in die Zukunft, da ja ab 2028 noch einmal längere Sperrzeiten zwischen Wittenbergplatz und Gleisdreieck anstehen?

Korrekt. Mittel- bis langfristig muss da ein fester (doppelter) Gleiswechsel rein und eine volle Einbindung ins Stellwerk erfolgen, damit bei künftigen Sperrungen flexibler agiert werden kann.

@Bim: Und auf der U9 gab's eine Rückfallweiche am U-Bahnhof Turmstraße. Also auch eine Anwendung im Tunnelbereich. Ansonsten ist es genau das was ich meinte: Wer Lösungen finden will, der findet auch welche. Wer keine finden will, der macht eben 0815-SEV.

--- Signatur ---
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Zitat
Jay
Zitat
krickstadt
Zitat

"der weiße bim" am 27.11.2025 um 3.35 Uhr:

[...] Dabei gibt es tatsächlich unter der Nürnberger Straße (in Höhe Haus Nr. 22) einen knapp 50m langen Tunnelabschnitt ohne Stützen, der von den Planern vor fast 120 Jahren genau für solche Fälle vorgesehen war.

Also genau an dem Ort, der von Christian genannt wurde ("Höhe Augsburger Straße"):
<https://www.openstreetmap.org/?mlat=52.501617&mlon=13.337437#map=19/52.501616/13.337437>.

:-)

Viele Grüße, Thomas

PS: Wäre das provisorische Aufstellen von Bauweichen jetzt und dann die permanente Einrichtung zweier Weichen samt LST-Einbindung nicht eine Investition in die Zukunft, da ja ab 2028 noch einmal längere Sperrzeiten zwischen Wittenbergplatz und Gleisdreieck anstehen?

Korrekt. Mittel- bis langfristig muss da ein fester (doppelter) Gleiswechsel rein und eine volle Einbindung ins Stellwerk erfolgen, damit bei künftigen Sperrungen flexibler agiert werden kann.

@Bim: Und auf der U9 gab's eine Rückfallweiche am U-Bahnhof Turmstraße. Also auch eine Anwendung im Tunnelbereich. Ansonsten ist es genau das was ich meinte: Wer Lösungen finden will, der findet auch welche. Wer keine finden will, der macht eben 0815-SEV.


In vielen Fällen gehen solche Dinge, die früher einmal möglich waren, heute nicht mehr. Weil die Vorschriften verschärft wurden und / oder die Aufsichtsbehörden schärfer hingucken.

Gleiswechsel sind sicherlich hilfreich, aber es muss auch passen (hinsichtlich Stützen u.ä.). Einen neuen statischen Nachweis für einen 100 Jahre alten Tunnel macht Dir heute niemand mehr.
Was ich an der BVG-Kommunikation unverständlich finde, ist, dass nicht einmal erläutert wird, dass nicht nur die Deckenabschnitte im Bahnhof Nollendorfplatz saniert werden. Aus Ausschreibungen geht nämlich hervor, dass in der Sperrpause auch Arbeiten an der Tunnelrampe zwischen Gleisdreieck und Kurfürstenstraße vergeben worden sind und der Tausch oder die Überholung eines Gleichrichter-Unterwerks am Nollendorfplatz. Warum wird das nicht von der BVG berichtet? Es könnte dazu taugen, etwas mehr Verständnis bei der Kundschaft zu wecken ob der komplexen Erneuerungsherausforderungen.
Zitat
nicolaas
Was ich an der BVG-Kommunikation unverständlich finde, ist, dass nicht einmal erläutert wird, dass nicht nur die Deckenabschnitte im Bahnhof Nollendorfplatz saniert werden. Aus Ausschreibungen geht nämlich hervor, dass in der Sperrpause auch Arbeiten an der Tunnelrampe zwischen Gleisdreieck und Kurfürstenstraße vergeben worden sind ...

Natürlich werden wichtige Instandsetzungsarbeiten der Infrastrukturbereiche, die ansonsten nur in den kurzen nächtlichen Betriebspausen auszuführen wären, im Schatten von größeren Baumaßnahmen mit längerer Sperrdauer immer mit erledigt, solange die Hauptbaumaßnahme nicht beeinflusst wird.

Am Nollendorfplatz gibt es kein Gleichrichterwerk, die Strecken werden ausreichend durch die Gleichrichterwerke am Gleisdreieck und Wittenbergplatz versorgt. Die Schöneberger Bahn (U4) hat seit der Bombennacht vom 22. zum 23. November 1943, als 764 Langstreckenbomber der britischen Royal Airforce die Innenstadt der Reichshauptstadt angriffen und 2464 Tonnen Bomben abwarfen, kein eigenes Unterwerk mehr. Das Umformerwerk Baumeisterstraße unweit des Innsbrucker Platzes wurde irreparabel zerstört. Seitdem wird die Linie aus dem Umformerwerk Gleisdreieck über Kabel mitversorgt.
Nach 40 Jahren Verschiebungen im Investitionsplan soll in den nächsten Jahren ersatzweise das im unterirdischen Kreuzungsbauwerk A100/U10 von 1970 im Rohbau vorgesehene Gleichrichterwerk für die U4 tatsächlich realisiert werden. Am Nollendorfplatz ist dafür kein Platz.
Durch die Baumaßnahme müssen aber für die Baufreiheit mehrere Bahnstromkabel zurückgebaut und danach wieder neu verlegt werden. Deshalb kann die U4 in der Bauzeit nicht mit Fahrstrom versorgt werden.

Die Tunnelrampe ist eine über die Hinterhöfe der Kurfürsten- und Pohlstraße verlaufende zum Lärm- und Wetterschutz eingehauste Viaduktstrecke. Nach 100 Jahren Betrieb sind auch hier Instandsetzungen nötig, die während der geplanten Brückenerneuerung fortgesetzt werden sollen.

so long

Mario
Danke für die detailreichen Erläuterungen! Das ist sehr interessant
Ja, Verzeihung. Das hatte ich falsch in Erinnerung. Der Auftrag lautet: "Für die Stromversorgung der U-Bahnhöfe:
U7 , Britz- Süd
U1 , Nollendorfplatz
ist je eine Mittelspannungsschaltanlagen mit kleiner Bauform zu liefern und betriebsbereit zu installieren"

Datum des Beginns: 01.01.2026 Enddatum der Laufzeit: 01.06.2027
Zitat
der weiße bim
Zitat
nicolaas
Was ich an der BVG-Kommunikation unverständlich finde, ist, dass nicht einmal erläutert wird, dass nicht nur die Deckenabschnitte im Bahnhof Nollendorfplatz saniert werden. Aus Ausschreibungen geht nämlich hervor, dass in der Sperrpause auch Arbeiten an der Tunnelrampe zwischen Gleisdreieck und Kurfürstenstraße vergeben worden sind ...

Natürlich werden wichtige Instandsetzungsarbeiten der Infrastrukturbereiche, die ansonsten nur in den kurzen nächtlichen Betriebspausen auszuführen wären, im Schatten von größeren Baumaßnahmen mit längerer Sperrdauer immer mit erledigt, solange die Hauptbaumaßnahme nicht beeinflusst wird.

Am Nollendorfplatz gibt es kein Gleichrichterwerk, die Strecken werden ausreichend durch die Gleichrichterwerke am Gleisdreieck und Wittenbergplatz versorgt. ... Seitdem wird die Linie aus dem Umformerwerk Gleisdreieck über Kabel mitversorgt.
Nach 40 Jahren Verschiebungen im Investitionsplan soll in den nächsten Jahren ersatzweise das im unterirdischen Kreuzungsbauwerk A100/U10 von 1970 im Rohbau vorgesehene Gleichrichterwerk für die U4 tatsächlich realisiert werden. Am Nollendorfplatz ist dafür kein Platz.
Und was ist der Grund, dass man jetzt das Gleichrichterwerk am Innsbrucker Platz baut, wo es ja 40 Jahre ohne dieses Gleichrichterwerk auch vernünftig lief? Ein freigehaltener Baukörper allein kann ja nicht der Grund sein, ebenso dass es schon ewig in der Investitionsplanung stand.
Zitat
nicolaas
Der Auftrag lautet: "Für die Stromversorgung der U-Bahnhöfe:
U7 , Britz- Süd
U1 , Nollendorfplatz
ist je eine Mittelspannungsschaltanlagen mit kleiner Bauform zu liefern und betriebsbereit zu installieren"

Ja, das hat mit Fahrstrom und Bauwerk nichts zu tun, betrifft die turnusmäßige Erneuerung der 10 kV-Schalttechnik wegen Alters und Verschärfung der Sicherheitsvorschriften. Der Austausch beeinflusst den Betrieb nicht, da alle Umschaltungen während der nächtlichen Betriebspausen erfolgen.

Zitat
M48er
Und was ist der Grund, dass man jetzt das Gleichrichterwerk am Innsbrucker Platz baut, wo es ja 40 Jahre ohne dieses Gleichrichterwerk auch vernünftig lief? Ein freigehaltener Baukörper allein kann ja nicht der Grund sein, ebenso dass es schon ewig in der Investitionsplanung stand.

In den Wiederaufbaujahren der Nachkriegszeit hatte man ganz andere Sorgen. Dann wurde es Teil der U10-Planung, die direkt nach der Übernahme des S-Bahnbetriebes mit in der Versenkung verschwand. Für A3-Doppeltriebwagen reichte die Kapazität der Fahrstromversorgung dicke aus. Mit dem bevorstehenden A3-Ende tauchen nun aber Vierwagenzüge auf, die das Doppelte aufnehmen. Das erfordert auf Dauer die Wiederherstellung des schon vor über 100 Jahren bestehenden Standards mit einem Unterwerk am Innsbrucker Platz.

so long

Mario
Zitat
der weiße bim
Zitat
M48er
Und was ist der Grund, dass man jetzt das Gleichrichterwerk am Innsbrucker Platz baut, wo es ja 40 Jahre ohne dieses Gleichrichterwerk auch vernünftig lief? Ein freigehaltener Baukörper allein kann ja nicht der Grund sein, ebenso dass es schon ewig in der Investitionsplanung stand.

In den Wiederaufbaujahren der Nachkriegszeit hatte man ganz andere Sorgen. Dann wurde es Teil der U10-Planung, die direkt nach der Übernahme des S-Bahnbetriebes mit in der Versenkung verschwand. Für A3-Doppeltriebwagen reichte die Kapazität der Fahrstromversorgung dicke aus. Mit dem bevorstehenden A3-Ende tauchen nun aber Vierwagenzüge auf, die das Doppelte aufnehmen. Das erfordert auf Dauer die Wiederherstellung des schon vor über 100 Jahren bestehenden Standards mit einem Unterwerk am Innsbrucker Platz.
Die IK sind doch nur übergangsweise auf der U4. Am Ende sollen doch wieder JK als Doppeltriebwagen verkehren.
Und selbst IK ohne Gleichrichterwerk scheint ja gut zu funktionieren.
Zitat
M48er
Zitat
der weiße bim
Zitat
M48er
Und was ist der Grund, dass man jetzt das Gleichrichterwerk am Innsbrucker Platz baut, wo es ja 40 Jahre ohne dieses Gleichrichterwerk auch vernünftig lief? Ein freigehaltener Baukörper allein kann ja nicht der Grund sein, ebenso dass es schon ewig in der Investitionsplanung stand.

In den Wiederaufbaujahren der Nachkriegszeit hatte man ganz andere Sorgen. Dann wurde es Teil der U10-Planung, die direkt nach der Übernahme des S-Bahnbetriebes mit in der Versenkung verschwand. Für A3-Doppeltriebwagen reichte die Kapazität der Fahrstromversorgung dicke aus. Mit dem bevorstehenden A3-Ende tauchen nun aber Vierwagenzüge auf, die das Doppelte aufnehmen. Das erfordert auf Dauer die Wiederherstellung des schon vor über 100 Jahren bestehenden Standards mit einem Unterwerk am Innsbrucker Platz.
Die IK sind doch nur übergangsweise auf der U4. Am Ende sollen doch wieder JK als Doppeltriebwagen verkehren.
Und selbst IK ohne Gleichrichterwerk scheint ja gut zu funktionieren.

Unbestritten. Das Problem taucht erst auf wenn eines der benachbarten Gleichrichterwerke wegen Störung oder Wartungsarbeiten ausfällt. Dann gibt es keine Reserven mehr um den Bereich Nollendorfplatz - Innsbrucker Platz ausreichend mit Fahrstrom und Notlicht zu versorgen.

Die alten A3-Züge waren da unempfindlicher gegenüber kurzen Stromunterbrechungen, die modernen rollenden Computer nehmen das aber übel.
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