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Generalsanierungen im VBB-Gebiet
geschrieben von PassusDuriusculus 
Ich ergänze mal um einen Erfahrungsbericht aus dem nördlichen Bereich der Umfahrungen: Heute bin ich mit RE85 und RE2 von Berlin nach Lübeck gefahren, nachdem ich am vergangenen Mittwoch die Tour in der Gegenrichtung unternommen hatte.

Positiv fiel mir dabei auf:
- Der RE2, der neuerdings zwischen Lübeck und Bad Kleinen verkehrt, wurde deutlich in der Kapazität aufgestockt. Statt im Alltag ein einzelner 623er-Triebwagen fahren nun mit einer 218er-Lok bespannte vierteilige Doppelstockzüge aus dem Hanseexpress, da auch die Nahverkehrsfahrgäste von Hamburg nach Berlin und Rostock über diese Strecke fahren sollen.
- Der RE8 (Lübeck-Hamburg) wurde sogar auf dreiteilige Stadler-KISS-Doppelstocktriebzüge (also 12 Wagen) umgestellt, was schon recht beeindruckende Gefährte sind.
- Der RE85 (Schwerin-Berlin) wird von der ODEG mit ihren Stadler-KISS-Doppelstocktriebzügen gefahren, allerdings einteilig (also 4 Wagen), was zumindest unter der Woche ausreicht. Die Fahrt fand ich sehr angenehm, sie erinnerte dank der wenigen Halte an die Interregios, die Ende der 1990er-Jahre hier unterwegs waren.
- Am Lübecker Hauptbahnhof waren heute sogar Mitarbeitende von DB Sicherheit im Einsatz, um an jeder Tür dafür zu sorgen, dass die eigentlich selbstverständliche Grundidee "Erst aussteigen, dann einsteigen" halbwegs durchzusetzen.

Negatives gibt es leider auch zu berichten:
- Der RE2 fuhr heute außerplanmäßig mit den sonst üblichen 623er-Triebwagen - wenigstens in Doppeltraktion wie zuletzt bei stärkerem Fahrgastaufkommen üblich. Da zusätzlich auch noch der vorherige Zug ausgefallen war, kam der Triebwagen in Bad Kleinen so überfüllt an, dass es durchaus sein kann, dass nicht potenziellen Fahrgäste mit kamen. Bei meiner Fahrt passte es zumindest knapp.
- Der RE2 hat (wie zuvor auch der RE4 auf dieser Strecke) deutlich zu knappe Wendezeiten in Lübeck und Bad Kleinen. Zwar werden nun sogar einige Unterwegshalte ausgelassen und im SEV bedient, an vielen Tagen schaukeln sich aber Verspätungen den ganzen Tag über hoch, zumal es auf der weitgehend eingleisigen Strecke nur wenige Kreuzungsnöglichkeiten gibt und zusätzlich noch mehrmals am Tag ICs über die Strecke umgeleitet werden.
- Auch der RE85 hat in der Praxis zu knappe Wendezeiten (v.a. am Südkreuz nur 7 min) und erreicht dabei offenbar auch keine Wartungsmöglichkeiten. Auf der Hinfahrt waren nur wenige Toiletten nutzbar, auf der Rückfahrt gar keine bzw. nur nach Rücksprache mit der Zugbegleiterin, die in dringenden Fällen die gesperrten Toiletten öffnete (und dies schon bei der Fahrt gegen 11 Uhr ab Berlin). Bei meiner kleinen Stichprobe aus 2 Fahrten endeten beide vorzeitig aus Schwerin kommend am Berliner Hauptbahnhof, um Verspätung abzubauen. Heute wäre uns das fast zum Verhängnis geworden, da wir die angekündigte Verspätung von 25 min schon ein bisschen einkalkuliert hatten und es plötzlich hieß, der Zug fährt doch pünktlich ab.
Zitat
Lopi2000
- Auch der RE85 hat in der Praxis zu knappe Wendezeiten (v.a. am Südkreuz nur 7 min) und erreicht dabei offenbar auch keine Wartungsmöglichkeiten. Auf der Hinfahrt waren nur wenige Toiletten nutzbar, auf der Rückfahrt gar keine bzw. nur nach Rücksprache mit der Zugbegleiterin, die in dringenden Fällen die gesperrten Toiletten öffnete (und dies schon bei der Fahrt gegen 11 Uhr ab Berlin). Bei meiner kleinen Stichprobe aus 2 Fahrten endeten beide vorzeitig aus Schwerin kommend am Berliner Hauptbahnhof, um Verspätung abzubauen. Heute wäre uns das fast zum Verhängnis geworden, da wir die angekündigte Verspätung von 25 min schon ein bisschen einkalkuliert hatten und es plötzlich hieß, der Zug fährt doch pünktlich ab.

Warum fahren die Züge dann überhaupt planmäßig bis Südkreuz und nicht nur bis Hbf? 7 Minuten Wende reicht bei einer eingleisigen Stichbahn aus, wo den ganzen Tag der gleiche Triebwagen hin und her pendelt, aber doch nicht bei einer so langen Linie.
Zitat
Lopi2000
Auf der Hinfahrt waren nur wenige Toiletten nutzbar, auf der Rückfahrt gar keine
Das ist mehr oder weniger Standard bei den ODEG-KISS-Zügen, egal auf welcher Strecke sie verkehren.
Zitat
fatabbot
Zitat
Lopi2000
Auf der Hinfahrt waren nur wenige Toiletten nutzbar, auf der Rückfahrt gar keine
Das ist mehr oder weniger Standard bei den ODEG-KISS-Zügen, egal auf welcher Strecke sie verkehren.

Vom RE8, den ich ja sonst in der selben Relation nur auf einer anderen Route als den RE85 nutze, kenne ich das nicht so extrem, wenn es natürlich immer auch sauberer sein könnte.
Könnte es sein, dass die Toiletten auf hochfrequentierten Strecken vorsorglich abgeschlossen werden, weil sie sonst wegen des Benehmens der Benutzer spätestens bei der zweiten Fahrt geschlossen werden müssen? Dann sollte das aber klar kommuniziert werden und eine Person mit Schlüssel stets in Sichtweite zumindest des Klos für behinderte Menschen zu finden sein. Sonst kann so eine Aktion mal im wahrsten Sinne des Wortes richtig in die Hose gehen...
Zitat
Lopi2000
Vom RE8, den ich ja sonst in der selben Relation nur auf einer anderen Route als den RE85 nutze, kenne ich das nicht so extrem, wenn es natürlich immer auch sauberer sein könnte.
Hm...

Also zwischen Berlin und Elsterwerda kenne ich es praktisch nicht anders als ohne funktionierenden Toiletten, gerne auch schon früh am Morgen. Gerne mit der lustigen Ansage in Elsterwerda, man möge bitte bei Bedarf die Toiletten im Bahnhof nutzen (die waren an die Restaurantpächterin mitverpachtet und sind seit der Schließung des Restaurants nicht mehr zugänglich, vorher auch nur zu dessen Öffnungszeiten).

Auf der Linie von/zum BER ist es eigentlich auch nicht anders, da bin ich aber eher nur nachmittags unterwegs.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.08.2025 22:13 von fatabbot.
Gestern konnte ich den SEV mal auf längerer Strecke ausprobieren und war insgesamt recht zufrieden, vor allem verglichen mit SEV-Standards von vor einigen Jahren. Gefahren bin ich mit der Linie T von Osterburg bis "Quitzow B5" und von dort weiter mit der Linie X8 bis Schwerin Hbf.

Beide Busse gehörten zur eigenen Flotte des beauftragten Unternehmens ecoVista mit Potsdamer Kennzeichen und waren neue Gelenkbusse vom tschechischen Hersteller SOR [en.wikipedia.org] mit Überlandsitzen und Boden in Holzoptik und im bekannten SEV-violett.

Sehr positiv fand ich die Fahrgastinformationen:
- In den Bussen gab es doppelte Displays, die links durchgehend Linie, Ziel und nächste Haltestellen mit Echtzeitinfos zeigten (analog zur Darstellung in den DB-Zügen) und rechts Kartendarstellungen mit der aktuellen Position und der Strecke in verschiedenen Maßstäben im Wechsel mit Informationen zu ecoVista und dem SEV allgemein. Automatische Ansagen ergänzten die Displays.
- An den Haltestellen gab es Displays mit Liveinformationen (ob flächendeckend habe ich nicht geprüft), obwohl es sich nur um temporär aufgestellte Haltestellenmasten handelte.
- Zusätzlich gibt es auch Liveinformationen zu den Standorten aller Busse, die ich während der Fahrt ziemlich metergenau nachvollziehen konnte, auch, was entgegenkommende Busse anging. [generalsanierung.db-ersatzverkehr.de]
- Diese Fahrplaninformationen sind auch in die DB-Auskunft integriert.
- Zumindest in meinem Fahrplan war reichlich Puffer: In Wittenberge kam mein Bus ca. 15 min vor der planmäßigen Weiterfahrt an und wartete dann entsprechend.

Nicht so richtig gut war dagegen der neu geschaffene "ZOB" an der Haltestelle "Quitzow B5":
- Hier kamen ursprünglich 6 SEV-Linien zusammen, von denen 5 im Stundentakt verkehrten und eine halbstündlich.
- Ein Bahnhof liegt nicht in der Nähe. Der nächstgelegene Bahnhof ist Perleberg, wo 3 der SEV-Linien auch halten.
- Die Linie P von Parchim über Ludwigslust bis Quitzow wurde inzwischen auf die Strecke Parchim-Ludwigslust eingekürzt, die Linie X9 verkehrt aber kurz vor bzw. nach der früheren Fahrplanlage der Linie P, so dass sie Verbindung mit Umstieg weiterhin besteht.
- Die Haltestelle liegt auf einer Fläche, die lt. Google Maps sonst als LKW-Parkplatz genutzt wird und historisch wohl die Stellplatzanlage der früheren Transitrastätte an der Fernverkehrsstraße 5 ist.
- Immerhin gibt es ein (ziemlich kleines) Wartehäuschen und ein paar weitere Sitzmöglichkeiten sowie sogar eine Containertoilettenanlage.
- Der Fahrplan ist wenigstens so gestaltet, dass alle wesentlichen Anschlüsse innerhalb von 5-15 min klappen, so dass es für die meisten Umsteigenden keine allzu großen Wartezeiten gibt.


Nr.1 reißt das Ziel. Die Generalsanierung Berlin - Hamburg verlängert sich witterungsbedingt wohl um 6 Wochen. Die Bahn will sich heute noch äußern. Erste Medienberichte gibt es schon.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
Jay
Nr.1 reißt das Ziel. Die Generalsanierung Berlin - Hamburg verlängert sich witterungsbedingt wohl um 6 Wochen. Die Bahn will sich heute noch äußern. Erste Medienberichte gibt es schon.

Es hätte mich auch gewundert, wenn nicht.
Ich war gestern mal kurz an der Wollankstraße: da ist seit Weihnachten gar nichts passiert. Jedenfalls nichts nördlich der Wollankstraße.

Auch in Wilhelmsruh ist außer Gleisbau auch nichts passiert.
Naja, es war ja Frost. Bin gestern auch wieder da gewesen. Bin gespannt, wann man in Wilhelmsruh das Gleis weiterverlegt und durch die Engstelle bis zur Herzstraße schottert. Dann müssen alle über den Mauerwegübergang, wenn sie von Süden in den Pankowpark wollen.

Die Meldung, dass sich Hamburg verzögert, kam vorhin im INFO-Radio.
DB Pressemitteilung:

[www.deutschebahn.com]#

Beste Grüße
Harald Tschirner
Der RE6 wird auch noch weiter umgeleitet. „Eine Freigabe der Strecke sei demnach vor dem 30. April 2026 nicht realistisch“ berichtet der rbb.

Prima, dann hab ich weiter gute Verbindungen nach Schwerin und in die Prignitz.
Laut einem Reddit-Beitrag soll EcoVista der Leasinggeber für die SOR NS18 weggebrochen sein, eventuell gibt es auch andere Gründe für die neuerlichen Zustände. Jedenfalls scheinen seit heute (?) viele ältere Busse diverser Verkehrsunternehmen aus Deutschland auf den Ersatzverkehren im Zuge der Generalsanierung Berlin <-> Hamburg im Einsatz zu sein, so beispielsweise im Beitrag gezeigte Conecto G aus dem Bestand von Mario Röttgen, ex BKK Budapest. Klar dürfte sein, dass hier fahrzeugseitig gegen so ziemlich alle in der Ausschreibung geforderten Vorgaben verstoßen wird.
Vielleicht kann sich Traditionsbus ein paar Umläufe an Land ziehen.

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Ich hab nen Bus und meine Busfahrerin heißt Layla, sie fährt schöner, schneller, weiter.
Zitat
VBB/HVV
Laut einem Reddit-Beitrag soll EcoVista der Leasinggeber für die SOR NS18 weggebrochen sein, eventuell gibt es auch andere Gründe für die neuerlichen Zustände. Jedenfalls scheinen seit heute (?) viele ältere Busse diverser Verkehrsunternehmen aus Deutschland auf den Ersatzverkehren im Zuge der Generalsanierung Berlin <-> Hamburg im Einsatz zu sein, so beispielsweise im Beitrag gezeigte Conecto G aus dem Bestand von Mario Röttgen, ex BKK Budapest. Klar dürfte sein, dass hier fahrzeugseitig gegen so ziemlich alle in der Ausschreibung geforderten Vorgaben verstoßen wird.

Das erklärt auch, warum ich gestern auf dem X4 zwischen Wustermark und Brieselang abweichende Fahrzeuge hatte und es in der Fahrplanauskunft einen Hinweis auf mögliche Ausfälle gab. Es waren aber in meinem Fall trotzdem ordentliche und pünktliche Busse. Relativ viele Busse, die ich sah, waren von Bus24, was ja auch eine ecoVista-Tochter ist. Eigenartig, wie so etwas passieren kann, nachdem nach meiner Beobachtung eigentlich vieles deutlich besser war als bei früheren Ersatzverkehren. Und beachtlich, dass ein nicht allzu großes Unternehmen so etwas überhaupt abfedern kann.

Im Newsblog der DB zur Generalsanierung [www.deutschebahn.com] gibt es auch mehrere Meldungen dazu. Soweit ich mich erinnere hatte sie Ausschreibung ziemlich strenge Vorgaben und ziemlich hohe Strafen für Verstöße, die aber irgendwie gedeckelt waren. Kann natürlich sein, dass die Fahrgäste nun die Auswirkungen des Verhandlungspokers (ggf. auch um die erforderliche Verlängerung) ausbaden dürfen.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 03.03.2026 08:53 von Lopi2000.
Die Morgenpost berichtet über den Streit von Bahn und ecovista:
[www.morgenpost.de]
Zitat
MAZ

Ausbau der Lehrter Bahn

Kahlschlag auf zwölf Kilometern: Bahn fällt bei Rathenow massenhaft Bäume

[...]Innerhalb der ersten Baustufe werden laut Bahn zwei Abschnitte elektrifiziert. Der östliche Teil liegt im Bereich Bindfelde bei Stendal und Rathenow, der westliche bei Gardelegen und Nahrstedt.

Innerhalb der zweiten Baustufe sollen alle übrigen Bereiche der Strecke zwischen Vorsfelde und Wustermark elektrifiziert und ausgebaut werden. Zwischen den Abzweigen Nennhausen und Ribbeck werden zwei neue Gleise errichtet.

[www.maz-online.de] €
[archive.fo]
Zitat
M48er
Die Morgenpost berichtet über den Streit von Bahn und ecovista:
[www.morgenpost.de]

Scheint ja ein größeres Ding zu sein, spannend. NOCH ist die vorgesehene Laufzeit der Bauarbeiten (und des SEV) nicht vorüber, es sollte ja von Anfang an bis April dauern. Wenn das Busunternehmen in der Verlängerung Probleme mit der Flotte bekommt (wie die Wagen schon anderweitig verplant waren), müsste die DB m.E. die Füße stillhalten.

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Für mehr Ümläüte!
Zitat
Philipp Borchert
Zitat
M48er
Die Morgenpost berichtet über den Streit von Bahn und ecovista:
[www.morgenpost.de]

Scheint ja ein größeres Ding zu sein, spannend. NOCH ist die vorgesehene Laufzeit der Bauarbeiten (und des SEV) nicht vorüber, es sollte ja von Anfang an bis April dauern. Wenn das Busunternehmen in der Verlängerung Probleme mit der Flotte bekommt (wie die Wagen schon anderweitig verplant waren), müsste die DB m.E. die Füße stillhalten.

Der Bustausch hat in der Regelzeit stattgefunden. Es gibt vertragliche Vereinbarungen, die einzuhalten sind. Diese wurde von Ecovista gebrochen. Da jetzt der Bahn den Vorwurf zu machen, ist ein bisschen dünn.

Zitat
Florian Schulz
Der Bustausch hat in der Regelzeit stattgefunden. Es gibt vertragliche Vereinbarungen, die einzuhalten sind. Diese wurde von Ecovista gebrochen. Da jetzt der Bahn den Vorwurf zu machen, ist ein bisschen dünn.

Auch wenn ecoVista diesen Schritt offenbar bewusst und mit einigem zeitlichen Vorlauf gegangen ist, ist eine zentrale Ursache natürlich auch, dass über die Ausschreibung und die Vergabe an ein ziemlich schnell gewachsenes mittelständisches Unternehmen, das auch nicht aus der Region stammt, ein gewisses Risiko eingegangen wurde. Ich war lange Zeit in vieler Hinsicht positiv überrascht, dass sie den SEV ziemlich problemlos auf die Beine gestellt haben und auch gute neue Standards im SEV gesetzt wurden.

Die Idee, den Fahrgästen, für die der SEV ohnehin schon eine Zusatzbelastung ist, auch noch mit den runtergerocktesten Bussen, die für Stadtverkehre nicht mehr gut genug wirkten, und ohne jegliche Informationen, zu befördern, fand ich schon lange absurd schlecht. Als ich im Februar eine längere Strecke (Osterburg - Schwerin) mit dem SEV fuhr, war ich von den Bussen ebenso wie dem metergenauen Liveinfosystem und weiteren Begleitumständen ganz angetan.

Wenn man rückblickend eine kleine Medienrecherche macht, gab es schon am 19.2. im Nordkurier Berichte über eine "Ungewissheit, wie es mit Ecovista weiter geht". [www.nordkurier.de] Angesichts der Vertragsstrafen, die für jeden eingesetzten Bus in der falschen Farbe, ohne Fahrgastinfosystem oder mit sonstigen Mängeln, schon in den Ausschreibungsunterlagen standen (ich meine mich an 500€ je Verstoß gegen die Standards zu erinnern), dürfte es sich um eine ziemliche "Kamikaze"-Aktion von ecoVista handeln - jeder Tag, den sie das durchziehen, dürfte für massive Verluste sorgen. Also dürfte wohl mehr dahinterstehen, was z.B. die Konditionen einer möglichen Verlängerung des Leasingvertrags sein könnten. Nachdem es sich wohl um den größten Auftrag in der jungen Unternehmensgeschichte handelt, ist es naturgemäß mit der Risikovorsorge für diese Vertragsverlängerung herausfordernd.

Zumindest für denkbar halte ich, dass die Bauzeitverlängerung eine Situation entstehen lässt, bei der beide Alternativen (Leasingvertrag zu schlechteren Konditionen verlängern oder Vertragsbruch) mehr oder weniger in den Ruin (zumindest der SEV GmbH) führen könnten und nun ggf. über politischen Druck angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen in MV eine bessere Lösung gefunden werden muss, was im "Dialog" mit den Rechts- und BWL-Abteilungen der DB nicht so leicht wäre. Morgen soll lt. Nordkurier wohl im Wirtschaftsausschuss des Landtags MV über das Thema gesprochen werden.

Auch wenn es natürlich eine unbefriedigende Situation ist, sollte doch darüber nachgedacht werden, wie auch künftig ein hochwertiger Ersatzverkehr mit den Belangen der eher kleinteiligen Landschaft der Busunternehmen kombiniert werden kann.
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