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Generalsanierungen im VBB-Gebiet
geschrieben von PassusDuriusculus 
Wieso heult der Ecovista-Mensch medienwirksam herum? Hat er den Leasingvertrag etwa nicht unterschrieben? Oder hat der Leasinganbieter Vertragsbruch begangen? Es ist schon sehr bedauerlich, aber bei neuen Unternehmen offenbar stets ein großes Risiko für alle Beteiligten. Insofern trifft auch die DB eine Teilschuld an dem Ärger. Die Meck-Pomm-Landtagssprecherin hat vermutlich auch zum ersten Mal einen Schienenersatzverkehr gesehen ...

Könnte die Verlängerung der ganzen Maßnahme Teil des Problems sein? Immerhin würden die Busse nun deutlich länger als gedacht benötigt. Vielleicht hat das Leasingunternehmen für die Zeit der Verlängerung draufgeschlagen ...

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"Ach, das Holz hier? Ich glaube, Eiche, aber nagelt mich nicht drauf fest."
Zitat
Philipp Borchert
Könnte die Verlängerung der ganzen Maßnahme Teil des Problems sein? Immerhin würden die Busse nun deutlich länger als gedacht benötigt. Vielleicht hat das Leasingunternehmen für die Zeit der Verlängerung draufgeschlagen ...

Laut ihrer eigenen Pressemitteilung [www.ecovista.eu] und mehreren Interviews, die es inzwischen dazu gab, ist das nicht der Fall.

Dennoch eigenartig, dass zwei Monate vor dem geplanten Ende des SEV nun so abrupt der Leasingvertrag ein Problem war.

In verschiedenen Interviews/Zeitungsberichten v.a. des Nordkurier klingt es auch so, als wäre der "Investor" gleichzeitig Leasinggeber und irgendwie auch für die Gehälter zuständig, also nicht unbedingt jemand, mit dem man sich komplett während des wohl größten Auftrags der Unternehmensgeschichte überwerfen sollte. [www.nordkurier.de] [www.nordkurier.de]
Zitat
Lopi2000
Hat eigentlich noch jemand die Ausschreibungsunterlagen für den SEV vorliegen oder findet sie noch? Ich hatte sie mir mal angeschaut und meine mich an Vorgaben zu erinnern, nach denen die aktuelle Situation dazu führen müsste, dass mit der heruntergerockten Flotte eher Verluste angehäuft werden dürften, weil es für etliche Details, die aktuell nicht eingehalten werden, recht erhebliche Strafzahlungen gibt.

Zum Fahrzeugeinsatz enthält der Pönalekatalog in den Ausschreibungsunterlagen folgendes:
  • Einsatz eines nicht registrierten Fahrzeugs (Als registriert gelten alle Fahrzeuge, für die eine gültige Zulassung des AG besteht (gemäß Rahmenvereinbarung § 4 Absatz 5)): 1.000 € pro Betriebstag
  • Fahrzeugeinsatz entspricht nicht der Typ-Vorgabe: 100 € pro Fahrt
  • Relevante Mängel am Fahrzeug (Unvollständige/nicht funktionsfähige Fahrgastinformation; Gravierende Verschmutzungen; Technische Mängel am und im Fahrzeug): 500 € pro Ereignis
Wobei die Angaben der Mängel noch etwas genauer ausgefürt sind.
Wann werden diese Pönalen zeitlich fällig? Manchmal nehmen ja auch Bieter die Abschlagszahlungen mit und wenn dann eine Schlussrechnung mit unerwartet hohen Pönalen kommt (was ab März sehr wahrscheinlich ist), entzieht man sich dem durch Insolvenz.
Zitat
M48er
Wann werden diese Pönalen zeitlich fällig? Manchmal nehmen ja auch Bieter die Abschlagszahlungen mit und wenn dann eine Schlussrechnung mit unerwartet hohen Pönalen kommt (was ab März sehr wahrscheinlich ist), entzieht man sich dem durch Insolvenz.

Die Pönalen sind unmittelbar mit dem Vergütungsanspruch zu verrechnen (also monatlich fällig), aber auch auf 10% der Vergütung begrenzt.
Soweit hatte ich vorhin gar nicht gelesen.
Zitat
Jumbo
Die Pönalen sind unmittelbar mit dem Vergütungsanspruch zu verrechnen (also monatlich fällig), aber auch auf 10% der Vergütung begrenzt.
Soweit hatte ich vorhin gar nicht gelesen.

Ja, so in der Art hatte ich das auch in Erinnerung, wenn auch nicht ganz so gut für das Unternehmen. Dann kann die Aktion theoretisch auch einfach der Gewinnmaximierung (oder Verlustminimierung) dienen. Ein paar Prozent Pönale könnten im Alltagsbetrieb ohnehin fällig werden, der Unterschied zu 10% ist ja relativ wenig Geld auf das verzichtet wird, das könnte durch den Umstieg auf "die neue Flotte" schon eingespart werden.
Zitat
Philipp Borchert
Wieso heult der Ecovista-Mensch medienwirksam herum? Hat er den Leasingvertrag etwa nicht unterschrieben? Oder hat der Leasinganbieter Vertragsbruch begangen?

Für mich ist auch nicht nachvollziehbar, weshalb die Leasingraten plötzlich als zu hoch bewertet werden. Üblicherweise werden derartige Konditionen im Vorfeld vertraglich festgelegt. Es stellt sich daher die Frage, ob der Direktor von Ecovista erst jetzt erkannt hat, dass er benachteiligt wurde, möglicherweise weil er sich zuvor nicht ausreichend mit den marktüblichen Preisen und Konditionen auseinandergesetzt hat.


Das Gegenteil von pünktlich ist kariert.
Man wollte einfach mit SEV reich werden und das ging schief.
Zitat
Nordender
Man wollte einfach mit SEV reich werden und das ging schief.

Och, wer weiß. Wenn die Maiuszahlungen tatsächlich das einzige Steuerungsinstrument und gleichzeitig auf 10% des Auftragsvolumens gedeckelt sind, ist das auch eine kalkulierbare Größe und mit der Umstellung der Flotte auf "klassisches SEV-Material" beginnt nun erst die eigentliche Phase des Geldverdienens. Es war ja schon eine ungewöhnliche Konstellation einerseits massive Strafen für eher kleine Abweichungen vorzusehen und gleichzeitig diesen Deckel einzubauen. Vielleicht war das auch eher auf die Vermutung zugeschnitten, dass schon kein anderes Unternehmen für dieses große Paket bieten wird und man dann der DB-Ersatzverkehrstochter das Leben nicht zu schwer gemacht hätte und nun ist es fehlgeschlagen, weil jemand juristisch spitzfindig genug war, um genau diese Stelle zum Geldverdienen gefunden und genutzt hat.
Zitat
Lopi2000
Zitat
Nordender
Man wollte einfach mit SEV reich werden und das ging schief.

Och, wer weiß. Wenn die Maiuszahlungen tatsächlich das einzige Steuerungsinstrument und gleichzeitig auf 10% des Auftragsvolumens gedeckelt sind, ist das auch eine kalkulierbare Größe und mit der Umstellung der Flotte auf "klassisches SEV-Material" beginnt nun erst die eigentliche Phase des Geldverdienens. Es war ja schon eine ungewöhnliche Konstellation einerseits massive Strafen für eher kleine Abweichungen vorzusehen und gleichzeitig diesen Deckel einzubauen. Vielleicht war das auch eher auf die Vermutung zugeschnitten, dass schon kein anderes Unternehmen für dieses große Paket bieten wird und man dann der DB-Ersatzverkehrstochter das Leben nicht zu schwer gemacht hätte und nun ist es fehlgeschlagen, weil jemand juristisch spitzfindig genug war, um genau diese Stelle zum Geldverdienen gefunden und genutzt hat.

Eigentlich nicht. Eine Deckelung ist absoluter Standard in der Branche. Ohne würde kein Unternehmen vernünftig kalkulieren können und entweder gar kein Gebot abgeben oder entsprechend hohe Mauluszahlungen einkalkulieren.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
Jay
Eigentlich nicht. Eine Deckelung ist absoluter Standard in der Branche. Ohne würde kein Unternehmen vernünftig kalkulieren können und entweder gar kein Gebot abgeben oder entsprechend hohe Mauluszahlungen einkalkulieren.

Ja, ich verstehe schon, dass man da nicht allzu viele Abstriche riskieren kann und will und bewerbe mich auch ungern bei Ausschreibungen bei denen mir zu viele Risiken auferlegt werden.

Aber dennoch kann diese Deckelung offenbar ausgenutzt werden. Die Maluszahlungen allein würden dafür sorgen, dass der derzeitige Umstieg auf die "Ersatzflotte" höchstens als Notlösung bei ernsthaften Problemen in Frage käme (also z.B. wenn der Hersteller den gesamten Bustyp sehr spontan zurückruft), in Kombination mit der Deckelung kann sie wirkungslos werden, wenn das schlimmste, was passieren kann, 10% Reduzierung ist.

Theoretisch könnte es nun in verschiedenen Richtungen weitergehen:
1. man nimmt (mangels schnell verfügbarer Alternativen) die Schlechtleistungen bis zum Vertragsende hin (oder verlängert aus dem selben Grund sogar noch mit der Bauzeitverlängerung), EcoVista verdient mit den jetzigen Fahrzeugen vermutlich ähnlich gut oder schlecht wie mit den Neufahrzeugen (10% Aufschlag dürften die schon kosten),
2. durch den politischen Druck macht irgendwer sein Portemonnaie auf und zahlt einen Aufpreis für die modernere Flotte,
3. ebenfalls durch politischen Druck gibt es einen Schnellschuss, die DB übernimmt mit ihren Busbetrieben den Ersatzverkehr und ecoVista klagt gegen die Kündigung, da ja grundsätzlich aktuell ein Großteil des SEV erbracht wird, kann das erfolgreich sein und teuer werden.
Inbetriebnahme der Strecke Hamburg – Berlin in zwei Stufen: Erste Zugfahrten ab 15. Mai

Stufe 1 – Zugverkehre ab dem 15. Mai im nördlichen Streckenabschnitt:

- Regionalverkehr: Zwischen Hamburg und Schwerin und weiter nach Rostock und Stralsund fahren die Regionalzüge wieder durchgehend. Damit entfällt auch ein Großteil des Busersatzverkehrs.
- Für alle weiteren Nahverkehrsverbindungen bleibt der Ersatzverkehr mit Bussen bis zum 13. Juni bestehen. Auch die angepassten Nahverkehrslinien bleiben bis zur vollständigen Wiederinbetriebnahme der gesamten Strecke erhalten, um beispielsweise weiterhin direkte Fahrten zwischen Schwerin und Berlin (RE 85) anbieten zu können.
- Um Umleitungswege für den Güterverkehr zu ermöglichen, kommt es ab dem 15. Mai jedoch zu Teilausfällen auf der Linie RE 4 (Bützow – Lalendorf) sowie auf der RE 50 (Rostock – Langhagen). Die RE 5 verkehrt verändert über Plaaz anstelle über Güstrow.
- Fernverkehr: Am aktuell bestehenden Angebot ändert sich bis einschließlich 13. Juni nichts. Es fahren weiterhin stündlich direkte ICE-Züge sowie täglich zwei bis drei Flixtrains zwischen Hamburg und Berlin auf der Umleitungsstrecke über Uelzen und Stendal. Die ICE halten auch in Salzwedel und Stendal und meist stündlich wechselnd zusätzlich in Lüneburg bzw. Uelzen.
- Die Fernzüge zwischen Hamburg und der Ostsee verkehren wieder auf dem Regelweg über Schwerin.
- Der Güterverkehr wird über Hamburg – Verden – Hannover, Hamburg – Uelzen – Stendal sowie über Hamburg – Schwerin – Neustrelitz – Berlin umgeleitet.

Grafik Fahrtmöglichkeiten 15.05-13.06.: [www.deutschebahn.com]

Stufe 2 – Vollständige Inbetriebnahme ab 14. Juni:

Am Morgen des 14. Juni 2026 erfolgt im zweiten Schritt die Inbetriebnahme des gesamten Korridors Hamburg – Berlin. Dann fahren wieder alle Fern-, Regional- und Güterzüge auf ihrem Regelweg. Dabei wird das Angebot für Fahrgäste größer sein als früher – Flixtrain fährt zusätzlich zu den halbstündigen ICE im Zweistundentakt.

Vollständige Pressemitteilung: [www.deutschebahn.com]
Danke für die Zusammenfassung. Ich hätte nicht gedacht, dass es doch so viele Alternativen zwischen Hamburg und Berlin und den anderen Zielen auf der Schiene gibt.
Wer sich noch schnell selbst einen Eindruck von den gebrauchten SEV-Busse machen will, sollte schnell sein. Über das Wochenende wird schrittweise wieder auf die neuen Fahrzeuge umgestellt. Bis Montag soll die Umstellung wieder abgeschlossen sein. [www.morgenpost.de]
Ein paar Eindrücke zum Stand der Elektrifizierung der Lehrter Stammbahn westlich von Rathenow gibt es im Drehscheibe-Forum zusehen:
[www.drehscheibe-online.de]
Ich habe gelernt, dass Trappen smart sind. Aber sonst wieder ein Schildbürgerstreich.
Und noch was gelernt:

Zitat
Deutsche Bahn

2. Baustufe:
Im Rahmen der 2. Baustufe werden alle übrigen Bereiche der Strecke zwischen Vorsfelde und Wustermark elektrifiziert und ausgebaut. Im Abschnitt zwischen dem Abzweig Ribbeck und dem Abzweig Bamme errichten wir zwei Gleise. Die Maximalgeschwindigkeit der Schnellfahrstrecke wird in diesem Abschnitt auf 250 km/h erhöht.

Zeitplan: Inbetriebnahme späte 2030er Jahre
[bauprojekte.deutschebahn.com]


Noch ein paar Eindrücke vom Februar vom Bahnhof Wittenberge wurden vor kurzem auf dem Baublog veröffentlicht (mit Video):
[hamburg-berlin.deutschebahn.com]
Nur am Rande VBB Gebiet:
Auf der HGV-Strecke Oebisfelde Staaken bleibt die Feste Fahrbahn:

[www.eba.bund.de]
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