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Doppeldecker Straßenbahnen
geschrieben von Nukebro 
In Berlin fahren ja bekanntlich Doppeldecker-Busse. Gleichzeitig ist die Straßenbahn gemäß BOStrab auf 75 Meter Länge beschränkt. Ob das ausgeschöpft wird soll hier gar nicht das Thema sein; längere Haltestellen kosten auch Geld.

In einigen Städten gibt es immer noch und in vielen Städten gab es früher Doppeldecker-Straßenbahnen. Wäre das etwas für Berlin? Es wäre sicher ein touristischer "Unique Selling Point". Und man hätte wieder mehr Kapazität. Problematisch ist dass vermutlich die Oberleitung höher gehängt werden müsste und einige Brücken/Unterführungen dem im Weg stünden.

Was meint ihr, wäre das ein Thema für zurecht wenig in den Medien stattfindende Abgeordnete im Sommerloch wenn gerade keine Wildsau für einen Löwen gehalten wird? Oder wäre es sogar eine ernsthafte Diskussion wert?

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Sind wir hier jetzt auf Linie Plus?
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Krumme Lanke
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Nein, sind wir nicht. Bleibt bitte sachlich.
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stv. Forumleiter
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Krumme Lanke
Sind wir hier jetzt auf Linie Plus?

Nein, sind wir nicht. Bleibt bitte sachlich.

An wen war das "sachlich" gerichtet?
Wir bekommen noch nicht mal Doppeldecker Busse auf die Straße und hier fabuliert einer von DD Straßenbahnen...
Die Berliner sind im Allgemeinen nicht für „einfach mal machen“, lehnen alles Neue, Unbekannte und Sachen von woanders umgehend ab.

Einfach mal machen!

Die höhere Anzahl an Sitzplätzen und die Entzerrung würde sicher den Komfort steigern. Unten: Leute mit Kinderwagen, Rollis, Gehbehinderte; oben: der Rest, Leute die es ruhig und entspannt mögen und welche die gerne weiter in die Ferne schauen.

In den DD-Bussen war die Aufteilung früher ja eine andere: Oben Raucher und Leute die das nicht störte, unten Nichtraucher und Gehbehinderte.

Hong Kong beispielsweise betreibt Doppeldecker-Straßenbahnen seit 1912, also seit über 110 Jahren, und zwar bei den Trams fast ausschließlich.
Ganz offensichtlich mit Erfolg.
Alexandria/Ägypten hat diese gerade wiedereingeführt.

Herzliche Grüße von
'Möckernbrücke'
Dipl.-Fahrgast h.c.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 21.12.2025 17:28 von Möckernbrücke.
Zitat
Möckernbrücke
Die Berliner sind im Allgemeinen nicht für „einfach mal machen“, lehnen alles Neue, Unbekannte und Sachen von woanders umgehend ab.

Einfach mal machen!

Bis Ende der 1920er Jahre hinein gab es bei der Berliner Straßenbahn durchaus Decksitz-Beiwagen, die noch aus der Pferdebahnzeit stammten und solange sie liefen, weiter genutzt wurden. Die BVG hat sie aus Sicherheitsgründen (Nähe zur damals mit 500 V versorgten Oberleitung und niedrige Brücken) endgültig abgestellt. In den 1930er Jahren gab es Überlegungen zur Herstellung niederfluriger Doppeldecktriebwagen, was jedoch nicht realisierbar war.

Für den Betrieb mit Doppelstockwagen müsste die Fahrleitung höher montiert werden, was bei sehr vielen Unterführungen nicht möglich ist.

so long

Mario
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stv. Forumleiter
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Krumme Lanke
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Nein, sind wir nicht. Bleibt bitte sachlich.

Okay dann sind wir mal sachlich:

Auf welcher Linie fahren denn 75m lange Straßenbahnen, die trotz sehr dichtem Takt dermaßen ausgelastet sind, dass man ernsthaft doppelstöckige Straßenbahnen in Betracht ziehen sollte?

Könnten diese denn einfach mal eben (vorausgesetzt sie bekommen die Zulassung) im Netz eingesetzt werden? Ich schätze, dass die Strippe dafür noch zu niedrig hängen dürfte, was ein Umrüsten des gesamten Netzes (weil einzelne Linien und deren Zulaufstrecken sich sonst mit anderen Strecken in die Quere kommen würden), aller Betriebshöfe/Werkstätten und aller Bestandsfahrzeuge nach sich ziehen würde. Selbst wenn man dafür eine einfache Lösung finden würde - wäre das den Aufwand wert? Sollten dann nicht erst einmal andere Maßnahmen angewendet werden? Beispielweise Entlastung durch eine parallel versetzte Strecke, die ähnlich teuer sein dürfte wie der Umbau des ganzen Netzes, aber gleichzeitig für eine bessere Erschließung sorgen könnte. Weitere Möglichkeiten sind Beschleunigung der betreffenden Linien oder gar eine Schnellbahn, wenn es sein muss. Alles weitaus realistischer als ein neues System einzuführen, weil wir hier ja ach so innovativ sind oder es ansonsten nicht wären.
Naja Doppeldecker-Busse fahren ja auch nicht im gesamten Netz. Ich gehe also davon aus dass mindestens übergangsweise auch bei der Straßenbahn der Einsatz von Doppeldecker-Fahrzeugen zunächst nur in Teilnetzen denkbar wäre...

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Wenn für Doppeldecker-Straßenbahnen die Oberleitung höher aufgehangen werden muss, stellt sich aber die Frage: können auf solchen Strecken die bisherigen Straßenbahnen noch fahren? Haben die dann noch Kontakt zur Oberleitung oder müssen die bisherigen Bahnen umgerüstet werden (neue, längere Stomabnehmer bzw. einen Sockel unter den Stromabnehmer)?
Falls letzteres der Fall ist, dann würden zwei unterschiedliche Netze entstehen (wie wir es schon bei der U-Bahn haben), die sich auch an keiner Stelle berühren oder kreuzen dürften.
Zitat
Jumbo
Wenn für Doppeldecker-Straßenbahnen die Oberleitung höher aufgehangen werden muss, stellt sich aber die Frage: können auf solchen Strecken die bisherigen Straßenbahnen noch fahren? Haben die dann noch Kontakt zur Oberleitung oder müssen die bisherigen Bahnen umgerüstet werden (neue, längere Stomabnehmer bzw. einen Sockel unter den Stromabnehmer)?
Falls letzteres der Fall ist, dann würden zwei unterschiedliche Netze entstehen (wie wir es schon bei der U-Bahn haben), die sich auch an keiner Stelle berühren oder kreuzen dürften.

Bingo. Es gibt ausreichend offensichtliche Ausschlusskriterien, so dass eine vertiefende Untersuchung gar nicht notwendig ist, um zu erkennen, dass das keine sinnvolle Option ist. Auch ohne Wodka Gorbatschow (um den Busverweis mal aufzugreifen).

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Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
In Blackpool fahren Doppeldecker und Eindecker. Wie funktioniert das?

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Sicherlich mit extrahoher Oberleitung und extra langem/hohen Stromabnehmer bei den Eindeckern.

Guck die mal Fotos von den historischen Eindeckern an, die extra ein hohes Podest haben. Die modernen Eindecker Fahrzeuge haben dann selbst schon eine große Höhe, sodass der extra große Stromabnehmer nicht so auffällt
Zitat
Jay
Zitat
Jumbo
Wenn für Doppeldecker-Straßenbahnen die Oberleitung höher aufgehangen werden muss, stellt sich aber die Frage: können auf solchen Strecken die bisherigen Straßenbahnen noch fahren? Haben die dann noch Kontakt zur Oberleitung oder müssen die bisherigen Bahnen umgerüstet werden (neue, längere Stomabnehmer bzw. einen Sockel unter den Stromabnehmer)?
Falls letzteres der Fall ist, dann würden zwei unterschiedliche Netze entstehen (wie wir es schon bei der U-Bahn haben), die sich auch an keiner Stelle berühren oder kreuzen dürften.

Bingo. Es gibt ausreichend offensichtliche Ausschlusskriterien, so dass eine vertiefende Untersuchung gar nicht notwendig ist, um zu erkennen, dass das keine sinnvolle Option ist. Auch ohne Wodka Gorbatschow (um den Busverweis mal aufzugreifen).

Mir erscheint da die Umrüstung der niedrigen Straßenbahnen auf einen Stromabnehmer, der mit der heutigen niedrigsten Fahrdrahtlage und auch mit der zukünftigen höchsten klarkommt, das, was am beherrschbarsten ist. Im Zweifel kann man sich auch mit zwei Stromabnehmern auf einem Fahrzeug behelfen. Die Höherhängung der Oberleitung wäre wohl auch technisch machbar. Das Problem dürften hier eher zwei Dinge sein:
1. die Brücken, man kommt immer irgendwo an eine Brücke, die für Doppelstockstraßenbahnen zu niedrig ist und
2. es gibt keine geeigneten Fahrzeuge, das wäre dann wieder ein teurer Berliner Sonderweg. Am Fahrzeug hingen dann auch die Betriebshöfe, die dann wohl neu gebaut werden müssten, da die Hallen zu niedrig sein werden.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.12.2025 08:50 von Nemo.
Zitat
Nemo
2. es gibt keine geeigneten Fahrzeuge, das wäre dann wieder ein teurer Berliner Sonderweg. Am Fahrzeug hingen dann auch die Betriebshöfe, die dann wohl neu gebaut werden müssten, da die Hallen zu niedrig sein werden.

Wenn man sich bei Doppeldeckerbussen auch inzwischen trotz Brexit und unterschiedlichen Zulassungsverfahren von britischen Herstellen beliefern lässt, sollte der Unterschied bei Straßenbahnen nicht so gigantisch sein, dass dies ein Ausschlusskriterium sein muss. Ein Problem ist aber wohl, dass es aktuell auch in den Städten mit bestehenden Doppeldeckerstraßenbahnen eher lokale Eigenbauten gibt und keinen internationalen Hersteller, der solche Fahrzeuge systematisch in seinem Angebot hat. Was die Alltagsfahrten mit normalen Bahnen mit verlängerten Stromabnehmern angeht, wäre ein Pluspunkt immerhin, dass auch in Blackpool Flexitybahnen eingesetzt werden.

Für mich wäre die Frage eher, ob es sinnvoll wäre, die Infrastruktur entsprechend umzurüsten. Natürlich wäre es einfacher, eine Oberleitung höher zu hängen und ggf. Lösungen für die Brücken zu finden als stattdessen eine U-Bahn zu bauen, aber dennoch wäre der Aufwand nicht unerheblich und der Nutzen hielte sich gegenüber längeren Fahrzeugen wohl eher in Grenzen.
Zitat
Lopi2000
Zitat
Nemo
2. es gibt keine geeigneten Fahrzeuge, das wäre dann wieder ein teurer Berliner Sonderweg. Am Fahrzeug hingen dann auch die Betriebshöfe, die dann wohl neu gebaut werden müssten, da die Hallen zu niedrig sein werden.

Wenn man sich bei Doppeldeckerbussen auch inzwischen trotz Brexit und unterschiedlichen Zulassungsverfahren von britischen Herstellen beliefern lässt, sollte der Unterschied bei Straßenbahnen nicht so gigantisch sein, dass dies ein Ausschlusskriterium sein muss. Ein Problem ist aber wohl, dass es aktuell auch in den Städten mit bestehenden Doppeldeckerstraßenbahnen eher lokale Eigenbauten gibt und keinen internationalen Hersteller, der solche Fahrzeuge systematisch in seinem Angebot hat.

Vor allem sind existente Doppelstock-Straßenbahnen nicht viel länger als ein Standard-Linienbus. Damit man bei der Kapazität irgendeinen Vorteil hat, bräuchte man Gelenk-Doppelstock-Bahnen, und die wären dann wirklich eine Sonderkonstruktion.

Viel naheliegender wäre, die 60-m-Haltestellen zunächst einmal voll auszunutzen statt 50-m-Bahnen zu beschaffen.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.12.2025 10:03 von def.
Einfach immer mehr in die Länge gehen, erscheint mir aber mittelfristig auch nicht so sinnvoll. Schon jetzt besteht das Problem langer Räumzeiten auf den Kreuzungen, sodass sich die Züge teils selbst gegenseitig behindern. Die Haltestellen müssen irgendwann eine absurde Länge aufweisen, was, wenn mal ein kürzerer Zug kommt, wenig hilfreich ist. Auch Anschlüsse sind dann nicht mehr herstellbar. Wie gut der Schritt ausschließlich in die Länge funktioniert, kann am U-Bahnhof Rathaus Spandau begutachtet werden.

Dass ein Nebeneinander von Niederflurwagen und doppelstöckigen Bahnen möglich ist, kann in Blackpool besichtigt werden. So ein Pantograf kann auch im stumpfen Winkel ausgeklappt werden, dazu braucht es gar keine Podeste mehr.

Ich stelle mir eine doppelstöckige, moderne Straßenbahn aber als schwer umzusetzendes Konstrukt vor. Die Niederflurigkeit wird ja wohl niemand abschaffen wollen - aber wohin mit all der Technik, die sich auf dem ganzen (langen) Dach verteilt befindet? Die es zu Zeiten alter doppelstöckiger Straßenbahnen noch gar nicht gab? Und, wie ebenfalls bereits anklang: Wieso sollte sich eine BVG, die nicht mal mehr auf längst etablierte Doppelstock-Busse mit Elektroantrieb setzen mag, sich mit einer solchen völligen Neukonstruktion auseinander setzen?

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Die paar Schritte kann ich auch fahren.
Ich weiß ja nicht, aber wenn eine 60m-Bahn häufiger als alle 5min fahren muss und man sich dann immer noch über die Beseitigung von Kapazitätsengpässen Gedanken machen muss, fallen mir folgende Lösungen ein:

1. man baut zusätzlich eine weitere Straßenbahnstrecke
2. man baut zusätzlich eine U-Bahnstrecke (auch Hochbahn, S-Bahn, Magnetbahn, nicht jedoch Seilbahn, automatische Busse und People Mover-Systeme)
3. in Berlin kann man auch noch in die Breite gehen, wir sind noch nicht bei 2,65m Fahrzeugbreite
4. 75m Fahrzeuglänge sind lt. BOStrab möglich, länger auch per Ausnahmegenehmigung. Ampelschaltungen können entsprechend angepasst werden, warum nicht auch eine längenabhängige Schaltung, damit nicht irgendein Autofahrer wild hupend in die Kreuzung fährt, weil die querende Straßenbahn noch nicht weg ist?
5. Warum nicht mehrgleisige Straßenbahnstrecken bauen? Dann kann man auch eine Expressstraßenbahn anbieten.

Die Verlängerung der Züge erscheint mir da aber immer noch am günstigsten.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.12.2025 13:42 von Nemo.
Man bekommt in Adlershof nichtmal eine bestehende Oberleitung „verdoppelt“ [www.nd-aktuell.de] und sowohl am Ostkreuz, in Mahlsdorf als auch bei allen anderen Ausbauprojekten der Tram geht nix voran, seitdem der aktuelle Senat übernommen hat.

Wann sollen denn da komplette Strecken und Betriebshöfe umgebaut sein? Klingt nach der Idee der Ring-U-Bahn U0.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.12.2025 14:00 von marc-j.
Zitat
Nemo
Das Problem dürften hier eher zwei Dinge sein:
1. die Brücken, man kommt immer irgendwo an eine Brücke, die für Doppelstockstraßenbahnen zu niedrig ist und
2. [...]

Nicht zu vergessen: Auch über die eine oder andere Brücke müssen die Straßenbahnen kommen, um eine Zulassung zu erhalten.


Das Gegenteil von pünktlich ist kariert.
Zitat
Alter Köpenicker
Zitat
Nemo
Das Problem dürften hier eher zwei Dinge sein:
1. die Brücken, man kommt immer irgendwo an eine Brücke, die für Doppelstockstraßenbahnen zu niedrig ist und
2. [...]

Nicht zu vergessen: Auch über die eine oder andere Brücke müssen die Straßenbahnen kommen, um eine Zulassung zu erhalten.

Meinst du jetzt wegen Gewicht?

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