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krickstadt
Oh, ein (Bahninfo- und Morgenpost-)Artikel mit einem Cliffhanger: Hat der Fahrer es auch irgendwann geschafft, den Bus zu wenden? Im Video sieht es nicht danach aus. Weiß jemand mehr?
In dem Video, das sich hinter dem von mir geteilten Instagram-Link verbindet, sieht es zumindest so aus, als würde er sich "freigefahren" haben. Es läuft allerdings nicht ganz so weit, dass man es final einschätzen kann. Vor allem hätte es mich aus der Kameraperspektive auch nicht gewundert, wenn es noch einen längeren Kontakt zwischen Laterne und Bus gegeben hätte, aber soweit es zu sehen ist, ist zumindest das gut gelaufen.
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def
Die Fehlerkultur bestand doch lange daraus, Fehler zum wesentlichen Teil des Lifestyles zu erklären und diesen wiederum zum Kern des Marketings.
Es ging ja in der Kampagne weniger um Fehler als um betriebliche Entscheidungen, die zu Lasten einzelner gingen, die dies auf Social Media als grundsätzliche Menschenfeindlichkeit hochstilisierten, wie z.B. vor der Fahrgastnase geschlossene Türen, die eine pünktliche Abfahrt für die Dutzenden Fahrgäste, die schon im Bus waren, garantierten. Ich finde sie nach wie vor gelungen und alle mal besser als die aktuellen Versuche der BVG.
Das Beispiel mit dem unglücklich wendenden Bus zeigt gut, welche Optimierungsbedarfe in der Fehlerkultur bestehen könnten (ohne sie nun im Detail zu kennen). Da es sogar schon ein Video gibt, wäre zu hoffen, dass die BVG dies für künftige Schulungen zur Fehlerkultur nutzt. Mal hochschnittartig einzelne Beispiele wie man in dieser Situation vorgehen kann bzw. wie man im Vorfeld gegenüber neu eingestellten Mitarbeitenden kommunizieren könnte, falls es zu solchen Situationen kommt:
- Gute Fehlerkultur könnte bedeuten, klar zu kommunizieren, dass wir alle Menschen sind und Fehler machen, im Zweifel gibt es immer die Möglichkeit über Funk um Unterstützung zu bitten. Ergebnis wäre hier wohl gewesen, dass der Bus beim Bemerken des Fehlers rechts rangefahren wäre und im Berliner Stadtverkehr recht zeitnah jemand gekommen wäre, der unproblematisch vermutlich eine kurze Rückwärtsfahren ermöglicht hätte.
- Schlechte Fehlerkultur führt eher dazu, dass versucht wird, den Fehler durch eigenmächtiges Handeln zu kaschieren, was in diesem Fall eben dieses Wendemanöver auslöste. Ausgelöst werden kann so etwas durch die Sorge, dass der ursprüngliche Fehler und die Bitte um Unterstützung zwingend in den Personalakten vermerkt wird oder gar schon im Erstfall zu finanziellen Nachteilen führt, etwa, weil der Einsatz von Polizei oder Verkehrsmeisterei aufgrund individueller Fehler erstattet werden muss.
- Wenn man versucht, öffentliche Betriebe und Verwaltungen "wie ein Unternehmen zu führen" und dies bis auf jeweils betriebswirtschaftliche Details herunterbricht, fördert das solche Entscheidungen. Wenn die Polizei, die ohnehin im Stadtgebiet unterwegs ist, um Unterstützung gebeten wird, führen moderne Gebührenordnungen schnell dazu, dass für eine solche Unterstützung ein paar hundert Euro aufgerufen werden. Also würde dann eher versucht werden, das intern zu lösen und der nächste dafür vorgesehene Mitarbeitende muss durch das halbe Stadtgebiet anreisen, was zu deutlich höheren faktischen Kosten führt. Wenn die jeweiligen Mitarbeitenden irgendwelche Nachteile (s.o.) befürchten, handeln sie halt selbst und dies nicht immer sinnvoll.
1 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.03.2026 16:29 von Lopi2000.