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Nahverkehr: Bundesweiter Streik am Montag (2.2.2026) und weitere Streiks 2026
geschrieben von Stichbahn 
Zitat
Ingolf
Oh, ich wusste gar nicht, dass jeder Chemnitzer oder jede Chemnitzerin gleich fast drei Wohnungen alleine bewohnt und dann noch 80.000 leerstehen. Ganz im Ernst: Chemnitz hat ca. 250.000 Einwohner - die Wohnungszahl von 700.000 kann da nicht stimmen.

Zitat
phönix
Das wird nur dann stimmen, wenn das Umland von Chemnitz ausreichend groß definiert wird.

Zitat
Ingolf
Würde vielleicht aufgehen, wenn man den ganzen ehemaligen Bezirk Karl-Marx-Stadt nimmt - also sein sehr, sehr großes Umland. ;-)

Ja, da ich die Zahlen aus Kreisdaten, mit denen ich ohnehin gerade arbeite, nebenbei zusammengestellt habe, habe ich das Umland als die drei Umlandkreise abgegrenzt: Mittelsachsen, Zwickau und Erzgebietskreis. Zusammen mit Chemnitz selbst ergeben sich dann diese Zahlen. Das ist vermutlich eine etwas weitere Umlanddefinition als sie sich aus intensiven Pendelzusammenhängen ergeben würde, aber interessanter sind ohnehin die Leerstände: jeder der vier Kreise (inkl. Chemnitz als kreisfreie Stadt) liegt für sich in den Top 12 des Leerstands und das sowohl in absoluten Zahlen als auch in %. Im Kreis Zwickau stehen gut 24.000 von 187.000 Wohnungen leer (bundesweit Rang 2), das sind in absoluten Zahlen mehr als in München mit 22.000 von 824.000. In % liegt der Kreis Zwickau (13 %) auf Platz 3 gleich hinter den benachbarten Kreisen Altenburg (15 %) und Vogtland (13 %) , Erzgebirge, Chemnitz und Mittelsachsen folgen mit 11-12% dicht dahinter.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 03.02.2026 02:08 von Lopi2000.
Zitat
Nukebro
Nach Adam Smith bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis. Bei gegebener Nachfrage ist das Angebot offenkundig nicht ausreichend um den Preis bezahlbar zu halten.
Definiere bezahlbar.

Für einen Schlafplatz im Mehrbettzimmer in einem Wohnungslosenheim mit ca. 10m² werden pro Person in der Regel zwischen 33 - 35€ pro Tag fällig.

Sofern der "Untergebrachte" (dafür braucht es eine so genannte Zuweisung des Sozialamtes) ein Einkommen hat, das die Unterbringung + den Bürgergeld-Regelsatz (also ca. 1.600€, entspricht etwa dem Mindestlohn bei 40h-Woche und Lohnsteuerklasse 1) übersteigt, hält das Sozialamt das für den Betroffenen für bezahlbar.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 03.02.2026 15:58 von fatabbot.
Zitat
Lopi2000
Zitat
Alter Köpenicker
Also müsste es doch irgendwo eine Menge leerer Wohnungen geben. Wenn einfach jeder dort wohnen bleibt, wo er ist, könnte man sich die ganze Bauerei und Nachverdichtung sparen. Man kann sich ja besuchen und muss nicht gleich umziehen, wenn man es eng mag.

Die gibt es ja auch: Lt. Zensus gab es 2022 fast 2 Mio. leere Wohnungen in Deutschland. Davon hat der Berliner Wohnungsmarkt aber eher wenig, wenn es in Berlin selbst z.B. nur rund 40.000 von rund 2 Mio. sind, in und um Chemnitz dagegen z.B. doppelt so viele (80.000 von 700.000).

Man braucht nicht mal so weit nach Chemnitz schauen. Auch in der Region Berlin-Brandenburg stehen viele Wohnungen leer. Sie sind halt nur alle in berlinfernen Regionen. Aber Leerstandsquoten von immer noch bis zu 20 Prozent (nach etlichen Rückbauprogrammen) sind an den Brandenburger Rändern immer noch üblich. Und da kannst Du von Berlin in alle Himmelsrichtungen schauen, egal ob Rathenow, Wittenberge, Schwedt, Guben, Forst oder Elsterwerda - überall ist es ein klarer Mietermarkt mit viel Leerstand und den spezifischen Problemen (insolvente private Wohnungseigentümer; selbst die kommunalen Vermieter können sich die Instandhaltung oder barrierefreie Umbauten nicht mehr leisten).
Die Leerstandsprobleme kommen halt in der medialen Diskussion nicht so häufig vor. Die Journalisten (egal ob Print, TV oder Online) sitzen halt eher in Berlin, München, Hamburg, Köln, Frankfurt, Potsdam und Co, deswegen fehlt die Perspektive darauf.
Stellt sich die Frage was ökonomisch und ökologisch sinnvoller ist: irgendwie dafür zu sorgen, dass Leute in die leerstehenden Wohnungen im Nirgendwo ziehen wollen (die Hohenzollern haben in ihren leeren Landesteilen ja Weiland gerne Flüchtlinge angesiedelt) oder dort mehr Wohnungen bauen wo die Leute wohnen wollen. Ich denke eine Nachverdichtung in Berlin ist sinnvoller als einen Transrapid nach Guben zu bauen damit die Leute von dort nach Berlin pendeln können...

____________
Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
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Ingolf
Ganz ohne Streik gibt es in Warschau bei diesen Frösten zwei kostenlose Buslinien, die in der Innenstadt (zusätzlich zum normalen Nachtverkehr) durch die Nacht (18:00-09:00 Uhr) fahren, für alle "die sich aufwärmen müssen".
Und wer regelmäßig im Winter die Warschauer Nachtbuslinien benutzt weiß, dass diese seit Jahren de facto auch genau so benutzt werden.

Kostenlos sind die zwar nicht, aber kontrolliert wird da nachts auch nicht. Nur könnte man da durchaus größere Gefäßgrößen einsetzen, so dass die Fahrgäste, die da drin nicht nur schlafen, sondern auch zu einem Ziel wollen, mal die Möglichkeit auf einen Sitzplatz haben.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 03.02.2026 20:07 von fatabbot.
Ich weiß jetzt nicht ... die Überschrift dieses Themas irritiert, wenn es jetzt weiter um die BVG geht ... aber jedes Mal ein neues Thema aufmachen? Was sagt unser Polizist Hellinger dazu?

Na, egal, hier erst einmal ein kurzer Bericht aus der Berliner Zeitung zum aktuellen Stand nach der heutigen Verhandlungsrunde:

[www.berliner-zeitung.de]

Wie gewohnt: Nichts. Verdi behauptet, die BVG läge kein Angebot vor, die BVG behauptet, Verdi agiere nur mit unbezahlbaren Maximalforderungen. Das Genickel geht weiter wie üblich. Verdi wird es wieder von der ohnehin latent schlechten Stimmung abhängig machen, die sie auf den Betriebshöfen abfragt, ob vor der nächsten Verhandlungsrunde gestreikt wird. Und dann wird spätestens übermorgen die große Überraschung kommen, dass am Montag wieder gestreikt wird, vielleicht sogar gleich länger als nur 24 Stunden.

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Für mehr Ümläüte!
Ein nächster, bundesweit organisierter Streik wird am Freitag und in einigen Gegenden - u.a. Berlin - auch am Samstag stattfinden. Also: Keine BVG an beiden Tagen.

[www.rbb24.de]

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Für mehr Ümläüte!
Die Wetterprognose für Freitag: 17 Grad und Sonnenschein. Da werden wohl etliche ihren Drahtesel nach dem Winterschlaf aus dem Keller holen.

Angesichts der leeren öffentlichen Kassen und beispielsweise den moderaten Tarifabschlüssen für den öffentlichen Dienst rechne ich fest damit, dass für die Gewerkschaften diesmal wenig zu holen sein wird. Ich gehe davon aus, dass ver.di dies auch genau weiß. Und ein paar Streiks inszeniert, um den Mitgliedern zu zeigen, dass man zumindest gekämpft hat.
Gut vorstellbar.

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Für mehr Ümläüte!
Echt. Zumindest bei der BVG wollen sich doch die neuen Verdi Verhandlungsführer eher nur profilieren. Größere Teile der Belegschaft stehen den Streiks derzeit doch ehr nicht positiv gegenüber. Man kann dem Senat diesmal nur zurufen, längere Zeit hart zu bleiben um mal zu schauen, wie lange Verdis Streikkasse reicht. Dabei kann man ja ordentlich sparen. Könnte der Senat, so lange die S-Bahn fährt, gern auch mal 2 bis 3 Monate durchziehen.
Aber die Friedenspflicht bei der GDL endet doch auch in Kürze ... und nur um der Gewerkschaft eins mitzugeben würde ich ungern tagelang auf den ÖPNV verzichten wollen ...

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Für mehr Ümläüte!
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Alba Coach
Größere Teile der Belegschaft stehen den Streiks derzeit doch eher nicht positiv gegenüber.

Diese Sichtweise vertritt wohl auch HavelBus, die sich wohl nur am Freitag dem Ausstand anschließen wollen.

-> HavelBus
Auch bei der BBG wurde der Streik nachträglich um ein Tag verkürzt.
Und obwohl die OVG am 02.02.2026 noch erwähnt hat, dass sie wegen eines anderen Tarifvertrags nicht von dem aktuellen Arbeitskampf betroffen sei, warnt sie heute an den Haltestellen, die mit Anzeigern ausgerüstet sind, vor vereinzelten Fahrtausfällen morgen (27.02.2026) wegen des Streikaufrufs.
Besteht dann doch keine Friedenspflicht?
Wahrscheinlich wegen der Linien im Gemeinschaftsbetrieb mit anderen Unternehmen. (X36, 825? Oder so?
Zitat
Zektor
Zitat
Alba Coach
Größere Teile der Belegschaft stehen den Streiks derzeit doch eher nicht positiv gegenüber.

Diese Sichtweise vertritt wohl auch HavelBus, die sich wohl nur am Freitag dem Ausstand anschließen wollen.

Zitat
Barnimer
Auch bei der BBG wurde der Streik nachträglich um ein Tag verkürzt.

Sind es denn tatsächlich nachträgliche Kürzungen oder wurde eher verkürzt berichtet? Zumindest schreibt Verdi in der Pressemitteilung zur morgigen Streikphase: "In zahlreichen kommunalen Nahverkehrsunternehmen werden dadurch am kommenden Freitag keine Busse und Bahnen fahren. In vielen Tarifbereichen wird der Streik auch auf den Sonnabend ausgedehnt."
[www.verdi.de]
Ja, nachträgliche Kürzung, steht auch explizit auf der Internetseite.

Zitat "Update vom 26. Februar: Die Gewerkschaft ver.di hat den ursprünglich zweitägigen Warnstreik bei der BBG verkürzt. Die Beschäftigten sind aufgerufen, die Arbeit nur noch am Freitag, dem 27. Februar niederzulegen."
https://bbg-eberswalde.de/unternehmen/news/24-02-2026-zweitaegiger-streik-bei-der-bbg]BBG-Seite[/url]

Aber vieles wird auch wahrscheinlich am Freitag fahren, beim letzten Streik fuhr neben Sub auch ganz viel BBG, der Eberswalder und Bernauer Stadtverkehr fuhr fast vollständig.
Ausgerechnet also das, was sich am ehesten noch kompensieren lässt.

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Für mehr Ümläüte!
Schaut mal, was geht: Konstruktive Gespräche ohne Eskalationen, die zu einem Ergebnis führen:

[www.gdl.de]

Noch vor Ende der Friedenspflicht. Damit ist wenigstens ein Teil des ÖPNV unserer Stadt in nächster Zeit gesichert.

Wie konnte das passieren? War es letztlich damals doch Weselski, der diesas Mal nicht mehr involviert war? Sind die DBer jetzt sauer, weil für sie nicht mehr rausgeholt würde?

Hoffentlich hat das Signalwirkung für die aktuellen Auseinandersetzungen zwischen den kommunalen Arbeitgebern und ver.di.

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Für mehr Ümläüte!
Zitat
Philipp Borchert
Schaut mal, was geht: Konstruktive Gespräche ohne Eskalationen, die zu einem Ergebnis führen:

[www.gdl.de]

Noch vor Ende der Friedenspflicht. Damit ist wenigstens ein Teil des ÖPNV unserer Stadt in nächster Zeit gesichert.

Wie konnte das passieren? War es letztlich damals doch Weselski, der diesas Mal nicht mehr involviert war? Sind die DBer jetzt sauer, weil für sie nicht mehr rausgeholt würde?

Hoffentlich hat das Signalwirkung für die aktuellen Auseinandersetzungen zwischen den kommunalen Arbeitgebern und ver.di.

Man kann beiden Seiten da nur gratulieren. Insbesondere zu dem Fakt, dass in Ruhe hinter verschlossenen Türen verhandelt wurde. Niemand hat sich in der Öffentlichkeit geäußert, und dann kam am Ende ein guter Abschluss raus. Ohne dass man Millionen an Streik-Kosten produziert hat.

ver.di hat sich auf eine andere Vorgehensweise verlegt, die sie nicht nur im öffentlichen Dienst, bei der BVG sondern auch in anderen Unternehmen an den Tag legt. Da werden Wahnstreiks schon fast zum Ritual, die Forderungen sind so massiv, dass sie teilweise unrealistisch wirken. Erinnert ein bisschen an die ötv und Frau Wulff Matthies damals, wo wochenlang für Mondforderungen gestreikt und am Ende kaum was rausverhandelt wurde.
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