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Kann und soll Berlin wachsen? Welche Rolle kann und soll der ÖPNV dabei spielen?
geschrieben von Nukebro 
Da es im Thema zum Streik nicht hin gehört, mache ich hier Mal ein neues Thema auf zur Frage der zukünftigen Entwicklung der Bevölkerung aber auch der Fläche von Berlin.

Kann und soll Berlin durch aggressiven Zubau von Wohnraum (ohne Zubau nimmt die Bevölkerungszahl tendenziell ab, da die Leute immer mehr in Singlehaushalten wohnen, aber trotzdem Wohnungen der Größe belegen in denen früher Paare oder Familien gelebt haben) in der Bevölkerung signifikant wachsen? Sollte dafür gezielt ÖPNV in Entwicklungsgebiete gebaut werden? Oder sollte an bestehenden Stationen nachverdichtet werden?

Sollte Berlin – zur Not per Bundesgesetz gegen den Willen von Brandenburg – Umlandgemeinden annektieren? Wenn ja, welche? Oder sollte gar im Gegenteil der eine oder andere Teil von Berlin an Brandenburg abgegeben werden? Oder wie wäre es mit einem Tausch?

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Ich glaube das Militär des Landes Berlin ist nicht ausreichend ausgestattet um gegen die Brandenburger Bauern den Kampf um neue Lebensräume zu gewinnen.

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Ich hab nen Bus und meine Busfahrerin heißt Layla, sie fährt schöner, schneller, weiter.
Zitat
Nukebro
Sollte Berlin – zur Not per Bundesgesetz gegen den Willen von Brandenburg – Umlandgemeinden annektieren? Wenn ja, welche? Oder sollte gar im Gegenteil der eine oder andere Teil von Berlin an Brandenburg abgegeben werden? Oder wie wäre es mit einem Tausch?

Dazu würde aber deutlich mehr als ein Bundesgesetz gehören. Neugliederungen des Bundesgebietes erfordern lt. Art. 29 GG die Zustimmung der betroffenen Länder per Volksentscheid, das ist ja bei Berlin-Brandenburg schon mal gescheitert und dürfte - vor allem mit dieser Tonalität - nicht wirklich erfolgversprechend sein. Eine Alternative könnte sein, die anderen Länder und den Bund zu einer entsprechenden verfassungsändernden Mehrheit zu bewegen, um den entsprechenden Art. 29 erstmal zu "optimieren".

Inhaltlich halt ich das aber auch nicht für sonderlich zielführend, da die gemeinsame Landesplanung schon sinnvolle Ansätze in dieser Richtung verfolgt und auch die planerische Praxis ja deutlich in diese Richtung geht.
Wobei ja viele (z.B. meine Eltern) sich supergerne verkleinern würden, dass wegen asozialen Vermietern aber selbst bei einer halbsogroßen Wohnung zu einer doppelt so hohen Miete führen würde.

Also solange ein Großteil des Wohnungsmarkt Teil von irgendwelchen Live-Action-Monopolyspielern beherrscht wird, keine Chance
Zitat
Lopi2000
Zitat
Nukebro
Sollte Berlin – zur Not per Bundesgesetz gegen den Willen von Brandenburg – Umlandgemeinden annektieren? Wenn ja, welche? Oder sollte gar im Gegenteil der eine oder andere Teil von Berlin an Brandenburg abgegeben werden? Oder wie wäre es mit einem Tausch?

Dazu würde aber deutlich mehr als ein Bundesgesetz gehören. Neugliederungen des Bundesgebietes erfordern lt. Art. 29 GG die Zustimmung der betroffenen Länder per Volksentscheid, das ist ja bei Berlin-Brandenburg schon mal gescheitert und dürfte - vor allem mit dieser Tonalität - nicht wirklich erfolgversprechend sein. Eine Alternative könnte sein, die anderen Länder und den Bund zu einer entsprechenden verfassungsändernden Mehrheit zu bewegen, um den entsprechenden Art. 29 erstmal zu "optimieren".

Inhaltlich halt ich das aber auch nicht für sonderlich zielführend, da die gemeinsame Landesplanung schon sinnvolle Ansätze in dieser Richtung verfolgt und auch die planerische Praxis ja deutlich in diese Richtung geht.

Aber man hat damals eine Initiative aus der Bevölkerung für ein Bundesland Franken gar nicht erst zur Abstimmung kommen lassen... Weil da die Verfassung entsprechend interpretiert wurde...

Aber gut, dann bleibt wohl nichts Anderes übrig als "Wachstum nach innen" also Nachverdichtung...

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Zitat
Nukebro
Aber gut, dann bleibt wohl nichts Anderes übrig als "Wachstum nach innen" also Nachverdichtung...

Aber warum eigentlich? Ich meine, Berlin ist überall verschrien, eigentlich gibt es doch gar keinen Grund, diese Stadt im Personalausweis als Wohnort stehen zu haben. Wer dennoch in die Hauptstadtregion ziehen mag, kann doch auch nach Panketal, Zeuthen, Blankenfelde-Mahlow, Falkensee oder Oberkrämer ziehen. Welchen Vorteil hätte jemand, wenn Berlin sich diese Gegenden einverleibt?

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Für mehr Ümläüte!
Also wenn ich wählen könnte hätte ich lieber "Berlin" im Perso stehen als "biddewas?" Insbesondere da man ja innerhalb der EU mit Perso reisen kann und man dann evtl. am Flughafen ein netteres Gespräch hat, wenn die andere Person den Ort kennt (und, im Falle Berlins außerhalb Deutschlands) positive Assoziationen hat...

Was auch immer der Ruf Berlins sein mag (ich glaube ja Berlin Bashing kommt vor allem aus konservativen Kreisen die sich daran stören wie säkularisiert und liberal die Stadt ist) wirkt die Stadt nach wie vor wie ein Magnet auf das In- und Ausland und für jedeN der/die weg zieht gibt es mindestens anderthalb die gerne hin ziehen würden – wenn es denn bezahlbar wäre...

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Selbstverständlich sollten wir mehr Schienen bauen!
Zitat
Nukebro
... wirkt die Stadt nach wie vor wie ein Magnet auf das In- und Ausland und für jedeN der/die weg zieht gibt es mindestens anderthalb die gerne hin ziehen würden – wenn es denn bezahlbar wäre...

Egal, wenn jemand etwas als nicht bezahlbar ansieht, ziehen doch andere hin, die das gestiegene Mietniveau als gut oder noch bezahlbar ansehen. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass Berliner Mietpreise im Vergleich zu anderen westeuropäischen Hauptstädten oder Metropolen immer noch ausgesprochen attraktiv sind. Lest mal die Erfahrungsberichte von Mietsuchenden in Stockholm, Amsterdam, Paris oder London, Barcelona oder Mailand, Kopenhagen oder Zürich. Dagegen scheint Berlin immer noch das reinste Schlaraffenland hinsichtlich der Mietpreise zu sein.
Zitat
phönix
Lest mal die Erfahrungsberichte von Mietsuchenden in Stockholm, Amsterdam, Paris oder London, Barcelona oder Mailand, Kopenhagen oder Zürich. Dagegen scheint Berlin immer noch das reinste Schlaraffenland hinsichtlich der Mietpreise zu sein.

Das ist sicherlich richtig, aber ein entscheidender Unterschied ist, dass der Mietwohnungsmarkt in Deutschland sehr bedeutsam ist, während es in den meisten anderen Ländern (auch in den genannten Großstädten) eher üblich ist, Wohneigentum zu haben, so dass diese extremen Mieten oft nur von denjenigen bezahlt werden, die dort temporär wohnen.
Zitat
Lopi2000
... entscheidender Unterschied ist, dass der Mietwohnungsmarkt in Deutschland sehr bedeutsam ist, während es in den meisten anderen Ländern (auch in den genannten Großstädten) eher üblich ist, Wohneigentum zu haben, so dass diese extremen Mieten oft nur von denjenigen bezahlt werden, die dort temporär wohnen.

Oh, dann erwerbe doch ruhig in Stockholm, Kopenhagen, Amsterdam, London oder Paris mal eine Eigentumswohnung für dauerhaftes Wohnen. Auch ohne Neubaueigenschaften bist Du dort leicht beim mehrfachen durchschnittlichen Berliner Preis für Gebrauchtimmobilien.
Zitat
phönix
Zitat
Lopi2000
... entscheidender Unterschied ist, dass der Mietwohnungsmarkt in Deutschland sehr bedeutsam ist, während es in den meisten anderen Ländern (auch in den genannten Großstädten) eher üblich ist, Wohneigentum zu haben, so dass diese extremen Mieten oft nur von denjenigen bezahlt werden, die dort temporär wohnen.

Oh, dann erwerbe doch ruhig in Stockholm, Kopenhagen, Amsterdam, London oder Paris mal eine Eigentumswohnung für dauerhaftes Wohnen. Auch ohne Neubaueigenschaften bist Du dort leicht beim mehrfachen durchschnittlichen Berliner Preis für Gebrauchtimmobilien.

Nun, dann sollte man jetzt auch noch den Durchschnittslohn des Berliner angucken und sich das Verhältnis von Durchschnittslohn und Mieten bzw. Kaufpreis in anderen Städten angucken.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
Nemo
Nun, dann sollte man jetzt auch noch den Durchschnittslohn des Berliner angucken und sich das Verhältnis von Durchschnittslohn und Mieten bzw. Kaufpreis in anderen Städten angucken.

Zumindest bundesweit steht Berlin da nicht allzu schlecht da: die durchschnittliche Nettokaltmiete lag in Berlin 2022 bei 7,67 Euro/qm, das Medianentgelt für Vollzeitbeschäftigte bei 4.150 Euro im Monat, d.h. theoretisch könnte man es sich davon leisten 541 qm zu mieten. (Das funktioniert natürlich real nicht, da von diesem Medianentgelt noch sehr viel abgeht (Steuern, Sozialbeiträge etc.), auf die Nettokaltmiete noch viel drauf kommt (Betriebs- und Heizkosten) und man ja auch sonst noch leben möchte. Aber um das Verhältnis von Einkommen und Miete zu vergleichen, ist es schon eine geeignete Größe.) In München sind es nur 396 qm (27% weniger bei 12,89 Euro/qm und 5.100 Euro), am besten sieht es in eher abgelegenen Gegenden aus (Südwestpfalz, Helmstedt, Holzminden, Tirschenreuth: jeweils über 800 qm = knapp 50% mehr als in Berlin)

Noch komplizierter wird es, wenn man berücksichtigt, dass diese Mietangaben aus dem Zensus die Bestandsmieten sind (also der Schnitt aller real gezahlten Mieten inkl. sehr günstiger Altverträge). Auf dem Wohnungsmarkt findet man natürlich in Berlin kaum eine neue Wohnung in dieser Preislage sondern muss ungefähr das Doppelte davon ansetzen. Der massiv gestiegene Unterschied zwischen Bestands- und Angebotsmieten ist auch ein zentrales Problem auf angespannten Wohnungsmärkten wie dem in Berlin.
Zitat
Nukebro
Sollte Berlin – zur Not per Bundesgesetz gegen den Willen von Brandenburg – Umlandgemeinden annektieren? Wenn ja, welche? Oder sollte gar im Gegenteil der eine oder andere Teil von Berlin an Brandenburg abgegeben werden? Oder wie wäre es mit einem Tausch?

Gebietstausche gab es in der Vergangenheit im geringen Umfang zwischen der DDR und Berlin (West) sowie nach der Wende 1990.

Eingemeindungen nach Berlin, wie im großen Stil im Jahre 1920, stehen ganz sicher nicht auf der aktuellen Tagesordnung. Allerdings hatten beispielsweise Kleinmachnow (früher mit S-Bahnanschluss, U-Bahn vor über 100 Jahren angedacht), Stahnsdorf (größter Friedhof Berlins, zweitgrößter Deutschlands, früher mit S-Bahnanschluss), Teltow, Babelsberg (Filmstudios), Falkensee und Hennigsdorf sicher nicht grundlos seit spätestens Mitte der 1930er-Jahre Berliner Selbstwähl-Telefonanschlüsse (noch bis 1952).

Kleinmachnow und Stahnsdorf gehören heute zu den reichsten Gemeinden der neuen Bundesländer. Viele Leute dort gehen ihren Jobs in Berlin nach, zahlen ihre Steuern aber an Brandenburg. Auf diese Steuereinnahmen will Brandenburg sicher nicht verzichten (ein ähnliches Problem wie Berlin hat ja auch das Bundesland Bremen).

Und was ist mit Großziethen, von drei Seiten von Berlin umschlossen (B-Lichtenrade, Buckow und Rudow)?
Warum wurde das 1920 bei der Eingemeindungen nach Berlin ausgelassen? Lichtenrade, Buckow und Rudow waren damals etwa gleich gering besiedelt wie Großziethen.

Herzliche Grüße von
'Möckernbrücke'
Dipl.-Fahrgast h.c.



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 05.02.2026 01:01 von Möckernbrücke.
Zitat
Möckernbrücke
Allerdings hatten beispielsweise Kleinmachnow (früher mit S-Bahnanschluss, U-Bahn vor über 100 Jahren angedacht), Stahnsdorf (größter Friedhof Berlins, zweitgrößter Deutschlands, früher mit S-Bahnanschluss), Teltow, Babelsberg (Filmstudios), Falkensee und Hennigsdorf sicher nicht grundlos seit spätestens Mitte der 1930er-Jahre Berliner Selbstwähl-Telefonanschlüsse (noch bis 1952).

Es gibt auch heute noch einige Gemeinden mit Berliner Telefonnummern. Schöneiche (LOS), Schönefeld (LDS), Eichwalde (LDS) und Ahrensfelde (BAR) fallen mir da spontan ein.


Das Gegenteil von pünktlich ist kariert.
In Zepernick/Röntgental waren einige Straßen an Strom und Wasser aus Berlin angeschlossen, weil es damals einfacher war. Nach der Deutschen Einheit wurde teuer und langwierig auf Versorgung aus Brandenburg umgebaut, inklusive Straßenbeleuchtung. Kann ja nicht sein, ist ja ein anderes Bundesland...
Zitat
Alter Köpenicker
Es gibt auch heute noch einige Gemeinden mit Berliner Telefonnummern. Schöneiche (LOS), Schönefeld (LDS), Eichwalde (LDS) und Ahrensfelde (BAR) fallen mir da spontan ein.

Richtig. Auch wieder Teile von Falkensee und Dallgow-Döberitz.

Herzliche Grüße von
'Möckernbrücke'
Dipl.-Fahrgast h.c.
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