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Schwedt-Berlin direkt – mit verlängerter RB24?
geschrieben von jorges 
Schwedt soll ja ab Dezember 2026 seine Direktverbindung mit der Berlin verlieren, weil man den RE3 dann stündlich nach Stralsund führen will.

Zwischen Schwedt-Angermünde soll dann nur noch die RB61 pendeln – offenbar per Diesel.

Ich hab mir gerade die Frage gestellt: Könnte man nicht die RB24 von Eberswalde nach Schwedt verlängern (und damit auch die RB61 ersetzen)?

Also eine RB24 haben, die Blankenfelde-BER-Ostkreuz-Lichtenberg-Bernau-Eberwalde-Angermünde-Schwedt fährt.

Nachteile:
  • Mehrkilometer zwischen Eberswalde und Angermünde

Vorteile:
  • Schwedt behält Direktanbindung an Berlin
  • Angermünde (und Schwedt) bekommen Direkt-Anbindung an Flughafen BER und Ostkreuz
  • Vermeidung von Dieselbetrieb unter Fahrdraht zw. Angermünde und Schwedt
  • diese RB24 könnte die Zwischenhalte zwischen ANG und EW übernehmen, RE3 könnte beschleunigt werden

Was meint Ihr?
Zitat
jorges
Schwedt soll ja ab Dezember 2026 seine Direktverbindung mit der Berlin verlieren, weil man den RE3 dann stündlich nach Stralsund führen will.

Zwischen Schwedt-Angermünde soll dann nur noch die RB61 pendeln – offenbar per Diesel.

Ich hab mir gerade die Frage gestellt: Könnte man nicht die RB24 von Eberswalde nach Schwedt verlängern (und damit auch die RB61 ersetzen)?

Also eine RB24 haben, die Blankenfelde-BER-Ostkreuz-Lichtenberg-Bernau-Eberwalde-Angermünde-Schwedt fährt.

Nachteile:
  • Mehrkilometer zwischen Eberswalde und Angermünde

Vorteile:
  • Schwedt behält Direktanbindung an Berlin
  • Angermünde (und Schwedt) bekommen Direkt-Anbindung an Flughafen BER und Ostkreuz
  • Vermeidung von Dieselbetrieb unter Fahrdraht zw. Angermünde und Schwedt
  • diese RB24 könnte die Zwischenhalte zwischen ANG und EW übernehmen, RE3 könnte beschleunigt werden

Was meint Ihr?

Es wäre wahrscheinlich für viele akzeptabler als der jetzt geplante Pendelverkehr per RB61 zwischen Angermünde und Schwedt. Ich würde aber in eine andere Richtung denken: wieso muss der RE3 Mo-So mit allen Fahrten nach Stralsund geführt werden? Wäre es nicht denkbar, Mo-Fr weiterhin alle zwei Stunden Schwedt zu bedienen (natürlich mit Anschluss in Angermünde gen Stralsund)? Den meisten Berufspendler:innen würde weiterhin eine Direktverbindung angeboten, und im Wochenendverkehr würde bedarfsgerecht umsteigefrei stündlich gen Ostsee gefahren.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 24.04.2026 07:18 von def.
Zitat
jorges
Zwischen Schwedt-Angermünde soll dann nur noch die RB61 pendeln – offenbar per Diesel.
Dann müsste die NEB wohl erstmal weitere Dieselfahrzeuge besorgen.

Die schaffen es ja seit 9 Jahren nicht, überhaupt die bestellten Leistungen zu fahren, da ist auch nichts mehr übrig.

Zitat

Ich hab mir gerade die Frage gestellt: Könnte man nicht die RB24 von Eberswalde nach Schwedt verlängern (und damit auch die RB61 ersetzen)?

Sowohl das als auch eine Verlängerung des RE20 waren ja schon im Gespräch.

Aber da die Stettiner Bahn ja noch lange nicht ans Netz geht müsste da ja eigentlich™ Potential sein, den RE9 so lange weiter nach Schwedt zu führen.

In beiden Fällen hätte Schwedt dann ja seine so dringend benötigte Direktverbindung nach Berlin, um da drin dann zwischen Angermünde und Schwedt hauptsächlich warme Luft zu befördern.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 24.04.2026 07:22 von fatabbot.
Die Züge nach Schwedt werden aber dennoch nicht voller, nur weil alle eine Direktverbindung wollen. Habt ihr mal die Auslastung der 5 Dostos, selbst in der HVZ gesehen?

Die RB27 nach Wensickendorf ist halbtot und dann müssen da ordentlich Gelder fließen für eine Direktverbindung, die vielleicht maximal in der HVZ mehr als einen Wagen füllt?

Berliner Linienchronik (+ Stationierungen/Werbungen/...) 1858-2026
Auf der VBB-Homepage lese ich, dass sich RE3, RE9 und Fernverkehrszüge zu einem etwa halbstündlichen Angebot ergänzen:
[unternehmen.vbb.de]

Nunmehr scheint ja der Fernverkehr nicht mehr mitfinanziert zu werden und es gibt Verstärkerzüge des RE 9 im Berufsverkehr ab Angermünde. Ich verstehe nicht, wieso man diese Züge (oder die baubedingt in Angermünde endenden Stettin-Züge) nicht einfach nach Schwedt verlängert.

Die Diskussionen werden vermutlich nicht nur verkehrlich werden, hier geht es viel um Strukturpolitik und im Falle von Schwedt auch um die speziellen Probleme als Erdölstadt mit der weltpolitischen Lage.

Und in der Tat frage ich mich, ob man wirklich alle Züge des RE3 umsteigefrei Richtung Stralsund schicken muss. Ich habe es da oft ziemlich leer erlebt, z.B. in der morgendlichen HVZ oder außerhalb der Tourismussaison.
Zitat
fatabbot
In beiden Fällen hätte Schwedt dann ja seine so dringend benötigte Direktverbindung nach Berlin, um da drin dann zwischen Angermünde und Schwedt hauptsächlich warme Luft zu befördern.

Bieten denn die aus Stralsund kommenden Züge noch genug Platz, um in Angermünde die aus Schwedt kommenden Fahrgäste aufzunehmen?

Ich bin nicht so im Bilde, was die Auslastung des RE3 betrifft, aber nach dem, was man so liest kann ich mir vorstellen, dass es am Wochendende schwer wird, ab Angermünde weiter zu kommen, weil die Züge schon voll dort ankommen.
Ich bin vor Jahren mehrfach mit dem Fahrrad in Schwedt gewesen: Oder-Havel-Radweg Liebenwalde ⇄ Hohensaaten und eine Richtung per Zug.
Mit dem Zug nach Schwedt war der Umstieg in Angermünde für mich nur knapp – ich war der einzige Radfahrer aus dem RE3, der den Umstieg geschafft hat, weil ich die Treppe zum Bahnsteigwechsel genommen hatte. Die anderen durften ihre Radtour eine Stunde später beginnen, was dann am Ende des Tages Zeitprobleme verursachen kann.
Und für die andere Tour, bei der ich von Schwedt aus mit dem Zug gen Heimat fuhr, habe ich vorsichtshalber den Direktzug gewählt, nicht dass ich in Angermünde nicht mehr rein komme. Die RE3 waren ja auch schon damals gut ausgelastet. Ohne Direktverbindung von Schwedt Richtung Berlin würde ich auf die Tour ganz verzichten und mir dann natürlich auch in Schwedt keinen Imbiss holen, also dort nicht für Umsatz sorgen.

Und zum Thema heiße Luft im RE3 noch ein Erlebnis aus dem letzten Jahr: Ich fuhr mit dem X2 vor dessen Einstellung nach Lutherstadt Wittenberg und stieg dort in den RE3. Der transportierte zum Großteil zunächst nur heiße Luft. In Bernau bin ich dann kaum aus dem Zug rausgekommen, weil der so voll, ja überfüllt, war und selbst die Treppen besetzt waren. Fordert deswegen jemand, zwischen Jüterbog oder Teltow und Lutherstadt Wittenberg kleinere Züge einzusetzen?
Ich glaube, Schwedt ist zu weit weg von Berlin, um als Teil unseres "Speckgürtels" mit der entsprechenden Nachfrage zu gelten. Vermutlich wäre eine Direktverbindung ins Verwaltungszentrum Prenzlau interessanter für die Leute vor Ort. Das Problem bei Direktverbindungen nach Berlin ist oftmals, dass in unserer Gegend Pendlerströme vorhanden sind, die nur mit großen Einheiten abgegriffen werden können und diese großen Einheiten anschließend weitgehend leer durch die Gegend geschaukelt werden müssen. Da das bei der Ostseelinie zumindest in urlaubsrelevanten Zeiten deutlich anders aussieht, lassen sich die großen Züge hier effizienter nutzen.

Bei solchen Verbindungen kam mir schon öfter der Gedanke, warum zur Wahrung interessanter (aber eben ungünstig kombinierbarer) Direktverbindungen nicht kleine Einheiten im Verbund mit den großen Zügen fahren könnten. In meiner Gedankenwelt sowas wie ein Regioshuttle oder Desiro Classic, den man an den KISS hängt, der dann beispielsweise in Neustadt (Dosse) abgekuppelt wird und von da an den Rest nach Kyritz solo fährt ...

Die klassischen Flügelzüge aus zumeist gleich großen Triebwagen, wie sie oftmals für genau solche Strecken genutzt werden und seit dem Aufkommen der Triebzüge äußerst beliebt sind (zumindest bei den Bestellern, dort, wo das tadellos funktioniert, dann hoffentlich auch bei den Nutzerinnen und Nutzern), würden in unserer Region ja leider vielfach an den zu kurzen Bahnsteigen scheitern (es gibt bei uns m.W. nur die Flügelkonzepte bei den RB 20/21/22 und beim RE 10/11, beides mit überschaubarem Aufkommen und entsprechend kurzen Triebwagen). Unter normalen Voraussetzungen wäre eine Kombination aus zwei fünfteiligen Talent-2-Triebwagen, die gemeinsam in Berlin startet und sich in Angermünde nach Szczecin und nach Schwedt (Oder) teilt, völlig normal.

Das "Problem" Dieseltriebwagen unter Oberleitung wurde ja schon als nicht vorgesehen geklärt, das wäre natürlich äußerst absurd. Wobei selbst im Falle dass, die Frage wäre, ob eine angemessen große Dieseleinheit als Zubringer nicht sowohl ökonomischer als auch ökologischer sein kann als ein elektrischer Zug mit großer Überkapazität. Wie sich das auch beim Vergleich Pkw/Zug ergibt, wenn ein mit drei Leuten besetzter Pkw gegen einen ICE mit einer zehnprozentigen Auslastung antritt ...

Aus reiner Sicht der Nutzerinnen und Nutzer ergibt sich natürlich eine andere Bewertung. Je weiter der Zug fährt, desto mehr Direktverbindungen sind möglich und auf die letzte Meile im Zubringer angewiesen zu sein, bringt vor allem auf dem Nachhauseweg das bekannte Problem mit dem sonstigen Eisenbahnbetrieb mit sich, wenn der Zubringer durch die Kürze der Strecke schön stabil und pünktlich unterwegs ist, der aber oftmals aus dem langlaufenden Zug mit Verspätungspotenzial heraus verpasst wird.

~~~~~~
Die paar Schritte kann ich auch fahren.
An einem durchschnittlichen Morgen um 07 Uhr stehen in Schwedt maximal 150 Personen, verteilt auf Schwedt und Schwedt Mitte. Das sind Einpendler aus dem polnischen Grenzgebiet, Berufspendler und gefühlt zur Hälfte (Berufs-) Schüler. Pinnow hat vielleicht 25 Einsteiger. Das ist - so meine Wahrnehmung als Nutzer - die Verkehrsspitze. 5 Dostos sind dafür überdimensioniert. Nüchterne Feststellung.

RB61 ist ein "all-or-nothing". Aktuell fällt sie seit mindestens 13.April aus. Gibt es nachvollziehbare Gründe für, Fakt ist aber, seit 11 Tagen fährt die NEB die Linie mal wieder nicht. Es ist ein Ersatzbusverkehr eingerichtet, der den RE3 Anschluss nicht erreicht. Also fahren die Ein- und Berufspendler größtenteils mit dem Auto bis Angermünde, weil viele weiter nach Berlin wollen, wo die Arbeit wartet und der Chef Pünktlichkeit erwartet. Zielpunkt Gesundbrunnen / Innenstadt, nicht unbedingt Ostkreuz / BER.

Solang wie die RE9 nicht bis Stettin durchfährt, sind die Durchbindungen des RE20/RE9 zwischen Eberswalde und Angermünde völlig überdimensioniert. Diese Kapazität sollte man idealerweise teilen. Dann hätte man einen 20 Minuten Takt zwischen Eberswalde und Berlin, Bernau hätte 20 Minuten Takt S-Bahn und Regio (was den S-Bahn Ausbau für immer ad acta legen würde) und nördlich von Eberswalde hätte man ein Angebot, was stärker am Bedarf ausgerichtet ist.
Mit RB24 statt RE3 würden sich die Fahrzeiten ins Stadtzentrum von Berlin für die Schwedter wohl auch deutlich verlängern, ich glaube da steigen die Leute lieber in Angermünde um. Überfüllte Züge auf der Strecke von/nach Stralsund wird es zu Berufsverkehrszeiten wohl auch eher wenige geben.

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Ich hab nen Bus und meine Busfahrerin heißt Layla, sie fährt schöner, schneller, weiter.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 24.04.2026 09:42 von Bumsi.
Zitat
Philipp Borchert
Ich glaube, Schwedt ist zu weit weg von Berlin, um als Teil unseres "Speckgürtels" mit der entsprechenden Nachfrage zu gelten. Vermutlich wäre eine Direktverbindung ins Verwaltungszentrum Prenzlau interessanter für die Leute vor Ort. Das Problem bei Direktverbindungen nach Berlin ist oftmals, dass in unserer Gegend Pendlerströme vorhanden sind, die nur mit großen Einheiten abgegriffen werden können und diese großen Einheiten anschließend weitgehend leer durch die Gegend geschaukelt werden müssen. Da das bei der Ostseelinie zumindest in urlaubsrelevanten Zeiten deutlich anders aussieht, lassen sich die großen Züge hier effizienter nutzen.

Jein, lt. Pendleratlas [pendleratlas.statistikportal.de] gibt es immerhin 866 Pendelnde von Schwedt nach Berlin. Da dürfte es zwar selbst in der Spitzenstunde reichen, etwas kleineres einzusetzen als das aktuelle Zugmaterial, aber ein kleiner Pendelnder Triebwagen wird ggf. auch schwierig. Er führt zu einem Zwangsumstieg in Angermünde. Das könnte in Kombination mit dem Umstand, dass eine Sparvariante für die Strecke Angermünde - Schwedt mit nur einem Zug, der den ganzen Tag über zwischen beiden Städten hin und her pendelt, zwar irgendwie ausreichen könnte, aber dann keinen großen Puffer zur Anschlussgewährleistung hat.

Zitat
Philipp Borchert
Bei solchen Verbindungen kam mir schon öfter der Gedanke, warum zur Wahrung interessanter (aber eben ungünstig kombinierbarer) Direktverbindungen nicht kleine Einheiten im Verbund mit den großen Zügen fahren könnten. In meiner Gedankenwelt sowas wie ein Regioshuttle oder Desiro Classic, den man an den KISS hängt, der dann beispielsweise in Neustadt (Dosse) abgekuppelt wird und von da an den Rest nach Kyritz solo fährt ...

Die klassischen Flügelzüge aus zumeist gleich großen Triebwagen, wie sie oftmals für genau solche Strecken genutzt werden und seit dem Aufkommen der Triebzüge äußerst beliebt sind (zumindest bei den Bestellern, dort, wo das tadellos funktioniert, dann hoffentlich auch bei den Nutzerinnen und Nutzern), würden in unserer Region ja leider vielfach an den zu kurzen Bahnsteigen scheitern (es gibt bei uns m.W. nur die Flügelkonzepte bei den RB 20/21/22 und beim RE 10/11, beides mit überschaubarem Aufkommen und entsprechend kurzen Triebwagen). Unter normalen Voraussetzungen wäre eine Kombination aus zwei fünfteiligen Talent-2-Triebwagen, die gemeinsam in Berlin startet und sich in Angermünde nach Szczecin und nach Schwedt (Oder) teilt, völlig normal.

Das könnte ja auch mit Doppelstocktriebwagen realisiert werden. Zumindest bei Stadler lassen sich Zweiteiler aus dem aktuellen Portfolio bestellen, bei den anderen Herstellen sind die kleinsten Einheiten im Katalog Dreiteiler. Dann könnte man auch in Kombinationen von Drei- und Fünf- oder Zwei- und Sechsteiler fahren und die Züge entsprechend teilen, hätte aber dennoch rund um Berlin einen halbwegs einheitlichen Zug, in dem sich die Fahrgäste besser verteilen können.

Zusätzlich könnte man sich im VBB (gemeinsam mit MV) mal systematisch überlegen, wie die Saisonverkehre sinnvoller in Ausschreibungspakete gepackt werden können, so dass die an wenigen Tagen erforderlichen Kapazitäten an die Ostsee nicht dauerhaft eingesetzt werden müssen.
Der VBB hatte nach meiner Kenntnis eine Option mit einem zweiteiligen Flirt, der an die KISS angehängt werden sollte. Statt den abzuhängen, könnte der natürlich auch weiter fahren.

Jetzt kommt das große ABER: Der VBB scheint die Option nicht gezogen zu haben, zumindest war in den Pressemitteilungen zum Netz Nord-Süd, keine Rede von den kurzen Flirt.

Das andere Problem wäre der Spurplan von Angermünde, der ein Flügeln nach Schwedt nicht wirklich zulässt.

Aber wie gesagt: Mit RE9/RE20 hat man eine Linie, die Angermünde endet und stattdessen auch nach Schwedt fahren könnte. Den BEMU der NEB bekäme man auch anderswo unter und könnte die Kapazität erhöhen. Mein 'Traum' wäre es ja die RB54 als Flügel der RB12 zu fahren. Und Neuruppin hat ja auch Begehrlichkeiten via Löwenberg schneller und direkt nach Berlin angeschlossen zu werden.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
Philipp Borchert
Ich glaube, Schwedt ist zu weit weg von Berlin, um als Teil unseres "Speckgürtels" mit der entsprechenden Nachfrage zu gelten. Vermutlich wäre eine Direktverbindung ins Verwaltungszentrum Prenzlau interessanter für die Leute vor Ort. Das Problem bei Direktverbindungen nach Berlin ist oftmals, dass in unserer Gegend Pendlerströme vorhanden sind, die nur mit großen Einheiten abgegriffen werden können und diese großen Einheiten anschließend weitgehend leer durch die Gegend geschaukelt werden müssen. Da das bei der Ostseelinie zumindest in urlaubsrelevanten Zeiten deutlich anders aussieht, lassen sich die großen Züge hier effizienter nutzen.

Ja, rein von der Fahrgastnachfrage ist der stündliche RE3 nach Stralsund sicherlich sinnvoll.
Aber strukturpolitisch sieht das anders aus. Und da ist es durchaus üblich, solche Orte direkt an Berlin anzufinden. Elsterwerda ist kleiner und nicht dichter an Berlin, von Falkenberg mal ganz zu schweigen.

Im Falle Schwedt kommt hinzu, dass das Umsteigen in Angermünde eben so besonders doof ist. Geht nicht ohne Bahnsteigwechsel, und die Züge aus Stralsund sind nun mal oft extrem voll.

Wenn man mit dem RE20 die Chance hätte, sollten man sie auch nutzen.

Zitat
Philipp Borchert
Bei solchen Verbindungen kam mir schon öfter der Gedanke, warum zur Wahrung interessanter (aber eben ungünstig kombinierbarer) Direktverbindungen nicht kleine Einheiten im Verbund mit den großen Zügen fahren könnten. In meiner Gedankenwelt sowas wie ein Regioshuttle oder Desiro Classic, den man an den KISS hängt, der dann beispielsweise in Neustadt (Dosse) abgekuppelt wird und von da an den Rest nach Kyritz solo fährt ...

Wird generell selten gemacht. Flügeln macht Arbeit, die man sich scheut.


Zitat

Das "Problem" Dieseltriebwagen unter Oberleitung wurde ja schon als nicht vorgesehen geklärt, das wäre natürlich äußerst absurd. Wobei selbst im Falle dass, die Frage wäre, ob eine angemessen große Dieseleinheit als Zubringer nicht sowohl ökonomischer als auch ökologischer sein kann als ein elektrischer Zug mit großer Überkapazität. Wie sich das auch beim Vergleich Pkw/Zug ergibt, wenn ein mit drei Leuten besetzter Pkw gegen einen ICE mit einer zehnprozentigen Auslastung antritt ...

Die meisten Diesel sind nun BEMUs oder HEMUs. Und ökologisch? Was ist ein "falscher" Zug alle 1 oder 2h gegen hunderte von Lastwagen, die in derselben Zeit dort fahren.
Zitat
Jay
Der VBB hatte nach meiner Kenntnis eine Option mit einem zweiteiligen Flirt, der an die KISS angehängt werden sollte. Statt den abzuhängen, könnte der natürlich auch weiter fahren.

Jetzt kommt das große ABER: Der VBB scheint die Option nicht gezogen zu haben, zumindest war in den Pressemitteilungen zum Netz Nord-Süd, keine Rede von den kurzen Flirt.

Die gibt es definitv nicht. Bestellt sind 12 vierteilige FLIRT, 3 sollten ursprünglich Neubrandenburg-Stralsund fahren, werden aber vermutlich eher Richtung Cottbus eingesetzt werden.

Zitat
Jay
Das andere Problem wäre der Spurplan von Angermünde, der ein Flügeln nach Schwedt nicht wirklich zulässt.

Genau. Mittlerweile kommt man ja von Gleis 2 in beide Richtungen, aber das wars denn auch.

Zitat

Den BEMU der NEB bekäme man auch anderswo unter und könnte die Kapazität erhöhen. Mein 'Traum' wäre es ja die RB54 als Flügel der RB12 zu fahren. Und Neuruppin hat ja auch Begehrlichkeiten via Löwenberg schneller und direkt nach Berlin angeschlossen zu werden.

Ja, ähnliches könnte ich mir auch vorstellen.
Zitat
Lopi2000

Zusätzlich könnte man sich im VBB (gemeinsam mit MV) mal systematisch überlegen, wie die Saisonverkehre sinnvoller in Ausschreibungspakete gepackt werden können, so dass die an wenigen Tagen erforderlichen Kapazitäten an die Ostsee nicht dauerhaft eingesetzt werden müssen.

Dem stimme ich im Kern zu, aber der RE3 nach Stralsund wird auch an einem Mittwoch im November zu den stärkeren Linien im Land gehören.
Zitat
Global Fisch
Im Falle Schwedt kommt hinzu, dass das Umsteigen in Angermünde eben so besonders doof ist. Geht nicht ohne Bahnsteigwechsel, und die Züge aus Stralsund sind nun mal oft extrem voll.

Im Idealfall ist es dann ja nicht mehr so extrem, wenn es stündlich durchgehende Züge gibt, aber es wäre natürlich trotzdem attraktiver, den Sitzplatz, den man sich im halbwegs leeren Zug in Schwedt aussuchen kann, dann auch bis Berlin behalten zu können.

Zitat
Global Fisch
Wenn man mit dem RE20 die Chance hätte, sollten man sie auch nutzen.

Auch wenn das temporär eine Verbesserung wäre, würde es langfristig wohl wenig bringen, denn auch der (bzw. der RE 9) wird ja dann früher oder später weiter nach Stettin fahren.

Zitat
Global Fisch
Wird generell selten gemacht. Flügeln macht Arbeit, die man sich scheut.

Bei den modernen Triebwagenkombinationen passiert das auch inzwischen mehr oder weniger von allein. Und allzu störanfällig scheint das auch nicht mehr zu sein.

Für die spezielle Lage von Schwedt am nachfrageschwächsten Ast einer Dreifachverzweigung wären perspektivisch wohl ein Umbau des Bahnhofs Angermünde, der eine größere Flexibilität ermöglicht, das beste, was bahntechnisch passieren könnte. Ob dann der Zug nach Schwedt mit dem Stralsunder oder Stettiner Zug nach Angermünde kommt, ist eher sekundär.

Die anderen vergleichbar großen Städte in Brandenburg haben halt das Glück (bzw. das Ergebnis einer historischen Entwicklung), dass sie meist an Haupteisenbahnstrecken liegen. Der Umstand, dass Schwedt überhaupt eine durchgehende Bahnverbindung nach Berlin hat, liegt wohl auch daran, dass aus Landessicht Prenzlau und Schwedt etwa gleichbedeutend sind.
Zitat
Philipp Borchert
Die klassischen Flügelzüge aus zumeist gleich großen Triebwagen, wie sie oftmals für genau solche Strecken genutzt werden und seit dem Aufkommen der Triebzüge äußerst beliebt sind (zumindest bei den Bestellern, dort, wo das tadellos funktioniert, dann hoffentlich auch bei den Nutzerinnen und Nutzern), würden in unserer Region ja leider vielfach an den zu kurzen Bahnsteigen scheitern (es gibt bei uns m.W. nur die Flügelkonzepte bei den RB 20/21/22 und beim RE 10/11, beides mit überschaubarem Aufkommen und entsprechend kurzen Triebwagen).

Zumindest für den RE10 möchte ich dem überschaubaren Aufkommen widersprechen. Wenn ich mit dem RE10 von Leipzig Richtung Berlin fahre, versuche ich bereits in Taucha in den Zug Richtung Leipzig einzusteigen, um mir einen Sitzplatz sichern zu können.

Und für die Gegenrichtung hatte ich letztes Jahr das Erlebnis, dass der RE17 verspätet war und so in Doberhain-Kirchlug den RE10 nach Leipzig verpasst hat. Die in der Stunde danach fahrende RB nach Falkenberg verpasst dort knapp die Anschluss-S4 nach Leipzig, so dass ich fast 2 Stunden Aufenthalt in DoKi hatte. Diesen Aufenthalt habe ich genutzt, indem ich mich in den RE10 Richtung Frankfurt gestellt habe (freie Sitzplätze konnte ich auf Anhieb nicht ausmachen und es standen bereits andere Fahrgäste) und dann eine Stunde lang Finsterwalde angesehen habe. Und das war auch gut so, weil ich dort in Finsterwalde im nächsten RE10 einen der letzten Sitzplätze abgekommen habe und in DoKi blieben dann sogar etliche Leute auf dem Bahnsteig zurück.
Zitat
Jay
Das andere Problem wäre der Spurplan von Angermünde, der ein Flügeln nach Schwedt nicht wirklich zulässt.

Würde es denn von der Standzeit in Schwedt her passen, wenn man in Angermünde nach dem Flügeln erst noch ein wenig herumsägt – also am Bahnsteig Richtung Stralsund den Zug teilt und der Schwedter Teil rangiert dann mit mehrfachem Richtungswechsel auf die Schwedter Strecke? Das geht natürlich zu Lasten der Fahrzeit, andererseits kostet ein Umstieg ja auch Zeit.

Das umgekehrte, also die Zugvereinigung per Rangierfahrt, hab ich mal in Sangerhausen erlebt, als der Zug aus Nordhausen erstmal am Bahnsteig hielt und dann weiterfuhr und kurz darauf wieder anhielt. Da es schon dunkel war, hab ich nicht gemerkt, dass wir auf einem Abstellgleis standen und mich nur gewundert, als es wieder rückwärts zum Bahnsteig ging. Dort fuhren wir auf einen anderen Zug auf und beim Ausstieg in Bitterfeld war der Zug plötzlich länger als bei meinem Einstieg in Nordhausen.

Zitat
Jay
Mein 'Traum' wäre es ja die RB54 als Flügel der RB12 zu fahren. Und Neuruppin hat ja auch Begehrlichkeiten via Löwenberg schneller und direkt nach Berlin angeschlossen zu werden.

Da haben wir ja fast denselben Traum: [www.bahninfo-forum.de]
Zitat
Jumbo
Zitat
Philipp Borchert
Die klassischen Flügelzüge aus zumeist gleich großen Triebwagen, wie sie oftmals für genau solche Strecken genutzt werden und seit dem Aufkommen der Triebzüge äußerst beliebt sind (zumindest bei den Bestellern, dort, wo das tadellos funktioniert, dann hoffentlich auch bei den Nutzerinnen und Nutzern), würden in unserer Region ja leider vielfach an den zu kurzen Bahnsteigen scheitern (es gibt bei uns m.W. nur die Flügelkonzepte bei den RB 20/21/22 und beim RE 10/11, beides mit überschaubarem Aufkommen und entsprechend kurzen Triebwagen).

Zumindest für den RE10 möchte ich dem überschaubaren Aufkommen widersprechen. Wenn ich mit dem RE10 von Leipzig Richtung Berlin fahre, versuche ich bereits in Taucha in den Zug Richtung Leipzig einzusteigen, um mir einen Sitzplatz sichern zu können.

Das war auch meine Erfahrung im RE10 an einem Samstag vor ein paar Wochen von Cottbus nach Leipzig. Spätestens in Sachsen (ab Torgau) war der Zug sehr gut gefüllt. Es fuhren zudem beide Triebwagen ohne Flügelung bis Leipzig durch.

Wurde vor kurzem für einzelne Fahrten am Wochenende geändert: [www.vbb.de]
Zitat
X-Town Traffic
Zitat
Jumbo
Zitat
Philipp Borchert
(es gibt bei uns m.W. nur die Flügelkonzepte bei den RB 20/21/22 und beim RE 10/11, beides mit überschaubarem Aufkommen und entsprechend kurzen Triebwagen).

Zumindest für den RE10 möchte ich dem überschaubaren Aufkommen widersprechen.

Das war auch meine Erfahrung im RE10 an einem Samstag vor ein paar Wochen von Cottbus nach Leipzig.

Da kann ich mich ebenfalls anschließen. Wann immer ich in die Verlegenheit kam, den RE10/11 zu nutzen, fuhr der stets voll bis unters Dach in Leipzig ab und bis Falkenberg stieg auch keine nennenswerte Anzahl an Reisenden aus - im Gegenteil, es drängten immer mehr Leute in den Zug. Östlich von Falkenberg entspannte sich die Situation in beiden Zugteilen nach und nach. Wirklich leer war es im RE10 dann ab Cottbus und im RE11 ab Ruhland. Da würde es mich schon interessieren, wie Philipp zu der Aussage mit dem überschaubaren Aufkommen kommt. Gerade der Streckenabschnitt Leipzig <> Falkenberg könnte einen Verstärker gut gebrauchen; auch die S4 ist dort immer gut besucht.


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