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Verkehrspolitik in Berlin (2)
geschrieben von Forummaster Berlin 
Das Wort „Schlafstadt“ wollte ich in Anführungszeichen setzen. Ist natürlich nicht als Diffamierung gemeint.
Der sogenannte "Rahmenplan Blankenburg", der die Bebauung aller noch bestehenden Feld- und Wiesenflächen im Ortsteil auf den Weg bringt, wurde nun nach dem Abschlussforum vom 19. Mai 2026 aktualisiert und die zugehörige 53-seitige Präsentation veröffentlicht (pdf-Dokument, ca. 17MB). Ich habe mir diese mal angesehen.

Darin geht es um den historischen Dorfkern Blankenburg und die ihn umgebenden Siedlungsgebiete, also nicht um das Baugebiet "Blankenburger Süden" mit weiteren tausenden Wohnungen auf bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen südlich davon:



Auf die aus den neu zu bauenden knapp 12 Tausend Wohneinheiten (laut Aufstellung auf Seite 46) resultierenden Verkehrsmengen wird in der Präsentation eingegangen.

MIV: Die bestehenden Hauptstraßen sollen erhalten werden. An Teilrückbauten wäre nur die nördliche der beiden Fahrbahnen auf dem Blankenburger Dorfanger zu prüfen. Damit würden aber auch die zeitweilig geltende Busspuren und der Bus-Zwischenendpunkt an der bisherigen Stelle verschwinden.
Der Blankenburger Pflasterweg soll am westlichen Ende begradigt werden, so dass er nahezu im rechten Winkel auf die Heinersdorfer Straße trifft.


Quelle: UmbauStadt PartGmbB

ÖPNV, S-Bahn:
Es wird auf die neu zu bauenden S-Bahnhöfe am BAR Malchow-Nord (Parkstadt), Sellheimbrücke und Karower Kreuz gesetzt, die schon aus DDR-Planungen stammt und heute "S75" heißt.

Bus:
Die bestehenden Linien sollen mit der Erweiterung der schon realisierten Kiezbuslinie 358 ergänzt werden. Offenbar gibt es noch Reserven, denn auf Seite 18 wird die Buserschließung statt Straßenbahn als ausreichend bezeichnet.

Straßenbahn:
Die zur Erschließung des "Blankenburger Südens" vom Senat vorgesehene (in Planung befindliche) Verlängerung der Linie M2 soll zunächst am Blankenburger Pflasterweg enden.
Dennoch wird in der Präsentation eine künftige Verlängerung entlang des neuen Abschnitts Blankenburger Pflasterweg, Heinersdorfer Straße und Bahnhofstraße zum S-Bahnhof Blankenburg präferiert.
Nach einer Notiz auf Seite 27 der Präsentation sollen dazu alle 43 Grundstücke (davon fünf im Eigentum der Bewohner stehende) südlich der Bahnhofstraße erworben / enteignet und beräumt werden. Die Straße erhält eine neue Randbebauung aus Wohnhäusern mit Geschäftsräumen im EG. Die Fahrbahnbreite bleibt, zusätzlich kommen beidseitig Geh- und Radwegen sowie ein mittiger zweigleisiger Bahnkörper für die Straßenbahn. Die Busse bleiben auf der Straße. Querschnitt:



Was die Betroffenen davon halten, hat einer der Anlieger an seinem Haus anbringen lassen:



so long

Mario
Vielen Dank für diese interessante Zusammenfassung. Ernstgemeinte Frage, warum ist denn das jetzt keine Urheberrechtsverletzung? Ich frage das, weil ich in meinen Beiträgen immer wieder Probleme damit habe. Und nach Entfernen die threads sinnlos werden.
Zitat
Heidekraut
Ernstgemeinte Frage, warum ist denn das jetzt keine Urheberrechtsverletzung?

Vielleicht ist es ja eine und es hat bloß noch keiner gemerkt. Ich blicke da jedenfalls auch nicht mehr durch.


Das Gegenteil von pünktlich ist kariert.
Danke, dass mir einer quasi beisteht. Ich bin dabei jedenfalls auch auf Hilfe angewiesen. Bestimmte Dinge scheinen garnicht machbar zu sein.
Zitat
Heidekraut
Danke, dass mir einer quasi beisteht. Ich bin dabei jedenfalls auch auf Hilfe angewiesen. Bestimmte Dinge scheinen garnicht machbar zu sein.

Im Grundsatz ist es ganz einfach: im Zweifelsfall sollte man lieber darauf verzichten, ein Bild oder einen Text zu veröffentlichen, das/den man nicht selbst gemacht hat. Nur einen Link zu setzen, reicht im Normalfall völlig aus und birgt nicht das Risiko, dass der BahnInfo e.V. oder man selbst für etwas unbedachtes bezahlen muss. Ich kenne mindestens ein kleines Planungsbüro und einen gemeinnützigen Verein, die so etwas unbedachtes vierstellige Summen zahlen durften. In beiden Fällen handelte es sich um Stadtplan- bzw. Luftbildausschnitte.
Das Problem als solches ist mir vollkommen bewusst und ich bin auch kein Freund von U-Verstössen. Allerdings weiß ich nicht, wie man einen Link auf ein Bild in einem Pdf setzt. Und Ausschnitte mit Vergrößerung kann man so oft gar nicht realisieren. Das heißt, bestimmte Dinge kann man dann nicht demonstrieren bzw. verdeutlichen. Dass ich die Quelle nennen muss, ist klar und wird oft vergessen.
Zitat
Heidekraut
Allerdings weiß ich nicht, wie man einen Link auf ein Bild in einem Pdf setzt.

Solange es nicht zufällig eine Website mit gutem integrierten PDF-Viewer ist (was es eher selten gibt), geht das auch nicht. Im Normalfall wird ein PDF erstmal komplett heruntergeladen und dann muss dazu angegeben werden, auf welcher Seite das gewünschte Bild befindet.
Na, mein Chromebrowser im Chromebook hat keine Probleme ein PDF wie eine Website anzuzeigen. Verlinken kann ich das auch, aber nicht eine bestimmte Seite oder gar ein IMG in dem PDF. Ich wüsste nicht wie. Und deswegen habe ich dann zum Hilfsmittel Screenshot gegriffen. Und das ist dann eine Urheberrechtsverletzung. Asche auf mein Haupt.
Zitat
Heidekraut
Na, mein Chromebrowser im Chromebook hat keine Probleme ein PDF wie eine Website anzuzeigen. Verlinken kann ich das auch, aber nicht eine bestimmte Seite oder gar ein IMG in dem PDF. Ich wüsste nicht wie.

Zumindest auf eine Seite kann man in einem PDF theoretisch schon verlinken, einfach „#page=123“ an die URL dranhängen. Ist nur die Frage, ob der Brauser dann auch die Seitenverlinkung beachtet oder doch nur die erste Seite anzeigt.
Zur Verdeulichung hier mal ein Link zur Seite 39 der Übersicht „Alle Zielorte“: www.vbb.de/fileadmin/user_upload/VBB/Dokumente/Tickets-Abonnements/vbb-tarif-alle-zielorte.pdf#page=39.
Danke für den Tipp.
Auto-Ute und ihre Fanboys von der IHK (Motto: "Wir sind gegen jegliche Zwänge, außer es geht um die Mitgliedschaft bei uns") haben heute im Verkehrsausschuss bei der NVP-Präsentation mal wieder verkündet, dass der ÖPNV-Ausbau bis mindestens 2030 komplett eingestellt wird. Die Platte dürfte allgemein bekannt sein, Stabilität vor Wachstum, und man müsse die Ressourcen in Erhalt und Zuverlässigkeit investieren.

Das gilt selbstverständlich nur für den Umweltverbund. Das MIV-Netz ist zwar auch desolat, das hält Auto-Ute aber nicht davon ab, die TVO weiterzuplanen - obwohl sowohl die Kosten und der Anteil des Landes Berlin regelrecht explodiert sind.

Nebenbei ist die Stabilität-vor-Wachstum-Propaganda natürlich ein riesengroßer Blödsinn. Kein einziges Problem wird damit behoben, dass man die Planung an Erweiterungen einstellt. Die Planungsbüros, die nun nicht zum Zuge kommen, leiten ja nicht stattdessen den Kauf von Straßenbahnen oder die Einstellung von Personal in die Wege.
Zitat
def
Auto-Ute und ihre Fanboys von der IHK (Motto: "Wir sind gegen jegliche Zwänge, außer es geht um die Mitgliedschaft bei uns") haben heute im Verkehrsausschuss bei der NVP-Präsentation mal wieder verkündet, dass der ÖPNV-Ausbau bis mindestens 2030 komplett eingestellt wird. Die Platte dürfte allgemein bekannt sein, Stabilität vor Wachstum, und man müsse die Ressourcen in Erhalt und Zuverlässigkeit investieren.

Das gilt selbstverständlich nur für den Umweltverbund. Das MIV-Netz ist zwar auch desolat, das hält Auto-Ute aber nicht davon ab, die TVO weiterzuplanen - obwohl sowohl die Kosten und der Anteil des Landes Berlin regelrecht explodiert sind.

Hier lässt sich die gesamte Sitzung des Verkehrsausschusses vom 03.06.2026 mitsamt der Verbändeanhörung zum NVP abrufen - es war nicht nur die iHK geladen und beteiligt...

Zitat
def
Nebenbei ist die Stabilität-vor-Wachstum-Propaganda natürlich ein riesengroßer Blödsinn. Kein einziges Problem wird damit behoben, dass man die Planung an Erweiterungen einstellt. Die Planungsbüros, die nun nicht zum Zuge kommen, leiten ja nicht stattdessen den Kauf von Straßenbahnen oder die Einstellung von Personal in die Wege.

Der ehemalige Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen, aktuell für die SPD im Verkehrsausschuss des AGH, sprach mit ziemlich genau diesen Worten den von Dir beschriebenen Denkfehler in der Anhörung sn... :-)

Viele Grüße
Arnd
Die CDU wärmt mal wieder den Evergreen "Zugangssperren auf U-Bahnhöfen" auf.

Zitat
Tagesspiegel
„Unser Ziel ist eine moderne U-Bahn, die besser gesteuert werden kann, zuverlässiger fährt und jeden Tag mehr Vertrauen bei den Berlinerinnen und Berlinern schafft.“

Verrückte Ideen:

- Den Fahrzeugpark kontinuierlich erneuern mit einer ausreichenden Anzahl an Fahrzeugen, statt immer 30 Jahre abzuwarten und dann, nachdem der Betrieb halb zusammengebrochen ist, nur so viele neue Fahrzeuge zu beschaffen, wie sich nicht vermeiden lassen.

- Genug Geld in die Instandhaltung und Modernisierung des Netzes stecken, damit nicht mitten in der Innenstadt von heute auf morgen das Angebot um ein Drittel reduziert werden muss.

Zitat
Tagesspiegel
Außerdem sei ein geschlossenes System die Grundlage für künftige digitale Tarifmodelle. „Fahrgäste können beispielsweise automatisch nach tatsächlich gefahrenen Strecken abrechnen“, argumentieren die Parlamentarier, die sich für eine umfassende technologische Modernisierung der Berliner U-Bahn aussprechen.

So ein Blödsinn, dafür reichen auch Terminals an jedem Bahnhof zum Ein- und Auschecken, keine Sperren.

Zitat
Tagesspiegel
Dabei stehe er Aufbau eines digital unterstützten, vorausschauenden Betriebsmanagements im Mittelpunkt.

Wir sprechen schon von dem Unternehmen, das seit bald 20 Jahren daran scheitert, zeitgemäße Fahrkartenautomaten für Straßenbahnen rechtssicher auszuschreiben und zu installieren? Wo man in der Straßenbahn selbst eine Tageskarte für inzwischen 11,20 EUR nur mit Münzen bezahlen kann?

Das Übliche halt: Pseudolösungen für Probleme, die nicht da sind, und schulterzuckendes Hinnehmen eklatanter Missstände. Oder wie die CDU-Propagandaabteilung wahrscheinlich sagen würde: CDU pur.

Andererseits: wenn selbst in einem ÖV-affinen Forum diese Missstände schöngeredet und die Kritik daran als "BVG-Hass" diffamiert wird, macht die CDU alles richtig. Also nicht im Sinne der Stadt und eines funktionierenden ÖV, aber für sich selbst.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.06.2026 08:47 von def.
Zitat
def
Zitat
Tagesspiegel
Außerdem sei ein geschlossenes System die Grundlage für künftige digitale Tarifmodelle. „Fahrgäste können beispielsweise automatisch nach tatsächlich gefahrenen Strecken abrechnen“, argumentieren die Parlamentarier, die sich für eine umfassende technologische Modernisierung der Berliner U-Bahn aussprechen.

So ein Blödsinn, dafür reichen auch Terminals an jedem Bahnhof zum Ein- und Auschecken, keine Sperren.

Immerhin verhindern die Sperren, dass man vergisst, sich ein- und vor allem wieder auszuchecken. Allerdings halte ich es für Blödsinn, so ein Tarifmodell, wie es bei Taxifahrten zum Einsatz kommt, auf die U-Bahn übertragen zu wollen. Gibt es das denn irgendwo auf diesem Planeten?


Das Gegenteil von pünktlich ist kariert.
Zitat
Alter Köpenicker
Immerhin verhindern die Sperren, dass man vergisst, sich ein- und vor allem wieder auszuchecken. Allerdings halte ich es für Blödsinn, so ein Tarifmodell, wie es bei Taxifahrten zum Einsatz kommt, auf die U-Bahn übertragen zu wollen. Gibt es das denn irgendwo auf diesem Planeten?

Letztlich in London, oder? Also nicht auf Kilometern basierend, dafür gibt es aber recht viele Tarifzonen, und nach Tageszeit wird m.E. auch unterschieden.
Na ich bin gespannt wie man es auf der U7 am Mehringdamm erproben will während die U6 ausgenommen ist. Oder am Alexanderplatz ohne die wettergeschützte Verbindung S-Bahn zu U2 zu unterbrechen.

Zitat

Immerhin verhindern die Sperren, dass man vergisst, sich ein- und vor allem wieder auszuchecken.

Nicht zwingend. In Paris gibt es nur beim Hereingehen Sperren, beim Herausgehen simple Türen die auf Annäherung öffnen ohne das Ticket zu verlangen. Es kommt also auf die Wahl der konkreten Umsetzung an.
Zitat
def
Zitat
Alter Köpenicker
Allerdings halte ich es für Blödsinn, so ein Tarifmodell, wie es bei Taxifahrten zum Einsatz kommt, auf die U-Bahn übertragen zu wollen. Gibt es das denn irgendwo auf diesem Planeten?

Letztlich in London, oder? Also nicht auf Kilometern basierend, dafür gibt es aber recht viele Tarifzonen, und nach Tageszeit wird m.E. auch unterschieden.

Mit Zonen gibt es das ja so gut wie überall, mehr oder weniger ausgeprägt. Aber dafür braucht man ja weder Sperren noch irgendein Lesegerät. Früher, als es bei der Berliner S-Bahn acht Preisstufen gab, funktionierte das jedenfalls ohne irgendwelchen Firlefanz und auch für die mannigfaltigen VBB-Zonen und Waben sind keine großen technischen Errungenschaften vonnöten.


Das Gegenteil von pünktlich ist kariert.
Zitat
gt670dn
Zitat

Immerhin verhindern die Sperren, dass man vergisst, sich ein- und vor allem wieder auszuchecken.

Nicht zwingend. In Paris gibt es nur beim Hereingehen Sperren, beim Herausgehen simple Türen die auf Annäherung öffnen ohne das Ticket zu verlangen. Es kommt also auf die Wahl der konkreten Umsetzung an.

Ja, sicherlich; in Paris braucht man sich ja auch nicht auschecken. Das ist überall ganz verschieden. In London muss man manchmal beim Umsteigen seine Karte erneut einlesen (beim Wechsel des Betreibers, etwa Tube <> DLR?), ohne eine Sperre zu passieren - das habe ich dann öfter mal vergessen.


Das Gegenteil von pünktlich ist kariert.
In London musst du deine Karte nicht neu scannen beim Umsteigen. Du kannst es in manchen Fällen machen um nachzuweisen, dass du nicht durch Zone 1 gefahren bist um von günstigeren Preisen zu profitieren, z.B in Willesden Junction.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.06.2026 13:33 von Wutzkman.
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