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NEB ehemaliger Anschluss zum Güterbahnhof Schönholz
geschrieben von Heidekraut 
Ich möchte hier versuchen, das ehemalige Anschlussgleis der NBE zum Güterbahnhof Schönholz bzw. der Nordbahn und zum Stettiner Bahnhof nochmal nachzuvollziehen. Dieses Anschlussgleis wird es in dieser Form nicht mehr geben, es ist nicht geplant, es wieder aufzubauen.

Man muss sich vor Augen führen, dass es dieses die Kopenhagener Straße überquerende Gleis schon gab, bevor die Nordbahn auf den Damm gehoben wurde. Sodass auch die Nordbahn seinerzeit die Kopenhagener Straße ebenerdig mit Bahnübergang überquerte. In Zukunft soll auch die NEB über die Eisenbahnüberführung zum Gesundbrunnen geführt werden.

Ich stütze mich auf den Gleisplan (ohne Datum) aus der Nachkriegszeit. Die Alliierten-Luftaufnahme des Kleinbahnhofes Wilhelmsruh von Ende 1961 (de.wikipedia.org) vor der Beräumung des Güterbahnhofs der NBE sowie auch auf das Luftbild aus dem Tagesspiegel von 1928.



Neben dem Gleisbild Schönholz gibt es auch auf Stadtschnellbahn.de den schematischen Gleisplan von 1947.
Auf diesem Plan sind noch die Fernbahngleise der Nordbahn vorhanden, die aber als Reparation später abgebaut wurden. Außerhalb des Güterbahnhofs blieb auf der Nordbahn eines der Fernbahngleise liegen und wurde als Gütergleis genutzt. Auf dem anderen Gleisplan sind die Fernbahngleise nur noch gestrichelt eingezeichnet und sowohl das Gütergleis der Kremener Bahn aus Borsigwalde, Anschluss Wagonbau Union, als auch das Gütergleis aus Waidmanslust, Anchluss Volta Werke, bzw.vom Güterbahnhof Hermsdorf werden zusammen mit dem Gleis der NBE auf das Gütergleis Nr. 8 in Bahnhof Schönholz angebunden. Ob der Personenverkehr bis zum Stettiner Bahnhof, der zeitweise am Ende des Krieges und wohl auch in den ersten Nachkriegsjahren (lt. Wikipedia von 1950-52) noch von der NBE betrieben wurden, über das Ferngleis der Nordbahn oder über dieses Gleis 8 erfolgte, weiß ich nicht. Auch ist mir der genaue Übergabepunkt des Anschlussgleises der NBE nicht bekannt. Ich vermute aber, dass das Gleis welches das unterste ist, das nordöstlichste, in der Einfahrtgruppe, vor der Weiche mit der Kremmener Güterbahn, noch der NBE gehörte. Es macht dort einen charakteristischen Bogen.

Auf gleistod.de, einem Probeauszug aus sehr teuren Büchern, befindet sich noch ein Plan des GB von 1903. Da gibt es noch kein NME Gleis und das Gleis für den Brantweinmonopolisten, war noch mit Neues Deutsches Stahlwerk bezeichnet.

[www.gleistod.de]
(etwas herunterscrolen)
Die Gütergleise überquerten die Provinzstraße.

Die Widerlager an der Provinzstraße wurden später erneuert, und dort überspannt noch heute eine breite Stahlbrücke die Straße. Über sie läuft das Gütergleis zur Kremmener Bahn, aber auch das Gleis der Nordbahn sollte dort ebenfalls noch liegen. Die Weiche zum NBE-Gleis folgt erst nach der Provinzstraßenbrücke.

Blickrichtung zurück nach Süden.


Zwischen Provinzstraße und Felseneckstr., heute Klemkestraße liegt das NBE-Gleis noch. Rechts der Kabelkanal. An die Weiche kam ich leider nicht ran.


Hausfriedensbruch bei NEBs.🙄

Warum an dieser Stelle das Gleis so einen charakteristischen Bogen macht (im Bild natürlich nicht zu sehen) weiß ich nicht. Ich hatte vermutet, dass das mit dem Überwerfungsbauwerk der Kremener Bahn zusammenhängt. Aber das sieht nicht danach aus, der Bogen ist schon vorher.


Das Nordbahngütergleis und das NME-Gleis überquerten dann die Felseneckstraße (heute Klemkestraße) mit je einer eigenen Trogbrücke. Diese sind beide heute nicht mehr vorhanden. Das Gütergleis nach Hermsdorf läuft vermutlich auf der vorhandenen Brücke der Nordbahn (weiter links).

In der Klemkestraße sind die Widerlager noch da. Ich vermute, dass diese Widerlager nicht wieder aufgebaut werden, bzw. anderweitig für die Nordbahn genutzt werden.

Blickrichtung Nord.


Gehört dieses Signal noch der NEB?

Blickrichtung Süd.


Danach folgt bereits das Rampengleis, das den Bahndamm hinabführt bis auf Bodenniveau.

Die besten Aufnahmen dieses Rampengleises findet man ebenfalls auf gleistod.de, z. T. von Peter Bley aus 1993, bzw. 2013.

(Leider ist das ein PDF und ich kann die Bilder hier nicht verlinken.)

Blickrichtung Süd.



Das Gleis verliert schnell an Höhe.

Blickrichtung Nordwest.


Am Boden angelangt, geht das Rampengleis in den Mauerweg über. Von dort an ist das Gleis abgebaut und der Schotter wurde mit Asphalt und Kies verfestigt und zu dem Mauerweg geformt. Man sieht es am deutlichen Schlenker. Danach der gerade Verlauf direkt auf der Trasse.


Diese Baracken entsprechen etwa denen auf dem Luftbild.

Das Gleis überquerte dann die Kopenhagener Straße. Es muss in den Güterbahnhof der NME direkt über die Fläche des heutigen Norma-Supermarkts gelangt sein.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 17.05.2026 05:11 von Heidekraut.


Ein zweites Gleis zweigte ab und endete mit Prellbock vor der Kopenhagener Straße. Es lief vielleicht früher auch über die Straße in den Güterbahnhof.

(Alliierten-Luftbild von Ende 1961) [berlin.museum-digital.de]
Links die Nordbahn – Mitte das Anschlussgleis – rechts das abzweigende Ausziehgleis (schwach zu erkennen).

Im Grunde ist das Gleis so weit vorhanden, dass es sich ideal als Logistikgleis für den Boxenstop eignen würde. Ein paar Rodungen, ein wenig ausflicken. Am Fuße die Einrichtungsfläche. Aber leider fehlt die Brücke. Sonst könnte jeder Zweiwegebagger dort zum Bahndamm hoch fahren. 😎



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 17.05.2026 05:07 von Heidekraut.
Spannender Ausflug! Nur warum ist das Gleis zur Provinzstraße hin auf das Straßenniveau abgefallen? Oder ist es umgekehrt, und es wurde zur Klemkestraße hin nachträglich angehoben?
Zitat
Slighter
Spannender Ausflug! Nur warum ist das Gleis zur Provinzstraße hin auf das Straßenniveau abgefallen? Oder ist es umgekehrt, und es wurde zur Klemkestraße hin nachträglich angehoben?

Die Gleise der Nordbahn wurden - wie auf fast allen Berliner Strecken - hochgelegt, diejenigen der Heidekrautbahn blieben "unten", weil sie offenbar nicht störten. Wikipedia schreibt dazu im Artikel "Berliner Nordbahn":

Zitat
Wikipedia
Bis 1912 wurden von den Ferngleisen getrennte Vorortgleise zwischen Gesundbrunnen und Frohnau gebaut. Gleichzeitig wurde die Strecke auf einen Damm verlegt, um im Straßenniveau liegende Bahnübergänge zu vermeiden. Schrittweise bis 1926 folgte der Abschnitt Frohnau – Borgsdorf.
Provinzstraße und Klemkestraße ist das Gleis noch auf dem Damm. Erst nördlich der Klemkestraße fällt das Rampengleis ab bis auf Straßenniveau.
In Zukunft wäre das dann das neue NEB-Gleis, oder? also würde man das dann auf dem alten Damm errichten, oder würde man die NEB schon früher auf die Nordbahn leiten?
Darüber gibt es ja noch keinen PFV und keine abgeschlossene Planung, soviel ich weiß. Aus meiner Sicht wird das NEB-Gleis direkt in Wilhelmsruh auf das Nordbahngütergleis, das aus Hermsdorf und Waidmannslust, geführt und bis Schönholz durchgebunden. Dort läuft ja das Gütergleis bis Gesundbrunnen. Da der Boxenstopp auf dem zweiten Gleis angebunden wird, kann es dann das eine oder andere Gleis sein.

Das Rampengleis wird nicht wieder aufgebaut.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.05.2026 16:00 von Heidekraut.
Zitat
Slighter
In Zukunft wäre das dann das neue NEB-Gleis, oder? also würde man das dann auf dem alten Damm errichten, oder würde man die NEB schon früher auf die Nordbahn leiten?

Die NEB soll - falls die Verlängerung kommt - direkt in Wilhelmsruh auf die Nordbahn geleitet werden.

Aber sei nicht zu optimistisch... dem Vernehmen ist das alles "viel zu teuer". Ich hörte, dass bei der anstehenden Brückenerneuerung in diesem Abschnitt lediglich der Platz freigehalten, aber keine Verlängerung geplant wird.
Für mich ist die spannnende Frage, ob dieses Stück marode oder ehemalige Infrastruktur auch der NEB rückübertragen wurde. Sie wurden ja nie enteignet so ist der Begriff Rückübertragung nicht ganz stichhaltig. Oder hat man es vergessen und es verblieb in der Verwaltung der Reichsbahn und ging in die Deutsche Bahn über? Sollte der Rest und die Grundstücke der NEB gehören, können sie dann bei dem Ausbau der Nordbahn oder auch nur eines Gütergleises mit zur Kasse gebeten werden? Oder können sie sogar an die DB verpachten? Der Bahndamm muss ja sicher angefasst werden, falls es zur Wiedererrichtung der Nordbahn kommt. (sehr hypothetische Frage.)
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