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1.Klasse App Bus - Ein Modell für die wachsende Stadt?
geschrieben von M69 
Ist die Einführung einer 1.Klasse App im Busverkehr eine Lösung zur Steigerung der Attraktivität des ÖPNV für die wachsende Stadt?

Gerade im Berufsverkehr sind die überfüllten Busse und lange Strecken im Stehen eine große Hürde den ÖPNV zu nutzen anstatt des MIV.
Eine 1.Klasse App für monatlich 65€ zusätzlich zum Normaltarif die den Nutzer zum Zustieg in den Bus an der Betriebshaltestelle vor der ganzen "Hammelherde" sowie zur Mitfahrt auf Betriebsfahrten berechtigt würde die Attraktivität des ÖPNV ohne Mehrkosten seitens des Betreibers wesentlich steigern. Um zu vermeiden das das Fahrpersonal in der Ruhepause gestört wird wäre eine Ausgabe ausschließlich als digitales Ticket über eine App der Weg. Dem berechtigten Nutzer wird über die App die ohnehin im System hinterlegte frühere Abfahrtszeit an der Betriebshaltestelle angezeigt und durch ein akustisches Signal mitgeteilt wann zugestiegen werden kann. Ebenfalls wäre über diese App die Anzeige geeigneter Betriebsfahrten für den gewünschten Fahrtweg möglich und die Möglichkeit ähnlich der Rufbuskästen im RVS Netz dem Fahrer als berechtigter Nutzer den Zustiegswunsch mittels Anzeige auf dem IBIS Gerät zu signalisieren.
Unter Kollegen wird dies gerade im Übergang vom/zum Nachtnetz ja bereits heute (ohne Genehmigung) so praktiziert.
Die Mehreinnahmen durch den Komfortaufschlag kompensieren im übrigen die massiven Einnahmeausfälle für das Verkehrsunternehmen durch das Deutschlandticket.

Eine lohneneswerte Überlegung für BVG und Senat ohne jegliche Investitionen das ÖPNV Angebot in den Stoßzeiten deutlich attraktiver zu machen und in den Tagesrandlagen das Angebot gerade in den Außenbezirken signifikant zu verbessern.

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Eisern Union!



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.05.2026 16:08 von M69.
Betriebsfahrtsabo, einfach goldig.

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Ich hab nen Bus und meine Busfahrerin heißt Layla, sie fährt schöner, schneller, weiter.
Der Anteil an Betriebsfahrten am Gesamtanteil aller Fahrplanfahrten ist verschwindend gering. Von den 20h am Tag wo ein Bus auf Linie ist, dürfte er in den meisten Fällen zwei Betriebsfahrten machen: Ausrücken und einrücken.

Betriebsfahrten haben ihre Gründe im innerbetrieblichen und nicht weil sie tatsächliche Verkehrsbedürfnisse verfolgen. Das mag manchmal zufällig deckungsgleich sein, aber dann wären sie normale Linienfahrten. Betriebsfahrten verfolgen doch völlig andere Routen.

Der überwiegende Teil der Beförderungsfälle spielt sich an den Zwischenstationen ab und nicht an der Starthaltestelle. Vielleicht bei einer Linie, die am Zoo beginnt, doch zahlreiche Linien beginnen in irgendeiner Siedlung wo nur drei Hanseln einsteigen. Die wirklichen Lastabschnitte treten jedoch erst an den Folgehaltestellen auf.

Kling ja alles ganz nett, aber doch eher danach als wenn sich ein einzelner eine (durchaus berechtigte) Sitzplatzgarantie wünscht. Der potentielle Nutzerkreis ist doch viel zu klein um damit angebliche "massive Einnahmeausfälle" zu kompensieren.

Zitat
Florian Schulz
Der Anteil an Betriebsfahrten am Gesamtanteil aller Fahrplanfahrten ist verschwindend gering. Von den 20h am Tag wo ein Bus auf Linie ist, dürfte er in den meisten Fällen zwei Betriebsfahrten machen: Ausrücken und einrücken.

Und ein weitere Aspekt dabei dürfte dafür sorgen, dass ein solches Angebot kein sonderlich großes Potenzial hätte: Die meisten Betriebsfahrten finden zu Zeiten statt, wenn die Nachfrage nicht besonders hoch ist. Und dies ist nicht mal zufällig so, sondern systembedingt, denn sie haben ja eben den Zweck zu Beginn des (ggf. größeren) Bedarfs einzusetzen und zum Ende der jeweiligen "Bedarfsstufe" (egal ob HVZ, NVZ oder wann auch immer) auszusetzen.

Im Straßenbahnbereich sind diese Fahrten ja i.d.R. normale Linienfahrten mit teils ungewöhnlichen Zielen und/oder Linienwegen und ich nutze sie relativ häufig im Bereich der Pappelallee. Aber sie wären mir mit Sicherheit keinen so hohen Aufpreis wert, im Zweifel würde ich auf die nächste reguläre Linienfahrt warten. Diese Fahrten sind meist auch relativ leer und werden nach Überquerung der Kreuzung in die Pappelallee noch leerer, weil viele Menschen erst dann begreifen, dass sie mir der Bahn nicht die Schönhauser Allee hochfahren können.
Da der Thementitel in Form einer Frage gestellt ist - hier die Antwort:

Nein.

Abgesehen vom mittlerweile hier bekannten, geringschätzigen Blick auf ÖPNV-Nutzerinnen und Nutzer, die auf einmal fast so günstig wie Menschen mit Versorgungsamt-Wertmarke unterwegs sind, halte ich auch sonst die Idee für absurd. Sie hat vermutlich so wenig Potenzial, dass selbst das Roelckestraße/Nüßlerstraße - Robert-Schumann-Brücke-über-Bethaniendamm-Sonderticket für 3,00 € mehr Absatz fände.

Selbst wenn ich das Glück habe, an einer Endhaltestelle zu wohnen, an der regelmäßig viele Leute zusteigen - herzlichen Glückwunsch, ich kann eine Minute vor allen anderen zusteigen und mir einen Platz suchen. Und auf dem Rückweg? Auch das Fahrpersonal wird begeistert von den drei Berlinerinnen und Berlinern, die einfach schon während der Pause ganz offiziell zusteigen dürfen.

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Die paar Schritte kann ich auch fahren.
An nicht wenigen Startpunkten im Netz, sei es U Walther Schreiber Platz(M76), S+U Hermannstraße(M44), S+U Rathaus Steglitz(M82), S+U Rathaus Spandau(M32, X36, 237) hat man im Berufsverkehr nur eine Chance auf einen Sitzplatz mit asozialer Ellbogentaktik und als Begleitperson eines Rollstuhls oft gar keinen Sitzplatz.
Da würde das kostenpflichtige Upgrade bei täglichen Wegen über diese Umsteigepunkte erhebliches bringen.
Gerade im Südwesten sind oft Aussetzfahrten zwischen 18 und 20 Uhr mit teils beträchtlicher Strecke zum Betriebshof C, auch dort würde eine Freigabe eine erhebliche Entlastung und eine wesentlich zügigere Heimfahrt entlang der Linien X10, 115 und 186 bringen.

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Eisern Union!



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.05.2026 19:47 von M69.
Zitat
Florian Schulz
Der Anteil an Betriebsfahrten am Gesamtanteil aller Fahrplanfahrten ist verschwindend gering.
Am Gesamtanteil aller aktuellen Doppeldecker-Kilometer sind mindestens 25% der befahrenen Abschnitte Betriebsfahrtrouten

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Eisern Union!
Habe ich das richtig verstanden, dass du quasi in der Betriebshaltestelle, also dort wo das Fahrpersonal seine Wendezeit nimmt, bereits einsteigen möchtest?
Dann steigst du mit 1.Klasse-Ticket nur an den Endhaltestellen ein? Was macht jemand mit so einem Ticket, der Feuerbachstraße oder Bahnhof Lankwitz einsteigen will? Bleiben da analog zur Bahn in jedem Bus 10 Sitzplätze leer oder muss dann einer für dich aufstehen? Und fährt in jedem Bus ein 100 Kilo schwerer Kampfsportler als Security mit, um den Anspruch der Menschen mit Spezialticket durchzusetzen?
Zitat
Philipp Borchert
Abgesehen vom mittlerweile hier bekannten, geringschätzigen Blick auf ÖPNV-Nutzerinnen und Nutzer, die auf einmal fast so günstig wie Menschen mit Versorgungsamt-Wertmarke unterwegs sind
Die Versorgungsamt-Wertmarke ist ein Nachteilsausgleich für einen relativ kleinen Personenkreis. Die Vergünstigung soll Mobilität und Lebensfreude für Menschen die aufgrund eines Handicaps über wenig finanzielle Mittel verfügen ermöglichen.
Ganz anders wie beim Deutschlandticket was von einer breiten Masse der Bevölkerung, zum größten Teil mit gutem Einkommen als Luxusspielzeug zur Verfügung steht und auch so genutzt wird als Upgrade zum Auto anstatt dieses zu ersetzen
Womit ist jetzt noch der Ausgleich von Nachteilen im Alltag gegenüber unversehrten Menschen gewährleistet?
Diese Nachteile ziehen sich durchs gesamte Leben, so unter anderem extreme Reizempfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen, Angstzustände, soziale Isolation und Sinnverlust im Leben

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Eisern Union!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.05.2026 20:45 von M69.
Zitat
M69
Womit ist jetzt noch der Ausgleich von Nachteilen im Alltag gegenüber unversehrten Menschen gewährleistet?

Zuerst die objektive Antwort: Die Kosten, die jemand Betroffenes für die Wertmarke trägt, betragen derzeit maximal 104,00 € im Jahr. Das Deutschlandticket kostet derzeit 756,00 € im Jahr. Ob dieser teils massive finanzielle Vorteil die Nachteile, die Du hast, ausgleichen kann, wirst nur Du bemessen können - und offenbar hast Du das getan.

Ich fand es immer ungerecht, dass die Wertmarke etwas bietet, das zuvor für gesunde Menschen (oder eben jene ohne diese festgestellte Berechtigung; nicht jeder, der keine Wertmarke erwerben darf, ist prinzipiell gesund oder lebt ohne Einschränkungen; Du wirst ja sicherlich auch Menschen kennen, denen es nicht gut geht und die dennoch keinen Schwerbehindertenausweis haben) nicht für Geld und gute Worte erreichbar war - eine deutschlandweite Flatrate für den ÖPNV. Gab es schlichtweg nicht. Und zur deutschlandweiten ÖPNV-Flatrate ist diese Wertmarke ja auch erst mit der Zeit geworden. Das System hat sich sehr positiv entwickelt. Warum sollten sich Angebote für Menschen ohne Wertmarken-Erwerbsberechtigung nicht auch entwickeln dürfen?

Das Deutschlandticket als Luxus für Leute, die es gar nicht bräuchten, ist allein Deine Einschätzung. Menschen, die nicht auf jeden Euro achten müssen, werden sich freiwillig nicht in einen erwartbar überfüllten Ostseezug quetschen, wenn sie nicht für einigermaßen angemessenes Geld eine bessere Möglichkeit, ans Wasser zu gelangen, haben. Das würde mich stark wundern. Dass die Ostsee-Züge schon seit vielen Jahren überlastet sind, schon lange bevor es das Deutschlandticket gab, wurde nun schon mehrfach geschrieben. Erkenne das doch einfach mal an anstatt anzunehmen, dass jemand ohne Einschränkungen Dir "Deinen" Platz im Zug wegnehmen könnte, weil's jetzt so günstig ist.

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Die paar Schritte kann ich auch fahren.
Zitat
M69
Zitat
Florian Schulz
Der Anteil an Betriebsfahrten am Gesamtanteil aller Fahrplanfahrten ist verschwindend gering.
Am Gesamtanteil aller aktuellen Doppeldecker-Kilometer sind mindestens 25% der befahrenen Abschnitte Betriebsfahrtrouten

Das kannst du ja zum Glück anhand von Zahlen belegen.

Berliner Linienchronik (+ Stationierungen/Werbungen/...) 1858-2026
Davon abgesehen: Zuschläge für kleine Sondernutzen im ÖPNV haben einfach nicht genug Nachfrage. Solche Angebote wurden nach und nach überall eingestellt oder aufgrund der eben nicht absehbaren Nachfrage gar nicht erst implementiert (wir erinnern uns an die Idee, in der BR 481 ein Erste-Klasse-Abteil zu installieren). Es gibt immer noch jede Menge kleiner Regionalzug-Triebwagen, die mit einem lächerlich kleinen Alibi-Erste-Klasse-Abteil durch die Gegend fahren, in dem so gut wie nie jemand sitzt (außer vielleicht die Zugbegleiterin/der Zugbegleiter). Verschwendeter Platz, denn kaum jemand ist bereit, die z.B. im VBB aufgerufenen 5,30 € je Fahrt Zuschlag zu zahlen, um hinter einer Glastrennscheibe auf einem Sitz mit abweichendem Polstermuster Platz zu nehmen.

In stark genutzten Regionalzügen - in denen man diese quasi-Sitzplatzgarantie als Argument ja noch verstehen könnte - bleibt die Erste Klasse auch sehr oft leer. Die Idee, dass viele Leute das Deutschlandticket als Luxusspielzeug haben und nur deswegen Zug fahren, wird damit ein weiteres Mal als Gedanke jenseits der Realität bestätigt - denn wenn ich genug Geld hätte und dennoch mit dem Deutschlandticket in einem vollen Regionalzug unterwegs bin, wären doch die paar Euro für die erste Klasse erst Recht drin. Oder?

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Die paar Schritte kann ich auch fahren.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.05.2026 21:17 von Philipp Borchert.
Zitat
M69
Womit ist jetzt noch der Ausgleich von Nachteilen im Alltag gegenüber unversehrten Menschen gewährleistet?

Schwerbehinderte haben von Gesetz wegen jederzeit Anspruch auf einen Sitzplatz, den D-Ticket-Nutzer nicht haben (BefBedV §5 Abs.2 Satz 2).

Zitat
M69
als Begleitperson eines Rollstuhls oft gar keinen Sitzplatz.
Wozu braucht ein Rollstuhl eine Begleitperson?

Damir er leer durch die Gegend gefahren wird?

In dem Fall wüsste ich sogar, wo sich die Begleitperson des Rollstuhls im Bus hinsetzen könnte...
Zitat
fatabbot
...

So ein dummer Kommentar.

Zitat
Florian Schulz
So ein dummer Kommentar.
Stimmt. Dein Kommentar ist dumm.
Zitat
fatabbot
Zitat
M69
als Begleitperson eines Rollstuhls oft gar keinen Sitzplatz.
Wozu braucht ein Rollstuhl eine Begleitperson?

Damir er leer durch die Gegend gefahren wird?

In dem Fall wüsste ich sogar, wo sich die Begleitperson des Rollstuhls im Bus hinsetzen könnte...

Es gibt im Schwerbehindertenausweis die Kennzeichen aG (oder G), H und B. I Klartext außergewöhnlich Gehbehindert (oder Gehbehindert), Hilflos und Begleitperson.
Wie war nochmal Deine Frage ?

Bäderbahn
Zitat
Bäderbahn
Zitat
fatabbot
Zitat
M69
als Begleitperson eines Rollstuhls oft gar keinen Sitzplatz.

Wozu braucht ein Rollstuhl eine Begleitperson?

Es gibt im Schwerbehindertenausweis die Kennzeichen aG (oder G), H und B. I Klartext außergewöhnlich Gehbehindert (oder Gehbehindert), Hilflos und Begleitperson.
Wie war nochmal Deine Frage ?

Meine Frage wäre, ob neuerdings auch für Rollstühle Schwerbehindertenausweise ausgestellt werden. Andererseits liegt es wohl auf der Hand, dass Rollstühle Begleitpersonen benötigen, da sie sich sonst wohl kaum fortbewegen könnten und auch sonst keinen Zweck erfüllen würden.


Das Gegenteil von pünktlich ist kariert.
In der Praxis wird vom Fahrpersonal anstatt der gültigen Dienstanweisung Tür vorne bleibt geschlossen bis Rollstuhl eingestiegen ist und sicher steht genau das Gegenteil praktiziert. Es wird mutwillig mehrere Meter neben dem zu erwartenden Haltepunkt der Mitteltür gehalten so das an der ersten wie der zweiten Tür sämtliche Fahrgäste in den Bus strömen und man in diesem Gewühl nur mit anderen in die Hacken fahren zum Rollstuhlstellplatz kommt und schon gar nicht als Begleitperson danach einen Sitzplatz findet.
Die Begleitperson vom Rollstuhl kann zwar im günstigsten Falle durch das Merkzeichen B kostenfrei mitfahren hat aber keinerlei Anspruch auf Sitzplätze.
Versuche mit dem Rollstuhl an der Vordertür einzusteigen was von der Gangbreite spielend machbar ist und wo man sich zumindest nicht von beiden Seiten "gegen den Strom" der einsteigenden Masse kämpfen muss wird vom Fahrpersonal durch unsachliche Kommentare ebenfalls sabotiert. Alltagsableismus wie aus dem Bilderbuch

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Eisern Union!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 21.05.2026 07:43 von M69.
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