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1.Klasse App Bus - Ein Modell für die wachsende Stadt?
geschrieben von M69 
Ich weiß nicht, was genau Du jetzt hast, aber einige Deiner Schilderungen sind so weit von der - zumindest von mir - erlebten Realität entfernt, dass ich befürchte, wir wohnen in unterschiedlichen Städten. Ich sehe oft genug, wie Busse, wenn wer im Rollstuhl erkennbar einsteigen möchte, anders halten - nämlich mit der Mitteltür dort, wo ebenjener steht. Die Ausstiegstüren hinten öffnen sich, systembedingt. Dass dann Fahrgäste, die einsteigen wollen, mehr oder weniger automatisch zu diesen Türen laufen - daran ist niemand vom Fahrpersonal schuld.

Nicht jeder Rollstuhl passt durch den Gang von vorne in die Mitte, zudem haben die Vordertüren keine Rampen mehr.

Jetzt wäre interessant, was das alles mit der Ausgangsfrage zu tun hat.

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Die paar Schritte kann ich auch fahren.
Zitat
M69
In der Praxis wird vom Fahrpersonal anstatt der gültigen Dienstanweisung Tür vorne bleibt geschlossen bis Rollstuhl eingestiegen ist und sicher steht genau das Gegenteil praktiziert. Es wird mutwillig mehrere Meter neben dem zu erwartenden Haltepunkt der Mitteltür gehalten so das an der ersten wie der zweiten Tür sämtliche Fahrgäste in den Bus strömen und man in diesem Gewühl nur mit anderen in die Hacken fahren zum Rollstuhlstellplatz kommt und schon gar nicht als Begleitperson danach einen Sitzplatz findet.
Die Begleitperson vom Rollstuhl kann zwar im günstigsten Falle durch das Merkzeichen B kostenfrei mitfahren hat aber keinerlei Anspruch auf Sitzplätze.
Versuche mit dem Rollstuhl an der Vordertür einzusteigen was von der Gangbreite spielend machbar ist und wo man sich zumindest nicht von beiden Seiten "gegen den Strom" der einsteigenden Masse kämpfen muss wird vom Fahrpersonal durch unsachliche Kommentare ebenfalls sabotiert. Alltagsableismus wie aus dem Bilderbuch

Erst plädierst du für die Einhaltung der Dienstanordnung, aber dann vorne einsteigen wollen (der Rollstuhlplatz ist an der zweiten Tür). Ich weiß auch nicht, welche Einschränkung neuerdings Begleitpersonen haben sollen, weil sie zwingend sitzen müssen.

Berliner Linienchronik (+ Stationierungen/Werbungen/...) 1858-2026
Ich glaube, dass das schwer umzusetzen ist. Wenn die Betriebshaltestelle in Sichtweite zur normalen Haltestelle liegt (z. B. am angesprochenen Walter-Schreiber-Platz) werden andere Fahrgäste sehen, wie die Personen mit dem Spezialticket schon in den Bus einsteigen und wollen das dann auch. Das Fahrpersonal muss denen dann erst erklären, dass sie ein entsprechendes Ticket benötigen. Kein leichtes Unterfangen, wenn die Stimmung an der Haltestelle eh schon aufgeheizt ist, weil beispielsweise der vorherige Bus ausgefallen ist und es deswegen zu verbalen Auseinandersetzungen kommt.

Dabei benötigt ja das Fahrpersonal die Zeit zur Entspannung, um danach die Fahrgäste sicher durch den Straßenverkehr zu bringen.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 21.05.2026 10:01 von Taktverdichtung.
Zitat
Philipp Borchert
Ich sehe oft genug, wie Busse, wenn wer im Rollstuhl erkennbar einsteigen möchte, anders halten - nämlich mit der Mitteltür dort, wo ebenjener steht.

Ich sehe dies auch oft, allerdings muss man dabei sicher auch berücksichtigen, dass die Wahrnehmung des entsprechenden Verhaltens massiv von der jeweiligen Perspektive abhängt. Nehme ich dies als nichtbehinderter Fahrgast war, ist das entweder neutral oder kann sogar negativ empfunden werden, wenn durch die Verzögerungen z.B. ein Anschluss gefährdet wird. Die Person im Rollstuhl wird dagegen jedes einzelne Mal, bei der sie sich in den Bus und auf einen verbliebenen freien Platz kämpfen muss, zu Recht als problematisch empfinden.
Angenommen, das / die 1.Klasse App Bus waere extrem erfolgreich, und es gaebe mehr Fahrgaeste, die an den Betriebshaltestellen einsteigen duerften, als Sitzplaetze im Bus vorhanden sind, sollte es dann eine Kompensationsregelung geben, z.B. sollte dann das Fahrpersonal eine Bescheinigung ausstellen, die eine Teilerstattung beinhaltet? Oder muesste dann dieses Ticket wegen des eigenen Erfolges (und die Erfolgswahrscheinlichkeit duerfte mit der wachsenden Stadt ebenfalls wachsen) wieder abgeschafft werden?

Das waere dann vergleichbar mit On-Demand- oder Ruf-Bussen, die aufgrund zu hoher Nachfrage wegen zu hohem Zuschussbedarf wieder eingestellt werden muessen.

Eine attraktivere Alternative waere mMn die Wiedereinfuehrung einer 1.Klasse in S-Bahnen bzw. Komfort-Buslinien, zumindest in den Hauptverkehrszeiten. Gab es vor der Verbreitung des Automobils bereits, hat sich zB in Hamburg bis in die 2000er Jahre gehalten ("Schnellbus"), und wurde z.B. in Doha, Riyadh und Dubai in der Metro eingefuehrt, um die Nutzung fuer Einheimische /Besserverdienende attraktiv zu machen.
Das ist eine interessante Frage wie im Falle einer hohen Nachfrage verfahren werden sollte wenn somit niemand mehr einen Nutzen hat. In der 1. Klasse im Bahnregionalverkehr ist dieses Phänomen meines Wissens noch nie vorgekommen, allerdings ist der Busbereich in der Rushhour eine ganz andere Welt

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Eisern Union!
Zitat
M69
Das ist eine interessante Frage wie im Falle einer hohen Nachfrage verfahren werden sollte wenn somit niemand mehr einen Nutzen hat. In der 1. Klasse im Bahnregionalverkehr ist dieses Phänomen meines Wissens noch nie vorgekommen, allerdings ist der Busbereich in der Rushhour eine ganz andere Welt

Da es grundsätzlich ja eher eine Möglichkeit wäre, damit Geld zu verdienen wäre die dauerhafte Lösung wohl das klassische marktwirtschaftliche Prinzip: Angebot und Nachfrage über den Preis sinnvoll zusammen zu bringen. Da es sich weniger um eine klassische Beförderungsleistung im ÖPNV-Sinn handelt, sondern eine Zusatzleistung könnte man dies von der Genehmigung und weiteren Tarifregularien ausnehmen, was den Unternehmen die Möglichkeit schaffen würde, jeden Monat einen neuen Preis festzulegen, der sich an der Nachfrage des Vormonats orientiert.
Zitat
M69
In der 1. Klasse im Bahnregionalverkehr ist dieses Phänomen meines Wissens noch nie vorgekommen,

Ich habe schon öfter keinen Platz in der 1. Wagenklasse gefunden, sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr. Heute wieder im ICE: Mehrere Züge in der 1. Klasse komplett ausgebucht. Da der Fahrplan wegen verschiedener Ereignisse zwischen Köln und Essen ohnehin ein einziges Desaster war, saßen wohl nur die wenigsten Reisenden auf ihren reservierten Plätzen – so auch ich nicht. Als dann noch die Klimaanlage ausfiel, wurde der Wagen gesperrt, sodass ich schließlich in der 2. Klasse landete, weil der andere erstklassige Wagen schon voll war.

Im Nahverkehr kommt es häufig vor, dass die 1. Klasse voll ist, da sie oft deutlich kleiner ausfällt. In der BR 612 im bwegt-Netz gibt es zum Beispiel gerade einmal acht Sitzplätze.


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