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Re: Berliner Zeitung: Bedroht mehr Wettbewerb im Fernverkehr den VBB-Regionalverkehr? 01.06.2026 12:26 |
Wir reden hier teilweise über Regionen, wo eine Schrumpfung der Bevölkerungszahl um 25 Prozent prognostiziert wird.Zitat
Florian Schulz
Wegen fehlender Kapazitäten kann die Antwort doch nicht sein, ganze Zuggattungen einzustampfen, sondern die Trassenkapazitäten auszubauen. Insbesondere Überholgleise, Blockabstände und Dispogleise. Fernverkehr ersetzt keinen Regionalverkehr und S-Bahnen sind kein Ersatz für Mittel- und Langstreckenverkehre. Schon gar nicht so weit außerhalb der Ballungsräume.
Gebt denen nur einen 30-Minuten-Takt mit dem RE nach Berlin und dann wählen die nicht die AfD. Das wird nicht funktionieren. Das gibt nur viele leere Züge, aber keine anderen Wahlergebnisse.Zitat
Florian Schulz
Brandenburger Leben fördert man nicht, indem man Bahnhöfe vom Regionalverkehr abschneidet weil Ballungsraumverkehr wichtiger zu sein scheint. Das befeuert die Land-Stadt-Wanderung und zurück bleiben die blauen Depressiven. Die Landbevölkerung stört das massive Metropoldenken übrigens immens schon seit der DDR. Ich kann mich gut an die Diskussionen meiner Verwandten erinnern, dass "ihr Berliner immer alles bekommt".
Bisher hat man auf den Hauptachsen im Regionalverkehr viel raufgelegt in Brandenburg. Ich prognostiziere aber einige sehr schmerzhafte Entwicklungen angesichts Demographie und Haushaltsengpässen.Zitat
Florian Schulz
Wenn man denn unbedingt auf den Hauptkorridoren den Regionalverkehr ausdünnen will zugunsten anderer Zugkategorien, sollte man meines Erachtens auch darüber nachdenken, querverbindende Nebenbahnen auszubauen oder wieder auferstehen zu lassen. Dass sich so viel Regionalverkehr auf die wenigen Hauptkorridore konzentriert, hängt nämlich auch an der mangelhaften Flächenerschließung.
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Re: Berliner Zeitung: Bedroht mehr Wettbewerb im Fernverkehr den VBB-Regionalverkehr? 01.06.2026 12:56 |
Zitat
PassusDuriusculus
Zitat
Lopi2000
Zitat
PassusDuriusculus
Ja wunderbar. Und dann fällt bei ner Störung der ICE aus und im nachfolgenden Privatzug kann man dann nicht mitfahren und vice versa. Bei der nächsten Streckensperrung Hamburg-Berlin fahren dann nicht wie im Regelfahrplan 2 ICEs + 1 Italo pro Stunde, sondern Abwechselnd je alle 2 Stunden ein ICE ODER ein Italo und man kommt somit nur noch alle 2 Stunden, statt alle 30 Minuten nach HH.
Und die BahnCard 100-Besitzer brauchen dann noch zwei weitere BahnCards, weil neue Quatsch-Fernzüge den ICE verdrängen?
Für solche Zwecke gibt es ja die Fahrgastrechteregelungen, die grundsätzlich anbieterübergreifend gelten. Dabei müsste man ggf. noch einige Hürden senken, um dies fahrgastfreundlicher zu organisieren.
Was? Ich darf in einen Flixtrain einsteigen, wenn ein ICE ausfällt? Das würde ich gerne irgendwo schriftlich sehen.
Was? Ich darf mit einem DB-Ticket einen Flixtrain nutzen wenn Bauarbeiten sind und deswegen die ICEs viel seltener als sonst fahren, weil nur eine stündliche Trasse für Fernverkehr übrig bleibt und diese sich auf den Wettbewerbern aufgeteilt werden muss?
Meinen Bahn Bonus Status verliere ich dann auch, weil ich seltener DB fahre, weil irgendwelche privaten die DB verdrängen?
Ich halte das für Bullshit.
Internationale Verbindungen, die wenige Male am Tag verkehren, können ja meinetwegen privatisiert sein. Aber sowas wie Berlin<>Leipzig, Berlin<>Wolfsburg oder Berlin<>Hamburg doch nicht.
Wenn es ein einheitliches Ticketsystem gibt (denkt die EU da nicht gerade für internationale Fahrten drüber nach?), wo alle Unternehmen sich gegenseitig anerkennen (wie in Verkehrsverbünden) meinetwegen. Aber bei unserer deutschen Politik und unseren deutschen Wählern wird sowas nicht kommen und es wird einfach nur Grütze.
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Re: Berliner Zeitung: Bedroht mehr Wettbewerb im Fernverkehr den VBB-Regionalverkehr? 01.06.2026 13:04 |
Zitat
M48er
Wir reden hier teilweise über Regionen, wo eine Schrumpfung der Bevölkerungszahl um 25 Prozent prognostiziert wird.
Im Osten ist gerade ein massiver zweiter Geburtenknick (den ersten gab es ja nach der Wende, dazu viel Abwanderung) am laufen. Man sieht das an Kitas mit massivem Kindermangel, ebenso an stark schrumpfender Erwerbstätigkeit und auch an Bevölkerungsschwund.
Zitat
M48er
Gebt denen nur einen 30-Minuten-Takt mit dem RE nach Berlin und dann wählen die nicht die AfD. Das wird nicht funktionieren. Das gibt nur viele leere Züge, aber keine anderen Wahlergebnisse.Zitat
Florian Schulz
Brandenburger Leben fördert man nicht, indem man Bahnhöfe vom Regionalverkehr abschneidet weil Ballungsraumverkehr wichtiger zu sein scheint. Das befeuert die Land-Stadt-Wanderung und zurück bleiben die blauen Depressiven. Die Landbevölkerung stört das massive Metropoldenken übrigens immens schon seit der DDR. Ich kann mich gut an die Diskussionen meiner Verwandten erinnern, dass "ihr Berliner immer alles bekommt".
Zitat
M48er
Die RE-Projekte sind übrigens nicht nur Segen für die Regionen. Sie helfen teilweise auch bei der Abwanderung. Schau Dir mal an, wieviele Professoren der Viadrina in Berlin leben. Solche Menschen fehlen auch dem demokratischen Gemeinwesen vor Ort, wenn sie nur Einpendler sind.
Zitat
M48er
Bisher hat man auf den Hauptachsen im Regionalverkehr viel raufgelegt in Brandenburg. Ich prognostiziere aber einige sehr schmerzhafte Entwicklungen angesichts Demographie und Haushaltsengpässen.
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Re: Berliner Zeitung: Bedroht mehr Wettbewerb im Fernverkehr den VBB-Regionalverkehr? 01.06.2026 13:39 |
Zitat
M48er
Gebt denen nur einen 30-Minuten-Takt mit dem RE nach Berlin und dann wählen die nicht die AfD. Das wird nicht funktionieren. Das gibt nur viele leere Züge, aber keine anderen Wahlergebnisse.
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Re: Berliner Zeitung: Bedroht mehr Wettbewerb im Fernverkehr den VBB-Regionalverkehr? 01.06.2026 16:26 |
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Re: Berliner Zeitung: Bedroht mehr Wettbewerb im Fernverkehr den VBB-Regionalverkehr? 01.06.2026 17:46 |
Zitat
TomB
Bzgl. Anerkennung von Fahrkarten: Wenn Flix weiterhin und vielleicht auch Italo das Credo vertritt: Zutritt nur mit Sitzplatz nützt die Anerkennung nix, wenn die nächsten 3 h alle Züge und Plätze ausgebucht sind. Dann muss der nächste, fahrende ICE wieder als Lumpensammler her, auch für Flix- und Italo-Kunden. Das kann es ja auch nicht sein.
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Re: Berliner Zeitung: Bedroht mehr Wettbewerb im Fernverkehr den VBB-Regionalverkehr? 01.06.2026 18:37 |
Zitat
TomB
Bzgl. Anerkennung von Fahrkarten: Wenn Flix weiterhin und vielleicht auch Italo das Credo vertritt: Zutritt nur mit Sitzplatz nützt die Anerkennung nix, wenn die nächsten 3 h alle Züge und Plätze ausgebucht sind. Dann muss der nächste, fahrende ICE wieder als Lumpensammler her, auch für Flix- und Italo-Kunden. Das kann es ja auch nicht sein.
Zitat
Florian Schulz
Wegen fehlender Kapazitäten kann die Antwort doch nicht sein, ganze Zuggattungen einzustampfen, sondern die Trassenkapazitäten auszubauen. Insbesondere Überholgleise, Blockabstände und Dispogleise.
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Re: Berliner Zeitung: Bedroht mehr Wettbewerb im Fernverkehr den VBB-Regionalverkehr? 01.06.2026 21:40 |
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Re: Berliner Zeitung: Bedroht mehr Wettbewerb im Fernverkehr den VBB-Regionalverkehr? 01.06.2026 22:18 |
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Re: Berliner Zeitung: Bedroht mehr Wettbewerb im Fernverkehr den VBB-Regionalverkehr? 02.06.2026 07:48 |
Zitat
Florian Schulz
Zitat
M48er
Wir reden hier teilweise über Regionen, wo eine Schrumpfung der Bevölkerungszahl um 25 Prozent prognostiziert wird.
Im Osten ist gerade ein massiver zweiter Geburtenknick (den ersten gab es ja nach der Wende, dazu viel Abwanderung) am laufen. Man sieht das an Kitas mit massivem Kindermangel, ebenso an stark schrumpfender Erwerbstätigkeit und auch an Bevölkerungsschwund.
Allerdings besteht die Gesellschaft nicht nur aus (fehlenden) Kindern, sondern gegenwärtig bildet sich ein Überhang an alten Menschen, die roundabout noch 20 Jahre vor sich haben. Zum einen aufgrund der immer längeren Lebenserwartung und zum anderen weil die Boomer-Generation in Rente geht. Diese wiederum ziehen in ihren Endphasen tendenziell seltener aus ihren Siedlungen weg und werden auch noch im Alltag zunehmend immobiler. Denen nun zu sagen, dass vor ihrer Haustür kein Regio mehr hält weil Berlin wichtiger ist, halte ich gesellschaftspolitisch für das falsche Signal.
Zitat
M48er
Gebt denen nur einen 30-Minuten-Takt mit dem RE nach Berlin und dann wählen die nicht die AfD. Das wird nicht funktionieren. Das gibt nur viele leere Züge, aber keine anderen Wahlergebnisse.Zitat
Florian Schulz
Brandenburger Leben fördert man nicht, indem man Bahnhöfe vom Regionalverkehr abschneidet weil Ballungsraumverkehr wichtiger zu sein scheint. Das befeuert die Land-Stadt-Wanderung und zurück bleiben die blauen Depressiven. Die Landbevölkerung stört das massive Metropoldenken übrigens immens schon seit der DDR. Ich kann mich gut an die Diskussionen meiner Verwandten erinnern, dass "ihr Berliner immer alles bekommt".
Das hat niemand so behauptet. Allerdings gibt es einen Zusammenhang zwischen jahrelang vernachlässigter Infrastruktur im Ländlichen Raum und den Aufstieg der Rechten dort. Nun hat man in den letzten 5-10 Jahren es geschafft, Kapazitäten im Regionalverkehr wieder auszuweiten, das groß angelegte Planungsprojekt i2030 ins Leben gerufen, diverse Linienänderungen im VBB-Netz umgesetzt zugunsten der Stärkung der Hauptkorridore als auch neue Querverbindungen und nun soll das alles wieder infrage gestellt werden? Langfrist-Denken sieht anders aus. Es kann eigentlich nicht sein, dass Daseinsvorsorge eine Konjunkturfrage oder Legislaturfrage ist.
Zitat
M48er
Die RE-Projekte sind übrigens nicht nur Segen für die Regionen. Sie helfen teilweise auch bei der Abwanderung. Schau Dir mal an, wieviele Professoren der Viadrina in Berlin leben. Solche Menschen fehlen auch dem demokratischen Gemeinwesen vor Ort, wenn sie nur Einpendler sind.
Der Anteil an Professoren der Viadrina an der Gesamtnachfrage im ländlichen Raum ist unwesentlich, sodass solche anekdotische Evidenz nicht weiterhilft. Richtig ist, dass attraktive Verkehrsverbindungen ins Umland die Reiseweiten fördern. Daraus kann man meines Erachtens aber nicht schließen, Regionalverkehr abzubestellen damit die Leute nicht mehr in Städte kleiner als 15 000 Einwonher fahren. Es hat ja einen Grund, warum in den letzten Jahren die Regionalverkehrskapazitäten immer weiter ausgebaut wurden. Unter anderem weil auch das Umweltbewusstsein gestiegen ist, sowie Urlaub in der Region attraktiver geworden ist.
Zitat
M48er
Bisher hat man auf den Hauptachsen im Regionalverkehr viel raufgelegt in Brandenburg. Ich prognostiziere aber einige sehr schmerzhafte Entwicklungen angesichts Demographie und Haushaltsengpässen.
..denen man durch Bundeszuschüsse entgegen wirken kann. Dazu bedarf es aber eine Ausweitung der Regionalisierungsmittel, Förderprogramme zum Ausbau der Schienenkapazitäten sowie Umschichtung klimaschädlicher Subventionen weg vom MIV und rein in den Umweltverbund. Einer der grundlegenden politischen Fehler ist es meines Erachtens, immer so zu tun als wenn die Aufgaben der Daseinsvorsorge allein bei den Ländern liegt. Gerade im Regionalverkehr sollte man jedoch auch den Bund stärker in die Verantwortung nehmen, da er dank Zugriff auf den großen Steuertopf allokativ sehr mächtig ist. Gerade beim D-Ticket sieht man wie sich der Bund versucht, sich der Verantwortung zu entziehen. Wohlgemerkt bei einem Konzept das der Bund überhaupt erst geschaffen hat.
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Re: Berliner Zeitung: Bedroht mehr Wettbewerb im Fernverkehr den VBB-Regionalverkehr? 02.06.2026 08:59 |
Zitat
PassusDuriusculus
Das ließe sich natürlich auch mit Italo und ICE umsetzen. Allerdings funktioniert das dann im exemplarischen Fall nicht, da sind ja schon 2 ICEs verplant, da wird dann kein 3. Zug zwischen passen
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Re: Berliner Zeitung: Bedroht mehr Wettbewerb im Fernverkehr den VBB-Regionalverkehr? 02.06.2026 09:15 |
Zitat
Nemo
Es ist jedenfalls immer trassensparsamer, wenn man alle gleich schnellen Züge in einer Stunde jeweils hintereinander fahren lassen würde. Ein dritter Schnellzug direkt hinter oder vor den beiden wäre also sinnvoller als ihn eine halbe Stunde versetzt fahren zu lassen.
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Re: Berliner Zeitung: Bedroht mehr Wettbewerb im Fernverkehr den VBB-Regionalverkehr? 02.06.2026 09:57 |
Zitat
Lopi2000
Zitat
Nemo
Es ist jedenfalls immer trassensparsamer, wenn man alle gleich schnellen Züge in einer Stunde jeweils hintereinander fahren lassen würde. Ein dritter Schnellzug direkt hinter oder vor den beiden wäre also sinnvoller als ihn eine halbe Stunde versetzt fahren zu lassen.
Ja, auf den meisten Strecken im Fernverkehr dürfte es auch nicht erforderlich sein, die im Beispiel drei Fernzüge pro Stunde zu einem 20-min-Takt aufzuteilen. Schwierig ist allerdings die Frage, wie mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten umgegangen werden kann.
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Re: Berliner Zeitung: Bedroht mehr Wettbewerb im Fernverkehr den VBB-Regionalverkehr? 02.06.2026 14:20 |
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