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Schwerer Straßenbahnunfall in Hohenschönhausen
geschrieben von M48er 
Sieht übel aus - gute Besserung allen Verletzten
[www.bz-berlin.de]
Langsam wird es unheimlich. Auch wenn es vermutlich reiner Zufall ist, zieht sich da gerade eine Serie durch Deutschland. Unter Anderem mehrere Flankenfahrten an Weichen.

Glücklicherweise laut aktuellem Stand keine lebensbedrohlich Verletzten oder gar Tote (wie in einem ähnlichen Fall vor ein paar Jahren in Croydon (London).

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
@Jay: Ich weiß hier nichts zur Ursache und mag auch nicht spekulieren.

Für die von Dir wahrgenommene Häufung von Unfällen - so es sie denn gab, mir fehlen hier auch exakte Statistiken - kann auch die Personalsituation im ÖPNV beitragen. Es gab deutschlandweit in den letzten Jahren viel Personalfluktuation und viele Betriebe mussten die Anforderungen an die Bewerber deutlich herabsetzen, um die Fahrdienste überhaupt besetzt zu bekommen. Auch wenn sicher mindestens 95 Prozent der neuen ihre Pflichten (sei es Weichenlage kontrollieren, sei es Tempolimits einhalten - und zwar gerade vor solch engen Kurven) gewissenhaft verrichten, reichen ja für Unfälle einzelne aus, die etwas nachlässiger ihre Arbeit verrichten. Wobei natürlich Unfallursachen auch immer anderswo als beim Fahrpersonal liegen können oder auch sehr langgediente Fahrpersonale Fehler machen können. Der schreckliche RE-Unfall bei Garmisch hat ja auch wieder gezeigt, dass es für sicheren Bahnbetrieb auch auf die Infrastruktur ankommt (aber auch hier fehlte bundesweit Personal).
Zitat
Jay
Langsam wird es unheimlich. Auch wenn es vermutlich reiner Zufall ist, zieht sich da gerade eine Serie durch Deutschland. Unter Anderem mehrere Flankenfahrten an Weichen.

Ich weiß auch nicht, ob das einfach an mehr Aufmerksamkeit und die viel niederschwelligeren Möglichkeiten, an solche Informationen zu gelangen, liegt oder diese Häufung tatsächlich valide ist. Und ja nicht nur deutschland-, sondern europaweit. Die Nummer in Milano im Frühjahr verlief ja leider nicht so glimpflich. Ansonsten haben wir wirklich Glück, dass so relativ wenig bei den vielen Unfällen passiert.

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Die paar Schritte kann ich auch fahren.
Eigentlich bekannt das Multigelenker (Flexitys) in engen Kurvenradien zum entgleisen neigen. Nur noch extrem schlecht ausgebildetes Quereinsteigerpersonal am Steuer bei der BVG, nicht mehr zu vergleichen mit den Mitarbeitern früher beim Verkehrskombinat.
Allerdings wenn man als Fahrgast merkt das der Fahrer wesentlich zu schnell unterwegs ist und vor der Kurve nicht abbremst dann die Verantwortung zu übernehmen um die Notbremse zu ziehen wird kaum einer machen.

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Eisern Union!
Zitat
M48er
Sieht übel aus - gute Besserung allen Verletzten
[www.bz-berlin.de]

Mit Maximal vorgegebenen 10 km/h in dieser Kurve sehen die unfallfolgen nicht aus. Dürfte mehr gewesen sein.

GLG.................Tramy1
Wenn ein Wagenteil entgleist ist, dann erklären sich die Schäden schon dadurch. Entgleisung kann aber verschiedene Ursachen haben.
Zitat
Heidekraut
Wenn ein Wagenteil entgleist ist, dann erklären sich die Schäden schon dadurch. Entgleisung kann aber verschiedene Ursachen haben.

Okay, wenn du das so siehst.

Der Berliner Kurier meint im genannten Link unter dem 1. Bild folgendes: Die Tram ist offenbar an einer Oberleitung hängen geblieben und so entgleist.

Quelle: [www.berliner-kurier.de]

Eher unrealistisch. Oder?

Wie gesagt, dort 10 km/h vorgegeben. Ob diese eingehalten wurden, werden die Kollegen vor Ort herausfinden. Bin nur der Meinung, bei 10 km/h wären die Schäden nicht so schlimm, wo ich mich auch täuschen kann.

GLG.................Tramy1
Zitat
Tramy1
Zitat
M48er
Sieht übel aus - gute Besserung allen Verletzten
[www.bz-berlin.de]

Mit Maximal vorgegebenen 10 km/h in dieser Kurve sehen die unfallfolgen nicht aus. Dürfte mehr gewesen sein.

Der Tagesspiegel berichtet auch von überhöhter Geschwindigkeit, behauptet aber (sogar mit Foto), dass dort max. 30 km/h gelten. Dem wird aber bereits in dem Kommentaren widersprochen. Auch bei Google-Streetview ist in etwas Entfernung die "1" erkennbar: [maps.app.goo.gl]
Zumal das Kreuz für Bahnübergang bzw. kreuzender Verkehrsweg steht. Bei Kurven werden gebogene Pfeile gezeigt (Beispiel). Offenbar ist der rasende Reporter zur Rüdickenstraße gerannt und glaubt nun, dass die 30 km/h bis zur Unfallstelle gegolten haben.





1 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.06.2026 16:43 von Florian Schulz.
Mich würde ja echt mal interessieren, wie die Fangschiene zwar offenkundig ihre Arbeit getan hat, letztlich aber doch "übersprungen" wurde.



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Die paar Schritte kann ich auch fahren.
Peter Neumann berichtet in der Berliner Zeitung ausführlich:


[www.berliner-zeitung.de]

Beste Grüße
Harald Tschirner
Zitat
Philipp Borchert
Mich würde ja echt mal interessieren, wie die Fangschiene zwar offenkundig ihre Arbeit getan hat, letztlich aber doch "übersprungen" wurde.


Das mit der "Fangschiene" ist eine gute Frage.

GLG.................Tramy1
Zitat
Philipp Borchert
Mich würde ja echt mal interessieren, wie die Fangschiene zwar offenkundig ihre Arbeit getan hat, letztlich aber doch "übersprungen" wurde.
[...]

Kurz und knapp: Die Physik kann man zwar ausreizen, aber nicht austricksen.

Folgen wir der Annahme, dass der Zug mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit in den Gleisbogen eingefahren ist, dann hat die Fangschiene ihren Job wunderbar erledigt und den ersten Teil des Zuges erfolgreich um die Ecke gebracht. Weiter hinten waren aber die wirkenden Kräfte so groß, dass das dritte Fahrgestell das Gleis nach bogenaußen verlassen hat und durch die anschließende Kollision mit dem Fahrleitungsmast eine Streckung vorne und eine Stauchung hinten stattgefunden hat. Daher ist der hintere Teil des Zuges dann auch nach bogeninnen entgleist.

Und für diese These ist das Schadbild sogar verhältnismäßig harmlos.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
Jay
Zitat
Philipp Borchert
Mich würde ja echt mal interessieren, wie die Fangschiene zwar offenkundig ihre Arbeit getan hat, letztlich aber doch "übersprungen" wurde.
[...]

Kurz und knapp: Die Physik kann man zwar ausreizen, aber nicht austricksen.

Folgen wir der Annahme, dass der Zug mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit in den Gleisbogen eingefahren ist, dann hat die Fangschiene ihren Job wunderbar erledigt und den ersten Teil des Zuges erfolgreich um die Ecke gebracht. Weiter hinten waren aber die wirkenden Kräfte so groß, dass das dritte Fahrgestell das Gleis nach bogenaußen verlassen hat und durch die anschließende Kollision mit dem Fahrleitungsmast eine Streckung vorne und eine Stauchung hinten stattgefunden hat. Daher ist der hintere Teil des Zuges dann auch nach bogeninnen entgleist.

Und für diese These ist das Schadbild sogar verhältnismäßig harmlos.

Kann man auch sagen, das es noch Glück im Unglück war, das dieser Unfall außerhalb des Berufsverkehr passiert ist?
Kenne die Auslastung da draußen leider nicht.

GLG.................Tramy1
Zitat
Tramy1
Zitat
Jay
Zitat
Philipp Borchert
Mich würde ja echt mal interessieren, wie die Fangschiene zwar offenkundig ihre Arbeit getan hat, letztlich aber doch "übersprungen" wurde.
[...]

Kurz und knapp: Die Physik kann man zwar ausreizen, aber nicht austricksen.

Folgen wir der Annahme, dass der Zug mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit in den Gleisbogen eingefahren ist, dann hat die Fangschiene ihren Job wunderbar erledigt und den ersten Teil des Zuges erfolgreich um die Ecke gebracht. Weiter hinten waren aber die wirkenden Kräfte so groß, dass das dritte Fahrgestell das Gleis nach bogenaußen verlassen hat und durch die anschließende Kollision mit dem Fahrleitungsmast eine Streckung vorne und eine Stauchung hinten stattgefunden hat. Daher ist der hintere Teil des Zuges dann auch nach bogeninnen entgleist.

Und für diese These ist das Schadbild sogar verhältnismäßig harmlos.

Kann man auch sagen, das es noch Glück im Unglück war, das dieser Unfall außerhalb des Berufsverkehr passiert ist?
Kenne die Auslastung da draußen leider nicht.

Angeblich neue Erkenntnisse:

[www.bz-berlin.de]

GLG.................Tramy1
Ja, zum Glück nach dem Schülerverkehr und am frühen Vormittag stadtauswärts. Da war die Bahn nicht so voll.

Was wird jetzt aus dem Fahrzeug?
Totalschaden?
Kann man den zum 5-teiler verkürzen? Oder die schwer beschädigten Segmente nachbestellen und den Zug wieder aufbauen?
Zitat
Jay
Zitat
Philipp Borchert
Mich würde ja echt mal interessieren, wie die Fangschiene zwar offenkundig ihre Arbeit getan hat, letztlich aber doch "übersprungen" wurde.
[...]

Kurz und knapp: Die Physik kann man zwar ausreizen, aber nicht austricksen.

Wie verhält sich denn ein Zug bei überhöhter Geschwindigkeit? Versucht der einfach, geradeaus die Kurve zu verlassen oder neigt der sich nach außen?

Und wie wird einer eventuellen Neigung des Wagenkastens entgegengewirkt? Nur durch die Befestigung am Fahrgestell? Das haben doch aber nicht alle Segmente, so dass die radlosen Segmente sich vielleicht stärker neigen können und eines so mit dem Mast kollidiert ist?
Zitat
M48er
Ja, zum Glück nach dem Schülerverkehr und am frühen Vormittag stadtauswärts. Da war die Bahn nicht so voll.

Was wird jetzt aus dem Fahrzeug?
Totalschaden?
Kann man den zum 5-teiler verkürzen? Oder die schwer beschädigten Segmente nachbestellen und den Zug wieder aufbauen?

Eben wurde in der RBB Abendschau gesagt, dass der Zug zumindest nicht wieder aufgegleist wird. Das THW ist mit Sägen gerade am Zug dran.
Wenn das Gleisbett nicht in Mitleidenschaft gezogen worden ist, könnte der Verkehr am Freitag wieder aufgenommen werden, obwohl es tatsächlich einen
Oberleitungsmast mitgenommen hat. Laut Anwohnern ist die Bahn schneller als andere Züge auf dem Abschnitt unterwegs gewesen, die BVG will sich bis zum Abschluss
der Ermittlungen nicht dazu äußern. Wenn der Beitrag später online ist, verlinke ich ihn hier.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.06.2026 19:41 von Flexist.
Zitat
Flexist
Eben wurde in der RBB Abendschau gesagt, dass der Zug zumindest nicht wieder aufgegleist wird.

Was?! Das finde ich ja heftig. Das kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass die da vor Ort jetzt den ganzen Zug zerlegen. Ich denke, die ersten (oder besser letzten, das B-Ende war vorn) drei Segmente wird man doch hoffentlich aufgleisen und per Unimog wegziehen können. Vor Ort unbeschadet auf einen Tieflader verbringen wird ja wohl kaum funktionieren, und ohne Not die ersten (noch einigermaßen heil wirkenden) Segmente quasi-verschrotten hielte ich für grotesk. Wobei ich natürlich keine Ahnung habe, vielleicht sind die ja auch so dermaßen hin, dass an eine Aufarbeitung nicht mehr zu denken ist ...

Einen Oberleitungsmast bekommen die von der BVG schnell neu aufgestellt. Bei dem Reisebus-Zusammenstoß war ja auch einer "umgelegt" worden und die Strecke war tags darauf wieder befahrbar.

[www.rbb-online.de]

~~~~~~
Die paar Schritte kann ich auch fahren.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.06.2026 20:09 von Philipp Borchert.
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