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BVG will Fahrkartenautomaten abschaffen
geschrieben von krickstadt 
@Lopi2000, die Frage ist ernsthaft wieviel Bürger das überhaupt wollen, was du da propagierst. Ich werde mir das auf jeden Fall genau anschauen. Ich denke das ist eine Grüne Idee, die nur wenige wollen. Aber die Agressivität, mit der das hier vorgetragen wird, befremdet und stößt jeden vor den Wendekopf.
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Lopi2000
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Heidekraut
Angestellte Straßenbahnen? In Bonn geht gerade garnichts mehr aus verschiedensten Gründen und mitten in diesem Chaos, wollen die Grüeen erklärter Maßen den Verkehr aus der Stadt drängen. Mach t Euch einfach Mal schlau. Ich denke es geht hier vor allem darum, sich die Grünen nicht schön zu reden,w will man ja so viel Gutes in ihnen sieht. Ich sehe nur Dilletantismus und radikale Ideologie. Das hat garnichts aktuellen Wahlthemen zu tun. Dort liegen die Probelme sicher wo anders. Dei Verkehrspolitik der Grünen ist Kindergarten.

Für mich klingt das sehr vernünftig und progressiv, was die Bonner Grünen zur Mobilität in ihrem Wahlprogramm stehen hatten:
"Wir wollen ein Bonn, das Menschen verbindet. Alle Bonner*innen sollen sich selbstbestimmt bewegen können. Dafür schaffen wir sichere, inklusive und zuverlässige Mobilität. Wir stärken den Fuß- und Radverkehr und bauen Bus und Bahn weiter aus. Durch eine gerechte Aufteilung des öffentlichen Raums schaffen wir Freiräume für Begegnungen und ein gutes Stadtklima."

Genau dafür würde ich sie wählen und das nicht als Autofeind, sondern als Autobesitzer, der aber lieber Rad und ÖPNV nutzt und das Auto eher als unangenehme Notlösung für bestimmte Einsatzzwecke sieht.

Das ist deine private Angelegenheit. Mir wurde berichtet, dass in Bonn nichts mehr funktioniert. EIne Brücke einfach vergessen wurde und weitere gesperrt. Es ist schon klar,dass es viel gibt wie Du,die die Grüenen deswegen wählen. Nurbleibt das leider ein frommer glaube, dass man dadurch irgendwelche Verbesserungen für die Gesellschaft schafft. Es wird nur vier Geld ausgegeben für Dinge, die nur einige wirklich wollen.
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Heidekraut
Mir wurde berichtet, dass in Bonn nichts mehr funktioniert. EIne Brücke einfach vergessen wurde und weitere gesperrt.
Lüge.
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Jules
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M48er
Laut ihrem aktuellen Wahlprogramm und nach Forderungen der verkehrspolitischen Sprecherin wollen die Grünen mir die Mitfahrt im 1. Wagen eines U-Bahn-Zuges verbieten, weil ich ein Mann bin.
Mehr dazu in diesem Tagesspiegel-Videobeitrag
[www.youtube.com]

Hier mal der genaue Wortlaut:
Zitat
Grüne Berlin Wahlprogramm 2026

Frauen sowie weitere Gruppen wie queere oder Schwarze Menschen fühlen sich derzeit im ÖPNV nicht sicher. Zum Schutz vor Übergriffen und Belästigung wollen wir Abteile für Frauen, Lesben, inter*, nicht-binäre, trans* und agender Personen (FLINTA*) in der U-Bahn erproben und die Präsenz entsprechend geschulter Sicherheitsmitarbeitenden der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ausbauen.
[gruene.berlin] Seite 82

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Jules
Zitat
M48er
Und auch generell haben die Grünen schon eher den Anspruch, Probleme zu sehen, und dann mit Regelungen (und Verboten) darauf zu reagieren, als bestimmte andere Parteien. Von Lieferkettengesetz bis Umweltgesetzen oder Tierschutzgesetzen oder Diskriminierungen ist es eher so, dass beispielsweise eine CDU lieber über etliches hinwegsieht, während sich die Grünen für gesetzliche Regelungen (und damit Verbote) einsetzen.
Das finde ich erfreulich, wenn eine Partei den Anspruch hat, Probleme zu sehen, anstatt darüber hinwegzusehen.
Wenn alle Regelungen/Gesetze=Verbote sind, dann sind also alle Parteien, die mal Gesetze erlassen haben Verbotsparteien? 🤔

Zitat
Jules
In Frankreich gibt es eine Kampagne (daran hat mich der Hinweis auf den Frauen-Schutzraum im ÖPNV erinnert) mit der Männer dazu angehalten werden sollen, sicherer Auto zu fahren: "Conduisez comme une femme" Übersetzt: Fahre wie eine Frau! Hintergrund ist, dass Frauen deutlich sicherer Auto fahren als Männer und sehr viel seltener gefährliche Situationen und Unfälle verursachen. Hier geht es zur französischen Internetseite: [www.victimes.org]
Sowas ähnliches läuft in Pforzheim gerade, aber mit "Deine Mutter"-Sprüchen: [www.pz-news.de]

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Und sonst so? Haben wir noch Themen oder worum geht's hier eigentlich?
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X-Town Traffic
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Und sonst so? Haben wir noch Themen oder worum geht's hier eigentlich?

Hier ist das "Erika stellt Fragen"-Forum, oder? Ich verstehe es wirklich nicht, wie man dieses fortdauernde Geblubber überhaupt noch mit Antworten adeln kann.

Und zurück zum Thema:
Gibt es eigentlich irgendetwas Neues zu Fahrkartenautomaten?
Zitat

"Latschenkiefer" am 5.8.2026 um 15.41 Uhr:

Gibt es eigentlich irgendetwas Neues zu Fahrkartenautomaten?

Ich habe gerade die August-Ausgabe der Berliner Verkehrsblätter durchgelesen. In der Kurzmeldungsrubrik "U-Bahn" gibt es da auf Seite 178 die folgende Kurzmeldung:

Zitat

Der Aufsichtsrat der BVG hat in seiner Sitzung am 6.7.2026 außerdem Gelder für die Modernisierung der Vertriebstechnik beschlossen (Ticketautomaten); die gegenwärtig teilweise drei Jahrzehnte alte Technik soll ab 2029 ersetzt werden. BVG-Pm/Ts-9.7.26

Doch nicht abschaffen?

Viele Grüße, Thomas

--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, usenet@krickstadt.de
Da steht doch, die Technik soll ersetzt werden. Mit einer neuen Vetriebsstruktur ohne Automaten modernisiert man auch. ;)

Berliner Linienchronik (+ Stationierungen/Werbungen/...) 1858-2026
Zitat
485er-Liebhaber
Da steht doch, die Technik soll ersetzt werden. Mit einer neuen Vetriebsstruktur ohne Automaten modernisiert man auch. ;)

Hier gibt es die originale Pressemitteilung, die allerdings auch nicht mehr aussagt: [www.bvg.de]

Es wird vermutlich - wie auch schon irgendwo im Forum und anderswo geschrieben - auf relativ einfache Automaten hinauslaufen, vor die man eine Karte hält, auf die dann das Ticket direkt gebucht wird mit einem Guthaben, das von der Karte kommt - sei es mit eigenen BVG-Guthabenkarten oder anderen gängigen Bezahlkarten. Dank Verzicht auf Bargeld, Drucker und Kartenschlitze dürfte das dann deutlich wartungsärmer funktionieren als heute.
Theoretisch denkbar wäre es, analog zum Deutschland-Ticket, auch den VBB-Tarif radikal zu vereinfachen um in der Konsequenz auf den Ckeckout verzichten zu können.
In London gilt etwa für alle Busse ein Einheitstarif unabhängig von der Entfernung, was effektiv zu einer Zusammenfassung der bisherigen Tarifstufen Kurzstrecke, AB und ABC führen würde.

Denkbar wäre es auch, diesen Einheitspreis landesweit auf den Bus- und Straßenbahnverkehr auszudehnen. Damit wäre es zwar theoretisch denkbar, dass etwa ein Fahrgast mit diesem z. B. 4€-Einheitsfahrpreis per Bus mit Umstiegen über Potsdam und Golzow bis Belzig fahren würde, statistisch relevant wären solche Fahrten aber wohl nicht, weil kaum ein Fahrgast für etwa 8€ Ersparnis über eine Stunde Fahrzeitverlängerung in Kauf nehmen würde (und Zeitkartennutzer gar keine Ersparnis hätten).

Lediglich im Eisenbahn-Regionalverkehr wären so viele Langstreckenfahrten zu erwarten, dass hier das Vorhalten einer Checkin + Checkout-Lösung für eine entfernungsbasierte Abrechnung zu rechtfertigen wären. Naturgemäß müsste diese Pflicht dann aber auch für Fahrten innerhalb Berlins oder ABC gelten...

Noch radikaler wäre eine Lösung, die auch im Eisenbahn-Regionalverkehr auf Checkout verzichtet und stattdessen etwa nach langen Strecken nur beim erneuten Umstieg ein zweites mal den Einheitspreis verlangt.
Eine Fahrt von Greifswalder Str nach Cottbus Hbf würde so den 1x Einheitspreis kosten (weil der Umstieg in den Regio innerhalb des Startgebietes erfolgt), eine umgekehrte Fahrt jedoch 2x (weil der Umstieg erst nach der Langstrecke erfolgt). Greifswalder Str - Cottbus Altmarkt wäre hingegen in beiden Richtungen 2x Einheitspreis.

Das große Problem:
Dieser Einheitspreis wäre nicht fair und wäre wohl kaum oberhalb des Preisniveaus eines AB-Fahrscheins anzusetzen. Er würde im Überlandverkehr zu einem starken Umsatzverlust bei Einzel- und Tageskarten führen, die nur dann gerechtfertigt werden könnten, wenn die Vertriebskosten in vergleichbarem Umfang sinken. Wichtig wäre für die Beurteilung natürlich auch, wie hoch die Einnahmen von Langstrecken-Einzeltickets angesichts des attraktiven Deutschland-Tickets überhaupt noch sind und ob man bereit ist den Umweltvorteil verglichen mit PKWs einkalkulieren möchte.
Zitat
Giovanni
Theoretisch denkbar wäre es, analog zum Deutschland-Ticket, auch den VBB-Tarif radikal zu vereinfachen um in der Konsequenz auf den Checkout verzichten zu können.

Zitat
Giovanni
Das große Problem:
Dieser Einheitspreis wäre nicht fair und wäre wohl kaum oberhalb des Preisniveaus eines AB-Fahrscheins anzusetzen.

Da das Deutschland-Ticket ohnehin die Frage nach einem gerechten Verhältnis von Fahrstrecke und Fahrpreis neu stellt, könnte man auch ganz andere Lösungen diskutieren, die ohne Checkout auskommen. Ganz vorn würde ich da auf der Liste klassische Zeitkarten für Minuten- bzw. Stundenzeiträume sehen. Wenn es als angemessen gilt, dass eine Monatskarte von Cottbus nach Berlin das gleiche kostet wie eine Monatskarte für eine Person, die ausschließlich die BVG in Berlin-Mitte oder den Stadtbusverkehr in Senftenberg nutzen möchte, sind auch die Gerechtigkeitsfragen, wie weit man mit welchem Verkehrsmittel in 15 min kommt, relativ klein geworden.

Insofern fände ich eine Preisstaffelung wie 15 min = 1 Geld, 1 h = 2 Geld, 2 h = 3 Geld, 24 h = 4 Geld, 1 Woche = 10 Geld und 1 Monat = 20 Geld zielführend. (Was "1 Geld" ist, wäre natürlich noch zu definieren und könnte wie aktuell das Deutschlandticket mit einem automatisierten Preisindex gekoppelt werden, um nicht regelmäßig neue Diskussionen zu führen) Zu klären wäre dabei aber außerdem noch, wie sich vermeiden lässt, das Gelegenheitskunden den Regionalverkehr übermäßig als Fernverkehr "missbrauchen", wie es heute schon beim Deutschlandticket zu beobachten ist. Das massive Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage, das sich beim 9-Euro-Ticket zeigte, sollte vermieden werden, aber unter diesen Rahmenbedingungen ein nachfragegerechtes Angebot zu schaffen erfordert Zeit und massive Investitionen.
Laut Zahlen von 2024 gab es in Deutschland im ÖPNV 12,6 Mrd. Euro an Ticketeinnahmen. (7,2 Deutschlandticket, 5,4 alles andere)

Jetzt wäre meine Frage, wie viel würde man an Personal, Kontrolle, Ticketinfrastruktur etc sparen, wenn man den ÖPNV (mit Ausnahme Schnellzüge vllt.) grundsätzlich kostenlos machen würde? Garantiert weniger, das wäre mir schon klar, aber ich habe hier keine Summe vor Augen. Weiß hier jemand was dazu?
Eine Art GEZ-Gebühr für den Verkehr von allen Bürgern würde ich dafür übrigens gern zahlen...

Ein anderes Modell wäre eine Art "Zwangsabo" wie bei vielen Anbietern heute. Halt monatlich kündbar. Aber gibt nur noch Monatskarten bzw. Deutschlandticket...


Ist jetzt alles nur ne hypothetische Überlegung ohne Daten, kein ausgearbeiteter Vorschlag, bevor hier wieder einer hyperventiliert...
Ich vermute mal, das rechnet sich alles am Ende nicht mal ansatzweise - sonst wären da bestimmt schon Leute drauf gekommen.
Zitat
Taari
Ich vermute mal, das rechnet sich alles am Ende nicht mal ansatzweise - sonst wären da bestimmt schon Leute drauf gekommen.

Nein, du bist natürlich der erste mit dieser Idee. Hier mal ein Bericht des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages, welche Gemeinden Erfahrungen mit kostenlosen und fahrscheinlosen Nahverkehr haben: [www.bundestag.de] Und hier eine Liste aller Länder auf der Welt, die kostenlosen oder teilkostenlosen Nahverkehr haben: [de.wikipedia.org]





1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.08.2026 15:55 von Florian Schulz.
Zitat
Florian Schulz
Zitat
Taari
Ich vermute mal, das rechnet sich alles am Ende nicht mal ansatzweise - sonst wären da bestimmt schon Leute drauf gekommen.

Nein, du bist natürlich der erste mit dieser Idee. Hier mal ein Bericht des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages, welche Gemeinden Erfahrungen mit kostenlosen und fahrscheinlosen Nahverkehr haben: [www.bundestag.de] Und hier eine Liste aller Länder auf der Welt, die kostenlosen oder teilkostenlosen Nahverkehr haben: [de.wikipedia.org]

Kannst du eigentlich einen einzigen Beitrag ohne Beleidigung oder Provokation schreiben? Oder ist das ne Zwangsstörung bei dir?
Trotzdem danke für die Informationen und die Antwort zur eigentlichen Frage. Die schaue ich mir mal an.
Zitat
Taari
Kannst du eigentlich einen einzigen Beitrag ohne Beleidigung oder Provokation schreiben? Oder ist das ne Zwangsstörung bei dir?
Trotzdem danke für die Informationen und die Antwort zur eigentlichen Frage. Die schaue ich mir mal an.

Tut mir leid wenn ich dich verärgert habe. Deine Frage, ob das mal jemand durchgerechnet hat, ist mit Google nun wirklich nicht schwer zu beantworten. Es gab mal eine Studie im Auftrag der Piratenpartei, die das für Deutschland mal durchrechnete. Und ich meine auch, dass es beim UBA Untersuchungen dazu gab. Leider finde ich sie gerade nicht. Es ist jedenfalls mitnichten so, dass bis heute keiner Auf diese Idee gekommen ist. Zumal es bereits Länder gibt, die das Konzept de Kostenlosen Nahverkehrs umgesetzt haben, wie Luxemburg.

Zitat
Lopi2000
Zitat
Giovanni
Theoretisch denkbar wäre es, analog zum Deutschland-Ticket, auch den VBB-Tarif radikal zu vereinfachen um in der Konsequenz auf den Checkout verzichten zu können.

Zitat
Giovanni
Das große Problem:
Dieser Einheitspreis wäre nicht fair und wäre wohl kaum oberhalb des Preisniveaus eines AB-Fahrscheins anzusetzen.

Da das Deutschland-Ticket ohnehin die Frage nach einem gerechten Verhältnis von Fahrstrecke und Fahrpreis neu stellt, könnte man auch ganz andere Lösungen diskutieren, die ohne Checkout auskommen. Ganz vorn würde ich da auf der Liste klassische Zeitkarten für Minuten- bzw. Stundenzeiträume sehen. Wenn es als angemessen gilt, dass eine Monatskarte von Cottbus nach Berlin das gleiche kostet wie eine Monatskarte für eine Person, die ausschließlich die BVG in Berlin-Mitte oder den Stadtbusverkehr in Senftenberg nutzen möchte, sind auch die Gerechtigkeitsfragen, wie weit man mit welchem Verkehrsmittel in 15 min kommt, relativ klein geworden.
Fairerweise: Aktuell liegen die Monatskarten der Kreisfreien Städte im Tarifbereich AB etwas, die der kleineren Städte wie Senftenberg (24,80 €) deutlich unter dem Preis des Deutschlandtickets.

Zitat
Lopi2000
Insofern fände ich eine Preisstaffelung wie 15 min = 1 Geld, 1 h = 2 Geld, 2 h = 3 Geld, 24 h = 4 Geld, 1 Woche = 10 Geld und 1 Monat = 20 Geld zielführend. (Was "1 Geld" ist, wäre natürlich noch zu definieren und könnte wie aktuell das Deutschlandticket mit einem automatisierten Preisindex gekoppelt werden, um nicht regelmäßig neue Diskussionen zu führen)
Eine solch kleinteilige zeitliche Staffellung würde wieder Checkout-Optionen benötigen.

Meine Idee war hier, dass bei jedem Ein- oder Umstieg ein Checkin durchgeführt werden müsste und Tickets bis zum nächsten Umstieg gültig bleiben, egal wie weit der entfernt ist - und erst beim nächsten Checkin ggf. noch mal neu berechnet wird.

Zitat
Lopi2000
Zu klären wäre dabei aber außerdem noch, wie sich vermeiden lässt, das Gelegenheitskunden den Regionalverkehr übermäßig als Fernverkehr "missbrauchen", wie es heute schon beim Deutschlandticket zu beobachten ist. Das massive Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage, das sich beim 9-Euro-Ticket zeigte, sollte vermieden werden, aber unter diesen Rahmenbedingungen ein nachfragegerechtes Angebot zu schaffen erfordert Zeit und massive Investitionen.
Ein solches Pauschalpreissystem ist naturgemäß eher für kleine Verbundgebiete interessant - etwa für den alten Tarif Berlin und Umland. Eine Ausdehnung auf den ganzen VBB ist schon grenzwertiger und höchstens durch den Deutschlandticket-Pauschalpreis zu rechtfertigen.

Für Strecken über die Landesgrenzen hinaus wäre ein solches System nicht sinnvoll nutzbar.
Da bedingt durch das Deutschlandticket und Onlineticketverkaufoptionen nur ein geringer Anteil an Einzeltickets über die Landesgrenzen hinaus zu erwarten wäre, wäre mein Vorschlag hier einen Ticketverkauf im Zug als Rückfallebene anzubieten.
Dies könnte je nach Struktur der Strecke etwa über einen Automaten im Fahrzeug oder über einen "Nachlösewagen", ggf. mit Personalrufknopf erfolgen und außerhalb des Pauschalgebietes eine entfernungsbasierte Abrechnung.

Ein kleiner Exkurs:
Im Großraum Paris gibt es nur effektiv nur noch 3 Tarifstufen:
- Bus/Tram 2,05 € (90 min, keine Unterbrechungen oder Rückfahrten)
- Metro/RER/Regionalzug 2,55 € (120 min, ohne Bahnsteigsperren zu verlassen)
- Metro/RER/Regionalzug + Flughafen 14 €
Tageskarte Gesamtnetz (außer Flughafen): 12,30 €

Großraum meint damit die komplette Ile de France, also teils bis zu 90 km vom Pariser Stadtzentrum entfernt
Willkommen im "Tarif-Dreieck", an dessen Ecken die Begriffe "gerecht", "ergiebig" und "einfach" stehen.

Alle drei Ziele sind sinnvoll, stehen aber teilweise miteinander in Konflikt. Egal, wie ein Tarif gestaltet ist, er kann praktisch nicht alle drei Ziele gleichzeitig erfüllen. Das hab ich mir nicht ausgedacht, sondern das hat ein - längst berenteter - Tarifeur erzählt, der beim Münchner Verkehrsverbund die Tarifabteilung leitete (und falls er zufällig irgendwann mal diesen Beitrag liest: Ich hoffe, es geht ihm gut).

Ein gutes Beispiel ist hier das Deutschlandticket: Es ist sehr einfach - eine Person, ein Preis, ein Gültigkeitszeitraum, eine räumliche Gültigkeit. Das muss man den Deutschen lassen: Sie können sich sehr komplizierte Tarifregeln ausdenken. Das D-Ticket ist das komplette Gegenteil davon, kompliziert ist hier höchstens die Unterscheidung Fernverkehr und Nahverkehr.

Ergiebig ist es allerdings nicht. Und gerecht im Sinne von entfernungsgerecht, also "wer weiter fährt, zahlt auch mehr" ist es auch nicht. Allerdings erfüllt es soziale Kriterien, denn nun können auch Leute, die weniger Geld zur Verfügung haben, an die Ostsee oder in den Harz fahren. Und wer will, kommt mit dem D-Ticket auch bis nach Süddeutschland, es dauert halt nur länger.


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Taari
Laut Zahlen von 2024 gab es in Deutschland im ÖPNV 12,6 Mrd. Euro an Ticketeinnahmen. (7,2 Deutschlandticket, 5,4 alles andere)

Ja und gleichzeitig gab es etwa 11,5 Milliarden Fahrgäste im ÖPNV einschließlich SPNV - wobei man dazu sagen muss, dass das Unternehmensbeförderungsfälle sind. Aber ich verwende die Zahl mal hypothetisch weiter, auch wenn es etwas unscharf wird:

Das macht etwa 1,10 Euro pro Fahrt. Auch das wäre ein einfaches Tarifmodell: Jede Fahrt kostet den selben Preis. Es wäre gerecht im Sinne "wer häufiger fährt, zahlt mehr", aber nicht entfernungsgerecht. Und die Ergiebigkeit? Schwierig zu beurteilen. Ein solches Modell hätte enorme Effekte auf die Nachfrage. Für 2,20 Euro an die Ostsee oder in den Spreewald (hin und zurück)? RE2, RE3, RE5 und RE8 müssten im Sommer vermutlich im 10-Minuten-Takt fahren. Und hier zeigen sich auch die Grenzen eines solchen Modells: Auf langen Strecken fehlt die Lenkungswirkung des Preises auf die Nachfrage. Ein solches Modell wäre also maximal regional umsetzbar.


Zitat
Taari
Jetzt wäre meine Frage, wie viel würde man an Personal, Kontrolle, Ticketinfrastruktur etc sparen, wenn man den ÖPNV (mit Ausnahme Schnellzüge vllt.) grundsätzlich kostenlos machen würde? Garantiert weniger, das wäre mir schon klar, aber ich habe hier keine Summe vor Augen. Weiß hier jemand was dazu?

Eine offizielle Statistik gibt es nach meiner Kenntnis nicht zu den ÖPNV-Vertriebskosten in Deutschland. Aber Volker Wissing nannte mal die Summe von 2 Milliarden Euro: "Es gebe im ÖPNV Vertriebskosten von zwei Milliarden Euro".

Ich war selbst überrascht, als ich die Zahl las; sie erscheint mir sehr hoch. Wie sie berechnet wurde und welche Kostenpositionen darin enthalten sind, ist nicht nachvollziehbar. Insofern würde ich sie eher als grobe Größenordnung denn als belastbare Kostenrechnung verstehen. Möglicherweise mussten Wissings Referenten selbst grobe Annahmen treffen oder haben auch volkswirtschaftliche Kosten (z. B. Justizkosten oder Verwaltungsmitarbeiter in Landratsämtern, die die Schülertickets verrechnen) mit eingerechnet. Oder die Zahl wurde für die politische Kommunikation auf eine sehr leicht merkbare Zahl aufgerundet.

Wenn man nun aber bedenkt, dass Abos und digitale Tickets weniger Vertriebskosten haben, lässt sich erahnen, was für ein Aufwand im "klassischen" Fahrkartenautomaten und im personenbedienten Verkauf steckt: Personal, Geldlogistik, Wartung, Versicherung, Fahrscheinpapier, Stellflächen, etc.
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