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Mangelnde Außenreinigung bei der U-Bahn
geschrieben von Mariendorfer 
Hallo in die Runde,

was ist eigentlich bei der Großprofil-U-Bahn los ?

Die F-Züge sehen teilweise so verdreckt aus, als ob sie schon länger keine Außenreinigung
mehr bekommen haben. Gesehen auf der U6, u.a. 2780 und 2940.

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Viele Grüße vom Mariendorfer
Zitat
Mariendorfer
Die F-Züge sehen teilweise so verdreckt aus, als ob sie schon länger keine Außenreinigung
mehr bekommen haben. Gesehen auf der U6, u.a. 2780 und 2940.

Gut beobachtet. Tja, die Waschanlage der Betriebswerkstatt Britz-Süd, wo alle Fahrzeuge der Linien U6 bis U9 instand gehalten werden, wurde nach Ablauf der Nutzungsdauer ab Anfang Juli komplett demontiert und wird nun wieder neu aufgebaut. Reinigung und Graffitientfernung sind daher sehr eingeschränkt und müssen auf normalen Grubengleisen manuell erfolgen. Soll bis Jahresende dauern.

Als die BVG noch etwas Wert legte auf ein verkehrswerbendes Äußeres ihrer Fahrzeuge, zuletzt beim Abriss und Neuaufbau der Wagenhalle 4 in der Betriebswerkstatt Grunewald Ende 2009 bis 2013 wurde eines der beiden alten Waschportale nicht verschrottet, sondern zunächst draußen neben dem Stellwerk aufgebaut und die Züge zum Waschen mit der Akkulok durchgezogen. Warum das heutzutage nicht möglich ist, weiß ich nicht. Wasserschutzgebiet kann in Britz eigentlich nicht sein. Eher Geld- und Fachkräftemangel.
Parallel läuft bekanntlich die Planfeststellung zur Erweiterung der Werkstattanlagen, das bestehende Waschgleis wird aber beibehalten und soll nicht in den Neubau umziehen.

so long

Mario
Guten Morgen,

danke für die Antwort. Du hast ein wichtiges Stichwort genannt:

Verkehrswerbendes Äußeres der Fahrzeuge

Der derzeitige Zustand der Außenwände ist leider alles andere als verkehrswerbend.

Neben dem Drecküberzug sind mir auch viele Wagen aufgefallen, die mit
Graffity-Beschmierungen in unterschiedlicher Größe im Betrieb sind. Es galt mal
die Zielsetzung, derartige Beschmierungen so schnell wie möglich zu beseitigen,
bevor die Wagen wieder in den Linienverkehr gehen.


Edit: Typo beseitigt

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Viele Grüße vom Mariendorfer



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 27.09.2026 06:57 von Mariendorfer.
Zitat
Mariendorfer
Der derzeitige Zustand der Außenwände ist leider alles andere als verkehrswerbend.

Neben dem Drecküberzug sind mir auch viele Wagen aufgefallen, die mit Graffity-Beschmierungen in unterschiedlicher Größe im Betrieb sind. Es galt mal die Zielsetzung, derartige Beschmierungen so schnell wie möglich zu beseitigen, bevor die Wagen wieder in den Linienverkehr gehen.

Du hast Marios Beitrag bzw. Antwort aber schon gelesen und verstanden...? :-)

Es gibt in Britz derzeit keine Waschanlage und wegen der Ersatzneubaumaßnahme "Waisentunnel" ist es derzeit ebenso unmöglich, die Großprofilzüge des Nachts in Friedrichsfelde zu waschen.

Wie stellst Du Dir also eine Lösung dieses unsauberen Problems vor?

Viele Grüße
Arnd
Zitat
Arnd Hellinger
Es gibt in Britz derzeit keine Waschanlage und wegen der Ersatzneubaumaßnahme "Waisentunnel" ist es derzeit ebenso unmöglich, die Großprofilzüge des Nachts in Friedrichsfelde zu waschen.

Wie stellst Du Dir also eine Lösung dieses unsauberen Problems vor?

Wenn Waschanlagen für Züge vor den Zügen selbst erfunden worden wären, könnte ich mir diese Ratlosigkeit ja noch erklären. Was aber, wenn es sich umgekehrt zutrug? Blieben dann die Züge bis zur Erfindung der Waschanlage schmutzig?


Das Gegenteil von pünktlich ist kariert.
Mario hat in seinem Beitrag sogar beschrieben, wie man es in Grunewald gemacht hat,
als Bauarbeiten anstanden.

Wir leiden hier in Berlin an einer Haltung, dass wir immer gut begründen können,
warum etwas nicht geht. Missstände werden schulterzuckend akzeptiert.
Es wird viel zu wenig nach Alternativen, nach Lösungen gesucht.

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Viele Grüße vom Mariendorfer
Die derzeitige Situation auf den Linien U6 bis U9 ist mehr als desaströs. Nicht nur dass die Fahrzeuge nicht vernünftig gewaschen werden können, Graffiti Entfernung dauert auch deutlich länger oder ist nur mit mehr Personaleinsatz ausreichend machbar. Warum da vorher kein Konzept zur Ersatzreinigung erstellt wurde, bleibt ein Geheimnis der BVG. Bestimmt wird es auch am fehlenden Geld liegen, warum keine provisorische Ersatzwaschanlage für den Zeitraum errichtet wurde. Bestimmt konnte man nun auch nicht mehr warten, bis die neue Halle mit Waschgleis fertig wird. Ergo haben wir nun einen Zustand, der mehr als peinlich für die BVG ist...

LG

Im Untergrund liegen Tunnel ;-)
Zitat
Untergrundratte
Die derzeitige Situation auf den Linien U6 bis U9 ist mehr als desaströs. Nicht nur dass die Fahrzeuge nicht vernünftig gewaschen werden können, Graffiti Entfernung dauert auch deutlich länger oder ist nur mit mehr Personaleinsatz ausreichend machbar. Warum da vorher kein Konzept zur Ersatzreinigung erstellt wurde, bleibt ein Geheimnis der BVG. Bestimmt wird es auch am fehlenden Geld liegen, warum keine provisorische Ersatzwaschanlage für den Zeitraum errichtet wurde. Bestimmt konnte man nun auch nicht mehr warten, bis die neue Halle mit Waschgleis fertig wird. Ergo haben wir nun einen Zustand, der mehr als peinlich für die BVG ist...

Als wäre der BVG noch irgendetwas peinlich. Und Konzepte? Pfff, es reicht doch, wenn die Hipster-Werbemafia-Bubble über das jeweils neueste BVG-Werbevideo spricht, mehr muss ein Verkehrsbetrieb nicht leisten.
Ich frage mich ja, weshalb im U-Bahn-Bereich die Wagen offenbar so viel schlechter bewachbar sind als bei der Straßenbahn. Oder was ist es sonst, das die Straßenbahnen so viel gepflegter aussehen lässt als die U-Bahnen?

~~~~~~
Die paar Schritte kann ich auch fahren.
Zitat
Philipp Borchert
Ich frage mich ja, weshalb im U-Bahn-Bereich die Wagen offenbar so viel schlechter bewachbar sind als bei der Straßenbahn. Oder was ist es sonst, das die Straßenbahnen so viel gepflegter aussehen lässt als die U-Bahnen?

Ich finde, das ist doch ziemlich offensichtlich.

Die Straßenbahnen werden nachts (bis auf die nachts eingesetzten) aus dem Netz geholt und auf Betriebshöfen abgestellt, die zwar oberirdisch, aber auch entsprechend eingezäunt und so gebaut sind, dass man den Zaun relativ leicht überblicken kann (zumindest per Videoüberwachung des Zauns). Im U-Bahn-Netz gibt es dagegen reichlich Abstellanlagen im Netz selbst, die zwar nicht unmittelbar an Fahrgastbereichen liegen, aber durchaus erreichbar sind, weil man beim Bau vermutlich noch gar nicht erwogen hat, dass irgendjemand dorthin gehen könnte, der dies nicht darf.

Um dies nachzurüsten (z.B. mit Toren vor den unterirdischen Abstellanlagen und Zäunen dort, wo keine Wände sind), wäre wohl schnell ein so massiver Aufwand verbunden, dass man dies sein lässt. Alternativ könnte man auch das Straßenbahnmodell auf die U-Bahn übertragen und alle Züge zur Abstellung aus dem Netz holen. Dafür müsste man aber vermutlich die Betriebshöfe entsprechend vergrößern und hätte zusätzlich einen ziemlichen Mehraufwand, wenn alle Ein- und Aussetzfahrten dorthin fahren bzw. beginnen müssen. Angesichts weniger Millionen Euro an Graffitischäden pro Jahr, lohnt es sich vermutlich wirtschaftlich nicht, ebenso wie es sich wohl besser rechnet, die Reinigungsintervalle für die Zeit des Neubaus einer Waschanlage so zu strecken, dass man kein Provisorium baut.
Zitat
Lopi2000
Zitat
Philipp Borchert
Ich frage mich ja, weshalb im U-Bahn-Bereich die Wagen offenbar so viel schlechter bewachbar sind als bei der Straßenbahn. Oder was ist es sonst, das die Straßenbahnen so viel gepflegter aussehen lässt als die U-Bahnen?

Ich finde, das ist doch ziemlich offensichtlich.

Die Straßenbahnen werden nachts (bis auf die nachts eingesetzten) aus dem Netz geholt und auf Betriebshöfen abgestellt, die zwar oberirdisch, aber auch entsprechend eingezäunt und so gebaut sind, dass man den Zaun relativ leicht überblicken kann (zumindest per Videoüberwachung des Zauns). Im U-Bahn-Netz gibt es dagegen reichlich Abstellanlagen im Netz selbst, die zwar nicht unmittelbar an Fahrgastbereichen liegen, aber durchaus erreichbar sind, weil man beim Bau vermutlich noch gar nicht erwogen hat, dass irgendjemand dorthin gehen könnte, der dies nicht darf.

Um dies nachzurüsten (z.B. mit Toren vor den unterirdischen Abstellanlagen und Zäunen dort, wo keine Wände sind), wäre wohl schnell ein so massiver Aufwand verbunden, dass man dies sein lässt. Alternativ könnte man auch das Straßenbahnmodell auf die U-Bahn übertragen und alle Züge zur Abstellung aus dem Netz holen. Dafür müsste man aber vermutlich die Betriebshöfe entsprechend vergrößern und hätte zusätzlich einen ziemlichen Mehraufwand, wenn alle Ein- und Aussetzfahrten dorthin fahren bzw. beginnen müssen. Angesichts weniger Millionen Euro an Graffitischäden pro Jahr, lohnt es sich vermutlich wirtschaftlich nicht, ebenso wie es sich wohl besser rechnet, die Reinigungsintervalle für die Zeit des Neubaus einer Waschanlage so zu strecken, dass man kein Provisorium baut.

Deine Argumentation trifft nur teilweise zu. Man sehe sich mal das Netz Süd-Ost der Straßenbahn an und wo alles außerhalb der Betriebshöfe abgestellt wird. Trotz ungünstigen Bedingungen kommt es nur selten vor, das eine Bahn beschmiert wird.

Bei der U-Bahn dagegen setzt man eher auf Technik. So wird ab nächster Woche an ausgewählten Bahnhöfen eine neue Form der Zugangskontrolle der nicht öffentlichen Bereiche getestet. Warten wir mal ab, wie die Ergebnisse sind.
Zitat
Mariendorfer
Wir leiden hier in Berlin an einer Haltung, dass wir immer gut begründen können,
warum etwas nicht geht. Missstände werden schulterzuckend akzeptiert.
Es wird viel zu wenig nach Alternativen, nach Lösungen gesucht.

Genau das!
Berlin erreicht mit seinem ÖPNV nicht die Qualität anderer Städte, die haargenau die gleichen Probleme haben oder hatten. Es ist politisch nicht gewollt.

* U-Bahnen stehen woanders in umzäunten Bereichen und werden bewacht
* Digitale aufladbare Fahrscheinsysteme und automatische Verrechnung mit Kreditkarte sind woanders problemlos möglich neben üblichen Fahrscheinen gegen Bargeld - über viele Tarifzonen hinweg
* Zugangsschranken sind woanders auch in hundert Jahre alten System einbaubar
* Rigoroses automatisiertes Melden von blockierten Busspuren führt woanders zu freien Busspuren
* Vorrangschaltungen erhöhen woanders Akzeptanz von Straßenbahn und Bussen extrem
* mehr als ausreichendes Sicherheitspersonal schafft Sicherheit - woanders

Aber in Berlin geht so etwas nicht, weil es Geld kostet oder technisch nicht möglich ist. ÖPNV ist lästig.
Deutschland ist Autofahrerland.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 28.09.2026 17:53 von Trittbrettfahrer.
Zitat
Trittbrettfahrer
* U-Bahnen stehen woanders in umzäunten Bereichen und werden bewacht

In welchem ähnlich alten Netz ist das denn der Fall? Abstellgleise sind doch eigentlich ziemlich verbreitet.

Zitat
Trittbrettfahrer
* Digitale aufladbare Fahrscheinsysteme und automatische Verrechnung mit Kreditkarte sind woanders problemlos möglich neben üblichen Fahrscheinen gegen Bargeld - über viele Tarifzonen hinweg

Ja, da könnte man natürlich mal was optimieren, gern auch kombiniert mit Ideen zur vereinheitlichten Weiterentwicklung der Tarifsysteme, wie es z.B. die Verbraucherzentralen gerade vorschlagen und gern auch in dem Sinne, dass zumindest die Grundideen von Tarifen bundesweit vereinheitlicht werden. Alles aber nicht mehr so dringlich, solange es das Deutschlandticket gibt.

Zitat
Trittbrettfahrer
* Zugangsschranken sind woanders auch in hundert Jahre alten System einbaubar

Ja, das geht allerdings vor allem bei tiefliegenden Netzen gut. Oder man macht es halt wie in London, reißt um die U-Bahn-Eingänge herum die Gebäude ab und baut statt Ladenlokalen große Eingangsbereiche. Gehen wird das schon, nur halt zu welchem Preis.

Zitat
Trittbrettfahrer
* Rigoroses automatisiertes Melden von blockierten Busspuren führt woanders zu freien Busspuren

Das ist hoffentlich nur eine Frage der Zeit. Seitdem einige Städte in Deutschland zeigen, dass dies nach deutschem Recht geht und etwas bringt, war es sicher vor allem der abgewählte Senat, der dies ausgebremst hat.

Zitat
Trittbrettfahrer
* Vorrangschaltungen erhöhen woanders Akzeptanz von Straßenbahn und Bussen extrem

Auch hier: Kann eigentlich mit einem neuen Senat nur besser werden, allerdings waren viele der denkbaren Senatskonstellationen schon nicht ausreichend durchsetzungsstark gegenüber einer möglicherweise wenig veränderungswilligen Fachverwaltung.

* mehr als ausreichendes Sicherheitspersonal schafft Sicherheit - woanders

Aber in Berlin geht so etwas nicht, weil es Geld kostet oder technisch nicht möglich ist. ÖPNV ist lästig.
Deutschland ist Autofahrerland.[/quote]

Naja, manch eine Wunschvorstellung wird sicherlich zu teuer sein, das ist wohl klar. Ebenso ist vieles nicht zwingend technisch unmöglich, aber trotzdem zu keinem vernünftigen Aufwand umsetzbar.
Zitat
Lopi2000
Naja, manch eine Wunschvorstellung wird sicherlich zu teuer sein, das ist wohl klar.

Dann möge man doch endlich mal das in großen Haufen auf der Straße liegende Geld aufsammeln, statt ständig darüber zu klagen, wie teuer alles ist. Oder ist das auch zu teuer?


Das Gegenteil von pünktlich ist kariert.
Die lesen hier alle mit. Ich habe die BVG angefragt zum Thema und herausgekommen ist ein kleiner Artikel.

Voraussichtlich erst im November soll die neue Anlage in die bestehende Halle eingebaut sein, heißt es von der BVG auf Anfrage von »nd«. »Die notwendigen Arbeiten wurden in die Sommermonate gelegt, in denen die Züge erfahrungsgemäß nicht so stark verschmutzt sind wie im Winter«, so das Landesunternehmen weiter.

Der vollständige Text hier in nd.
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