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Straßenbahnreste in HH
geschrieben von tram1107 
Weiterhin kann man auch auf der Straße Saling und auf der Carl-Petersen-Straße in Hamm-Nord ebenso wie auf der Ritterstraße in Eilbek bei trockenem Wetter im Asphalt eine Art "Abdruck" der offenbar nur übergeteerten Straßenbahn-Schienen erkennen. Zu sehen sind zwei doppelte dunkle Streifen im typischen Normalspurabstand. Die Strecken wurden letztmalig während des 2. Weltkrieges befahren. Irgendwann werde ich mal Fotos machen...
@ Arne: Die alte Linie [21]. Photos würden durchaus interessieren.

Freundliche Grüße
Horst Buchholz - histor
Zitat
Andrako
Seit einiger Zeit kann man auf der Süderstrasse zwischen Grevenweg und der Haltestelle Luisenweg wieder die zugeteerten Reste der Strassenbahngleise sehen.
In diesem Abschnitt waren anfangs viele Schlaglöcher, so daß deshalb stellenweise die Asphaltdecke ganz entfernt wurde.
Nun blickt man auf das alte Kopfsteinplaster mit den zwei Gleisspuren, die im Jahr 1943 zuletzt befahren wurden.

Hier zwei Fotos davon. An zwei Stellen des nördlichen Gleises sind die Reste zweier Metallteile zwischen den ehemaligen Schienen zu sehen, die offenbar abgeschnitten wurden. Was war das früher mal?




NVB
Re: Straßenbahnreste in HH
26.02.2011 23:13
Das könnten Reste eines Weichenkastens sein. Witzigerweise gab es vereinzelt solche Kästen auch an Stellen, wo es nie Weichen gegeben hat ...
Stimmt, das mit den "Weichenkästen" ohne Weichen habe ich auch noch in Erinnerung. Können sich in diesen Kästen möglicherweise nahe von Isolierstößen irgendwelche Trennschalter befunden haben?

Viele Grüße
Marcus
Könnte das nicht auch Abläufe für Regenwasser sein?
Hier ist ein Foto eines Schienenrestes der ehemaligen Schleife Eichtalstr.. Die Linie 5 endete dort zuletzt bis Ende 1959, nachdem sie den Abschnitt nach Hellbrook ab 22.3.1959 nicht mehr bedient hatte.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.03.2011 22:41 von Günter Wolter.


Hier mal der Blick in die Carl-Petersen-Strasse in Richtung Osten.
Hier fuhr bis 1943 die Linie 17 zur Horner Rennbahn.

Im Hintergrund sieht man noch die Masten der bis 1976 verkehrenden Linie 15 (ebenfalls Ziel Horner Rennbahn)




Der Blick in die andere Richtung


Tolle Bilder :)
Nach 35 Jahren immer noch so deutliche Spuren :)

Aber ein Tipp: Bitte bei den nächsten Bildern die Kennzeichen der Autos schwärzen / unkenntlich machen.
Rein rechtliche Gründe.


BVG = Alle meckern drüber, aber ohne geht es nicht !

Jut jemeinte Jrüße
Nico
Jetzt geht es den Straßenbahnresten im Bereich Braune Brücke an den Kragen, und zwar endgültig. Im Gegensatz zum Bereich Luisenweg, wo die Reste wieder überasphaltiert wurden, wird hier alles herausgerissen für die Anlage eines neuen Platzes. Dabei kommen auch reihenweise die Eisenelemente zum Vorschein, die man auf dem Bild oben bereits im eingebauten Zustand gesehen hat. Wenn das wirklich Weichenkästen waren, warum dann so viele? Können das auch Schwellen oder Ähnliches sein?




Zitat
Ingo Lange
Dabei kommen auch reihenweise die Eisenelemente zum Vorschein, die man auf dem Bild oben bereits im eingebauten Zustand gesehen hat. Wenn das wirklich Weichenkästen waren, warum dann so viele? Können das auch Schwellen oder Ähnliches sein?

Sehen mir eher nach Spurstangen aus. Also tatsächlich der "Schwellenersatz" im Rahmengleis. Abstand: alle 1,50 m (zum Vergleich: Schwellen liegen etwa alle 65 cm).
Früher war die Bauweise Rahmengleis (Schiene mit Spurstangen) auf Mineralgemisch nicht unüblich, einzelne Städte verwendeten diese Bauweise auch noch in diesem Jahrtausend.
Jay
Re: Straßenbahnreste in HH
19.07.2011 12:37
Jup, das sieht verdächtig nach Spurstangen aus. Und was potentielle "Weichenkästen" angeht, wurde auch schon die richtige Lösung genannt - dabei handelt es sich dann normalerweise um die Entwässerung.

@BVG_Berlin: Voraueilender Gehorsam ist keine Rechtsgrundlage. Die Autos sind hier nur Beiwerk und damit haben es die Besitzer hinzunehmen, dass ihr Kennzeichen ggf. sichtbar ist. Genauso müssen es auch Fahrer hinnehmen in ihrem Fahrzeug abgelichtet zu werden, sofern das Fahrzeug (und nicht sie) das Hauptmotiv sind.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Was hier heute Morgen am Bagger hing ist ein weiterer Meter Straßenbahngleis, der jetzt seiner Entsorgung zugeführt wird. Sekunden vorher hingen auch noch die Pflastersteine zwischen den Schienen, die liegen jetzt unten auf dem Haufen. Das ganze in der Spaldingstraße Richtung Eiffestraße direkt an der Einmündung in den Anckelmannsplatz.



Die Arbeiter waren ganz amüsiert dabei. Mit Metall hatten sie offensichtlich nicht gerechnet. "Schmeiß den Sch... erstmal dahinten hin."
Mir wurde per E-Mail geschrieben, dass am 23.5. mal wieder bei Bauarbeiten Straßenbahnschienen geborgen wurden. Diesmal war es an der Kreuzung zwischen Holstenstraße und Max-Brauer-Allee.

Der Absender der E-Mail hat dazu einen netten Bericht mit etlichen Fotos auf www.radverkehrsforum.de veröffentlicht.

Fredrik

[fredriks.de]
@ histor; NVB

Ich wende mich speziell an Sie oder euch beide, weil ich mir denke, dass Interesse bestehen könnte.
Ein Link zur Drehscheibe verweist auf einen Thread zur Situation der Straßenbahngleise
Angerstr. und Umgebung.

Da ich in der Gegend aufgewachsen bin, kann ich etwas dazu beitragen. Die zugeteerten Schienen im Graumannsweg und Mühlendamm sind
mir noch genauso in Erinnerung wie diejenigen im Westabschnitt der Angerstraße. Außerdem habe ich bis zum 12. Lebensjahr (1969)
seinerzeit gerne beim Rangieren der Straßenbahnzüge im Depot Angerstraße zugesehen. Meinen Großvater konnte ich damals ebenfalls "ausquetschen" sowie andere Familienangehörige. So kenne z.B. ich die Situation der Umleitung der Wandsbeker Straßenbahnen noch durch ein einziges Erlebnis, ansonsten durch Erzählen der Erwachsenen.

Ich erinnere mich ganz dunkel daran, dass wir in der Angerstraße hinter dem Bahnhof Lübecker Str. standen. Aus Richtung Lübeckertordamm kam ein Straßenbahnzug, der auf der Kreuzung eine leichte Rechtskurve fuhr, um die Hst. in der Angerstr. zu erreichen. Das dürfte damals provisisorisch gewesen sein. Wir stiegen ein und fuhren nach Wandsbek. Das ist die einzige persönliche Erinnerung an die Wandsbeker Straßenbahn. Den Bahnhof konnte man auch nur über eine Holztreppe von der Angerstr. aus betreten.

Die Angerstraße war nicht durchgängig eingleisig. Nur im Depotbereich verengte sich die Trasse auf eine Spur wohl wegen der einfacheren Zugänglichkeit. Kurz vor dem Marienkrankenhaus weitete sich die Strecke wieder zur Zweigleisigkeit auf. An der Kreuzung Alfredstraße begann dann der zugeteerte Abschnitt, soweit der Zustand nach 1960. Manche Züge fuhren, wie es in der Familie immer hieß "bis daran". Das habe ich oft beobachten können. Dies ging besonders mit den Zweifahrerstandwagen, bei denen man den Stromabnehmer von einer zur anderen Seite wechseln konnte.
Auch die modernen Fahrzeuge nutzten diese Stumpfgleise, wenn sie das Depot rückwärts verließen, um dann vorwärts Richtung Landwehr zu fahren.
Eine in den letzten Jahren vor Schließung des Betriebshofs geübte Praxis war es, beim Wenden nur noch den Gleiswechsel im ersten Depot zu nutzen. Die ankommenden Züge fuhren in einer Linkskurve ins Depot, wechselten dann rückwärts das Gleis um in die entgegengesetzte Kurve zu gelangen. Beide Gleiskurven kreuzten sich, so dass die Züge auf diese Weise in die andere Richtung gelangten.

Am Bahnhof und dem Platz davor konnte ich noch die teilweise betriebenen und nicht betriebenen Gleisabschnitte sehen.
Deutlich erkennbar war, dass die Zweigleisigkeit der Angerstr., die ab Depot Richtung Osten verlief, sich in der Hasselbrookstr. und Conventstr. verlor. Dies ist der Umleitungstrecke geschuldet, die ein Jahr lang betrieben wurde. Das erzählte mir meine Mutter damals, denn früher fuhren keine Straßenbahnen in der Hasselbrookstr. Ein Gleis verlief von der Angerstr. nach rechts und mündete über eine Weiche unter der S-Bahn-Brücke auf die Stammstrecke von Linien 14 und 15. Diesen Weg fuhren immer die Züge, die das Depot verlassen hatten. Das Gegengleis war schon zugeteert. Außerdem gab es eine Verbindungskurve zwischen Landwehr und Straßenzug Hasselbrookstr./Angerstr. Die wurde wohl erst nachträglich eingebaut, wie mir mein Großvater sagte, so dass die Fahrgäste an der Hst. noch aussteigen konnten. Dies könnte im Zusammenhang stehen mit der Verlegung der Straßenbahn vom Steinhauerdamm/Mühlendamm über die Bürgerweide und Landwehr. Dies war 1957 geschehen. Das Depot konnte seit der Zeit zumindestens von den Linien 14 und 19 nur noch von der Landwehr aus befahren werden.

Der Westteil der Angerstr. war zweigleisig. Das weiss ich noch von den zugeteerten Schienen her. Auf Höhe der Polizeiwache sah man Weichen nach rechts. Mehr habe ich persönlich nicht in Erinnerung dazu. Meine Mutter erzählte mir nur, dass die Bahnen in einer Kurve die Polizeiwache passiert hätten, um vom und zum Depot zu fahren. Die genaue Gleislage vor 1957 kenne ich nicht mehr, nur so viel: Es sei auf der Kreuzung dort Schienengewirr ohne Ende gewesen, wurde mir gesagt. Eine Zeitzeugin war noch eine ältere Dame, die an der Ecke Steinhauerdamm einen Kiosk betrieben hatte und die mir beim Verkauf auch noch was dazu sagte. Und vom Mühlendamm aus fuhren manche Bahnen direkt zur Angerstr., erzählte mir mein Großvater.
Sicherlich änderte man den Zustand zwischenzeitlich, besonders nach Einstellen der Straßenbahn Steinhauerdamm/Mühlendamm. Wohin die Gleise in der Angerstraße geradeaus führten, kann man nur erahnen. Zu der von mir schon bewusst erlebten Zeit waren dort schon eine Absperrung und die Eingänge zur U1. Die zugeteerten Schienen brachen davor einfach ab. Höchstwahrscheinlich fuhren die Bahnen vom Steindamm/Lübeckertordamm aus dort entlang, aber eben nur von 1959 bis 1960. Dies würde zu meinem frühen Erlebnis passen.
Was den neueren Zustand der westlichen Angerstr. anbelangt, so weiss ich noch, dass man vor vielen Jahren die Gleise herausnahm. Sie lagen aufgestapelt am Straßenrand zum Abtransport bereit. Seinerzeit erhielt das Marienkrankenhaus Fernwärme. Hierzu riss man die linke Seite der Angerstraße Richtung Steinhauerdamm gesehen auf. Das Kopfsteinpflaster wurde auf der linken Seite dann wieder durchgängig verlegt. Auf der anderen Seite geschah dies aber nur im Bereich des herausgenommen Gleises. So erklärt sich, dass die Umrisse nur noch eines Gleises erkennbar sind.
Danke für deine ausführliche Schilderung. Die Gleise in der Hasselbrookstraße und der Conventstraße waren im Linienbetrieb nur während der Bauarbeiten der U-Bahn in der Wandsbeker Chaussee (vom 2.9.1959 bis 2.10.1960 - Einstellung des Betriebes dort nach Wandsbek). Ansonsten lagen vorher keine Straßenbahngleise in der Hasselbrookstraße - und irgendwann wurden sie natürlich wieder ausgebaut.

Steinhauerdamm und Mühlendamm war schon eine kompliziertere Kreuzung mit einigen Fahrmöglichkeiten wie Steindamm - Lübecker Straße die regulären Wandsbeker Linien, Steindamm - Mühlendamm früher die 9, Steinhauerdamm - Mühlendamm die 35 und manchmal die 19 und seit 1954 die 14 und sogar Steindamm - Steinhauerdamm als Umleitung und Steinhauerdamm - Lübecker Straße (und dann zum Depot Angerstraße).

Freundliche Grüße
Horst Buchholz - histor
@ histor
vielen Dank für die Antwort.
Dann stimmen die alten Gleispläne von der Stadt Hamburg/HHA nicht so recht, wie sie
bei der Drehscheibe eingearbeitet wurden.

Ich erinnere mich noch an ein weiteres Detail der zugeteerten Schienen, die in der westlichen Angerstr.
vor der Absperrung abbrachen. Zwei Weichen - also von beiden Richtungsgleisen aus - verliefen nach rechts Richtung Lübecker Str./Steinhauerdamm gesehen. Die dazugehörigen weiterverlaufenden Gleise waren längst entfernt, aber man konnte ahnen, dass sie an der Polizeiwache entlang gingen. Über diesen Weg fuhren einst die provisorischen Busse bis 1962, die auf diese Weise kehrten. Sie kamen Angerstraße hoch und bogen an der Polizeiwache nach rechts ab, um vorm Bahnhof Lübecker Str. zu halten. Die Lübecker Str. war bis dahin schon ausgebaut. Asphaltierarbeiten konnte ich zu der Zeit noch auf der Kreuzung beobachten.

Die geradeaus führenden Gleise, - und das ist jetzt das eigentliche Detail - die in der Angerstr. westlich abrissen, liessen deutlich erkennen, dass sie sich nochmals in zwei Richtungen teilten. Das müssen die letzten Reste von Weichen gewesen sein, die aber in Gänze nicht mehr vorhanden waren. Wenn es so war, dann verliefen die Gleise höchstwahrscheinlich in Richtung Lübeckertordamm und zugleich zum Mühlendamm.
Vom Steinhauerdamm aus wäre die Kurve wohl zu eng geworden, so dass man nach rechts in die Lübecker Str. abbiegen musste und gleich danach nochmal rechts herum an der Polizeiwache vorbei in die Angerstr. Das stimmt dann mit den Plänen überein. Aber eben nur das.
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