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Gleisnummern in Bhf Flughafen Schönefeld und Potsdam Hbf
geschrieben von Vademekum 
Ich habe mich schon öfter gefragt, warum die Bahnhöfe Flughafen Schönefeld und Potsdam Hbf so eine seltsame Gleisnummerierung haben.
Bei den meisten Bahnhöfen sind die nebeneinander liegenden Gleise durchgängig auf- bzw. absteigend nummeriert, also 1 neben 2 neben 3 neben 4 usw.
An den beiden genanntetn Bahnhöfen sind allerdings die beiden Gleise an dem einen Bahnsteig (also in eine Fahrtrichtung) mit den geraden, die beiden Gleise an dem anderen Bahnsteig mit ungeraden Nummern versehen.
In Potsdam Hbf liegen die Gleise also (von Süden kommend) in der Reihenfolge: 4 - 2 - 1 - 3, was ich doch sehr verwirrend finde.
Weiß jemand, was es damit auf sich hat?
Vielen Dank.
Seit ein paar Jahren steige ich des öfteren in Potsdam um. Jedes mal wenn ich dort bin denke ich, daß ich mal fragen sollte, warum es so eine chaotische Gleisnummerierung gibt. Doch leider bin ich immer in Zeitdruck oder denke nicht dran. Will ja auch nicht deswegen andere Reisende mit wichtigeren Fragen aufhalten. Aber fakt ist, daß ich immer noch nicht auswendig die Gleisreihenfolge sagen kann und jedes mal zweimal hinschauen muß, wo nun welches Gleis ist. Und: Wo ist Gleis 5? Das haben die einfach vergesen. S-Bahn hat 6 und 7, obwohl es nur 6 Gleise gibt.

Seltsam nur, warum man so einen Fehler überhaupt machen kann und dazu noch bei einem recht neuen Bahnhof... Wäre wirklich auch an einer Antwort interessiert.
Moin!

Also, Vademekums Posting beschreibt ziemlich klassisch das -- oder sollte ich schreiben: ein ;-) -- Numerierungsschema der Deutschen Reichsbahn. Die Gleise 1 und 2 sind die durchgehenden Hauptgleise, Gleis 3 ist Zweiggleis von Gleis 1, Gleis 4 Zweiggleis von Gleis 2. Hat ein Bf. mehr Zweiggleise, werden entsprechend ungerade Zahlen oder eben gerade Zahlen zum entsprechenden Durchgangsgleis vergeben. Durch Addition mit der Zahl 2. In Schönefeld landet man so bei den Gleisen 11 und 13 für die S-Bahn.

Dass die S-Bahn in Potsdam allerdings ein Gleis 7 und kein Gleis 8 hat, ist allerdings interessant. Da hat sich wohl jemand verrechnet. :-)

Gruß
Mike
./.
22.10.2007 11:42
./.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.04.2009 21:43 von André Loop.
André Loop schrieb:
-------------------------------------------------------
> Mehringdamm: 1 | 3 | 4 | 2 = U6 | U7 | U7 | U6
> Das Gleis 1 der U7 wird im Bhf. Mehringdamm zum
> Gleis 3, Gleis 2 zu Gleis 4.
> Richtung Süden immer ungrade, Richtung Norden
> Grade.
>
> Wittenbergplatz: 1 | 3 | 2 | 4 | 6 = U1/U3 | U2 |
> U2 | U3 | U1
> Richtung Westen immer ungrade, Richtung Osten
> immer grade.

Betrieblich praktisch und logisch ist diese Gleisnummerierung natürlich schon. Aber kundenfreundlich? Mal wieder typisch die Priorität des Innerbetrieblichen vor der für den Kunden durchsichtigen Regelung, denn der soll sich doch wohl auf dem Bahnhof zurechtfinden.

Freundliche Grüße
Horst Bu. - histor
Man könnte ja auch für die Fahrgäste eine nachvollziehbarere andere Bezeichnung wählen, wenn man intern die für Laien schwer verständliche Regelung beibehalten möchte. Die Gleise bleiben dann nummeriert, aber die für den Fahrgast von 1 (ganz links) bis 10 (ganz rechts) durchnummerierten Dinge nennt man dann Bahnsteig oder Plattform.

Bahnsteig, wenn die Bahner darüber hinweg kommen können, daß damit eigentlich sonst ein Bahnsteig mit 2 Gleisen dran bezeichnet wird. Im täglichen Nicht-Fach-Sprachgebrauch sind Bahnsteig und Gleis aber eher synonym im Gebrauch.

Plattform hätte den Vorteil, das es im Bahndeutsch bislang nicht belegt ist, im Alltagsdeutsch auch nicht völlig unplausibel wäre und gleichzeitig international verständlich.
Lopi2000 schrieb:
-------------------------------------------------------
> Plattform hätte den Vorteil, das es im Bahndeutsch
> bislang nicht belegt ist, im Alltagsdeutsch auch
> nicht völlig unplausibel wäre und gleichzeitig
> international verständlich.

... und mal wieder ein Ausdruck wäre, der zum Aussterben der deutschen Sprache beitragen würde.

Meiner Meinung nach trifft Bahnsteig die Sache doch ganz gut.




Bäderbahn
Bäderbahn schrieb zu "Plattform":
----------------------------------------------------
> ... und mal wieder ein Ausdruck wäre, der zum
> Aussterben der deutschen Sprache beitragen würde.

In diesem Fall wäre es aber ja nur ein anderes deutsches Wort, das in eben diesem Kontext auch verständlich wäre, wenn auch ungewohnt. Wikipedia schreibt dazu übrigens auch: "Ein Bahnsteig ist eine befestigte Plattform, die parallel zu einem Eisenbahngleis angelegt wurde, um das Ein- und Aussteigen in bzw. aus Zügen zu erleichtern."


> Meiner Meinung nach trifft Bahnsteig die Sache
> doch ganz gut.

Meiner Meinung nach an sich auch, wenn man eben davon absieht, daß es gelegentlich auch z.B. den Bahnsteig A gibt, an dem die Gleis 3 und 7 sind.



./.
22.10.2007 14:39
./.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.04.2009 21:44 von André Loop.
O.k. Letzendlich kann man sich an die Gleisnummern 4-2-1-3 oder ähnlich natürlich gewöhnen bei kleineren Stationen bis zu 4 oder 6 Gleisen - oder sie schlicht ignorieren, wenn bei U- oder S-Bahnen die Liniennummer oder die Zielrichtung vernünftig bezeichnet ist. Mehr will man als Kunde ja meist nicht wissen als von wo aus man zu seinem Ziel kommt.

Etwas anderes ist es bei Fernbahnhöfen mit einer Vielzahl von Gleisen. Hier erwartet man eigentlich eine durchgehende nachvollziehbare Nummerierung (siehe Berlin Hauptbahnhof mit der Unterscheidung der Ebenen durch die 10-er Stelle, hat ne Logik in sich). Auch Hamburg Hbf mit Gleis 1 bis 8 und 11 bis 14 ist durchsichtig, auch wenn 9 und 10 dazwischen ohne Bahnsteig sind.

Und Plattform? Bitte nicht. "Plattform" hat in der deutschen Sprache nun schon eine Menge Bedeutungsschattierungen, so dass dies Wort nicht auch noch unbedingt die Arbeit von Bahnsteig mit übernehmen müsste. Bahnsteig ist eben das speziellere und genauere Wort. Obwohl im Gegensatz zu vor 100 Jahren ja Bahnsteige kaum noch besonders bezeichnet werden (Bahnsteig A usw.), sondern schlicht die Gleisnummer angegeben wird. Langt doch für den Kunden dann, wenn er z.B. Gleis 12 wirklich zwischen 11 und 13 findet.

Freundliche Grüße
Horst Bu. - histor
Anonymer Benutzer
...
22.10.2007 16:32
...



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 05.01.2011 13:06 von 54E.
Mike485 schrieb:
-------------------------------------------------------
> Moin!
> Dass die S-Bahn in Potsdam allerdings ein Gleis 7
> und kein Gleis 8 hat, ist allerdings interessant.
> Da hat sich wohl jemand verrechnet. :-)
>
> Gruß
> Mike
Es gab mal einen Gleisstummel hinter den ehemaligen EG. Er begann an der Weiche (EKW) 100 und ist im Plan so kurz dargestellt, das die Bezeichnung nicht raufpasste.

Mike485 schrieb:
-------------------------------------------------------
> Moin!
>
> Also, Vademekums Posting beschreibt ziemlich
> klassisch das -- oder sollte ich schreiben: ein
> ;-) -- Numerierungsschema der Deutschen
> Reichsbahn. Die Gleise 1 und 2 sind die
> durchgehenden Hauptgleise, Gleis 3 ist Zweiggleis
> von Gleis 1, Gleis 4 Zweiggleis von Gleis 2. Hat
> ein Bf. mehr Zweiggleise, werden entsprechend
> ungerade Zahlen oder eben gerade Zahlen zum
> entsprechenden Durchgangsgleis vergeben. Durch
> Addition mit der Zahl 2. In Schönefeld landet man
> so bei den Gleisen 11 und 13 für die S-Bahn.
>
> Dass die S-Bahn in Potsdam allerdings ein Gleis 7
> und kein Gleis 8 hat, ist allerdings interessant.
> Da hat sich wohl jemand verrechnet. :-)
>
> Gruß
> Mike


Das ist ja interessant, vielen Dank, Mike485!
Allerdings erklärt es noch nicht, warum Potsdam Hbf und Bhf Schönefeld dieses Reichsbahn-Schema haben, die Bahnhöfe in Berlin (zumindest Hbf, Zoo, Ostbhf und Südkreuz, bei den anderen weiß ich es nicht auswendig) aber "der Reihe nach" nummeriert sind. Berlin gehörte doch auch zum Reichsbahngebiet. Und der Potsdamer Hauptbahnhof wurde doch erst gebaut, als es die Reichsbahn bereits nicht mehr gab.
Mit den Bundesländern hängt das doch wohl nicht zusammen, oder? Außerdem würde mich interessieren, ob es Planungen gibt, das Nummerierungsschema bundesweit zu vereinheitlichen.

Für Infos bin ich nach wie vor dankbar.
Ulrich schrieb:
-------------------------------------------------------
> Mike485 schrieb:
> --------------------------------------------------
> -----
> > Moin!
> > Dass die S-Bahn in Potsdam allerdings ein
> Gleis 7
> > und kein Gleis 8 hat, ist allerdings
> interessant.
> > Da hat sich wohl jemand verrechnet. :-)
> >
> > Gruß
> > Mike
> Es gab mal einen Gleisstummel hinter den
> ehemaligen EG. Er begann an der Weiche (EKW) 100
> und ist im Plan so kurz dargestellt, das die
> Bezeichnung nicht raufpasste.

Könnte es nicht auch sein, dass das öslich gelegene Abstellgleis die fehlende Nummer 8 trägt?

Viele Grüße
Florian Schulz

--
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Zitat

Eine Person fällt Wiitenbergplatz ins Gleis 3 U2 Richtg. Ruhleben und bleibt bewusstlos liegen. Ein anderer Fahrgast schaut nicht wie üblich weg, sondern betätigt die SOS-Säule und meldet, eine Person liegt in Gleis 2 (oder 4 - je nachdem wie man numemriert!). Der Mitarbeiter in der Leitstelle informiert in der Aufregung die falschen Fahrer und die Person wird totgefahren..

Wäre das ein Problem: Was spräche dagegen, einfach mit Gleis A, B, C... für die Fahrgäste zu arbeiten?
Mike485 schrieb:
-------------------------------------------------------
> Moin!
>
> Also, Vademekums Posting beschreibt ziemlich
> klassisch das -- oder sollte ich schreiben: ein
> ;-) -- Numerierungsschema der Deutschen
> Reichsbahn.

Das kann man so nicht so ganz stehenlassen, auch wenn es nicht verkehrt ist.
Aber die Deutsche Reichsbahn hat auf Bahnhöfen im Berliner Raum, wo sie dieses Numerierungsschema hatte, parallel für die Passagiere handliche, da mit der geographischen Lage mit wachsendem Index angeordnete, Buchstabenbezeichnungen parat.

Die DR hat m.W. *nirgendwo* diesen heutigen Schrott allein auf die Passagiere losgelassen. Ich kann mich irren, aber m.E. ist eine derarige krumme Numerierung auch auf Bahnhöfen wie Neustrelitz erst ein Produkt der nach-DB-Ära. Bahnhöfe wie Rostock Hbf. hatten parallel eine interne und eine öffentliche Nummerierung.

[Edit: wie hier schon weiter oben im Thread erwähnt wurde:
Potsdam Hbf. ist nun definitiv ein Produkt der nach-DR-Ära.]









1 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.10.2007 00:24 von Global Fisch.
oler schrieb:
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> Wäre das ein Problem: Was spräche dagegen, einfach
> mit Gleis A, B, C... für die Fahrgäste zu
> arbeiten?

Zahlen merken sich besser als Buchstaben. Dann lieber mit Buchstaben für den Betrieb und Zahlen für den Fahrgast. Doch wozu? Was spricht eigentlich sachlich überhaupt für das 4-2-1-3 Schema der Gleisbezeichnung? Der Bahnhof wird ja wohl nicht jede Woche umgebaut, so dass ein neues Gleis hinzukommt. Bei 1-2-3-4 merke ich mir eben, dass die ersten 2 Gleise nach z.B. Süden führen. Das ist nicht schwieriger, als sich zu merkren, die Gleise mit gerader Nummer führen dahin. Letzendlich ist das Eisenbahner-Folklore.

Freundliche Grüße
Horst Bu. - histor
Florian Schulz schrieb:
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> Könnte es nicht auch sein, dass das öslich
> gelegene Abstellgleis die fehlende Nummer 8
> trägt?
>
> Viele Grüße
> Florian Schulz
Früher, vor Reichsbahnzeiten, war das Bezeichnungsschema überwiegend wie folgt: Das im Sinne der Kilometrierung befahrene durchgehende Gleis war Gleis 1. Gegenrichtung Gleis 2 und dann weiter von der Empfangsgebäudeseite begonnen (preußisch). Im Sächischen wurde auch gleich am Empfangsgebäude begonnen. Spätere Bezeichnung: Im Sinne der Kilometrierung Gleis 1, Gegenrichtung Gleis 2. Ungerade Gleise neben Gleis 1, 3, 5 usw, neben Gleis 2, 4,6 usw.
Zurück zum Bf Potsdam (früher "Stadt", heute "Hbf"). Östliche Seite ist die berliner Seite. Die Gleistümpfe werden nach den Stammgleisen bezeichnet. Hier dann also Gleis 3 (südliche Seite) auch Gleis 3 oder auch Gleis 3a. Auf der nördlichen Seite Gleis 6 und 9 oder auch Gleis 6a und 9a. An den Stümpfen stehen auch hier leider keine Gleisnummern. Die Signalbezeichnung der Bahnhöfe beginnt am niedrigen Kilometer mit A oder 100 oder 1000.
Bei der U-Bahn gibt es Nothalt-Knopf (sieht aus wie eine Notbremse,ist es auch), bei Betätigung sollten alle Signal auf "Halt" fallen.


./.
23.10.2007 19:45
./.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.04.2009 21:47 von André Loop.
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