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Anbindung Gedenkstätte Sachsenhausen
geschrieben von Jumbo 
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Lopi2000
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Jumbo
Allerdings sind in Brandenburg nicht die Gemeinden, sondern die Landkreise Aufgabenträger für den Busverkehr, daher richtete sich deine Aufforderung „Da wird es die Stadt Oranienburg doch wohl schaffen, die Stadtlinie in 'nem angemessenen Takt anzubieten!" an die falsche Adresse.

Jein, laut § 3a des brandenburgischen ÖPNV-Gesetzes können auch kreisangehörige Städte auf Antrag ihren ÖPNV selbst organisieren und die Aufgabenträgerschaft übernehmen. Senftenberg macht z.B. wohl davon Gebrauch.
Korrekt. Die Linien können teils vom LK (Grundangebot) und/oder Gemeinde finanziert werden. In wenigen Fällen werden sogar einige Kilometer vom Betrieb eigenfinanziert. Im LK Barnim wird es so gehandhabt, teilweise auch auf Regionallinien.

Mal ein Bsp. aus dem Barnim. Die Linie 869 wird mit über 50% von der Stadt Bernau finanziert. Dafür gibt es 2 zusätzliche Spätfahrten, einen 60-Minutentakt in der HVZ und Fahrten zur Schwanebecker Chaussee.
"Nachdem der Konflikt um die Busanbindung der Gedenkstätte Sachsenhausen eskalierte, wurde die TH Wildau mit der Erstellung einer Studie beauftragt. Das Ergebnis wurde am Freitag veröffentlicht: Es spricht von erheblichen Defiziten und empfiehlt die Einrichtung eines Shuttleverkehrs im 20-Minuten-Takt.":
[www.maz-online.de]

Berlins Straßen sind zu eng, um sie nur dem MIV zu opfern!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 06.10.2017 23:31 von dubito ergo sum.
Absolut zu Recht. Ich finde es schon seltsam: In der S5-Region wurde nach und nach der Zubringerbusverkehr auf einen Stundentakt um alle Bahnhöfe herum ausgeweitet - durch überwiegend Einfamilienhaussiedlungen, in Oranienburg gibt man sich mit einem Stundentakt in dicht bebaute Gebiete und zu einem überregional bedeutsamen Touristenziel zufrieden. Andere Stadtteile sind noch schlechter dran, lediglich der 824er bietet ein vernünftiges Grundangebot. Der erreicht aber nur Bruchteile Oranienburgs.

Hennigsdorf (ebenfalls 824er, hier aber weitaus flächendeckender), Königs Wusterhausen und auch Teltow/Kleinmachnow/Stahnsdorf bieten auf ihren wichtigsten Korridoren einen 20-Minuten-Takt an. Bernau ebenfalls, Strausberg sowieso. Da hat Oranienburg sowieso noch ein wenig Nachholbedarf.

~ Es nützt nichts dass du schlau bist wenn du du doof bist. Hagen Rether ~
Es gibt wieder etwas neues in Sachen Gedenkstätte: Die TH Wildau hat die Anbindung der Gedenkstätte untersucht. Danach besteht die Notwendigkeit eines 20-Minutentaktes.

Doch ein Spitzengespräch am Mittwoch im Kulturministerium brachte keinen Durchbruch, stattdessen eine erneute Verzögerung. Damit laufen die Besucher weiter zur Gedenkstätte.

[www.neues-deutschland.de]
Zitat
Philipp Borchert
Da hat Oranienburg sowieso noch ein wenig Nachholbedarf.
Und das als größte brandenburgische Stadt ohne Straßenbahn...
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JeDi
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Philipp Borchert
Da hat Oranienburg sowieso noch ein wenig Nachholbedarf.
Und das als größte brandenburgische Stadt ohne Straßenbahn...
Eberswalde hat genauso viele Einwohner, und das bei kleinerer Fläche.

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Logital bei Twitter.
Zitat
Logital
Eberswalde hat genauso viele Einwohner, und das bei kleinerer Fläche.

Eberswalde hatte seit der Wende bis 2013 durchgehend sinkende Einwohnerzahlen, Oranienburg fast durchgehend steigende. Seit 2007 hat Oranienburg mehr Einwohner, inzwischen sogar 10 % mehr.
Zitat
Lopi2000
Zitat
Logital
Eberswalde hat genauso viele Einwohner, und das bei kleinerer Fläche.

Eberswalde hatte seit der Wende bis 2013 durchgehend sinkende Einwohnerzahlen, Oranienburg fast durchgehend steigende. Seit 2007 hat Oranienburg mehr Einwohner, inzwischen sogar 10 % mehr.

Ich hab mal die Statistiker befragt. Zum 31.12.2015 hatte Oranienburg gut viereinhalbtausend Einwohner mehr als Eberswalde. Aufgrund der größeren Fläche Oranienburgs ist die Bevölkerungsdichte von Eberswalde aber ca. 1,5-mal so hoch wie die Oranienburgs. (Leider kann ich die zugrundeliegenden Zahlen nicht direkt verlinken, da ich sie mir in der Webanwendung des Amts für Statistik Berlin Brandenburg zusammenklicken musste.)

…und außerdem hat Eberswalde ja schon seine gleislose Bahn :-)
Und Oranienburg gehört sicherlich nicht zu den ärmeren Städten der Bundesrepublik. Insofern ist es befremdlich, dass die in Sachen ÖPNV so geizig zu sein scheinen. Da ruht man sich offenbar auf der guten S-Bahn-Anbindung nach Berlin aus.

~ Es nützt nichts dass du schlau bist wenn du du doof bist. Hagen Rether ~
Zitat
Jumbo
Aufgrund der größeren Fläche Oranienburgs ist die Bevölkerungsdichte von Eberswalde aber ca. 1,5-mal so hoch wie die Oranienburgs. (Leider kann ich die zugrundeliegenden Zahlen nicht direkt verlinken, da ich sie mir in der Webanwendung des Amts für Statistik Berlin Brandenburg zusammenklicken musste.)

Diese Unterschiede resultieren allerdings vor allem daraus, dass unterschiedlich viele ländlich geprägte Dörfer eingemeindet wurden, die von der Siedlungsstruktur her nicht mit den Stadtkernen vergleichbar sind. Die Kernstadt Oranienburg (ohne die 2003 eingemeindeten Dörfer) hat knapp 32.000 Einwohner auf 50 Quadratkilometern.

Das ist für sich schon eine ordentliche Mittelstadt mit einem unangemessen schlechten ÖPNV-Angebot. Gerade der Vergleich mit Eberswalde ist erschütternd: auf den Hauptstrecken ein Stundentakt bis 18 Uhr gegenüber zwei Linien im 10-20-Minuten-Takt tagsüber und einem wenigstens stündlichen Angebot bis kurz vor Mitternacht. In der Flächenerschließung besteht in beiden Städten ordentlich Luft nach oben, da abseits der wenigen Hauptstrecken nur bessere Schulbusangebote bestehen.
Zitat
Philipp Borchert
Und Oranienburg gehört sicherlich nicht zu den ärmeren Städten der Bundesrepublik. Insofern ist es befremdlich, dass die in Sachen ÖPNV so geizig zu sein scheinen. Da ruht man sich offenbar auf der guten S-Bahn-Anbindung nach Berlin aus.

Die Stadt muß ja auch jährlich rund 2 Mio Euro für die Beseitigung von Munition aus dem Zweiten Weltkrieg bezahlen. Damit liegt die Stadt bundesweit auf Platz 1.
Zitat
Bd2001
Die Stadt muß ja auch jährlich rund 2 Mio Euro für die Beseitigung von Munition aus dem Zweiten Weltkrieg bezahlen. Damit liegt die Stadt bundesweit auf Platz 1.

Das ist zwar eine gewisse Sonderbelastung, aber in Relation zum Gesamthaushalt nicht wirklich viel. Außerdem hat Oranienburg im Vergleich mit Eberswalde erheblich höhere Steuereinnahmen und das bei niedrigeren Steuerhebesätzen für Grund- und Gewerbesteuer. [www.wegweiser-kommune.de]



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 20.10.2017 11:54 von Lopi2000.
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Philipp Borchert
Und Oranienburg gehört sicherlich nicht zu den ärmeren Städten der Bundesrepublik. Insofern ist es befremdlich, dass die in Sachen ÖPNV so geizig zu sein scheinen. Da ruht man sich offenbar auf der guten S-Bahn-Anbindung nach Berlin aus.

Die dichter besiedelten Gebiete sind im 20/40 oder Halbstundentakt, also mit zwei Fahrten pro Stunde erreichbar. Das würde ich als üblich für eine Stadt dieser Größe bezeichnen.

Ein Problem besteht aus meiner Sicht eher in der Systematisierung des Angebotes, wenn man den bestehenden Verkehr auf Hauptachsen bündeln würde, könnte man vermutlich mit deutlich überschaubaren Mehraufwand ein besseres Angebot kommunizieren, ohne dass die Qualität irgendwo leiden müssten.
Wobei man bei der Gedenkstätte keinen Euro extra verdient weil die meisten der Fahrgäste ihr Ticket schon haben. Beim Schloß Diedersdorf ist es wohl der Betreiber selbst der die Busse dort fahren läßt zum Sondertarif.
Beim ABC-Ticket ist es natürlich so, dass die Busunternehmen sehr wenig daran verdienen, weil deren Anteil an der Gesamtstrecke sehr gering ist. Nichts verdienen sie hingegen, wenn die Fahrgäste laufen.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Mein Kommentar zu dee Anbindung Sachsenhausens und dem generellen Ansatz der Brandenburger Landkreise zum Busverkehr
Zitat
Zitat Neues Deutschland
Es ist offensichtlich. Von den politisch Verantwortlichen in den Landkreisen wird der Busverkehr vor allem als Zwangsverkehr für Zwangsbenutzer gesehen. Es geht um die berühmten fünf As: Auszubildende, Arme, Alte, Arbeitslose und Ausländer. Dementsprechend halten sich die Bemühungen, außerhalb des Schülerverkehrs ein ernsthaftes Grundangebot an öffentlichem Personennahverkehr anzubieten, in engen Grenzen. Bekanntlich ist nicht einmal die Stadt Oranienburg wirklich Willens, eine eigene Stadtbuslinie zu finanzieren.

Artikel ÖPNV=Schulbus im Neuen Deutschland

Zitat
Artikel
In vielen Regionen Brandenburgs ist der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) mit dem Schulbus nahezu identisch. Das heißt: Es fährt dort nur noch der Schulbus und sonst nichts. Es gehört zu den Pflichtaufgaben der Kommunen, Kinder und Jugendlichen die Fahrt zur Schule zu ermöglichen. Mit einsteigen dürfen aber auch andere Fahrgäste. Der Schulbus ist für manche alten Leute die einzige Möglichkeit, zum Arzt, zur Apotheke oder zum Einkaufen in die nächste Stadt zu kommen.
Zitat
Arec
Die dichter besiedelten Gebiete sind im 20/40 oder Halbstundentakt, also mit zwei Fahrten pro Stunde erreichbar. Das würde ich als üblich für eine Stadt dieser Größe bezeichnen.

Echt? Ich sehe vor Allem den Bereich links und rechts der Berliner Straße - und dort gibt's bestenfalls einen Stundentakt durch den 804er zuzüglich weniger Einzelfahrten des 821ers. Hier stehen jede Menge Wohnblöcke sowie als größeres Ziel das Krankenhaus. Hier hat man eine Bedienungsqualität, die anderswo in reinen Einfamilienhaussiedlungen geboten wird (Panketal, Linien 867 und 900; Linien links und rechts der S5; Falkensee).

Mittlerweile sollte es in derartigen Städten wie Oranienburg so sein, dass ein Bus entlang der Hauptachsen an jede S-Bahn anbindet. Das schaffen Bernau, Königs Wusterhausen, T-K-S und auch Hennigsdorf im selben Landkreis.

~ Es nützt nichts dass du schlau bist wenn du du doof bist. Hagen Rether ~
Gut: Auch Erkner hat da noch Nachholbedarf.

~ Es nützt nichts dass du schlau bist wenn du du doof bist. Hagen Rether ~
Zitat
Philipp Borchert
Zitat
Arec
Die dichter besiedelten Gebiete sind im 20/40 oder Halbstundentakt, also mit zwei Fahrten pro Stunde erreichbar. Das würde ich als üblich für eine Stadt dieser Größe bezeichnen.

Echt?
Ja, wirklich!

Zitat

Ich sehe vor Allem den Bereich links und rechts der Berliner Straße - und dort gibt's bestenfalls einen Stundentakt durch den 804er zuzüglich weniger Einzelfahrten des 821ers. Hier stehen jede Menge Wohnblöcke sowie als größeres Ziel das Krankenhaus. Hier hat man eine Bedienungsqualität, die anderswo in reinen Einfamilienhaussiedlungen geboten wird.[…]

Dazu kommen noch die einzelnen Fahrten der 800 zur Artur-Becker-Str., so das insgesamt zwar Taktlücken verbleiben, aber mit Ausnahme zwischen 9:30 bis 12:30 bis ca. 19:30 Uhr zwei Fahrten je Stunde angeboten werden. Wie ich bereits sagte, wirkt das Angebot aber nicht sonderlich systematisiert und bildet so Zugangshürden, die überhaupt nicht nötig sind.

Zitat
Philipp Borchert
Mittlerweile sollte es in derartigen Städten wie Oranienburg so sein, dass ein Bus entlang der Hauptachsen an jede S-Bahn anbindet. Das schaffen Bernau, Königs Wusterhausen, T-K-S und auch Hennigsdorf im selben Landkreis.

Königs Wusterhausen bedient auch nur die Wohngebiete südwestlich des Bahnhofes mit einer Linie, deren Haltestellen vom Bahnhof mit 2 km Fußweg erreichbar sind. Die auch nicht wenig dicht besiedelten Gebiete an der Potsdamer Str./Chausseestr. müssen sich auch fast den ganzen Tag mit einem Stundentakt begnügen. Der "Anschluss an jede S-Bahn" ist mit 11 bzw. 16 Minuten Umsteigezeit zudem eher dürftig.

Auch die dichter besiedelten Bereiche in Bernau (Herman-Dunker-Str. und Enzianstr./Karl-Marx-Str.) scheinen keine bessere Anbindung als dein Beispiel aus Oranienburg zu haben. Einzig die Zerpenicker Chaussee wird in einem wirklichen 20-Minuten-Takt bedient, die vermutlich keinen größeren Einzugsbereich hat als die 824 in Oranienburg. Viele Bereiche sind auch in Bernau nur über längere Fußwege oder schwächeren Verkehr angebunden.

Das Angebot mag in anderen Städten vielleicht in Nuancen besser sein, ist aber gegenüber Oranienburg sicher nicht der große Wurf. besser stehen da wohl direkt angrenzende Gemeinden wie Ahrensfelde da: Dort kann man vom Stadtverkehrsstandard Berlins am Rande mit profitieren, mit RB25 und Bussen besteht dann wenigstens ein verlässlicher 30-Minuten-Takt für dichter besiedelte Bereiche.
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