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Wie könnte ein neu gestaltetes Nachtnetz aussehen?
geschrieben von Jay 
Da das Thema zum Nachtverkehr um den Rosenthaler Platz nun vom Thema Mehrleistungspaket 2017 getrennt wurde, mache ich hiermit mal gleich den 2. Schritt und eröffne das Thema für die generelle Neuordnung des Nachtnetzes.

Aus meiner Sicht sollte das Nachtnetz geteilt betrachtet werden. Am Wochenende, wenn S- und U-Bahnen fahren, ist nicht nur die Nachfrage deutlich höher, sondern auch die Fahrwege anders.

Grundstruktur sind daher So-Do die U-Bahn-Ersatz-Linien. S-Bahn-Ersatz-Linien fehlen bisher völlig, wobei einzelne Linien ähnliche Aufgaben übernehmen. Hinzu kommen die "immer" fahrenden Metrolinien. In den Wochenendnächten sind es S+U-Bahn und Metrolinien, die die Grundstruktur bilden. Ergänzend braucht es dann weitere Nachtlinien, um die Erschließungslücken zu füllen. Beide Nachtnetze sollten möglichst große Übereinstimmungen haben, um die Orientierung zu erleichtern. Hinzu kommt die Frage, wo sich sinnvoll Knoten bilden lassen.

Aktuell sind Zoo und Hackescher Markt die beiden Hauptknoten im Nachtnetz. Die S-Bahn "vertrödelt" hier durch die Anschlüsse Zeit. Weitere Knoten und Richtungsanschlüsse ergänzen das Netz, wobei es keine wirkliche Überarbeitung mit der Einführungs des Metrolinien-Nachtverkehrs gab, so dass manche Linien direkt an Knoten vorbei fahren (M19/M29, M48) und andere Strecken ihren Anschluss verloren haben (M2/N58).

Hier also nun der Aufruf zur Ideensammlung, wobei es möglichst kein "Wünsch dir was" werden sollte, sondern auch ein gewisser Realismus hinter stecken sollte.

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Zitat
Jay
(...)und andere Strecken ihren Anschluss verloren haben (M2/N58).

Mir ist nicht ganz klar, was das bedeuten soll.

Ansonsten ist zumindest festzuhalten, dass die BVG ja schon vor zwei Jahren beim Sprechtag angedeutet hat, dass man sich irgendwann mal ans Nachtnetz machen muss. Hier hat sich im Prinzip seit den frühen 90ern nichts mehr getan.

Jetzt weiß ich natürlich wirklich nicht, was im Nachtnetz gebraucht wird. Für meine Zwecke war es stets ausreichend, ich "muss" ja höchstens mal früh zu 'nem Zug - und da macht sich die M2-N58-Kombi wirklich wunderbar, vom komischen Umsteigeweg am Umsteigeknoten mal abgesehen. Nachts bin ich fast doppelt so schnell am Alexanderplatz als tagsüber.

Den die S-Bahn 1:1 ersetzenden Buslinien würde ich allerdings von vornherein entgegentreten. Wir sehen doch, dass das schon bei der U-Bahn 'ne recht grenzwertige Vorgehensweise ist. So sehr ich die Einfachheit des Angebots schätze, so schwierig ist es, derart lange Linien* sinnvoll in Anschlussfahrpläne zu verstricken. Zudem lässt sich das topologisch kaum umsetzen.

Ich bin nach wie vor sehr vom Konzept der Metrolinien überzeugt und würde es weiter ausbauen, sodass auch einige reine Nachtlinien obsolet würden. Ansonsten wüsste ich aber auch nicht, wie man eine andere Struktur etablieren sollte.

~ Es nützt nichts dass du schlau bist wenn du du doof bist. Hagen Rether ~
Vor allem im Spandauer Netz wäre eine Schleifen-Variante mit alleiniger Anschluss- und Wartezeit am Rathaus Spandau sinnvoll/wünschenswert. Damit meine ich, keine Wendezeiten mehr an den Außenendhaltestellen. Denn derzeit ist der Sammelanschluss am Rathaus immer von der Minute x1 bis x4, der N34 kommt zur x2 und fährt auch gleich zur x3 weiter. Eine weitere Änderung muss dann aber auch in Kladow erfolgen. Also meiner Meinung nach müsste der N34 wie der zukünftige X34 zur Gutsstraße verkehren. Man könnte den aber auch wie den N35 in Richtung Gutsstr. schicken, wobei das schon wieder die Fahrzeit ausreizt. Das Gebiet bis zur Kaserne Hottengrund kann man alternativ auch mit einem ALITA anschließen. Ich kann mir sowieso nicht vorstellen, dass auf der Sacrower Landstraße (Süd) so viel Fahrgäste nachts zusteigen, dass man dafür einen Linienbus benötigt. Die meisten kommen doch sicher vom Ritterfeld.
Auch knifflig ist der M37-Nord, da dieser derzeit am Waldkrankenhaus ~22 Minuten Wendezeit hat. Ich hätte jetzt einfach vorgeschlagen, dass man einen zusätzlichen Anschlusspunkt vom/zum N30 im Bereich Falkenseer Chaussee einbaut, denn der kommt bisher ri. Waldkrankenhaus 3 Minuten später an und fährt 3 Minuten früher ri. Rathaus ab. Mögliche Umsteiger zur bzw. von der südlichen Zeppelinstraße haben entweder weite Fußwege oder lange Wartezeiten. Da ich mir aber den N30 eher ri. Gartenstadt Staaken vorstelle/wünsche, fällt das eh weg.
Der M32 fährt nachts dann zum Nennhauser Damm.

Bei den Nachtbuslinien die als Ersatz für die U-Bahnlinien fahren, kann man bitte Netzweit auf alle Zwischenhaltestellen ohne tagesverkehr verzichten, wenn diese keine Relevanz für den Nachtverkehr haben (Ausnahme hier dann zB die Mehringbrücke)
Nur kurz als Antwort - aus Zeitgründen bin ich noch nicht weiter gekommen, eigentlich sollte ein zweiter Beitrag folgen.

Mit M2/N58 ist gemeint, dass der N58 zuvor bis zum Hackeschen Markt durch fuhr und der Anschluss zu diesem Hauptknoten nun nicht mehr besteht, da die M2 ja "schon" am Alex endet.

Auch ich würde die S-Bahn nicht 1:1 ersetzen. Der N65 (oder auch der N58) erfüllen ja ihre Aufgabe durchaus gut. Selbst der N5 ersetzt nicht nur die U5, sondern teilweise auch die S5.

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Jay
Mit M2/N58 ist gemeint, dass der N58 zuvor bis zum Hackeschen Markt durch fuhr und der Anschluss zu diesem Hauptknoten nun nicht mehr besteht, da die M2 ja "schon" am Alex endet.

Da kenne ich mich leider nicht so gut aus: Gibt es denn wesentliche Anschlüsse, die man dadurch verpasst - weil man sie am Alexanderplatz nicht erreichen kann?

~ Es nützt nichts dass du schlau bist wenn du du doof bist. Hagen Rether ~
Zitat
Philipp Borchert
Zitat
Jay
Mit M2/N58 ist gemeint, dass der N58 zuvor bis zum Hackeschen Markt durch fuhr und der Anschluss zu diesem Hauptknoten nun nicht mehr besteht, da die M2 ja "schon" am Alex endet.

Da kenne ich mich leider nicht so gut aus: Gibt es denn wesentliche Anschlüsse, die man dadurch verpasst - weil man sie am Alexanderplatz nicht erreichen kann?

Vorallem der N8, aber auch die Verbindung zum Hauptbahnhof mit dem N40, wenn man nicht bereits an der Danziger Str. in die M10 umgestiegen ist.
Auch die Verbindung in die City West mit N2/N5 ist dadurch nicht so optimal.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.08.2017 17:26 von Joe.
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Philipp Borchert
Zitat
Jay
Mit M2/N58 ist gemeint, dass der N58 zuvor bis zum Hackeschen Markt durch fuhr und der Anschluss zu diesem Hauptknoten nun nicht mehr besteht, da die M2 ja "schon" am Alex endet.

Da kenne ich mich leider nicht so gut aus: Gibt es denn wesentliche Anschlüsse, die man dadurch verpasst - weil man sie am Alexanderplatz nicht erreichen kann?

Der M48 endet am Alexanderplatz und am Wochenende fahren die U2, U5 und U8 über den Alex statt wie ihre Bus-Ersatze über den Hackeschen Markt. Die Nacht-REs (ja, geringe Anzahl und Bedeutung, trotzdem gibt es sie) halten auch am Alex.
Ich fände es daher sehr sinnvoll, den Nachtknoten am Alexanderplatz einzurichten. Das ist auch tagsüber der Knoten, warum sollen sich die Kunden nachts anders orientieren müssen? Die einzige Linie, die dabei abgehängt wird, ist die M1. Aber aus großen Teilen der Linie kann man auch mit der U2/N2 zum Alexanderplatz fahren.

Mehrere Leute haben hier angedeutet, dass die Kapazitäten nachts teilweise nicht mehr ausreichen? Inwiefern stimmt das denn, bzw. auf welche Linien trifft das denn zu? Das sollte man als große Chance begreifen: Wenn man dort den Takt verdichtet (mind. 15 Minuten statt 30) wird das Angebot attraktiver und zieht weitere Nutzer an. Außerdem lassen sich leichter Anschlüsse herstellen bzw. sind diese bei dichteren Takten vielleicht auch gar nicht mehr so notwendig.

Ich würde mir sehr viel mehr Metrolinien wünschen. Dort ist die Orientierung nachts am einfachsten, da man genau so wie tagsüber fahren kann. Vorstellen könnte ich mir:
M12 (Friedrichstraße-Weißensee, Tram, Ersatz von 12), M18 (Krkhs. Köpenick-Ostkreuz-Lichtenberg, tlw. Ersatz von 21, 27, N40), M33 (Wilhelmsruher Damm-Rathaus Spandau, tlw. Ersatz von X33, 133 und N33), M34 (Landstadt Gatow-Kladow-Zeppelinstraße-Wasserwerk Spandau, tlw. Ersatz von X34, 130, 134, 135, N30, N34 und N35), M36 (Heerstraße-Haselhorst, tlw. Ersatz von 236, N34, N39), M47 (Alexanderlatz-Südkreuz, tlw. Ersatz von 248 und N42), M50 (Buchholz-Pankow, Tram, tlw. Ersatz von 50 und N50), M54 (Pankow-Ahrensfelde, tlw. Ersatz von X54, 197, N50, N97), M64 (Kaulsdorf Nord-Flughafen SXF, tlw. Ersatz von 164, 260, 269, N60, N69), M65 (Köpenick-Alexanderplatz, tlw. Ersatz von 165, 265, N65), M84 (Tempelhof-Lichterfelde, tlw. Ersatz von 184, 284, N84), M86 (Roseneck-Lichterfelde, tlw. Ersatz von 186, N86) und M94 (Berliner Straße-Friedrichsfelde, tlw. Ersatz von 104, 194, N42 und N94). Das erfordert natürlich weitgreifende Änderungen im aktuellen Tages- und Nachtnetz und ist auch nur grob gedacht.

Wichtig sind im Nachtverkehr durch die weiten Taktabstände die Anschlüsse. Im Stadtzentrum könnten durch Taktverdichtungen viele Anschlüsse entbehrlich gemacht werden bzw. sollte die Optimierung eher am Stadtrand erfolgen. Dort sollte man an bestimmten Haltestellen (z.B. Rathaus Spandau, Alt-Tegel, Pankow, Wuhletal, Schloßplatz Köpenick, Rathaus Steglitz, ...) Rendez-Vous-Treffen mit wirklich allen Linien einrichten. Dort treffen sich Radial- und Tangentiallinien mit den Erschließungslinien in den Bezirken. Hier würden die Anschlüsse in alle Richtungen wesentlich mehr bringen, als am Zoo oder Alex. Außerdem enden dort auch viele Linien bzw. lassen sich dort gut brechen, wodurch die Anschlüsse auch besser abgewartet werden können.

Die Erschließung ist eigentlich ganz gut, der Fokus sollte beim Ausbau daher auf die Verbindung von Bezirken liegen (natürlich ohne die Erschließung zu verschlechtern). Für eine schnelle, attraktive Verbindung wären auch unter der Woche S- und U-Bahn-Linien sinnvoll. Leider mangelt es dort teilweise noch an der Nachfrage und die Nachtpause wird für die Fahrzeug- und Fahrweginstandhaltung benötigt. Dennoch sollte man prüfen (sobald sich die Fahrzeug-Situation entspannt hat), ob man auf einzelnen Strecken (insb. Stadtbahn, U2 Alex-Zoo, U8 Osloer Straße-Hermannstraße, U9 Osloer Straße-Rathaus Steglitz) einen täglichen Nachtbetrieb dauerhaft einrichten könnte.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 28.08.2017 07:55 von 222.
M65 und M94 sind doch sogar recht oft im Gespräch, nicht wahr? M36, M50 und M64 sind mir von der Idee her auch nicht 100%-ig unbekannt, von der Idee des M54, M84 und M86 habe ich aber noch nie gehört. Erstere beide würde ich aber schon befürworten, allein schon aufgrund der sehr ähnlichen Führungen der N-Pendants, vor allem beim N65.
Zitat
VBB/HVV
M65 und M94 sind doch sogar recht oft im Gespräch, nicht wahr?

Auch außerhalb dieses Forums und LiniePlus? Schön wär's ja. :)

Insgesamt fände ich eine bessere Orientierung am Tagesnetz auch sinnvoll. Erfahrungsgemäß (soll heißen: auf meinen Erfahrungen im erweiterten persönlichen Umfeld basierend) wirkt ein vom Tagesnetz abweichendes Nachtnetz ziemlich abschreckend auf Sonst-Autofahrer und auch Touristen: viiiiel zu kompliziert und ggf. riskant, dann lieber gleich Taxi. Und das gilt gerade dann, wenn des Nachts ein zusätzlicher Umstieg erforderlich ist. Hier müssten die gesicherten Anschlüsse einfach auch besser kommuniziert werden.

Apropos Kommunikation: der Effekt wäre sicher nicht ganz so groß, wenn der Nachtnetzplan einfach stärker verbreitet würde - mit deutlicher Kennzeichnung aller gesicherten Anschlüsse (die gelben Punkte allein sind nicht hilfreich - es sollten durch Pfeile noch Richtungen angedeutet werden). Die BVG verzichtet hier einfach auf ein Werbemittel.

Alexanderplatz vs. Hackescher Markt: hier wäre es sicher vorteilhaft, wenn möglichst viele Linien beides anfahren könnten. Denn der Hackesche Markt hat gleich zwei Vorteile ggü. dem Alexanderplatz: er ist nämlich nicht nur Zentrum des Nachtlebens, die Haltestellenstandorte sind (mit Ausnahme der M1 Richtung Kupfergraben) auch viel näher beisammen und vor allem überschaubar. Gerade bei Sammelanschlüssen ein nicht zu unterschätzender Punkt.

Vielleicht einfach das "Dresden-Prinzip" anwenden, wo sich nachts fast alle Linien am Postplatz treffen - und die, die nicht dorthin verkehren, haben Anschluss vom und zum Postplatz. Soll heißen: die Linien, die nicht zum Hackeschen Markt fahren können, haben eben konsequent Anschluss dahin. Und wenn es nur von der Marienkirche zum Hackeschen Markt ist. Es geht dann weniger darum, sich die 200 m Fußweg zu ersparen, als vielmehr die Haltestelle der nächsten Fahrt beim Ausstieg stets im Sichtfeld zu haben. Das ist gerade im Nachtverkehr, wenn man den Anschluss auf gar keinen Fall verpassen möchte, nicht unwichtig.

Und vor allem sollten die möglichen Anschlüsse mal überprüft werden. Mein Lieblings-Negativ-Beispiel hatten wir ja vor einiger Zeit schon diskutiert: die M17 Richtung Schöneweide, die nachts just dann am Tierpark abfährt, wenn unten beide U-Bahnen ankommen. Hier bleibe ich übrigens dabei: wenn man die M17 konsequent beschleunigte (und vielleicht die Anschlussbusse in Schöneweide auch, damit sie ggf. 1-2 min später abfahren können, ohne ihrerseits Anschlüsse zu verlieren), könnte man den Anschluss herstellen. Derzeit braucht die M17 im Berufs- Schülerverkehr mit weitaus mehr ein- und aussteigenden Fahrgästen und Gedrängel nur 1 min länger vom Tierpark nach Schöneweide als nachts halb 2! Das betrifft übrigens nicht wenige Fahrgäste: ich sehe regelmäßig 10-15 wegen dieses Nichtanschlusses verärgerte Leute. Rechnet man das auf die Nacht hoch, dürfte das mehr Fahrgäste betreffen als so manche Nachtbuslinie in der ganzen Nacht hat.
Zitat
def
Hier müssten die gesicherten Anschlüsse einfach auch besser kommuniziert werden.

Vor allem sollten sie nicht nur auf dem Papier gesichert sein, sondern auch in der Realität. Vielleicht sollte man die Umsteigezeiten an einigen Knoten einfach nochmal überdenken. Am Schloßplatz Köpenick reichen die theoretischen zwei Minuten, die nur zu oft gegen null tendieren, einfach nicht aus, erst recht, wenn man artig über die Ampel geht. Wer dort die Ampel benutzt hat schon von vornherein verloren, da man sich so den Bussen von hinten nähert, man muß schon todesmutig, querfeldein den Grünstreifen überqueren, um sich den abfahrenden Anschlußbussen in den Weg stellen zu können. Praxisunerfahrene sowie Ortsunkundige, die sich erst orientieren müssen haben an diesem gesicherten Anschlußpunkt einmal mehr das Nachsehen.
Zitat
def
Vielleicht einfach das "Dresden-Prinzip" anwenden, wo sich nachts fast alle Linien am Postplatz treffen - und die, die nicht dorthin verkehren, haben Anschluss vom und zum Postplatz. Soll heißen: die Linien, die nicht zum Hackeschen Markt fahren können, haben eben konsequent Anschluss dahin. Und wenn es nur von der Marienkirche zum Hackeschen Markt ist. Es geht dann weniger darum, sich die 200 m Fußweg zu ersparen, als vielmehr die Haltestelle der nächsten Fahrt beim Ausstieg stets im Sichtfeld zu haben. Das ist gerade im Nachtverkehr, wenn man den Anschluss auf gar keinen Fall verpassen möchte, nicht unwichtig.

Der Nachtverkehr klappt in Dresden tatsächlich sehr gut, lässt sich in der Form aber so überhaupt nicht auf Berlin übertragen. Durch die Konzentration auf einen Punkt kommt man gut in die Alt- und auch Neustadt und auch Verbindungen ans andere Ende der Stadt sind noch gut möglich. Wenn es aber darum geht, auch nur annähernd tangential zu fahren, ist man gezwungen, über das Stadtzentrum zu fahren und benötigt daher gleich doppelt bis dreimal so lange.
Bei der großen Flächenausdehnung Berlins sind daher statt ein, zwei zentralen Umsteigepunkten viele Linien in alle Richtungen und kleinere Umsteigepunkte am Stadtrand viel wichtiger.
Zitat
222
Der Nachtverkehr klappt in Dresden tatsächlich sehr gut, lässt sich in der Form aber so überhaupt nicht auf Berlin übertragen. Durch die Konzentration auf einen Punkt kommt man gut in die Alt- und auch Neustadt und auch Verbindungen ans andere Ende der Stadt sind noch gut möglich. Wenn es aber darum geht, auch nur annähernd tangential zu fahren, ist man gezwungen, über das Stadtzentrum zu fahren und benötigt daher gleich doppelt bis dreimal so lange.
Bei der großen Flächenausdehnung Berlins sind daher statt ein, zwei zentralen Umsteigepunkten viele Linien in alle Richtungen und kleinere Umsteigepunkte am Stadtrand viel wichtiger.

Ja, klar. Es ging mir auch nicht darum, dieses Prinzip 1:1 auf Berlin zu übertragen, sondern konkret um den Bereich Alexanderplatz/Hackescher Markt.
Ich versuche mich mal weiter häppchenweise an dem Thema abzuarbeiten. Da wir den Punkt M2/N58 bereits angerissen haben, mache ich da mal weiter. Die aktuelle Situation finde ich mehr als unglücklich. Es besteht ein kleiner Knoten mit M2, N50 und N58 an der Prenzlauer Promenade/Am Steinberg. Damit verpasst der N58 allerdings die M13 um eine Haltestelle. Kurzfristig sollte daher die Überlegung sein, ob es nicht möglich wäre eine Verknüpfung zwischen N58 und M13 herzustellen.

Mittelfristig stellt sich die Frage nicht mehr, da der N58 mit der angedachten M2-Verlängerung nach Blankenburg sicher entsprechend verkürzt wird. Das bietet die Chance beide Linien am S-Bahnhof Blankenburg zu verknüpfen, so dass dort in den Wochenendnächsten auch die S-Bahn erreicht wird. Hier stellt sich dann aber mit 50/N50, bzw. der potenziellen M50 das nächste "verpassen"-Problem. Den N50 könnte man noch mit einem Schlenker in die Nähe des Bahnhofs führen, aber mit der Straßenbahn geht das nicht.

Dann versuche ich mich mal noch am Südosten:
Der Nachtknoten Adlershof sichert derzeit den direkten Anschluss an die Innenstadt zum Nachtknoten Hackescher Markt. N60 und N68 werden mit Kleinbussen betrieben, wobei sich beim N60 bzw. künftig N64 sowieso etwas tun muss, da er die Flughafenanbindung herstellen wird. Anderseits haben wir auf der eigentlichen "65"er-Achse über Oberspree derzeit gar kein Nachtangebot. Insofern würde ich den N65 künftig über Oberspree nach Köpenick führen, was ihm zugleich ein wenig Entlastung bei der Fahrzeit geben sollte. Der N64 fährt ab Adlershof nach Köpenick, womit dann auch die gesonderte Nachtbushaltestelle abseits des Bahnhofs entfallen kann. Überlegenswert wäre es den N64 mit dem N90 durchzubinden, so dass die Achse Wuhletal - Mahlsdorf - Köpenick - Adlershof - Schönefeld (- BER) entsteht. Problem bleibt nun der N68. Wenn er es zeitlich schafft, wäre natürlich eine Verlängerung nach Schöneweide sinnvoll. Reizvoll wäre es anderseits aber auch den N65 nach Grünau zu führen und so noch stärker an der S-Bahn-Achse zu orientieren. Theoretisch würde sich auch eine Flügelung des N65 anbieten, der ja inzwischen bis Schöneweide alle 15 Minuten fährt. Nicht zu vergessen ist in dem Raum auch WiSta II. Die M17 soll ja mit dem "vollen Angebot" nach Adlershof verlängert werden, also auch im Nachtverkehr. Das N68-Problem löst sie aber ebenso wenig.

Die Idee mit dem M65 finde ich durchaus reizvoll. Vor allem, wenn der N65 über Oberspree geführt würde und damit die abweichende Führung in diesem Bereich verschwindet. Problematisch sehe ich aber das Innenstadt-Ende. Derzeit endet der 165er am Märkischen Museum, welches in jedem Fall auch der M-Bus anfahren sollte. Der N65 biegt aber bereits an der Heinrich-Heine-Straße ab, um den als Schleife Jannowitzbrücke - Alex - Hackescher Markt - Marienkirche - Jannowitzbrücke anzufahren. Einen M65 würde ich ungern in die ganzen Staufallen um den Alex schicken. Logisch wäre die Verlängerung ab Märkischem Museum über Fischerinsel, Mühlendamm, Spandauer Straße, Karl-Liebknecht-Straße. Hier stellt sich dann auch wieder die Frage nach der Fahrzeit im Nachtverkehr, wobei man bei einem 15-Minuten-Takt natürlich deutlich einfacher die Lage im Knoten einfach drehen kann.

Was mir aktuell fehlt: Hauptbahnhof, Ostkreuz & Südkreuz müssen besser ins Nachtnetz eingebunden werden. Am Hauptbahnhof gab es mit Verlängerung der M10 bereits eine gravierende Verbesserung. M10, M41, N20 und N40 sind an sich nicht schlecht. Allerdings endet der N40 bereits an der Turmstraße, was sich mit der M10-Verlängerung bis zur weiteren Verlängerung Richtung Mierendorffplatz verfestigen würde. Ich hätte ganz gern noch die M5 (oder M8) nachts am Hauptbahnhof. Mindestens sollten deren letzte Abfahrten aber nach 1:30 Uhr stattfinden, was ebenso für die Busse 123 und 147 sinnvoll wäre. Überlegenswert wäre auch ein N45 im Verlauf des 245ers, der den N40 westlich von Hbf ablösen könnte.

Am Ostkreuz hält derzeit nur der N94 (Magdalenenstr. - Lichtenberg - Hermannpl.). Mindestens der N40 müsste auch das Ostkreuz erreichen, statt direkt davor an der M13 zu enden. Interessant wäre hier auch eine neue Linienkombination, die ich jetzt mal X67/N67-neu nenne: Ostkreuz - Rummelsburg - Rummelsburger Str/Edisonstr - FEZ - Spindlersfeld oder Bahnhofstr/Lindenstr - Schloßplatz Köpenick (- Krankenhaus - Müggelschlößchenweg) führe. Auf dieser Relation gibt es zwar eine schnelle Straßenverbindung durch viel "Nichts", aber immer nur abschnittsweise ÖPNV. Der heutige N67 müsste dann - so er bestehen bleibt - die freiwerdene Nummer 60 übernehmen.

Südkreuz hat aktuell nur den M46. Die Querverbindung Südkreuz - Alex, die heute der 248 bedient, fehlt im Nachtnetz bisher völlig, obwohl die Bedeutung inzwischen erkannt wurde und der 248er hier im 10er-Takt fährt. Das ist ein Korridor, der als Straßenbahnvorlauf sogar eine M-Linie sein könnte. Auch hier besteht natürlich das alte Alex-Problem der weit auseinander liegenden Haltestellen und das Nichterreichens des Hackeschen Marktes. Dafür gibt es hier mit ähnlicher Route mit dem N42 (Theo - 104 - Platz der Luftbrücke - Mehringdamm - Möckernbrücke - Spittelmarkt - Hackescher Markt - Alex/Memhardstr.) eine dieser ominösen Phantom-Nachtlinien, die so recht keiner Tageslinie folgen wollen.

So, jetzt ist es doch deutlich länger geworden als geplant (und hat auch viel mehr Zeit "geklaut"). ;)

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Die Essenz von all den Vorschlägen ist aber vor Allem: Die Struktur an sich bleibt, es würde lediglich das Angebot in Nuancen angepasst werden.

~ Es nützt nichts dass du schlau bist wenn du du doof bist. Hagen Rether ~
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Jay
Da das Thema zum Nachtverkehr um den Rosenthaler Platz nun vom Thema Mehrleistungspaket 2017 getrennt wurde, mache ich hiermit mal gleich den 2. Schritt und eröffne das Thema für die generelle Neuordnung des Nachtnetzes.

Aus meiner Sicht sollte das Nachtnetz geteilt betrachtet werden. Am Wochenende, wenn S- und U-Bahnen fahren, ist nicht nur die Nachfrage deutlich höher, sondern auch die Fahrwege anders.

Grundstruktur sind daher So-Do die U-Bahn-Ersatz-Linien. S-Bahn-Ersatz-Linien fehlen bisher völlig, wobei einzelne Linien ähnliche Aufgaben übernehmen. Hinzu kommen die "immer" fahrenden Metrolinien. In den Wochenendnächten sind es S+U-Bahn und Metrolinien, die die Grundstruktur bilden. Ergänzend braucht es dann weitere Nachtlinien, um die Erschließungslücken zu füllen. Beide Nachtnetze sollten möglichst große Übereinstimmungen haben, um die Orientierung zu erleichtern. Hinzu kommt die Frage, wo sich sinnvoll Knoten bilden lassen.

Aktuell sind Zoo und Hackescher Markt die beiden Hauptknoten im Nachtnetz. Die S-Bahn "vertrödelt" hier durch die Anschlüsse Zeit. Weitere Knoten und Richtungsanschlüsse ergänzen das Netz, wobei es keine wirkliche Überarbeitung mit der Einführungs des Metrolinien-Nachtverkehrs gab, so dass manche Linien direkt an Knoten vorbei fahren (M19/M29, M48) und andere Strecken ihren Anschluss verloren haben (M2/N58).

Hier also nun der Aufruf zur Ideensammlung, wobei es möglichst kein "Wünsch dir was" werden sollte, sondern auch ein gewisser Realismus hinter stecken sollte.

Ich würde sehr gerne eine "M60" ins Spiel bringen. Vom Wasserwerk bis S Schöneweide. Die M17 könnte vorerst bis Haeckelstr. verlängert werden.
Wenn dann die M17 nach S Adlershof geführt wird, könnten ja die 37/67 die Fahrten zur Haeckelstr. übernehmen.
SL 61 bleibt so, wie jetzt.
Der N61 aus Hessenwinkel kommend könnte über Rahnsdorf <> Fürstenwalder Damm <> Bölschestr. <> Müggelseedamm fahren zum Endpunkt Hirschgarten.
Auch eine M62 wie heute die SL 62 bringe ich mal ins Spiel.
Weitere Gedanken überlasse ich euch erst mal sehr gerne.

GLG.................Tramy1



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 21.08.2017 00:13 von Tramy1.
Zitat
Tramy1
Zitat
Jay
Da das Thema zum Nachtverkehr um den Rosenthaler Platz nun vom Thema Mehrleistungspaket 2017 getrennt wurde, mache ich hiermit mal gleich den 2. Schritt und eröffne das Thema für die generelle Neuordnung des Nachtnetzes.

Aus meiner Sicht sollte das Nachtnetz geteilt betrachtet werden. Am Wochenende, wenn S- und U-Bahnen fahren, ist nicht nur die Nachfrage deutlich höher, sondern auch die Fahrwege anders.

Grundstruktur sind daher So-Do die U-Bahn-Ersatz-Linien. S-Bahn-Ersatz-Linien fehlen bisher völlig, wobei einzelne Linien ähnliche Aufgaben übernehmen. Hinzu kommen die "immer" fahrenden Metrolinien. In den Wochenendnächten sind es S+U-Bahn und Metrolinien, die die Grundstruktur bilden. Ergänzend braucht es dann weitere Nachtlinien, um die Erschließungslücken zu füllen. Beide Nachtnetze sollten möglichst große Übereinstimmungen haben, um die Orientierung zu erleichtern. Hinzu kommt die Frage, wo sich sinnvoll Knoten bilden lassen.

Aktuell sind Zoo und Hackescher Markt die beiden Hauptknoten im Nachtnetz. Die S-Bahn "vertrödelt" hier durch die Anschlüsse Zeit. Weitere Knoten und Richtungsanschlüsse ergänzen das Netz, wobei es keine wirkliche Überarbeitung mit der Einführungs des Metrolinien-Nachtverkehrs gab, so dass manche Linien direkt an Knoten vorbei fahren (M19/M29, M48) und andere Strecken ihren Anschluss verloren haben (M2/N58).

Hier also nun der Aufruf zur Ideensammlung, wobei es möglichst kein "Wünsch dir was" werden sollte, sondern auch ein gewisser Realismus hinter stecken sollte.

Ich würde sehr gerne eine "M60" ins Spiel bringen.

Für einen 20-Minutentakt?
Zitat
Flexist
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Tramy1
Zitat
Jay
Da das Thema zum Nachtverkehr um den Rosenthaler Platz nun vom Thema Mehrleistungspaket 2017 getrennt wurde, mache ich hiermit mal gleich den 2. Schritt und eröffne das Thema für die generelle Neuordnung des Nachtnetzes.

Aus meiner Sicht sollte das Nachtnetz geteilt betrachtet werden. Am Wochenende, wenn S- und U-Bahnen fahren, ist nicht nur die Nachfrage deutlich höher, sondern auch die Fahrwege anders.

Grundstruktur sind daher So-Do die U-Bahn-Ersatz-Linien. S-Bahn-Ersatz-Linien fehlen bisher völlig, wobei einzelne Linien ähnliche Aufgaben übernehmen. Hinzu kommen die "immer" fahrenden Metrolinien. In den Wochenendnächten sind es S+U-Bahn und Metrolinien, die die Grundstruktur bilden. Ergänzend braucht es dann weitere Nachtlinien, um die Erschließungslücken zu füllen. Beide Nachtnetze sollten möglichst große Übereinstimmungen haben, um die Orientierung zu erleichtern. Hinzu kommt die Frage, wo sich sinnvoll Knoten bilden lassen.

Aktuell sind Zoo und Hackescher Markt die beiden Hauptknoten im Nachtnetz. Die S-Bahn "vertrödelt" hier durch die Anschlüsse Zeit. Weitere Knoten und Richtungsanschlüsse ergänzen das Netz, wobei es keine wirkliche Überarbeitung mit der Einführungs des Metrolinien-Nachtverkehrs gab, so dass manche Linien direkt an Knoten vorbei fahren (M19/M29, M48) und andere Strecken ihren Anschluss verloren haben (M2/N58).

Hier also nun der Aufruf zur Ideensammlung, wobei es möglichst kein "Wünsch dir was" werden sollte, sondern auch ein gewisser Realismus hinter stecken sollte.

Ich würde sehr gerne eine "M60" ins Spiel bringen.

Für einen 20-Minutentakt?

10min Takt am Tage, ab ca. 20 Uhr 20min. Takt und Nachts 30min Takt.

GLG.................Tramy1
Zitat
Tramy1
10min Takt am Tage, ab ca. 20 Uhr 20min. Takt und Nachts 30min Takt.

Und die 61 dafür einstellen?

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Da fangen doch schon wieder die unrealistischen Ideen an, wo man nur an sich denkt und ein Angebot einführen, was vollkommen am Bedarf vorbeigeht. Eine M60 braucht es nun wirklich nicht.


Ich verstehe nicht, warum seit 2006 kaum beim Nachtnetz mal nachgesteuert wurde. Ich persönlich kenne aus meinem Erleben nur den N5, der dir ganze Nacht einen 15 Minuten-Takt bräuchte. Die ersten Abfahrten vor Betriebsbeginn sind immer ätzend voll. Dazu der N40, den man als Anschluss am Hackescher Markt meist vergessen kann sowie die sehr schlechte Anbindung des Ostbahnhofs. Ich laufe immer vom U Weberwiese runter. Aber das kann doch keine Anbindung sein.

Die Berliner Linienchronik (+Stationierungen BVG) 1904-2017
Zitat
Tramy1
Zitat
Flexist
Zitat
Tramy1
Zitat
Jay



Hier also nun der Aufruf zur Ideensammlung, wobei es möglichst kein "Wünsch dir was" werden sollte, sondern auch ein gewisser Realismus hinter stecken sollte.

Ich würde sehr gerne eine "M60" ins Spiel bringen.

Für einen 20-Minutentakt?

10min Takt am Tage, ab ca. 20 Uhr 20min. Takt und Nachts 30min Takt.

Unrealistisches Wunschdenken.
Am Tag möge das vielleicht noch möglich sein( zwischen Südostallee und Bölschestr), eine M-Linie als 60 ist aber schlicht nicht notwendig.
Selbst ab 22.00 ist auf der 60 Totentanz im Fahrgastraum, und nachts reichen die Bonsaibusse bzw 11m Wagen der tangierenden Nachtbuslinien völlig aus.

Das gleiche gilt für die 62.
Eein 10-12min Takt zwischen S-Köpenick durch 62+63 von 5-20.00 usw.,ab S-Köpenick tagsüber bis 20.00 der 62E nach Wendenschloß und die 63 bis 22.00 nach K.Z.Str,
aber kein Nachtverkehr in der Relation mit der Straßenbahn. Da würde das A-teil eines GT6 ausreichen.
Unwirtschaftlich, da mit einem 28m langen Fahrzeug durchzugondeln und heisse Luft zu transportieren.

-------------------

Was wichtig wäre, ist die oben Angesprochene beschleunigung der M17 in der Nacht.
Da würde schon helfen, die sinnlosen Ampeln am Römerweg usw ab 22.00 abzuschalten,
und nur die großen Knotenpunkt-LSA in Betrieb zu lassen.

T6JP
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