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3. Deutsch-Polnischer Bahngipfel: Ausbau Stettiner und Ostbahn
geschrieben von Manfred Erlg 
Pressemitteilung der Bahn vom 11. Juni:

>> Zweigleisiger Ausbau der Strecke Berlin-Angermünde-Stettin (Szczecin) •
Wichtige Weichenstellungen für mehr Züge zwischen beiden Ländern

Der Polen-Koordinator der Bundesregierung, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke, hat die Beratungen zum 3. Deutsch-Polnischen Bahngipfel als „wichtigen Teilerfolg“ zur Verbesserung des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs gewertet. An dem Spitzentreffen im Potsdamer Kaiserbahnhof nahmen auch die Deutschland-Koordinatorin der polnischen Regierung, Renata Szczęch, sowie Verkehrspolitiker beider Staaten und die Spitzen der Bahngesellschaften teil.

Im Rahmen des Gipfels wurde von Ronald Pofalla, Vorstand Infrastruktur der Deutschen Bahn, Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider und Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther eine gemeinsame Absichtserklärung für den durchgehend zweigleisigen Ausbau der Strecke Angermünde Grenze Deutschland/Polen der grenzüberschreitenden Eisenbahnstrecke Berlin-Stettin (Szczecin) unterzeichnet. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hatte das Dokument bereits zuvor signiert. Berlin und Brandenburg erklären sich darin bereit, sich an den Kosten für den Ausbau zu beteiligen. Das Bundesverkehrsministerium geht von Mehrkosten von 100 Mio. Euro aus.

Woidke: „Die Absichtserklärung ist ein Meilenstein für die europäische Metropolenregion. Jetzt muss zügig geplant und umgesetzt werden.“ Pofalla sagte: „Die Weichen für den durchgehend zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Berlin-Stettin sind mit der nun unterzeichneten Absichtserklärung gestellt. Damit schaffen wir Voraussetzungen für deutlich verbesserte grenzüberschreitende Zugverbindungen.“ <<

>> [...] Noch in der Planungsphase dagegen ist der Neubau von zwei Eisenbahnbrücken auf der Strecke Berlin–Küstrin–Kostrzyn. Einen Austausch gab es auch zur Elektrifizierung der Strecke Dresden–Görlitz–Zgorzelec. Woidke: „Besonders wichtig ist mir auch der Ausbau und die Elektrifizierung der Ostbahn. Die positive Entwicklung in Ostbrandenburg und Lubuskie wollen wir mit einer attraktiven Schienenverbindung Berlin-Müncheberg-Seelow-Küstrin-Gorzow weiter verstärken.“

Woidke sagte zum Abschluss der Beratungen: „Unsere Wirtschaften sind eng verflochten, die Gesellschaften wachsen zusammen, und der Tourismus entwickelt sich in beide Richtungen. Dafür benötigen wir mehr Verkehrsinfrastruktur – gerade auch auf der Schiene. Gemeinsam ist es uns gelungen, eine Menge anzustoßen.“ [...] <<

[www.deutschebahn.com]
Ist man denn auf polnischer Seite ebenfalls von dem Ausbau angetan oder es ist unseren Nachbarn eher egal? Wenn die polnische Seite kein Interesse an mehr Angebot hat, brauchen wir auch keinen zweigleisigen Ausbau.

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Tscheynsch hier vor Ju-Tu wis Sörvis tu Exebischn-Raunds änd Olümpick-Staydium



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.06.2018 09:47 von LariFari.
Ich gehe davon aus, dass das polnische Interesse sogar höher ist, als das deutsche...
Bleibt zu hoffen, dass den Bekundungen nun auch Taten folgen! Befremdlich ist für mich nach wie vor, dass man für die Frankfurter Strecke Vmax=160km/h vorsieht. Das ist unter heutigen Maßstäben für eine solch bedeutsame Trasse Mittelalter. Und wie lange man auf unserer Seite braucht, um die Strecke über Niesky / Horka nach Polen zu sanieren und inkl. Elektrifizierung auszubauen, ist eigentlich nur peinlich.
Bin gespannt, wie es Richtung Oder und Neiße insgesamt weitergeht.

Gruß
Die Ferkeltaxe
Zitat
LariFari
Ist man denn auf polnischer Seite ebenfalls von dem Ausbau angetan oder es ist unseren Nachbarn eher egal? Wenn die polnische Seite kein Interesse an mehr Angebot hat, brauchen wir auch keinen zweigleisigen Ausbau.

Also wenn man sich allein die Anzahl der Leute ansieht die nach Polen fahren zum einkaufen und entsprechend Geld da lassen, sollten die Nachbarn an Zulauf von Kunden interessiert sein. Und ein Stundentakt nach Stettin wäre nicht nur mit durchgebundenen Züge aus/nach Berlin sehr attraktiv.
Zitat
micha774
Zitat
LariFari
Ist man denn auf polnischer Seite ebenfalls von dem Ausbau angetan oder es ist unseren Nachbarn eher egal? Wenn die polnische Seite kein Interesse an mehr Angebot hat, brauchen wir auch keinen zweigleisigen Ausbau.

Also wenn man sich allein die Anzahl der Leute ansieht die nach Polen fahren zum einkaufen und entsprechend Geld da lassen, sollten die Nachbarn an Zulauf von Kunden interessiert sein. Und ein Stundentakt nach Stettin wäre nicht nur mit durchgebundenen Züge aus/nach Berlin sehr attraktiv.

Ich glaube, Du lebst etwas zu sehr in den 90ern. Längst haben sich die Einkaufsströme umgedreht. Drogeriewaren sind z.B. in Deutschland viel günstiger als in Polen.
Ist zwar nicht Brandenburg, passt aber auch ganz gut hier zu:
Die polnische Seite elektrifiziert gerade bis Zgorzelec und vlt. bis auf die Neißebrücke. Ab Dezember 2019 wollen sie dann elektrisch auf der Strecke unterwegs sein und würden sogar Intercitys von Warschau nach Görlitz schicken.
Aber: Die deutsche Seite lässt sich bis mindestens 2026 Zeit und so wird wohl vorerst in Zgorzelec umgestiegen werden müssen.
Ob irgendwas Neues hier zu beim Deutsch - Polnischen Bahngipfel rausgekommen ist, habe ich noch nicht herausgefunden.

[www.mdr.de]
Zitat
Ferkeltaxe
Befremdlich ist für mich nach wie vor, dass man für die Frankfurter Strecke Vmax=160km/h vorsieht.

Was soll auf einer vorallem für Güter- und Regionalverkehr wichtigen Strecke mit 200km/h oder mehr fahren müssen und so die Streckenkapazität nach unten ziehen?

Zitat
Ferkeltaxe
Das ist unter heutigen Maßstäben für eine solch bedeutsame Trasse Mittelalter.

Das ist totaler Unfug was du hier äußerst!
@Havelländer
Genau das ist der Punkt. Du gibst exakt das wieder, was maximal der Status Quo in diesen (Ost-)Relationen ist. Blickt man aber über den Tellerrand hinaus, so erkennt man unweigerlich, dass man nach Westen mit ICE, Thalys / TGV und Eurostar vergleichsweise schnell und zeitgemäß unterwegs sein kann. Aktuell, wenn auch in D recht langsam, nimmt man die Korridore nach Süden mit NBS oder ABS in Angriff. Wenn wir von den Strecken nach Osten resp. Polen sprechen, so geht es hier u. a. um die Achse Paris-Moskau. Was ist damit? Wegweisende Verkehrspolitik und entsprechende Projekte hierfür sehen anders aus. Die EU-Erweiterung ging zuletzt nach Osten. Dem trägt die aktuelle Politik noch längst nicht Rechnung.
Danke übrigens für das nette Wort "Unfug", wenn man versucht, perspektivisch und nicht nur auf den Moment fixiert zu denken. So entsteht Fortschritt wohl eher nicht.
Achse Paris - Moskau - ein schöner Begriff, aber was ist die Realität?

Zwischen Berlin und Warschau fahren 5 Fernzüge pro Tag, mit eher mäßiger Auslastung. Nur für diese wäre ein Ausbau über 160 km/h wirklich relevant, da der RE mindestens in Fürstenwalde hält. Ein Ausbau auf 200 km/h auf deutscher Seite bringt wenige Minuten Fahrzeitgewinn, aber enorme Sprungkosten (Bahnübergänge beseitigen, ETCS-Ausrüstung) und verringert die Kapazität für alle anderen Züge.

Im Verkehr zwischen Deutschland und Polen gibt es wahrlich dringendere Baustellen (Eingleisigkeiten, Elektrifizierungslücken) als diese.
Naja, PKP-IC möchte ja den Berlin-Warschau-Express von den jetzigen Wagonreisezügen mittelfristig auf Alstom EMU250 umstellen (die ja schon ein gutes Jahr zu Testfahrten in Deutschland unterwegs waren, eine Zulassung haben sie aber imho noch nicht).Mit den Zügen dann nur auf der Trasse Warszawa - Kutno einigermaßen die Geschwindigkeit auszufahren und dann auf mehreren hundert Kilometern zwischen Kutno über Pozna&#324; nach Berlin nur mit maximal 160 km/h rumzugondeln wäre ja auch irgendwie unschön.

Aber gut so ist die Planung nunmal. Daran wird schon mehr als 20 Jahre gearbeitet.
Spielen wir doch einmal durch, was notwendig wäre, um aus der Strecke Berlin - Frankfurt/Oder eine HGV-Strecke zu machen:
- Ersatz aller Bahnübergänge durch Über-/Unterführungen
- Bau von separaten Bahnsteigen / alternativ von Streckengleisen ohne Bahnsteigberührung an allen Stationen
- Im Idealfall also der Bau von 2 weiteren Streckengleisen, um langsameren Güterverkehr, und RE's vom HGV zu trennen.

Bäderbahn
@Latschenkeifer & fatabbot:
Ja, so ist es leider. Und wenn man dann auf solchen Strecken wie Knappenrode-Horka Ewigkeiten braucht, um vorhandene Infrastruktur zu sanieren, die Zweigleisigkeit wiederherzustellen (bei neuen Mittenabständen) und die Elektrifizierung vorzunehmen, läuft man Gefahr, den Entwicklungen hinterherzulaufen (siehe auch Stendal-Uelzen als "leuchtendes" Beispiel zentral in D). Analog ist es ja bei den beiden benannten Strecken Stettiner Bahn und Ostbahn zu sehen. Polen erlebt seit einigen Jahren einen extremen Boom beim Bau von Autobahnen und mehrspurigen Fernstraßen. Und die Bahn? Die schaut hinterher. (Insbesondere die unsere.) Insofern ist es von perspektivischer Bedeutung, wesentliche Achsen, wenn man sie anpackt, dann auch so auszubauen, dass sie zukunftsfähig sind. Und das heißt, sie müssen perspektivisch wieder Verkehr anziehen. Das sich dies nur auf die Achse Paris-Moskau beschränken soll, habe ich so auch weder gemeint noch geschrieben. Sie ist nur die zentrale Achse und ich habe sie als Beispiel herangezogen, siehe oben.

Wir sind übrigens gerade sehr weit weg vom Thema Nahverkehr in BB. Darum sollten wir diesen Diskurs hier im Forum besser beenden. Wo kann man diese Fragen weiter diskutieren, gibt es ein entsprechendes Forum?

Gruß
Die Ferkeltaxe



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.06.2018 17:28 von Ferkeltaxe.
Zitat
def
Zitat
micha774
Zitat
LariFari
Ist man denn auf polnischer Seite ebenfalls von dem Ausbau angetan oder es ist unseren Nachbarn eher egal? Wenn die polnische Seite kein Interesse an mehr Angebot hat, brauchen wir auch keinen zweigleisigen Ausbau.

Also wenn man sich allein die Anzahl der Leute ansieht die nach Polen fahren zum einkaufen und entsprechend Geld da lassen, sollten die Nachbarn an Zulauf von Kunden interessiert sein. Und ein Stundentakt nach Stettin wäre nicht nur mit durchgebundenen Züge aus/nach Berlin sehr attraktiv.

Ich glaube, Du lebst etwas zu sehr in den 90ern. Längst haben sich die Einkaufsströme umgedreht. Drogeriewaren sind z.B. in Deutschland viel günstiger als in Polen.

Zigaretten, CDs und DVDs aber nicht.
Und grad des Nikotins wegen fahren die meisten rüber.
Zitat
def
Drogeriewaren sind z.B. in Deutschland viel günstiger als in Polen.

Wie kommst du denn darauf? Wenn überhaupt, haben sie in etwa das selbe Preisniveau. Der Einkauf-Tourismus in Polen hat nicht wirklich nachgelassen, in Hohenwutzen gibt es sogar ein großes Duty Free Center.
Zitat
Bäderbahn
Spielen wir doch einmal durch, was notwendig wäre, um aus der Strecke Berlin - Frankfurt/Oder eine HGV-Strecke zu machen:
- Bau von separaten Bahnsteigen / alternativ von Streckengleisen ohne Bahnsteigberührung an allen Stationen

Sind denn Lösungen wie in Finkenkrug, Paulinenaue oder Neustadt(Dosse) inzwischen nicht mehr zulässig?
Zitat
Jumbo
Zitat
Bäderbahn
Spielen wir doch einmal durch, was notwendig wäre, um aus der Strecke Berlin - Frankfurt/Oder eine HGV-Strecke zu machen:
- Bau von separaten Bahnsteigen / alternativ von Streckengleisen ohne Bahnsteigberührung an allen Stationen

Sind denn Lösungen wie in Finkenkrug, Paulinenaue oder Neustadt(Dosse) inzwischen nicht mehr zulässig?

Nein, nur noch bis Vmax 160 km/h.

Viele Grüße
Arnd
Zitat
Railroader
Zitat
def
Drogeriewaren sind z.B. in Deutschland viel günstiger als in Polen.
Wie kommst du denn darauf? Wenn überhaupt, haben sie in etwa das selbe Preisniveau. Der Einkauf-Tourismus in Polen hat nicht wirklich nachgelassen, in Hohenwutzen gibt es sogar ein großes Duty Free Center.

Der Besuch deutscher und polnischer Rossmann-Filialen. Ich präzisiere: Gleichwertige Drogeriewaren sind in Deutschland viel günstiger als in Polen.

Und Hohenwutzen erscheint wie die berühmte Ausnahme, die die Regel bestätigt. Die Märkte in Zgorzelec und gegenüber von Bad Muskau haben ihre besten Zeiten jedenfalls hinter sich. Dafür sind in der Görlitzer Innenstadt inzwischen an vielen Geschäften die Öffnungszeiten auch auf Polnisch angeschrieben, auch Werbung ist z.T. zweisprachig. Dem Vernehmen nach kommt inzwischen jeder dritte Euro, der in der dortigen Berliner Straße ausgegeben wird, aus Polen.

Ja, zum Tanken und für Papierosy fahren viele Deutsche noch immer nach Polen. Aber auch umgekehrt hat sich ein gewisser Einkaufstourismus entwickelt.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.06.2018 19:37 von def.
Zitat
Arnd Hellinger
Nein, nur noch bis Vmax 160 km/h.

OK. Danke.
Zitat
Arnd Hellinger
Zitat
Jumbo
Sind denn Lösungen wie in Finkenkrug, Paulinenaue oder Neustadt(Dosse) inzwischen nicht mehr zulässig?

Nein, nur noch bis Vmax 160 km/h.

Da frage ich mal ganz dreist nach einer Quelle? Bisher ist die Vorbeifahrt an Bahnsteigen bis 200 km/h zulässig. Für die Hamburger Bahn sogar bis 230 km/h mit Ausnahmegenehmigung und zusätzlichen baulichen Vorkehrungen. Dass sich an ersterem was geändert hat, wäre mir jetzt neu.

Viele Grüße
André
Zitat
andre_de
Da frage ich mal ganz dreist nach einer Quelle? Bisher ist die Vorbeifahrt an Bahnsteigen bis 200 km/h zulässig. Für die Hamburger Bahn sogar bis 230 km/h mit Ausnahmegenehmigung und zusätzlichen baulichen Vorkehrungen. Dass sich an ersterem was geändert hat, wäre mir jetzt neu.

Es sind max. 200 km/h ohne zusätzliche Sicherung zulässig, wie sich aus §13 der EBO ergibt:

(3) Auf Bahnsteigen an Gleisen, die mit einer Geschwindigkeit von mehr als 160 km/h befahren werden, sind die bei Durchfahrten freizuhaltenden Flächen zu kennzeichnen; bei mehr als 200 km/h sind Vorkehrungen zu treffen, daß sich keine Reisenden im Gefahrenbereich auf den Bahnsteigen aufhalten.
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