Willkommen! Einloggen Ein neues Profil erzeugen

erweitert
Hochbahnsteige auf der Limmerstraße - Chancen und Möglichkeiten für Hannovers kultigste Flaniermeile!
geschrieben von Jules 
Na, da hat der Herr Gardemin ja mal wieder eine tolle Idee. Und wie stellt er sich das mit den Ausgleichsflächen dann vor? Das Café oder der Imbiss, die jetzt ihren Außensitzplätze im Bereich der dann zu bauenende Hochbahnsteige haben, bekommen ihre Ausgleichfläche dann im neuen Teil einer erweiterten Fußgängerzone??? Anlieferung des Kaffees oder des Dönertellers dann mit der Linie 10 vom Café-Standort zur neuen Außensitzfläche? Eine wundervolle Idee, die den ÖPNV auf der Limma weiter stärken wird.... ach, Herr Gardemin.

Übrigens: Besser eine Rampe und ein Treppenaufgang als gar kein HBS! Ein Umweg bis zum nächsten HBS wäre noch weniger barierefrei.
Man schaue sich mal den HBS Allerweg an. Dort wurde damals die Rampe auch auf die Seite des Zugangs zum damaligen Krankenhaus Siloah gelegt, am anderen Aufgang befindet sich leider nur eine Treppe. Heute, wo sich das Klinikum an der Stadionbrücke befindet, ist die Hauptlastrichtung des HBS Allerweg der Abgang am Allerweg. Und dort ist leider keine Rampe. Hat sich bei der Region bisher auch niemand dafür interessiert, das vielleicht mal zu überarbeiten.
Dass es bei der Haltestelle Allerweg (früher Krankenhaus Siloah) nur an einem Ende eine Rampe gibt, ist auch deshalb ärgerlich, weil sich diese Rampe für die Fahrgäste, die in den 100/200er umsteigen wollen, am falschen Ende befindet. Andererseits steigen dort auch viele Besucher des Schützenplatzes aus und für die wiederum ist es angenehm, dass sich die Rampe an der Schützenplatz-zugewandten Seite befindet. Die Krankenhausbesucher wiederum steigen jetzt vermutlich überwiegend an der Haltestelle Stadionbrücke aus und da gibt es eine Rampe zum Krankenhausneubau hin. Aber leider nur an dieser einen Seite. Die Gesamtsituation dort an der Haltestelle Stadtdionbrücke ist aber auch so, dass die andere Seite nicht attraktiv als Abgang ist, weil es keine gesicherte Querungsmöglichkeit über die Ritter-Brüning-Straße gibt.
[www.google.de]

Auf der Limmerstraße sehe ich das ganz anders, da sollten an beiden Enden der Hochbahnsteige Rampen gebaut werden.

Das mit dem Flächen-Ausgleich funktioniert im besten Fall so, dass ein Café umzieht. Wenn die Fußgängerzone erst mal verlängert ist, dann wird es auch im neuen Teil sehr schnell viele neue Kunden geben, die die alten ersetzen werden, denen dann möglicherweise der Weg zu weit geworden ist.

Auch die HAZ vom 8.3.2019 berichtet über die Verlängerung der Fußgängerzone Limmerstraße:
"Die Bezirksratsfraktion in Linden-Limmer sucht nach einem Flächenausgleich für den an der Offensteinstraße geplanten Hochbahnsteig – und schlägt vor, den Verkehr weiträumig umzuleiten" [www.haz.de]



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.03.2019 18:22 von Jules.
Hier mal eine Animation, die zeigen soll, dass durch die Verlegung der Wartehäuschen auf den Hochbahnsteig Raum neben dem Hochbahnsteig frei wird. Auf dem 1. Bild ist das Wartehäuschen noch drin, auf dem 2. ist es dann wegretuschiert. Die Animation ist technisch nicht einwandfrei, aber sie zeigt, dass auch Entlastungseffekte durch den Hochbahnsteigbau einreten, weil die Fahrgäste der Stadtbahn dann oben auf dem Hochbahnsteig auf die Bahn warten werden.


Ich bin bei den km - Angaben nicht so sehr bewandert, deswegen lasse ich es mal aber als ich 1996 nach Hannover kam, wurde gerade die letzte "richtige" Straßenbahnlinie 16 stillgelegt, die damals nur noch zwischen dem Klagesmarkt und der Schleife Kleefeld, Nackenberg fuhr. Wenn ich mich recht erinnere, kam damals eine rege Diskussion in Gang, ob es sich nicht noch lohnen würde, ein zweites Niederflurnetz aufzubauen. Wie gesagt ich habe die km nicht im Kopf aber damals waren neben der Linie 10 auch noch die Linie 9, sowie weite Teile der 3/7 komplett Hochbahnsteigfrei - bzw es gab nur sehr wenige - , so daß man vermutlich gut 30 km auf einen Schlag hätte niederflurig betreiben können. Das wurde aber wegen angeblich zu hoher Kosten abgelehnt. Dabei hätte man die Chance gehabt, die Linien 9 und 10 nach Beseitigung der damals schon vorhandenen Hochbahnsteige niederflurig zu betreiben. Der Zoo wäre weiterhin direkt per Straßenbahn erreichbar gewesen und auch die Strecke Hbf - Aegi hätte erhalten bleiben können. Rechnet man pro Hochbahnsteig 3 Millionen Euro - keine Ahnung, was die wirklich kosten - so kommt da schon ein hübsches Sümmchen zusammen, ob die Niederflurvariante da wirklich so viel teurer geworden wäre, möchte ich bezweifeln.

Die Hochbahnsteige in der Limmerstraße sollten doch eigentlich nicht das Problem sein, wie hier schon angesprochen haben es andere Städte auch gelöst.


Was ich wirklich katastrophal finde, ist die neue Linienführung der 10 und die Vorgabe von 50 Meterbahnsteigen. Hier verbaut man sich die Möglichkeit, später einmal längere Züge einsetzen zu können. Wenn hier also der Platz nicht reicht hätte man wirklich lieber vor dem Steintor in einen Tunnel abtauchen sollen. Ich bin sonst auch nicht für Tunnel aber hier wäre es sinnvoll gewesen.
Zitat
Hansawagen
Hier verbaut man sich die Möglichkeit, später einmal längere Züge einsetzen zu können. Wenn hier also der Platz nicht reicht, hätte man wirklich lieber vor dem Steintor in einen Tunnel abtauchen sollen. Ich bin sonst auch nicht für Tunnel aber hier wäre es sinnvoll gewesen.
Hallo Hansawagen,
es hätte ja nichts genutzt, wenn man vor dem Steintor in den Untergrund abgetaucht wäre, denn die 70m langen Hochbahnsteige auf der Limmerstraße hätte man ja trotzdem errichten müssen. Und die passen dort vermutlich wirklich nicht in die Straße. Auch die 45 m langen Hochbahnsteige werden von vielen als unmögliche Zumutung empfunden. Die halte ich jedoch für unvermeidbar. Und ich halte es für möglich, diese so zu gestalten, dass sie die Limmerstraße und den Limmerstraßenflair nicht zerstören, wie viele befürchten. Bei 70 m langen Hochbahnsteigen wäre das sicher noch einmal deutlich schwerer, das vernünftig umzusetzen. Es sind drei kurze (45m) Bahnsteige in der Limmerstraße zu errichten. Wenn die jeder 70 m lang wären, dann sind das insgesamt 75 Meter mehr, also quasi wie ein vierter Hochbahnsteig.
Spannend finde ich, dass Sie davon berichten, dass Sie selbst in Hannover lebten, als die alte Zoostrecke abgebaut wurde. Wie wurde das denn damals von den Menschen empfunden, die davon betroffen waren? Ich kann mich auch noch an eine Fahrt mit der richtigen Straßenbahn zum Zoo erinnern, allerdings fuhr ich damals dort nur sehr sehr selten.

Sie schreiben ja auch, dass Sie die Niederflurbahn bevorzugen. Die Hochbahnsteige, die jetzt gebaut werden, die können alle in ca. 15 - 20 Jahren zu Niederflurbahnsteigen zurückgebaut werden, wenn diese Idee sich dann durchsetzt. Das große Missverständnis ist nach meiner Einschätzung, dass viele meinen mit der Einführung einer Niederflurbahn wäre es überflüssig, Bahnsteige zu bauen. Aber auch eine Niederflurbahn ist auf Bahnsteige angewiesen, um barrierefrei zu sein. Da die Niederflurbahnsteige kürzere Rampen haben, kann man sogar dann (nach einem Umbau von Hochbahnsteigen zu Niederflurbahnsteigen) den Einsatz längerer Züge erwägen.



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 17.03.2019 09:09 von Jules.
Hier eine Zeichnung vom geplanten Hochbahnsteig Küchengarten auf Grundlage der openstreetmap-Karte. ( [www.openstreetmap.de] )
Für das Einzeichnen des Hochbahnsteiges habe ich auf Angaben aus der Zeichnung zurückgegriffen, die in LINDEN punkt-linden.de im November 2017 veröffentlicht wurde. [punkt-linden.de]
Die dunkelgrauen Flächen am Rand der Hochbahnsteige sind die Haltestellenfläche der jetzigen Haltestelle Küchengarten, so wie sie bei openstreetmap.de eingezeichnet ist.
In dem zweiten Bild habe ich die alten Haltestellenflächen entfernt.


Hallo Jules,

ja sie haben recht, an die restliche oberirdische Strecke hatte ich gar nicht gedacht.....da hätte der D-Tunnel wirklich auch nichts genutzt. Also hätte man wohl noch einen weiteren Tunnel für die Limmerstraße gebraucht.

Ich kam im Juni 1996 der Arbeit wegen nach Hannover. Ja, wie war die Stimmung? Die 16 war da eigentlich nur noch ein Schatten ihrer selbst, fuhr mit solo - DüWaggelenkwagen im 15 - Minutentakt und war eigentlich nicht mehr wirklich voll. Das meiste spielte sich noch so zwischen Steintor und Zoo ab, es war ja die direkte Strecke zum Zoo und auf dem Weg dorthin war ja auch noch die Musikhochschule am Emmichplatz.

Die Einstellung wurde den Fahrgästen mit einer Taktverdichtung der Stadtbahnlinien versüßt, die nun im Berufsverkehr im 7-8 Minutentakt fuhren. Ich wohnte damals in der Nähe vom Herrenhäuser Markt, damals noch "Münterstr." genannt und da fuhr dann alle 3 Minuten eine Bahn, fand ich auch klasse.

Proteste gab es nicht, wie gesagt, die letzte Straßenbahn war eigentlich nahezu bedeutungslos. Es fuhren dann halt die Busse der Linie 128 und 134. Ab 1997 redete sowieso alles nur noch von der EXPO 2000 und der Zoo war ja nun über die Clausewitzstr. an das Stadtbahnnetz angebunden. Dabei wechselten sich die Linien 6 und 11 mehrmals ab oder war es der Nordast, wo man mehrfach die Linien tauschte - ich weiss es auch schon nicht mehr.

Abgebaut wurde die Strecke sowieso erst einmal nicht, es gab noch regelmässig Sonderfahrten mit den Museumswagen auf der alten 16, glaub einmal im Monat oder so. Da bin ich auch noch öfter mitgefahren. Irgendwann war dann schon die Schleife am Klagesmarkt abgehängt und die Züge wendeten dann am Goetheplatz.

1998 / 99 wurde dann die Zoostrecke durch Ausbau der Weichen abgehängt, die Schienen blieben aber noch einige Jahre liegen.

Ich erinnere mich auch, das es noch bei meinem Rückzug nach Berlin 2003 noch recht wenig Hochbahnsteige gab, das wurde erst ab dieser Zeit massiver angegangen.

Im Gegensatz zu Stuttgart hat Hannover erst sehr spät begonnen, massiv Hochbahnsteige zu bauen. So wurde beispielsweise die Strecke nach Stöcken im Jahre 1985 auf Stadtbahnbetrieb - damals Linie 1 und 2 - umgestellt und die Bahnsteige aber nur als Niedrigbahnsteige ausgeführt. Es gab auf der Strecke keinen einzigen Hochbahnsteig ausser an den Tunnelstationen! Stuttgart hat da gleich immer Fakten geschaffen und bei Umstellung auf Stadtbahn konsequent Hochbahnsteige errichtet.

Liebe Grüße
"Die heute im Betrieb befindlichen Straßenbahnen aus den frühen 1980er Jahren sind 2015 technisch abgeschrieben. Wegen des technischen Fortschritts und um die Bahnen besser in das HANNOVERANER Straßenbild zu integrieren, kombiniert mit möglichen Verlängerungen nach HEMMINGEN und zu anderen Zielen, beabsichtigt die ÜSTRA die heutigen Bahnen durch Niederflurbahnen zu ersetzen, was etwa 2020 geschehen soll.
Im Jahr 2007 war eine Bahn aus Mülhausen zu Besuch in HANNOVER. Diese Citadis-Bahn sollte für den autofreien Sonntag werben. Außerdem wurde so eine Niederflurbahn der Öffentlichkeit vorgestellt."
ACHTUNG DIE GROSS GESCHRIEBENEN WÖRTER SIND ABSICHTLICH VERÄNDERT GEGENÜBER DEM ORIGINALZITAT!

Hier ist (leider?) nicht von der Stadtbahn Hannover die Rede, sondern an Stelle von HANNOVER usw. steht Utrecht. In Utrecht beabsichtigt man also ab 2020 auf Niederflurbetrieb umzustellen. Quelle: wikiwand.com [www.wikiwand.com]
Hier das Originalzitat: Die heute im Betrieb befindlichen Straßenbahnen aus den frühen 1980er Jahren sind 2015 technisch abgeschrieben. Wegen des technischen Fortschritts und um die Bahnen besser in das Utrechter Straßenbild zu integrieren, kombiniert mit möglichen Verlängerungen nach de Uithof und zu anderen Zielen, beabsichtigt die BRU die heutigen Bahnen durch Niederflurbahnen zu ersetzen, was etwa 2020 geschehen soll.

Im Jahr 2007 war eine Bahn aus Mülhausen zu Besuch in Utrecht. Diese Citadis-Bahn sollte für den autofreien Sonntag werben. Außerdem wurde so eine Niederflurbahn der Öffentlichkeit vorgestellt.

Es ist schon ärgerlich, das es anderen Stadtbahnbetreibern anscheinend möglich ist, auf Niederflur umzustellen, während in Hannover diese Perspektive (bislang?) ausgeschlossen wird.

Leider war ich noch nie in Utrecht und ich weiß nicht, ob es dort auch Hochbahnsteige in engen Straßenlagen gibt und wie die sich dort bewährt haben. Der geplante Systemwechsel in Utrecht von Hochflur auf Niederflur spricht jedoch eher dafür, dass man in Utrecht die Hochbahnsteige kritisch sieht.

Kurios: Derzeit fahren in Utrecht Verstärkerbahnen der Wiener Linien. Die alten Wiener Hochflurstraßenbahnwagen wurden im Türbereich so umgebaut, dass sie an den Hochbahnsteigen halten können. "Bevor die Straßenbahn in Utrecht voll eingesetzt werden konnte, mussten die Wagen noch umgebaut werden. In Rotterdam wurden die drei Stufen zur Tür verkürzt, in Amsterdam erhielten die Wagen eine frische Lackierung. Darauf kamen dann eine niederländische Beschriftung und wieder das originale Logo der Wiener Linien. Im Dezember 2009 trat die Wiener Straßenbahn in Utrecht ihren Dienst an. "Der überwiegende Teil der Reaktionen der Passagier ist positiv", ..." Quelle: Wiener Zeitung vom 5.11.12 [www.wienerzeitung.at]

Wer weiß, falls es in Hannover mal zu einem Engpass kommen sollte, dann könnten ja vielleicht hier die alten Wiener Straßenbahnwagen eingesetzt werden, die für Utrecht auf Hochnahnsteig-Betrieb umgebaut wurden?

Vielen Dank, Hansawagen, für die Schilderung vom Ende der Zoostrecke. Ich vermute, dass es heute mehr Widerspruch gegen den Abbau der oberirdischen Straßenbahnstrecke gegeben hätte.
Wie geht denn Utrecht mit vorhandenen Tunnelstationen um und wie stellst Du Dir dann den Umbau der 18 Tunnelstationen in Hannover vor?
Zitat
TWhanno
Wie geht denn Utrecht mit vorhandenen Tunnelstationen um und wie stellst Du Dir dann den Umbau der 18 Tunnelstationen in Hannover vor?

Zunächst wäre mal zu klären, wie hoch die Bahnsteigkante sein soll. Mal angenommen es sollen Fahrzeuge mit 30cm hoher Einstiegskante zum Einsatz kommen, dann könnten die Gleise in den Tunnelstationen um 50cm höher gelegt werden und es müssten Stadtbahnen zum Einsatz kommen, die 50 cm niedriger sind als die heutigen Fahrzeuge.
Zitat
Jules
Zitat
TWhanno
Wie geht denn Utrecht mit vorhandenen Tunnelstationen um und wie stellst Du Dir dann den Umbau der 18 Tunnelstationen in Hannover vor?

Zunächst wäre mal zu klären, wie hoch die Bahnsteigkante sein soll. Mal angenommen es sollen Fahrzeuge mit 30cm hoher Einstiegskante zum Einsatz kommen, dann könnten die Gleise in den Tunnelstationen um 50cm höher gelegt werden und es müssten Stadtbahnen zum Einsatz kommen, die 50 cm niedriger sind als die heutigen Fahrzeuge.

Ich habe mal auf urbanRail.net (sind auch einige Bilder dort) und Wikipedia gespickt:

* keine Tunnelstationen
* eine Strecke auf eigenem Bahnkörper, die jetzt erweitert werden soll.

Das kann man mit Hannover nur bedingt vergleichen.

BTW: eine vierspurige Straße ist normal, Die Raschplatz-Hochstraße eben mal da, die Aegi-Hochstraße Kult, aber die Hochbahnsteige die teuflischen Zwillingsbrüder der Berliner Mauer? Ich komm da nicht mehr mit.



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.03.2019 07:05 von laufer.
Sorry, in diesem Forum dürfen nur registrierte Benutzer schreiben.

Hier klicken, um sich einzuloggen