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Wird "Moia" den ÖPNV in Hamburg verändern?
geschrieben von Jules 
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"Mit selbst entwickelten Shuttle-Bussen will die VW-Tochter den Hamburger Nahverkehr ausbauen. 2018 soll es losgehen, erste Tests in Hannover starten im Oktober." Quelle: NGIN Mobility-Internetseite: "Moia will ab Oktober seinen Shuttle-Service in Hannover testen" [ngin-mobility.com]
Man könnte das System als erweiterte Fahrgemeinschaft bezeichnen. Im Prinzip geht es darum, dass die Fahrten zum Arbeitsplatz, zum Einkaufen etc. nicht mehr alleine im eigenen PKW stattfinden, sondern in Kleinbussen, die perspektivisch automatisch und fahrerlos ihren Weg finden zu den von den Nutzern per Handy App gewünschten und dann vom Computerprogramm berechneten Zielen. (Oder werden damit für klassische ÖPNV-Kunden neue Fahrzeuge bereitgestellt?)
"Schon 2018 sollen die ersten Shuttles von Moia, der neuen Volkswagen-Marke, durch Hamburg rollen. Fahrgäste sollen dabei Start und Ziel ihrer Fahrt selbst bestimmen können, einen festen Fahrplan gibt es nicht. Bestellt werden können die Fahrzeuge über eine App. Das Prinzip dahinter heißt On-Demand.
Das Mobilitätsangebot werde gemeinsam mit der Hochbahn Hamburg realisiert. Die Kosten für Fahrer und Fahrzeuge werde Moia jedoch selbst tragen, heißt es. Daneben sei geplant, die bestehenden Angebote für Carsharing-Fahrzeuge und Leihfahrräder mit dem neuen Service von Moia in einer App des Nahverkehrsanbieters zu vereinen."
, heißt es weiter in dem oben zitierten Artikel von "NGIN Mobility", ein digitales Branchenmagazin für die Automobil- und Mobilitätsbranche.
Wird damit der ÖPNV verbessert oder führt das Angebot dazu, dass weniger stark ausgelastete klassische Omnibus-Linien eingestellt werden mit dem Verweis auf das neue Angebot? Und wieviel wird der Fahrgast dafür zahlen müssen? Werden ÖPNV-Kunden mit ihrer Monatskarte Zutritt zum "On demand" Service haben?

Mehr über den seit letzter Woche in Hannover gestarteten Test von "Moia" auf der Seite Nahverkehrsforum Bremen/Niedersachsen:
[www.bahninfo-forum.de]

Bei der VDV-Jahrestagung im Juni 2017 in Hannover drehte dieser autonom fahrende Kleinbus aus den Niederlanden seine Runden vor der Stadthalle. Die Bürgerinnen und Bürger waren eingeladen den "ÖPNV von Morgen" kennen zu lernen und mitzufahren. (VDV=Verband Deutscher Verkehrsunternehmen) In dem Fahrzeug gibt es sechs Sitzplätze. Jeweils drei Fahrgäste sitzen mit dem Rücken zur Front, bzw. zur Heckscheibe des Kleinbusses. Es gilt die Gurtpflicht.


Zitat

Wird damit der ÖPNV verbessert oder führt das Angebot dazu, dass weniger stark ausgelastete klassische Omnibus-Linien eingestellt werden mit dem Verweis auf das neue Angebot? Und wieviel wird der Fahrgast dafür zahlen müssen? Werden ÖPNV-Kunden mit ihrer Monatskarte Zutritt zum "On demand" Service haben?

Wer braucht noch eine typische Zubringerbuslinie mit schlechtem Takt und niedriger Tür-zu-Tür-Geschwindigkeit, wenn so etwas funktioniert?

Man muss schauen, was der "klassische" ÖPNV bringen kann. Ist er zuverlässiger, ist er komfortabler, ist er schneller, ist er preiswerter, ist er barrierefreier?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.10.2017 14:21 von Herbert.
Hatte nicht die DB vor kurzem genau dasselbe Programm für Hamburg angekündigt? Es wurde zwar noch keine Strecke oder ein Testgebiet genannt, aber die Fahrzeuge sollen nur über die Switchh-Plattform buchbar sein und somit kein direkter Bestandteil des HVV-Tarifes sein.
Okay, das mit Switch hatte ich irgendwo gelesen, finde aber die Quelle nicht mehr.

Laut der MOPO doch mit HVV-Ticket möglich
[www.mopo.de]

mfg fox

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"Ich bringe unseren Busfahrern noch sportlicheres Fahren bei"
Reza "Racer" F., Gruppenleiter Betriebsrennsport



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.10.2017 20:08 von FoxMcLoud.
Vielen Dank für deinen Hinweis fox, ich zitiere mal aus dem von dir genannten Hamburger Morgenpost online-Artikel:
"Hamburg tritt beim Thema „Autonomes Fahren“ richtig aufs Gas – und hat dazu mit der Deutschen Bahn (DB) eine Partnerschaft vereinbart. Der Bahn-Konzern will bereits 2018 selbstfahrende Mini-Busse auf Hamburgs Straßen bringen." – Quelle: [www.mopo.de] ©2017
In dem, Text heißt es weiter "Insgesamt 100 autonom fahrende kleine Elektrobusse werden im nächsten Jahr durch die Stadt touren." – Quelle: [www.mopo.de] ©2017
Auf der Internet-Seite hamburg.de verkehr steht geschrieben: "In einem gemeinsamen Projekt arbeiten MOIA, das Mobilitätsunternehmen von Volkswagen und die Hamburger Hochbahn AG daran, ein neues umweltfreundliches Mobilitätsangebot für Hamburg zu entwickeln. Im Rahmen des Projekts soll 2018 ein Shuttle-on-Demand-Service mit umweltfreundlichen Elektrofahrzeugen starten, der den öffentlichen Nahverkehr ergänzen und eine Alternative zum privaten Pkw bieten soll." - Quelle: [www.hamburg.de]
Elektrofahrzeuge der Deutschen Bahn oder ein Projekt der Deutschen Bahn werden darin nicht erwähnt. Das kann ja heiter werden, wenn in Hamburg bald ähnliche selbstfahrende Elektro-Kleinbusse an den Start gehen, die von verschiedenen Unternehmen betrieben werden. Werden die dann zusammenarbeiten, um sog. Synergieeffekte zu nutzen? Oder treten die ganz krass als Konkurrenten an? Kann es mir als Fahrgast dann passieren, dass ein Shuttle-Minibus der Deutschen Bahn mit freien Sitzplätzen an mir vorbeifährt, während ich auf den Hochbahn-Shuttle-Minibus warte? In dem Artikel auf der hamburg.de-Seite heißt es weiter: "MOIA entwickelt dafür aktuell ein neues Fahrzeugmodell, das vollelektrisch und damit emissionsfrei fahren und bis zu sechs Personen Platz bieten wird. Ziel ist es, den Service nach Abschluss eines erfolgreichen Testvorlaufs 2018 mit rund 200 Elektro-Shuttle-Fahrzeugen in Hamburg zu starten. Ein weiterer Ausbau der Fahrzeugflotte soll 2019 folgen."
Allerdings ist in dem Artikel auf hamburg.de auch davon die Rede, dass "Moia" Fahrzeuge und die Fahrer bezahlt: "Das Mobilitätsangebot werde gemeinsam mit der Hochbahn Hamburg realisiert. Die Kosten für Fahrer und Fahrzeuge werde Moia jedoch selbst tragen, heißt es." - Quelle: [www.hamburg.de]
Also wird es doch Fahrer geben? Kann ich mir eigentlich auch nicht anders vorstellen, da meines Wissens bislang in Deutschland keine selbstfahrenden Fahrzeuge im Straßenverkehr zugelassen sind.
Das werden also 100 neue Elektro-Kleinbusse der Deutschen Bahn und 200 entsprechende Fahrzeuge der Hamburger Hochbahn und Moia sein, also zusätzliche 300 Fahrzeuge, die sich ab 2018 zusätzlich auf Hamburgs vollen Straßen tummeln. Zusätzlich? Oder wird dadurch tatsächlich die Zahl der Autofahrten reduziert, wie es in dem Artikel auf hamburg.de angekündigt wird? Demnach soll es sich um ein "Neues umweltfreundliches Mobilitätsangebot" handeln, das "eine Alternative zum privaten Pkw bieten soll."
In Hannover sind laut Betreiber-Angaben seit Mittwoch 20 Busse unterwegs, allerdings konventionelle VW-Transporter, die ich seit letzter Woche schon häufiger auf Hannovers Straßen gesehen habe. (Siehe Foto unten.) Naja Hannover ist halt auch ein bisschen kleiner als Hamburg.
Grüße, Jules


Ich denke die "Fahrer" bei den MOIA- und bei den DB-Minibussen wird Fachpersonal sein, welches direkt im Fahrzeug das Selbstfahren überwacht und im Notfall eingreifen kann/muss. Immerhin sind beides Testprojekte mit Fahrzeugen, die bisher keine Praxiserprobung im öffentlichen Straßenverkehr haben. Zum Testprojekt in Hannover habe ich mir bisher noch nichts durchgelesen.
Irgendwo hatte ich auch noch gelesen oder gehört, dass eine Flotte von diesen selbstfahrenden Minibussen nur in der Hafencity als Testgebiet fahren soll. Finde dazu aber keine Quelle mehr.
Es dürfte aber spannend werden, ob und wie sich diese selbstfahrenden Busse im fließenden Verkehr auf den Straßen anpassen werden. Wenn ich so an meinen Weg zur Arbeit von Barmbek über Mundsburger Damm, An der Alster und Lombardsbrücke denke schwimmt man da nur mit Geschwindigkeiten von 60km/h locker mit. Und ich bezweifle ein bisschen, dass diese Minibusse mehr als 50 km/h fahren und daher eher zum Hindernis werden. Mal ganz zu schweigen von Spurwechseln und anderen Hindernissen für die Technik.

mfg fox

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"Ich bringe unseren Busfahrern noch sportlicheres Fahren bei"
Reza "Racer" F., Gruppenleiter Betriebsrennsport
Hallo,

in Bad Birnbach ist ein fahrerloser Minibus unterwegs.

[www.br.de]


Viele Grüße

Didier D.
"Taxifahrer in Hamburg wehren sich gegen geplante Sammel-Kleinbusse einer VW-Tochter. Aus Protest boykottierten viele von ihnen heute (12.3.2018) unter anderem den Hamburger Flughafen. Für viele Reisende bedeutete das längere Wartezeiten." Darüber berichtete gerade NDR-Info Das Zitat ist von der NDR-info-Internetseite. [www.ndr.de]
Aber nicht nur in Hamburg, auch in Hannover machen die Taxi-Fahrer mobil gegen MOIA: "Der Volkswagen-Konzern will seinen Fahrdienst Moia in Hannover kräftig ausweiten. Von Sommer an möchte das Unternehmen 250 Fahrzeuge einsetzen, die Kunden in der Stadt befördern sollen. „Wir wollen Moia in Hannover für die allgemeine Öffentlichkeit verfügbar machen, sobald wir von den Behörden die notwendige Konzession erhalten“, sagte der Moia-Manager Robert Henrich. Das Taxigewerbe wehrt sich allerdings vehement gegen den neuen Wettbewerber." HAZ vom 9.3.2018, [www.haz.de] Während in Hamburg jedoch E-Autos zum Einsatz kommen sollen, sind für Hannover Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren vorgesehen.

Derweil sich in Hamburg nur die Taxi-Fahrer in ihrer Existenz bedroht fühlen, sieht man in Hannover darüber hinaus auch die Konkurrenzsituation zum klassischen ÖPNV. So fordern die Grünen in Hannover, dass MOIA sich erklären möge, was sie vorhaben: "Unternehmensvertreter soll in einer Sondersitzung von Wirtschafts- und Bauausschuss Rede und Antwort stehen, dort sollen dann auch Vertreter von Taxigewerbe, Stadtmobil und Nahverkehrsfirmen zu Wort kommen. Geklärt werden soll unter anderem auch, ob Moia nicht besser in Randgebieten der Stadt einzusetzen wäre, wo Regiobus seinen Service ausdünnt, statt in der Innenstadt Taxis und Stadtbahnen Konkurrenz zu machen." HAZ vom 11.3.2018 [www.haz.de]
Zitat
Didier D.
Hallo,

in Bad Birnbach ist ein fahrerloser Minibus unterwegs.

[www.br.de]


Viele Grüße

Didier D.

Und dem ist es zu kalt, wie ich grade lese: [www.radio-trausnitz.de]
"Der Frost macht aber nicht nur den Menschen zu schaffen.
Auch die Technik geht vereinzelt in die Knie.
In Bad Birnbach zum Beispiel.
Da macht der autonome Bus nicht mehr mit.
Die derzeitigen Akkus sind nicht auf die aktuellen niedrigen Temperaturen ausgelegt."

Das erinneret mich an die Hamburger E-Bus-Offensive: Daimler will die Hamburger Hochbahn mit E-Bussen beliefern, die eine eingebaute Öl-Heizung für die Wintermonate haben. Darüber berichtete Spiegel-online vom 5.3.2018: "Die Hamburger Hochbahn fordert eine Mindestreichweite von 150 Kilometern mit einer Akku-Ladung. Der Batterie-Mercedes kann diese laut Daimler aber nur im Sommer erreichen, da der Energieverbrauch im Winter durchs Heizen kräftig ansteige. Abhilfe könne eine mit "Kraftstoff", also womöglich Diesel, betriebene Zusatzheizung schaffen, so Daimler. Ein Hochbahn-Sprecher wollte gegenüber manager-magazin.de nicht sagen, ob Daimler angesichts derartiger Einschränkungen noch im Rennen ist." [www.spiegel.de]
Na dann wird es ja spannend was ab 2020 in Hamburg so alles in Hamburg fahren wird.

[www.manager-magazin.de]
Zitat
STZFa
Na dann wird es ja spannend was ab 2020 in Hamburg so alles in Hamburg fahren wird.

[www.manager-magazin.de]

Gab's da nicht mal so'n Spruch? "Von den Chinesen lernen heißt siegen lernen!"
Ach nee, der ging so:
[www.hdg.de]
Der Link führt zu einem Plakat aus der Sammlung des Hauses der Geschichte (hdg) der Bundesrepublik Deutschland ;)

Spannender als das, was ab 2020 in Hamburg so alles fahren wird, ist doch eher, was ab 2020 in Hamburg so alles nicht mehr fahren wird! Hoffentlich etliche Autos weniger, vor allem keine Dieselstinker mehr (und mit den Dieselstinkern meine ich nicht die Omnibusse, denn die halten im Gegensatz zu vielen Diesel-PKW die Grenzwerte ein)!



4 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.03.2018 12:48 von Jules.
Auf US-Englisch ist ÖPNV "Mass Transit". Ich denke an dem Wort kann schon erkannt werden warum solche Shuttle-Busse den ÖPNV eher wenig verändern werden...
Zitat
STZFa
Na dann wird es ja spannend was ab 2020 in Hamburg so alles in Hamburg fahren wird.

[www.manager-magazin.de]

Ich glaube nicht, dass BYD den Hamburger Stadtbus der 2020er Jahre liefern wird. Mercedes kündigt für 2019 neue Brennstoffzellen-, Batterie-, und Hybrid-Citaros an und die Hochbahn will laut eigenen Pressemeldungen 2018 6 und 2019 24 E-Busse beschaffen. Es sieht so aus, als möchte die Hochbahn in 2018 und 2019 nochmal ordentlich neue Versuchskaninchen für den 109 beschaffen und diese medienwirksam bewerben. Aber dass neben diesen neuen Versuchskaninchen für den 109 auch noch Diesel-Hybrid-Fahrzeuge dabei sein werden, wird in der Öffentlichkeitsarbeit nicht erwähnt werden.
Zitat
Jan Gnoth
Zitat
STZFa
Na dann wird es ja spannend was ab 2020 in Hamburg so alles in Hamburg fahren wird.

[www.manager-magazin.de]

Ich glaube nicht, dass BYD den Hamburger Stadtbus der 2020er Jahre liefern wird.

Ich denke immer noch, dass Volvo vor ein paar Jahren für die Hybridbusse der Hochbahn ein sehr, sehr günstiges Angebot gemacht hat um einen Fuß in die Tür des Hamburger Busverkehrs zu bekommen. Würde es den Chinesen daher auch zutrauen, wenn sie der Hochbahn ihre E-Busse so gnadenlos günstig anbieten, dass es für BYD selbst nichtmal wirtschaftlich ist. Aber dafür hätte man dann einen "Fuß in der Tür" in einem Markt, wo man hauptsächlich auf deutsche Fabrikate setzt.

mfg fox

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"Ich bringe unseren Busfahrern noch sportlicheres Fahren bei"
Reza "Racer" F., Gruppenleiter Betriebsrennsport
Zitat
FoxMcLoud
Ich denke immer noch, dass Volvo vor ein paar Jahren für die Hybridbusse der Hochbahn ein sehr, sehr günstiges Angebot gemacht hat um einen Fuß in die Tür des Hamburger Busverkehrs zu bekommen.

Die Kombination von Batterie und Diesel der 1490er Plug-In Hybrid-Volvos soll dem Vernehmen nach das Vorzugsmodell der Hochbahn sein. Problem ist allerdings, dass da immer noch ein Diesel drinnen ist und genau das will die Politik nicht. Man steht somit gegenwärtig im Konflikt zwischen dem technisch machbaren (Kombination von Batterie und Diesel) und den politischen Vorgaben (Brennstoffzelle oder Batterie, aber auf keinen Fall Diesel, auch nicht als Range-Extender). Da ändert auch der Weggang des Scholz-o-maten nichts mehr. Bleibt somit nur noch die Möglichkeit, neben den Plug-In-Hybriden von Volvo und Mercedes auch noch die reinen Batterie-Versionen dieser Hersteller zu nehmen und diese dann gezielt in den Medien zu bewerben. Das heißt, Hochbahn nimmt in den nächsten Jahren jeweils 30 Fahrzeuge von jedem Hersteller. Davon 10 reine Batterie-Fahrzeuge und 20 Plug-In-Hybride. Auf medienwirksamen Veranstaltungen werden dann aber nur die reinen Batterie-Fahrzeuge zu sehen sein, welche dann aber die ganze Serie repräsentieren sollen.
Dass sich die Politik auf Elektro eingeschworen hat, kann man auch in der Diskussion über den Ausbau der Moia-Flotte in Hannover beobachten:
"Unter anderem hat Moia angekündigt, in Hamburg demnächst mit Elektrofahrzeugen antreten zu wollen. Grünen-Ratsfrau Renée Steinhoff will wissen, warum ausgerechnet in Hannover weiterhin mit Dieselfahrzeugen gefahren werden soll." aus: HAZ vom 14.3.2018, [www.haz.de]

Aber mal ehrlich, was soll sie denn auch anderes machen, die Politik?

Von der Klima und Umweltbilanz wäre es deutlich günstiger, wenn alle Menschen anstatt mit Benzin- oder Diesel-PKW ganz einfach mit Diesel-Omnibussen fahren würden. (Da lass ich jetzt mal in der Betrachtung Straßenbahnen, Stadtbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen usw. ganz außen vor.)
Nicht nur dass die Abgase der Diesel-Busse schon seit rund 10 Jahren im Betrieb gemessen werden anstatt auf dem Prüfstand, so dass die Stickoxid-Grenzwerte tatsächlich eingehalten werden. Auch die CO2-Bilanz ist günstiger, wenn man das auf den einzelnen Fahrgast herunterrechnet. Aber leider ist die Politik damit überfordert, diese Details im Bewusstsein der Menschen zu verankern.
Da wird dann einfach gedacht: Diesel-PKW produziert weniger Abgase als Diesel-Bus. Also: Diesel-PKW gut, Diesel-Bus schlecht.

Und was Moia angeht: Da trifft es vielleicht sogar tatsächlich zu, dieses "einfache Denken". Zwar betonen die Betreiber, durch Ridesharing und Carpooling würde die Umweltbilanz verbessert werden. Aber ich habe den Eindruck, dass in den schweren VW-Transportern oft nur ein einziger Fahrgast drin sitzt. Und ob das immer so klappt, das dann am Zielort bereits der nächste Fahrgast wartet, wage ich auch stark zu bezweifeln. Zumindest habe ich schon beobachtet, das aus Moia-Fahrzeugen entweder nur ein Fahrgast aussteigt oder nur ein Fahrgast einsteigt. Carpooling oder Ridesharing ist das nicht. Und wenn das dann noch mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren durchgeführt wird, dann ist es eine höchst zweifelhafte Initiative zur Verbesserung der Luftreinhaltung.

Moia-Fahrzeuge mit Dieselmotor sind dann, wenn das mit dem Carpooling und Ride-sharing nicht klappt auch einfach nur weitere Fahrzeuge die Parkplätze in Anspruch nehmen, die Straßen verstopfen und die Atemluft vergiften, wie alle anderen PKW auch. Und dass sie vielleicht sogar noch mit staatlicher Unterstützung, zumindest aber mit staatlicher Duldung ein Schnäppchen-Angebot darstellen im Vergleich zur Taxi-Fahrt, finde ich so nicht in Ordnung!


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