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Sommer 2022: Personalmangel im ÖPNV und Regionalverkehr
geschrieben von Manfred Erlg 
In der letzten Zeit gibt es immer mehr Klagen über fehlendes Personal - verschärft durch hohe Krankenstände. So fällt an diesem Wochenende der RE 19 (DoSto) nach Sonneberg aus. Desweiteren kann der geplante Ersatzverkehr bei Bahnbauarbeiten nicht vollständig gewährleistet werden, da die benötigten Busse (bzw. die Busfahrer) nicht verfügbar sind.

Und der Landkreis ERH - als Beispiel für andere - kündigt Ausfälle beim von ihm beauftragten Busverkehr an.

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>> Einschränkungen beim Franken-Thüringen-Express am Wochenende 30./31. Juli <<

Presseinformation von DB München: [www.deutschebahn.com]

Auszug: >> Zwischen Bamberg und Coburg/Sonneberg kann mit längeren Fahrzeiten die weitgehend parallel verkehrende Linie RE 49 genutzt werden. Allerdings kann eine Mitfahrt aufgrund der insgesamt verringerten Kapazitäten nicht garantiert werden. <<

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>> Änderungen bei geplanten Schienenersatzverkehren zwischen Nürnberg und Hersbruck <<

Presseinformation von DB München: [www.deutschebahn.com]

>> Schienenersatzverkehr: Bahn lässt Schüler am Gleis stehen <<

[www.nordbayern.de]

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>> Personalmangel im Linienverkehr: Kurzfristige Fahrplanänderungen in ERH möglich <<

[www.nordbayern.de]

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Dass man so die Verkehrswende (mehr ÖPNV, weniger MIV) nicht schafft, ist eine triviale Erkenntnis. Da helfen auch steuersubventionierte, verbilligte Fahrpreise nicht.
Zitat
Manfred Erlg
Dass man so die Verkehrswende (mehr ÖPNV, weniger MIV) nicht schafft, ist eine triviale Erkenntnis. Da helfen auch steuersubventionierte, verbilligte Fahrpreise nicht.


Stimmt leider, ist aber auch ein dummer Zufall, dass Krieg und Corona nun zusammentreffen.
Zitat
elixir
Zitat
Manfred Erlg
Dass man so die Verkehrswende (mehr ÖPNV, weniger MIV) nicht schafft, ist eine triviale Erkenntnis. Da helfen auch steuersubventionierte, verbilligte Fahrpreise nicht.


Stimmt leider, ist aber auch ein dummer Zufall, dass Krieg und Corona nun zusammentreffen.

Die Ursachen dafür sitzen viel tiefer.
Personalmangel herrscht nicht nur bei Busfahrern und Lokführern. Personalmangel herrscht auch im Handwerk, in der Pflege, etc.
Das System Bahn (ÖPNV+SPNV) wird gerade mit Vollgas an die Wand gefahren.
Das was häufig als Fachkräftemangel oder Personalmangel bezeichnet wird, ist ja letztendlich in den allermeisten Fällen ursächlich ein Mangel an guten Arbeitsbedingungen.
Zitat
Sebbale
Das was häufig als Fachkräftemangel oder Personalmangel bezeichnet wird, ist ja letztendlich in den allermeisten Fällen ursächlich ein Mangel an guten Arbeitsbedingungen.

Naja, da ist wohl auch die Schul-/Bildungspolitik mit Schuld daran, Haupt-/Realschulen wurden ja mehr oder weniger abgeschafft, jeder soll nach Möglichkeit studieren. Und dann fehlen halt die Auszubildenden, auch in gut bezahlten Berufen, weil schlicht niemand mehr über ist, wenn jeder Abitur macht und studiert.
Ich sehe doch auch in unserer Firma wie schwer es in den letzten Jahren war Auszubildende zu finden, obwohl die Jobs gut bezahlt sind mit 5-Tage Woche und flexiblen Arbeitszeiten. Also die guten Arbeitsbedingungen und Bezahlung sind da, Bewerber mit Hochschulabschluss auf offene Stellen auch, aber keine Auszubildenden...
Zitat
kukuk
Zitat
Sebbale
Das was häufig als Fachkräftemangel oder Personalmangel bezeichnet wird, ist ja letztendlich in den allermeisten Fällen ursächlich ein Mangel an guten Arbeitsbedingungen.

Naja, da ist wohl auch die Schul-/Bildungspolitik mit Schuld daran, Haupt-/Realschulen wurden ja mehr oder weniger abgeschafft, jeder soll nach Möglichkeit studieren. Und dann fehlen halt die Auszubildenden, auch in gut bezahlten Berufen, weil schlicht niemand mehr über ist, wenn jeder Abitur macht und studiert.
Ich sehe doch auch in unserer Firma wie schwer es in den letzten Jahren war Auszubildende zu finden, obwohl die Jobs gut bezahlt sind mit 5-Tage Woche und flexiblen Arbeitszeiten. Also die guten Arbeitsbedingungen und Bezahlung sind da, Bewerber mit Hochschulabschluss auf offene Stellen auch, aber keine Auszubildenden...

Es fehlen aber auch Ärzte und Architekten.
In allen Bereichen fehlen neue Leute.
Zitat
kukuk
Zitat
Sebbale
Das was häufig als Fachkräftemangel oder Personalmangel bezeichnet wird, ist ja letztendlich in den allermeisten Fällen ursächlich ein Mangel an guten Arbeitsbedingungen.

Naja, da ist wohl auch die Schul-/Bildungspolitik mit Schuld daran, Haupt-/Realschulen wurden ja mehr oder weniger abgeschafft, jeder soll nach Möglichkeit studieren. Und dann fehlen halt die Auszubildenden, auch in gut bezahlten Berufen, weil schlicht niemand mehr über ist, wenn jeder Abitur macht und studiert.
Ich sehe doch auch in unserer Firma wie schwer es in den letzten Jahren war Auszubildende zu finden, obwohl die Jobs gut bezahlt sind mit 5-Tage Woche und flexiblen Arbeitszeiten. Also die guten Arbeitsbedingungen und Bezahlung sind da, Bewerber mit Hochschulabschluss auf offene Stellen auch, aber keine Auszubildenden...

Das mag in einigen Branchen richtig sein, in vielen sind die Arbeitsbedingungen aber nicht gut, gerade da wo der klassische 9 to 5 Job strukturell nicht möglich ist, also z.B. Pflege, Gastro, Öffentlicher Verkehr. Die Arbeitszeiten sind zwangsläufig nicht sehr attraktiv, aber statt dass dann der Rest stimmt (Bezahlung, mehr Urlaubstage, ordentliche Personalplanung), wird auch bei den anderen Faktoren die einen Job attraktiv machen auch da geknausert. Und als OT noch ein Satz zum Handwerk: Solange dort der Satz "Lehrjahre sind keine Herrenjahre" als Aushängeschild hochgehalten wird, solagen braucht man sich da auch nicht wundern wenn junge Leute keinen Bock auf diese Branche haben.
Hallo allseits,

Ich denke, die Wahrheit liegt in der Mitte. Im Vergleich zu LKW Fahrern sind die Bedingungen bei der Bahn schon noch rosig, und die Bahn als Arbeitgeber ist bei weiten besser, als manche Außenstehende vielleicht ahnen. Natürlich wird es auch innerhalb der Bahn wieder große Unterschiede geben, grade in meinem Sektor (Infrastruktur) treffe ich aber häufiger auf Kollegen die vorher mal irgendwo anders waren, und deren Fazit ist nahezu geschlossen, das sie überall sonst härter arbeiten mussten, dafür aber weniger Kohle in der Tasche hatten, als bei der Bahn. Aber wenn die Bahn mit "Berufen" wie "Influencer" konkurieren soll (das sollen manche Schulabgänger tatsächlich aus Berufswunsch haben), da muss die Bahn verlieren. Eine gehörige Portion Engagement und Durchhaltevermögen, wenns mal Rückschläge oder Ärger gibt braucht man eben schon - wie in jedem Job. Und natürlich ist das mit dem Steuern des Personal auch ein Problem, je größer der Konzern. Da gibt es Bereich wo man 100% einstellt, aber am Ende nur 50% bestehen. Dann wieder gibt es Bereiche, da stellt man über den Bedarf ein, denkt jetzt hat man auf jeden Fall genügend Leute, und dann denke ein paar andere, hm, da kann ich früher in Rente, und binnen Monaten ändert sich die Personallage und es herrscht doch Mangel. Und dann ist ja auch nicht jeder da draußen geeignet. Oder manche sind super in der Theorie, bekommen aber dann bei der Verantwortung kalte Füße. Weil wenn was ist, selbst wenn man unschuldig ist, als erstes steht immer die unterste Ebene in Verdacht.

Andererseits haben wir auch drei Krisen gleichzeitig: Corona, den Krieg und das 9-Euro-Ticket. Und falls sich der Verdacht von Garmisch erhärtet, vielleicht bald noch zusätzlich die große Schwellenkrise. Das würde auch einem kerngesunden Verkehrswesen an die Nieren gehen. Nun wissen wir aber, das die Schiene hierzulande lange zweite Geige spielte - und strenggenommen immer noch tut, die Verkehrswende kennen wir, wenn wir ehrlich sind, doch alle nur als Sprechblase, nicht als gelebte Wirklichkeit. Bzw eigentlich hat D auch bei der Straße zuletzt viel zu sehr aus der Substanz der Vergangenheit gezehrt, man denke nur an diverse Brücken ganz egal ob Schiene oder Autobahn. Wenn man dieses schon taumelnde System jetzt halt noch mit Hinkelsteinen wie Corona oder 9-Euro-Ticket beschmeißt, das muss schiefgehen.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Da kommt die Zukunft - rette sich, wer kann...
Auch an diesem Wochenende meldet Regio Bayern wieder Ausfälle auf einzelnen RE- und RB-Verbindungen wegen Personalmangel:

RE 19 Bamberg - Coburg - Sonneberg (Thür) Hbf: Zugausfälle am Samstag, 06. August und Sonntag, 07. August 2022 / Schienenersatzverkehr

RE 57 Schweinfurt Hbf - Ebenhausen (Unterfr) - Bad Kissingen: Kurzfristiger Personalausfall / Zugausfälle bis vsl. Mittwoch, 31. August 2022 möglich

RE 47 Nürnberg Hbf - Schwandorf - Furth im Wald: Kurzfristiger Personalausfall / Zugausfälle zwischen Schwandorf und Furth im Wald

Und dann gibt es nicht genügend Busse oder Busfahrer für den nötigen Schienenersatzverkehr bei Bauarbeiten:

Nürnberg Hbf - Simmelsdorf-Hüttenbach / Hersbruck (r.P.) / Neuhaus (Pegnitz): Baumaßnahmen / Verlängerung der Abweichungen vom geplanten Schienenersatzverkehr bis vsl. Montag, 22.08.22

[regional.bahn.de] (Stand 6. August, 09:18 Uhr)
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